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Sicherer Rückruf und Schleppleine

Dabei
31 Aug 2016
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#1
Eine Frage an euch:

Wie trainiert ihr den sichereren Rückruf? Unser 2-jähriger (vermutlich) Aussie-Mix aus dem Tierschutz hat sich zunächst für nichts, aber auch wirklich gar nichts interessiert. Weder Futter draußen, noch besonders gute Leckerchen (Hähnchen, Fische, Billigstängchen, Käsewürfel, alles getestet :)), noch Spielzeug, noch "zum-Affen-machen".
Mittlerweile reagiert er relativ gut auf Leckerchen und ausgiebiges Loben. Dennoch ist er weiterhin extrem unaufmerksam und läuft deshalb nur an der Schleppleine. Ich möchte ihn erst freilassen, wenn das Kommando "hier" 1a funktioniert.
Deshalb meine Frage. Wie trainiert ihr das an der Schleppleine?! Ab und zu hört er beim ersten "Hier!" und kommt sofort an, dann lobe ich natürlich wie verrückt mit Stimme, Leckerchen und streicheln. Das nächste mal interessiert er sich auch beim dritten Ruf nicht für mich. Da setzt mein Problem an. Wie oft rufen und wie reagieren bei Ignoranz seinerseits? Mit Schleppleine beiziehen? Dennoch ganz überschwänglich loben?
In reizarmer Umgebung wie Reithalle bspw läuft er auch ganz frei und es funktioniert auf Anhieb.

Danke für eure Antworten, habe die Suchfunktion genutzt, aber bin nicht fündig geworden
 

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Dabei
10 Dez 2015
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#2
Hey! So wie du es beschreibst, klingt es doch erstmal gut. Ich denke ganz wichtig ist die Bindung, die du zu deinem Hund aufbauen musst. Er muss wissen, dass es sich für ihn lohnt zu dir zu kommen. Deshalb, falls noch nicht so ausgiebig gemacht, würde ich viel Bindungsarbeit durchführen.
Es ist nicht einfach bei einem 2 jährigen Tierschutzhund dieses "ich mach das schon allein" rauszukriegen, aber es kann gelingen. Z.B. könntest du ihm sein Futter erstmal ausschließlich aus der Hand für gute Zusammenarbeit geben. So lernt er, dass es sich lohnt mit dir zu kooperieren.
Und zum Rückruf... Ich halte es so, dass ich Amy lobe, wenn sie beim ersten Ruf/Pfiff kommt. Beim 2. ist es ok, aber wird nicht extra gelobt. Beim dritten Ruf wird mein Tonfall deutlich strenger und sie kommt dann spätestens. Sollte es dann noch nicht klappen (kommt bei ihr so gut wie nie vor) gehe ich hin und nehme sie an die Leine. Dann hat sie PGH. So würde ich es auch mit der Schlepp halten. Wenn er nicht hört, kurze Leine dran.
 
Dabei
31 Aug 2016
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#4
Danke für eure Antworten, den geposteten Beitrag habe ich mir durchgelesen. Da wird die Schleppleine ja eher etwas negativ bewertet, was im Übrigen auch meine eigenen Empfindungen sind :( Fühle mich nicht wirklich wohl mit dem Teil und denke auch, dass der Hund 100% genau unterscheiden kann, ob sie nun dran ist oder nicht :(
Andererseits ist er erst 3 Wochen bei uns und ich trau mich einfach noch nicht ihn frei laufen zu lassen. Bei meinen bisherigen Hunden war Schlepp nie ein Thema, da wir sie immer von Welpenalter an hatten und es mit dem Rückruf oder jagen etc keine Probleme gab.
Aber er ist schon sehr autonom unterwegs... zumindest macht es so den Anschein.
Denke der Punkt mit der Bindung wie die elegante Lady ;) schreibt, ist ein ganz wichtiger. Vielleicht muss ich da einfach noch geduldiger sein. Das mit dem füttern aus der Hand praktiziere ich bereits, aber vielen Dank für den Tipp. Merke ja auch, dass die Bindung schon ganz anders ist als zu Beginn, dennoch sind 3 Wochen nicht wirklich lang. Werde mich in Geduld üben müssen und irgendwann einfach mal mutig sein und testen. Was anderes wird mir kaum übrig bleiben
 
Dabei
21 Feb 2011
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#5
In deinem Fall finde ich die Schleppleine ganz und gar nicht verkehrt oder negativ.
Nur denke ich auch heute noch, dass ein Hund den Rückruf dadurch nicht lernt. Eben, weil er genau unterscheiden kann.

Es kommt ja auch mit darauf an, wie dein Hund vorher gelebt hat. Kommt er z. B. von der Straße, wird er eher "selbstständig" sein und den Menschen "nicht brauchen".
Tolle Übungen gibt es auch zur Orientierung an der Leine. Da lernt er dann, mehr nach dir zu gucken, dich "in seinem Kopf" zu haben.
Vorraussetzung hierfür ist aber, dass er sich auch in anderen Bereichen an dir orientiert, z. B. auch im Spiel. Auch hier sollte es Regeln geben. Du bist der handelnde (agierende) Teil, der Hund reagiert auf das, was du tust / ihm anbietest usw.

Hier ist die Orientierung ganz nett beschrieben, auch wenn ich es in einigen Punkten anders machen würde.
http://online-hundetraining.de/hundeerziehung-video-1-orientierung-an-der-leine-2/
 
Dabei
10 Dez 2015
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#6
[/QUOTE]Denke der Punkt mit der Bindung wie die elegante Lady ;) schreibt, ist ein ganz wichtiger. Vielleicht muss ich da einfach noch geduldiger sein. Das mit dem füttern aus der Hand praktiziere ich bereits, aber vielen Dank für den Tipp. Merke ja auch, dass die Bindung schon ganz anders ist als zu Beginn, dennoch sind 3 Wochen nicht wirklich lang. Werde mich in Geduld üben müssen und irgendwann einfach mal mutig sein und testen. Was anderes wird mir kaum übrig bleiben[/QUOTE]

*lach* ElegantLadyInRedDress ist der Zuchtname von meiner Maus aber danke! ;-)

Wenn er erst 3 Wochen bei euch ist, dann steht ihr noch ganz am Anfang und ja, da wirst du Geduld haben und womöglich ein paar Rückschläge einstecken müssen... Wie Gundi schon schrieb, die Vorgeschichte und eine evtl autonome Lebensweise hat den Hund geprägt und da dauert es einfach eine Zeit, bis er sich dir voll und ganz anschließt. Um die Bindung und das auf dich achten, auch in Entfernung zu fördern, kann ich dir zB Longieren sehr empfehlen.

Und ja, ich glaube auch, das Hunde GANZ GENAU wissen ob eine Schlepp dran ist oder nicht. Aber zur Sicherheit und vor allem um viele Erfolgserlebnisse (Rückruf=Belohnung) zu sichern, ist sie momentan für euch gut. Denn wenn er in dieser sensiblen Phase mal wieder den "Kick" des Weglaufens erfährt, erschwert es deine Arbeit natürlich erneut.
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#7
Erstmal finde ich es toll das ihr einem 2 Jährigen eine Chance gibt mit all der Arbeit die auf Euch zukommt. Hochachtung.
3 Wochen finde ich extrem kurz um Bindung aufzubauen und du wirst noch sehr viel Geduld brauchen. Der Hund muss ankommen, eventuell erstmal seinen Namen lernen, euch kennen lernen und auch das Kommando lernen. Also ganz schön viel. Wenn du die Schlepp nicht magst, überleg doch warum du sie benötigst. Nur um dem Hund schnuppern zu erlauben? Das wäre auch an der kürzeren Leien möglich. Ich bin durchaus dafür das Hunde Freilauf haben und eigentlich gegen permanentes Leine laufen, trotzdem würde ich wahrscheinlich in diesem Fall, die erste Zeit nur mit der kurzen und dann längeren Leinen laufen. Kommandos fürs neben laufen einführen und dann auch Kommandos fürs schnuppern..... Halsband, Geschirr verwenden. Wenn die Bindung dann gut ist, und die baust du besser auf wenn er bei dir ist, dann würde ich mit Schlepp oder auch eventuell an anderen Orten mit begrenztem Freilauf anfangen. In Abgeschlossenen Räumen kannst du ihn auf jeden Fall freilaufen lassen und Rückruf üben, vielleicht gibt es auch irgendeinen Garten, Hundeplatz.... . Was du auf jeden Fall benötigst ist Zeit, Zeit und nochmals Zeit.

Um ihn körperlich auszulasten kannst du vielleicht mit Fahrradfahren anfangen, es gibt gute Stangen die hinten am Rad befestigt werden mit Federn, die viele Bewegungen gut auffangen.

Ich wünsche Euch viel Kraft.
 
Dabei
19 Aug 2011
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1.261
#8
In deinem Fall finde ich die Schleppleine ganz und gar nicht verkehrt oder negativ.
Nur denke ich auch heute noch, dass ein Hund den Rückruf dadurch nicht lernt. Eben, weil er genau unterscheiden kann.
Dem kann ich nur zustimmen, daher hatte ich damals bei meinem ersten Schäferhund das Training so aufgebaut, dass ich mir ein 10m Seil und einen Karabiner aus dem Baumarkt gekauft habe.
Das eine Ende vom Seil am Karabiner befestigt, damit ich das Seil Problemlos am Hund/Geschirr befestigen konnte.
Mit der Zeit verstand er, dass wenn das Seil an ihm befestigt ist, er besser hören soll, da ich ihn immer und überall erreichen kann, egal wie weit er weg ist.
Von Zeit zu Zeit schnitt ich dann immer mal so 10-20 cm von dem Seil ab. Zum schluss konnte ich ihn überall abrufen, egal in welcher Situation er gerade steckte.
Er hatte zwar weiterhin dann später einen Kurzführer am Halsband, dies diente aber nur für den Zweck, sollte mir wer entgegen kommen, dass ich ihn daran festhalten konnte, denn bei mir herscht ganzjährig eigentlich Leinenzwang.

Das Training hat übrigens etwa ein 4-6 Monate gedauert, also erwarte nicht zu schnell zu viel von deinem Hund :)
 

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