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Thema: Hund wird immer ängstlicher

  1. #31
    Erfahrener Benutzer Avatar von Pferdefreak
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    Das komische Verhalten abseits von Föhn und Mixer könnte auch ein Entwicklungsschub sein habe ich so langsam den Eindruck. Cara verhält sich auch so etwas komisch auf einmal kommen momentan wieder Dinge die sie nur als Welpe hatte. Sie versucht mir beim Fuß gehen in die Schuhe zu zwicken, sie haut mit unseren Schuhen und Sachen ab (Schuhe waren jetzt ewig tabu) und zerkaut sie wenn man nicht aufpasst außerdem ist sie seeeehr verkuschelt und liegt stundenlang auf meinem Schoß. Das hat sie vorher auch gemacht aber nicht stundenlang. Sie ist auch beim Gassi gehen weit weg mit den Gedanken und schnüffelt nur und nimmt mich nur begrenzt wahr kommt mir vor (habe sie eh an der Schlepp)

    Finde das Ganze sehr interessant. Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl das meine versuchten Maßnahmen das Mixer-Problem für einige Tage noch verstärkt haben (dann wars wieder wie immer). Nach Übungseinheiten mit "du darfst dir ein Leckerlie aus dem Schrank nehmen wenn ich ihn aufmache" Hat Cara danach 2 Tage lang gezögert die Küche überhaupt zu betreten und immer wachsam ums Eck gelinst.
    Auch schönfüttern von dem Ding selbst haben das Problem gefühlt ein bisschen verstärkt. Ich hätte wirklich gerne einen Trainer zur Hand dem ich das zutraue aber leider...

    Ist nur gut das ich mich so gut wie nie Föhne und sehr selten Mixe. Aber ich hätte schon gerne dass Cara sich in der Küche wieder wohlfühlt zumindest wenn kein Mixer da ist. Spielen im Nebenraum werde ich noch probieren.

  2. #32
    Erfahrener Benutzer Avatar von Aussiewolf
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    Zitat Zitat von radelschnauzerl Beitrag anzeigen
    "Auf der anderen Seite, kann ein Hund seine Ängste nicht überwinden u. lernen mit einer Situation umzugehen, wenn er ständig davor flüchten u. sich dieser Situation entziehen kann. Flugangst legt man als Mensch auch nicht ab, indem man einfach nicht mehr fliegt."

    Richtig, aber um seine Flugangst zu überwinden, wird man, falls sie überhaupt behandelt wird, nicht in einen Flieger gesteckt sondern erst kommen Gespräche, dann kognitive Übungen was tun wenn ich Panik bekomme und hier trennt sich der Behandlungsweg zwischen Mensch und Hund.
    Nun, natürlich lassen sich Hund u. Mensch nicht 1:1 vergleichen. Doch was Menschen die Gespräche u. kognitive Übungen, sind beim Hund der Aufbau einer Bindung, von Vertrauen u. von Verläßlichkeit/Berechenbarkeit zu seinem Halter. Und auch bei Pferden arbeitet man mit einer langsam aufgebauten Gewöhnung an den auslösenden Reiz (siehe z.B. auch die Ausbildung von Polizeipferden). Lasse ich immer nur Flucht zu, erreiche ich nichts!

    Ein weiterer guter Artikel aus dem Schweizer Hundemagazin: http://hundemagazin.ch/angst-beim-hund-teil-23/

  3. #33
    Erfahrener Benutzer Avatar von radelschnauzerl
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    Diesen Artikel finde ich sehr gut,
    es steht dort nämlich ausdrücklich, das der Hund selbst die Kontrolle darüber haben soll in welchem Ausmaß er sich dem Angstauslöser nähert.

    Unser Hund hat bis irgendwann im 4. Monat den Staubsauger geliebt, plötzlich aber nicht mehr. Soviel allerdings zu der Aussage, das als ungefährlich eingestufte Reize später nicht mehr Angst auslösend wären.

    Ich behaupte übriges nicht, das "ignorieren" immer angebracht ist, wenn unser Hund aus Unsicherheit, Bäume Menschen oder Mülltonnen verbellt, über nehme ich immer die Führung und zeige ihr die Dinge. Es gibt aber auch Sachen die es einfach nicht wert sind, sie aktiv mit viel Aufwand zu behandeln. Wenn ich in einer Woche nur 2 mal Sauge ohne den Hund zu beachten, zu loben, sondern es als selbstverständlich empfinde, da dem Hund definitiv nichts passiert, Ich sauge unser ganzes EG in max 10-15 Minuten, also 2 Mal die Woche hat der Hund dann die Möglichkeit zu merken es passiert nichts, sich daran zu gewöhnen, in dem Abstand und in der Zeit wie er möchte.(Ich glaube , das der Hund in keinem Haus soweit flüchten kann das er den Staubsauer, Fön nicht hört).
    Das ganze ist also durchaus als Konditionierung zu bezeichnen. Ich behaupte nicht, das es für alle Hunde zutrifft, aber es kann.

    Für wirklich wichtige Sachen, die Gefahr oder Beeinträchtigung der Lebensqualität für Hund und Halter bedeuten, zum Beispiel Angst vorm Autofahren würde ich alles versuchen ihn aktiv, auch mit Hilfe von Umkonditinierung, mit Leckerlies, mit Hilfe unserer Beziehung... so schnell wie möglich von der Angst zu befreien.

    Solange aber bei einem Pubertierenden Hund einfach mehrere Baustellen offen sind, ist es für mich wichtiger diese zu bearbeiten und die unwichtigen auf später zu verschieben.

    (Übrigens hat sich unsere Hündin heute ca 1 Meter am stummen Staubsauger vorbei getraut, bis jetzt hat sie nicht einmal das Zimmer betreten indem er stand.)



    LG
    Michaela

  4. #34
    Erfahrener Benutzer Avatar von Aussiewolf
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    Zitat Zitat von radelschnauzerl Beitrag anzeigen
    ...es steht dort nämlich ausdrücklich, das der Hund selbst die Kontrolle darüber haben soll in welchem Ausmaß er sich dem Angstauslöser nähert.
    Selbstverständlich sollte der Hund immer die Kontrolle darüber haben, in welchem Ausmaß er sich dem Angstauslöser nähert. Zwang wird die Angst nur noch verschlimmern, das sollte wohl jedem bewußt sein!

    Nur flüchtet ein Hund immer vor einem angstauslösenden Reiz, wird er sich niemals dem Auslöser freiwillig nähern. Das mag in einem begrentzen Bereich, wie einer Wohnung, noch dazu kommen, wenn ich wie in Deinem Beispiel, den Angstauslöser einfach stehen lasse, der Hund aber irgendwann daran vorbei muss, um Futter oder Wasser aufzunehmen, aber draußen z.B. sieht das schon ganz anders aus! Was nutzt mir da, wenn mein Hund dort u.U. frei (weil unangeleint) flüchten kann? Dann wird es sogar noch gefährlich für ihn!

  5. #35
    Erfahrener Benutzer Avatar von radelschnauzerl
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    zu Aussiewolf

    Falls ich mich nicht genau ausgedrückt haben sollte.
    1. Ich bin nicht der Meinung, das der Hund immer flüchten darf, soll kann. Allerdings ist es bei einigen im Haus stattfindenden Angstsituationen eine Option es ihm zu zugestehen.

    2. ich empfinde es durchaus als Zwang wenn ich verlange, durch Leckerli, durch meine Bindung zu ihm oder oder...einen Hund in ein Zimmer mit dem Angstauslöser zu bringen. Es ist nach wie vor eine akzeptable Möglichkeit wenn es funktioniert, aber es muss nicht funktionieren, diese Erfahrung habe ich gemacht.

    3. mein Hund ist gestern ohne an Futter, oder Wasser, ohne Befehl am Staubsauger vorbei gegangen obwohl sie einen anderen Weg (den sie sonst auch gegangen ist ) gehen hätte können. Sie wollte lediglich schauen, wo ich bin. Mir ist erst viel später aufgefallen, das der Staubsauger da gestanden ist. Es war weder Übung noch sonst etwas, er war halt noch nicht aufgeräumt.

    4. du wirst keinen Hund der plötzlich Angst im Freilauf bekommt, und flüchten will, von der Flucht abhalten. Du kannst allerdings versuchen, Angst auslösende Situationen so weit wie möglich zu reduzieren, den Hund daran zu gewöhnen.

    5. Das ich dies, auch bei irgendeinem Anzeichen von Angst sofort gegensteure habe ich im letzten Beitrag auch versucht zu verdeutlichen. Für mich stellt sich bei dieser Diskussion nicht die Frage ob ich der Angst des Hundes gegensteure, sondern ob es akzeptabel ist bei manche Ängste sofort und sehr intensiv entgegen zu wirken soweit dies möglich ist, und manche Ängste nicht aus dem Auge zu lassen aber sie nur neben bei zu behandeln, ohne viel Gedanken, weil sie weder den Hund noch den Hundehalter besonders beeinträchtigen.

    Ich finde ein Hund in der Pubertät hat so viele Baustellen, das der Focus auf nur Probleme die Wahrnehmung zu einseitig werden lässt, die Angst der Besitzer Fehler zu machen vergrößert und damit auch die Unsicherheit. Diese Unsicherheit überträgt sich dann vielleicht wieder auf den Hund der dann versucht alles zu übernehmen und erst recht Ängste entwickelt Ein Teufelskreis.

    Nicht das nun jemand meint, ich würde die Ängste nicht ernst nehmen, aber wenn viele Baustellen auftreten sollte man sehr genau abwägen, was im Moment wichtig ist zu bearbeiten.
    Alles auf einmal geht nicht. Man braucht auch unbeschwerte Zeit mit dem Hund und das Vertrauen das nicht jede Angst wirklich Chaos bedeutet. Bis gestern wusste ich zum Beispiel nicht einmal ob unser Hund Angst vorm Fön hat oder nicht da entweder im Bad geföhnt wird oder ich nie bewusst aufgepasst habe ob der Hund aus dem Zimmer geht. Ich kenne viele Hunde die, wenn gesaugt wird, das Zimmer verlassen, nach dem die Besitzer die als normal empfinden, wird es nicht als Problem angesehen.

  6. #36
    Erfahrener Benutzer Avatar von Aussiewolf
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    "...sondern ob es akzeptabel ist bei manche Ängste sofort und sehr intensiv entgegen zu wirken soweit dies möglich ist..."

    Ja, es gibt Ängste an denen man sofort arbeiten sollten, damit sie sich nicht erst festigen. Was Du immer dann unter "sehr intensiv entgegenwirken..." verstehst. Das man das ganze ohne Zwang u. mit dem nötigen Feingefühl machen sollte, hatte ich jetzt bereits mehrfach geschrieben. Mit Zwang erreicht man bei Ängsten gar nichts!

    Ich betrachte es nicht als Zwang, wenn ich m. meiner Bindung den Hund dazu bringe, sich mit einem angstauslösenden Gegenstand auseinanderzuseten. Bindung heißt Vertrauen, vertrauen läßt sich aber niemals erzwingen. D.h. locke ich einen Hund durch seine Bindung an einen Angstauslöser heran, hat das nichts mit Zwang zu tun, sondern m. Vertrauen. Der Hund vertraut mir, das ihm in dieser Situation nichts passiert u. damit überwindet er seine Scheu u. während sein Vertrauen u. sein Mut wächst.

    Mit Leckerlis habe ich noch nie einen Hund an einen Angstauslöser "herangelockt", sondern nur durch unsere Bindung. Das wird auch grundsätzlich kaum funktionieren, denn hat ein Hund richtig Angst, frißt er in dieser Situation ohnehin nichts. Erst wenn er an oder näher an einen angstauslösenden Gegenstand herangetreten ist, gibt es Lob u.u.U. (falls er schon so weit ist zu fressen) ein Leckerli. Um die Gewöhung an einen Angstauslöser weiter zu fördern, kann ich aber z.B. einen Kau- oder Leckartikel einsetzen, da Kauen u. Lecken beruhigt.

  7. #37
    Erfahrener Benutzer Avatar von radelschnauzerl
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    Unter intensiv verstehe nie zwang sondern einfach den Zeitaufwand. Ich würde mit einem Hund der z.B.: vor dem Autofahren Angst hat, mehrmals täglich ganz langsam trainieren. Wenn er beim spazieren gehen vor Hunden oder Menschen unsicher ist selbstverständlich in jeder mir bietenden Situation, mit dem Staubsauger nur wenn ich sauge.
    lg
    Michaela

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