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Junghund beklaut Althund trotz Knurren

Dabei
7 Okt 2014
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#1
Mein 6 Monate alter Junghund bedient sich von Anfang an am Spielzeug und an Kausachen, die der Große hat und der überlässt sie ihm auch.
Allerdings knurrt er mittlerweile öfter mal, was ich prinzipiell sehr gut finde, weil ich das Gefühl habe, dass der Kleine ihm ziemlich auf der Nase rumtanzt.

Nun knurrt er allerdings auf eine Art und Weise, die Ilai nicht wirklich ernst nimmt und ich muss zugegeben , dass ich die an seiner Stelle wohl auch nicht ernst nehmen würde :rolleyes:
Finn hat beispielsweise ein Spielzeug, Ilai kommt ganz nah, will es sich nehmen, Finn knurrt ihn sehr laut an.
Statt zurück zu weichen, beschwichtigt Ilai ganz leicht und versucht wieder, es sich zu nehmen, indem er fast in seine Schnauze kriecht, Finn knurrt noch lauter, Ilai bleibt an Ort und Stelle und Finn lässt das Spielzeug fallen und geht.
Bei Kauknochen und nicht so beliebten Sachen ist es das Gleiche.
Auch wenn wir mit dem Futterautomaten spielen, wo Finn eigentlich sehr wild drauf ist, bedient sich Ilai in aller Seelenruhe, während Finn den Button betätigt, der das Futter herauskommen lässt.
Sieht natürlich lustig aus, verunsichert den Großen aber sichtlich.
Finn guckt mich dann ganz verzweifelt an, jammert, geht aber nicht an das Teil, aus dem die Leckerli kommen , davor steht ja Ilai.
Zuletzt hat er mir den Button sogar gebracht, so nach dem Motto, tu was, ich kriege nichts ab .
Wenn sie die Näpfe der Katzen sauber machen dürfen, steht Finn erst gar nicht mehr auf (vor Ilai war das sein Highlight des Abends), sondern lässt Ilai den Vortritt, selbst wenn ich ihn ermuntere, ebenfalls hinzugehen.


Lediglich beim normalen Fressen habe ich Finn ein einziges Mal anders knurren hören, als Ilai seine Nase in den Napf gesteckt hat.
Leiser , ernster irgendwie und das hat Ilai sofort akzeptiert, er lässt seither Finns Napf in Ruhe, bis der fertig ist mit fressen.

Auch beim Spielen wehrt Finn sich nicht richtig, zerrt der Zwerg an ihm rum, obwohl er eigentlich schlafen will, lässt er ein genervtes Knurren hören, da Ilai aber nicht locker lässt, geht Finn irgendwann drauf ein oder steht aua und legt sich woanders hin.

Da ich nun gar nicht einschätzen kann, wie ernst es Finn tatsächlich ist, gebe ich ganz besonders leckere Sachen nach wie vor getrennt in verschiedenen Räumen oder maximal unter Aufsicht und wenn Ilai Anstalten macht, klauen zu wollen, verbiete ich es.
Nervt die Kröte ihn meiner Meinung nach zu sehr, gehe ich dazwischen und schicke sie weg, Finn wirkt dann auch recht erleichtert.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Finn auch eine tolle Ressource abtreten würde , sich dann aber langfristig vielleicht etwas bei ihm aufstauen könnte und er irgendwann vielleicht mal explodiert und ich bin ja auch nicht 24/7 da, um ihm zu "retten", wenn Ilai ihm auf den Sack geht.

Sollte ich eventuell gar nicht mehr dazwischen gehen, sondern die beiden machen lassen?
Ilai akzeptiert von anderen Hunden, die es offenbar ernster meinen, schon ganz subtile Ansagen.
Es ist also nicht so, als wäre er allgemein merkbefreit in der Hinsicht.
Finn dagegen geht immer den untersten Weg, vermeidet jeden Streit und wenn er doch mal "Prügel" bezieht von anderen Hunden (da reicht schon ein leichtes Abschnappen), meidet er diesen Hund künftig, selbst wenn er ihn jahrelang kennt :eek:
 

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Dabei
22 Sep 2015
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#2
Also bei der Sache mit dem Futterautomaten würde ich Ilai dann wegnehmen und Finn diese Sachen machen lassen danach kann Ilai ja das gleiche machen. :) Wäre hier nicht anders, Mina würde sich nie mit in den Napf reindrängen wenn Suri zuerst dran ist, anders herum schon und da schaue ich dann drauf, dass jede was bekommt.

Und bei den Katzennäpfen würde ich auch schauen, dass wenn du mehrere hast, dass jeder zum Beispiel einen Napf von dir bekommt den er ausschlecken kann und du da auch wirklich schaust, dass Ilai Finn da nichts wegschleckt. Hier dürfen meine beiden immer mal wieder Jogurt Becher ausschlecken. Haben wir 2 bekommt jede einen, haben wir nur einen darf jede nach ein einander immer mal wieder das ausschlecken :)

Ich glaube bei den Kausachen würde ich es auch machen außer Finn steht einfach auf, ohne das Ilai was gemacht hat.

Wenn sie spielen würde ich sie machen lassen und einfach mal abwarten ob Finn mal anfängt sich zu wehren wenn es ihn zu sehr nervt.

Ne Bekannte erzählte mir die Tage, dass eine Freundin von ihr einen Sheltie hat, der sich nie nie nie gewehrt hat und ihr Hund den immer genervt hat, und irgendwann wurde es dem SHeltie zu bunt und sie machte nach Ansage, der andere Hund beschwichtige sofort und der Sheltie wurde binnen Sekunden immer "größer" und zeigt den Hunden jetzt auch wenn sie übertreiben.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#3
Den Automaten gibt es seither auch nur noch im Wechsel, wenn einer dran ist, muss der andere warten.
Finde ich auch eine recht gute Übung für den Wartenden.
Jogurtbecher gibt es ebenfalls zwei oder ich halte den Becher fest und jeder darf mal dran.
Das ist auch überhaupt kein Problem, das wird von beiden anstandslos akzeptiert.
Kauknochen liegen hier nur welche rum, die eigentlich Ilai gehören (was Ilai natürlich nicht weiß), Finn mag die Dinger überhaupt nicht und frisst sie nicht.
Er beansprucht sie aber ab und an und dann halt erfolglos.

Eben hatte Ilai Finns Lieblingsspielzeug und Finn hat sich komplett zum Affen gemacht und ihm alle anderen Spielzeuge gebracht, um ihm das eine abzuluchsen.
Als das nicht geklappt hat, hat er tatsächlich versucht aufzureiten, was ich bei ihm noch NIE gesehen habe.
Hat Ilai allerdings auch nicht interessiert .
Ich bin mir bei sowas halt nicht sicher, ob ich es laufen lassen soll oder das Spielzeug dann besser einkassiere, da es für mich nach Provokation aussieht.
Hat Finn das Spielzeug aber irgendwann ergattert, spielen sie meist zusammen damit, das wirkt dann völlig entspannt.
Bei meinen anderen Hunden war das nie ein Thema, da die jeweils älteren gar nicht mehr mit Spielzeug gespielt haben und Kauknochen auch eher uninteressant waren.
An bessere Sachen hätten die Welpen/Junghunde nie gewagt zu gehen, da mussten die Alten nur mal giftig gucken.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#4
Draußen ist es übrigens genau andersherum .
Da nutzt Finn seine größere Körperkraft beim Spielen und walzt Ilai ständig um, rennt ihn über den Haufen.
Meist stört sich Ilai nicht dran, wird es ihm zu wild, kommt er zu mir und ich bremse Finn dann aus.
 
Dabei
14 Sep 2014
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#5
Genauso wie du eingreifst wenn Finn den Kleinen über den Haufen rennt ,würde ich auch eingreifen wenn Finn vom Kleinen gemobbt wird . Scheinbar traut Finn sich nicht eine klare Ansage zu machen , weil er das von dir erwartet und auch ich denke du solltest das regeln wenn es zu extrem wird. Du bist der Chef und hast für Ruhe im Rudel zu sorgen wenn es zu krass wird .
LG Roswitha und Dusty
 
Dabei
7 Okt 2014
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#6
Das tue ich ja bisher, ich bin mir nur nicht sicher, inwieweit ich Finn das langfristig abnehmen sollte.
Ich bin ja auch nicht immer da und da sollte er sich halt zu helfen wissen.
Ich habe so das Gefühl, ihm fehlt das richtige Maß und er traut sich nicht, den Kleinen wirklich mal deutlicher zu maßregeln.
 
Dabei
14 Sep 2014
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#7
Ist auch irgendwie eine Gradwanderung und man will alles richtig machen und ist sich nicht immer sicher was richtig ist. Ich kann Dich da gut verstehen , geht mir bei manchen Sachen auch immer wieder so und handle dann aus dem Bauch heraus und bin immer gut damit gefahren. Wenn Du das Gefühl hast Finn braucht Deine Hilfe , dann greife ein und regle das so wie Du es möchtest und der Kleine merkt dadurch auch das sein Verhalten von Deiner Seite nicht erwünscht ist.Stell Dir mal vor du hast ein kleines Kind das von deinem Kleinen "drangsaliert " wird , da würdest Du doch auch eingreifen . Ist jetzt vielleicht ein blödes Beispiel, weil die beiden ja nicht ohne Aufsicht wären, aber nur mal als Denkanstoß um sich klar zu werden was man tun soll.
LG Roswitha und Dusty
 
Dabei
7 Sep 2012
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#8
Ist halt wirklich eine Gradwanderung und auch eine Sache von Bauchgefühl. So etwas ähnliches habe ich hier ja auch gerade. Die Kleine ist ja nur 2 Wochen jünger wie Ilai und Fallon auch eher ein unsicherer Hund. Vorher hat sie sich auch immer von den beiden Seniorinnen leiten lassen, wobei das so dezent war, das man es als Aussenstehender eigentlich nie gesehen hat. Fallon´s Aufgabe war das Wachen, Melden, Schützen, aber dahinter haben die beiden Großen die Strippen gezogen, so das sie eigentlich nur untergeordnete Aufgaben hatte, auch wenn das nach Aussen oft anders aussah.

Fallon ist ja niemals nicht verfressen. Spitzname Mäkellone. Da kann sich die Kleine jetzt (wenn sie wollte) auf den Napf stürzen, sie wäre eher froh, das sie den damit nicht leeren muss. Aber die Kleine macht sowas nicht, sie wartet ab und erst wenn die Große sich davon abgewendet hat, geht sie dabei, was ich aber soweit nicht zulasse, da sie sonst schlicht zu mopsig wird. Auch sonst ist Fallon nur am knurren oder auch mal Lefzen hochziehen, aber mehr Korrektur folgt nicht. Wenn sie so reagiert, bestätige ich sie und "erlöse" sie mitunter auch von dem Kleinteil :D. Wobei diese eher darauf erpicht ist, ständig Fallons Lefzen zu lecken u. sich vor ihr auf den Rücken zu legen.
Wo Fallon aber keinen Spaß versteht, ist, wenn die Kleine sie unerwartet und aus dem Nichts heraus von hinten anspringt. Dann reagiert sie erst mit einer Ansage u. muss dann ihre Erschütterung über derartige Dreistigkeit bei mir wegtrösten lassen... Sie ist und bleibt ein Sensibelchen...

Wenn ich die beiden so beobachte, dann will die Kleine die Weltherrschaft nicht gerade an sich reißen, aber die Große wäre auch froh, die Verantwortung wieder abgeben und sich ausschließlich wieder auf die Außenkontrolle konzentrieren zu können.
Wir werden mal sehen, wie sich das weiter entwickelt und zu welchen Aufgaben die Kleine heranreifen wird. Fallon wird immer ein Hund sein, der Bestätigung und Rückhalt braucht und sich mit Alleinentscheidungen eher schwertut. Vielleicht wir die Kleine zu einer passenden Ergänzung heranreifen, da sie eher extrovertiert und forscher gegenüber Neuem ist. In einigen Charakterzügen erinnert sie mich an meine wunderbaren Seniorinnen.

Zur Zeit lese ich übrigen gerade dieses empfehlenswerte Buch, das sich u.a. auch mit Rudelverhalten und Rudelstrukturen beschäftigt. G. Bloch vertritt hier eher die Meinung, das der Mensch eher nachhaltig in eine Rudelstruktur eingreifen und lenkend einwirken sollte, allerdings abhängig vom Charaktertyp der jeweiligen Hunde.

https://www.amazon.de/Mensch-Hund-Code-Selbstbewusst-durch-Dschungel-Hundeszene/dp/3440134105
 
Dabei
7 Okt 2014
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#9
Ja genau, es ist eine ständige Gratwanderung .
Einerseits möchte ich Finn ständig "retten" und tue es ja auch, andererseits merke ich, wie gut es ihm tut, wenn er mal über seinen Schatten springt und dem Kleinen eine Ansage macht.
Das passiert ganz selten mal, wenn der ihm weh tut beim Spiel, bis dahin muss aber schon viel passieren.
Ilai darf derart grob mit ihm umspringen, dass ich mir manchmal wünsche, Finn würde ihn so richtig deckeln.
Wenn wir dann in der Hundeschule sind und Mama und Oma treffen, versucht der Zwerg es bei denen auch und die falten ihn dann richtig zusammen und ich lasse sie auch gewähren, weil er das einfach auch mal braucht und so lange er nicht bei mir Schutz sucht, kann es so schlimm auch nicht sein.
Er ist halt sehr penetrant manchmal ;)

Wenn Finn ihn aber mal kurz abschnappt und wenn der Kleine dann womöglich vor Schreck sogar mal quietscht, rennt Finn mit eingezogener Rute und Seitenblick zu mir weg.
Ich bestätige ihn allerdings auch, er müsste also eigentlich wissen, dass es von meiner Seite aus völlig okay ist, aber die eigene Courage erschreckt ihn dann scheinbar doch.
Er geht halt sonst jedem Konflikt aus dem Weg und wird gerne mal gemobbt und Ilai ist das genaue Gegenteil.
Der kassiert eine Ansage, lässt die kurz sacken und geht es dann nochmal an, Finn zieht völlig entsetzt ab und guckt den jeweiligen Hund die nächsten Male mit dem Hintern nicht an, teilweise sogar nie wieder.
 
Dabei
17 Jun 2013
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#10
Wir haben hier ähnliche Situationen.
Meine "Kleine" ist grad 13 Wochen und geht mit der Großen echt ruppig um. Das alles geschieht meistens im Spiel. Also die beiden Spielen sehr viel miteinander und sehr körperlich. Meine Große ist da extem tollerant. Was ich gar nicht verstehen kann. Ebby hat ständig das Fell von Quitu im Maul, da sie sich richtig in die Brusthaare verbeisst. Wenns mal ganz schlimm wird wehrt sich Quitu schon, das sitzt dann auch aber ansonsten hat die kleine ziemlich viele Freiheiten ihrerseits.
Quitu hat oft auch Kontakt mit anderen Junghunden/Welpen. Die haben bei weitem nicht sooo extrem viel Freiheiten und sie weist sie schneller in die Schranken, aber Ebby hat wohl die Narrenfreiheit.
Bin mir oft nicht sicher ob ich da eingreifen soll und die kleine etwas bremsen soll oder darauf vertrauen soll das Quitu schon sagt wenn es genug ist.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#11
Ilai hing Finn in dem Alter auch ständig an Ohren und Schnauze, der hatte teilweise davon richtige Höcker auf der Nase, allerdings ohne dass es geblutet hätte .
Und Fell hat er auch mächtig eingebüßt.
Das hat er alles stoisch ertragen, obwohl ja grade die Spitzen Milchzähne mächtig weh getan haben müssen.
 
Dabei
7 Mrz 2017
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#12
Bei uns ging das circa acht Wochen lang so zu. Der kleine Dackel hat geknurrt und der Aussi machte was er wollte. Ging an den Napf an die Spielsachen drängelte sich vor usw.. ich habe dann immer wieder mich hingesetzt und meiner kleinen den Rücken gestärkt. Irgendwann war es vorbei. Fee hatte keine anfangs keine Lust auf Keks. Der dürfte nicht mal in das Körbchen. Leider reichte Knurren nicht aus. Beim Futter und Leckerlies habe ich es dann so gemacht, dass beide gleichzeitig kamen, aber Fee als erstes immer alles bekam und Keks warten musste. Spielsachen wurden eingeteilt, aber nur das ganz wichtige Lieblingssong von ihr. Mittlerweile hat der Dackel das sagen und Keks passt auf sie auf. Sie findet es jedenfalls sehr gut den beim Spaziergang kann sie sich bei anderen Hunden aufführen wie sie will ( hatte aber noch nie Probleme mit ihr ) denn Keks steht sofort hinter ihr.
Ich Rede mit immer ein ich habe da eine Rangordnung festgelegt und beide haben es akzeptiert.
Ich wollte meinem alten Hund nicht ( der da auf einmal von so einem kleinen frechen und stürmischen Aussi genervt wird) nicht seine Zuversicht zu mir nehmen. Geknurrt wird nun fast gar nicht mehr, außer er meint wirklich er muss jetzt mal seine 5 Minuten haben aber da ist er dann sofort ruhig und legt sich lieb neben sie und sie kuschelt sich an ihn.
Geduld das braucht Zeit! Wie kann auch ein Frauchen oder Herrchen so böse sein und so was nerviges mit nach Hause nehmen .

Die Angst mit dem alleine lassen kann ich nach vollziehen. War bei uns auch nicht anders.

Das gute das Wort nein hat Keks in der Zeit sehr schnell gelernt.

Liebe Grüße
 

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