Beschwichtigungspinkeln beim fast 6 Monate alten Junghund

Dabei
25 Dez 2014
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#1
Hallo zusammen,

ich hoffe ihr könnt uns weiterhelfen, wir verzweifeln leider grade mit unserem Rüden Balou.
Seit 1 1/2 Monaten unterwürft sich Balou in vielen Sitiationen gerade meinen Mann gegenüber ganz extrem. Dies äußert sich darin dass er eine geduckte Haltung annimmt, die Ohren nach hinten anlegt und anfängt unter sich zu urinieren. Hauptsächlich passiert dies, wenn mein Mann nach Hause kommt, er Balou irgendein Kommando gibt (z.B. Platz), ihm die Leine anlegen möchte oder ihn mit "Nein" ermahnt. Bei mir ist das Verhalten bis jetzt zum Glück nur 2 mal aufgetreten.
Allgemein ist Balou uns gegenüber schon immer sehr unterwürfig. Sobald einer von und ihn streichelt dreht er sich sofort auf den Rücken.

Wir haben auch schon versucht Balou einfach zu ignorieren, soabald er beschwichtigt, aber leider brachte das auch absolut keine Besserung.

Verzweifelte Grüße
 
Dabei
15 Mai 2014
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#3
Ignorieren ist ja eine Strafe für den Hund. Ich würde mal versuchen, wenn er beschwichtigt eine lockere Körperhaltung einzunehmen, ihn nicht direkt anzustarren, sondern etwas zur Seite zu gucken, vielleicht mal zu gähnen und wenn ihr etwas sagt, dieses freundlich mit eher höherer Stimme zu tun. Damit zeigt ihr, dass ihr jetzt auch nett und freundlich seid. Wenn ihr ihn streicheln wollt solltet ihr vor ihm in die Hocke gehen und euch nicht über ihn beugen. Ich weiß jetzt nicht, wieviel ihr davon schon ausprobiert habt.
 
Dabei
25 Dez 2014
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#4
Anfangs hatten wir mit einem einfachen "Nein" reagiert und die Pfütze kommentarlos weggewischt. Dann haben wir wie gesagt versucht das Verhalten komplett zu ignorieren, ohne jegliche Ermahnung. Allerdings wird es mit der Zeit eher schlimmer als besser. :(
 
Dabei
14 Mai 2012
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#5
ich denke, man müsste die Situationen mal genau sehen, aber er muss sich in diesen Momentan ja nicht unbedingt unterwerfen, sondern er kann auch welche einsetzen, weil er gestresst ist.

Wir haben auch schon versucht Balou einfach zu ignorieren, soabald er beschwichtigt, aber leider brachte das auch absolut keine Besserung.
Bitte die Beschwichtigungssignale nicht ignorieren oder verbieten, da diese einen großen Teil der Kommunikation bei Hunden ausmacht. Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber wenn er merkt "ich beschwichtige, werde trotzdem nicht in Ruhe gelassen" kann er vielleicht irgendwann mal zubeißen, ohne vorher irgendwelche Signale ausgesendet zu haben.
 
Dabei
25 Dez 2014
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#6
Beim Streicheln während der liegt dreht er sich fast immer auf dem Rücken, selbst wenn man direkt flach neben ihm liegt. Das hat er aber vom ersten Tag an so gemacht, als wir ihn bei der Züchterin das erste mal besucht haben. Damals haben wir uns leider nur nichts dabei gedacht.

Wir haben auch schon versucht auf das Verhalten mit freundlicher Stimme zu reagieren und uns hinzuhocken (damit wir evtll. nicht mehr so bedrohlich wirken), aber dann läuft er nur weg und verkrümelt sich in sein Körbchen oder in die Box.
 
Dabei
25 Dez 2014
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#7
Bitte die Beschwichtigungssignale nicht ignorieren oder verbieten, da diese einen großen Teil der Kommunikation bei Hunden ausmacht. Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, aber wenn er merkt "ich beschwichtige, werde trotzdem nicht in Ruhe gelassen" kann er vielleicht irgendwann mal zubeißen, ohne vorher irgendwelche Signale ausgesendet zu haben.
Mit Ignorieren meinen ich ja eben genau in Ruhe lassen. Wir haben ihn dann nicht ermahnt und haben uns ein paar Schritte entfernt, nachdem er dann wieder eine normale Haltung eingenommen hat haben wir die Pfütze kommentarlos weggewischt und er hat sich bis zum nächsten Mal normal verhalten. Lässt sich leider etwas schwer beschreiben
 
Dabei
7 Okt 2014
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#8
Seid ihr sicher, dass das auf den Rücken drehen beim streicheln zur Beschwichtigung dient?
Meiner macht das nämlich auch ab und an, bei ihm heißt das aber " Wampe kraulen" und er wirkt dann einfach nur zufrieden.
Signalisiert Balou auch anderweitig, dass es ihm unangenehm ist?
In dem Fall würde ICH das vorerst akzeptieren und ihm diese Nähe nicht aufdrängen, bis das Grundproblem gelöst ist und er die Nähe wieder als angenehm empfindet.
Ich akzeptiere den (allerdings sehr geringen) intimen Radius meines Hunde soweit es geht und bedränge ihn da nicht.
Außer es muss sein, Augentropfen gibt es z.B. Auch dann, wenn er stark beschwichtigt.
Wenn er sich aber beim streicheln aus irgendeinem Grund unwohl fühlt, lasse ich ihn dann vorerst halt in Ruhe.
Oder liege ich da jetzt womöglich komplett daneben? :confused:
 
Dabei
25 Dez 2014
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#9
Nun ja, meistens wedelt er dabei mit der Rute und es wirkt auch nicht so als würde er es unangenehm empfinden. Als er kleiner war ist es ihm dabei oft passiert, dass er sich ein wenig bepieselt hat. Das lag dann aber glaube ich eher dem noch nicht ganz gefestigten Schließmuskel der Blase.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#10
Das passiert Welpen ja schon mal bei Aufregung, auch positiver .
Das würde ich auch nicht _unbedingt_ als Angst interpretieren .
Mein irischer Wolfshund Mix hat noch bis er sechs Monate war bei beliebtem Besuch gepinkelt und das war reine Aufregung gepaart mit Freude.
Danach hatte der jedoch eine beneidenswerte Blase.;)
 
Dabei
30 Jul 2013
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#11
Das passiert Welpen ja schon mal bei Aufregung, auch positiver .
Das würde ich auch nicht _unbedingt_ als Angst interpretieren .
Mein irischer Wolfshund Mix hat noch bis er sechs Monate war bei beliebtem Besuch gepinkelt und das war reine Aufregung gepaart mit Freude.
Danach hatte der jedoch eine beneidenswerte Blase.;)
Das kenn ich auch. Unser Cairn Terrier hat bis ins zweite Lebensjahr erstmal jedem Besuch vor die Füße gepinkelt, aber nicht vor Angst, sondern vor Aufregung/Freude. Also wurde allen Besuchern zuerst immer gesagt, dass sie Lucky die erste halbe Stunde ignorieren sollen. Danach konnte man ihn auch streicheln ohne Unglück. :D

@TE: Wenn euer Hund immer pinkelt, wenn er ermahnt wird, spricht das in meinen Augen schon für ein Beschwichtigungspinkeln. War dein Mann vllt einmal zu forsch zu dem Hund? Oder ist dein Mann allgemein ein etwas ruppiger Typ? Gibts ja durchaus. Dann hilft nur die Tonlage bewusst anzupassen und mit Maßregelungen erstmal sehr sparsam umzugehen. Im Gegenteil sollte dein Mann erstmal viele postive Erlebnisse mit dem Hund haben. Ich würde zum Beispiel die Handfütterung durch deinen Mann empfehlen. Alles was für den Hund positiv ist, hilft.
 
Dabei
13 Feb 2014
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#12
Was ich noch empfehlen kann, falls ihr es nicht schon macht, führt Signale ein, für alles was ihr mit dem Hund tut. Sprich ihr leint ihn an und gebt diesem Tun ein Signal dafür. Heißt bei uns z. B. einfach "Leine", Bürsten heißt bei uns "Bürste", Ohren angucken heißt einfach "Ohren" etc. etc. Irgendwann, wenn du es jedesmal machst, weiß dein Hund aha es passiert nichts schlimmes, das und das wird gemacht. ;)
 
Dabei
29 Okt 2014
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#13
wir hatten das Problem mit unserer Tierschutzhündin auch. Mein Mann hat sie dann nicht mehr direkt angesprochen, sondern ihr den Rücken zugedreht bzw. ist seitlich gestanden und so gerufen.
Alternativ in die Knie gehen (klein machen) und dann rufen und anleinen ... immer mit ruhigen Ton.
 

KON

Berliner Schnauze
Dabei
22 Mrz 2011
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#14
Habt ihr das Problem mal mit dem Züchter besprochen? Der kennt euch und den Hund besser als wir und sollte immer als Ansprechpartner da sein ;)

Zu den schon guten Tipps hier möcht ich noch hinzufügen, dass man auch ganz allgemein am Selbstbewusstsein des Hundes arbeiten kann. Das Alter ist auch prädestiniert die Umweltsicherheit zu festigen und damit dem Hund die Möglichkeit geben, dass er lernt sich gut zurechtzufinden. Ich arbeite gerade mit einer Bekannten daran, ihren Chihuahua wieder selbstsicherer zu machen und wir lassen sie draußen suchen, etwas mit dem Clicker lernen, Balancespiele mit Leckerchen machen, usw. Wichtig ist mir hierbei, dass die Hundehalterin mit ihrem Hund eine Situation spielerisch und entspannt bewältigt und der Hund sich dadurch auch beim Besitzer sicherer fühlt.
Der Frühling bietet sich ja sowieso an, die Natur zusammen zu erleben und mal neue Gassirunden auszuprobieren^^
 
Dabei
11 Nov 2012
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#15
Ich würde mir da keinen großen Kopf machen. Durch eine solche Phase gehen viele junghunde. Meist hört sie von selber wieder auf. Nur nicht auf dieses Verhalten eingehen bzw. sich zu große Sorgen machen.

Meine kelpiehündin hatte eine solche Phase auch vor kurzem. Sie kennt unseren Hausmeister hier seitdem sie 13 Wochen alt ist, er war und ist immer freundlich zu ihr gewesen und sie war immer freundlich und fröhlich ihm gegenüber. Plötzlich mit ca. 8 Monaten von einem Tag auf den anderen fand sie ihn total unheimlich und war total unsicher ihm gegenüber. War er im Haus, blieb sie draußen, war er draußen, versteckte sie sich im Haus. Unser Hausmeister war total traurig und ratlos. Nach ca. 2 Monaten und meinem Ratschlag einfach nichts zu tun, war plötzlich wieder alles gut. Spookyphase überstanden. Von jetzt auf gleich, hat sie ihn wieder begrüßt, rennt ihm hinterher, lässt sich von ihm durchknuddeln und freut sich wenn er nach Hause kommt. Als wäre nie was gewesen.

Also, ich würde vor allem ruhig bleiben, nicht zu sehr auf dieses Verhalten eingehen und einfach mal in Ruhe abwarten.

lg
 

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