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Desensibilierung bei Geräuschangst - Methoden und Wirksamkeit

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5 Sep 2014
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187
Hallo zusammen

Zum Thema Desensibilisierung bei Geräuschangst:

Ich möchte gerne die Geräuschangst von Betty wieder angehen, damit sich das nicht auf weitere ähnliche Geräusche ausweitet. Bisher zeigt sie Unsicherheit bei Gewitter, Feuerwerk, Baustellen und wenn weiter weg ein lautes dumpfes Geräusch zu hören ist (z.B. von einem gefällten Baum)
Angst/Panik bei Baustellen wenn es einen lauten Knall gibt (ich nehme an das sitzt wirklich tief, weil sie als Welpe mal Panik bei einer Baustelle hatte)

Was wir bisher gemacht haben:

  • Geräuscheangst-CD (null Reaktion von Betty)
  • In Distanz spielen oder Leckerchen werfen (also die klassische Desensibiliserung)
  • Homöophatisches Mittel zur Unterstützung

Wir hatten teilweise Erfolge aber auch grosse Rückschritte und seit einiger Zeit hab ich nur Management betrieben, bin also den Geräuschquellen ausgewichen. Auf die Dauer kann das ja aber auch nicht das Wahre sein… Ich suche eine Lösung die ihr auf lange Dauer die Angst nimmt, sie sich in Ruhe weiterbewegen kann und etwas das auch von anderen (meinem Mann, Hundenanny) umsetzbar ist.

Im Internet gibt es viele Beiträge zum Thema Desensibilisierung bei Geräuschangst, aber ich habe selten von jemandem gehört oder gelesen dass es was gebracht hat.
Hat jemand von euch positive Erfahrung gemacht und wenn ja, mit welcher Methode und über welchen Zeitraum?

Ausserdem studiere ich seit ein paar Tagen, ob es nicht sinnvoller ist ihr ein Signal beizubringen und die Geräuschquelle sozusagen zu einem Auslöser mache. Sprich: es scheppert plötzlich irgendwo und sie erschrickt, bedeutet z.B. ihren Kopf auf meine Hand zu legen (oder so was in der Art). Habt ihr Erfahrungen damit oder ist das nicht empfehlenswert?

Ich hoffe auf ein gutes Sammelsurium an Ideen, Erfahrungen und Ratschlägen. Danke schonmal für eure Inputs!
 

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[OT]Ich kenne mich mit Densensibilisierung bei Geräuschen nicht sonderlich aus (daher mal Offtopic), da wir diese Probleme speziell nicht haben. Allerdings würden mich die homöopathischen Mittel näher interessieren?
Barney hat ja auch seine Unsicherheiten im Bezug auf Menschen und wir haben damals empfohlen bekommen, unser Training im Umgang mit Menschen durch Mittel zu unterstützen.
Ein Mittel wird bestimmt nicht die Lösung zum Problem darstellen können, aber ich glaube, dass das richtige Mittel (welches bei dem jeweiligen Hund Wirkung zeigt) durchaus ziemlich positive Auswirkungen haben kann.
Wir geben aktuell wieder Zyklene ins Futter (noch nicht lang genug, um tatsächlich Wirkung zu spüren) und erhoffen uns natürlich auch eine Wirkung.
Barney hat auch schon längere Zeit ein DAP-Halsband getragen. Allerdings habe ich da keine wirkliche Wirkung spüren können. [/OT]
 
Hmm bei Geräuschangst im Genauen kenn ich mich leider auch nicht aus.

Was bei uns immer fruchtet wenn ein grusliger Moment ist, dann versuchen innezuhalten, den Hund NICHT weglaufen lassen und ich lasse dann den Rumo gucken. Bei ihm ist es wirklich so dass er keine Angst zeigt sobald er das Geräusch irgendwie verknüpfen kann. Gut, er ist jetzt auch nicht besonders schreckhaft und liegt auch neben dem Verstärker wenn mein Freund seine E Gitarre holt :rolleyes:.

Dann hätte ich noch eine Idee. Und zwar gar nicht schon bei den Angstauslösenden Geräuschen beginnen. Da ist oftmals der Körper des Hundes so voller Stresssymptome dass lernen sehr schwierigi wird. Ich würde einfach auch mal gaaaanz seltsame Geräusche fabrizieren und den Hund damit in entspannter Umgebung konfrontieren. Da könnte man nämlich trainieren zu sagen "ja, das ist seltsam, das kennst du noch nicht, aber es ist alles super". Mit meinem hab ich das zb mit einem Kazoo (Musikinstrument) gemacht.

Aber man muss klar sagen dass Angst etwas sehr sinnvolles ist, rein überlebenstechnisch gedacht. Und dass Hunde wie Menschen in massiven Angstzuständen nur noch reagieren, das ist auch biologisch bedingt. Flucht oder Angriff, da kann der Körper gar nicht aus.

ALso wie gesagt, kleinschrittig, mit anderen seltsamen Dingen beginnen und erstmal eine entspannte Atmosphäre schaffen :).

Ich drück dir die Daumen und würd mich freuen wenn du weiter berichtest. Ist immer gut wenn man dazulernen kann :)
 
Und noch eine Idee von mir:
Vielleicht kannst du hier ähnlich arbeiten wie beim "Click for blick"? Also in genug großer Entfernung aufhalten, dass sie die Geräusche wahrnimmt aber noch nicht in Stress gerät. Ruhiges Verhalten beclickern bzw. mit Markerwort besetzen und Lekker. Dann einen Schritt näher dran. Wieder C+B. Wenn sie das einige Male gut gemacht hat, in die entgegengesetzte Richtung gehen. Und ein andermal so weiter machen.
Dann lernt sie zum einen: Komische Geräusche sind superlecker! Und zum Anderen: Wenn ich Stress habe, aber den im Zaum halten kann, darf ich die Situation anschließend verlassen.
 
Ich hab in einem Buch von der Novak gelesen dass die Angsthunden das Hand-Touch beibringt, dass soll der Hund in der Angstsituationen dann machen. Sinngemäß war das sowas wie der Hund hat Angst (Geräusch) kann er nicht kontrollieren, macht Hand-Touch = kann er kontrollieren.

Ob das was bringt? Keine Ahnung.
 
Was auch eine Möglichkeit wäre ist ein Entspannungswort aufzubauen. Man streichelt z.B den Hund, daheim in ruhe, und wiederholt immer und immer wieder ein bestimmtes Wort. So dass der Hund diesen Entspannungszustand mit dem Wort verknüpfen kann. Kommt dann eine Situation wo es nötig wird könnte man den Hund damit leichter runterfahren. Muss halt ordentlich verknüpft sein :).
 
Diaz hat ja vor allem Panik und wir haben es relativ gut hinbekommen indem wir uns einfach geändert haben, wir sind spannender, der Fokus liegt auf uns und nicht auf einem Geräusch was irgendwo ist. Mit cds etc pp hatten wir nie Erfolg, hatten da auch die ganze Palette an Methoden durch und das hat es glaube ich nur schlimmer als besser gemacht...
 
danke euch vielmals für die Tipps! Ich denke ich werde es mal versuchen mit Tricks ausführen... darauf spricht sie recht gut an und lässt sich eher aus der "unsicherheits-starre" rausholen.
Es ist nur etwas schwierig, da die Angstgeräuche nichts anhaltendes sind sondern eben einzelne laute Knallgeräusche..
 
Ich hatte das mit Amy anfangs beim Spaziergang in Richtung Park. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wohnen 2 Chiwawas die immer wie verrückt kleffen (das war nicht das Problem) und dabei gegen das Wellblech am Tor gesprungen sind. Das klappernde Geräusch hat Amy in Angst und Schrecken versetzt. Ich habe dann die gleiche Methode mit ihr angewendet, wie meine Tierärztin es damals mit unserer Julie gemacht hat, die eine totale Tierarztphobie hatte. Ich habe mich in entsprechender Entfernung mit Amy hingestellt und angefangen leichte Kommandos zu üben. Also Dreh dich, Pfötchen etc... Keinen Grundgehorsam sondern alle spielerischen Komandos (für erfahrene und ältere Hunde auch sowas wie "acht" oder "Slalom" etc). Meine Tierärztin meinte damals man soll das machen weil das wohl Stress abbaut und der Hund durch den spielerischen Gehorsam im Kopf wieder freier wird, um aus der Panikschürenden Situation, in der wie Rumo schon geschrieben hat, nur Flucht oder Angriffsmodus vorhanden sind, herauszufinden. Wenn du ein paar Minuten Übungen gemacht hast (zB in der Nähe einer Baustelle), wird der Hund (so hat es bei mir und auch bei Bekannten geklappt) ruhiger und dann kannst du ihm ein Grundkommando (Sitz, Platz, steh oä) wo der Hund abwarten muss, geben. Das lässt du ihn eine kurze weile durchführen und dann gehst du weiter und verlässt den angstmachenden Ort ohne weitere Interventionen. Also kurz um, du kanalisierst das Verhalten durch Stressabbau durch konditionierte spielerische Kommandos, hältst kurz inne und gehst dann weg. Mit der Zeit kannst du das Zeituntervall der Kommandos runterfahren und zB nur noch ein paar Drehungen beim vorbei laufen an der geräuschquelle einbauen und der Hund verknüpft es automatisch mit Stressabbau durch die Bewegung und Kopfarbeit.

Ich hoffe ich habe es einigermaßen verständlich erklärt... Und hoffe du kannst es mal ausprobieren und es wird euch helfen! Ich drück die Daumen!!!
 
Achso und wegen dem lauten Knallen, könnte man ja auch Situationen nachzustellen wie Topf und Deckel zusammenschlagen in ausreichender Entfernung?! Das dann in regelmäßigen Abständen immer wieder und du gibst durchgehend Kommandos...
 
Ich möchte mal ein Update schreiben, weil wir in der Zwischenzeit wirklich viele kleine Erfolge bezüglich der Geräuschangst feiern konnten!

Wir haben uns jetzt erstmal auf ein Geräusch konzentriert: metallenes Knallen bei Baustellen. Dann haben wir ein paar Kleinigkeiten geändert die ziemlich rasch Erfolg zeigten. Der Ablauf ist jetzt meistens so:
Ich gehe mit Betty an der Leine auf eine Baustelle zu und beobachte ihr Verhalten. Rute oben und entspannte Ohren = alles i.o. . Sobald sie die Ohren an den Kopf klappt oder die Rute etwas tiefer geht, ist das das allererste Zeichen dass sie die Geräusche unangenehmen wahrnimmt. Ich gehe also wieder zurück in die Komfortzone und belohne sie dort mit Leckerli/Spiel oder einfach nur nette Worte oder ein Kraulen. Dann lass ich sie dort Schnuppern etc und gehe wieder näher an die Baustelle ran. Das gleiche Spiel wieder, beim ersten Anzeichen gehe ich ein paar Schritte zurück und belohne dort.

Seitdem wir es so angegangen sind konnten wir die Distanz zu den Geräuschen mit neutraler/freudiger Haltung enorm verringern! Etwas schwierig ist leider, dass die Geräusche immer unterschiedlich laut sind und nicht durchgehend sondern plötzlich auftreten. Aber ich mache es einfach nach Gefühl und bin wirklich zufrieden wie es jetzt vorwärts geht! Ich hoffe in den nächsten Wochen wird sich das noch weiter verbessern, so dass sie immer näher ran kann und trotzdem entspannt bleibt
 

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