Ich denke es spielen viele Faktoren eine Rolle.
Fangen wir vorne an - Die Zuechter!!
Die wenigsten der ueberall aus dem Boden schiessenden Zuechter haben Ahnung von dem was sie da verpaaren und wundern sich, dass aus netter Mutter+nettem Vater nicht = nette Welpen werden.
Daraus folgt - Genetik laesst sich nicht bescheissen und wesensschwache Welpen und teilweise auch Zuchthunde machen es ihren Besitzern schwer.
Zweites Problem - Ersthunde bzw. Welpenbesitzer!!!
Auch wenn ich dafuer sicher gelyncht werde, aber ich halte die Arbeitshunderassen nicht unbedingt Ersthundegeeignet. Es gibt natuerlich einige Ersthundebesitzer die das gut hinbekommen bzw. mit den Problemchen gut leben koennen, auf der anderen Hand gibt es aber auch einige, die einem Aussie und dessen Rassetypischen Eigenschaften nicht so ganz gewachsen sind. (siehe Aussies in Not, DHD24 usw.)
Man kann einen Hund nicht unbedingt mit Checkliste und Buechern gut erziehen. Viele Leute wuenschen sich, eine Checkliste und harken da dann gerne die Punkte ab, die sie "erledigt" haben. So funktioniert das aber nun leider nicht.
Und ich sag es einfach so, fuer Hundeerziehung braucht man ein gewisses Bauchgefuehl fuer Timing, fuer Aktion und Reaktion usw.
Viele Ersthundebesitzer analysieren so viel, da ist jede Reaktion zu spaet. Genauso das clickern. Eigentlich eine wunderbare Sache, wenn es nicht Leute gaebe, die meinen es unglaublich gut, haben aber das schlechteste Timing von der Welt, bzw. sehen noch nicht mal, wann der richtige Moment zum clickern waere und wundern sich dann, dass es in die Hose geht. Training und Erziehung sind in meinen Augen unterschiedliche Dinge.
Dazu kommt jetzt noch, dass es leider mehr schlechte Welpenschulen gibt als gut.
Erfahrene Hundehalter meiden Welpenstunden normalerweise wie der Teufel das Weihwasser und das aus Gutem Grund. (ausser die Welpenstunde ist eine der wenigen guten

)
Dann kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt, naemlich was nach Meinung vieler Besitzer ein Aussie koennen muss!!! Er muss die Stadt abkoennen, viel Besuch abkoennen, schreiende Kinder abkoennen, nicht jagen, nicht bellen, nicht bewachen, nicht schuetzen, bloss nicht hueten, usw. usw.
Der Rasse also komplett entgegen. Ein Aussie ist nunmal kein Labrador und waere er einer haette ich keine Aussies!!!!
Dann gehen wir weiter, ich denke viele Menschen machen aus einer Muecke einen Elefanten. Ja das zwicken von Welpen nervt, aber es gibt ein paar ganz einfache Regeln, spiele nicht mit deiner Hand in der Welpenschnautze herum, lasse dich niemals von dem Welpen zwicken ohne nicht postwendend, am besten reflexartig, dem Kleinteil das doch sehr deutlich zu machen, dass das nicht geduldet wird. Ehrlich, ich wuerde mit einem 12 Wochen alten Welpenbaby sicher keine Diskussionen beginnen, die habe ich in der Pupertaet noch frueh genug.
Es kommt noch mehr sorry. Dann dieser Druck unter dem manche meinen zu stehen, weil sie einen Aussie haben und der doch so schnell lernt. Was den meisten Welpen gut tun wuerde ist, nicht staendig im Mittelpunkt zu stehen, sondern mal den Thron zu verlassen und einfach mitzulaufen. Nicht staendig die Uhr zu stellen, wie lange war ich jetzt mit Welpi draussen? , Wie lange habe ich trainiert? Habe ich ihn heute eigentlich schon geistig beschaeftigt? usw.
Einfach mal ruhig Blut und back to the roots. Der natuerliche Platz eines Hundes, ist sicher nicht auf einem Thron und das ganze Leben rotiert um dieses gottgleiche Lebewesen. Ich habe drei Hunde und davon kommt immer mal wieder einer zu kurz. Und sie sehen es mir mit Freude nach.
Unsere Gesellschaft verlangt viel von Hunden, ob da der Aussie immer so super reinpasst wage ich zu bezweifeln, aber das muss jeder selber fuer sich entscheiden.
Ansonsten sind viele Probleme einfach nur deshalb Probleme, weil sie in das Leben desjenigen nicht reinpassen.
Ich meine ich finde z.B. meine June perfekt. Sie muss andere fremde Hunde die ihr begegnen nicht gut finden, ich bin nicht darauf angewiesen, dass sie die meisten Hunde lieben muss. Wuerde ich so leben, dass ich jeden Tag duzende andere Hunde treffen wuerde, faende ich June wahrscheinlich nicht mehr perfekt, sondern anstrengend.
Ach ja, in meinen Augen ist das Thema "Auslastung" das am Meisten ueberbewertete Thema in der ganzen Aussiedebatte. Einen Aussie auszulasten ist ehrlich kein grosses Problem, das schafft jeder halbwegs engagierte Mensch.
Warum sich da alle immer drauf einschiessen verstehe ich nicht.
Die meisten Menschen haben nicht mit der auslastung ein Problem, sondern mit der Ressourcenverteidigung, mit dem Wach und Schutztrieb und mit der reaktionsschnelle eines Aussies. Alles Dinge die der Arbeitshund Aussie mitbringen kann.
Wir reden hier immer noch von der Arbeitshunderasse Aussie und nicht von einem Malteser.
Und der wichtigste Punkt den ich noch mal hervorheben moechte - GENETIK laesst sich nicht bescheissen oder aendern.
Aussies gehoeren einer Arbeitshunderasse an und bringen daher Dinge mit, mit denen ein Ersthundebesitzer vielleicht ueberfordert sein kann.
P.S. noch etwas vergessen "Gut meinen und Gut machen" sind unterschiedliche Dinge und auch das ist teilweise ein Probelm.
LG