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"Alltagstauglichkeit"

Dabei
17 Jun 2013
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#1
Bräuchte mal eure Hilfe!

Wir planen für Herbst einen neuen Kurs in unserer Hundeschule. Wir sind zwar ein HundeSPORTverein. Da es aber bei uns kaum Leute gibt die Hundesport aktiv betreiben wollen, wollen wir nun einen Kurs anbieten für die so genannten "Familienhunde". Wir sträuben uns aber den Kurs "familienhundekurs" zu nennen da es unserer Meinen nach keinen "Familienhund" gibt. Im großen und ganzen soll die Alltagstauglichkeit trainiert werden. Um mit dem Hund in den verschiedensten Situationen richtig umgehen zu können. Auch sollen in die Verschiedensten "Sportarten" reingeschnuppert werden. Dh. Tricks, ein paar Hürden hüpfen, natürlich alles an die jeweiligen Hunde angepasst, nur um die Bindung zu stärken und den Besitztern einen kleinen Einblick zu gewähren und den Hund zu beschäfitigen.

Nun muss aber erst einemal ein Konzept erstellt werden was in dem Kurs alles enthalten werden soll. Da kommt ihr ins Spiel.

Was zählt für euch zur Alltagstauglichkeit??? Was muss der Hund können um problemlos unseren Alltag miterleben zu können?
 

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Dabei
22 Sep 2014
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#2
Ich denke, ich würde mich da an der BH-Prüfung, bzw. Vorbereitung orientieren? Vielleicht in leicht abgeschwächter Form?
 
Dabei
14 Mai 2012
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#3
ich zähle hauptsächlich die Leinenführigkeit, die Begegnung mit anderen Menschen und Hunden sowie das ruhige Verhalten in ungewohnten Situationen, aber genauso sollte der Rückruf sitzen. Wichtig fände ich auch das Gewöhnen an Auto oder Bus/Bahn
 
Dabei
17 Jun 2013
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#4
BH Kurse bieten wir ja an. Aber es soll eine wirklich erweiteter Kurs sein was Alltagstauglichkeit angeht.
wir möchten kein Perfektes Fuss verlagen, also ohne anhimmeln,...

Sicherer Rückruf
Bindungsarbeit
Leinenführigkeit
Die Grundkomandos sollten sich auf sitz, platz, stopp und weiter beschränken
Impluskontrolle
Hundebegegungen
 
Dabei
7 Nov 2013
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#5
Bei so Gruppen war es mir wichtig, dass wir auch mal den Platz verlassen haben und die Alltagstauglichkeit im Alltag probiert haben!
D.h. Spaziergang!
Wir haben mit unserer Gruppe im Sommer verschiedene Spaziergänge gemacht, auf denen man viel kennenlernen konnte.
Z.B. hat meine Trainerin Pasanten angesprochen, welche uns bei einzelnen Übungen geholfen haben!

- Hund absetzten und Hallo sagen, ohne das der Hund mitkommen darf.
- Im Bei Fuss Menschen und Hunde an zum Beispiel einer Bank passieren
- Begegnungstraining
- Bei Fuß trotz Anwesenheit mehrerer Hunde
- Abruf abgestimmt auf die verschiedenen Schwierigkeitsgrade bzw. Erziehungsgrade der Hunde (der Eine musste nur Rufen, der andere musste seinen Hund aus einer bestimmten Situation abrufen,..)
- ...

Das waren so unsere Alltagstauglichkeits-Übungen!
Ich fand so Spaziergänge so wertvoll, da die Hunde tatsächlich reagiert haben, wie sie das im Alltag tun. Am Platz ist vieles anders!
 
Dabei
17 Jun 2013
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#6
Super toll weiter so, genau das ist es was wir anbieten wollen!

Spaziergänge mal in die Stadt, falls erwünscht auch mal eine Busfahrt oder so,...
Hundebegegnungen,...
 
Dabei
15 Mai 2014
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#7
Einer unserer Trainer hatte mal so ein kleines Klappfahrrad im Auto, mit dem er dann auf einem Spaziergang um die Hunde gefahren ist. Wir haben auch mal das Abblocken von Fremdhunden, die auf einen zukommen geübt (ein Hund wurde neben einem gerufen, lief zum Besitzer, eigenen Hund hinter sich schicken, nach vorne blocken, war natürlich nicht völlig authentisch, da der Hund ja zum Besitzer lief; das Schwierige war den eigenen Hund hinter sich zu halten, wenn man nach vorne orientiert ist).
 
Dabei
9 Apr 2014
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#8
Also für mich ist es - dank einschlägiger Erfahrungen - gaaaaaaaaaaanz wichtig, dass man lernt, wie man seinen Hund in schwierigen Situationen unter Kontrolle hält. Dazu gehört z. B. das friedliche, bzw. möglichst entspannte aneinander Vorbeigehen von Menschen und Hunden sowie von Hund und Hunden (einzelne oder auch mehrere). Wir haben das sehr erfolgreich mit der sogenannten Folgearbeit gelernt.
Auch friedliche Hunde sollten das lernen, da man ja auch immer mal auf ängstliche Menschen trifft, die einfach nur froh sind, wenn der Hund einen desinteressierten Eindruck macht.

Genauso wichtig finde ich den funktionierenden Rückruf und das Bleib-Kommando (ob mit Sitz oder Platz oder ohne soll jeder selber entscheiden).

Und zu guter Letzt: Ich als Besitzer sollte lernen die Körpersprache meines Hundes zu verstehen und auch begreifen, wie der Hundeverstand tickt - so manches "Missverständnis" könnte so vermieden werden. Als Beispiel nenne ich da nur das Anspringen: von wegen, "ach der freut sich doch nur so doll"....


Ich find´s gut, dass Ihr für Euren Kurs die Alltagstauglichkeit hinterfragt. Für mich ist das wichtiger als das Erreichen von sportlichen Höhepunkten, das Tricksen oder sonstwas - dieses kann man ja nebenbei mit einbauen, aber es sollte nicht an erster Stelle stehen.
 

KON

Berliner Schnauze
Dabei
22 Mrz 2011
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#9
Ich fände Umweltsicherheit ganz wichtig. Also Leute, die plötzliche Bewegungen machen oder aus einer schlecht einsehbaren Ecke kommen, Fahrräder, Kinder, Regenschirme, etc. Was totalen Spaß macht, ist ein Nachttraining, das haben wir im Verein ab und an im Rahmen eines Sportwochenendes gemacht. Da wurde dann auf dem Platz auch nicht die komplette Flutlichtanlage angemacht und dann kamen halt so fiese Sachen, wo der Halter auch nicht wusste, was auf ihn zu kommt.

Aus einem anderen Verein kenn ich so Geländespiele, wo der Halter mit Hund Stationen absolvieren muss und Anweisungen über Zettel bekommt. Da hat man halt auch den Vorteil, dass der Halter nicht wirklich einschätzen kann, was genau auf ihn zu kommt und dementsprechend authentisch reagiert. Aber sowas ist dann schon fortgeschritten und vllt ein Highlight am Ende eines solchen Kurses.
Eine Freundin musste übrigens bei sowas mal im Dunkeln über einen Friedhof und hatte einen Angsthasen-Doberman an der Leine. Das fanden die beide gar nicht komisch ;D
 
Dabei
21 Feb 2011
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#10
Wichtig für so einen Kurs ist, dass zunächst mal die Trainer die Hunde wirklich gut lesen können und "Spannung" rausnehmen können, bevor eine Situation "eskaliert".
Den Hundbesitzern das beizubringen, in dem Rahmen, der möglich ist, wär für mich der erste Schritt in so einem Kurs. Danach die Orientierung am Menschen.
Denn niemandem ist geholfen, wenn ich den Hund mit Wurst vor der Nase, durch stressige Situationen "leite" (Bahn fahren, Kaufhaus mit vielen Menschen usw). Dabei lernen weder Hund noch Mensch.
 
Dabei
29 Dez 2012
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#11
Ich bin mit gibbs im "stadttraining" aufgrund unseres trainingsstandes in der Hundeführerschein Gruppe. Dort wird der Hund auf den Alltag in der Stadt vorbereitet. So zb auch training im eiscafe in combi mit futterverweigerung von fremden.
Du kannst ja mal bei der IG-Hundeschulen gucken, die haben den Hundeführerschein entwickelt.
 
Dabei
9 Apr 2014
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#12
Denn niemandem ist geholfen, wenn ich den Hund mit Wurst vor der Nase, durch stressige Situationen "leite" (Bahn fahren, Kaufhaus mit vielen Menschen usw). Dabei lernen weder Hund noch Mensch.
Hm, also das sehe ich etwas anders: Durch die Wurst vor der Nase erreiche ich ersteinmal eine Ablenkung von der Situation. Ich bekomme die Aufmerksamkeit meines Hundes, kann bei Agression eventuelles Fixieren unterbrechen und in wirklich brenzligen Situationen bewirke ich sogar eine Deeskalation. Hunde in Angstsituationen können mit der Wurst auch erstmal aus dem Angstbereich herausgeführt werden.
Mir ist natürlich bewusst, dass nicht jeder Hund auf die Wurst reagieren wird - es wird immer Hunde geben, die sich derart reinsteigern, dass auch das schönste Leckerchen nicht helfen wird.
Habe ich aber Glück mit der Wurst, kann ich dann anfangen zu üben, irgendwann einmal diese speziellen Sitationen auch ohne Leckerchen möglichst entspannt oder möglichst kontrolliert zu durchlaufen. Bei Miro war das der richtige Weg. Das und Geduld, Geduld, Geduld. Als wir damals mit der Folgearbeit anfingen und ich merkte, dass ich Miro´s Verhalten durchbrechen und somit schlimmeres verhindern konnte, bekam ich für mich ein wesentliches sicheres Gefühl. Ich war viel ruhiger wenn es brenzlig wurde und diese Ruhe hat sich auf Miro übertragen. Uns beiden hat es sehr geholfen.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#13
Ich geb Gundi irgendwo schon recht!
Bei uns finde ich das mit den Leckerlis auch sehr kritisch! Ich möchte meinen Hund momentan überhaupt nicht mehr so viel Loben (zumindest nicht über Futter) und kann es gar nicht leiden, wenn man dafür Schief angesehen wird!
Also wäre für mich eine ideale Hundeschule, in dem es einem offen steht ob man eher über sehr positives Bestärken arbeiten möchte, oder einen anderen Weg wählt!
Die Leute bei uns sind schon fast schockiert, wenn ich solche Situationen ohne Wurst und Käse meistern möchte, da ich einen anderen Lerneffekt anstrebe!
Das bedeutet nicht, dass hier kein Lerneffekt ist, aber ich möchte es mittlerweile einfach ein wenig anders!

[OT]Das ist nämlich auch der Grund weshalb ich in keine Hundeschule mehr gehen werde, sondern von zu Hause und privat arbeite (mit anderen Hundefreunden).[/OT]
 
Dabei
21 Feb 2011
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#14
Hm, also das sehe ich etwas anders: Durch die Wurst vor der Nase erreiche ich ersteinmal eine Ablenkung von der Situation. Ich bekomme die Aufmerksamkeit meines Hundes, kann bei Agression eventuelles Fixieren unterbrechen und in wirklich brenzligen Situationen bewirke ich sogar eine Deeskalation. Hunde in Angstsituationen können mit der Wurst auch erstmal aus dem Angstbereich herausgeführt werden.
Mir ist natürlich bewusst, dass nicht jeder Hund auf die Wurst reagieren wird - es wird immer Hunde geben, die sich derart reinsteigern, dass auch das schönste Leckerchen nicht helfen wird.
Habe ich aber Glück mit der Wurst, kann ich dann anfangen zu üben, irgendwann einmal diese speziellen Sitationen auch ohne Leckerchen möglichst entspannt oder möglichst kontrolliert zu durchlaufen. Bei Miro war das der richtige Weg. Das und Geduld, Geduld, Geduld. Als wir damals mit der Folgearbeit anfingen und ich merkte, dass ich Miro´s Verhalten durchbrechen und somit schlimmeres verhindern konnte, bekam ich für mich ein wesentliches sicheres Gefühl. Ich war viel ruhiger wenn es brenzlig wurde und diese Ruhe hat sich auf Miro übertragen. Uns beiden hat es sehr geholfen.
Zunächst mal, wenn der Hund richtig Angst hat und total unter Stress steht, wird er das Leckerli nicht nehmen. Wie ist dann der Plan B? Die meisten Leute haben nämlich gar keine andere Idee im Kopf, was sie tun würden, wenn das mit dem Lecker nicht klappt.
Wenn ich solche Situationen gezielt trainiere, ist es mir wichtig, zu merken (den Hund lesen können), wann es zuviel für ihn wird und damit kann ich ihn rechtzeitig aus der Situation herausnehmen, BEVOR er irgendein unerwünschtes Verhalten zeigt.
Denn dann kann ich ihn für sein richtiges Verhalten loben und ihn natürlich auch mit Leckerlis vollstopfen. Nicht, dass das jetzt hier jmd falsch versteht: ich lobe und bestätige meine Hunde auch mit Wurst, Käse und Co......aber sie bekommen das für das von mir gewünschte / richtige Verhalten und nicht als Ablenkung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
7 Nov 2013
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#15
[OT]Ich lobe übrigens auch ausreichend - nicht dass es falsch verstanden wird. Aber ich habe festgestellt - und nicht nur bei mir - dass richtiges loben gar nicht so einfach ist.
Zum Beispiel im Bei Fuss. Der Hund läuft perfekt, ich will ihn für richtiges Verhalten loben, er merkt es, geht einen Schritt vor, springt vll, etc.! Gar nicht immer so einfach! Und deshalb belohne ich mittlerweile einfach ein wenig anders, was nicht bedeutet weniger oder weniger intensiv.[/OT]
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#16
Für mich wäre in so einem Familienkurs auch mal wichtig, das die ganze Familie (oder wenigstens mehrere Mitglieder ) teilnehme. Lassie reagiert ganz anders wenn mehrere von der Familie dabei sind.
Biergarten, Wirtschaft oder Café Training finde ich auch wichtig.

Wir betreiben es gerade einmal wöchentlich und es gibt noch viel zu erlernen. z.B: keine Steine zu fressen, auch nicht die ganz tief in der Erde liegenden die erst ausgebuddelt werden müssen, nicht in Panik geraten wenn einer der Gruppe den Tisch verlässt und Dauer zu weinen, was Lassie in Räumen zum Beispiel nicht macht. Ein weiteres Verhalten, welches mich stört ist wenn der Hund nach 10 Minuten merkt, das es noch mehrere Leute gibt die Begrüßt werden sollten.

Bei Bekannten aufgefallen das sie nie ihren Hund irgendwo mitnehmen, da sie Angst haben das er sich aufführt. Da kommen dann so Sachen vor, das der Hund kurz Gassi geführt wird, die Familie dann ohne Hund zur Bergtour fährt, und am Abend der Hund halt nochmal kurz gehen darf.

Neben dem schon erwähnten gehört Fahrrad fahren für mich auch zur Alltagstauglichkeit. Es wäre toll wenn verschiedene Methoden mit dem Eigene Hund ausprobiert werden könnten. Es schadet auch nicht den Haltern mal zu erklären wo der Hund am Besten läuft und wie schnell, die Untergründe........
 
Dabei
17 Apr 2013
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#17
Also wir haben hier in Wien die Hundeschule Hundefragen. Die üben recht gezielt eben alles andere als Unterordnung. Man läuft einen Parcour wo auch mal Leckerlie versteckt sind und lernt so den Hund aktiv auf einen zu konzentrieren und an Futter am Boden vorbeizugehen. Wie man umgeht wenn doch mal das Futter spannender ist. Dazwischen wird auch mal ein Hund durch die Gruppe abgerufen oder es fährt einer mit Fahrrad, Koffer oder sonst wie komisch durch die Gruppe. Es wird ein Ballgeschossen während man den Hund abruft oder mit ihm arbeitet etc. Diese Dinge werden natürlich langsam aufgebaut, und aufs Hund Mensch Team angepasst. Wenn einer mit dem Hund schon nichtmal aufmerksam in der Gruppe arbeiten kann fliegt natürlich kein Ball. Sondern dann wird vom Trainer darauf eingegangen und der Abstand zu den anderen Hunden erhöht und dem Mensch gezeigt wie man hier die Aufmerksamkeit des Hundes bekommt. Da ist es aber wie Gundi sagt, sehr wichtig das der Trainer die Hunde und Menschen gut lesen kann. Auf feine Anzeichen reagiert wann es zuviel Ablenkung oder Frust ist für Hund und Mensch ;) Sie arbeiten viel mit leckerlie, der Trainer meint aber auch immer er will sie nicht als Ablenkung sehen. Es soll die superbelohnung am Ende sein, wenn sich der Hund zum Bsp aus einer schwierigen Sitution einfach auf den Besitzer konzentriert und sich auf ihn verlässt.
Also ich finde diese Übungen jedenfalls sehr spannend, es ist da aber wirklcih wichtig ein gutes Trainer Team zu haben.
 
Dabei
9 Apr 2014
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#18
Zunächst mal, wenn der Hund richtig Angst hat und total unter Stress steht, wird er das Leckerli nicht nehmen. Wie ist dann der Plan B? Die meisten Leute haben nämlich gar keine andere Idee im Kopf, was sie tun würden, wenn das mit dem Lecker nicht klappt.
Wenn ich solche Situationen gezielt trainiere, ist es mir wichtig, zu merken (den Hund lesen können), wann es zuviel für ihn wird und damit kann ich ihn rechtzeitig aus der Situation herausnehmen, BEVOR er irgendein unerwünschtes Verhalten zeigt.
Denn dann kann ich ihn für sein richtiges Verhalten loben und ihn natürlich auch mit Leckerlis vollstopfen. Nicht, dass das jetzt hier jmd falsch versteht: ich lobe und bestätige meine Hunde auch mit Wurst, Käse und Co......aber sie bekommen das für das von mir gewünschte / richtige Verhalten und nicht als Ablenkung.
Gundi, dass es Hunde gibt, die unter Angst und Stress kein Leckerchen nehmen, habe ich ja auch erwähnt. Und um da Plan B zu haben, bzw. zu entwickeln, finde ich es ja auch immens wichtig den Hund lesen zu lernen (gehört für mich ja auch zur Alltagstauglichkeit, s.o.). Ich wünschte mir so sehr, dass das allen Hundebesitzern wichtig wäre und dass jeder eine HuSchu finden möge, in der dieses Wissen vermittelt wird.
In punkto Wurst vor der Nase möchte ich mich etwas näher erklären:
Wir haben recht schnell erkannt, dass Miro Angstagressionen gegenüber Menschen zeigte und haben immer wieder Situationen erlebt, die urplötzlich da waren - z. B. jemand kam aus einem Seitenweg heraus, war also ganz plötzlich vor oder neben uns oder ein Jogger (auf leisen Sohlen und ohne sich bemerkbar zu machen:mad:) überholte uns wie aus dem Nichts. Auch Begegnungen wo es eng ist oder im Dunkeln, liegen ihm gar nicht. Ich habe damals die ersten Schritte mit Ablenkung durch Leckerchen gemacht, da er total verfressen ist. Ich habe ihn unter Ablenkung durch die Situation geführt und war einfach nur froh, es hinter mir zu haben. Glaub´mir, bevor Du riskierst, dass Dein Hund den nächst besten Menschen anfällt (auch mit Maulkorb kein netter Gedanke), und das hat er mehrmals versucht, greifst Du zu kleinen Hilfsmitteln. Mit der Zeit habe ich dann angefangen, die für ihn brenzligen Situationen mit Hilfe von Freunden extra herbeizuführen. Er hat irgendwann gelernt, dass er mir vertrauen kann und ich habe gelernt, ihn zu lesen und zu sehen, wann es für ihn bedrohlich wird. Jetzt nutze ich die Folgearbeit gar nicht mehr, es ist einfach nicht mehr nötig. Ich gehe draussen sehr vorrausschauend und immer mit Blick auf meinen Hund. Es ist eine Freude zu sehen, wie entspannt er mittlerweile durch die Gegend läuft:). Vor uneinsehbaren Wegen/Kreuzungen muss er an die Leine und geht wirklich relaxt neben mir. Plötzlich auftauchende Menschen werden registriert, aber nicht mehr als Gefahr wahrgenommen.

Ich sehe die Ablenkung mit Leckerchen also eher als erstes Hilfsmittel auf einem langen Weg der Erziehung...
 

KON

Berliner Schnauze
Dabei
22 Mrz 2011
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#19
Man kann Hunde ja leider nicht aus jeder Situation herausnehmen, weil man nicht immer die Macht darüber hat. Sowas muss dann mit den Haltern auch trainiert werden, damit sie selbstständig Lösungswege finden können. Und wenn es halt ist, dass man testet, womit man seinen Hund runterfährt, ablenkt, fokussiert, auflockert, anführt, ihm Sicherheit gibt, usw.

Bei meinem haben die Leckerli bewirkt, dass er bei Hundesichtung nicht immer gleich so ausgeflippt ist. Quietschen und Meckern tut er immer noch gern, aber mit Leckerli-Ablenkung hat er gelernt sich zusammen zu reißen. Natürlich nicht nur, in dem ich ihn gleich vollgestopft habe, aber nach kurzer Zeit war eine Erwartungshaltung da und ich konnte die Belohnung immer weiter rauszögern. Für uns war die Ablenkung auf jeden Fall eine Variante, mit der man das überschäumende Temperament erstmal ein wenig runterkochen konnte.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#20
Ich denke, hier geht es darum, einen Kurs für Alltagstauglichkeit aufzubauen....und nicht um reale Situationen?
Also um Training....und warum soll ich mit Wurst vor der Nase in einer Stunde mit Trainer Alltagstauglichkeit trainieren?

Wenn die Wurst vor der Nase hilft...why not? Eine gute Methode ist eine, die wirkt und hilft. Jeder wie er mag....und um so Stresssituationen geht es hier ja nicht.
Ich habe einfach nur meine Bedenken geschrieben....nicht mehr und nicht weniger.
Arbeite ich mit Leckerli oder Spieli als Ablenkung, lasse ich dem Hund IMMER die Wahl. Er kann sich dafür oder dagegen entscheiden. Entscheidet er sich dagegen, sind viele Leute ganz schnell ganz hilflos. Ein weiteres Risiko dieser Methode: Leckerli und Spieli können die Sache auch verschlimmern....je nachdem, woran ich arbeite (zb ein Leinenpöbler, der ruhig an anderen Hunden vorbei soll. Für mich auch Alltagstauglichkeit). Wenn der dann meint, Leckerli oder Spieli auch noch verteidigen zu müssen, geht der Schuss nach hinten los.

Und da es hier ja ums Training für die Alltagstauglichkeit geht, habe ich doch die Möglichkeiten, Situationen nachzustellen, zu schauen, wie reagieren die Hunde usw. Da muss ich doch den Hund nicht mit Lecker vor der Nase ablenken. :confused:
 
Dabei
7 Jan 2014
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#21
Eigentlich sollte das Leckerchen eine Belohnung und kein Lockmittel sein. Ich gebe allen recht die eine hohe Belohnungsrate in kritischen Situationen einsetzen. Wenn ich es schaffe,den Hund aus einer Stresssituation heraus zu bekommen in dem er auf meine Ansprache sich vom Lieblingsfeid abwendet weil er ein Leckerchen erwartet,
finde ich das einen guten Ansatz. Aufpassen muss man allerdings wirklich den Hund nicht für's Pöbel zu belohnen oder gar mit der Wurst vor der Nase zu bitten doch auf zu hören.
 
Dabei
7 Jan 2014
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#23
Ich mache übrigens in unserem Verein die Flegelgruppe. Alltagstauglichkeit ist bei uns ein wichtiges Thema. Manche Hunde sind sehr aufgeregt in der Gruppe,gerade die in dem betreffenden Alter. Da kann eine,anfangs, hohe Belohnungsrate hilfreich sein. Keiner muss so seinen Hund bestätigen,aber man darf. Aber Bestätigung für richtiges Verhalten finde ich sehr wichtig. In welcher Form ist eigentlich egal.
zu der Ausgangsfrage: wir haben eine Übung die immer recht gut ankommt. Wir stellen einen Parcour mit verschiedenen Stationen an denen die Teilnehmer irgend was ausführen müssen. Z.B. sich auf einen Stuhl setzen usw. Zur Steigerung müssen die HF dann einen Schirm,aufgespannt, oder einen Einkaufskorb mitführen.
 

Mato

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Dabei
25 Aug 2013
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#24
Es ist ja schon viel genannt worden, was auch bei uns vor kommt im "Alltagstraining" in der Huschu.

Wir üben noch in kleinen Gruppen, am Einkaufswagen laufen, zwischen den parkenden und fahrenden Autos usw auf dem Bauhausparkplatz. Bei uns dürfen Hunde auch ins Bauhaus und dort dürfen sie dann zwischen den Regalen auch mal ihren Futterbeutel suchen, gerade weil dort viel los ist, stark halt, irgendwo immer was poltert, viele von den schreckhaften Hunden, lernen durchaus sich in solch einer Umgebung auch auf was anderes zu konzentrieren und mit der Zeit nimmt ihnen das die Sensibilität für Geräusche und hektische Bewegungen.
Wir haben eine kleine ängstliche Podenca dabei, die schaut immer Bissl auch was Mato macht, der bei sowas ja komplett unerschrocken ist, und durch die Sicherheit der andern Hunde bleibt sie auch für ihre Besitzerin gut ansprechbar. Jetzt nach einiger Zeit, klappt das auch allein immer besser. Sie scheint also auch mit andern und von andern Hunden zu lernen und daraus auch für sich selbst sicherer zu werden. Find ich spannend.
 
Dabei
5 Sep 2014
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#26
Wir machen im Junghundekurs auch teilweise "Alltagstauglichkeit", das deckt sich mit den meisten Sachen die oben schon genannt wurden.
Für mich gehört dazu grob zusammengefasst:
- Spaziergänge in der Stadt/Dorf inkl. Einkaufspassagen, Baustellen etc.
- Begegnungen mit anderen Hunden / Spaziergängern / Velo / Kinder / Skateboarder etc.
- öffentlicher Verkehr (gewöhnung und wie hat sich Hundi & HF dort zu verhalten)
- Restaurants und z.B. Einkaufshäuser (gewöhnung und wie hat sich Hundi & HF dort zu verhalten)
- Körpersprache lesen & Problemlösung: also den eigenen Hund besser "lesen" können und aufzeigen wie man reagiert wenn der Hund mal nicht "locker" mit der Situation umgehen kann
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#27
Also erstmal, ich finde es toll und trainiere mit Lassie ja selber Alltagstauglichkeit.

Heute Nacht habe ich aber mal überlegt, wann ich als Kind Alltagstauglichkeit mit unserem Hund geübt habe. "Training " in diesem Sinne gab es nicht, ich habe ihn überall mitgenommen und von ihm erwartet, das er sich benimmt. Das erstaunlichste ist daran, das der Hund sich benommen hat, obwohl er die Situationen gar nicht kannte.
Ich frage mich, das ganze ist ja 40 Jahre her, was hat sich so verändert, das wir Hunde so gezielt trainieren müssen.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#28
[OT]
Also erstmal, ich finde es toll und trainiere mit Lassie ja selber Alltagstauglichkeit.

Heute Nacht habe ich aber mal überlegt, wann ich als Kind Alltagstauglichkeit mit unserem Hund geübt habe. "Training " in diesem Sinne gab es nicht, ich habe ihn überall mitgenommen und von ihm erwartet, das er sich benimmt. Das erstaunlichste ist daran, das der Hund sich benommen hat, obwohl er die Situationen gar nicht kannte.
Ich frage mich, das ganze ist ja 40 Jahre her, was hat sich so verändert, das wir Hunde so gezielt trainieren müssen.
Gute Frage.....ich denke, wir müssen nicht die Hunde trainieren, sondern die Menschen.
Früher hat man die Hunde mitgenommen und sich nichts dabei gedacht, es war einfach selbstverständlich, dass es klappt. Wenn der Hund sich daneben benommen hat, gabs ein auf die Mütze und der Kessel war geflickt.
Heute hört kaum noch jemand auf sein Bauchgefühl, man macht sich einen Kopf, ob alles gut geht, ist selbst total unsicher: was mache ich, wenn mein Hund nicht so will wie ich usw. Das merkt der Hund doch. Zudem muss man immer alles bis in kleinste Detail analysieren, einfach mal eine Ansage machen geht nicht, wenn man nicht weiß, warum der Hund nicht will wie man selbst.
Unsere Ansprüche an den Hund haben sich sehr verändert.....nicht immer zum Besseren.[/OT]
 

Nine

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Dabei
18 Sep 2012
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#29
[OT]Ich mache es heut noch so (allerdings ohne den Hund eine drauf zu geben) ... Da wird nichts 1000x angeklickert... "Liebe Brücke, brave Brücke, toll Brücke" :rolleyes:
Ich gehe einfach. Genauso in den Bus, in den Zug über diese Lüftungsgitter oder Treppen, Aufzüge. Auf Schiffe, in Boote........
Und bisher hat noch kein Hund davor gestoppt bzw sich geziert. Es ist für mich normal und mache mir keine Gedanken, darum sind meine Hunde auch immer gleich mitgekommen.[/OT]
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#30
Ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner an.
Folglich sollte der Ansatz bei einem Alltagstrainingskurs hauptsächlich auf die Halter eingehen. Also wie kann ich Sicherheit vermitteln. Wie gut "funktionieren" muss ein Hund in neuen Situationen. Natürlich soll ein Hund auch alle Dinge, wie Fahrrad, Bus Aufzug..... kennen lernen.
Wir haben dies auch in einer Gruppe "geübt". Allerdings hatte ich da Schwierigkeiten. Lassie war noch überfordert mit der Situation so viele Hunde (ca. 6), und ging nicht an der lockeren Leine (sonst aber auch nicht unbedingt), hatte aber keine Probleme mit dem Aufzug oder dem vorbeifahrenden Zug. ...Da der Schwerpunkt auf Stadttraining lag haben wir dieses aber gelobt, belohnt.... . Im Nachhinein hab ich mich aber schon gefragt warum der selbe Hund 3 Wochen vorher in der Großstadt alles ganz ruhig und ohne Probleme gemeistert hat.
 

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