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Autismus beim Hund?

Dabei
7 Okt 2014
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#1
Gibt es das?
Im Netz finde ich sehr widersprüchliche Meinungen dazu bzw heißt es, dass es nachgewiesen keinen angeborenen Autismus bei Hunden gibt, aber einen "erlernten".

Ich komme drauf, weil ich seit einiger Zeit einmal die Woche in einem Privathaushalt mit Hund arbeite, einer belgische Schäferhündin.
Von Anfang an habe ich die Hündin bloß draußen im Garten liegend gesehen (sie lebt aber mit im Haus und muss nicht draußen sein!), da starrt sie vor sich hin und zeigt kein Interesse an der Umwelt.
Egal, wer durch den Garten läuft (die Halterin, der Postbote, völlig Fremde, ich...), sie dreht den Kopf weg und starrt woanders hin.
Auch ist sie extrem ängstlich, wirkt total in sich gekehrt und gibt nie einen Mucks von sich.

Die Halterin ist nicht sonderlich gesprächig , bisher konnte ich nur erfahren, dass sie den Hund erst seit letztem Jahr hat und er wohl eine Behinderung hat, was für eine, hat sie mir nicht gesagt.
Und da ich sie kaum kenne, wollte ich sie auch nicht ausquetschen.
Sie ist sehr lieb zu der Hündin und nimmt viel Rücksicht, füttert sie, indem sie den Napf am Schoß hält und rennt ihr immer mit Wasser hinterher , weil sie sonst wohl kaum trinkt.

Heute war ich wieder da und die Frau war krank und hat mich gebeten, mit der Hündin spazieren zu gehen.
Ich habe mir genaue Anweisungen geben lassen und bin dann mit ihr los.
Erst war sie sehr unsicher, da sie mich nicht kannte , was ich noch als normal empfand.
Sie geht aber irgendwie seltsam, irgendwie ständig auf angespannt, die Rute ganz weit unten, Ohren aber immer nach hinten.
Und, das fand ich echt erschreckend, sie guckt einen NIE an.
Also kein Wegschauen, sie guckt nicht mal im Ansatz ins Gesicht, immer starr nach vorne.

Sie beherrscht einen perfekten Rückruf, Grundkommandos, hat einen Radius von höchstens fünf Metern, kommt immer wieder zu einem ins Vorsitz und starrt dabei nach vorn.
Ihre Bewegungen sind seltsam mechanisch und ruckartig , es wirkt, als hätte sie alles gelernt, aber es kommt nicht von innen...Ich kann es schlecht beschreiben.
Sie agiert wie ein Automat.
Schnuppert nicht, guckt sich nicht um, geht einfach immer weiter, bleibt man stehen, dreht sie sich ruckartig um und kommt ins Vorsitz.
Wenn sie Angst hat, kommt sie sofort zu einem, drückt nah ans Bein , zittert, aber nicht so als wäre es instinktiv, sondern als hätte man ihr das beigebracht.

Am Bach geht sie auf Kommando trinken, aber das wirkt ebenfalls, als wäre es erlernt, nicht weil sie Durst hätte.

In über einer Stunde hatte ich ganze zwei Mal das Gefühl, als ginge in ihrem Kopf ein Licht an .
Beim ersten Mal auf halber Strecke.
Da blieb sie ganz plötzlich stehen (war bis dato noch sehr unsicher mit mir), starrte ins Nichts, freute sich plötzlich wie bekloppt und nahm meinen Arm ins Maul und sprang mich an (Kopf aber weiterhin weggedreht).
Dann raste sie drei Runden im Kreis wie ein Welpe und nahm dann wieder meinen Arm ganz vorsichtig mit Spielknurren :confused:

Ab dann lief es etwas besser, sie wirkte entspannter, aber trotzdem weit weg und nicht auf der Erde.
Später habe ich es nochmal provoziert, mich auf den Boden gehockt, sie gestreichelt und sie mit hoher Stimme angesprochen und sofort ging sie in Spielstellung, nahm wieder meinen Arm und wedelte.
Sie hat mich sogar kurz geknabbert...An der Hand und am Hals (okay, war vermutlich etwas lebensmüde von mir bei einem Hund, den ich überhaupt nicht einschätzen kann).
Das war total schön, weil sie da einfach kurz Hund war und nicht weggebeamt.

Wieder Zuhause ging sie an ihre bevorzugte Stelle im Garten und das Licht im Kopf war aus von einer Sekunde auf die andere.
Sie war nicht mehr ansprechbar und starrte wieder nur noch in die Luft.

Ich habe die Besitzerin gefragt, warum der Hund einen so gar nicht anschaut, aber die findet das nicht mal ungewöhnlich (es scheint ihr erster Hund zu sein) und was sie überhaupt nicht fassen konnte war , dass die Hündin mit mir gespielt hat.
Das würde sie nicht kennen von ihr, die würde nie spielen, seit sie sie übernommen hätte sei sie eigentlich nur ruhig, ängstlich und irgendwie unterwürfig.
Vor anderen Hunden hat sie wohl wahnsinnige Angst, meidet sie allesamt.

Ich werde natürlich zukünftig weiter nachhaken, woher der Hund ursprünglich kommt, ob aus dem Tierheim, Ausland oder schlechter Haltung.
Aber ich frage mich seit heute Morgen die ganze Zeit, ob mit "Behinderung" vielleicht wirklich Autismus gemeint war, oder ob etwas anderes solches Verhalten auslösen kann (Schläge in der Vergangenheit kamen mir noch in den Sinn, totale Isolation oder sogar irgendeine ganz komische Form der "Ausbildung" früher...Wegen des prompten Vorsitzes, wenn man stehen bleibt...). :confused:
 

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Dabei
12 Feb 2008
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#2
Ich denke, ja es gibt Autismus beim Hund.
Ich kenne auch einen Border Collie, der etwas in seiner Welt lebt. Allerdings hat der die ersten 3 Monate seines Lebens im Tierheim verbracht.
Silvia Trkman hat auch was über ihre Hündin geschrieben, dass sie autistisch veranlagt war http://silvia.trkman.net/Bu.htm
 
Dabei
31 Jan 2015
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#3
Beim Lesen habe ich irgendwie direkt an Depressionen gedacht und es mal gegooglet. Das hier habe ich gefunden:
"Das allgemeine Wohlbefinden eines Hundes hängt offensichtlich genauso vom ausgewogenen Auf und Ab des Alltags ab wie beim Menschen. Bleiben Höhepunkte, Erfolgserlebnisse oder erwartete Aufmerksamkeit immer mehr aus, kann auch ein Hund in einen depressiven Zustand abdriften, aus dem er nicht mehr ohne Hilfe herausfindet. Auch chronischer Stress kann ähnliche Folgen haben. Die typischen Symptome sind beim Hund zunehmende Zurückgezogenheit, Inaktivität, Appetitlosigkeit und ein übermäßiges Schlafbedürfnis. Der Hund verliert die Vorliebe für Aktivitäten und Dinge, die ihm vorher Spaß gemacht haben. Mit diesen Anzeichen verringern sich die lustvollen Erlebnisse in seinem Alltag immer weiter und der Teufelskreis der Niedergeschlagenheit zieht das Tier immer weiter in ein andauerndes Stimmungstief." (Quelle: http://rolfcfranck.de/depressionen-beim-hund/ )

Vielleicht hat der Hund auch einmal ganz gravierend schlechte Erfahrungen damit gemacht, jemandem in die Augen zu sehen?
Hört sich jedenfalls nicht sehr schön an...
Und wenn ich mir überlege, dass sie mit dir gespielt hat und mit der Besitzerin noch nie, stelle ich mir auch die Frage, ob die Hündin da so gut aufgehoben ist!
 
Dabei
7 Okt 2014
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#4
Also was das Verhältnis zu Hund und Halterin angeht: da habe ich ein sehr gutes Gefühl.
So einen Hund muss ja auch erstmal jemand nehmen , die war vorher wohl noch eine Ecke extremer im Verhalten.
Ich glaube fast, durch ihr höheres Alter kann die Frau vielleicht nicht (auf dem Boden, mit etwas Kraft) so mit der Hündin spielen, wie ich es eben getan habe.
Sie liebt sie schon sehr und eine Bindung ist da auch, bei ihr ist die Hündin auch nicht so ängstlich
Allerdings habe ich auch noch nie ein Spielzeug gesehen bei ihr, wo ich jetzt so drüber nachdenke :confused:.
Ich frage demnächst mal ganz blöd.

An Depressionen habe ich auch gedacht, aber so wirkt es irgendwie auch nicht.
Obwohl...Ich dachte auch schon an Schilddrüse, weil das Fell sehr schlecht ist und die Hündin sehr dünn trotz Unmengen Futter.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#5
Leider gibt es unter den Schutzhundfanatikern auch Leute, die es verstehen den Willen ihrer Hund so zu brechen, das sie wie ein Automat funktionieren u. sich ausschließlich (!) in dem vom Halter genehmigten Rahmen bewegen. Innerlich sind die wie tote Tiere, ohne eigenen Willen, ohne Freude, ohne Leben. Diese Hunde gehen in die innere Immigration, haben aufgegeben, sind nur noch Gehorsamsmaschinen. Bei Hunde habe ich so einen Fall noch nicht erlebt, aber bei einem argentinischen Polopony. Verhielt sich quasi genauso u. graste nicht mal auf der Weide, stand nur rum. Erinnert mich stark daran.

Sophie Strodtbeck (Hundeverhaltenstherapeuting u. WUFF Expertin) hat mal einen Artikel über Autismus beim Hund geschrieben:

http://hundemagazin.ch/der-canis-autisticus-gibt-es-autismus-bei-hunden/
 
Dabei
7 Okt 2014
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#6
Den Artikel hatte ich auch gefunden, der las sich sehr interessant, aber online kann man ihn irgendwie nicht zu Ende lesen...:confused:

Da sie ausgerechnet ein Schäferhund ist, kam mir das mit dem ausgemusterten Schutzhund auch schon in den Sinn.
Zumal sie wirklich agiert wie ein reiner Befehlsempfänger.
Es fehlte echt nur noch, dass sie salutiert hat beim Rückruf :(
Vorausgesetzt , es läge so etwas hinter ihr, möchte ich gar nicht wissen, was man einem Tier antun muss, damit es so wird.
Agression kenne ich, meine Hündin kam aus ganz schlechter Haltung, wurde von Laien scharf gemacht und ist immer mal wieder ganz plötzlich ausgerastet später.
Auch so, als wäre ein Schalter umgelegt worden.
In einem Moment ließ sie sich von Jemandem anfassen, im nächsten ging sie Richtung Kehle.
Sie war nicht mehr berechenbar.
Aber dieses genaue Gegenteil, derart abgestumpft und weit weg...Das sowas möglich ist, finde ich fast noch beängstigender.
 
Dabei
10 Dez 2015
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#8
Also von dem her was du schreibst, klingt das eher wie Aussiewolf beschrieben hat, nach der übelsten Sorte von Hundeerziehung. Nicht ganz so krass, aber ähnlich ist es auch bei dem Windhund einer Freundin, der aus Rumänien stammt... Da hat es wohl auch Jahre gebraucht bis der Hund die Stereotypien abgelegt hat und sich "aus seiner Haut traute". Da gehörte allerdings auch sehr viel Training dazu. Nach "typischem" Autismus (wenn man den Autismus mit dem des Menschen vergleichen würde) liest sich dies aber nicht unbedingt, weil der Hund dich ja, obwohl er dich nicht kennt, sofort als "Führperson" angenommen hat und beim Spaziergang auf kleinste Veränderungen und Äußerungen promt reagierte. Das ist nicht typisch bei einer so gravierenden Wahrnehmungs-verarbeitungsstörung. Und das der Hund zwei mal "normal" reagierte aus heiterem Himmel passt auch nicht... Diese Wahrnehmungs-verarbeitungsstörung wäre ja wenn dann angeboren und dazu passt dieses hündische freundige verhalten nicht.
Aber umso schlimmer ist es, wenn man sich ausmalt, was diesem armen Tier wiederfahren sein muss, dass er sein Verhalten dermaßen angepasst hat. Ist natürlich für die Frau nicht einfach, Zumahl sie ja wahrscheinlich auch nicht so intensiv trainiert um das Verhalten abzubauen. Bin gespannt was du noch berichtest! Kannst ja beim nächsten mal ein Spielzeug mitnehmen, was ihr nicht mehr braucht oder so... Vielleicht kriegst du sie damit aus ihrer "Isolation".
 
Dabei
7 Okt 2014
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#9
Also quasi wirklich erlernter Autismus.

Ich glaube, der Frau ist gar nicht richtig bewusst, dass ihr Hund sich seltsam benimmt.
Obwohl sie ja von Behinderung gesprochen hat, da muss ich unbedingt mal weiter bohren, das interessiert mich nämlich.
Ich würde sie wohl zwecks Sozialisierung und Kommunikation mit anderen , sehr gut sozialisierten Hunden in Kontakt bringen, aber so wie ich das verstanden habe, kommt sie bei Hundebegegnungen sofort zur Halterin und will an die Leine genommen werden und geht erst dann überhaupt dran vorbei.
Und wie andere Hunde auf ihr Verhalten reagieren, weiß ich natürlich auch nicht...Ich könnte mir vorstellen, dass das echt befremdlich wirkt.

Ich habe schon ein Spielzeug für sie hier liegen :eek:
Ich mache selbst Zergel , da die Hündin mit meinem Arm spielen wollte, kam mir das passend vor .
Ist nur die Frage, ob ich ihr den geben darf von der Halterin aus und dann muss ich ihr ja vermutlich erst zeigen, was man damit macht.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich bin, einen normal interagierenden Hund zu haben, der mich ständig anschaut, auch wenn der nicht immer "funktioniert".
Das ist mir eben beim Spaziergang nochmal richtig bewusst geworden.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#11
Ich musste beim lesen auch eher an die übelste Sorte der Hundeerziehung denken. Erlernte Hilfkosigkeit war da das Schlagwort, in einem Artikel den ich mal las.

Es ging um eine Versuchsreihe wie Hunde lernen. Ein Beispiel war: dem Hund wurden zwei Möglichkeiten gelassen eine Situation zu lösen, bei der ersten Versuchsgruppe gabs einen Elektroschock wenn der Hund den "falschen" Weg wählte, und keinen Schock wenn wenn er den richtigen Weg wählte. Der Hund hat das schnell kapiert und hatte damit quasi die Wahl die Strafe zu vermeiden.

Bei der zweiten Versuchsgruppe gabs den Elektroschock egal was der Hund gemacht hat. Auch das haben die Hunde schnell kapiert, sie hatten keine Wahl egal was sie tuen. Bei vielen Hunden endet das damit dass sie garnichts mehr von aus machten, auch wenn keine Strafe folgte. Es ging weit über Vermeidung hinaus, denn der Hund hatte ja gelernt dass auch Vermeiden nichts nützt. Das Resultat: die erlernte Hilflosigkeit. Die Hunde waren irgendwann wie ausgeschaltet.

Das war jetzt die kurze und stümperhafte Zusammenfassung der Studie.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#12
Ich musste beim lesen auch eher an die übelste Sorte der Hundeerziehung denken. Erlernte Hilfkosigkeit war da das Schlagwort, in einem Artikel den ich mal las.

Es ging um eine Versuchsreihe wie Hunde lernen. Ein Beispiel war: dem Hund wurden zwei Möglichkeiten gelassen eine Situation zu lösen, bei der ersten Versuchsgruppe gabs einen Elektroschock wenn der Hund den "falschen" Weg wählte, und keinen Schock wenn wenn er den richtigen Weg wählte. Der Hund hat das schnell kapiert und hatte damit quasi die Wahl die Strafe zu vermeiden.

Bei der zweiten Versuchsgruppe gabs den Elektroschock egal was der Hund gemacht hat. Auch das haben die Hunde schnell kapiert, sie hatten keine Wahl egal was sie tuen. Bei vielen Hunden endet das damit dass sie garnichts mehr von aus machten, auch wenn keine Strafe folgte. Es ging weit über Vermeidung hinaus, denn der Hund hatte ja gelernt dass auch Vermeiden nichts nützt. Das Resultat: die erlernte Hilflosigkeit. Die Hunde waren irgendwann wie ausgeschaltet.

Das war jetzt die kurze und stümperhafte Zusammenfassung der Studie.
Siehe Link... das ist die Studie beschrieben...
 
Dabei
26 Mai 2015
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#13
Den zweiten Link habe ich erst garnicht gesehen. Aber genau direkter Wikipedia Eintrag beschreibt das Gleiche wie in dem Artikel. Mir will nicht mehr einfallen wo ich das gelesen habe. Es war etwas ausführlicher als der Wiki Eintrag und beinhaltete noch mehr Erklärungen was das mit den Hunden macht und wie sie sich anschließend Verhalten.
 
Dabei
27 Jul 2012
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#14
Diaz hat mich bis er 3,5 Jahre war auch nie angeschaut und stand neben sich, bei ihm war es die Panik, wir haben einen Weg zueinander gefunden und wenn der Kopf frei ist schaut er mich immer an, an der Straße mit Ablenkung etc kann ich um einen Blick betteln - vergebens ;)
nur das mal so zu dem Verhalten, Diaz wirkte auch immer in sich gekehrt etc, ich habe keine Ahnung ob es sowas gibt aber einiges was du schreibst könnte mein Hund (gewesen) sein ��
 
Dabei
7 Okt 2014
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#15
Dana
Aber Diaz schaut zum Beispiel in die Kamera.
Als ich die Hündin gestern fotografieren wollte, habe ich sie frontal nicht aufs Bild bekommen.
Die meidet nicht nur den direkten Blickkontakt, sondern dreht den Kopf komplett weg.

Dieser reine nicht in die Augen schauen wollen, kenne ich auch von meinem ehemaligen Gassihund (okay, zu dem sei gesagt, dass er auch leicht schielt ;)), der guckt auch immer eher von unten nach oben und schnell woanders hin, wenn man ihn direkt ansieht.
Bei ihm ist das einfach Unsicherheit, der schaut nur seiner Besitzerin wirklich in die Augen.

Was mir noch eingefallen ist...Die Hündin hat auch nie den Kopf gedreht, um sich umzusehen, wenn sie sich doch mal ansatzweise für etwas interessiert oder sich vor etwas erschreckt hat.
Sie hat immer komplett gewendet.
Wir haben einen Hund getroffen, der ging hinter uns her bellend und sie hat ihn natürlich gehört, den ganzen Körper hin gedreht, geguckt und sich offensichtlich gefürchtet und sich sofort wieder um 180 Grad gedreht neben mich.
Es wirkte einfach alles ungelenk und nicht fließend bei ihr.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#16
Man muss es selber gesehen haben. Letztendlich könnte es tatsächlich auch ein neurologisches Problem sein u. der Hund hat Probleme damit Aussenreize zu verarbeiten bzw. verarbeitet sie anders, als er sollte.
 
Dabei
10 Dez 2015
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#17
An eine Störung der sensorischen Integration hatte ich auch erst gedacht aber dazu passt der perfekte Gehorsam wiederum nicht... Vielleicht erfährst du ja bald was für eine Behinderung sein Frauchen meint und etwas zur Vorgeschichte des Hundes. Der kann einem so leid tun... Komplett gebrochen in seinem Verhalten. Wäre ja schön wenn sie durch dich endlich wieder ein normal hündisches Verhalten zeigen könnte (steckt ja wohl irdener tief verborgen noch in ihr drin).
 
Dabei
7 Okt 2014
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#18
Naja, ich habe ja so gut wie nichts zu tun mit dem Hund, das war jetzt eher Zufall, weil ich da war und die Frau jemanden zum Gassi gehen brauchte .
Aber es reichte, um die Hündin spontan zu mögen.
Ich werde längst nicht mit allen Hunden schnell warm, aber die tat mir nicht nur leid, die hat auch was total sympathisches durch diese unbeholfene Art.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#19
Ich war heute das erste Mal wieder mit der Hündin spazieren.
Diesmal war sie relativ entspannt von Anfang an hat mich nach wenigen Minuten wieder zum Spielen aufgefordert.
Sie hat mir plötzlich ganz vorsichtig in die Jacke gebissen und an mir gezerrt, bis ich reagiert habe und dann ein Spielgesicht gemacht und mich dabei sogar angesprungen.
Keine Ahnung, warum sie das bei mir macht :confused:

Allerdings hat sie durch den nicht zustande kommenden Blickkontakt schon etwas latent Gruseliges an sich.
Man kann sie so überhaupt nicht lesen dadurch.
Sie versucht aber eindeutig zu kommunizieren , bleibt plötzlich stehen und rührt sich nicht mehr, läuft vor zu einer bestimmten Stelle, zeigt da irgendwas an (also sie nimmt wirklich diese unbewegliche Haltung ein, durch die Hunde etwas anzeigen, wenn es ihnen beigebracht wurde), kommt dann zurück gelaufen und fasst einen wieder an der Jacke und zieht ganz sanft.
Ich bin dann auch hin und habe geguckt, was sie mir wohl zeigen will, aber da war nichts Sichtbares für meine Augen.
Sobald ich aber hingegangen war , lief die Hündin wieder normal weiter.

Sowas habe ich noch bei keinem Hund erlebt, höchstens im Film gesehen oder bei Videos von Service/Blindenhunden.
Ich kann es mir auch nicht erklären - entweder wurde die irgendwann mal zu Irgendetwas ausgebildet oder sie ist einfach wirklich nur extrem seltsam und will mit dem Verhalten sicherstellen, dass man in ihrer Nähe bleibt.
Sie bellt auch nicht, macht zwar irgendwelche Laute, wenn sie etwas möchte, aber das ist weder Winseln noch Bellen, sondern mehr eine Mischung aus Japsen und Gurgeln .
Auf Bewegungsreize reagiert sie NULL, sie nimmt auch nichts in die Schnauze beim Spielen, außer meiner Hand - aber das ganz sachte.

Insgesamt finde ich sie auch optisch sehr auffällig, sie hat sehr strohiges Fell, Beine wie ein Fohlen und einen winzigen Kopf für die Rasse (falls sie denn wirklich reinrassig ist).
Die Zähne sind auch nicht mehr schön und stark abgenutzt , trotzdem könnte ich kein Alter schätzen, weil sie überhaupt nichts ausstrahlt in der Richtung.

Was mir letztes Mal gar nicht aufgefallen war, ist, dass sie höchstens eine Drittel Rute hat.
Das sieht nicht kupiert aus.
Bei den Belgiern gibt es aber kein NBT, oder?

Die Besitzerin habe ich nur ganz kurz gesehen, da kam es leider heute nicht zum Gespräch.
 
Dabei
10 Dez 2015
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#20
Echt spannend was du berichtest... Und auch echt kurios... Der Hund bringt einen echt zum nachdenken... Aber komisch ist schon, dass sie dir immer an den Arm geht... Vielleicht als Schutz/Rettungshund ausgebildet?! Würde ja zu dem Anzeigen passen...
 
Dabei
7 Okt 2014
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#21
Mir kommt das vor wie ihre ganz eigene Form der Zeichensprache .
Und auf jeden Fall ist die alles andere als doof und weiß obendrein genau, wo sie wohnt.;)
Ich hatte mich nämlich leicht verfranst im Wald, da ich den nicht kannte, und sie ging zielstrebig in eine andere Richtung als ich.
Zwar konnte ich sie sofort zu mir rufen, aber sie blieb auf der Strecke, die ich nehmen wollte, immer wieder stehen und leckte mit abgewandtem Blick ständig an meiner Hand rum.
So richtig nach dem Motto:"Ähm, duhuu? Da stimmt was nicht!"
Als ich dann "ihren" Weg eingeschlagen habe, nachdem meiner definitiv ins Nirgendwo führte, lief sie wieder normal vor.
Sie zeigt also durchaus, was sie will - ganz zaghaft - aber es hat dadurch echt gedauert, bis ich sie verstanden habe.
(Finn hätte mir bei sowas mit lautem Junkern und vorwurfsvollen Blicken zu verstehen gegeben, dass es da nicht lang geht, wenn er nach Hause gewollt hätte :eek:)
 
Dabei
10 Dez 2015
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#22
Manchmal ist es so schade, dass wir nicht mit den Hunden sprechen können um ihre Geschichte zu erfahren. Aber die Hunde leben im Hier und Jetzt und umso wichtiger ist es, dass die offensichtlich ENDLICH jemanden gefunden hat, der sie auch ohne Sprache versteht und deuten kann. Vielleicht kannst du der Besitzerin ja mal zeigen, wie "eure" Kommunikation funktioniert und die Maus dann öfter mal besuchen (wenn es auch in deinen Zeitplan passt) Es scheint ihr ja echt gut zu tun! Bin schon gespannt auf deinen Nächsten Bericht!
 
Dabei
17 Jun 2013
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#23
Häng mich hier mal dran, find das ganze sehr interessant und kurios!

Aber was du beschreibst bzgl. anzeigeverhalten könnte ja wirklich aus einer Rettungshundearbeit stammen?!
 
Dabei
15 Mai 2014
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1.001
#24
Häng mich hier mal dran, find das ganze sehr interessant und kurios!

Aber was du beschreibst bzgl. anzeigeverhalten könnte ja wirklich aus einer Rettungshundearbeit stammen?!
Wirklich? Kennst du irgendeinen Rückverweiser, der direkt die Hand/Jacke ins Maul nimmt und zieht? Die kommen doch, nachdem sie gefunden haben, mit Vollspeed zum Besitzer zurück und müssten für so eine Aktion wie "ruhig die Hand ins Maul nehmen" erst mal runter kommen. Ich kenne mich mit Rückverweisern aber auch kaum aus, habe es zwar schon ein paar Mal gesehen aber nicht wirklich Ahnung davon.
Das hört sich so sanft und ruhig an, ich würde eher auf eine Therapiehund/Blindenhundausbildung tippen. Aber irgend eine spezielle Art der Ausbildung hat sie bestimmt bekommen.
 
Dabei
10 Dez 2015
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#25
Hm... vielleicht ein Spürhund?! Der auf bestimmte Gerüche ausgebildet ist...

Das Verhalten würde dann Sinn machen. ZB Epilepsie Hunde... Die riechen den veränderten Körpergeruch und zeigen des dem Besitzer in Form von "am Ärmel ziehen" o.ä. An...

Gibt ja auch welche, die tatsächlich auf "Wasseradern" oder "Metall" ausgebildet wurden... Grad bei der unbekannten Herkunft vielleicht möglich...

Sehr spannend die kleine Maus!
 
Dabei
7 Okt 2014
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#26
Wer weiß, ich frage demnächst jedenfalls mal ganz doof nach, was für eine Ausbildung sie denn hat.
Wobei dazu ja nicht passt, dass sie angeblich behindert ist.
Einen solchen Hund würde man ja kaum ausbilden (sofern es was angeborenes wäre).
Und komisch ist natürlich auch, dass sie das Verhalten wohl so gar nicht bei der Besitzerin zeigt.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#27
Echt interessant, auch wenn einem die Hündin leid tut...
Kannst Du sie nicht mal mit Deinem Smartphone filmen?
 
Dabei
7 Okt 2014
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2.097
#28
Habe ich schon, allerdings einen recht normalen Moment bzw erkennt man nicht wirklich drauf, was ich meine.
Auch Fotos habe ich gemacht, auf denen sie mich "anschaut", also das Maximum von dem , was bei ihr Anschauen ist.
Aber ich kann ja schlecht Videos/Fotos von anderer Leute Hunde ins Netz stellen :(
 
Dabei
7 Okt 2014
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#30
Ja, ich habe auch irgendwie das Bedürfnis, mal Jemanden unvoreingenommen gucken zu lassen, wobei das Video da echt nicht viel hergibt.
Ich habe sie in erster Linie gefilmt, weil ich mir das Zuhause selbst noch mal anschauen wollte, aber dadurch, dass sie ständig an meiner Hand hing und ich das Handy in der anderen balanciert habe, war mehr Fell drauf als alles andere.
Das einzige, was man sieht, wenn man es weiß, ist das Wegdrehen vom Kopf, um Blickkontakt zu vermeiden.
Außerdem war es extrem verwackelt.
Ich wollte sie eigentlich beim Laufen filmen und dann abrufen, aber das war unmöglich, denn sobald ich stehen geblieben bin, blieb sie auch stehen und beim Gehen hatte ich sie immer halb von oben drauf.
 

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