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Thema: Erwartungen an den Hund

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von FrauRossi
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    Erwartungen an den Hund

    Hallo Zusammen,

    Ich habe seit Ende Mai eine Aussiehündin.
    Was ich möchte ist: Ein gut sozialisierter Hund, der mit jeder Umgebung und jeder Situation klar kommt. Einen Hund der aufs Wort und Handzeichen hört. Vordergründig, als Grundvorraussetzung quasi.
    Was ich noch möchte ist: einen treuen Begleiter, mit dem ich Spaß in der Natur haben kann und hobbymäßig auch im Hundesport. So als Dreingabe.

    Das ist salopp gesagt die Erwartung die ich an meinen Hund habe.

    Ich gehe einmal die Woche zur Hundeschule -Grundausbildung- und ein weiteres mal zum Hoopers Agi.
    Letzten Sonntag war ich auf einem Antigiftköderseminar, wo ich denke das Geld hätte ich mir sparen können, denn das was wir dort gezeigt bekommen haben, übe ich sowieso. (Aber das ist ein anderes Thema).

    Ich trainiere mit Paula in kleinen Sequenzen eigentlich täglich den Grundgehorsam und eben auch: nichts von der Straße fressen. Wenn es die Örtlichkeit beim Spaziergang her gibt, baue ich auch schonmal Sachen aus dem Hoopers mit ein. Auch immer nur kurz.

    So richtig üben tue ich eigentlich in Alltagssitustionen: Hund bleibt ruhig im Büro - Hund bleibt ruhig in Fremder Umgebung (Cafe, Party etc), das mache ich gezielt oder wenn es sich ergibt.

    Ich bin sehr zufrieden mit meinem Hund. Sie kommt wenn ich sie rufe, unsere Bindung wird immer stärker (merke ich daran z.B. dass sie das Spiel mit mir, dem Spiel mit anderen Hunden vorzieht). Mittlerweile schaut sie mich automatisch an wenn uns Leute entgegen kommen (am Hochspringen arbeiten wir noch). Usw usw usw. Paula ist jetzt 6,5 Monate alt und ich finde sie macht das alles super. Mein persönliches Hauptaugenmerk liegt auf dem gut funktionierenden Rückruf und auf Ruhe bewahren egal wann oder wo. Und das klappt gut.

    Alles andere ist ausbaufähig. Sie geht nicht dauernd bei Fuß - aber kurze Strecken und Zeiten schon. Sie kann nicht irgendwo bleiben - für Augenblicke. Sie kann nicht sitzen bleiben wenn ich den Ball werfe und warten bis ich ein Kommando gebe - aber sie weiß schon sie muss sich hinsetzen und mich anschauen. usw usw usw.

    Sie kennt ein Verbotwort um nicht von der Straße zu fressen, aber das klappt nur wenn ich die "Beute" vorher sehe.

    Lauter solche Dinge halt. Wir arbeiten daran langsam aber stetig und ich finde bisher macht sie das super.

    Allerdings frage ich mich: verlange ich zuwenig?

    In meiner HuSchu (hat auch ne Internetgruppe), wird am Tag nach dem Antigiftköderseminar gepostet: "Horst bleibt neben dem Brötchen sitzen". Zwei Tage nach dem Trickdogseminar, (wir haben nicht teilgenommen) wird gepostet wie der Hund Verbeugungen macht usw.
    Nach den ersten Hoopers Stunden, folgen Videos wie der Hund den Parcours im heimischen Garten meistert.

    Dann frage ich mich: mache ich vielleicht doch zu wenig? Oder zu langsam? Das Antigiftköderseminar war erst gestern, ich hatte noch garkeine Zeit mit nem Brötchen in der Gegegend rumzurennen und zu üben. Übe halt mit dem was uns auf Spaziergängen eh begegnet. (allerdings bin ich auch krank, aber das ist glaube ich eher nebensächlich). Hoopers soll Spaß machen und wenn, so wie letzte Woche, die Hunde alle Murmeln im Kopf haben, dann bin ich eher amüsiert darüber dass plötzlich keiner mehr weiß was "außen" bedeutet, anstatt frustriert zu sein.

    Eigentlich denke ich, so wie ich es mache (eben langsam) ist durchaus richtig. Denn jetzt wo mich die Grippe umgehauen hat, liegt mein Hund halt mit mir und den Katzen im Bett. Fertig, da wird nix gefordert. Auf dem Hundeplatz bellt sie nicht hysterisch rum (so wie einige andere). Wenn ich sage "Ende", dann ist eben Ende, da wird nicht gebettelt, gejankt und gefordert.

    Ich weis auch nicht. Sind meine Erwartungen zu niedrig? Bzw gehe ich die Sache zu gemütlich an und bekomme später die Quittung?

    Wie seid ihr vorgegangen? Oder geht vor?

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lightning
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    Ich finde eher, dass du sehr viel erwartest von einem 6,5 Monate altem Hund und vor allem ordentlich Programm machst. In dem Alter habe ich Wert auf einen sauberen Abbruch (Nein), das Kommen (Hier) und Ruhe im Alltag gelegt. Tricks, Grundlagen des Hundesport etc. hat Hazel erst Monate später gelernt. Sie hat die Begleithundeprüfung trotzdem ratzfatz bestanden und läuft mit mir im Mantrailing und im Agility.
    Dein Hund lernt noch sein ganzes Leben lang. Konzentrier dich jetzt auf die wenigen Grundlagen, die dir wichtig sind im Alltag. Dein Hund kommt bald in die erste pubertäre Phase. Da wirst du Tage dabei haben, an denen du denkst du fängst wieder bei Null an. Aber wenn du jetzt die Grundlagen gut und vor allem sauber und ruhig legst, wird der Hund sich später darauf berufen können.

    Edit: Und nur als Hinweis. Ich weiß nicht was genau dieses Hoopers Agility ist, aber mit 6,5 Monaten sollte ein Hund keinesfalls schon "richtiges" Agility machen. Mal ne Kontaktzone ja, mal über eine (auf dem Boden liegende) Stange ja, aber bitte kein Tempo, keine Hürden, keine engen Wendungen wie beim korrekten "Außen".
    Geändert von Lightning (12.10.2015 um 17:49 Uhr)

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von FrauRossi
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    Hallo Lightning,

    vielleicht ist es unverständlich ausgedrückt: Meine "Erwartung" bezieht sich auf ein unbestimmtes Irgendwann, wenn der Hund Erwachsen ist. Das "jetzt" sind die kleinen Schritte hin in diese Richtung.

    Hoopers, wird zumindest bei uns, dazu genutzt irgendwann Kommandos auf Distanz zu erarbeiten, spielerisch eben. Die Hunde machen dort nicht als durch Tore zu gehen und um Tonnen herum zu laufen. Junghunde machen nicht die ganze Stunde mit, sondern hören früher auf und machen zwischen drinn Pausen. Das hat mit dem "normalen" Aggi nicht viel gemeinsam und es geht auch nicht um Geschwindigkeit, sondern um eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund.

    Kannst du formulieren was du genau als "zuviel" erachtest?

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von löffelchen
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    Hmm finde ich schwierig weil alle Erwartungen die ich an Coady hatte sich im Laufe der Zeit geändert haben... Naja zudem werden viele Erwartungen nicht erfüllt. Wollte immer nen Agi Hund habe einen der das nicht gerne macht. Ich würde sagen bei 6.5 Monaten Erwartungen an den Grundgehorsam stellen. Ihr seid noch nichtmal richtig in der Pubertät...Warts mal ab bis die kommt, dann kann man die Erwartungen immer noch hochschrauben.

    Lieber er nicht tausend Sachen erwarten und dann enttäuscht sein ist meine Devise. Schritt für schritt: 1. Klappt der Rückruf? Wenn ja, festigen. 2. Kommt mein Hund in Verschiedenen sozialen Situationen klar?3. Funktioniert der Abbruch (wie Lightning sagt).

    ich seh viele Leute die so viele Erwartungen an ihre Jungen Hunde stellen, die können nur enttäuscht werden... Und darunter leidet die Beziehung (so wars bei uns).

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von CrazyBlue
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    Hm, ist ne ganze Menge für so einen jungen Hund!
    Unser Schatz ist nun gute 9 Monate und "macht" definitiv weniger er kann das Sitz, Platz, Hier, Nein, Leinenführig (wenn wir allein unterwegs sind, aber daran arbeiten wir) und vorallem kann er auch einfach mal Ruhe geben DAS finde ich im 1. Jahr sehr wichtig auch wir gehen 1x die Woche zur Hundeschule, arbeiten auch täglich am Grundgehorsam..möchte den Rückruf nun auf die Hundepfeife aufbauen..mehr muss und erwarte ich von ihm im Moment nicht!

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Riaku
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    Ich denke auch das du schon echt viel machst. Mehr würde ich auf keinen Fall. Gibbs ist jetzt 1 1/2 und kann keine Tricks (außer bellen, das hat er angeboten) im ersten Jahr gab es hier wirklich nur sitz, Platz, bleib und Vorallem Ruhe. Dazu dann noch die leinenführigkeit und das wars. Selbst Fuß kannte er bis dahin nur als "suche die Grundstellung" + 1-2 Schritte.
    Im Frühjahr hab ich dann angefangen das Fuß zu vertiefen. Wir haben mit fun agi angefangen und links/rechts fürs reiten/radfahren eingeführt.

    Eine BH würden wir wohl nicht bestehen. Aber ich habe Zeit. Er muss sie nicht mit 1 1/2 bestehen. Ich mach mir da keinen Druck.

    Letzte Woche habe ich dafür gesehen, dass ich mich auf ihn verlassen kann und die grundkommandos sitzten.
    Denn er musste 45min mehr oder weniger im Platz verweilen, während ich die Stunden der Hundeschule gegeben hab. Und er hat dort gelegen und hat entspannt. Da war ich richtig stolz! Denn einen aussie anschalten ist einfach, ihn auszuschalten ist meistens das Problem

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von FrauRossi
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    Hm? Ich frage mich gerade was ich anderes geschrieben habe, als Ihr? Außer Grundgehorsam und Sozialisation mache ich nix mit meinem Hund und das ist in den Alltag eingebaut.

    Es gibt genau einen etwas längeren Spaziergang am Tag. Waren wir im Café, Hundeschule oder sonst wo, fällt der längere Spaziergang aus, weil der "Rest" genug Aktivität war. Wenn ich alles zusammen rechne: Fressen, spielen, Spaziergang (oder andere Aktivität) und Pinkel-Runden, dann würde ich sagen komme ich auf ca. 4-6 Stunden am Tag wo der Hund wach ist, ergo schläft sie 18-20 Stunden am Tag.

    Aber gut, meine Frage ist dennoch irgendwie beantwortet

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Riaku
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    Wenn das wirklich so ist kam es oben durch die Aufzählung nur so rüber als wäre es mehr.
    Ich empfand es so. "Ich mache täglich in kleinen Einheiten. ..." und darauf folgte eine echt lange Aufzählung.
    Das war für mich einfach zu viel. Auch würde ich das hoopers in dem alter noch weglassen, auch wenn es nicht so auf die Gelenke geht.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von FrauRossi
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    Hallo Riaku,

    Täglich kleine Einheiten stimmt schon, allerdings bedeutet klein = Augebblicke bis Minuten, von der zeitlichen Ausdehnung her. Wir üben aber natürlich mich alles auf einmal oder hintereinander, sondern mal dies mal das, eben was die Situation halt so hergibt. Fuß kennt Paula übrigens auch nur als Grundstellung, daher schreibe ich ja explizit dass sie das noch nicht kann. (also Fuß laufen).

    Hoopers mache ich auf Empfehlung der Hundetrainerin, als Bindungsspiel und um ever auf eine spielerische Art das "auf mich achten" auszubauen. Die Hunde werden nicht gedrillt, nicht gezwungne und es geht auch nicht um schnell oder eng oder sonstwas. Ich werde mit deinen Rat aber zu Herzen nehmen und nochmal mit der Trainerin sprechen.

    Was mich eben erstaunte ist, was von den anderen Hunden in meiner Gruppe bereits verlangt wird (Von den Besitzern) und ich daher ins Grübeln kam.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Riaku
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    Ich würde mich selbst nicht an anderen messen. Schaue auf deine eigenen Ziele und nicht auf die anderer
    Ein wurfbruder von gibbs zb wird schon super longiert und macht das echt toll. Ist aber auch ein kleiner pöbler der lange braucht um runter zu fahren

  11. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von miro
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    Also ich schreibe mal aus der Sicht eines Frauchens, das vor Miro 13 Jahre lang eine Hütehund-Mix-Hündin (Groenendael/Colli) hatte:

    Meine innere Erwartung an Miro war ganz simpel - sei wie Deine Vorgängerin: geduldig, sensibel, super lieb und völlig unkompliziert. Ich glaubte tatsächlich, dass ich charakterlich den Hund wiederbekomme, den ich verloren hatte.

    Von dieser Erwartung ist nur eine halbwegs eingetreten: er ist sensibel, allerdings seeeeeehr sensibel, wohl eher schon ein Weichei. Er ist bislang immer noch nicht zu meinem Seelenverwandten geworden, aber ich liebe ihn total und ich habe mich auf ihn mit all seinen Macken eingelassen. Seit ich ihn so akzeptiere, wie er nun mal ist, ist unsere Bindung von Tag zu Tag gewachsen. Er schenkt mir soviel...

    Ich möchte eigentlich nicht fragen, was ich von meinem Hund erwarte, sondern eher von unserer Beziehung zueinander.
    Ich erwarte keine Dinge mehr, von denen ich mittlerweile weiss, dass er sie nicht wird leisten können. Er wird z. B. nie ein Hund werden, der dass Longieren liebt - er tut es nur, weil er immer wieder zwischendurch belohnt wird. Anders beim Mantrailing, da konnte er gar nicht abwarten, bis es losging (ich musste leider aus gesundheitlichen Gründen aufhören - Miro war einfach zu schnell für meine armen Knie, die haben dann die fast 50 Jahre raushängen lassen und gestreikt). Allgemein wird er nie der Hund sein, der sich durch Bewegung auspowern will. Er will lieber Kopfarbeit...
    Er ist in fast Allem so ganz anders als das, was ich erwartet habe. Er ist er und nicht seine Vorgängerin - Punkt.

    Ich hoffe, ich kann so ungefähr ausdrücken, was ich meine... Eine Beziehung, in der sich beide einfach nur wohl fühlen... in der sich beide auch mal zurücknehmen können... in der man sich einfach gegenseitig respektiert, akzeptiert und auf einander einlässt...

    Das erwarte ich von mir und meinem Hund.
    Alles Andere kann ich meinem Hund durch geduldiges Training beibringen, da liegt es dann ganz bei mir, was er irgendwann kann und was nicht.

  12. #12
    Moderator Moderator Avatar von Rumo
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    Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen . Ich denke ebenso dass du viel machst, ob es ZUviel ist wird dir dein Hund zeigen .

    Hunde sind für mich "Gefühlswesen" und alles was wir mit ihnen tun, alles was wir ihnen beibringen und alles was wir von ihnen verlangen hat nicht unbedingt und vollumfänglich mit ihren instikten und ihren Bedürfnissen zu tun, sondern ihre Erfüllung dessen liegt rein daran dass sie uns gefallen wollen. Ein Beutegreifer lässt freiwillig vom Hasen ab? Doch wohl nur weil sie uns zuliebe gelernt haben dass es besser ist und dass ein Lecker auf sie wartet. Aber die Bereitschaft das zu lernen liegt in der Bindungsfähigkeit zum Menschen.

    Du möchtest einen Hund der in allen Lebenslagen ruhig, besonnen und "hörend" agiert? Ich sage dir: das gibt es nicht. Oder meisterst du selbst alle Situationen des Lebens ruhig und gelassen? Habe bitte keine höheren Ansprüche an den Hund als an dich selbst . Das ist der erste Schritt! Dein Hund bringt eine eigenständige Persönlichkeit mit, mit Macken, mit "Fehlern", mit Dingen die sie besonders gut kann und mit Dingen die etwas dauern mögen. Aber genau die Dinge machen sie doch so besonders.
    Meiner wird nie ein Stadthund, wie passend da auch ich ein Landei bin. Er wird nie zu jeder Zeit besonnen reagieren, wie passend wo auch ich eher dran denke dass mein Auto gestohlen wurde wenn ich es nicht gleich finde

    Mir geht es wie Ilona, seitdem ich meinen Hund nicht mehr versuche in ein vorgefertigtes Schema zu pressen läuft es besser denn je und plötzlich geht auch vieles wesentlich einfacher. Lass dich auf deinen Hund ein (toll beschrieben ilona!) und du merkst so richtig was in ihr steckt .
    mal ganz davon abgesehen dass die Pubertät eh nochmal vieles aufwirbeln wird

    Für Kinder gibt es so ein nettes Sprichtwort: "sie brauchen Wurzeln und Flügel" und irgendwie gefällt mir das auch für unsere Hunde .
    loslassen war aber auch eines der großen Themen die mir mein Hund unter anderem beigebracht hat. Ebenso wie Geduld und dass Perfektion einfach stinklangweilig ist

  13. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von Traumaussie
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    Ich sehe es wie die anderen... : Man sollte nicht extrem viel verlangen. Bei einem so jungen Hund keine 100 Tricks, keine absolute Perfektion, sondern eher die grundlegenden Sachen wie Rückruf, Abbruch... Ruhe... Grundkommandos.
    Sich einen Partner für alle Lebenslagen, die zu einem selbst passen, zu wünschen... das tut wohl jeder. Und daran arbeiten dass dies auch so in etwa in Erfüllung geht, wird wohl auch jeder. :-)
    Manchmal muss man auch mal 5 gerade sein lassen und sich einfach mit diversem arrangieren...
    Meiner beispielsweise ist ein super Arbeiter, findet wirklich alles toll was man mit ihm macht und macht auch echt alles gut, hört super usw... aber dennoch ist er auch ein kleiner Schelm, der heimlich Socken und Sofakissen klaut... und der, wenn er in der Hundeschule z.B mal warten muss, einfach gerne bellt. Das hat aber nichts damit zutun dass er überdreht ist o.ä, sondern dass er einfach so "arbeitsgeil" ist dass er nicht warten kann in dem Moment.... :-D
    Naja, so isser halt... nobody is perfect :-)

  14. #14
    Moderator Moderator Avatar von Nadine_Otis
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    Ich kann für mich nur sagen, dass ich ein unheimlicher Perfektionist bin und mich immer wieder dabei ertappe, wie ich versuche meinen Hund in diese Perfektionschiene zu ziehen (aber hey: immerhin erkenne ich es schon )

    Anfangs habe ich unglaublich mit meinem vorherigen Hund (Labrador Retriever, also auch noch eine komplett andere Rasse) verglichen: das kann aber nur nach hinten losgehen! Zumal man oft verdrängt, dass der vorherige Hund die ersten zwei Jahre genau so ätzende Phasen hatte...

    Mir geht es wie Ilona, seitdem ich meinen Hund nicht mehr versuche in ein vorgefertigtes Schema zu pressen läuft es besser denn je und plötzlich geht auch vieles wesentlich einfacher. Lass dich auf deinen Hund ein (toll beschrieben ilona!) und du merkst so richtig was in ihr steckt .
    mal ganz davon abgesehen dass die Pubertät eh nochmal vieles aufwirbeln wird
    Kann ich so nur unterschreiben! Wenn man auch mal alle fünfe Gerade sein lässt (damit meine ich keine Inkonsequenz, sondern, dass man etwas entspannter ist: Sch... drauf, wenn der Hund nicht in der Grudnstellung sitzt; wo steckt der Sinn dahinter?), dann wird man selbst entspannter, was auch wiederum der Hund merkt.

    Und noch kurz zu Frau Rossihne es böse zu meinen, ich finde ebenfalls dass es echt viel Programm ist. Und (aus eigener Erfahrung) ich würde da sowieso nicht auf nen Trainer hören: a) bekommt er Geld, je mehr Kurse du machst und b) denken leider viele, dass ein Hütehund NOCH mehr Beschäftigung braucht... bei uns gab es bis 10 Monate keine Tricks, nur Grundgehorsam. Wir haben dann kurz in THS (keine Sprünge!) reingeschnuppert, aber im nachhinein stelle ich fest, dass Otis noch gar nicht reif genug dafür war.

  15. #15
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    Ich erwarte nicht viel vor allem nicht von meinen junghunden. Stubenreinheit, im Auto mitfahren können ohne Theater und alleine bleiben können ohne das Haus abzureißen. Mehr erwarte ich eigentlich nicht.
    Abruf und nein sollte bekannt sein und mit 6 Monaten bin ich gerade in der Phase des festigens dieser Kommandos.
    Ach ja, Ruhe geben, zuhause, unterwegs, mit und bei anderen Menschen und Hunden. Das ist mir noch wichtig, weil einer meiner Hunde eine nervensäge ist.

    Ansonsten erwarte ich nichts, sondern lasse mich auf das spannende Abenteuer neuer Hund ein. Wie ist er? Was hat er für Ideen? Wie entwickelt er sich? Welche Wesens und Charakterzüge zeichnen ihn aus? Was bietet er an? Ernster Hund? Lustiger Clown? Usw. ich beobachte viel und Training läuft normal im Alltag mit und wird nicht künstlich konstruiert. Der junghund lernt den Alltag kennen und das reicht. Gestelltes Training mache ich nicht mit meinen junghunden, später arbeite ich dann im Hundeverein, oder am Vieh mit ihnen, aber erst viel später.

    Und ich lasse Hund und mir ganz viel Zeit. Zeit für Bindung, für vertrauen, für Ruhe, fürs lernen, fürs kuscheln, für Neins und jas usw.

    lg

  16. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lightning
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    Zitat Zitat von FrauRossi Beitrag anzeigen
    Hm? Ich frage mich gerade was ich anderes geschrieben habe, als Ihr? Außer Grundgehorsam und Sozialisation mache ich nix mit meinem Hund und das ist in den Alltag eingebaut.

    Es gibt genau einen etwas längeren Spaziergang am Tag. Waren wir im Café, Hundeschule oder sonst wo, fällt der längere Spaziergang aus, weil der "Rest" genug Aktivität war. Wenn ich alles zusammen rechne: Fressen, spielen, Spaziergang (oder andere Aktivität) und Pinkel-Runden, dann würde ich sagen komme ich auf ca. 4-6 Stunden am Tag wo der Hund wach ist, ergo schläft sie 18-20 Stunden am Tag.

    Aber gut, meine Frage ist dennoch irgendwie beantwortet

    Es las sich einfach sehr viel, was du von deinem Hund schon verlangst. Giftköder-Seminar, Agility, jeden Tag Grundgehorsam in speziellen Übungen. Ich hab dir die drei Sachen genannt, die Hazel in dem Alter konnte. Distanzkontrolle etc. kam erst viel später. Finde ich persönlich auch unnötig in dem Alter. Gibt Wichtigeres. Ob du ZUviel machst, zeigt dir am besten dein Hund.

  17. #17
    Benutzer Avatar von littleBarneyy
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    Ich persönlich würde keine großen Erwartungen an den Hund stellen, sondern an mich selbst
    Deine oben aufgelisteten Erwartungen (Ein gut sozialisierter Hund, der mit jeder Umgebung und jeder Situation klar kommt. Einen Hund der aufs Wort und Handzeichen hört. Vordergründig, als Grundvorraussetzung quasi, treuen Begleiter,...) ist ja praktisch das perfekte non plus ultra Packet.
    Jeder Hundehalter, der so einen Hund hat, kann zufrieden sein. Das du das von einem Junghund noch nicht erwartest hast du ja geschrieben und das ist auch gut und wichtig so!
    Jeder hat natürlich die Vorstellungen, bevor der Hund einzieht, wie gut und toll man die Hundeerziehung auf die Latte bekommt (ich hatte das zumindest, denn ich war ja durch Bücher schon so prima vorbereitet, ich würde keine Fehler machen
    ).
    Mir ging es nie um mehr als reine Grundausbildung und da gab es spätestens in der Pubertät auch mehr als genug zu tun. Spielereien wie Tricks, Hundesport, etc. haben wir erst mit ca. 1 1/2 Jahren angefangen!
    Was dabei aber viel wichtiger wäre, als so hohe Erwartungen an den Hund mitzubringen, ist auf den Hund und seinen einzigartigen Charakter einzugehen und sich selbst kleine Ziele zu stecken.
    Ich würde heute nicht mehr an die Sache ran gehen "innerhalb der und der Zeit soll mein Hund das und das können". Sondern umgekehrt wird ein Schuh draus "ich möchte heute wieder mein Bestes geben, auf dem Weg zu meinem Ziel".
    Manches hat Barney innerhalb kürzester Zeit gelernt. Einen 1A Abruf, Sitz, Platz, Bleib, etc. pp. und manches fällt ihm heute noch schwer, z.B. Kontakt zu fremden Menschen. Wie war ich am Anfang gefrustet, weil es nicht lief wie ich es wollte, obwohl ich hier doch so wunderschön "nach Buch" vorgegangen war . Dabei hatte ich einfach viel zu hohe Erwartungen an meinen Hund, der nun mal Angst vor Fremden hat. Erst als ich seine "Schwächen" akzeptiert habe und damit auch seinen Charakter, habe ich gelernt gar nicht mehr gefrustet zu sein und die Erwartungen nicht an meinen Hund, sondern an mich zu stellen. In meinem Fall z.B. Ruhe und Gelassenheit, ein souveräner Mensch für mein Hund zu sein.
    Und Schwupps, nach ca. einem Jahr ist das Problem praktisch verschwunden.

    Was ich damit sagen will: Ich kann nur von meinem Hund erwarten, was ich ihm auch gebe. Ich weiß, im Moment liest es sich nicht, als wärst du gefrustet und das ist auch gut so Aber in der Pubertät kann das auch noch kommen und dann kann es schon sein, dass du in deinen sehr hohen Erwartungen noch das ein oder andere Mal sehr enttäuscht wirst! Also geh die Sache immer entspannt an, vergleiche dich nicht mit anderen Haltern und deren Hunden, welche ganz andere Charaktere sind und wieder vollkommen andere Baustellen haben und geb einfach dein Bestes und erwarte von dem Hund nicht mehr, als du auch gibst.

  18. #18
    Erfahrener Benutzer Avatar von Finnie Pooh
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    Ich merke immer wieder, dass mein Hund nicht all meinen Erwartungen von früher entspricht.
    Weil sein Charakter einfach nicht zu diesen Erwartungen passt.
    Ich wollte einen souveränen, mutigen Hund, der durchaus auch mal etwas eigenständig ist und sich nicht von jedem die Butter vom Brot nehmen lässt.
    Tja, Finn ist genau das Gegenteil davon, aber er ist tatsächlich genau das, was ich BRAUCHE.
    Ich wachse an ihm , ich bin sein Fels in der Brandung, in der ich gerne einen Felsen gehabt hätte und mittlerweile möchte ich das gar nicht mehr anders haben.
    Was Erziehung und Gehorsam angeht...auch da hatte ich anfangs sehr hohe Ansprüche.
    ABER nach und nach fiel mir auf, dass diese Ansprüche für das, was ich mit DIESEM Hund machen möchte und für das Leben, das ich JETZT führe, eigentlich gänzlich überflüssig sind.
    Ich brauche einen Hund, der weitestgehend "funktioniert" im Alltag, den ich überall hin mit nehmen kann, wenn es sein muss, der auch mal gar nichts machen will/muss, der zu Jedem und Allen freundlich ist und mir Fehler verzeiht.
    Das alles ist Finn, problemlos, einfach zu händeln , kompatibel.
    Mittlerweile ist es mir egal, ob er sich schnell setzt, wenn das Kommando kommt, solange er sich nur setzt und das Fuß muss nicht schön aussehen, solange es überhaupt klappt.
    Der Rückruf ist mir enorm wichtig, da arbeiten wir weiterhin dran und der funktioniert mittlerweile richtig gut, Finn kann Ewigkeiten allein bleiben, wenn es sein muss und er steigt ins Auto und in den Bus, wenn auch mit langem Gesicht und er kann zu 90 Prozent ohne Leine laufen, für die anderen zehn Prozent besitze ich halt eine.
    Situationen, die er hasst, muss er nicht mehr unbedingt meistern, die für ihn wirklich schlimmen umgehen wir halt.
    Er muss nicht ständig arbeiten, da ich selbst eher eine faule Natur bin, passt das wunderbar.
    Ganz selten findet er einen anderen Hund doof, er flippt aber dann nicht aus, wir kommen ohne großes Drama dran vorbei, er konzentriert sich selbst in Menschenmengen und bei Lärm auf mich, ist so gut wie immer ansprechbar, mehr brauche ich im Grunde nicht im Alltag.
    Alles bis auf etwas weiter gefächerten Grundgehorsam ist Spielerei für uns, die wir beide gerne machen, aber die wir nicht zwingend benötigen.
    Er kann durchaus einige Tricks, auch kompliziertere, die, die ihm nicht lagen, haben wir einfach irgendwann abgebrochen und haben seither auch viel mehr Spaß beim tricksen.
    Wir funktionieren als Team sehr gut, wir werden vielleicht einzeln nie perfekt, aber das Miteinander ist toll, wir haben eine tiefe Bindung.
    Wenn mich die Lust überkommt, mehr zu wollen, haben wir (hoffentlich) noch jede Menge Zeit dafür, aber für jetzt reicht uns das, was wir erreicht haben, beiden.
    Seit ich auch mal ein Auge zudrücke ist alles sehr entspannt und das ist meiner Meinung nach Gold wert.
    Ich habe einfach Spaß an und mit diesem Hund, keine Ahnung, warum ich jemals mehr wollte.
    Bei einem anderen Hund würde ich sicher ganz andere Prioritäten setzen, würde gerne auch was in Richtung Sport machen, härter arbeiten, mehr verlangen.
    Zumal das ja ursprünglich auch der Plan war , es hat sich bei Finn nur anders ergeben und ich liebe es/ihn genau so, wie es/ist momentan ist und lehne mich relativ entspannt zurück vor dem, was noch kommt.
    Setze ich mir irgendwann plötzlich in den Kopf, doch noch etwas spezifisches mit diesem Hund zu machen, probieren wir es halt einfach aus und dann arbeiten wir auch hart dran.
    Hat er Freude dran, machen wir weiter, ansonsten machen mir halt was anderes.
    Da bin ich sehr flexibel

  19. #19
    Benutzer Avatar von littleBarneyy
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    Finnie Pooh, das hast du sehr schön geschrieben.
    So geht es Barney und auch.

  20. #20
    Erfahrener Benutzer Avatar von -Gundi-
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    Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

    Für mich klingt das alles nach dem "perfekten" Hund.....und den gibt es nun mal nicht, genau so wie es keinen perfekten Menschen gibt.
    Sie haben alle ihren eigenen Charakter, ihre Ecken und Kanten und mit denen muss man leben.
    Dein Hund wird nicht mit jeder Situation immer und überall im Leben zurecht kommen.
    Nimm deinen Hund so, wie er ist, lebe mit seinen Stärken und Schwächen und erwarte nichts, was dein Hund nicht leisten kann. Das führt nur zu Frust und Enttäuschung.
    Deine Hündin ist jetzt 6,5 Monate alt, vlt noch nicht mal in der Pubertät. Welche deiner Erwartungen sich erfüllen und welche nicht, wirst du frühestens in zwei bis drei Jahren wissen.
    Bis dahin, schraub deine Erwartungen etwas runter, sonst kommt später, u. U., ein böses Erwachen.

  21. #21
    Erfahrener Benutzer Avatar von Finnie Pooh
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    Ich denke, es gibt mindestens zwei Arten von Hundebesitzern.
    Einmal die, die sich den Hund passend zum Hobby aussuchen...
    Da habe ich absolut nichts gegen, wer , nur als Beispiel, Hundesport als solchen toll findet oder vom Hüten fasziniert ist und sich daraufhin einen Aussie holt, hat gute Chancen, richtig zu liegen ABER es wird vielleicht ein härterer Weg als gedacht und eventuell kriegt er auch einen Hund, der sich überhaupt nicht dafür eignet.
    Das wäre mir persönlich zu viel Druck.
    Und es gibt die, die ihre Hobbys nach dem Hund ausrichten, einfach weil der Hund ihr eigentliches Hobby ist.
    Klar muss man dabei ebenfalls vorsichtig sein, wenn man z.B. überhaupt keine Möglichkeit hat , einen Aussie auszulasten, nutzt es mir auch nichts, prinzipiell dazu bereit zu sein, da ist man mit einer anderen Rasse oder sogar ohne Hund besser bedient.
    Hat man jedoch die Möglichkeit und ist für vieles offen, entsteht vielleicht etwas daraus, an das man vorher niemals gedacht hätte .
    Deshalb finde ich diese Variante weitaus entspannter.

  22. #22
    Moderator Moderator Avatar von Nadine_Otis
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    Und es gibt die, die ihre Hobbys nach dem Hund ausrichten, einfach weil der Hund ihr eigentliches Hobby ist.
    Klar muss man dabei ebenfalls vorsichtig sein, wenn man z.B. überhaupt keine Möglichkeit hat , einen Aussie auszulasten, nutzt es mir auch nichts, prinzipiell dazu bereit zu sein, da ist man mit einer anderen Rasse oder sogar ohne Hund besser bedient.
    Hat man jedoch die Möglichkeit und ist für vieles offen, entsteht vielleicht etwas daraus, an das man vorher niemals gedacht hätte .
    Deshalb finde ich diese Variante weitaus entspannter.
    HIER! Du sprichst mir aus der Seele. Wir sind ja auch die aktiv-und-Hund-dabei-Fraktion und ich finde es total spannend zu sehen, in welche Richtung man sich entwickelt. Ich wollte anfangs unbedingt Hundesport machen. Allerdings (was sich auch wieder bedingt durch die Entwicklung des Hundes ändern kann) ist Otis -bis jetzt- eher der "Das ist zu viel Druck für mich und nach ein paar Widerholungen habe ich keine Lust mehr"-Hund. Sprich: uns macht das tricksen totalen Spaß, wir gehen gerne zusammen laufen oder streifen morgens durch Feld und Flur. Wichtig ist auch, dass es Mensch UND Hund glücklich macht. Was bringt es, wenn ein Teil der Mensch-Hund-Beziehung innerlich auf die Uhr schaut, wann der Kurs o.ä. vorbei ist?

  23. #23
    Erfahrener Benutzer
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    Und es gibt die, die ihre Hobbys nach dem Hund ausrichten, einfach weil der Hund ihr eigentliches Hobby ist.
    Klar muss man dabei ebenfalls vorsichtig sein, wenn man z.B. überhaupt keine Möglichkeit hat , einen Aussie auszulasten, nutzt es mir auch nichts, prinzipiell dazu bereit zu sein, da ist man mit einer anderen Rasse oder sogar ohne Hund besser bedient.
    Hat man jedoch die Möglichkeit und ist für vieles offen, entsteht vielleicht etwas daraus, an das man vorher niemals gedacht hätte .
    Deshalb finde ich diese Variante weitaus entspannter.
    So wird es bei mir auch sein und ich bin echt schon gespannt, in welche Richtung wir uns dann entwickeln
    Richtige Erwartungen an meinen Hund hab ich jetzt, kurz vor dem Einzug eigentlich noch nicht.
    Ich lasse das meiste auf mich zukommen. Das ist aber als Ersthundehalter wahrscheinlich noch einfacher, als wenn man schon mit mehreren Hunden verschiedene Erfahrungen gemacht hat.
    Ich hoffe einfach auf einen Hund, den ich mitnehmen kann wenn ich möchte, der aber auch zu Hause bleibt, wenn es einmal nicht möglich ist.
    Der Rest wird sich schon ergeben

  24. #24
    Erfahrener Benutzer Avatar von JoKe
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    Ich finde es ist einfach wichtig, dass der Hund sich gut in den Alltag und die Gegebenheiten integriert.

    Mein Hund ist ja etwa gleich alt wie Paula - 7,5 Monate - und dadurch, dass wir jetzt seit ca. 1,5 Monaten in der Stadt wohnen, gibt es jeden Tag soviele Dinge und Gelegenheiten zum üben... da konnte das Land vorher nicht mithalten Da gibt es dann viele Kleinigkeiten, die der Hund lernen muss und man begegnet diesen Situationen täglich, somit muss man einfach dran üben.

    Wir arbeiten zB gerade vemehrt daran nichts vom Boden aufnehmen (oder zumindest nicht komplett abschalten, wenn da was fressbares ist...), da hier u.a. die Bauarbeiter immer ihr Essen hinschmeißen (...für die Enten und Gänse), Oskar das genau weiß und auch die Bauarbeiter totaaaal klasse finden, weil die gerne mit ihm raufen. Tschüß Hund, heißt es da seit heute (haben das Problem seit ca. 3 Tagen, heute war es besonders extrem. Ab heute heißt es Schleppleine an der Stelle! )

    Genauso arbeiten wir daran, dass er sich auf mich konzentriert, wenn er die Millionen-Hunde hier sieht. Oder bei Katzen.

    Enten/Gänse werden nicht jagen, das haben wir derzeit gut im Griff. Da kommt aber 100pro auch nochmal was.

    Leute werden nicht angesprungen

    Da ich die Kriese bekomme, wenn ich nur in Parks spazieren gehen, üben wir das Bus fahren. Die Gegenden außerhalb der Stadt sind einfach viel schöner, man begegnet nicht sovielen, Oskar kann wirklich "Hund" sein. Beim Bus fahren ist er noch sehr unruhig. Wenn ich nach Hause zu meinen Eltern fahre, sind wir idR auf den Zug angewiesen. Das klappt viel besser als Bus, aber auch da üben wir noch dran.

    etc pp

    Wirklich verlangen tue ich derzeit nur Hier, Sitz, Nein, Aus und kein Gezerre an der Leine. Alles andere muss aber ebenfalls durch die Gegebenheiten geübt werden.

    Für Agility etc hat man immer noch genug Zeit, das denke ich auch. Erstmal im Alltag kar kommen

  25. #25
    Benutzer Avatar von Logan
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    Zitat Zitat von Rumo Beitrag anzeigen
    Meiner wird nie ein Stadthund, wie passend da auch ich ein Landei bin. Er wird nie zu jeder Zeit besonnen reagieren, wie passend wo auch ich eher dran denke dass mein Auto gestohlen wurde wenn ich es nicht gleich finde
    Das hast du sehr schön geschrieben! Das musste ich mir auch schon anhören - und es stimmt. Daher kann ich auch bei manchen Dingen an mir (!) arbeiten, dann stellt sich der Hund auch darauf ein. Ich bin z.B. durch Mylo viel ruhiger geworden, eben weil er schnell hochdrehen kann.
    Auf dem Hundeplatz höre ich immer, was für ein ruhiger Aussie er wäre. Und genau das haben wir wohl auch geschafft, weil wir am Anfang (und auch heute) nicht irre viel mit ihm gemacht haben.

    Aber ich verstehe die Frage mit der Erwartung schon. Schaut man in YouTube mal Aussie-Videos an, dann können die wahnsinnig viele Tricks. Trifft man einen Nicht-Aussie-Besitzer, wird man oft gefragt, was der Hund denn schon alles kann oder es kommen die Sätze "gell, der braucht viel Beschäftigung". Ich glaube, man kann da echt in einen Beschäftigungswahn verfallen.

  26. #26
    Erfahrener Benutzer Avatar von Sanjenjan
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    Toller Thread, danke wieder mal für die vielen Anregungen! Ich schäm mich gerade fast ein bißchen, was ich schon von meiner Maus verlange, was sie einfach leisten muss und für mich ist es schon fast selbstverständlich! Dabei bin ich so stolz auf sie, wie sie ihr junges Leben meistert und immer versucht, es uns recht zu machen.

    Heute habe ich sie angezickt, weil sie mich beim schmusen in die Nase gebissen hat, die Doofe die, genau in die Zwischenwand! Aua! Aber auf den Schwanz treten soll ok sein, was liegt sie auch immer im Weg... Will sagen, schon der Alltag ist bestimmt wahnsinnig anstrengend gerade für junge Hunde, so viel ist zu beachten und man will es doch allen nur recht machen. Den Katzen darf man nicht zu nahe kommen, wobei, manchmal schon, woran merkt man das eigentlich. Bei Oma oder im Restaurant darf man gar nix außer lieb unter dem Tisch liegen. Die Kinder, die zu Besuch kommen, wollen toben und dann doch wieder nicht... Manchmal schreien die auch oder haben Angst. Spinnen darf man jagen, Blätter und Schatten nicht... Die Liste könnte ich sicher endlos fortsetzen. Alles Dinge, die man (ich) noch nicht mal auf dem Zettel hat, wenn man an Grunderziehung denkt!

    Insofern verstehe ich genau, was ihr meint, dass der Hund im ersten Jahr erstmal ankommen soll. Wir jedenfalls sind voll damit beschäftigt, unserem Hund die Regeln klar zu machen, nach denen wir so leben. Und möglichst zu vermeiden, dass sich falsches Verhalten festsetzt.

    Daher gibt es auch bei uns nur Hier, Sitz, Platz, Aus, Lauf los. Pfote zum Reinigen nach dem Spaziergang. Steh beim bürsten (auch was, was gelernt sein will). Grundsätzlich wird zwar vieles mit Kommando belegt (runter, rauf etc.), aber mehr Infohalber. Hausaufgaben von der HuSchu beziehen sich hauptsächlich auf Impulskontrolle und nicht auf Reize reagieren (sicher ein langer Weg).

    Beim Hundesport schiele ich momentan aufs longieren, habe mir auch gerade ein Buch bestellt. Aber mal schauen, wann wir damit anfangen können. Momentan ist noch so viel anderes wichtiger...

  27. #27
    Erfahrener Benutzer Avatar von FrauRossi
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    Hallo,

    ich habe jetzt dreimal angesetzt zu Antworten und es jedesmal wieder verworfen. Ich denke ich kann erklären was ich wie gemeint habe. Aber das ist mir im Moment zu anstrengend, da ich mit Grippe flach liege.

    Ich sage einfach mal so: Ich liebe mein Hündchen, egal wohin sie sich entwickelt :-)

    Hier sind einige der Ansicht ich würde zuviel machen. Aber ich denke das nicht. Einzig das Hoppers werde ich tatsächlich nochmal überdenken. Ich denke aber nicht dass es der Trainerin um das finanzielle geht, ich zahle einen Monatsbeitrag und da ist egal ob ich einen oder zehn Kurse besuche. Sie macht auch nicht den Eindruck eine von den "Aussis dies und jenes" zu sein.

    Ich beschreibe einfach mal einen Tag bei uns, denn ich glaube die ganzen Begrifflichkeiten erzeugen ein falsches Bild:

    Montag:
    6:30 Wecker klingelt, 15 Minuten knuddeln im Bett mit Kater und Hund, dann raus ca 10 Minuten um das Geschäft zu verrichten.
    Dann gibts Frühstück für die Tiere, ich mache mich fertig und trinke Kaffee, derweil schlafen schon wieder alle.
    8:00 fange ich an zu arbeiten (Homeoffice)
    so gehen 10:00 nochmal 10 Minuten Gassi, Frühstück ist durch. :-), danach arbeite ich weiter und Paula spielt meist ne Zeit mit ihrem Schwein und schläft dann weiter.
    13:30 Mittagspause, wieder 10 Minuten Gassi, dann wärend ich meinen Mittagskaffe trinke, bekommt Paula Ihr Mittagessen in der Schnüffelmatte versteckt und darf es suchen.
    Zu erwähnen ist: vor den Fütterungen muss Pauls warten bis sie das ok bekommt zu fressen. Bei den Gassirunden muss sie am Bordstein sitz machen. Begegnen uns Menschen, wird sie "vorbei gefüttert". Liegt was essbares rum, bekommt sie ein "Nein". Kommen wir wieder rein, gibts das Kommando Decke, d.h. sie setzt sich auf einen Flickenteppich und wartet bis ich ihr die Leine abgemacht habe, wenns regnet wird sie dort abgetrocknet.
    (Das meine ich mit täglich üben in kleinen Einheiten)
    Dann schläft Paula weiter und ich arbeite wieder.
    So gegen 17:30 gehen wir spazieren, dabei gehen wir ein Stück ca 5 Minuten an der Leine, wobei ich jedes mal stehen bleibe wenn sie zieht, sie dreht dann um und läuft wieder ohne Zug. Dann darf sie frei rennen auf der Wiese/Feld. Wir spielen mit dem Ball und üben zwischendrinn den Rückruf. Dauer vielleicht 20 Minuten. Dann gehen wir zurück und sie wird wieder angeleint (Straße) auf den 5 Minuten Rückweg, läuft sie von aalen die meiste Zeit neben mir. Das bestätige ich immer wiede. Hier baue ich auch kurze Sequenzen ein, wo wir ein paar Schritte gehen - Fuß Grundstellung links, oder ran Grundstellung rechts. Wieder ein paar Schritte, Sitz Platz. Wie gesagt der Rückweg dauert 5 Minuten in der Zeit macht ich das vielleicht 3-5 mal, ganz kurz. Nicht den ganzen Weg lang,
    Wieder zu Hause gibts Fressen.
    Dann hat Paula ihre wache Phase. Sie schleppt ihr Spielzeug durch die Gegend, wir kämpfen, manchmal üben wir vorher "sich kämmen lassen"
    Nach dem Abendbrot muss Paula gegen 19:00 wieder raus, wieder 10 Minuten. Begenet uns jemand wird sie "vorbei gefüttert"
    (Diese 10 Minuten beschreiben jeweils den Zeitraum von Leine anlegen, raus aus dem Haus, hin zum Löseplatz, wieder rein in die Wohnung)
    Dann gibts drinnen das Komando Box und dort was zu kauen.
    um 20:00 das ganze nochmal. Danach liegt sie bei mir auf der Couch und wird gekrault, dann pennt sie wieder bis zur letzten Runde um ca 22:00 Uhr. Dann gehen wir ins Bett.

    So in etwa sehen die meisten unserer Tage aus. Mal geht es statt aufs Feld, auf die Hundewiese sind andere Hunde da darf sie mit denen toben - ist keiner da Spielen wir dort zusammen, Zergeln rennen usw. Mal wird das durch HuSchu ersetzt. Oder der Spaziergang wird auf die Mittagspause vorverlegt. Mal gehen wir stattdessen ins Café.

    Wenn das zuviel sein soll? Na gut dann mach ich halt zuviel. :-)

  28. #28
    Erfahrener Benutzer Avatar von Finnie Pooh
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    Ich finde das gar nicht mal zuviel, es könnte bloß passieren, daß eine Manifestierung eintritt und Paula das Programm irgendwann immer da abspult, wo du es geübt hast.

    Mir fällt grade auf, daß ich Dinge wie aufs Okay warten vorm Fressen, absitzen am Bordstein etc. als so selbstverständlich ansehe und von Anfang an mit in die Grundkommandos habe einfließen lassen, daß ich selbst das schon gar nicht mehr wahrnehme.
    Heute hätte ich Finn im Wald wieder mal fast "vergessen", ich habe WARTE gesagt (Grund weiß ich schon gar nicht mehr), bin dann irgendwann weiter gegangen und mein Hund wartete immer noch, weil ich das Kommando nicht aufgelöst habe.
    Warte ist eigentlich nur die Softform von Bleib (übrigens noch etwas, das ganz wunderbar funktioniert nur durch Wiederholung. Meine Freundin sagt immer "Der Hund hat eine tolle Lackierung und eine grandiose Wegfahrsperre" ) und nicht soooo ernst gemeint, aber okay, ich nehme es gern an.
    Oder ich habe ihm durchs Abtrocknen auch das Pfoten heben beigebracht, beim Abtrocknen funktioniet es nicht richtig, wohl aber, wenn die Leine unterm Hund hängt.
    Mit "rechts" oder "links" bringe ich Finn dazu, die jeweilige Pfote kurz zu heben und sich so selbst zu entheddern - ebenso wäscht er sich die Pfoten in einem Eimer oder einer Pfütze sauber, wenn er aussieht wie Sau mit "rechts/links Füße waschen".
    Das sage ich ganz automatisch und die Leute gucken dann grundsätzlich völlig verdattert und wollen wissen, wie man einem Hund das beibringt.
    Ich kann es ihnen nicht erklären, ich habe einfach genutzt, was Finn angeboten hat und das ist das Resultat.
    Es war nie so geplant und sollte auch kein Trick sein, es ist einfach praktisch.
    Momentan lasse ich ihn immer mal etwas aufheben, das ist auch zufällig entstanden, ich habe es belohnt und jetzt fällt mir immer mal wieder ganz zufällig etwas runter und ich sage nebenher "Gib's mir!" und wenn er das tut, freue ich mich wie Bolle.
    Macht er es nicht hebe ich es halt selbst auf *g*.
    Wir üben das also nicht wirklich, es passiert halt, Finn ist kein Arbeitsjunkie, er findet Wiederholungen doof und ist frustriert, wenn er kein Erfolgserlebnis hat.
    Er merkt sich aber alles, was nebenher gelobt wird und macht es dann immer wieder und wenn ich so irgendwann einen Hund habe, der mir hinterher räumt, finde ich das cool...ich brauche es aber halt nicht zwingend

  29. #29
    Erfahrener Benutzer Avatar von JoKe
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    Hatte ich vorhin vergessen - ich finde nicht, dass euer Pensum sich wie zu viel liest.

    Unsere Tagesabläufe sind ziemlich unterschiedlich und variieren viel, aber wir gehen im Durchschnitt länger.

    Heute zB.
    - da ging es um 7:40 für ca. 20 Minuten raus (hauptsächlich frei, 3 kl. Hunde getroffen, Rückruf, Sitz an der Straße, Rauf auf den Baumstamm, durch-die-Beine-Trick)
    - dann war er bis ca 11 Uhr alleine (es gab ein paar Leckerlies auf den Teppich)
    - dann um ca. 12 Uhr 15 Minuten raus (hauptsächlich an der Leine, außer 5 Minuten Spiel mit kl. Hund; ordentliches Leinen-gehen belohnen, Sitz an der Straße, Rückruf)
    - Fressen (verteilt in der Wohnung zum suchen)
    - 17:30 raus an der Schleppleine, ca. 40 Minuten Spaziergang (die 2 Schäferhunde von nebenan getroffen, mit denen es "Probleme" gibt - konnten daher super an der Schlepp üben; Rückruf, Sitz an der Straße, nicht zu fremden Hunden hinlaufen)
    - danach Fressen
    - gleich um 23 Uhr gehts nochmal raus zum lösen, ca. 5 Minuten

    Es gibt auch Ausnahmetage, wo wir was großes machen. Zum Beispiel waren wir am Samstag mit einer Gruppe spazieren, ca. 8km in 2 Std 15 Min. - am Tag danach wurde dafür dann nichts gemacht, außer raus zum lösen und selbst der darauffolgende Tag war noch sehr ruhig.

    Man merkt doch eigentlich selber ob es zuviel oder zuwenig für den eigenen Hund ist Oskar ist absolut ruhig im Haus, der fordert auch nicht. Der kommt höchstens mal an zum kuscheln oder raufen, aber wenn ich ihn dann wegschicke, ist Ruhe. Von der 5-Minuten Regel halte ich in diesem Alter nicht mehr viel und man sollte einfach ein gesundes Mittelmaß für sich finden.

  30. #30
    Moderator Moderator Avatar von Rumo
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    Würdet ihr bitte beim Thema "Erwartungen an den Hund" bleiben?

    Für die Frage was zuviel ist und die genauen Tagesabläufe haben wir genügend andere Threads!

    Wäre schön wenn das nicht vermischt wird, weil gerade das Thema zu Erwartungen ein sehr schönes und interessantes ist

    Danke!

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