Entwicklung von ängstlichem Verhalten

Dabei
27 Feb 2015
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#1
Hey ihr Lieben,

meine kleine Maus ist nun knapp 5 Monate alt und entwickelt sich echt zu einem ängstlichen Hund.
Als Welpe war sie immer eher der skeptische Typ, aber nicht auffallend ängstlich. Wir haben die Prägephase wirklich gut genutzt und waren bei Gewitter viel draußen und haben getobt, immer ohne Probleme. Auch die Vogelschreck Knallschüsse im alten Land haben sie recht wenig interessiert. Nun fällt mir aber auf, dass sie immer mehr auf Sendung ist wenn Geräusche plötzlich auftauchen (ich niese zum Beispiel recht laut, da zuckt sie immer total zusammen). Nun hatten wir letzte Woche ein nicht so schönes Erlebnis mitten in der Nacht. Wir haben alle geschlafen als vor der Tür irgendein Idiot ein Feuerwerk gezündet hat, die Kleine war wirklich panisch und hat sich nur sehr schlecht wieder eingekriegt. Hab dann die letzten Tage mit Feuerwerkvideos wieder an der desensibilisierung gearbeitet, hat auch eigentlich ganz gut geklappt.
Nun zog hier gerade ein Gewitter auf und Leyla ist wieder mit eingeklemmten Schwanz in die Küche geflohen und kam nach wenigen Sekunden zitternd wieder und sprang mir sofort auf den Schoß und hat wirklich richtig doll gezittert. Nun ist inzwischen eine halbe Stunde vergangen und sie ist immer noch total wach und zuckt bei jedem Geräusch. (wegpacken der Chipstüte, Teller auf den Tisch usw)
Gibt es in der Altersstufe nochmal eine ängstliche Phase, oder muss ich mir Sorgen machen? Weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Cassy ist wirklich alles andere als ängstlich.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#2
Finde ich nicht ungewöhnlich in dem Alter. Da sind die Kleinen oft nochmal ängstlich. Ich würde ihr die Sicherheit geben, dass ich da bin. Nicht auf den Hund einquatschen, aber z.B. zusammen auf die Couch setzen und einfach eine Hand auf den Hund legen. Einfach dass sie spürt, dass du sie nicht alleine lässt damit.
Unsere Cairn Terrier Hündin war leider Zeit ihres Lebens bei Feuerwerk, Gewitter und Co sehr änstlich. Sie wurde aber auch nicht optimal sozialisiert als Welpe beim Züchter. Ihr hat dieses "Einfach da sein" aber sehr geholfen.
 
Dabei
29 Mrz 2012
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#3
Ich habe selbst zum Glück keine Erfahrung damit - unsere Züchterin meinte damals aber, dass die Angst vor Gewitter eine verankerte Urangst vom Hund sei, die bei einigen Hunden halt ausgeprägt ist (das hat auch nichts mit Sozialisierung zu tun), bei anderen wiederum nicht ... wirklich etwas dagegen tun kann man wohl nicht, außer, dann für den Hund da zu sein in dem Moment...

Bin auf eure weiteren Antworten gespannt ...
 
Dabei
7 Sep 2012
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#4
Hmm, Jasmin... OK, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber eigentlich ist es für die 2. Unsicherheitsphase (die mit der Pubertät einsetzt) mit 5 Monaten noch sehr früh. Da sie zudem sehr lange in ihre Unruhe bleibt und auch immer wieder lauscht, würde ich hier eher schon ein massiveres Problem sehen, das sich langsam aber sicher ritualisiert. In der Unsicherheitsphase ist das eher so wie: Schreck... und wieder gut.
Mein jetzt 13-jährige Hündin hatte schon als Junghund starke Gewitter und Geböller Angst, das sich trotz intensiver Bemühungen mit sehr unterschiedlichen Ansätzen, nicht wieder gegeben hat. Als Anfang des Jahres über Tage bei jedem Spaziergang geböllert wurde, kam sie draußen aus dieser Angst auch nicht mehr raus. Zittern, laufen, stehen bleiben, angestrengt lauschen u. das ganze wieder von vorne. Nach einer Beratung beim TA haben wir hier mit Akupunktur, Zylkene u. Globulis (leider habe ich den Namen gerade nicht parat) gegen gesteuert. Nach ein paar Wochen konnten wir die ersten beiden Maßnahmen wieder einstellen, die Globulis bekommt sie noch heute u. Zylkene wird sie am Dezember wieder bekommen.

Desensiblisierung ist so eine Sache. Zum einem sollte man sehr genau u. individuell wissen, wie man hier vorgeht u. zum anderen läßt sich das nicht für alles einsetzen. Meine Hündin reagiert auf Gewitter von CD überhaupt nicht, weil ihr die elektrisch geladene Luft dazu fehlt. So fängt sie auch bereits an stressig zu reagieren, wenn das Gewitter noch weit entfernt ist.

Allerdings würde ich mich bei so einem jungen Hund unbedingt mal an einen erfahrenen Verhaltstrainer u. zusätzlich an einen TA wenden, um dem Verhalten auf den Grund zu gehen u. zu lernen entsprechend damit umugehen. Ich denke schon, das man hier jetzt unbedingt aktiv werden sollte, um zu klären ob via Training evtl. mit homöphatischer Unterstützung gegengesteuert werden sollte.

Ein eher skeptischer Hund wird auch mit zunehmenden Alter kein Haudrauf, aber in unserer heutigen Umwelt ist der Umgang mit einem ängstlichen Hund schon recht schwer.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#5
Hmm, Jasmin... OK, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber eigentlich ist es für die 2. Unsicherheitsphase (die mit der Pubertät einsetzt) mit 5 Monaten noch sehr früh. Da sie zudem sehr lange in ihre Unruhe bleibt und auch immer wieder lauscht, würde ich hier eher schon ein massiveres Problem sehen, das sich langsam aber sicher ritualisiert. In der Unsicherheitsphase ist das eher so wie: Schreck... und wieder gut.
Hm Hazel hatte mit 5-6 Monaten auch diese Phase. Vllt war sie wirklich früh dran. Keine Ahnung. Aber da war plötzlich auch der Müllsack, der da gestern schon stand gruselig. Oh ein Knall.....die Welt geht unter und so weiter. Zwei Monate später war das wieder gegessen. Heute ist sie absolut nicht ängstlich. Laute Geräusche schrecken sie nicht.
Wie schon beschrieben, hab ich sie in ihren Ängsten einfach immer ernst genommen und war da, ohne überfürsorglich zu sein.

Aber du hast schon Recht, dass der Hund über ne halbe Stunde danach noch durch den Wind ist, klingt schon nicht so gut. Jemand Dritten drauf schauen lassen, ist nie verkehrt, wenn man das Gefühl hat, dass die Ängstlichkeit über das normale Maß hinaus geht. Wir sehen den Hund ja hier leider nicht.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#6
Du schreibst ja, dass sie schon immer eher unsicher war. Ich sehe es ähnlich wie Julia, allerdings hatten wir mit 6 Monaten eine unsichere Phase. Allerdings auch eher nach dem Prinzip: Ich habe JETZT ganz plötzlich Angst. Was sich dann wieder gelegt hat.

Mein vorheriger Hund hat erst im Alter Angst vor Gewitter entwickelt. Er war dann echt nicht mehr ansprechbar, hat gezittert und sich an einen gedrückt. Körperkontakt ja, bedauern nein. Ihm hat es geholfen, wenn man dann sehr souverän war und das Gewitter nicht beachtet hat.

Desensiblisierung ist so eine Sache. Zum einem sollte man sehr genau u. individuell wissen, wie man hier vorgeht u. zum anderen läßt sich das nicht für alles einsetzen. Meine Hündin reagiert auf Gewitter von CD überhaupt nicht, weil ihr die elektrisch geladene Luft dazu fehlt. So fängt sie auch bereits an stressig zu reagieren, wenn das Gewitter noch weit entfernt ist.
Dem stimme ich zu. Zumal ich einen Bericht (ich glaube, von Rütter? ) gelesen habe, in dem sehr sehr viele Hundetrainer und Verhaltenstherapeuten dieser klassischen Desensibilisierung beim Hund kritisch gegenüber stehen. Anders als ein Mensch, versteht ein Hund nicht, warum er sich jetzt immer wieder dieser Angst aussetzen soll; er versteht ja nicht, was Ziel und Zweck des Ganzen ist. Der Hund steht also ständig unter Dauerstress. Viele Hund reagieren auf diese CDs ganz anders, weil es nun mal nicht den Gesamtkontext der Situation widerspiegelt.
 
Dabei
5 Sep 2014
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#7
Ich hab ja auch eine sehr skeptische und eher misstrauische Hündin. Zu Beginn hatte ich mega Mühe damit umzugehen, weil ich Welpen einfach anders kannte und nicht wusste woher ihre Unsicherheit kommt.
Wir haben dann verschiedene Ansätze gehabt.. Eine Trainerin hat mir gezeigt wie ich handeln soll wenn sie draussen Panik hat und dass ich mit Spiel ihr in unsicheren Umgebungen zeigen kann dass alles ok ist.
Viele geben den Tipp einfach ganz normal durch, auch wenn der Hund Angst zeigt damit man merkt dass es ok ist. Aber ich denke nicht, dass das bei einem generell skeptischen Hund der richtige Ansatz ist.
Wenn Geräusche draussen waren die sie unsicher gemacht haben (langsamer gehen, extremes lauschen, zusammenzucken bei jedem kleinsten Geräusch, besorgter Blick) habe ich ein super Spiel mit ihr gestartet. Zu Anfang noch sehr oft und dann kamen immer weniger Situationen in denen es nötig war. Das hilft schon mal um sie generell etwas sicherer zu machen.
Daneben hat sie Bachblüten-Globulis bekommen zur Unterstützung und zuhause habe ich auch mit einer Desensibilisierungs-CD gearbeitet. Da kann ich auf volles Volume aufdrehen und es interessiert sie nicht die Bohne. Ich denke bei Feuerwerk ist es die Druckwelle die Angst macht und nicht unbedingt das Geräusch.
Bei Gewitter würde ich ein nonplusultra-super-Spiel mit ihr machen. Also etwas, dass sie sonst nicht darf, bei uns ist das z.b. eine leere Plastikflasche durch die Wohnung jagen, da dreht sie voll auf und vergisst alles andere rundum. Natürlich kannst du das nicht 5 Stunden lang machen. Wenn du noch etwas homöophatisches hast, kannst du ihr das vorher geben, mit ihr spielen und dann aufhören. Im Idealfall ist sie k.o. und die GLobulis wirken schon dass sie danach runter fährt. Das wäre auf jeden Fall mein Ansatz....
 
Dabei
27 Feb 2015
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#8
Ist auch wirklich schwer, das Verhalten so zu beschreiben, dass es wirklich richtig rüber kommt. Mich kennt hier ja, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, keiner, aber wir sind was Trainer und Tierärzte betrifft in guten Händen und selbstverständlich ist das da alles schon besprochen worden. Trotzdem wollte ich einfach mal nach Erfahrungen von Gleichgesinnten fragen, kommt ja doch dann und wann mal vor, dass jemand noch DIE Idee hat. Für mich ist es z.B. schon interessant zu lesen, dass Nadines vorheriger Hund die Gewitterangst erst im Alter entwickelt hat, schwirrt doch immer noch die Meinung umher, alles was der Welpe in der Prägephase lernt, lernt er für den Rest des Lebens. Und ich kann sogar mit Videobeweisen belegen, dass ihr Gewitter wirklich gar nix ausgemacht hat.
Es ist so, dass sie ein recht selbstbewusster Welpe war, wollte lieber für sich alles erkunden und es war wirklich ein hartes Stück arbeit, eine anständige Bindung aufzubauen, sicherlich auch, weil sie sich lieber an Cassy orientiert hat als an mir. Mit zunehmendem Alter wurde das aber immer besser und wir sind jetzt schon ein recht gutes Team geworden.
Das die Meinungen zur Desensibiliersung gespalten sind, habe ich mir schon gedacht, aber anders kann ich zum Beispiel einen lauten Knall nicht mit etwas positivem Verknüpfen und das klappt eigentlich recht gut. Gewittersimulation ist nochmal was ganz anderes, auf die Idee bin ich auch ehrlich gesagt nicht gekommen. Mir ging es hier lediglich um Silvesterknaller, nach dieser Geschichte letzte Woche.

Edit: Ellu, danke! Das mit der Plastikflasche kann gut funktionieren, sollte es heute Abend nochmal krachen probiere ich das aus. Darauf fährt sie nämlich auch total ab!!!
 
Dabei
22 Sep 2014
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#9
Wenn Geräusche draussen waren die sie unsicher gemacht haben (langsamer gehen, extremes lauschen, zusammenzucken bei jedem kleinsten Geräusch, besorgter Blick) habe ich ein super Spiel mit ihr gestartet.
Oh ja! Während unserer Angstphase wurde Otis, bevor er sich so richtig reinsteigern konnte, mit Spiel und/ oder Leckerchenkombination "auf andere Gedanken" gebracht. Mein Ex-Trainer war der Ansicht "DER HUND MUSS DA DURCH!" und hat ihn an der Leine zum Angstauslöser gezerrt und ich blöde Kuh, stand daneben anstatt ihm sofort wieder die Leine aus der Hand zu reißen. NIE WIEDER! Es ist ein Unterschied, ob ich es "ignoriere" und dem Hund damit zeige, alles ist ok, ich werde auch nicht unsicher, oder ob ich den Hund in einer Hau-Ruck-Methode "desensibilisiere".
 
Dabei
22 Sep 2014
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#10
Für mich ist es z.B. schon interessant zu lesen, dass Nadines vorheriger Hund die Gewitterangst erst im Alter entwickelt hat,
Und ich weiß bis heute nicht, was der Auslöser war. Keine Ahnung. Das war echt von jetzt auf gleich, fing so mit ca. 5 (?) Jahren an.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#11
Elli dein Tip in allen Ehren, aber ein Hund, der wirklich Angst hat, nicht nur ein bisschen Unsicherheit, der spielt nicht mehr. Das ist ja auch der Grund, warum man einem Angsthund nicht mehr mit Futter kommen braucht. Der ganze Körper ist gelähmt und nur noch auf Flucht ausgerichtet. Das ist eine hormonelle Reaktion, die der Hund nicht einfach so unterdrücken kann.
Unser Cairn Terrier war der spielwütigste Hund, den ich kannte, aber bei Gewitter hättest du ihr Bälle, Wienerle, alles mögliche zeigen können. Das hat sie einen Dreck interessiert in dem Moment.
Ein Hund, der in dem Moment noch spielen KANN, hat keine wirkliche Angst im physiologischen Sinne.
Aber ist natürlich toll, dass es bei eurer Hündin so noch geklappt hat. Bei Unsicherheit sicher ein machbarer Ansatz. Kommt eben drauf an, wie ausgeprägt das Verhalten beim Hund der TE ist.
 
Dabei
5 Sep 2014
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#12
Ich denke das kann jederzeit mal kommen... Vielleicht hatte der Hund am Tag davor ein stressiges Erlebnis und der Stresspegel war schon hoch (das kann ja bis zu drei Tagen dauern bis der Stresspegel wieder normal ist) und dann kommt ein Gewitter. Mit sowieso erhöhtem Stressniveau ist die Reaktion auf etwas auch viel früher/intensiver/ausgeprägter. Also auf etwas das der Hund sonst nie reagiert hat, weil er immer entspannt war, reagiert er dann plötzlich heftig weil die Hormone schon hoch sind und das Gehirn viel eher in Alarmbereitschaft.
Abe ich finde Desensibilisierung eigentlich eine gute Sache. Langsames Tempo ist hier der Schlüssel zum Erfolg!

Das wird schon wieder! Wenn man etwas erst mal auf dem Schirm hat und daran arbeitet kann es gar nicht "nicht gut gehen"!
 
Dabei
22 Sep 2014
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#13
Elli dein Tip in allen Ehren, aber ein Hund, der wirklich Angst hat, nicht nur ein bisschen Unsicherheit, der spielt nicht mehr. Das ist ja auch der Grund, warum man einem Angsthund nicht mehr mit Futter kommen braucht. Der ganze Körper ist gelähmt und nur noch auf Flucht ausgerichtet. Das ist eine hormonelle Reaktion, die der Hund nicht einfach so unterdrücken kann.
Ich glaube, wir sollten auch zwischen Angst und Furcht differenzieren. Während Furcht einen konkreten Reiz als Auslöser hat, ist Angst eher unbestimmt.Ein Hund der gerade mitten in seiner Angst steckt, kann gar nicht mehr reagieren oder sich "ablenken" lassen. Ein Hund, der in der "FURCHTphase" steckt (wie es richtig wäre), dem kann man klar machen "Hey, der Mensch/ der Baum/ die Mülltonne" ist nicht schlimm". Etwas wie ein Gewitter ist aber auch nicht greifbar.
 
Dabei
5 Sep 2014
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#14
Elli dein Tip in allen Ehren, aber ein Hund, der wirklich Angst hat, nicht nur ein bisschen Unsicherheit, der spielt nicht mehr. Das ist ja auch der Grund, warum man einem Angsthund nicht mehr mit Futter kommen braucht. Der ganze Körper ist gelähmt und nur noch auf Flucht ausgerichtet. Das ist eine hormonelle Reaktion, die der Hund nicht einfach so unterdrücken kann.
Unser Cairn Terrier war der spielwütigste Hund, den ich kannte, aber bei Gewitter hättest du ihr Bälle, Wienerle, alles mögliche zeigen können. Das hat sie einen Dreck interessiert in dem Moment.
Ein Hund, der in dem Moment noch spielen KANN, hat keine wirkliche Angst im physiologischen Sinne.
Aber ist natürlich toll, dass es bei eurer Hündin so noch geklappt hat. Bei Unsicherheit sicher ein machbarer Ansatz. Kommt eben drauf an, wie ausgeprägt das Verhalten beim Hund der TE ist.
Ja das weiss ich leider nur zu gut, Betty hatte drei Mal im letzten Jahr eine Panikattacke (auf der Stelle uriniert, hing panisch in der Leine und schrie aus Todesangst). Vielleicht hab ich mich nicht ganz klar ausgedrückt betreffend dem Spiel... Wir haben das schon bei kleineren Unsicherheiten gemacht um sie generell sicherer zu machen bei Geräuschen. Die Trainerin hat mir dann zusätzlich noch gezeigt wie ich mich verhalten soll, WENN sie wiedermal eine Panikattacke hat (ruhig etwas von der Stelle entfernen und sich in etwas "sicherer Distanz" hinsetzen und warten..warten..warten bis sie etwas runterfährt). Das funktioniert allerdings nur bei einmaligen plötzlichen Geräuschen.
Ein Gewitter kommt nicht plötzlich so auf einmal... meist sieht man den Himmel schon schwarz werden oder es regnet sehr stark. Das ist dann der Augenblick um anzusetzen und sie mit Spiel positiv hochzufahren. Wenn sie erstmal Angst hat ist es natürlich zu spät.
 
Dabei
15 Jul 2014
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#15
Und ich weiß bis heute nicht, was der Auslöser war. Keine Ahnung. Das war echt von jetzt auf gleich, fing so mit ca. 5 (?) Jahren an.
meine alte dame hat diese angst auch erst im alter entwickelt. ich kann gar nicht sagen, wann das angefangen hat, aber so mit 8 ca. - gewitter und auch silvester. früher war ihr das vollkommen egal, seit sie älter wird, ist das da - vielleicht kann sie es gehörtechnisch nicht mehr so einordnen? auf jeden fall gab es keinen bestimmten vorfall diesbezüglich, an den ich mich erinnern kann. sie zieht sich dann mit eingezogener rute ins bad (fensterlos) oder unter die esstischbank zurück.

 
Dabei
7 Okt 2014
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#16
Könnte sie denn irgendwas falsch verknüpft haben?
Finn hatte mit etwa neun Monaten eine kurze Angstphase , da haben sich wenige Sachen aber leider für einige Zeit manifestiert.
Meist waren das Geräusche, alles optische hat ihn nur kurz erschreckt.
Die Angst vor Gewitter hat sich bei ihm zwischenzeitlich aber gelegt und war auch nie besonders stark ausgeprägt.
Wirklich schlimme Angst zeigt er trotz vieler Übungen immer noch bei Hufgeklapper auf Asphalt, obwohl er vor Pferden selbst keinen Schiss hat.
Da hat irgendeine fiese Verknüpfung stattgefunden bei ihm, die sich sogar auf die gesamte Umgebung ausdehnt, in der sie stattgefunden hat.
Diese kurze Strecke verwandelt meinen Hund komplett.
Da kann ich ihn zu nichts motivieren, er wird steif und panisch und will einfach nur noch weg.
Ich kann mir diese starke Reaktion nur damit erklären, dass ihm im falschen Moment irgendwas weh getan hat (hatte lange Zeit einen Stromzaun in Verdacht, das Ding ist aber tatsächlich nur eine Attrappe und kann nicht schuld sein. Ich war an dem Tag, als da was passiert sein muss, krank und jemand anders ist mit Finn gegangen. Das läuft mir auch echt nach).
Vermutlich komme ich nie dahinter, was der Grund ist für diese Angst und deshalb kann ich auch nicht ideal dran arbeiten und meide die Strecke einfach bzw. Gehe Pferden aus dem Weg.
Das klappt beim Gewitter natürlich nicht, da würde ich wohl auch zur Homöopathie greifen.
Der Hund meiner Eltern hat auf Gewitter und Böller ähnlich stark reagiert und es wurde im Alter grade an Silvester immer schlimmer, wir haben Jahr für Jahr gedacht, ihn trifft der Schlag.
Bis wir ihn mit Baldrian vollgestopft haben vor Silvester (Trainer waren zu der Zeit irgendwie noch nicht existent im Kopf meiner Eltern).
Sicher nicht ideal, aber es hat tatsächlich geholfen.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#17
Also Ängste könne unabhängig vom Alter jederzeit entstehen! Das sollte man nicht vergessen. Es gibt Hunde die für so etwas empfänglicher sind u. andere Typen, die da eher hart im nehmen sind.
Leider kenne ich aus der BC Szene viele Beispiele, zumal ich mich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt habe.
Meine Freundin hat einen Working Kelpie x BC Rüden, der bis zum 4. Lebensjahr ein völlig normaler Hund war. Dann ist eines nachmittags im Garten etwas geschehen, als meine Freundin eben zwei Häuser weiter einer Nachbarin half. Sie kommt zurück, findet den Hund nicht u. entdeckt ihn schließlich als schlotterndes Bündel im hintersten Eck. Was in dieser kurzen Zeit ihrer Abwesenheit (ca. 1h) geschehen ist, hat sich nie aufgeklärt, zumal der Garten von 3 Seiten von einem Damwildgehege umgeben ist. Das Damwild selber war völlig ruhig, als sie eintraf.
Dieser Hund hat nach diesem Nachmittag diverse Angstphobien gegen unterschiedlichste Geräusche entwickelt u. steigerte sich immer weiter hinein. Kein Trainer konnte helfen, keine "normalen" Medikamente usw. Am Schluss blieb nur, diesen Hund mit Psychopharmaka zu helfen, um überhaupt wieder zu ihm durchzudringen. In der Hundeszene ist der Einsatz solcher Mittel immer noch ein Streitthema, aber mir sind jetzt 2 Fälle bekannt, wo es nur über diesen Weg ging, den Hunden wieder ein normales Leben zu verschaffen u. in beiden Fällen, waren es erfahrene Hundehalter.

Mich würde mal interessieren, wie der TA und der Trainer das Verhalten eingeschätzt haben u. welche Ansätze sie sehen. Zumal es interessant gewesen wäre, die schon im Anfangsthreat zu erwähnen, da solche Probleme generell nicht via eines Forums zu beurteilen sind.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#18
Julia, weil du die BC-Szene ansprichst.... mir fällt bei den BC, die ich sehe, immer wieder auf wie über-sensibel und in vielen Fällen schon ängstlich diese Hunde auf die verschiedensten Geräusche/Situationen reagieren. Situationen, in denen Hazel völlig relaxed bleibt. Kann es sein, dass das inzwischen ein Problem in deren Zucht ist? Oder kenne ich nur die falschen Border?
 
Dabei
22 Sep 2014
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#19
Kann es sein, dass das inzwischen ein Problem in deren Zucht ist? Oder kenne ich nur die falschen Border?
Nein, dazu gibt es sogar schon mehrere Studien. Auch eine Doktor-Arbeit speziell zu der Frage, ob er Border als "Familienhund" geeignet ist. Da wird auch beschrieben, dass der Border immer öfter durch Schreckhaftigkeit und Nervösität auffällt (was übrigens auch von der Bearded Collie-Szene berichtet wird). Ich weiß leider nicht mehr, wie die Arbeit heißt. Hatten wir auszugsweise in einem Seminar bekommen. Vielleicht finde ich es auf meinem Arbeitslaptop.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#22
Zitat: "Auch die verstärkte Zucht auf Exterieurmerkmale hat dazu beigetragen, dass BC mit übersteigertem Fehlverhalten zunehmend auftreten. So sind nach HEBELER (2006) Eigenschaften wie Ängstlichkeit, Aggressivität und Nervosität zu 50% erblich bedingt." http://d-nb.info/985257385/34
 
Dabei
30 Jul 2013
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#23
Muss ich mir mal in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen. Interessant wäre natürlich wenn der Auto auch auf die Unterschiede Arbeitslinie und Showlinie eingeht. Nicht alle Züchter machen ja das Exterieur zum primären Merkmal.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#24
Ich bin übrigens blöd: Letztere ist doch die Arbeit die ich meinte. Sah in meiner Druckversion, die ich auf dem PC hatte, nur anders aus.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#25
Muss ich mir mal in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen. Interessant wäre natürlich wenn der Auto auch auf die Unterschiede Arbeitslinie und Showlinie eingeht. Nicht alle Züchter machen ja das Exterieur zum primären Merkmal.
Egal ob Arbeits- oder Showlinie: ich finde, es liegt in der Verantwortung der Züchter charakterlich gefestigte Hunde untereinander zu verpaaren. Da, wie es in der Studie angesprochen wird, nur auf das Äußere zu achten erachte ich bei so höchst sensiblen Hunden, wie es Hütehunde nun mal sind, als äußerst fahrlässig. Und wenn ein Hund genetisch vorbelastet ist, hilft ihm womöglich eine reine Verhaltenstherapie nur gering.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#26
Egal ob Arbeits- oder Showlinie: ich finde, es liegt in der Verantwortung der Züchter charakterlich gefestigte Hunde untereinander zu verpaaren. Da, wie es in der Studie angesprochen wird, nur auf das Äußere zu achten erachte ich bei so höchst sensiblen Hunden, wie es Hütehunde nun mal sind, als äußerst fahrlässig. Und wenn ein Hund genetisch vorbelastet ist, hilft ihm womöglich eine reine Verhaltenstherapie nur gering.
Da hast du völlig Recht. Aber mich würde eben interessieren, inwieweit eine Sensibilität oder Ängstlichkeit auch in den Arbeitslinien bereits zu finden ist oder ob das nur die Showzuchten betrifft.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#27
Egal ob Arbeits- oder Showlinie: ich finde, es liegt in der Verantwortung der Züchter charakterlich gefestigte Hunde untereinander zu verpaaren. Da, wie es in der Studie angesprochen wird, nur auf das Äußere zu achten erachte ich bei so höchst sensiblen Hunden, wie es Hütehunde nun mal sind, als äußerst fahrlässig. Und wenn ein Hund genetisch vorbelastet ist, hilft ihm womöglich eine reine Verhaltenstherapie nur gering.
Naja, was nutzt Dir das wenn diese Züchter den Hund gar nicht mehr als Arbeitshund (das ist übrigens die korrekte Bezeichnung lt. des ASCA Standards), diese Rasse gar nicht mehr als Arbeitshund sehen, sondern in div. Anzeigen als "aus reiner Showlinie frei von Hüteinstinkten" anpreisen?
 
Dabei
22 Sep 2014
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#28
Zum Thema Show- und Arbeitslinie finde ich allerdings, dass in Deutschland gar nicht mehr so stark differenziert werden kann. Ich meine: hier gibt es doch kaum noch DIE Arbeitslinie, die wirklich nur noch für den Einsatz am Vieh gezüchtet wird. Sicher gibt es optische und auch charakterliche Unterschiede, aber -das ist jetzt mein subjektiver Eindruck; Züchter hier im Forum können mich gerne korrigieren- der ist doch schon beinahe fließend? Ich wurde erst vor kurzem angesprochen, dass Otis doch "Arbeitslinie" sein müsste, weil er nicht so ein Mega-Fellmonster ist. Dabei taucht in Otis´Linie (zumindest bis zu den Urgroßeltern) keine "richtige" Arbeitslinienzucht auf.

Das nur am Rande.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#29
Klar gibt es Züchter die ihre Hund für den Einsatz am Vieh züchten!!!! Es ist allerdings eine kleine Szene und die Würfe u. Welpen stehen seltenst mal irgendwo im Tiermarkt & Co, zumal es i.d.R. so ist, das die Welpen häufig sofort vermittelt sind bzw. für bestimmte Anpaarungen schon weit im voraus Reservierungen vorhanden sind.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#30
Klar gibt es Züchter die ihre Hund für den Einsatz am Vieh züchten!!!
Nein, ich meinte ja nicht, dass es das absolut gar nicht mehr gibt. Aber das ist doch in Deutschland gar nicht mehr so typisch, oder? Zumidnest konnte ich, als ich damals auf der Suche nach einem Züchter war, (zumindest unter denen, die ich mir angeschaut habe) keine Arbeitslinie finden.
 

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