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Aggressiv gegen Menschen

Dabei
23 Mrz 2014
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#1
Hallo, unser 2,5 jähriger Aussie ist aggressiv gegen fremde Kinder. Die eigenen liebt er, aber Freunde der Kinder möchte er vertreiben/beißen. Die Kinder sind zwischen 8 und 18 Jahre alt, also keine Kleinkinder. Auch Spaziergänger, die an unserem Grundstück vorbei gehen, werden am Zaun massiv angebellt. Trotz vieler Einzelstunden bei echt guten Hundetrainern gibt es keine Besserung. Mittlerweile sperre ich den Hund weg, wenn Besuch kommt. Bei meinen vorherigen Hunden (Mischlinge) gab es diese Probleme nie.
Ich bin echt enttäuscht von meinem "Rassehund", mit dem ich eine Therapiehundausbildung machen wollte. Nun hat er aber ein Kind gebissen (zum Glück hatte er noch eine Beißhemmung) und damit ist das Thema erledigt.
:confused: Für mich stellt sich immer häufiger die Frage, ob ich ihm helfen kann sich zu ändern; ob ich ihn die nächsten Jahre, immer aus Angst vor einer Beißattacke seinerseits, wegsperren muss; oder ob ich ihn weggeben soll, zu Leuten, die alleine auf dem Land leben ohne viel menschlichen Kontakt. Ich bin echt verzweifelt und vertraue ihm nicht mehr.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
 

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Dabei
7 Nov 2013
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#2
Mal jetzt was anderes: Wie wird dein Hund ausgelastet?

Über die Situation an sich kann und will ich nichts sagen (muss man sich wahrscheinlich vor Ort ansehen und ich bin dafür zu unerfahren). Aber ich habe einige Aussies kennengelernt bei denen sich sehr schlechtes Verhalten durch die richtige Auslastung verbessert hat.
 
Dabei
27 Jun 2012
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#3
Hat sich das ein Trainer auch schon direkt vor Ort angeguckt? Am besten einer der Erfahrung mit solch einer Problematik hat?
Habt ihr ihn gesundheitlich schonmal komplett durchchecken lassen? So ein Verhalten kann auch krankheitsbedingt auftreten.

Direkte Tipps kann ich dir leider nicht geben. Außer den, dass das mit Thema Rassehund nichts zu tun hat. So etwas kann bei Mischlingen genau so vorkommen. Hat er denn mal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht?
Ich denke vorab den Hund bei Besuch wegsperren ist für alle Beteiligten das Beste. Eventuell so gut es geht auch auf Besuch verzichten, damit man einfach den Stress erstmal vermeidet, bis klar ist, was Sache ist.

Die Frage ob er sich ändern kann ist schwierig zu beantworten. Sicherlich wird man mit dem richtigen Training Fortschritte erreichen, aber jedes Training hat leider Grenzen.

ich drücke euch die Daumen, dass ihr das in den Griff bekommt!
 
Dabei
21 Feb 2011
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#4
Das ist natürlich schon heftig...auch, dass du deinem Hund nicht mehr vertraust. Ist aber irgendwie verständlich.
Deine Enttäuschung über einen Rassehund kann ich nicht so richtig nachvollziehen: Aussies bringen Territorialverhalten und Schutztrieb mit. Das erfährt man eigentlich schon, wenn man sich über die Rasse richtig informiert (was jetzt nicht heißen soll, du hast dich nicht informiert, vlt hast du einfach nur gedacht: wird schon nicht so schlimm werden).

Was genau habt ihr denn bisher dagegen gemacht....zb auch gegen das Bellen am Zaun?

Wenn du das Verhalten deines Hundes ändern möchtest, dann wirst auch du in deinem Verhalten ihm gegenüber was ändern müssen. Ohne eine Änderung des tägl. Trotts kann sich auch dein Hund nicht ändern.
 
Dabei
30 Dez 2011
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#5
Ich muss auch sagen, dass das Verbellen am Zaun zu erwarten war bei einem Hund mit Schutztrieb, aber selbst da kann man gegen arbeiten. Wir haben Elmo z.B. immer einmaliges Melden erlaubt, danach sollte aber Schluss sein.

Zum anderen, wenn du deinen Hund zum Therapiebegleithund hättest ausbilden wollen, wäre es dann nicht sinnvoll gewesen, ihn bereits im jungen Alter an möglichst viele freundlich gestimmte Kinder heran zu führen, damit er sie grundsätzlich positiv verknüpft? Der Aussie ist ja auch eher reserviert gegenüber Fremden, was einem die arbeit mit dem Hund im Einsatz nicht unbedingt erleichtert, so dass es gerade bei dieser Rasse wichtig ist, dass sie früh lernen mit anderen Menschen /Kindern zu arbeiten, sollte das benötigt werden.

Dann zur Situation selber, wie genau kommt es dazu, dass euer Hund fremde Kinder vertreiben/verbeißen will? Also wie genau ist die Situationsgestaltung, wie verhalten sich die Kinder/der Hund.
Du schreibst, es ist zum Glück nichts passiert, weil er ne Beißhemmung hat. Könnte es sein, dass dein Hund das Kind "erziehen" also verwarnen wollte? Ist das Kind in irgendeiner Weise zu weit gegangen? Weil für mich hört sich das weniger nach agressivem Verhalten sondern nach Warnschuss an. Aber sowas ist immer schwierig als Ferndiagnose ohne Situationsbeschreibung.
In erster Linie ist es ja deine Aufgabe als Halter eigene und fremde Kinder, sowie den Hund zu schützen, so dass Situationen mit Beißvorfällen gar nicht erst entstehen, egal wie sie gemeint worden sind.
Nun sind das alles Dinge, die im Vorfeld hätten laufen sollen und ich kann verstehen, dass du frustriert bist, weil du dir alles anders vorgestellt hast. Gut finde ich, dass du einen Hundetrainer aufgesucht hast und dich mit dem Problem auseinander setzt. Wenn die Methode des Trainers nicht unmittelbar zum Erfolg führt, kann das einmal am Zeitaspekt liegen, er kann keine Wunder über Nacht verbringen oder der Trainer ist nicht kompetent, dann müsste der Trainer gewechselt werden. Ich persönlich würde versuchen Kinder und Besuch möglichst positiv zu besetzten, was natürlich nur mit Leuten geht, die Hundesprache lesen und interpretieren können, so dass sie in der Lage sind Gefahrensituationen zu erkennen und zu entschärfen.
Was ich nicht so ganz verstehe ist, warum du den Vorfall an der Rasse fest machst. Im Standart steht Aggression als zuchtausschließendes Kriterium und das gleiche hätte dir auch mit einem Mischlingshund passieren können :confused:
 
Dabei
31 Okt 2012
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#6
Ich kann Dir diesen Artikel von Stefanie Gaden empfehlen - sämtliche Themen wie Kinder, Therapiehund, Auslastung, Schutz- und Wachinstinkt findest Du darin. Aussies sind tolle Hunde, doch man sollte genau wissen was es mit der Rasse auf sich hat. "Rassehund" heißt ja nicht dass der Hund komplett dem eigenen Lebensumstände unterordnet und somit "problemlos" ist.

http://www.hoekesaussies.de/Aussie_Artikel.pdf

Das er "sein" Grundstück bewacht, ist ja zuerstmal vollkommen der Rasse entsprechend. Du bist gefordert das in gute Bahnen zu lenken. Meine Hündin hat auch einen guten Schutz- und Wachinstinkt, doch sie vertraut mir und geht nicht nach vorne. Sie vertraut mir aber auch weil ich zB merke wenn sie mit Situationen überfordert ist - wie zB sehr laute und unruhige Kinder.

Man muss sich damit auseinandersetzen und gerade bei Beissvorfälle mit Kindern würde ich mir umbedingt einen kompetenten Trainer suchen. Vorerst würde ich den Hund auch aus der Situation führen, solange bis DU die Situation entsprechend und sicher händeln kannst.
 
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Dabei
7 Nov 2013
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#7
Den Artikel hätte ich auch fast gepostet, der ist wirklich spitze! :)

Ich hab da noch was (hab es endlich gefunden), passend zu meinem ersten Beitrag. Ich habe es von einer Homepage einer Züchterin:

http://www.australian-shepherds.de/wissenswertes/stress_beim_hund

Das ist mir direkt wieder in den Sinn gekommen, als ich den Beitrag gelesen habe. Natürlich muss "Stress" oder Über-/Unterforderung nicht die Lösung sein. Könnte aber auch eine Rolle spielen.
Oftmals sind es viele kleine Probleme - welche die großen Auslösen und festigen. (Meine Meinung natürlich nur :))

Aber wichtig ist - wie die anderen schon sagen ein kompetenter Trainer!
 
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Dabei
30 Jul 2013
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1.087
#8
Ferndiagnosen per Internet sind unmöglich. Aber für mich klingt das nach außer Kontrolle geratenem Schutztrieb. Den Artikel, den Yukiko verlinkt hat, solltest du unbedingt mal genau durchlesen, besonders den Teil mit dem Aggressionspotential.
Denn wenn ich schon "Enttäuschung durch den Rassehund" und "Therapiehund-Ausbildung" lese, klingen für mich da völlig falsche Erwartungen an die Rasse Australian Shepherd durch.

Ich werde es nie verstehen. Wenn man doch weiß, dass man einen Therapiehund ausbilden möchte, warum kauft man sich dann einen Aussie?
Sicher mag es Exemplare geben, die dazu geeignet sind, aber sie sind bestimmt nicht die Mehrheit und verkörpern in meinen Augen auch nicht mehr den typischen Aussie. Beim Aussie möchte ich nämlich eine gewisse Reserviertheit und den Schutztrieb. Natürlich müssen diese Dinge dann in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Vergiss die Therapiehunde Geschichte ganz schnell und fang an, dich auf die Rasse, die du hast, einzulassen. Such dir einen mit Aussies erfahrenen Trainer und fang nochmal bei Null an.
Wenn du deine "Enttäuschung" nicht vergessen kannst, wäre es ehrlich besser, du suchst für deinen Hund ein neues, aussie-erfahrenes Zuhause. Denn der Hund merkt ganz genau, wie du zu ihm stehst. Vllt kann dein Züchter dir da weiterhelfen oder du wendest dich an "Aussie in Not".
 

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