Hundetheorie in der Volkshochschule

Dabei
8 Jul 2017
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#1
Warum eigentlich nicht ?

Hallo,

Immerwiedermal wird das Thema Hundeführerschein durchgekaut und entsprechen Kontroverse diskutiert . Falls der Gesetzgeber in diese Richtung einen Vorstoß planen würde, müsste er dann nicht auch Möglichkeiten bieten sich auszubilden, möglichst Bürgernah?
Wäre es nicht einfacher HH mit den Themen aus dem Verhaltensspektrum oder Lerntheorie usw in solchen Erwachsenbildungseinrichtungen zu erreichen? Einfach Basics abgekoppelt von den Hundeschulen (x) klar ersetzt das keinen praktischen Unterricht. Einfach wertvolle Inhalte Bürgernah für auch für den schmaleren Geldbeutel!

Ach den Hundeführerschein, habe ich vor Jahren mal gemach, zügig mit einem recht jungen Hund, da hat's dem Kerlnnoch nicht zu sehr zwischen den Beinen gejuckt. Ein Jahr später hätte ich nen arschvoll Arbeit mehr gehabt...und da haben mir die Erkenntnisse des Hundeführerschein garnix gebracht.

Sorry falsches Unterforum, bitte liebes Mods verschieben
 
Dabei
11 Nov 2012
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#2
Und was soll die reine Theorie einem bringen? Zum autoführerschein gehört ja auch ganz viel Praxis, nur die theoriestunden befähigen noch niemanden ein Auto zu fahren. Genau so wenig helfen theoriestunden zum Thema Hund, beim führen eines Hundes. Das muss Hand in Hand gehen, alles andere ist sorry, Unsinn.

Ganz ehrlich, Mitglied in einem Hundeverein werden, Jahresgebühr ca. 60-80 Euro, trainieren mit dem Hund, Theorie nebenher in der Praxis vermittelt bekommen, Begleithundeprüfung mit SKN machen (startgebühr 13 Euro) und damit hat man eine viel bessere Basis, als mit einem theoretischen Kurs bei der VHS und kommt wohl auch billiger davon.

Lg
 
Dabei
8 Jul 2017
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#3
Mein Gedanken: täglich beinahe Beschädigungen durch Hunde in der Zeitung. Hundehalterschulungen sollten überschaubar bezahlbar sein, dann gehen die Leute auch hin! Hundehalterschulungen als "normal"gesehen werden.

Ich kenne von hier keine Hundeschule oder Verein die in Richtung Theoriestunden vorab was anbieten, ev was zum Thema erste Hilfe oder Futteraufnahme am Wegesrand , das war's dann aber. Die HH die sich da Fortbilden wollen zahlen schnell mal mind 100 Euro und sitzten noch Stunden im Auto, weil nich an jeder Ecke Angebote zu finden sind.

Klar braucht's einen Praxisteil, ich zweifle an...Es gibt viele Hundeschulen und Vereine, werden die Probleme weniger?
 
Dabei
11 Nov 2012
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#4
Ich glaube die Probleme können nicht weniger werden, weil es immer mehr Hunde, in immer engeren bzw. dicht besiedelten Gebieten gibt. Und dann noch oft völlig unpassende rassen. Und die Menschen, die für diese "Unfälle" beinahe Unfälle sorgen, würden sich eh nicht angesprochen fühlen. Unsere VHS hatte vor ein paar Jahren sogar einen Theorie hundeverhaltenskurs angeboten. Seitdem nicht mehr, Interesse eher mau.

Die meisten Leute beschäftigen sich mit der Anschaffung einer Waschmaschine länger, als mit dem Kauf eines Hundes. Und gekauft wird weil hübsch, süß, schlau, plüschig, war in der Werbung, intelligent und aktiv. Und dann schlappt Familie mit 3 Kindern, wohnhaft in der Stadt in einer Wohnung, mit dem aussie oder waimeraner in die Welpenstunde oder junghundestunde und wollen patentrezept, denn das Tier funktioniert nicht, macht nur Probleme und in den Griff bekommen sie es auch nicht, weil ihr Leben zu so einem Hund halt nicht passt. Da helfen auch keine theoriestunden über hundeverhalten. Da kann man eigentlich nur vor dem Kauf hoffen, dass sie auf einen guten, seriösen Züchter treffen, der ihnen vom Kauf abräd und sie evtl. jemanden hundeerfahrenen im Bekanntenkreis haben, der die bei der hundeauswahl unterstützt. Denn die kostenlose Angebote von hundeschulen und hundevereinen vor dem hundekauf zu beraten, werden sooooo selten, man könnte auch sagen, nie! In Anspruch genommen.

Vor dem Kauf der Waschmaschine holt man sich Berichte, Erfahrungen usw ein. Rennt zu Saturn, Media Markt und noch zum kleinen Elektro laden im Ort, forscht im Internet und liest Stiftung Warentest.

Beim Hund sucht man sich nach Bild aus was gefällt und bei dem "kinderlieb" steht und dann schaut man wo man den kaufen oder bekommen kann und denkt sich, durch Erziehung kann ich mir den Formen und durch den Hund, den ich als Kind kannte, habe ich ja auch genug hundeerfahrung. Und Zack, Hund gekauft und schon geht der Mist los. Und nein, da hilft kein VHS Kurs.

Lg
 
Dabei
8 Jul 2017
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#5
Geb ich dir vollkommen recht. Da tourt der Herr Rütter mit , Entschuldung für den Begriff, Klamauk durchs Land füllt Hallen wie ein Popstar. Ist das Verständlich?
Meine Idee war z.B ein Welpenkurs in der Theorie, bevor der Hund nach Monaten betütteln als Problemhund in der Hundeschule auftaucht. Könnte mir es einfach vorstellen, nebst arabisch und chinesisch ....hündisch :)) Infos unabhängig von Einrichtungen die an Folgekosten verdienen, sachlich und ohne Gedanken im Kopf wo verdiene ich als nächstes am diesem Hund. ( überspitzt gesagt)

Was lernt der HH in z.B. einem Welpenkurs? Die die ich gesehen habe, Entschuldigung das war etwas Rummel für den Hund, was wurde euch dort erzählt? Gut man könnte sagen den den es intressiert kommt schon weiter, kauft sich Bücher, Seminare, webinars tingelt von Süd bis Nord um einen Vortrag zu erhaschen. Aber nicht alle Menschen die dort nicht sind, sind desinteressiert.
Die Auswahl der Rasse, ja die Rassebeschreibungen sich doch gut :) dann schlagen die Leute in Foren auf und sind sauer wenn's auf ihre Frage nicht die selbige Antwort bekommen die sie hören wollen.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#6
Was der HH im Welpenkurs lernt, ist ja nicht nur abhängig von der Qualität des Kurses, sondern auch von dem, ob der Halter überhaupt was lernen will. Viele besuchen zwar so einen Kurs, machen aber dann nichts von dem, was der Trainer sagt.

Für mich stellt sich auch die Frage: wer soll denn solche Kurse abhalten? Ein Trainer? Denn es sollte ja schon jmd sein, der weiß, wovon er spricht.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#7
Klar gehen da auch viele zum Quasseln hin, gehört halt auch dazu. Schön wäre dass doch wenn die Hunde nicht dabei wären :)
Ich verwerfe meine Idee :) weil bei Hundetrainern fängst ja schon an, welche " Ausrichtung " man da erwischt.
 
Dabei
11 Nov 2012
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#8
Wir versuchen im welpenkurs im Hundeverein ganz viele allgemeine Infos zum Hund und zum Welpen mit auf den Weg zu geben. Von "wie spiele ich richtig mit meinem Hund" bis zur allgemeinen hund nettiquette.
Spielen untereinander ist bei uns in der Welpenstunde tatsächlich relativ kurz. Es geht mehr um theoretisches Wissen und fragen beantworten. Ich denke qualitativ ist unsere Welpenstunde ziemlich gut, aber viele welpenbesitzer wollen das so nicht. Die wollen 45 min ihre Welpen "spielen" lassen und möglichst selber nicht viel tun und trotzdem einen erschöpften (völlig fertigen) Welpen wieder mit heim nehmen.
Machen wir nicht mehr so. Haben zusammen gesessen und ein Konzept erarbeitet und so die Welpenstunde neu aufgebaut. Mit viel wissen, viel Beziehung zwischen Hund und Halter und zeitgemäß.
Richtig angenommen wird das leider (noch) nicht. Aber wir bleiben dabei. Diese Mobbing, sinnfreien Verhau Welpenstunden, gibt es bei uns nicht (mehr).

Wir gehen sogar auf rassetypisches, auf auslandshunde, auf qualzuchtrassen, auf mehrhundehaltung, auf Jagdtrieb, Aggressionsverhalten usw. speziell ein. Auf schleppleinen Training, auf antijagdtraining usw. und bauen das Grundwissen im welpenkurs auf. Im junghundekurs bauen wir dann darauf auf und vertiefen das wissen noch weiter. Körpersprache deuten, die vier Fs (warum sich ein Retriever tatsächlich nicht ständig "freut") usw.
Und glaub mir, viele wollen ein patentrezept und nicht an sich und mit ihrem Hund arbeiten. Die wollen kein Wissen, die wollen schnelle Lösungen. Und natürlich muss ihr Hund schuld sein.

Lg
 
Dabei
19 Jan 2017
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#9
Sehr interessantes und wichtiges Thema. Ich finde auch, dass die Praxis und Theorie Hand in Hand gehen müssen.

Vielleicht wäre es neben der Ausbildung von uns Hundemenschen zusätzlich sinnvoll die Gesellschaft für den Umgang mit Hunden zu sensibilisieren. Zugegeben, hört sich erst mal nach einer verrückten Mamutaufgabe an.

Ich greife da gerne Hudsons Argument mit dem Autoführerschein auf. Unseren Kindern wird schließlich auch das richtige Verhalten im Straßenverkehr beigebracht. Ohne dieses Basiswissen würde es noch chaotischer auf unseren Straßen zugehen. Zwei- und Vierbeiner werden in Zukunft nicht weniger auf der Welt. Wäre vielleicht ein Ansatz über den man nachdenken könnte? Irgendwo habe ich schon von Kindergärten gehört, die diesen Weg gehen und Kindern den richtigen Umgang mit Hunden vermitteln. In den Sommerferien lese ich auch vermehrt von Angeboten für Familien.

Was mir gerade durch den Kopf geht:
Mit dem Geld und dem geringen Geldbeutel finde ich eine sehr schwierige Sache. Obwohl ich verstehe was du meinst Senior.
Ein geringes Einkommen ist die eine Sache. Das andere sind die Prioritäten. Für was Geld ausgegeben, oder gespart wird. Was erachten die Leute als so wichtig, dass sie bereit sind dafür Geld auszugeben. Technische Dinge wie: Handys, Fernseher, Autos werden in der heutigen Zeit eine größere Wichtigkeit haben als der Besuch eines Seminares. Weil Handys für das Leben in der Gesellschaft eine höhere Bedeutung haben, blättern die Leute eher ihr Erspartes hin, als es für ein Seminar auszugeben. Ein Auto muss fahren, oder die Tickets für die Bahn müssen bezahlt werden, damit man zum Job kommt und somit seine Existenz sichern kann. Wenn der Hund nicht hört, kann man je nach Schwere des Problemverhaltens es verkraften, aber wenn man nicht mehr an Social Media teilhaben kann, geht die Welt für viele unter.

Bei den Kosten für gute Seminare-/Fortbildungen und Kurse fragt sich kaum jemand wie die Seite der Referenten und Ausrichter aussieht. Diese Leute haben auch ihre Fixkosten, damit es überhaupt möglich ist solche Seminare anzubieten. Und hinten raus sollte auch noch Gewinn übrigbleiben, damit laufende Kosten für ihr Unternehmen und im privaten Bereich (Gewerbesteuer, Mehrwertsteuer, Lohnsteuer, Versicherungen, Altersvorsorge, Grundversorgung usw.) bedient werden können. Das ist kaum möglich wenn die Preise weit unten liegen.
Auch Kurse bei der VHS sind teilweise nicht sehr günstig. Wenn eine Einrichtung sehr sehr günstig Fortbildungen anbietet würden bei mir sofort die Alarmglocken angehen, ob es seriös ist...
 
Dabei
8 Jul 2017
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#10
Danke für deine Sichtweise...

Vermutlich kenne ich einfach zuwenige desinteressierte HH. Wobei ich die Tage auch mit jemanden gesprochen habe der meint auf youtube kommt alles :))

Auch dass Selbstständige Unkosten haben und diese umgelegt werden, kann ich nachvollziehen. Du, aber weißt du, wenn ein Hundetrainer fast 100 Euro für die Einzeltstunde bezahlt bekommt, hmm, also da gibt es schon Menschen die sich Gedanken machen :)) ( ach kein Hudetrainer der übern Bildschirm flimmert o.ä. )

Huschus sind mir oftmals zu sehr schon von Beginn an in eine gewisse Richtung ausgelegt sind. Kennt ihr nicht die vielen verzweifelten HH die in jeder Huschu was anders hören? kennt ihr nicht die Aussagen " musst halt auch machen was ich sage" der nächste Trainer sagt dann " warum machst du auch alles was man dir sagt, schaltet dein eigenes Gehirn eigentlich nicht ein? "
Hundeführerschein, ist für mich nur eine Momentaufnahme. Ich habe eine Urkunde auf dem " stillen Örtchen hängen" vor Jahren gemacht mit einem 14 Monate altem Hund, der zu diesem Zeitpunkt die ganze Welt noch rosarot sah " überall Friede Freude, Aggro kannte er nicht" . Ein Jahr später habe ich dann wohl was vermasselt, der Punkt Hundebegung war ein Desaster und im 8. Lebensjahr hat der Hund mal zu kurz eine Frau in Arm gezwickt einfach so im Vorbeigehen. Im Nachhinein wusste ich schon warum... 1000 x an der selben Stelle, 1000 x nix passiert. An dem Tag kam der Bus ...

Meine Denkansatz war einfach, dass ich es gut finden würde, von unabhängigen Stellen Ausbildungen angeboten zu bekommen. Es zur Routine wird über Möglichkeiten der Weiterbildung zu stolpern , Normalität halt.

Soziale Medien, bei vielen geht's um den Unterhaltungswert tägliches Posten von Hundebildern und süße Filmchen, wenn fünf "süß " darunterschreiben ist das nett und gut. Sobald es ums Eingemachte geht bekommen die Leute sich doch in die Haare :) Der Versuch einer Diskussion um einen verhaltengestörten Hund , geht in die Hosen wegen verhaltensorginellen Menschen . Oder war es andersrum?
 
Dabei
11 Nov 2012
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#11
Auch wenn meine Meinung evtl. anstößt, die meisten hundeschulen kannst du vergessen. Die können bei simplen Dingen, wie alltagserziehung helfen, sobald es aber schwieriger wird, vergiss es. Es gibt einige sehr fähige Trainer, die machen aber hauptsächlich einzeltraining und können schwierige Menschen und schwierige Hunde trainieren. Ich habe mittlerweile mehr gute, fähige hundevereine in Sachen hundeerziehung und Training erlebt, als hundeschulen. So leid es mir tut, aber bei hundeschulen zahlt man oft viel Geld und raus kommt nicht viel sinniges.

Ich habe selber, mit meinem relativ starken, recht souveränen aussierüden, einiges ausprobiert. Die allermeisten hundetrainer waren mit ihm überfordert und er ist wirklich nicht sooooo problematisch. Er ist halt nur sehr konsequent, kennt keinen Rückwärtsgang, etwas ungehemmt, nicht völlig aggressionslos und sehr, sehr souverän, selbstbewusst und stark. Damit sind so ziemlich alle hundeschulen schon nicht fertig geworden, ein Hund der eben auch ungebremst teilweise Antwort gibt, auf menschliches Fehlverhalten, ist halt nichts, was in der hundeschule funktioniert.

Am Ende haben mir zwei hundevereinstrainer einen gangbaren Weg mit ihm gezeigt und er ist kein besonders aggressiver Hund. Und für die gängigen hundeschulen war er schon mindestens 2-3 Hausnummern zu hoch und zu viel.

Mittlerweile ist er 11 Jahre alt und ein ziemlicher verlasshund. Er ist intakt, lebt im Rudel mit intakten Hündinnen und einem intakten Rüden zusammen und ich habe durch ihn viel, sehr viel gelernt. Auch wie man es nicht machen sollte. Aber nicht durch Theorie gelernt, sondern durch Praxis. Mit und an diesem Hund.

Und zu dem Ansatz, Menschen die nichts mit Hunden am Hut haben, hundeverhalten zu erklären bzw. zu unterrichten, sehe ich das anders. Wir Hundehalter leben mit unseren Hunden in der menschlichen Gesellschaft, deshalb ist es unsere Aufgabe unsere Hunde so zu führen, zu erziehen, auszubilden und zu halten, dass diese unsere Hunde, menschliches Fehlverhalten entweder wegstecken, ignorieren können, oder wir den Hund entsprechend sicher und führen müssen. Wir leben in einer menschlichen Gesellschaft mit unseren Hunden und nicht in einer hündischen. Ein Hund muss es aushalten können, angeglotzt zu werden von fremden Menschen, ohne aggressiv zu werden, oder er muss absolut sicher geführt und gesichert werden. Und diese besuchshunde in Kindergärten sind eher sowas wie Zoo zum anfassen. In einem streichelzoo lernt auch niemand etwas über das tiefgreifende verhalten von Schafen oder Ziegen.

Mein Ansatz ist, ich schütze die Gesellschaft vor meinen Hunden und versuche niemanden mit ihnen zu belästigen. Mit vier Hunden ist das eine Herausforderung. Durch diese Vorgehensweise ernte ich allerdings mehr Lob und wenig Anfeindungen. Und ganz klar, in einer Großstadt hätte ich keine vier Hunde, keinen aussie und wahrscheinlich gar keinen Hund.

Lg
 
Dabei
19 Jan 2017
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#12
@ Hudson: Natürlich müssen Hunde so geführt und gehalten werden, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht. Da bin ich ganz bei dir. Aber selbst für gute und souveräne Mensch-Hundteams, die mit viel Rücksicht unterwegs sind, ist es mittlerweile schwer sich in der Gesellschaft zu bewegen. Der Gedankengang "wir leben in einer menschlichen Gesellschaft" geht mir daher zu sehr in Richtung Schwarz-Weiß-Denken. Gerade weil viele Leute ohne Hunde so denken und noch extremer.

Ich verhalte mich auch so wie du es in deinen letzten Sätzen schilderst. Aber aus verschiedenen Erfahrungen und Erlebnissen sehe ich es leider mittlerweile aus einem anderen Blickwinkel. Die Verantwortung liegt nicht mehr ausschließlich bei den Menschen mit Hunden, auch die andere Seite sollte wieder stärker an ihrem Verhalten arbeiten. Irgendwann schützt man Leute die null Respekt zeigen. Das hat dann auch nichts mehr mit menschlicher Gesellschaft zutun. Danach hätte ich gestern mit meinen Hunden gar nicht mehr in den Wald gehen dürfen. Ich habe die Leute angeraunzt, dass sie gefälligst auch Rücksicht zu nehmen haben. Viele Leute legen es mittlerweile drauf an und sind auf Konfrontation mit Hundebesitzern aus. Weil sie genau wissen, dass man mit Hund im Ernstfall den Kürzeren zieht. Da werden Stöcke während des Radfahrens ausgestreckt um die Hunde zu erwischen. Mit den Autos wird so eng an einem vorbei gefahren, dass man schon vom Rand ausweichen muss. Beschwert man sich, steigen die Rad-/Autofahrer ab/aus und bedrohen dich. Wenn es ganz böse kommt wird man zusammengeschlagen.

Ich lass meine Hunde am Wegesrand absitzen, stehle mich als Puffer zwischen meinen Hunden und dem entgegenkomenden Menschen. Dieser Mensch wechselt plötzlich extra die Seite des Waldweges, kommt ohne Grund auf meine Seite und geht extrem nahe und provokant an mir vorbei (Schulter an Schulter), mit den giftigen Worten: Na, haben sie ihre Hunde auch im Griff?

Ich wohne nicht in der Stadt, aber wenn ich mal in der Stadt unterwegs bin (Kleinstadt mit großer, aber leeren Fußgängerzone), wird oft so eng an mir vorbei gelaufen, (obwohl genügend Platz ist und ich auch am Rand stehe) dass meine zwei Hunde fast getreten werden. Knödel wurde letztens auf die Rute getreten. Dann wirst du noch verbal angemacht: Was erschreckt ihr Hund mich so? (Knödel hat aufgejault). Können sie nicht wo anders mit ihren Kötern hin! Ich stand schon am Rand... . Es gibt noch einige Beispiele, die jetzt nicht so extrem und mit böser Absicht von den Leuten waren, aber wo ich mir denke, dass es gut wäre wenn Leute wüssten wie man es Hunden allgemein angenehmer machen kann. Mit dem Anglotzen ist auch so eine Sache. Ja, Hunde müssen es aushalten. Aber wäre es nicht toll wenn es nicht ständig und überall so sein müsste. Weil wenigsten ein paar Leute, dass Wissen haben was es für einen Hund bedeutet?

Das wir in einer menschlichen Gesellschaft leben, schließt ja nicht aus, dass man den Umgang mit Hunden nicht lehren kann. Oder, dass generell alle die nichts mit Hunden am Hut haben, es nicht begrüßen würden, wenn es zu verschiedenen Themen Angebote geben würde. Ich denke wenn man den Ansatz von den Kindergärten oder Schulen weiterführt, profitieren beide Seiten. Die Menschliche und die Hündische. Was spricht dagegen wenn ein ausgebildetes Mensch-Hundteam in die Kindergärten kommt? Ist es professionell, hat es auch keinen Charakter von einem Streichelzoo. Es wird schließlich auch Wissen über andere Themen kindgerecht vermittelt. Ich sehe da eine Chance, dass man das Zusammenleben in der Gesellschaft auf laaaanger Sicht vielleicht etwas erleichtern kann. Soll natürlich nicht die Verantwortung der Hundeführer für die Erziehung und Haltung ihrer Hunde ersetzen, oder gar ablösen. Die verbohrten Leute bekommst du eh nicht, aber warum nicht die Kinder abholen und mit einem gut durchdachten Konzept auf Hunde sensibilisieren?

@Senior: eine unabhängige Stelle. Da wäre was dran. Fände ich nicht schlecht. Nur wie und wer sollte diese Stelle leiten und organisieren?
Jede Stadt für sich? Jedes Bundesland? Bekommt man mit der Anmeldung seines Hundes gleichzeitig per Post oder E-Mail über mögliche Fortbildungen, Verbände, Lehrzentren bescheid? Wer entscheidet welche Möglichkeiten zur Weiterbildung seriös sind und es sich lohnt sie zu empfehlen? Schwierig...
 
Dabei
11 Nov 2012
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#13
Was du beschreibst sind natürlich unschöne Dinge, die mir in dem Maß hier noch nie mit Hunden passiert sind. Tut mir leid für deine Hunde und dich. Nur die Leute, die sich so verhalten, kommen eh nicht zu irgendwelchen Veranstaltungen zum Thema Hund. Natürlich würde eine gutes Konzept bzw. Projekt zum Thema Hund in Kindergärten und Schule Sinn machen. Nur ein Mensch-Hunde-Team für einen Tag würde da aber nicht reichen.

Mittlerweile wissen aber eben viele Menschen, dass es versicherungstechnisch so ist, wer einen Hund hält ist bei jeder Art von Unfall mit Hund immer schon teilschuld. Wegen der gefahrenhaftung. Ein Hund bedeutet höheres gefahrenpotential und das ist ein Wissen, was durch zahlreiche Vorkommnisse in der Gesellschaft ohne Hund angekommen ist. Ich bin früher auch mit Hund mal in die Stadt, durch die Fußgängerzone, habe ich mir komplett abgewöhnt. Bringt den Hunden nichts, zieht nur asiatische touris an, die den Hund fotografieren wollen und führt zu Konfrontationen mit irgendwelchen missmutigen Menschen. Brauch ich nicht.

Ich weiche oft ins Unterholz aus, latsche 5-10 Meter ins Unterholz bzw. vom Weg runter um niemandem die Chance zu geben, irgendwie an meinen Hunden nah vorbei zu müssen, oder gar an sie ran kommen kann. Zwei von den vier Hunden mögen fremde Menschen nicht besonders und sind da nur semi tolerant.

Ich nehme wohl mehr Rücksicht und bin umsichtiger als ich müsste, aber Leinen und maulkorbzwang sind schnell verhängt, braucht sich nur ein Mensch bedroht fühlen und das will ich für meine Hunde nicht.

Gestern war ich mit einer Freundin gassi und ich habe im Moment noch zwei große (Beauceron) gasthunde. Wir gehen mit so vielen Hunden dann in der Pampa gassi, wo kaum jemand sonst ist. Gestern kam uns in zwei Stunden ein Pärchen entgegen und mit so vielen Hunden, wäre es mir lieber gewesen, wir hätten niemanden getroffen. Aber im Moment mit dem Schnee muss man schauen, welche Anfahrten und Parkplätze überhaupt befahrbar sind, somit ist man gassimässig etwas eingeschränkt. Ansonsten fahre ich gezielt in die Pampa zum gassi. Und ich wohne schon außerhalb. Nicht weil ich so unverträglich mit Menschen bin, sondern um möglichst wenig Ärger mit den Hunden zu provozieren. Mit Hund hast du einfach oft die arschkarte und bist ein Stück weit am "Rande der Gesellschaft". Ist leider die Entwicklung.

Finde ich das schön und gut so? Nein, natürlich nicht. Aber ich glaube, ein Großteil der nicht-Hunde-Menschen, käme nicht auf den Gedanken, irgendwelche Seminare zum Thema "hundeverhalten" zu besuchen, auch nicht wenn diese umsonst wären. Warum auch? In ihrer Verantwortung liegt ein Hund ja nicht. Es ist unsere Verantwortung als Hundehalter.
Und ich habe eine große Klappe und strahle beim gassi schon aus, mach mich nicht blöd an, ich bin unverträglicher als meine Hunde. Trotzdem verziehe ich mich mittlerweile wirklich ins Unterholz. Sicher ist sicher. Und in die Pampa, wo du kaum jemanden triffst. Städte, Fußgängerzonen, Einkaufszentren meide ich mit Hunden komplett und auch ohne Hunde bin ich da selten. Evtl. liegt das alles daran dass ich vier Hunde habe. Mit einem fällt man weniger auf, aber als mehrhundehalter bist du eine Randerscheinung, am Rande der Gesellschaft. Ist einfach so. Ich fühle mich da auch ganz wohl. Ist schließlich meine Entscheidung und mein Leben. Ich will mit so vielen Hunden zusammen leben und kann das niemandem fremden aufzwingen.
Ob ich in Zukunft weiterhin vier große Hunde halte, weiß ich noch nicht. In den letzten Jahren sind meine Hunde immer kleiner und leichter geworden. Ein Standard Größe aussierüde kommt deshalb im Moment auch nicht mehr in frage für mich.

Das sind alles nur meine Ansichten, mein Leben, meine Konsequenzen die ich für meine Hunde und mich ziehe. evtl. etwas zu extrem, aber lieber Vorsicht, als Nachsicht. Ich will wegen der Hunde keinen Ärger und darum achte ich penibelst auf die Erziehung und kontrollierbarkeit meiner Hunde.

Die Idee mit den nicht Hundehalterschulungen ist gut, aber nicht praktikabel und reines wunschdenken. Selbst umsonst, würde da niemand hingehen, außer wieder Hundehalter.

Lg
 
Dabei
3 Jan 2013
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#14
Hi,
ein interessanter Ansatz. Ich denke auch, dass letztendlich nur Menschen bereit sind Geld und Zeit zu opfern, die sich sowieso intensiv damit zu beschäftigen. Das ist leider nur ein kleiner Teil.

Ich würde tatsächlich in Kindergärten und Schulen ansetzen. DAs Thema Kind und altersgerecht rüber bringen.

Ich selbst habe schon Kindergartengruppen eingeladen oder habe meine Freundin (Tierärztin) bei einem Schulworkshop (ein Halbjahr 1x wöchentlich) unterstützt. Die Kinder waren in der 3.und 4. Klasse. Da kann man schon sehr viel Verständnis erzeugen.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass Thema Hund als festen Lerninhalt zu etablieren. (evtl. im Biounterricht 5.Klasse). So wie man z.B. Verkehrspolizisten für den Verkehrsunterricht einsetzt könnte man hier extra geschulte Pädagogen/Hundetrainer einsetzten.

Aber wahrscheinlich ist das alles nicht wirklich im "Großen" zu praktizieren.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#15
Das Thema ist ja, HH bzw zukünftigen HH, die Theorie rund um den Hund näher zu bringen, falls z. B. der Hundeführerschein mal Pflicht werden sollte.
Da finde ich die Idee, dass man als HH die Möglichkeit hat, sich (kostengünstig) schon mal theoretischen Wissen anzueignen, gar nicht übel. Als zukünftiger HH habe ich ja noch keine Praxis, da bleibt nur die Theorie. Und die würden vielen im Vorfeld sehr gut tun.

Vorstellbar wäre für mich, falls der Hundführerschein Pflicht wird, so ein Modell wie Fahrschulen. Man muss den Führerschein machen, bevor man sich den Hund anschafft. Und da bräuchte man eben die Möglichkeit, das zu erlernen, in Theorie und Praxis. Aber das ist reine Fiktion ;)

Die Menschen, die mit Hunden nix am Hut haben, werden für solche Schulung sicher kein Geld ausgeben.
Respektlosigkeiten sind, leider, völlig normaler Alltag. Nicht nur gegenüber HH.
Da wachsen Generationen heran.........ganz ehrlich......da graust es mir.

Den Ansatz mit Schule oder Kindergarten finde ich nicht schlecht, wobei ich sagen muss, ich hatte Eltern, die mir die Basics beigebracht haben. Das fehlt ja heute auch immer häufiger. Mir wurde von meinen Eltern erklärt, dass man nicht ungefragt einfach Hunde anfasst, dass man nicht hingeht, wenn der Hund knurrt, dass man nicht am Schwanz zieht usw.
Deshalb frage ich mich, ob solche "Workshops" in Schulen und Kindergärten wirklich nachhaltig was bringen, wenn es die Eltern ganz anders vorleben?

Bleibt aber immer noch die Frage, wer soll das unterrichten? Man braucht dafür ja nun wirklich jemanden, der sich richtig gut mit dem Thema auskennt.
 
Dabei
27 Feb 2017
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#16
Gundi, ich bin da grundsätzlich bei Dir, allerdings finde ich es gerade ein Argument DAFÜR, wenn die Eltern es nicht vorleben, solche Workshops zu machen. Mir ist es letztens passiert, dass ich mit Dobby an der Bushaltestelle auf den Bus gewartet habe und ein kleines Kind kam ohne Aufsicht zu uns. Sie war vielleicht 2, maximal 3 Jahre alt und konnte kein Deutsch sprechen, hat aber vollkommen ohne Angst meinen Hund angefasst - und zwar nicht nur einfach streicheln, sondern Schnauze anfassen, Ohren untersuchen und so weiter. Dobby macht da nichts und er liebt Kinder, aber ich will das halt so nicht. Ich hatte also alle Hände voll zu tun, meinen Hund (der gerne mehr mit der Kleinen gespielt hätte) und die Kleine zu trennen und gleichzeitig die Eltern aufmerksam zu machen - und das möglichst so, dass die Kleine keinen Schaden davon trägt, weil sie am Ende sonst vielleicht meinetwegen Angst vor Hunden gehabt hätte, das will ich ja auch nicht, Hundeliebe ist ja grundsätzlich erstrebenswert. Hätte sie aber schon mal irgendwas im Kindergarten dazu gelernt, hätte sie meinem Hund eventuell nicht an die Schnauze gefasst. Das Argument "Bringt das was, wenn die Eltern nichts machen" finde ich schwierig, weil die Alternative wäre, dass es die Kinder gar nicht lernen. Und das ist meiner Ansicht nach keine Alternative.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#17
Ich denke auch die Leute die es irgendwie interessiert, finden auch nötige Informationen und Bildungsangebote.

Es sind ja nicht nur nicht Hundehalter sondern auch genügend Hundehalter die eigentlich kein tieferes Interesse an Ihrem 4 Beiner haben, sprich an Hundeverhalten allgemein usw.

Hundeführerschein? Ja sollte der Pflicht werden, dann werden die Angebote zu Vorbereitungskursen aus dem Boden schießen. Aber macht das Sinn? Klar es gibt die Autoführerscheine und die machen es schon sicherer. Aber zu vernünftigem Verhalten führt das doch auch nicht zwangsläufig. Da wird besoffen gefahren, Blinken als total überflüssig abgetan, Geschwindikeitsbegrenzungen gelten nur für die anderen und selbst sowas simples wie ne Rettungsgasse funktioniert doch quasi nicht und da steht man ja meist schon oder es geht eh nur noch langsam voran.

Ob das wirklich was bringt? Ich glaube nur wenig.

Bei uns im Verein wurde jetzt das Konzept geändert. Gestern wurde es vorgestellt. In den Gesichtern war klar zu lesen: Wie ich und mein Hund werden hier jetzt nicht mehr bespaßt? Wie ich muss selbst mit meinem Hund arbeiten? Neee so haben wir uns das nicht vorgestellt.

Tja, bin gespannt wieviele nächste Woche noch kommen.
 
Dabei
21 Feb 2011
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5.294
#18
Hätte sie aber schon mal irgendwas im Kindergarten dazu gelernt, hätte sie meinem Hund eventuell nicht an die Schnauze gefasst. Das Argument "Bringt das was, wenn die Eltern nichts machen" finde ich schwierig, weil die Alternative wäre, dass es die Kinder gar nicht lernen. Und das ist meiner Ansicht nach keine Alternative.
Stimmt, für diesen Moment.
Den Ansatz selbst finde ich auch gut......nur, wie lang hält das an, wenn danach nichts mehr aufgefrischt wird und die Eltern z. B. keine Hunde mögen?
Dem Kind vorleben, dass das alles nur blöde Köter sind? Wie verhält sich dieses Kind dann in zehn Jahren Hunden gegenüber?
Darauf möchte ich raus.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#19
Den Ansatz mit Schule oder Kindergarten finde ich nicht schlecht, wobei ich sagen muss, ich hatte Eltern, die mir die Basics beigebracht haben. Das fehlt ja heute auch immer häufiger. Mir wurde von meinen Eltern erklärt, dass man nicht ungefragt einfach Hunde anfasst, dass man nicht hingeht, wenn der Hund knurrt, dass man nicht am Schwanz zieht usw.
Deshalb frage ich mich, ob solche "Workshops" in Schulen und Kindergärten wirklich nachhaltig was bringen, wenn es die Eltern ganz anders vorleben?
Naja, scheinbar scheint das ja mit Schule u. Kindergarten zu funktionieren, sonst würde der NABU hierzulande sich in Sachen Wolf da wohl nicht so ins Zeug legen...
Es ist aber so, das eine solche Vorbildung in vielen Ländern stattfindet, insbesondere zu bedrohten Tierarten. Hier ist das Motto: der Mensch schützt nur, was er kennt.
Ich finde die Idee grundsätzlich gut, denn gerade unsere Kinder entfernen sich immer mehr von der Natur.
Wenn bei uns das neue Grundschuljahr beginnt, haben meine Schafe erst mal für mind. 1 Woche Zaungäste, weil dort immer wieder reichlich Kinder eingeschult werden, die noch nie zuvor ein Schaf gesehen haben. Und da sie dort freiwillig in der Pause zuschauen, scheint es sie ja rege zu interessieren. Warum also nicht hier auch in Sachen Hund ansetzen? Wird ja auch schon vielerorts erfolgreich gemacht.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#20
ich steig nicht recht durch mit der Vorstellung Hundeführerschein verpflichtend bzw der Umsetztung. Sollte dieser einmalig gemacht werden? Gemogelt, oder? Als Beispiel, ein HH bekommt einen Hund aus dem Tierschutz, braucht je nach Ausbildungsmethode einfach länger. Wer schreibt vor in welchem Zeitraum der Hund zu funktionieren hat?

Ach, die HH an eine gewisse Informationspflicht zu gewöhnen, wäre doch locker über die Hundesteuer zu erreichen. Alles was nichts macht bezahlt doppelt :) Wäre diese Steuer mal wirksam angedacht.

Großes Problem seh ich wirklich darin richtig gute Vortragende zu finden, weil bei einem solchen Vortrag würde ich mir schon viel Kompetenz wünschen, aber auch ein einfaches Regelwerk ... Bishin man lässt den Hund nicht an der Flixie über die ganze Straße rennen, zumindest nicht, wenn etwas entgegen kommt :)) Spass beiseite ... da stehen die Leute in ihrer Welpengruppe und verstehen garnix. Erste Vorkenntnisse wenn vorhanden wären, könnten Sie ihren Welpen da rausnehmen wenn's " brennt" so stehen sie da und " träumen" verliebt ihren Kleinen hinterher. Vertrauen auf ihre Trainer z.B. in meiner 1Stunde, da rannten Junghunde und Welpen in einem Kurs, die Trainerin stand am Zaun und führte Privatgespräche, wickelnd von der Ferne , das wird schon.

Der 2. Trainer hatte erwachsene Hunde mit auf dem Platz die meinen Welpen erstmal " erforscht" haben, wenn der Welpe quiekend bei mir Schutz suchte...sollte ich weiterlaufen, ich mache den Welpen sonst unsicher . Auf die Frage " aber Hündchen sucht Schutz" wurde ich erstmal ausgelacht :( mehr Erklärung gabs nicht.
Habe ich als Hundehalter schon vorab viele eigene Ideen, wenn möglich richtige, ist man in manchen Huschus eben nur 1mal. Blöd für die HH die tatenlos zusehen, weil sie meinen " wo Schule draufsteht, wird richtig unterrichtet"
Hundeschulen viele werden darüber schimpfen können, wollte ich eigentlich nicht , gibt's schon ganze Foren ( zum Glück hier nicht) die über andersdenkende , außerhalb ihrer Methodik denkende Menschen herhetzen , geht mir gegen den Strich, aber sowas von.
Ein Grund für den ev sehr naiven Gedankengang möglichst viele Informationen von " Neutraler Stelle " zubekommen. Ihr habt vollkommen recht, wer sucht den Vortragenden aus? jedes Dorf ein anderer Vortragender mit anderen Ideen :)) Trotzdem finde ich es blöd, dass HH ohne viel Ahung schon in Welpenkursen stehen und es kommt mir so vor, es vom "Glück haben" abhängig ist wie es mit dem Hund und dem Hundeanfänger weitergeht.
 
Dabei
11 Nov 2016
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65
#21
Bei uns in der Schweiz wurde 2008 nach diversen Beissattacken von Hunden der "Hundeführerschein" als Obligatorium für neue Hundebesitzer (unerfahren, erster Hund) eingeführt. Es nannte sich "Sachkundenachweis (SKN) für Hundehalter". Im 2016 wurde der SKN bundesweit abgeschafft und in die (freiwillige) Verantwortung der Kantone übergeben. Grund für die Abschaffung: Es konnte sachlich nicht nachgewiesen werden, dass es nach der Einführung des SKN weniger Hundeangriffe gab als vorher. Stattdessen hat man herausgefunden, dass es inzwischen deutlich mehr Hundebisse von Kleinhunden gibt (deren Besitzer auch die Kurse durchlaufen mussten) als von "gefährlich" eingestuften (Listen-)Hunden.

Grundsätzlich ist der SKN eine gute Sache gewesen, vor allem für Ersthundebesitzer. Für die Hundeschulen war es eine zusätzliche, einträgliche Geldquelle.

Mir ist einfach bei unseren Kursen aufgefallen, dass es HH gibt, die man mit den Inhalten erreicht und andere trotz der Schulung nicht. Die haufenweise "Tut-nix" bei uns haben alle diese Kurse durchlaufen und ihr Papier abgeholt. Ohne Nutzen.

Will heissen, ein Hundeführerschein mag gut sein, ist aber kein Ersatz und auch keine Garantie für das korrekte Verhalten eines HH im Alltag.

Es mag auch gut sein, Hunde in Kindergärten oder Schulen mitzunehmen. Zu bedenken gebe ich einfach, dass es sich in dem Fall oft um sehr brave und dafür geeignete Hunde handelt. Die sich unter Umständen viel gefallen lassen und auch ein falsches Bild von einem Hund abgeben können (im Sinne von "alle Hunde sind immer so brav, die darf ich ruhig auch mal streicheln, war in der Schule ja auch kein Problem"). Hunde sind kein Streichelzoo und diejenigen Kinder, die per se Streiche spielen wollen, erreicht man damit auch nicht.

Persönlich lebe ich seit über 40 Jahren mit Hunden und bin schon mit ihnen aufgewachsen. Früher gab es keine grosse Auswahl an Hundekursen / Hundeschulen. Informationen zur Erziehung waren nicht bequem im Internet abrufbar. Es gab keinen Martin Rütter oder Cesar Milan im TV. Trotzdem erscheint es mir rückblickend früher einfacher gewesen zu sein, einen Hund halten zu können. Zuviele Informationen können auch sehr verwirrend sein. Bei der Riesenauswahl an Hundeschulen und Vereinen ist die Wahl des richtigen Wegs für den eigenen Hund nicht einfach. Und leider geht auch das "Bauchgefühl" dabei verloren.

Die Gesellschaft ist egozentrischer geworden, sie polarisiert untereinander. Selfiekultur. Hunde gehören dazu, sie müssen anscheinend heute das eigene "ich" noch etwas unterstützen. Dazu gehört bei anderen halt Mountainbikefahren, Reiten, Familienkultur etc. oder am Besten alles zusammen. Das macht den Umgang miteinander nicht einfach. Die Toleranzgrenzen sinken immer mehr.

Wir wurden früher für unsere Hunde nicht kritisch hinterfragt. Es gab auch nicht diese Sensibilität gegenüber Hunden, wie es sie heute gibt. Vermutlich gab es einfach weniger Hunde und es gab auch nicht die doch recht häufige Mehrhundehaltung (teils sogar in der Stadt) so wie heute.

Hier wird das Problem der zunehmend mangelnden Toleranz untereinander auch diskutiert. Jetzt gibt es sogar den ersten "Waldknigge", damit Jogger, Hundehalter, Wanderer, Bikefahrer, Reiter etc. tolerant aneinander vorbei kommen und dabei immer auch noch den Wald mit seinen Tieren im Blick behalten. Denn die möchten auch noch leben können.

Gesamt bin ich eigentlich 100% bei Hudson. Liegt vielleicht daran, dass ich unseren Merlin in ihrem Hudson wiederkenne, einfach noch in *jünger*.
 
Dabei
3 Jan 2013
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#22
Es mag auch gut sein, Hunde in Kindergärten oder Schulen mitzunehmen. Zu bedenken gebe ich einfach, dass es sich in dem Fall oft um sehr brave und dafür geeignete Hunde handelt. Die sich unter Umständen viel gefallen lassen und auch ein falsches Bild von einem Hund abgeben können (im Sinne von "alle Hunde sind immer so brav, die darf ich ruhig auch mal streicheln, war in der Schule ja auch kein Problem"). Hunde sind kein Streichelzoo und diejenigen Kinder, die per se Streiche spielen wollen, erreicht man damit auch nicht.
Genau das sollte aber die Aufgabe des Unterrichters sein. Der mitgenommene Hunde sollte eben nicht einfach "nur gestreichelt" werden. Sondern auf seine Bedürfnisse hingewiesen. Und eben was man NICHT bei Hunden machen sollte. Sonst wäre es ja kontraproduktiv. Die Kinder sollen lernen die Bedürfnisse eines Hundes zu verstehen und sich im Alltag bei fremden Hunden entsprechend verhalten. Bei unseren Aktionen gab es klare Regeln für die Kinder . Selbst die ganz kleinen im Kindergarten saßen brav im Stuhlkreis :)
 
Dabei
7 Sep 2012
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#23
Hier in Niedersachsen müssen Hundeanfänger ja auch seit einigen Jahren einen Hundeführerschein in Theorie u. Praxis ablegen. Schon interessant, wie das am Ziel vorbeiführt:

- es gibt noch immer zahllose Leute die davon überhaupt nichts wissen, vor allem nicht, wenn sie keine Hundeschule besuchen
- der Praxisteil muss nicht mit dem eigenen Hund, sondern kann auch mit einem (gut erzogenen) Leihhund abgelegt werden, was dann in keinster
Weise zeigt wie gut die Theorie mit dem eigenen Hund in die Praxis umgesetzt wurde
- Hundetrainer von Hundeschule müssen sich von Kunden blöde Kommetare und sogar Beschimpfungen anhören, das das ja wohl die reiner
Geldschneiderei wäre und sie damit nur Kasse machen wollten
- es gibt Gemeinden die das ganze explizit überprüfen u. es gibt Gemeinden denen das völlig egal ist. Meine Kollegin hat sich vor 3 Jahren ihren
ersten Hund zugelegt u. den Führerschein bis heute bis heute nicht gemacht. Bei der Steueranmeldung mahnte die Gemeinde zwar an, das
der Führerschein abgelegt werden muss, hat da aber nie wieder nachgehakt. Hauptsache die HST wird überwiesen.
- diejenigen die das ganze in erster Linie treffen sollte, gehen wieder durch das Netz. Wird der Hund gar nicht erst zur HST angemeldet,
findet auch keine Überprüfung statt, ob der Halter den Führerschein gemacht hat u. ob eine entsprechend ebenfalls geforderte
Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Und das ist hier im ländlichen Gebiet noch immer recht problemlos, an der Steueranmeldung
vorbeizukommen. In unserer Gemeinde wurde zwar immer mal wieder eine Überprüfung angekündigt, aber in über 20 Jahren Hundehalter, bin
ich noch nie überprüft worden (obwohl meine angemeldet sind).
- und ganz klar: selbst diejenigen die den Führerschein abgelegt haben, verhalten sich mit ihrem Hund u.U. trotzdem nicht besser, als andere...

Da noch dazu die theoretische Inhalte eher einfach gehalten sind, sehe ich hier ebenso wenig einen Nutzen, wie von dem dämlichen verpflichtenden Zentralregister, das nur eine Geldeintreibemaschine für das Land ist und sonst nichts.
 
Dabei
19 Jan 2017
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#24
Bei uns in NRW verhält es sich mit dem Hundeführerschein...naja... erschreckend einfach... eigentlich ist er gar nicht vorhanden! Ich mag es kaum schreiben: Man füllt zwei Fragebögen beim Tierarzt im Wartezimmer aus und fertig. Nebenbei helfen sich die Leute im Wartezimmer gegenseitig. Wenn man was falsch hat: Keine Sorge. Falsch angekreuzte Antworten, werden kurz vom Tierarzt erläutert. Man geht wieder ins Wartezimmer und bekommt seinen Sachkundenachweis von der Tierarzthelferin. Das wars. Sonst nichts. Keine praktische Prüfung und den Theorieteil kann man in der Form auch nicht als Prüfung sehen.

Was ich auch unverständlich finde, Halter von kleinen Hunden müssen überhaupt nichts vorweisen. Und Halter die schon 10 Jahre Hunde führten sind auch nicht mehr betroffen. Wer weiß wie die 10 Jahre aussahen? Und die Dunkelzahl, die ihre Hunde nicht bei der Stadt anmelden ist auch noch da. Frei nach dem Motto: melde ich meinen Hund nicht an, muss ich auch nichts vorlegen... .
 
Dabei
8 Jul 2017
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#25
Danke für den Bericht auch aus der Schweiz, es klappt nicht, wir lassen es bleiben, klasse ... da haben wir noch viel zu lernen. Da wird erst ein Berg an Akten und Einscheidungen vorsichhin geschoben . Als ob eine Gesetztesbeschluss eine Fussfessel wäre und keiner kommt mehr davon los . Lauter Schwerfälligkeiten , Bequemlichkeit oder Bammel vor Fehlentscheidung und wer auf wieder den Kopf hinhalten muss :))
was wir hier trauriges zum Thema Zustande bekommen, ist hier zu lesen.
 
Dabei
11 Nov 2016
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#26
@Senior Die SKN Kurse wurden nach der tödlichen Beissattacke auf den 6-jähren Süleymann eingeführt. Er wurde 2005 von drei American Staffordshire Hunden zu Tode gebissen. Im Anschluss wurden eben die Listenhunde eingeführt etc. Die Entwicklung zu einer grösseren Sensibilität fand nicht nur in der Schweiz sondern u.a. auch in Deutschland statt. Der Erfahrungsbericht aus der Schweiz zeigt einzig auf, welche Massnahmen hier deswegen ergriffen wurden und zu welchem Ergebnis diese Massnahmen geführt haben. Primäres Ziel war, Beissattacken zu verhindern.

Als ob eine Gesetztesbeschluss eine Fussfessel wäre und keiner kommt mehr davon los .
Zum Glück ist die Schweiz ein pragmatisches Land, in dem die Bürger mitentscheiden können und Entscheidungen auch schon mal hinterfragt werden. Eine Diskussion gehört zum politischen Prozess und ist Basis für Entscheidungen. Der Entschluss, die SKN Kurse aufzuheben wird sicherlich immer wieder hinterfragt (gerade heute am Samstag hier in einem bekannten Medienportal sehr kontrovers). Nicht jede Meinung gefällt allen und es gehört zum (demokratischen) Prozess auch die Meinung von Gegnern zu akzeptieren, ohne diese gleich abzustempeln.

Hier war es so, dass die Halter von kleinen und leichten Hunden nicht den SKN Nachweis erbringen mussten. Gerade in dieser Gruppe häufen sich jedoch die Beissattacken. Nicht zuletzt gehören zu dieser Gruppe sehr viele "tut-nix" Hunde & ihre Halter. Somit müsste grundsätzlich hinterfragt werden "wer nimmt alles an den Kursen teil" - meiner Meinung nach alle Ersthundebesitzer und "wie sind die Inhalte dieser Schulungen" - denn hier ging es nicht zuletzt eher um Basics wie "Kot aufnehmen" etc.

Viele minimale Basics werden von Hundehaltern gar nicht umgesetzt. Kotaufnahme gehört dazu. Ein HH im Nachbardorf hat ein Rudel von sechs Hunden. Drei Border, Pudel, Terrier. Der HH sieht aus und fühlt sich etwas wie Cesar Millan. Seine Hunde hören sehr eindrucksvoll auf das Wort, er hat nie eine Leine dabei. Er hat aber auch nie Kotbeutel dabei, würde bei sechs Hunden vermutlich lächerlich wirken - all die Kotbeutel. Er lässt sein Rudel laut bellend durch den Wald laufen, auch zur Setzzeit. Es ist ihm egal, dass er damit die Wildtiere stört. Seine Hunde kommen ja schliesslich aufs Wort wieder zu ihm. Die meisten HH hier bewundern ihn, weil er seine Hunde so gut im Griff hat.

Folgende Szene ist daher schon öfters passiert: Da komme ich mit meinem Merlin auf dem Waldweg daher. Da mir Merlin noch zuviel Jagdtrieb hat und bei (unseren sehr häufigen) Rehbegegnungen von < 10 Metern noch nicht zuverlässig hört, ist er (nur im Wald noch) an der Leine. Das Bellen des Rudels hat er schon weit gehört und der Hund ist aufgeregt. Der HH wartet bis ca. 3 Meter vorher ab (manchmal muss ich stehenbleiben) bis er sein Rudel zusammenruft. Er geniesst dann sichtlich den Moment, wo ich mit einem aufgeregten Aussie, bepackt mit roten Kotbeuteln, an ihm vorbei gehe. Wir sind keine 3 Meter vorbei, da lässt er sein Rudel laut bellend rennen und ich darf meinen aufgeregten Hund noch etwas weiter erziehen ;-).

Was ist bei ihm von dem Kurs hängen geblieben?

Bei der Diskussion hier geht es nicht zuletzt um Anstand, gegenseitige Toleranz und um das Achten z.B. auch von Wildtieren, Joggern, Reitern, Biker etc. Wenn solche Basics in einer Gesellschaft zunehmen fehlen, müssen die Inhalte von einem Hundekurs das auffangen können. Und da sehe ich leider erhebliche Defizite. In der Diskussion heute auf Social Media ist mir ein Kommentar noch aufgefallen: "Ich lasse meine Hunde immer frei laufen, auch bei Hundebegegnungen. Wenn andere ihre Hunde bei Begegnungen anleinen müssen, dann stimmt was mit den Hunden nicht, dann sind die falsch erzogen, die brauchen doch ihre Freiheit und die können sich doch ruhig mal beschnuppern".

Zu soviel Dummheit und Borniertheit fällt mir einfach nicht mehr viel ein.

Für mich gehört es (völlig abgesehen von Erziehungskursen etc.) zum Anstand, meinen Hund bei Begegnungen mit Joggern, Reitern etc. an meine Seite zu rufen - und zwar schon etwas früher als nur 3 Meter. Daher haben wir stets vollkommen friedliche Begegnungen. Auch eine Reitgruppe von 20 Pferden (paarweise, nehmen den ganzen Weg ein) meistern wir problemlos. Und kommt mir ein HH mit einem (frei oder angeleinten) Hund anständig entgegen, kann ich mit meinem 2,5 jährigen intakten Rüden auch Hundebegegnungen anständig meistern.

Neulich auf Heimatvisite in Köln. Eine HH mit freilaufendem kleinen Hund lässt diesen auf meinen Mann zulaufen, der Hund springt meinen Mann auch an. Mein Mann reagiert mehr als wütend und schiebt den Hund mit dem Bein weg. Die HH war sichtlich pikiert, weil ihr Hündchen so misshandelt wurde. Das hat wenig mit "Hundeerziehung" zu tun. Sondern mit mangelndem Anstand. Es ist mehr als unanständig, einen Hund frei auf fremde Personen zulaufen zu lassen im Sinne von "mein Puschi-Puschi tut-nix". Und da hege ich einfach Zweifel, dass die "wirklich Unanständigen", denen schon die "gute Kinderstube" fehlt als Erwachsene noch was lernen. Vermutlich bin ich dafür schon zu alt ;)
 

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