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Ängstlichkeit

Dabei
19 Apr 2017
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#1
Unsere Phoebe, Mini Aussie und sieben Monate alt, reagiert sehr ängstlich. Beispiel: Draussen zum lösen, ungewohntes Geräusch oder Geschehen und sie flippt total aus. Springt in der Leine, zerrt Richtung Rückweg. Ist absolut nicht zu beruhigen. Will ich dann mit ihr zurück gehen, steht sie quasi in der Leine. Auf den Hinterläufen, die Vorderläufe zappeln in der Luft.
Anderes Beispiel: kommen uns Kinder entgegen, springt sie auf uns zu, als ob sie auf den Arm springen will. (Mit Ausnahme bei unserem Enkel, den liebt sie) Und auch dann wieder das springen und drehen an der Leine und das zerren.
Hab schon vieles versucht, z. B. eine zeitlang ruhig vor Ort stehen zu bleiben. Sie absetzen lassen, was sogar trotz ihrer Angst klappt. Aber nach kurzem Moment springt sie wieder los und zerrt. Immer bei allen möglichen Alltäglichkeiten.
Da man ja nicht weiß, wann sowas passiert, ist es ja auch schlecht, schon vorher versuchen abzulenken.
So wird jeder Gang quasi zur Stresssituation für sie. Weiß jemand einen Rat?
 

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Dabei
7 Sep 2012
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#2
Wie schon oft geschrieben: da spielen so viele (u.U. winzig kleine) Faktoren mit rein, sowas kann man nicht via eines Forums beantworten.
Dazu fehlen einfach ein paar grundlegende Information, Hintergründe und Zusammenhänge etc. pp. Hier fangen z.B. die Wissendefizite schon an: hat sie das immer schon gemacht? Kam das ganz plötzlich? Ist etwas besonderes vorgefallen, was Auslöser gewesen sein könnte? Und einfach vieles vieles mehr.
Daher such Dir bitte einen kompetenten Trainer oder eine gute Hundeschule vor Ort.

Grundsätzlich kann man sagen, das viele Hunde kommen in dem Alter in eine zweite Unsicherheitsphase kommen. Das könnte ein Grund sein, aber es könnte auch etwas ganz anderes sein. Daher bitte: Vor Ort in Zusammenhang mit Dir u. Deiner Reaktion von einer kompetenten Person helfen lassen.
 
Dabei
19 Apr 2017
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#3
Das haben wir natürlich. Der Trainer sagt, es ist wichtig, das wir Ruhe ausstrahlen und das dass sehr gut klappt. Diese extreme Ängstlichkeit hat sich vor kurzem erst so stark entwickelt, wo ich zur Reha war und mein Mann sie mit zur Arbeit nach Hamburg nehmen musste. S-Bahn, U-Bahn, Hektik, viele Menschen. Das war laut Trainer zu viel für unser Sensibelchen. Er sagt, das wir das jetzt immer weiter trainieren müssen. Auch mal eine zeitlang an einem belebten Ort mit ihr in Ruhe bleiben. Z. B. Kaffee trinken im Straßenkaffee.
Hoffte nur, jemand hätte noch einen Tipp. Ausser Bachblüten Rescuetropfen, die man uns empfohlen hat. Weiß nicht, was ich von den Tropfen halten soll.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#4
Das haben wir natürlich. Der Trainer sagt, es ist wichtig, das wir Ruhe ausstrahlen und das dass sehr gut klappt. Diese extreme Ängstlichkeit hat sich vor kurzem erst so stark entwickelt, wo ich zur Reha war und mein Mann sie mit zur Arbeit nach Hamburg nehmen musste. S-Bahn, U-Bahn, Hektik, viele Menschen. Das war laut Trainer zu viel für unser Sensibelchen. Er sagt, das wir das jetzt immer weiter trainieren müssen. Auch mal eine zeitlang an einem belebten Ort mit ihr in Ruhe bleiben. Z. B. Kaffee trinken im Straßenkaffee.
Hoffte nur, jemand hätte noch einen Tipp. Ausser Bachblüten Rescuetropfen, die man uns empfohlen hat. Weiß nicht, was ich von den Tropfen halten soll.
Dein Trainer hat Dir da aber schon gute Ratschläge zur Hand gegeben und ja, man muss weiter daran arbeiten. Solche Probleme lösen sich nicht wieder von heute auf morgen auf. Da heißt es mitunter wochen- u. monatelang am Ball bleiben u. es gibt auch Hunde, die immer ängstlich und geräuschempfindlich bleiben werdne.
Rescue Tropfen oder speziell auf den Hund abgestimmte Bachblüten können eine tolle Unterstützung sein, können aber auch gar nicht wirken. Das muss man ausprobieren. Ebenso kann ein Thunder Shirt oder ein Körperband nach TTouch ( https://www.youtube.com/watch?v=49vbCnsJWxo) helfen, womit man das Training unterstützen kann. Dennoch muss man auch weiterhin daran arbeiten.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#5
Was auch eine gute Hilfe sein könnte: wenn Euch ein sicherer und souveräner Hund begleitet.

Wenn ihr irgendwo wartet, dann geb ihr einen Kauknochen oder einen lecker gefüllten Kong zum auslecken. Das lenkt vom Stress ab und beruhigt zugleich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
19 Apr 2017
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#6
Vielen Dank für die Tipps. Also Bachblüten würden keinen Schaden bringen? Man will ihr ja nichts unschönes.
Kauknochen und Kong werde ich auf jeden Fall testen. Hat sie sonst nur daheim oder im Womo bekommen.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#7
Wieviel Ruhe bekommt sie denn?
Sie ist ja scheinbar von Anfang an sehr viel mitgenommen worden gezwungenermaßen und da gab es ja auch Probleme mit der Stubenreinheit bei euch letztens.
Ich habe keinen ängstlichen Junghund, aber ich merke, dass er nach viel Action ohne lange Ruhephasen dazwischen auch zu Schreckhaftigkeit neigt.
Seine Nerven scheinen dann einfach dünner zu sein und er zuckt bei eigentlich alltäglichen Dingen plötzlich zusammen.
Wenn er dann eine Nacht drüber geschlafen hat, ist er wieder wie ausgewechselt .
 
Dabei
19 Apr 2017
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#8
Ruhezeiten bekommt sie ausreichend. Im Womo mehr als in der Wohnung. Tierärztin meinte, da von unserem Vorgänger da wohl einige Zeit ein paar tote Frettchen gelegen haben, kann es sein,das sie sich dort nicht wohl fühlt und dann um den Geruch weg zu bekommen, dort hin macht.
Im Womo ist sie tiefen entspannt
 
Dabei
14 Sep 2014
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#9
Wie !!! , in der Wohnung haben längere Zeit tote Frettchen gelegen , habe ich das richtig gelesen oder machst du Spaß? Wenn das wirklich so ist, kann ich das Verhalten deines Hundes verstehen mit dem Markieren und evtl. auch mit der Ängstlichkeit. Ich würde da eine Spezialfirma ranlassen zur Reinigung , ist nicht ganz ohne mit den Gerüchen die wir Menschen nicht wahrnehmen aber unsere Hunde dafür um so intensiver, kann schon eine Ursache für die Probleme deines Hundes sein.
LG Roswitha und Dusty
 
Dabei
19 Apr 2017
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#10
Es ist nicht unsere Wohnung, der Besitzer macht da nichts. Wir werden zum Herbst umziehen. Im Sommer sind wir viel mit dem Womo unterwegs.
 
Dabei
14 Sep 2014
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#11
Da habt ihr Recht mit dem Umzug , wünsche Euch viel Glück und hoffe das ihr die Probleme mit Eurem Hund in den Griff bekommt, drücke die Daumen.
LG Roswitha und Dusty
 
Dabei
9 Apr 2013
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#13
Wir hatten mit unserer Hündin ein ähnliches Problem. Bei zu vielen Menschen und lauten Geräuschen hatte sie extremen Streß. wir haben sie langsam an diese Situationen rangeführt. Immer nur so weit ran, wie sie noch ansprechbar war. Beim nächsten Mal zwei drei Schritte weiter. Wenn du dich jetzt einfach in ein beleibtes Cafe oder ähnliches setzt, überforderst du sie eventuell und auch die Zeit sollte ganz langsam gesteigert werden. Das ist natürlich viel Arbeit und man braucht viel Geduld, aber bei uns hat es sich gelohnt ( wir arbeiten jetzt etwa ein Jahr daran).
Wir waren am Wochenende mit unserer Hündin bei einem Handballturnier im Freien. Viele Menschen, Lautsprecherdurchsagen, schreiende Trainer und Zuschauer usw. Für unsere Maus eine Herausforderung. Auch hier haben wir in der ruhigsten Ecke angefangen und sie konnte sich das Treiben in Ruhe ansehen. Als sie sich entpannt hingelegt hat, sind wir etwas weiter an das Geschehen heran gegangen.Zum Schluß standen wir am Rand der Zuschauer.
Dort war sie natürlich nicht ganz so entspannt, aber es war ok. Wir sind dann auch wieder gegangen.
Durch das viele Üben habe ich gelernt sie etwas besser zu lesen, daher weiß ich, wie weit wir gehen können, ohne sie zu überforden. Für uns war es ein riesen Erfolg, auch wenn es für andere vielleicht nichts besonderes ist.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#14
Britta hat recht. Bei Angstproblemen ist der Einfluss des Menschen nicht zu unterschätzen. Allein das Thema Stimmungsübertragung und sei es nur, weil man z.B. selber unsicherer geht oder unbewußt die Leine straffer nimmt. Jemand der schon innerlich die Krise hat, weil sein Hund gleich jemanden verbellen will/wird, ist schon nicht mehr authentisch und kann Ruhe und Gelassenheit auf den Hund ausstrahlen.
Aus weiteres Augenmerk ist auf jeden Fall die Überforderung bzw. die Reizüberflutung. Man sollte unbedingt lesen können, wann der eigene Hund noch entspannt ist und wo dessen Überforderung bereits anfängt. Fakt ist: Sobald der Hund Angst hat, kann er nicht mehr lernen. Alles was dann abläuft, wird die Angst nur noch weiter festigen, ein "da muss er jetzt mal durch" ist i.d.R. enorm kontraproduktiv.

Ebenso kontraproduktiv kann es aber auch sein, den Hund in seiner Angst zu belassen. Klar, gibt es Ängste, die ich irgendwo managen kann, die zeitlich eng begrenzt sind, wie z.B. Sylvester. Dennoch muss ich jederzeit damit rechnen, das ich völlig unverhofft in eine solche Situation gerade.
Daher sollte man zumindest versuchen, dem Hund die Panik und den Stress zu nehmen oder zumindest soweit daran zu arbeiten, das er einigermaßen damit umgehen kann.

Dennoch und da muss man auch ehrlich sein: Es gibt auch Hunde die ihre Ängste niemals überwinden, die man nur managen kann und dafür sorgen, das sie so wenig Stress wie möglich haben. Meine verstorbene Aussiehündin hatte Gewitter und Böllerangst und zwar so richtig. Wobei es draußen oder im Auto für sie erträglicher war als im Haus. Wir haben (ich weiß nicht was) alles ausprobiert, ihr die Ängst zumindest erträglicher zu machen. Teilweise gab es Erfolge, aber nie wirkten diese Maßnahmen auf Dauer. Am längsten profitierten wir vom Thunder Shirt, aber mit zunehmenden Alter nutzte sich die Wirkung leider auch ab. :(

Ergo: Anti-Angst-Training ist nie ein Training von nur einigen Tagen, sondern kann sich Wochen und Monate, evtl. sogar ein Leben lang hinziehen.
 
Dabei
19 Apr 2017
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#15
Ich bin gelassen und geduldig. Wir trainieren jetzt täglich. Im Moment die Angst vor Kinder. Ich gehe da mit ihr am Kindergarten vorbei. Noch ist sie dabei angespannt, aber sie springt schon nicht mehr in die Leine. Zieht aber noch. Wenn wir da vorbei sind, kommen wir zur landwirtschaftlich gelegenen Seite des Ortes. Mehr Ruhe und Möglichkeit zum rum tollen und jede Menge "Nasenfutter"
Heute ging sie zeitweise mit ganz lockerer Leine. Bin heute so stolz auf die Maus.
 
Dabei
19 Apr 2017
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#16
Upgrade...
Wir haben sehr viel trainiert. Phoebe hat toll mit gemacht. Naja.. Am Anfang eher widerspenstig, aber jetzt toll.
Kaum noch springen in die Leine, ausser wenn sie zu anderen Hunden möchte. Ziehen an der Leine auf den letzten Metern zur Haustür noch da. Fuße gehen und lockere Leine sind jetzt allgemein die Regel.
Viel Geduld und auch Aufmerksamkeit war gefordert. Es hat die Arbeit gelohnt. Der Trainer ist sehr angetan.
Fazit: Phoebe wird ruhiger, weil ich auch ruhiger geworden bin.
 

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