Rettungshunde

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31 Okt 2012
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Und wie findet man da die Balance? Wie würde das Obi Training dann konkret aussehen, dass der Hund Spaß daran hat und dennoch die Eigenständigkeit behält?
Ich denke im Idealfall können Hunde unterscheiden zwischen "Jetzt muss ich gehorchen" und "Jetzt darf ich selbst los" - oder?

Momentan ist mir das Wichtigste, dass sie auf Zuruf zuverlässig kommt, nicht extrem an der Leine zieht und nichts vom Boden frisst.
Also ich mache mit Coco noch relativ wenig. Meine Prios sind halt - ähnlich wie bei Dir - Grundgehorsam, Alltagserfahrung, Bindung aufbauen und drinne Ruhe geben ;) Dazu kommt noch viel Austoben im Grünen. Und der Rest ist dann was uns Spass macht. Ein bißchen Mantrailen (nicht jede Woche), ein bißchen Agi Gundsachen in der Junghundstunde - und bei beiden steht der Spass und das gemeinsame Erleben (Bindung) im Vordergrund.

Ansonsten schau einfach das Du eine Gruppe / Trainer findest, dem Du vertraust :) Würde meine Mantrail Trainerin - die ich sehr wertschätze - mir sagen, dass ich mit Coco dies und jenes nicht machen soll, dann lass ich das :) Weil sie kennt uns als Hund / Mensch Team am Besten, sieht uns weitgehend objektiv und ich vertraue ihr 100%. Doch sowas muss jemand vor Ort und jemand dem Du wirklich vertraust, beurteilen. Jeder Hund, jeder Mensch und jedes Hund / Mensch Team ist anders. :) Und auch jede Ausbildung :)
 
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21 Jul 2013
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Bei uns braucht man keine Sanitätsausbildung, da reicht Erste-Hilf Mensch. Außerdem wird es bei uns alles in der Staffel "gelehrt" - Anfang eines Jahres gibt es Theorieabende oder es wird mal im Training gemacht. Manche Sachen muss man jährlich machen, manche nur alle zwei Jahre (müsste jetzt ins Ausbildungsheft schauen, was wie oft dran ist, aber das liegt im Auto ^^).

Ich denke der Hund wird später sehr wohl unterscheiden, wann er selbstständig arbeiten muss und wann er gehorchen soll. Der Hund bekommt ja die Stimmung mit, nimmt die Einsatzkleidung war, die Kenndecke (in der Fläche) - und in den Trümmern macht man ja selten was mit absolutem Gehorsam.

Wie gewisse Einsätze zu verkraften sind, wird bei jedem anders sein. Manche haben bereits ein Problem damit, eine Person nicht lebend auf zu finden - andere werden Probleme haben, wenn die Person lebend gefunden wurde, sie aber nicht am leben halten kann, bis die nächsten Rettungskräfte eintreffen. Die beiden aufgeführten Beispiele sind hoffentlich eher selten der Fall, aber ausschließen kann man das eben nicht und darüber sollte man sich wohl im klaren sein, wenn man das anfängt.



Wie werden den die "nicht Feuerwehrangehörigen" hier alamiert?
Bei uns geht es zunächst über eine W-App Gruppe. Beim Voralarm/Bereitschaft wird der Ort/Landkreis rein geschrieben, wo die ersten sich meist melden ob sie können oder nicht. Im Einsatzfall wird die Adresse noch durch gegeben und die sich bis dahin nicht gemeldet haben, werden angerufen.

Und weil beim letzten Einsatz das Thema aufkam:
Wie sieht es bei euch mit der StVo aus? Müsst ihr euch im Einsatzfall dran halten?
 
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15 Mai 2014
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Und wie findet man da die Balance? Wie würde das Obi Training dann konkret aussehen, dass der Hund Spaß daran hat und dennoch die Eigenständigkeit behält?
Ich denke im Idealfall können Hunde unterscheiden zwischen "Jetzt muss ich gehorchen" und "Jetzt darf ich selbst los" - oder?
Das ist eben die Schwierigkeit beim Training. Yuki hat es oben sehr schön beschrieben. Man versucht mit dem Hund ein Team zu bilden und ihm zu vertrauen.
Je nach Hund muss die Erziehung dann anders aussehen. Meinen, von Natur aus sehr eigenständig agierenden Hund, musste ich eher bremsen und ihm klarmachen, dass er mir normalerweise zu gehorchen hat. Testet er beim Training aus, ob er nicht mal meinen Rückruf ignoriert und trotzdem die Versteckperson verbellt ist man halt "inkonsequent" und freut sich mit ihm über sein Verhalten. Dann testet er natürlich gleich an anderen Stellen auch aus, aber da muss man dann durch. Er lernt so wann er zu gehorchen hat und wann nicht (eigentlich muss er immer gehorchen es sei denn er hat gefunden und man ruft ihn genau dann).
Hunde lernen auch Situations- und Ortsbezogen. Er wird schnell begreifen, welche Regeln auf dem Obedienceplatz gelten und welche bei der Suche.

Wenn du es weißt kannst du ja mal berichten, welche Anforderungen bei euch gelten. Es sind ja bestimmt nicht genau die gleichen wie bei uns hier. Das ist schon sehr interessant.

Man selber kann nicht zu allen Einsätzen gehen, sei es, man befindet sich gerade im Urlaub, bei der Arbeit oder ist krank. Ganz so viele sind es dann auch nicht im Jahr. Da immer mehrere Suchteams parallel suchen und der Vermisste sich auch nicht immer im Suchgebiet befindet ist es nicht so häufig, dass man selber findet oder dabei ist. Zwecks Erfahrungsberichten kannst du ja mal im Internet recherchieren ob du etwas findest. Oder in deiner Staffel nachfragen.
Bei uns geht man (erst mal ohne Hund) als Helfer mit in die Einsätze sobald man seinen Sanitätshelferkurs absolviert hat.
 
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15 Mai 2014
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Und weil beim letzten Einsatz das Thema aufkam:
Wie sieht es bei euch mit der StVo aus? Müsst ihr euch im Einsatzfall dran halten?
Wir haben einen Melder über den wir alarmiert werden.
Auch im Einsatzfall müssen wir uns an die StVo halten. Einsatzfahrzeuge können im Einzelfall Sonderrechte erhalten.
 
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31 Okt 2012
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Wie sieht es bei euch mit der StVo aus? Müsst ihr euch im Einsatzfall dran halten?
Das weiß ich zufällig, ich hab irgendwie so einen rechtlichen Tick und ein Freund von mir war mal Rettungsfahrer.

Um "freie Bahn" laut StVo zu haben, muss man ein Blaulicht und ein Signalhorn eingeschaltet haben. Wiederum darf Blaulicht nur von genau festgelegten Organisationen genutzt werden. Es gibt dann noch Ausnahmeanträge für Hilfsorganisationen. Bei einem positiven Bescheid wird diesen gestattet ein Blaulicht / Signalhorn zu nutzen. Ist jedoch eher der Ausnahmefall ;)

Und wenn man Blaulicht und Signalhorn behördlich genehmigt hat, darf man das auch einsetzen sobald Menschleben in Gefahr ist und dann gilt das "freie Bahn" Recht. Wobei man halt sagen muss, mein Freund meinte immer das die "freie Bahn" mehr Zurückhaltung, Rücksicht, Konzentration und Vorsicht erfordert, als man sich jetzt so vorstellt ;)
 
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21 Jul 2013
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Zaraila, in welcher Orga seit ihr?

Wobei man halt sagen muss, mein Freund meinte immer das die "freie Bahn" mehr Zurückhaltung, Rücksicht, Konzentration und Vorsicht erfordert, als man sich jetzt so vorstellt ;)
Was tatsächlich so ist - man möchte ja doch lebend am Einsatzort ankommen und muss immer mit der Blödheit der anderen rechnen ^^

Das mit dem Blaulicht ist ja klar, auch das sowas genehmigt sein muss.
Die wenigstens Rettungshundler besitzen ein (Privat-) Fahrzeug mit Blaulicht und Sirenen-Funktion ;)
 
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14 Sep 2014
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Vorfahrt darf auch mit Blaulicht und Signalhorn nicht erzwungen werden und alle zum Einsatz fahrenden Personen im privat PKW müssen sich an die Straßenverkehrsordnung halten ,da gibt es absolut keine Sonderregelung, das weiß ich von meinem Mann ,der ist ehrenamtlich bei der Feuerwehr und war 6 Jahre Kommandant, da wurde dieses Thema auch in der Ausbildung erörtert. Sollte es bei einem Einsatz mit Notsignalen wegen überhöter Geschwindigkeit zu einem Unfall kommen bekommt der Fahrer Teilschuld, so ist die Rechtslage .Die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer geht vor und alle Einsatzkräfte sollten nach Möglichkeit gesund am Einsatzort ankommen.
Ich bin übrigens mit Dusty bei den Rettungshunden Filusa, das ist eine Hundesportstaffel und wir trainieren 1- 2 x wöchentlich am Trainingsgelände oder an verschiedenen Orten in Absprache mit den Besitzern , wie z.B. im Wald, auf einem Sägewerk Gelände , in und um leerstehenden Gebäuden usw.
LG Roswitha und Dusty
 
Dabei
20 Jan 2016
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Hallöchen :)

Ich mal wieder. Mika macht sich ganz gut im Training (wie ich finde), aber ich werde in eine andere Gruppe wechseln. Da war ich neulich beim Probetraining und die Leute gefallen mir eindeutig besser. In meinem Thread schreibe ich Berichte und Eindrücke über die Trainings (und auch über andere Ausflüge mit Mika). Wen es interessiert, kann ja mal reinschauen. Solche Berichte würden mich auch von euren Trainings oder Einsätzen interessieren. Wer also lust zu erzählen hat, gerne hier oder im eigenen Thread mit Hinweis. :) Ich fände einen regen Austauch hier ganz schöööön. :)

Außerdem würde ich gerne Tipps/Ideen sammeln, wie man den Spieltrieb eines Hundes aufbauen kann. Gibts da noch was anderes außer Zerrspiele? Wie spiele ich richtig mit dem (zukünftigen Rettungs)Hund?

LG,
Betty
 
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20 Jan 2016
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Ich melde mich mal wieder. Vielleicht schaut die/der ein odere andere mal in diesen Thread und kann mir eine Einschätzung geben.

Ich bin ja nun in eine neue Gruppe gewechselt und diese gefällt mir eigentlich ganz gut.

Anfang November kommt eine externe Trainerin und unterrichtet für ein paar Tage. Dafür möchten wir uns mit zusätzlichen Trainingseinheiten (Agility & Obedience) vorbereiten. Nun war gestern die erste Trainingseinheit und wir haben Vormittags etwas Flächensuche und Nachmittags die Kommandos rechts/links/forwärts und Tragen lassen geübt.

Zum Einen habe ich das Problem, dass Mika in neuer Umgebung total zumacht. Das habe ich in anderen Threads ja schon besprochen, darauf möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Nur ein bisschen als Hintergrund: Sie wird total nervös, jault, kommt keine Sekunde zur Ruhe, steht ununterbrochen, möchte zu ihrer Freundin (ein junger Golden) und spielen, interessiert sich nicht für Leckerlis (Verweigerung, bei Kommando. Wenn ich es ihr so gebe, nimmt sie es) und führt keinerlei Kommandos aus (kein Sitz, kein Platz, kein Komm). Meine Trainer kennen sie gar nicht anders, Zuhause und auf der gewöhnlichen Gassirunde ist sie ruhig, macht toll Übungen mit wenn es was Leckeres als Anreiz gibt und spielt und sucht auch sehr gerne.

Aber bei den letzten Trainingseinheiten hat sie die Suche total verweigert. Keinerlei Interesse. Ich finde das komisch, weil sie Zuhause mit Freude dabei ist. Neben der großen Ablenkung und schwer Runterkommen in ungewohnter Umgebung vermute ich, dass sie Schmerzen haben könnte und das macht mir Sorgen.

Aber gestern war es total komisch: Sie hat sich geweigert sich hinzusetzen oder hinzulegen, ich dachte echt sie hätte Schmerzen dabei. Ich hab ein Leckerli auf den Boden gelegt und gesagt sie darf es nehmen und sie hat sich runtergebeugt (gaaanz langsam) und ist dann aber weg (so als hätte sie Schmerzen im Nacken). Wenn ich ihr das Leckerli so gegeben habe, hat sie es genommen. In den Trainingseinheiten selbst ist sie auch eher langsam gelaufen und hat wie gesagt, kaum gehört.

Aber als ich sie ins Auto gesetzt habe, hat sie sich sofort hingelegt und kam sofort runter (wahrscheinlich völlig fertig). Zuhause (nach c.a. 2 Stunden fahrt) war sie wieder wie immer, wollte spielen, hat Kommandos für Leckerlis ausgeführt und sich normal hingesetzt.

Ehrlich gesagt werde ich daraus nicht schlau. Kann Stress "Schmerzsymptome" verursachen? Also so, dass es aussieht wie Schmerzen?

Ich weiß nicht ob ich ein Hypochonder bin oder ob da echt noch was schlimmeres ist, als die HD (sie wurde geröngt, hat wohl eine leichte HD in einer Seite).

Dann gab es noch eine Situation wo ich mir echt verkneifen musste den Trainer (der Mann der Trainerin) bös anzufahren:

Wir haben die letzte Trageübung gemacht. Ich habe Mika hochgehoben und ihm dann übergeben. Hat ihr wohl nicht gefallen, vor allem an den Pfoten/Vorderbeinen mag sie nicht angefasst werden. Ich hab es nicht gesehen aber ich denke es war ihr etwas "genervtes" fass mich nicht an "beißen". Kein Spielbeißen aber auch kein festes Schnappen. Das macht sie seit kurzem, wenn ich ihre Pfoten anfasse (Pupertät?).

Beim runtersetzen hat er sie in die Seite geschubst. Wahrscheinlich nicht fest aber schon so, dass sie sich erschreckt hat. Die beiden arbeiten eigentlich positiv, wobei ich bei dem Mann schon öfters bemerkt habe, dass er auch mal härter korrigiert. Kann er mit seinen Hunden machen, das muss jeder für sich entscheiden. Für mich geht das aber gar nicht. Vor allem nicht von Fremden (ist wie mit Kindern, die lässt man ja auch nicht von Fremden maßregeln ;)). Er meinte ein solches Verhalten gäbe Disqualifikation im Test. Aber ich finde an sowas (ist ja keine Aggression gewesen!) kann man sehr leicht arbeiten. Zumal ich ihr den Zahngebrauch an Haut nicht vollkommen verbiete. Wir spielen schon mal so, aber es darf halt nicht weh tun. Da hat sie sich ganz gut im Griff. Sie testet ("kaut") aber auch immer wieder, wie fest sie zubeißen kann. Ich rufe "Aua" und beende das Spiel. Das klappt eigentlich ganz gut.

Ich überlege mir jetzt, ob ich nicht erstmal eine Pause mit ihr einlegen soll und sie stattdessen an verschiedene Umgebungen gewöhne, ohne, dass dort groß was passiert. Nach den Tipps hier im Forum habe ich mich in letzter Zeit z.B. auch einfach mal in unseren bekannten Park mit ihr gesetzt und selbst da ist sie eher unruhig und kann nicht abschalten. Letztens war ich mit ihr in einem ruhigen Einkaufszentrum in einem Restaurant (wir saßen über 3 Stunden dort). Sie hat sich nach einiger Zeit zwar hingelegt, aber den Kopf hatte sie nur für c.a. 15 Sekunden mal unten. Ansonsten war sie immer sehr aufmerksam. Zum Vergleich hat es ja auch Monate gedauert, bis sie in unserem Haus abschalten konnte (und nicht nur rumgelaufen ist und alles angeknabbert hat bis es eine Zwangspause in der Box gab).

Dienstags gibt es hier eine Trainingsstunde. Da waren wir letztens zum ersten Mal. Klar mit 15 Hunden um sie, konnte sie sich gar nicht konzentrieren. Ich habe mich dann an den Rand gesetzt und sie für Blickkontakt gelobt (Leckerli), weil ich den Sinn nicht verstehe sie jetzt im Kreis im "Fuß" mitzuziehen (wenn sie weder Leckerlis annimmt, noch ein Kommando ausführt). Die Trainerin (die gleiche von der Rettungshundestaffel) meinte ich solle einfach mitlaufen, der Hund gewöhnt sich schon daran. Ich weiß nicht so recht, ich finde einen langsamen Aufbau eigentlich besser. Vom Clickertraining kenne ich das nur so, dass die Übungen so einfach aufgebaut werden sollten, dass der Hund ganz viel Erfolg hat (15 Klicks in der Minute).

Sollte der Hund keinen Erfolg hat, muss man einfach langsamer machen. Von daher würde ich sie nicht bestrafen, wenn sie hochheben von einer fremden Person nicht toll findet, sondern sie Schrittweise heranführen.

Ich hoffe das war nicht zu lange und/oder zu wirr. :p

Wozu ich eure Einschätzungen möchte wäre wohl ganz konkret:

1. Habt ihr es schon erlebt, dass ein Hund so gestresst ist, dass er aussieht als hätte er Schmerzen? Ich weiß nicht, ob ich verrückt bin oder ob ich noch mehr Untersuchungen beim TA durchführen lassen soll... (wir haben schon einiges hinter uns).
2. Soll ich eine Pause mit dem Rettungshundetraining einlegen und sie langsamer an neue Umgebungen gewöhnen? Oder beides weiterhin Parallel?
3. In den Trainingsstunden: Würdet ihr sie im Getümmel "mitziehen", auch wenn sie viel zu abgelenkt ist oder sie eher am Rand zuschauen lassen?

Viele Grüße,
Betty
 
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15 Mai 2014
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Zu 1.: Ich habe es noch nicht erlebt, es hört sich aber für mich hoch wahrscheinlich an, dass es am Stress liegt wenn sie zu Hause keine Probleme hat. Jeder Hund hat in der Pubertät andere "Probleme". Aber du musst natürlich vor Ort entscheiden ob du zum TA gehst. Wir können sie ja nicht sehen und es dementsprechend nicht beurteilen.
Zu 2.: Ich würde eine Pause einlegen und sie erst mal langsam an alles gewöhnen wovor sie Angst hat. Ich habe sowieso das Gefühl, dass ihr beim Rettungshundetraining extrem schnell vorgeht und sie mit sehr vielen unterschiedlichen Trainingssituationen konfrontiert wird. Zaro fing erst mit 9 Monaten an und bevor die Hunde bei uns ein Jahr alt sind wird nur komplett spielerisch vorgegangen. Das wichtigste ist, dass der Hund Spass hat. Hat er den nicht muss man sich überlegen was man ändern kann. Ein Hund der keinen Spass an der Suche hat wird nie gut werden. Für Zaro ist es das Allerwichtigste und Allertollste überhaupt wenn er suchen darf. Diese Einstellung beim Hund braucht man. Ist sie nicht da sollte man erst mal daran arbeiten sie wieder zu bekommen. Wenn sie immer mit negativer Einstellung zum Training geht verdirbst du dir, wenn du Pech hast, den Hund für die Rettungshundearbeit. Wenn es eine Phase der Pubertät ist verschwindet sie auch schnell wieder.
Bei uns muss sich ein Hund auch von anderen Personen tragen lassen ohne auch nur die leisesten Anzeichen von Aggression zu zeigen. Das ist auch Teil der Prüfung. Ich halte es nicht für falsch das Tragen schon im Junghundealter ab und zu zu üben damit sie sich daran gewöhnt. Es ist auch nicht so, dass jeder, der den Hund trägt, es immer richtig macht. Da wird schon mal ein Schwanz unter den Hinterbeinen eingeklemmt...
Ich finde allerdings dass die Personen die mit ihr im Junghundealter das Tragen üben es so machen sollten dass sie es als zumindest neutral empfindet.
Zu 3.: Weiß ich nicht. Ich habe bei Zaro und Naila gemerkt dass der anfängliche Widerstand und das "zu den anderen hin wollen" schnell verschwindet wenn ich einfach mitlaufe. Dein Hund ist aber im Moment extrem stressbelastet. Da würde ich vielleicht erst mal die Gruppe beobachten so dass sie nicht wieder ein negatives Erlebnis hat.
 
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20 Jan 2016
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Danke Anja, deine Meinung ist immer gut und helfen mir sehr. :)

Zu 1.: Ich habe es noch nicht erlebt, es hört sich aber für mich hoch wahrscheinlich an, dass es am Stress liegt wenn sie zu Hause keine Probleme hat. Jeder Hund hat in der Pubertät andere "Probleme". Aber du musst natürlich vor Ort entscheiden ob du zum TA gehst. Wir können sie ja nicht sehen und es dementsprechend nicht beurteilen.
Ja, also gestern hat mich gewundert, dass sie im Auto sofort runter kam. Ich dachte vorher echt sie hätte Schmerzen. Aber wenn sie solchen Stress hat (und auch das Training damit verbindet), kann das ja nicht gut sein.

Ich werde am Samstag evtl. mal ein großes Blutbild machen lassen. Gerade habe ich etwas von Schilddrüsenunterfunktion + niedriger Frusttoleranz gelesen. Muss nicht sein, aber alles mal durchchecken zu lassen, kann ja nicht schaden.

Das wichtigste ist, dass der Hund Spass hat. Hat er den nicht muss man sich überlegen was man ändern kann. Ein Hund der keinen Spass an der Suche hat wird nie gut werden. Für Zaro ist es das Allerwichtigste und Allertollste überhaupt wenn er suchen darf. Diese Einstellung beim Hund braucht man. Ist sie nicht da sollte man erst mal daran arbeiten sie wieder zu bekommen. Wenn sie immer mit negativer Einstellung zum Training geht verdirbst du dir, wenn du Pech hast, den Hund für die Rettungshundearbeit. Wenn es eine Phase der Pubertät ist verschwindet sie auch schnell wieder.
Sehe ich auch so. Das Team ist schon sehr Leistungsorientiert (es wird auf den Test hingearbeitet), was ich an sich nicht schlecht finde. Natürlich steht auch der Spaß am Suchen im Team ganz oben (eben mit dem Ziel der Leistung), aber Mika hat die letzten zwei Male einfach keinerlei Interesse an der Suche gezeigt. Das Training davor war noch super. Ich weiß nicht, warum plötzlich nicht mehr. Zuhause und in gewohnter Umgebung sucht/spielt sie dagegen nach wie vor sehr gerne.

Allerdings finde ich jung zu trainieren nicht grundsätzlich schlecht. Die anderen Junghunde im Team hatten bisher immer großen Spaß. Gerade das Heranführen an Trümmer/Geröll ist ja wichtig. Ich werde jetzt noch am Sonntag zum Training fahren und eine Pause einlegen, wenn sie wieder keine Lust hat.

Bei uns muss sich ein Hund auch von anderen Personen tragen lassen ohne auch nur die leisesten Anzeichen von Aggression zu zeigen. Das ist auch Teil der Prüfung. Ich halte es nicht für falsch das Tragen schon im Junghundealter ab und zu zu üben damit sie sich daran gewöhnt. Es ist auch nicht so, dass jeder, der den Hund trägt, es immer richtig macht. Da wird schon mal ein Schwanz unter den Hinterbeinen eingeklemmt...
Getragen wurde sie bis sie so 6 Monate alt war täglich die Treppen hoch und runter (mehrmals täglich). Jetzt ist sie mir zu schwer. :eek:) Ich werde tragen jetzt auch mal gezielt üben, evtl. mit fremden Personen + Leckerlis. Aber das er sie "schubst/boxt" fand ich nicht ok. Sowas ist doch auch total kontraproduktiv, wenn sie Tragen oder Männer (oder Sandboden) mit Erschrecken assoziiert.

Zu 3.: Weiß ich nicht. Ich habe bei Zaro und Naila gemerkt dass der anfängliche Widerstand und das "zu den anderen hin wollen" schnell verschwindet wenn ich einfach mitlaufe. Dein Hund ist aber im Moment extrem stressbelastet. Da würde ich vielleicht erst mal die Gruppe beobachten so dass sie nicht wieder ein negatives Erlebnis hat.
OK :) vielleicht entscheide ich Individuell, mal so, mal so. bzw. ein Teil mitlaufen, ein Teil zuschauen.

Einschätzungen von außen sind immer hilfreich. Danke!
 
Dabei
15 Mai 2014
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Das Team ist schon sehr Leistungsorientiert (es wird auf den Test hingearbeitet), was ich an sich nicht schlecht finde. Natürlich steht auch der Spaß am Suchen im Team ganz oben (eben mit dem Ziel der Leistung), aber Mika hat die letzten zwei Male einfach keinerlei Interesse an der Suche gezeigt. Das Training davor war noch super. Ich weiß nicht, warum plötzlich nicht mehr. Zuhause und in gewohnter Umgebung sucht/spielt sie dagegen nach wie vor sehr gerne.

Allerdings finde ich jung zu trainieren nicht grundsätzlich schlecht. Die anderen Junghunde im Team hatten bisher immer großen Spaß. Gerade das Heranführen an Trümmer/Geröll ist ja wichtig. Ich werde jetzt noch am Sonntag zum Training fahren und eine Pause einlegen, wenn sie wieder keine Lust hat.

Getragen wurde sie bis sie so 6 Monate alt war täglich die Treppen hoch und runter (mehrmals täglich). Jetzt ist sie mir zu schwer. :eek:) Ich werde tragen jetzt auch mal gezielt üben, evtl. mit fremden Personen + Leckerlis. Aber das er sie "schubst/boxt" fand ich nicht ok. Sowas ist doch auch total kontraproduktiv, wenn sie Tragen oder Männer (oder Sandboden) mit Erschrecken assoziiert.
Ach, alle Rettungshundestaffeln arbeiten, soviel ich weiss, leistungsorientiert. Vielleicht hilft es ja auch wenn du das Problem mit deinen Trainern besprichst?
Man kann bestimmt etwas machen, so dass sie wieder Lust am Training bekommt.
Ich habe in den letzten Wochen auch ein dreitägiges Trümmertraining mitgemacht sowie ein paar Einzeltrainingseinheiten in Abrissgebäuden. Das Laufen über Trümmer ist nicht immer so ohne. Die Hunde müssen da schon sehr konzentriert rangehen.
Ich finde aber auch, dass die Hunde das Tragen positiv verknüpfen sollten. Aufbau mit Leckerlie und viel Lob. Falls dann doch mal jemand aus Versehen dem Hund beim Tragen wehtut kann er das viel besser wegstecken. Das würde ich aber auch mit anderen Personen üben.
 
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17 Jun 2013
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Wir bereiten uns grad für die Fläche-A Prüfung vor. Und bis letzte woche war ich einfach nur begeistert. Wie spielten das ganze mal alles durch um zu sehen wo noch trainingsbedarf ist. Und was soll ich sagen, wäre das die Prüfung gewesen, hätten wir ohne irgendetwas bestanden.

ABER, seit einer Woche fäll sie wieder in ihre alten Gewohnheiten, die wir schon total abgestellt hatten.
Beim Lenken auf Distanz fällt sie in chaotisches Gebell und kann dann nicht mehr zuhören und macht nur mehr blödsinn. Ich konnte sie aber schon total ruhig auf alle drei tische schicken ohne einen mukser.
Beim Suchen gehen wir sie kurz abgesetzt damit ich die Umgebung kurz abchecken kann, und da fängt sie schon an loszubellen. Klar ich schick sie erst weg wenn sie still ist, und das weis sie auch, denn sie ist dann auch kurz still und wartet auf mein GO.
Beim Absetzten aus der Bewegung, fängt sie auch an zu bellen sobald ich zu weit weg bin.

Das alles hatten wir schon mal alles durch, war aber in letzter Zeit überhaupt kein Problem mehr, und jetzt wieder alles wieder da, ich könnte heulen
 
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15 Mai 2014
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Kann es sein, dass du aufgeregter bist als sonst weil es Richtung Prüfung geht? Bellen ist ja meistens Stressabbau. Mit Zaro habe ich auch ab und zu mal das Problem, dass er schon vor Begeisterung anfängt zu bellen wenn ich ihn aus dem Auto hole. Dann mache ich meist ruhig etwas UO und gehe dann erst weiter.
Bei den Tischen muss ich auch immer Ruhe reinbringen. Zaro bellt dabei zwar selten aber er neigt dazu begeistert auf den Tisch seiner Wahl zuzustürmen ohne richtig darauf zu achten welchen ich anzeige.
Und Rückschläge hatten wir auch immer mal. Zaro hatte mal eine Phase in der er beim Starten im Gelände erst mal 3-4 Runden bellend um mich herumgesprungen ist bevor er richtig los lief. So nach dem Motto: "Sei nicht so lahm und komm mit". Da habe ich ihn entweder deutlich weggeschickt oder noch mal rangenommen, warten lassen und wieder weggeschickt. Ich fand das auch total nervig.
 
Dabei
17 Jun 2013
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Das ich selbst aufgeregter wäre, eher nicht. Denn ich war nach dieser "Probeprüfung" total entspannt und total happy das alles so toll lief.
Bei den Tischen ist es schlimmer je länger ich warte und ruhe rein bringen will. Da zerreisst es sie direkt. Sie will das ja machen, und macht das auch mit begeisterung.
Beim wegschicken bleibt sie zwar wirklich sitzten und schiesst nach meinem GO regelrecht weg, aber in meiner "findungsphase"*g* fängt sie jetzt wieder an rumzubellen.
Das beim Wegschicken und beim absitzen, damit kann ich leben bzw. ist wieder schneller in den Griff zu bekommen. Aber das bei den Tischen bringt mich zur verzweiflung. Ich hab ja schon versucht, sobald ich merk (ohren, körperhaltung,..) sie bellt jetzt sicher gleich los beim Starten, sie einfach mit etwas uo runter zu fahren, das macht alles noch schlimmer.

Eine Situation war letztens dann auch, ich ging zur Suche und setze sie ab. Mein Trainer erklärte mir dann noch mal was (sie saß da noch ruhig!) und das dauerte etwas länger als meine Normale "Findungszeit". Obwohl sie ruhig wartete, platze sie beim Start direkt. Rast kurz mal laut bellend etwa 2-3 Meter weg von mir, blieb stehen und bellte in meine Richtung. Das dauerte ein paar sekunden, dann konnte sie die Suche ruhig fortsetzen.
Das warten im allgemeinen ist nicht so ihre Begabung. Obwohl wir da schon immer dran arbeiten und es schon besser wurde. Aber von gut ist da noch nicht die rede!
 
Dabei
15 Mai 2014
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Das warten im allgemeinen ist nicht so ihre Begabung. Obwohl wir da schon immer dran arbeiten und es schon besser wurde. Aber von gut ist da noch nicht die rede!
Das ist bei uns auch so und war auch immer so. Zumindest beim Training und auch bei Einsätzen, also immer wenn es in die Suche geht. Da ist einfach sooo viel Begeisterung dabei dass Zaro immer sofort losrennen möchte. Bei der UO klappt es recht gut und auch die Ablage war nie ein Problem. Vor der Suche wird liebend gerne ungeduldig gefiept und gejammert bis ich ihn mal anraunze. Das ist natürlich meine Schuld weil ich ihn früher immer gelassen habe um die Begeisterung aufrecht zu erhalten. Vermutlich muss ich da nochmal ran. Er ist jetzt schließlich lange genug dabei so dass er sich locker immer gut benehmen könnte.
 
Dabei
20 Jan 2016
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Kurzes update.

Nachdem wir eine Woche beim Training ausgesetzt haben, hatten wir inzwischen wieder drei Trainingseinheiten. Komischerweise hat es wieder geklappt, d.h. sie hatte wieder Lust und Freude am training. Am ersten Training nach der Pause war es ok, da habe ich sie aber nur einfache Übungen machen lassen. Die letzten beiden Male lief es wieder ziemlich gut. Auf den Mann der Trainerin reagiert sie ziemlich gut gelaunt, keine Ahnung warum, ich mag den eigentlich nicht so ;-) Aber er kann sie gut motivieren und ich werde ihn jetzt öfters als "Opfer" auswählen. Meine Trainerin meinte, vll. haben wir das Bellen überstürzt und das war ihr dann zu anstrengend oder sie war unsicher. Da sind wir einen Schritt zurück.

Gestern lief es fast schon zu gut. Sie ist über wackeliges Geröll gestiegen und hat überhaupt keine Scheu gezeigt. Angebunden war sie zwar immer noch aufgeregt, aber zumindest wenig(er) unruhiges gefiepe und gebelle. Sie stand eher da und hat geschaut. Wir haben zwei neue Mitglieder im Team, d.h. sie hat längere Wartepausen, was ich gut finde. (P.s.: Der eine ist ein Red-Tri Australian Shepherd, 5 Monate alt. Der ist soooo süß! Hätte ich Mika nicht schon gehabt, wäre meine Wahl wohl auf seine Schwester gefallen.)

Nachmittags haben wir noch Obedience/auf den Geräten geübt. Trotz Suchübungen am Vormittag hat sie nicht nur super auf den Geräten mitgemacht, sie hat auch auf mich und Leckerlis reagiert (und ich hatte "nur" Hühnchen). Sie ist z.B. im Fuß gelaufen, hat Sitz und Platz gemacht etc. Klar, nicht perfekt, aber es waren fünf Hunde um uns und ich konnte sie ins Sitz schicken und 20m weglaufen und sie dann rufen. Schon allein, dass sie mir mal in die Augen geschaut hat und mich wahrgenommen hat, hat mich sehr gefreut.

Nächsten Monat kommt ein externer Trainer für ein fünftägiges Training und ich dachte der Obedience Teil wäre ziemlich überflüssig wenn Mika nicht ansprechbar ist. Aber nun habe ich wieder Hoffnung. :)
 
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15 Mai 2014
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Ja, so eine Pause macht manchmal den Kopf wieder frei, auch bei Hunden :D.
 

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