Vielleicht hats ja jemand im Vorstellungsthread von yellow gelesen, aber ich habe seit einiger Zeit das Problem, dass ich Balou im/rund um Büro und im/rund ums Haus kaum kontrollieren kann wenn fremde Personen im Spiel sind. Das ganze Verhalten hat sich monatelang aufgebaut und seit er jetzt mitten in der Pupertät ist, ist es so schlimm wie noch nie. Das Problem ist, dass ich nicht wirklich weiß aus welcher Motivation heraus er dieses Verhalten zeigt und wie ich es am Besten in den Griff bekomme. Es ist mein erster Hund und ich mittlerweile nicht mehr gedankenlos Maßnahmen von Trainern anwenden, bevor ich selbst nicht verstehe warum er in welchen Situationen wie reagiert. Aber dazu bin ich noch zu sehr Hundeneuling, um jedes Zeichen sofort richtig zu deuten. Vielleicht kann mir ja jemand von euch, die einfach Erfahrungen mit Aussies haben, helfen ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Ich versuche mal sein Verhalten so gut wie möglich zu beschreiben:
Wenn er ohne Leine rund ums Bürogebäude/Wohnhaus läuft, stellt er alle möglichen Personen die mitunter auftauchen. Er stellt die Rute auf, Brust raus, fängt zu bellen an, läuft zur Person hin und steht entweder bellend im 2m Abstand oder läuft bellend Kreise um den Menschen. Er lässt sich kaum einfangen und beruhigen, wenn ichs dann doch geschafft hab dann beruhigt er sich entweder oder er bellt an der Leine munter weiter bis entweder der Mensch weg ist oder wir uns aus der Situation entfernen. Wenn er schon ein halbwegs hohes Stresslevel hat, werden auch bekannte Personen angebellt bis das er realisiert hat, dass er den Menschen kennt. Dann läuft er fröhlich auf den Menschen zu und lässt sich streicheln. Teilweise passiert es uns auch dass wir direkt vor der Haustür fremde Menschen mit Hund treffen. Diese werden dann gar nicht angebellt sondern da wirft er sich nach einigen Minuten sogar auf den Boden und lässt sich streicheln, ohne jemals irgendeine Art von Misstrauen zu zeigen.
Drinnen siehts noch mal ganz anders aus, da darf er mittlerweile nicht mehr von der Leine weil ich echt nicht weiß, wie weit er gehen würde um die Person zu vertreiben. Vor ein paar Wochen kam eine fremde Person ins Büro, lief munter fröhlich auf den bellenden Hund zu, drängte ihn in eine Ecke (er war angehängt) und versuchte ihn am Kopf zu streicheln. Balou hat das erste Mal geschnappt. Ich war einerseits so überrumpelt dass der Mann plötzlich hinter meinem Tisch stand und andererseits komplett baff, dass ein wildfremder Mensch mitten durchs Büro latscht um meinen bellenden!! Hund zu streicheln, so dass ich übersah einzuschreiten. Der Hundetainer letztens fragte mich beim ersten Besuch in der Wohnung gleich nach einem Maulkorb, weil Balou seiner Meinung nach sonst irgendwann zugebissen hätte. Dazu aber später mehr. Generell kann ich ihn drinnen überhaupt nicht beruhigen, solange sich die fremde Person im Raum befindet.
Sind wir auf Freilauf-Flächen unterwegs, sind ihm fremde Menschen sowas von egal. Er geht entweder hin und lässt sich streicheln, geht wenn es ihm zuviel wird, aber er zeigt absolut kein aggressives Verhalten. Lediglich die typische Reserviertheit, mit der ich absolut leben kann. Sonst hätte ich mir diese Rasse nicht angeschafft. Treffen wir jedoch auf einen betrunkenen Menschen, wird auch dieser angebellt.
Sind wir mit der Leine in der Gegend unterwegs, ist er auch um 100% anders als in seinen Territorien. Ich merke ihm zwar an dass er sich ein wenig unwohl fühlt aber er orientiert ich in diesen Situationen sehr an mir und bleibt ruhig.
Beim Kennenlernen von Menschen ist er generell etwas komisch, bzw. vermischt sich bei ihm (aus meiner Sicht) die Neugier mit der Unsicherheit. Als wir letztens in der Tierklinik waren saß der TA von Anfang an in seinem Sessel. Nach ein paar Minuten siegte bei Balou die Neugier und er machte sich auf den Weg und schnüffelte die Hände, die der TA nett hinhielt. Als er der TA ihn dann aber ansprach, wurde er angebellt und Balou macht einen Rückzieher. Das passiert ständig. Meine Trainerin hat das mal ganz treffend beschrieben mit "Der ist so neugierig, dass er sich selbst in Situationen bringt mit denen er dann überfordert ist und dann auf einmal kommt die Unsicherheit".
Generell zu Balou: Ich schätze ihn so ein, dass er erwartet das zu bekommen was er will und sobald das nicht der Fall ist, wird gemuckt. Seit der Pupertät ist es extrem, gehört wird wenn er Lust hat und wenn nicht, kann ich warten bis ich alt werde wenn ich nicht anderweitig einschreite. Letzte Woche hätte er auf seinem Platz liegen sollen, er hat sich nach einigen Minuten davongestohlen und wollte um die Burg nicht wieder dorthin. Als ich ihn dann nach mehrmaligem Auffordern etwas unsanft im Fell gepackt habe, hat er mich angefletscht und hätte nach mir geschnappt wenn er an die Hand gekommen wäre. Daraufhin hab ich ihn eine Weile ins Badezimmer verbannt, wo er nach ein paar Minuten mit eingezogenem Schwanz wieder raus kam und sich netterweise auf seine Decke schicken lies.
Wahrscheinlich habe ich jetzt eine Menge vergessen aber mich würds einfach interessieren wie ihr Balou einschätzt. Ich weiß, dass eine Ferndiagnose immer schwer ist aber mich würds trotzdem interessieren. Natürlich haben wir seit Balou hier ist nicht ohne Trainer gearbeitet, wobei ich letzte Woche zum ersten Mal einen anderen Trainer konsultiert habe, weil ich das Gefühl hatte dass wir mit Trainer 1 nicht wirklich weiter kommen.
Bei Trainerin Nr. 1 sind wir seit Balou bei uns ist. Diese Trainerin arbeitet streng nur mit positiver Verstärkung. Es gibt absolut keine Strafe und Maßreglungen, nur erwünschtes Verhalten wird positiv verstärkt. Ganz ehrlich hatte ich schon immer und vor allem in letzter Zeit das Gefühl, dass das Balou sowas von egal ist was ich von ihm will. Wenn er Lust auf Leckerli hat dann macht er mit, ansonsten hab ich das Gefühl dass er mir sprichwörtlich einfach auf den Schädel kackt. Leinenführigkeit nur wenn er Hunger hat, Rückruf funktioniert nur wenn er Hunger hat, etc. Der Lösungsweg dieser Trainerin nach einem Termin im Büro belief sich darauf, Leckerli in den Hund zu stopfen bei jeglichem Menschenkontakt und auch wenn er bellt wie blöd, den Hund mit Leckerli ruhig zu stellen bis irgendwann die Verknüpfung Mensch = tolles Essen entsteht. Leider lässt dieses Ergebnis seit Monaten auf sich warten
. Ich bereue es mittlerweile, dass ich nicht schon früher eine zusätzliche Meinung eingeholt habe, weil ich glaube dass wir damit viel verhindern hätten können. Aber gut, das hilft jetzt nix mehr.
Deshalb Trainer Nr. 2. Dieser Trainer meint er hat keine Philosophie per se sondern nutzt das Wissen verschiedener Trainer (Rütter, Milan, etc.). Da gehts schon etwas anders zu. Kontrolle über Ressourcen, Kontrolle über den Lebensraum, als erster durch die Tür gehen, Leinenfühigkeit durch stetige Kontrolle, viel über Körpersprache und Bestimmtheit. Nachdem ich jetzt einige Videos von Cesar Milan gesehen habe erkenne ich einges wieder, vor allem die "calm and assertive"-Einstellung, jedoch verzichtet dieser Trainer auf die kontrovers diskutierten Dinge wie auf den Rücken werfen, konstante Unterwerfung, jegliche brutale Hilfsmittel, etc. Nachdem sich Balou beim ersten Termin so halbwegs beruhigt hat, hat der beim Trainer an der Leine gespurt wie noch nie. Ich war echt erstaunt, sogar im Stiegenhaus hat er eine alte Dame ignoriert. Bei mir hat er sich jedoch anscheinend gemerkt dass es bisher einfach keine Konsequenzen gab und ich muss einiges aufholen in Sachen Autorität. Leider immer noch keine Besserung im Büro (außer dass er mittlerweile auf Sitz reagiert und dabei weiterbellt), obwohl wir die Trainingsaufgaben auch erst seit 2 Wochen machen.
So, zum Schluss noch ein Video von heute wo mir ein Bekannter (Fremder für Balou) kurz ausgeholfen hat. Ich bin beim Video absichtlich mal nicht eingeschritten (hab gefilmt), damit ich selbst mal (und ihr damit auch) seh, was für Signale der Hund sendet und wie man damit arbeiten kann. Würde mich wie gesagt freuen, wenn man hier ein bisschen diskutieren könnte. Ist es Angst, ist es Selbstbewusstsein? Meint Balou er muss den Chef raushängen lassen oder ist es Unsicherheit, aus der er einfach mal von Haus aus nach Vorn geht. Vor allem, was bedeutet der Wechsel zwischen Fiepen und Bellen?! Weiters würds mich interessieren welchen Trainer bzw. welche Trainingsmethoden ihr in solch einer Situation bzw. bei so einer Art von Hund wählen würdet.
https://www.youtube.com/watch?v=VIsqtM6y_Hc
Sorry für den langen Roman, ging leider nicht kürzer
LG Lisa
Wenn er ohne Leine rund ums Bürogebäude/Wohnhaus läuft, stellt er alle möglichen Personen die mitunter auftauchen. Er stellt die Rute auf, Brust raus, fängt zu bellen an, läuft zur Person hin und steht entweder bellend im 2m Abstand oder läuft bellend Kreise um den Menschen. Er lässt sich kaum einfangen und beruhigen, wenn ichs dann doch geschafft hab dann beruhigt er sich entweder oder er bellt an der Leine munter weiter bis entweder der Mensch weg ist oder wir uns aus der Situation entfernen. Wenn er schon ein halbwegs hohes Stresslevel hat, werden auch bekannte Personen angebellt bis das er realisiert hat, dass er den Menschen kennt. Dann läuft er fröhlich auf den Menschen zu und lässt sich streicheln. Teilweise passiert es uns auch dass wir direkt vor der Haustür fremde Menschen mit Hund treffen. Diese werden dann gar nicht angebellt sondern da wirft er sich nach einigen Minuten sogar auf den Boden und lässt sich streicheln, ohne jemals irgendeine Art von Misstrauen zu zeigen.
Drinnen siehts noch mal ganz anders aus, da darf er mittlerweile nicht mehr von der Leine weil ich echt nicht weiß, wie weit er gehen würde um die Person zu vertreiben. Vor ein paar Wochen kam eine fremde Person ins Büro, lief munter fröhlich auf den bellenden Hund zu, drängte ihn in eine Ecke (er war angehängt) und versuchte ihn am Kopf zu streicheln. Balou hat das erste Mal geschnappt. Ich war einerseits so überrumpelt dass der Mann plötzlich hinter meinem Tisch stand und andererseits komplett baff, dass ein wildfremder Mensch mitten durchs Büro latscht um meinen bellenden!! Hund zu streicheln, so dass ich übersah einzuschreiten. Der Hundetainer letztens fragte mich beim ersten Besuch in der Wohnung gleich nach einem Maulkorb, weil Balou seiner Meinung nach sonst irgendwann zugebissen hätte. Dazu aber später mehr. Generell kann ich ihn drinnen überhaupt nicht beruhigen, solange sich die fremde Person im Raum befindet.
Sind wir auf Freilauf-Flächen unterwegs, sind ihm fremde Menschen sowas von egal. Er geht entweder hin und lässt sich streicheln, geht wenn es ihm zuviel wird, aber er zeigt absolut kein aggressives Verhalten. Lediglich die typische Reserviertheit, mit der ich absolut leben kann. Sonst hätte ich mir diese Rasse nicht angeschafft. Treffen wir jedoch auf einen betrunkenen Menschen, wird auch dieser angebellt.
Sind wir mit der Leine in der Gegend unterwegs, ist er auch um 100% anders als in seinen Territorien. Ich merke ihm zwar an dass er sich ein wenig unwohl fühlt aber er orientiert ich in diesen Situationen sehr an mir und bleibt ruhig.
Beim Kennenlernen von Menschen ist er generell etwas komisch, bzw. vermischt sich bei ihm (aus meiner Sicht) die Neugier mit der Unsicherheit. Als wir letztens in der Tierklinik waren saß der TA von Anfang an in seinem Sessel. Nach ein paar Minuten siegte bei Balou die Neugier und er machte sich auf den Weg und schnüffelte die Hände, die der TA nett hinhielt. Als er der TA ihn dann aber ansprach, wurde er angebellt und Balou macht einen Rückzieher. Das passiert ständig. Meine Trainerin hat das mal ganz treffend beschrieben mit "Der ist so neugierig, dass er sich selbst in Situationen bringt mit denen er dann überfordert ist und dann auf einmal kommt die Unsicherheit".
Generell zu Balou: Ich schätze ihn so ein, dass er erwartet das zu bekommen was er will und sobald das nicht der Fall ist, wird gemuckt. Seit der Pupertät ist es extrem, gehört wird wenn er Lust hat und wenn nicht, kann ich warten bis ich alt werde wenn ich nicht anderweitig einschreite. Letzte Woche hätte er auf seinem Platz liegen sollen, er hat sich nach einigen Minuten davongestohlen und wollte um die Burg nicht wieder dorthin. Als ich ihn dann nach mehrmaligem Auffordern etwas unsanft im Fell gepackt habe, hat er mich angefletscht und hätte nach mir geschnappt wenn er an die Hand gekommen wäre. Daraufhin hab ich ihn eine Weile ins Badezimmer verbannt, wo er nach ein paar Minuten mit eingezogenem Schwanz wieder raus kam und sich netterweise auf seine Decke schicken lies.
Wahrscheinlich habe ich jetzt eine Menge vergessen aber mich würds einfach interessieren wie ihr Balou einschätzt. Ich weiß, dass eine Ferndiagnose immer schwer ist aber mich würds trotzdem interessieren. Natürlich haben wir seit Balou hier ist nicht ohne Trainer gearbeitet, wobei ich letzte Woche zum ersten Mal einen anderen Trainer konsultiert habe, weil ich das Gefühl hatte dass wir mit Trainer 1 nicht wirklich weiter kommen.
Bei Trainerin Nr. 1 sind wir seit Balou bei uns ist. Diese Trainerin arbeitet streng nur mit positiver Verstärkung. Es gibt absolut keine Strafe und Maßreglungen, nur erwünschtes Verhalten wird positiv verstärkt. Ganz ehrlich hatte ich schon immer und vor allem in letzter Zeit das Gefühl, dass das Balou sowas von egal ist was ich von ihm will. Wenn er Lust auf Leckerli hat dann macht er mit, ansonsten hab ich das Gefühl dass er mir sprichwörtlich einfach auf den Schädel kackt. Leinenführigkeit nur wenn er Hunger hat, Rückruf funktioniert nur wenn er Hunger hat, etc. Der Lösungsweg dieser Trainerin nach einem Termin im Büro belief sich darauf, Leckerli in den Hund zu stopfen bei jeglichem Menschenkontakt und auch wenn er bellt wie blöd, den Hund mit Leckerli ruhig zu stellen bis irgendwann die Verknüpfung Mensch = tolles Essen entsteht. Leider lässt dieses Ergebnis seit Monaten auf sich warten
Deshalb Trainer Nr. 2. Dieser Trainer meint er hat keine Philosophie per se sondern nutzt das Wissen verschiedener Trainer (Rütter, Milan, etc.). Da gehts schon etwas anders zu. Kontrolle über Ressourcen, Kontrolle über den Lebensraum, als erster durch die Tür gehen, Leinenfühigkeit durch stetige Kontrolle, viel über Körpersprache und Bestimmtheit. Nachdem ich jetzt einige Videos von Cesar Milan gesehen habe erkenne ich einges wieder, vor allem die "calm and assertive"-Einstellung, jedoch verzichtet dieser Trainer auf die kontrovers diskutierten Dinge wie auf den Rücken werfen, konstante Unterwerfung, jegliche brutale Hilfsmittel, etc. Nachdem sich Balou beim ersten Termin so halbwegs beruhigt hat, hat der beim Trainer an der Leine gespurt wie noch nie. Ich war echt erstaunt, sogar im Stiegenhaus hat er eine alte Dame ignoriert. Bei mir hat er sich jedoch anscheinend gemerkt dass es bisher einfach keine Konsequenzen gab und ich muss einiges aufholen in Sachen Autorität. Leider immer noch keine Besserung im Büro (außer dass er mittlerweile auf Sitz reagiert und dabei weiterbellt), obwohl wir die Trainingsaufgaben auch erst seit 2 Wochen machen.
So, zum Schluss noch ein Video von heute wo mir ein Bekannter (Fremder für Balou) kurz ausgeholfen hat. Ich bin beim Video absichtlich mal nicht eingeschritten (hab gefilmt), damit ich selbst mal (und ihr damit auch) seh, was für Signale der Hund sendet und wie man damit arbeiten kann. Würde mich wie gesagt freuen, wenn man hier ein bisschen diskutieren könnte. Ist es Angst, ist es Selbstbewusstsein? Meint Balou er muss den Chef raushängen lassen oder ist es Unsicherheit, aus der er einfach mal von Haus aus nach Vorn geht. Vor allem, was bedeutet der Wechsel zwischen Fiepen und Bellen?! Weiters würds mich interessieren welchen Trainer bzw. welche Trainingsmethoden ihr in solch einer Situation bzw. bei so einer Art von Hund wählen würdet.
https://www.youtube.com/watch?v=VIsqtM6y_Hc
Sorry für den langen Roman, ging leider nicht kürzer
LG Lisa
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