Hallo liebe Foris,
auch wenn ich keine Aussie habe möchte ich euch gerne ein bisschen an unserem Training teilhaben lassen und vlt. auch hier und da eine Tip abgreifen wie ich manches Problem angehen könnte.
Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit Yoshi, wir hatten die entspannteste Welpenzeit die man sich vorstellen kann. Wir mussten ihm nicht abgewöhnen hochzuspringen und auch Beisshemmung war kein großes Thema.
Klar testet er immer wieder mal ob alle Regeln noch gelten aber da wir da sehr konsequent sind bleibt es bei halbherzigen Versuchen.
Unser Erziehungsfocus liegt vor allem auf Ruhe, Ruhe und Impulskontrolle unterbrochen von Spaziergängen, Unterordnungsübungen und ein bisschen Tricksen. Er lernt wahnsinnig schnell und ist ein wirklich toller Begleiter.
Sechs Stunden am Tag ist er mit mir im Büro, hat viel Kundenkontakt und verhält sich sehr gut.
Aber kein Junghund ist ohne Baustellen und hier würde ich mich über Input der erfahreneren Halter von hoch intelligenten Hunden sehr freuen. Wir haben nun schon zwei Trainer "verschlissen" die uns mit "ihrer" Methode nicht weiter bringen. Bevor ich nun einen dritten suche der mir sagt was ich schon weis würde ich gerne eure Meinungen hören
.
Was sind unsere Baustellen? Natürlich alles was sich dynamisch bewegt.
Ich bin auf den Spaziergängen natürlich sehr bedacht das ich immer alles zuerst sehe und bisher gab es auch nur einen einzigen "Zwischenfall", in völlig unwegsamen Gelände, mitten im Wald kam von Hinten ein Mountainbiker angebrettert, es war am Hang, er schoss an mir vorbei, ich hatte zwar gerufen aber keine Chance...Yoshi ist hinterher. Er war noch wenigen Augenblicken zurück hat aber natürlich abgespeichert was das für ein Spaß war. Großwild (Rehe, Pferde, Rinder usw) sind kein Problem, da schaut er nur hat aber kein Interesse...Kleinwild (Kaninchen und Katzen) sind schon eher kritisch aber nur wenn sie wegrennen.
Nach dem Vorfall mit dem Radler war er einige Zeit kaum ansprechbar wenn Radler zu sehen waren. Das hab ich schnell in den Griff bekommen und nun hört er mir in 95% der Sichtungen zu.
Ich trainiere auf Trainerrat nun mit Schleppleine am Radweg (ist ungefährlich weil wir uns nur auf der Wiese daneben bewegen)...die Zielsetzung ist das er sich bei Radlersichtung am Wegrand ablegen lässt und so keine Gefahr darstellt. Hetzen ist natürlich ein NoGo.
Trainer Nr. 1 machte mit uns folgende Übung zum Jagdabbruch:
Hund an die Schlepp - Bällchen werfen - Rückruf - Hört er nicht begrenzt ihn die Schlepp.
Yoshi brauchte nur einen Versuch um dann einfach nicht mehr loszurennen solange die Leine dran ist. Selbiges am Radfahrer, kein Interesse wenn er die Schlepp trägt.
Trainer Nr. 2 setzt auch auf Schlepp...aber anders, eben nur als "Sicherung":
Radler kommt - Hund ins Platz - Radler abwarten - auflösen in einem Beutespiel (um quasi das Verhalten nicht nur zu deckeln sondern ihm eine alternative zu geben)
Ziel der Übung sollte sein das er sich irgendwann schon bei Sichtung eines bewegten Objektes in Erwartung auf ein Spiel zu mir umorientiert.
Was sind unsere Probleme?
1. Er mag kein Geschirr, das muss er an der Schlepp aber tragen … das stört seine Konzentration. Ein positiver Aufbau des Geschirrs wird seit seiner 10. Lebenswoche gemacht. Wir sind soweit das er nicht mehr wegläuft wenn er es tragen soll aber er zeigt deutliches Meideverhalten. Verschiedene Modelle wurden ausprobiert nun hat er ein annyx, das einzige mit dem er überhaupt läuft ohne sich ständig hinzuwerfen.
2. Er lässt sich an der Schlepp nicht gut motivieren. Das lustige Beutespiel ist eher ein halbherziges hinter dem Bringsel herschlurfen...wenn die Schlepp nicht dran ist ist das Teil das Größte für ihn. Der Aufbau der erwünschten Verhaltenskette ist also dadurch gestört das er einfach keinen Spaß hat.
3. An der Schlepp ist alles kein Thema...der absolute Vorzeigehund. Trainer Nr. 2 erklärte das Problem bereits für beendet und will ohne Schlepp arbeiten. Ich weigere mich weil ich diesen Hund kenne, ein Jagdabbruch ohne Schlepp ist noch nicht möglich.
4. Ich und die Schlepp. Ich komm nicht gut zurecht und mache dadurch auch Fehler. Heute bin ich gestolpert und draufgetrampelt. Eine grundlos Sanktion für den Hund der dann noch misstrauischer neben mir hertrottete. Ist eben kein stumpfer Labrador der solche Schnitzer vezeiht. Wir kommen also beide nicht gut klar.
Ich bin nun wie verrückt am Lesen von verschiedenen Methoden des Antijagdtrainings und frage mich zunehmend ob das für so schlaue Hunde überhaupt geeignet ist. Schlepp ist jedenfalls nicht unser Weg. Mit Hundeschulen schaut es hier leider auch nicht so bambastisch aus...ich hab das Gefühl die sind mit Hütern ziemlich überfordert.
Andere Schapu-Halter raten zu "drastischer" Strafe...Wurfketten, Sprühhalsband, Rappeldosen und gestellte Situationen mit "sich wehrenden" Radfahrern.
Ich bin durchaus gewillt meinem Hund eine klare Ansage zu machen aber nur wenn ich es auch wirklich immer durchsetzen kann. Das funktioniert mit dieser Art der Sanktion in der Regel nicht und darum bin ich da sehr skeptisch. Er ist kein Hund der bei einer Rappeldose in die Knie geht, da müsste ich ihn schon treffen damit ihn das beeindruckt und das schaffe ich vermutlich nicht mal in einer gestellten Situation.
Außerdem bin ich überzeugt das ein Hund der die Schleppleine so gut einschätzen kann auch schnell raus hat das mein Wurfradius begrenzt ist.
Freilauf unter gemäßigter Ablenkung ist in Wald und Feld absolut unproblematisch, er sucht auch (noch) nicht aktiv nach Hetzobjekten, hält einen 10-20 m Radius, sichert sich stetig mit Blick zu uns ab. Wirklich schönes Laufen mit ihm. Auch Rückruf an Passanten und anderen Hunden klappt bisher tadellos wobei er bei Hunden nun schon (pubertätsbedingt) ein wenig länger überlegt. Bei Joggern entscheidet die Geschwindigkeit und wie schnell ich sie sehe wie interessant sie für ihn sind. Dort kann ich ihn aber umlenken indem ich in die andere Richtung davonlaufe.
Für mich ist es das Schlimmste das mein Hund andere Menschen "belästigt", das müssen wir dringend abstellen. Aber da kommt erschwerend hinzu das er jeden toll findet, alle Menschen sind toll und streicheln bestimmt wenn der Hund nur niedlich guckt. Er ist dabei zwar nett und unaufdringlich, verträgt es aber schlecht wenn Leute Angst haben und hektisch werden. Dann ist er irritiert und wufft...was die Leute noch hektischer macht...usw.
Ich denke aber das sich das mit zunehmender Reife geben wird.
Ich freu mich auf ein bisschen Brainstorming zu unserem Problem und bin sehr gespannt wie ihr das so angeht.
lg
auch wenn ich keine Aussie habe möchte ich euch gerne ein bisschen an unserem Training teilhaben lassen und vlt. auch hier und da eine Tip abgreifen wie ich manches Problem angehen könnte.
Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit Yoshi, wir hatten die entspannteste Welpenzeit die man sich vorstellen kann. Wir mussten ihm nicht abgewöhnen hochzuspringen und auch Beisshemmung war kein großes Thema.
Klar testet er immer wieder mal ob alle Regeln noch gelten aber da wir da sehr konsequent sind bleibt es bei halbherzigen Versuchen.
Unser Erziehungsfocus liegt vor allem auf Ruhe, Ruhe und Impulskontrolle unterbrochen von Spaziergängen, Unterordnungsübungen und ein bisschen Tricksen. Er lernt wahnsinnig schnell und ist ein wirklich toller Begleiter.
Sechs Stunden am Tag ist er mit mir im Büro, hat viel Kundenkontakt und verhält sich sehr gut.
Aber kein Junghund ist ohne Baustellen und hier würde ich mich über Input der erfahreneren Halter von hoch intelligenten Hunden sehr freuen. Wir haben nun schon zwei Trainer "verschlissen" die uns mit "ihrer" Methode nicht weiter bringen. Bevor ich nun einen dritten suche der mir sagt was ich schon weis würde ich gerne eure Meinungen hören
Was sind unsere Baustellen? Natürlich alles was sich dynamisch bewegt.
Ich bin auf den Spaziergängen natürlich sehr bedacht das ich immer alles zuerst sehe und bisher gab es auch nur einen einzigen "Zwischenfall", in völlig unwegsamen Gelände, mitten im Wald kam von Hinten ein Mountainbiker angebrettert, es war am Hang, er schoss an mir vorbei, ich hatte zwar gerufen aber keine Chance...Yoshi ist hinterher. Er war noch wenigen Augenblicken zurück hat aber natürlich abgespeichert was das für ein Spaß war. Großwild (Rehe, Pferde, Rinder usw) sind kein Problem, da schaut er nur hat aber kein Interesse...Kleinwild (Kaninchen und Katzen) sind schon eher kritisch aber nur wenn sie wegrennen.
Nach dem Vorfall mit dem Radler war er einige Zeit kaum ansprechbar wenn Radler zu sehen waren. Das hab ich schnell in den Griff bekommen und nun hört er mir in 95% der Sichtungen zu.
Ich trainiere auf Trainerrat nun mit Schleppleine am Radweg (ist ungefährlich weil wir uns nur auf der Wiese daneben bewegen)...die Zielsetzung ist das er sich bei Radlersichtung am Wegrand ablegen lässt und so keine Gefahr darstellt. Hetzen ist natürlich ein NoGo.
Trainer Nr. 1 machte mit uns folgende Übung zum Jagdabbruch:
Hund an die Schlepp - Bällchen werfen - Rückruf - Hört er nicht begrenzt ihn die Schlepp.
Yoshi brauchte nur einen Versuch um dann einfach nicht mehr loszurennen solange die Leine dran ist. Selbiges am Radfahrer, kein Interesse wenn er die Schlepp trägt.
Trainer Nr. 2 setzt auch auf Schlepp...aber anders, eben nur als "Sicherung":
Radler kommt - Hund ins Platz - Radler abwarten - auflösen in einem Beutespiel (um quasi das Verhalten nicht nur zu deckeln sondern ihm eine alternative zu geben)
Ziel der Übung sollte sein das er sich irgendwann schon bei Sichtung eines bewegten Objektes in Erwartung auf ein Spiel zu mir umorientiert.
Was sind unsere Probleme?
1. Er mag kein Geschirr, das muss er an der Schlepp aber tragen … das stört seine Konzentration. Ein positiver Aufbau des Geschirrs wird seit seiner 10. Lebenswoche gemacht. Wir sind soweit das er nicht mehr wegläuft wenn er es tragen soll aber er zeigt deutliches Meideverhalten. Verschiedene Modelle wurden ausprobiert nun hat er ein annyx, das einzige mit dem er überhaupt läuft ohne sich ständig hinzuwerfen.
2. Er lässt sich an der Schlepp nicht gut motivieren. Das lustige Beutespiel ist eher ein halbherziges hinter dem Bringsel herschlurfen...wenn die Schlepp nicht dran ist ist das Teil das Größte für ihn. Der Aufbau der erwünschten Verhaltenskette ist also dadurch gestört das er einfach keinen Spaß hat.
3. An der Schlepp ist alles kein Thema...der absolute Vorzeigehund. Trainer Nr. 2 erklärte das Problem bereits für beendet und will ohne Schlepp arbeiten. Ich weigere mich weil ich diesen Hund kenne, ein Jagdabbruch ohne Schlepp ist noch nicht möglich.
4. Ich und die Schlepp. Ich komm nicht gut zurecht und mache dadurch auch Fehler. Heute bin ich gestolpert und draufgetrampelt. Eine grundlos Sanktion für den Hund der dann noch misstrauischer neben mir hertrottete. Ist eben kein stumpfer Labrador der solche Schnitzer vezeiht. Wir kommen also beide nicht gut klar.
Ich bin nun wie verrückt am Lesen von verschiedenen Methoden des Antijagdtrainings und frage mich zunehmend ob das für so schlaue Hunde überhaupt geeignet ist. Schlepp ist jedenfalls nicht unser Weg. Mit Hundeschulen schaut es hier leider auch nicht so bambastisch aus...ich hab das Gefühl die sind mit Hütern ziemlich überfordert.
Andere Schapu-Halter raten zu "drastischer" Strafe...Wurfketten, Sprühhalsband, Rappeldosen und gestellte Situationen mit "sich wehrenden" Radfahrern.
Ich bin durchaus gewillt meinem Hund eine klare Ansage zu machen aber nur wenn ich es auch wirklich immer durchsetzen kann. Das funktioniert mit dieser Art der Sanktion in der Regel nicht und darum bin ich da sehr skeptisch. Er ist kein Hund der bei einer Rappeldose in die Knie geht, da müsste ich ihn schon treffen damit ihn das beeindruckt und das schaffe ich vermutlich nicht mal in einer gestellten Situation.
Außerdem bin ich überzeugt das ein Hund der die Schleppleine so gut einschätzen kann auch schnell raus hat das mein Wurfradius begrenzt ist.
Freilauf unter gemäßigter Ablenkung ist in Wald und Feld absolut unproblematisch, er sucht auch (noch) nicht aktiv nach Hetzobjekten, hält einen 10-20 m Radius, sichert sich stetig mit Blick zu uns ab. Wirklich schönes Laufen mit ihm. Auch Rückruf an Passanten und anderen Hunden klappt bisher tadellos wobei er bei Hunden nun schon (pubertätsbedingt) ein wenig länger überlegt. Bei Joggern entscheidet die Geschwindigkeit und wie schnell ich sie sehe wie interessant sie für ihn sind. Dort kann ich ihn aber umlenken indem ich in die andere Richtung davonlaufe.
Für mich ist es das Schlimmste das mein Hund andere Menschen "belästigt", das müssen wir dringend abstellen. Aber da kommt erschwerend hinzu das er jeden toll findet, alle Menschen sind toll und streicheln bestimmt wenn der Hund nur niedlich guckt. Er ist dabei zwar nett und unaufdringlich, verträgt es aber schlecht wenn Leute Angst haben und hektisch werden. Dann ist er irritiert und wufft...was die Leute noch hektischer macht...usw.
Ich denke aber das sich das mit zunehmender Reife geben wird.
Ich freu mich auf ein bisschen Brainstorming zu unserem Problem und bin sehr gespannt wie ihr das so angeht.
lg
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