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unsicherheit gegenüber Menschen, wie kann ich daran arbeiten.

Dabei
7 Nov 2013
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#1
hier gibt es ja einige Threads zum Thema Aggresionen gegen Menschen. Ich glaube aber nicht, dass es sich bei Barney um Aggressionen handelt, deshalb wollte ich einen neuen Thread öffnen. Habe nichts passendes gefunden.
Falls es aber ein ähnliches Thema gibt, können die Moderatoren, mich gerne irgendwo dazu schieben :rolleyes:

Also:

Hallo ihr Lieben :)

Mich belastet nun seit einiger Zeit Barneys Verhalten gegenüber Menschen.
Wir hatten zwischendrin immer wieder Probleme, über die ich hier auch geschrieben habe, diese haben sich aber erneut verändert, daher der neue Thread.
Als kleines Vorwort: Menschen gegenüber die er kennen gelernt hat (meine Familie die ich in Semesterferien manchmal besuche, die Familie meines Freundes, etc.) nimmt Barney an und lässt sich auch richtig streicheln und knuddeln. Von meinem Freund und mir sowieso. Er ist der ABSOLUTE Schmusebär und kann nie genug davon bekommen.
Schon als kleiner Welpe ist er vor den Händen von Fremden geflüchtet, daher habe ich sie immer gebeten ihm keine Streicheleinheiten aufzuzwängen. In meinen Augen war das immer die klassische Reserviertheit der Aussies.
Er lässt sich Berührungen nämlich widerwillig aufzwängen. Z.b gefällt es ihm beim Tierarzt auch nicht, aber er sagt nichts gegen die Berührungen, bzw zeigt kein Drohverhalten oder ähnliches. Oder wenn ihn jemand mal einfach so von hinten streichelt, weil er ja "so süß" ist - und ich es nicht bemerke - sagt er auch nichts direkt dagegen. Er flüchtet.
Das Verhalten gegenüber Menschen verändert sich meiner Meinung nach aber negativ. Er bellt mehr und reagiert dabei weniger auf mich.

Ein paar verschiedene Situationen:

1. Auf dem Spaziergang:
Spaziergänger mit Hund sind ihm vollkommen Schnuppe und meist recht sympatisch. Spaziergehende Frauen sind ihm recht egal. Spaziergehende Männer sind ihm unheimlich. Und läuft er nicht an der Leine, begegnet er ihnen mit lautem Bellen. Trainerin tippt hier aber ganz klar auf Unsicherheit. Das verbessert sich aber auch nicht, obwohl er nun schon einige "unheimliche" Männer kennen & mögen gelernt hat.
Mein Hundebesitzer Auge wurde aber ziemlich geschult und eigentlich entdecke ich die Gefahr immer vor ihm und kann an der Leine jegliches Bellen vermeiden. Bzw. rechtzeitig agieren. Egal ob Fahrradfahrer, Jogger, Männer, Frau, etc. Da haben wir mittlerweile den Bogen raus.
Kinder findet er (für mich immer ziemlich erschreckend und traurig) ganz schrecklich. Er bellt richtig und knurrt. Es macht mir ehrlich gesagt Angst. Auch wenn er keines Falls drohned sondern eher unsicher aussieht.
Achja, laufen die Kinder oder Männer in meiner Spaziergruppe mit, sind sie ihm vollkommen Schnuppe. Er reagiert nur auf entgegenkommende.

also meine erste Frage: Wie kann ich Kinder ihm Sympatischer machen?
Wir hatten neulich schon ein Kind das ihn ganz toll gefüttert hat. Und für Blickkontakt mit Kind wird er gelobt. Aber irgendwie sehe ich keine Besserung... Eher verschlechterung..
Ich gebe zu: als Welpe hatte er keinen Kontakt zu Kindern, weil ich 21 Jahre bin und selbst keinen Kontakt habe. Er kannte nur das Geschrei vom Kindergarten gegenüber.
Irgendwelche Tipps?

meine zweite Frage: Mein größtes Ziel wäre es, ihn nicht bei Gefahr anleinen zu müssen, da ihm das alles einfach nur egal ist. Wie gehe ich vor?

2. Bei uns im eigenen Heim:
Menschen die bei uns ins Haus kommen, findet er erst mal scheiße. Draußen begegnet er ihnen freundlich und unbekümmert, sobald sie aber sein Reich betreten verhält knurrt er ziemlich viel und schleicht im großen Bogen und mit kritischem Blick um die "Eindringlinge". Wenn sie ihn nicht anschauen,nicht begrüßen und ignorieren kriegt er sich meist schnell ein. Und knurrt nur hier und da wenn die Personen den Raum wechseln, bis es ihn irgendwann nicht mehr stört. Essen zum Beispiel alle am Tisch liegt er drunter und gibt Ruhe.
Wie Menschen aber sind: Sie ignorieren ihn nicht und starren ihn an. Auch wenn ich es jedes mal sage...
Dann bellt Barney. Der Mensch sagt dann meistens noch unnötiges wie "willst du mir jetzt Angst machen" und lacht während er ihn anstarrt oder läuft ihm direkt vor die Füße. Barney flüchtet immer. Er ist noch nie nach "vorne" gegangen. Oder oftmals wenn er ruhig ist gehen dann doch wieder alle hin, wenn ich mal kurz in der Küche bin und das Theater geht von vorne los..
Ich stelle mich immer dazwischen. Möchte ihm damit zeigen, dass ich als Rudelführer alles im Griff habe. Weiß aber nicht ob das richtig ist...
Mit unserer Hundeschul Trainierin wollen wir daran auch bald arbeiten. Habe aber momentan schon 180 € für einen VIP Kurs ausgegeben und kann mir nicht noch zusätzlich Einzelstunden zu Hause leisten.
Also bisher gehe ich folgendermaßen vor: Wir haben ein Box und einen Platz auf den ich ihn schicke. Ich gebe klare Kommandos und gehe bei Unsicherheit dazwischen. Ich bin ruhig und versuche entspannt zu sein.
Habt ihr mal ein paar Tipps?

3. Direkt bei uns vor der Haustür:
Er bellt die Menschen an die bei uns direkt leben (Nachbarn). Nur die Nachbarn mit Hund (wir haben viele) sind ihm sympatisch. Obwohl er draußen im Normalfall auf Menschen nicht reagiert bzw. so wie beim Spaziergang.
Worin liegt hier jetzt der Unterschied?
Draußen an der Leine verhält er sich gut. Warum dann nicht vor unserer Tür auf dem Weg zum Wald an der Leine? In der Stadt etc. verhält er sich aber auch wieder gut so lange er an der Leine läuft und niemand sich über ihn beugt um ihm einfach auf den Kopf zu fassen.

Das Verhalten hat sich verschlimmert, obwohl es zu keinen Zwischenfällen kam, deshalb bitte ich euch um hilfreiche Tipps.

Und ich weiß - ein Trainer ist hierbei gefragt. Und auf Spaziergängen hat sie mich auch schon begleitet und wertvolle Tipps gegeben, aber in die Wohnung und vor der Haustür noch nicht.

Liebe Grüße :) Leonie
 

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Dabei
7 Nov 2013
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#2
Ach noch eins möchte ich hinzufügen:

Gehen wir in ein Haus unserer Freunde. Reagiert er ganz normal und gut. Ihn stören die Menschen dann nicht, außer sie gehen wieder direkt auf ihn zu, anstatt Privatsphäre zu waren.

Tut mir leid, ist sehr viel geworden, aber vielleicht findet trotzdem jemand die Zeit mir zu helfen :eek:
 
A

Aussie2014

#3
Hi :)

Also das Problem vor der Haustüre kenne ich. Das liegt daran, dass der Hund noch meint hier sein Territorium absichern zu müssen und daher reagiert er verstärkt darauf, weil die Menschen da als Eindringlinge wahrgenommen werden. Wie alt ist dein Hund denn jetzt? Dass es sich verstärkt könnte einfach an dem zunehmenden Alter deines Hundes liegen. ;) Ich würde ihn dann sitzen lassen und ihn dann für ruhiges Verhalten zu belohnen. Ich denke aber nicht, dass es ganz rauszukriegen ist, weil es so ein tiefsitzender Instinkt ist, den man eben kontrollieren muss.

Bei den Kindern würde ich "Zeigen und Benennen" empfehlen. Habe Joy auch schon so oft von Kindern füttern lassen, aber das Problem besteht auch seit Monaten schon. Seit dem "Zeigen und Benennen" meine ich nach langem, langem trainieren kleine Erfolge zu sehen. Es geht dabei darum, dass der Hund die Kinder positiv verknüpft und ein Alternativverhalten aufbaut. Hier ist der Link dazu: http://markertraining.de/zeigen-und-benennen-wie-vokabellernen-die-kommunikation-verbessert/Ich hoffe, ich konnte dir etwas Anregungen geben.


Liebe Grüße


 
Dabei
7 Sep 2012
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#4
Hallo,

da Barney jetzt etwas über 8 Monate alt ist, kann es sein, das er in die Pubertät kommt, was oft mit einer zweiten Unsichheitsphase einhergeht. Ursache sind die starken Hormoschwankungen u. der Umbau im Gehirn zur Geschlechtsreife.
Dein Hund braucht jetzt vermehrt Sicherheit u. Souveränität von Dir. Arbeite an dem Problem, in dem Du z.B. auf einem belebten Parkplatz mit ihm trainierst u. halte zunächst einmal größeren Abstand. Ein souveräner Begleithund einer Freundin etc. kann Euch hierbei unterstüzten.
 
Dabei
20 Jul 2012
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#5
Hallo,

ich verstehe Deine Bedenken und Probleme vollkommen, habe allerdings auch nicht so wirklich einen Ratschlag für Dich.
Bei uns ist es nicht ganz so arg, aber bei Coco ist es so, dass alles was aus der Reihe tanzt aggressiv angebellt wird..
Beispiel I: Wir gehen wie immer an der Donau spazieren (es gibt einen Trampelpfad direkt am Ufer und einen Schotterweg für Radlfahrer/Jogger weiter oben). Auf diesem gehe ich meistens, der Trampelpfad wird zu 99% nur von Hundegassigehern benutzt.
Gestern ging aber eine Frau ohne Hund diesen Weg, das ging in Cocos Augen gar nicht! Das musste kommentiert werden und geprüft werden, wer das ist ob dieser jemand vllt. sogar Angst hat, wenn sie ihn anbellt. Sie hält Gott sei Dank immer so ca. 2 Meter Abstand zum "Opfer" aber bellt schon angsteinflößend :(
Beispiel II: Wir gehen unseren Weg wie jeden Tag in der Früh Richtung Kanzlei an einem Naturweiher vorbei. Dort geht immer die gleiche Frau die Mülleimer nach Pfandflaschen ab, so auch an diesem Tag, allerdings blieb sie mittendrin stehen und hat Blumen gepflückt. Ich hab schon gemerkt, wie Coco sich immer größer macht und rüber sieht und genau beobachtet. Ich hab sie daraufhin gleich an die Leine genommen, dann hat sie nicht gebellt. Als wir bei der Frau waren, hab ich Guten Morgen gesagt, und hab ihr die Situation erklärt. Coco hat so getan, als würde sie sich auf die Frau freuen, obwohl ich genau wusste, dass sie sie nur anbellen wird. Hab sie mit Vorwarnung von der Leine abgemacht und prompt ist sie bellend und schimpfend auf die Frau los. (Wie geschrieben, diese wusste bescheid).

Da denk ich mir auch oft, HALLO???

Außer dass ich meine Sinne schärfe und dementsprechend darauf reagiere, hat bisher nichts geholfen. In diesem Moment hört sie nicht mehr. Wenn ich NEIN o. ähnliches sage, dann rennt sie erst recht los :(
 
Dabei
7 Nov 2013
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#6
Danke für alle Antworten :)

Bei uns ist es nicht ganz so arg, aber bei Coco ist es so, dass alles was aus der Reihe tanzt aggressiv angebellt wird..
Das ist genau das, was ich meine. Nur glaube ich nicht dass es Aggressiv bei uns. Sondern hochgradige Unsicherheit. Das Bellen ist meist so Hoch und langgezogen.
Das Problem ist aber, dass bei Barney allem Anschein nach relativ viel aus der Reihe tanzt und mich das manchmal überfordert.
Kinder mit Stöcken oder am Kreide malen, alte Männer mit Hut und Stock, ein Mensch der schnell um die Ecke gebogen kommt, etc.
Auf dem Spaziergang komme ich mittlerweile recht gut damit klar, weil ich wie gesagt mein Hunde Auge geschult habe und an der Leine die ganze Sache mittlerweile echt gut klappt.
Absetzten - Augenkontakt loben - weiter im Bei Fuss laufen - loben - klappt das nicht, wird wieder abgesetzt und die Leute können passieren.
Bei mir zu Hause muss ich sagen, sind sehr oft die Menschen schuld. Die meinen sobald mein Hund sich mal beruhigt und schnuffeln kommt, wäre jegliches ignorieren aufgehoben und es sei die Einladung zum Streicheln...
Schon wieder geht alles von vorne los..
Aber das er manchmal an der Straße oder bei uns am Haus so extrem reagiert macht mir Sorgen. Ich möchte auch einfach nicht, dass alle Nachbarn meinen "die Studentin bekommt wieder ihren Hund nicht erzogen und hat einen total Aggressiven blutrünstigen Hund".....

Ich würde mir einfach wünschen, dass sich alles mal bessert. Und vielleicht gibt es dazu kein einfaches Rezept. Aber ich bin bereit für jegliches.. Nur sollte es sich nicht noch weiter verschlechtern. Was es ja trotz allem tut..
 
Dabei
20 Jul 2012
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#7
da unterscheiden sich unsere - meine ist in solchen situation nicht ängstlich, sondern sehr selbstbewusst, da sie das in ihren augen eben regelt.
zudem ist meine ja schon etwas älter..
ein junger hund wie barney ist ja hormonell noch überfordert oder überhaupt in verschiedenen phasen (angstphasen) usw., so wie es julia eben schon schrieb...
 
Dabei
7 Nov 2013
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#8
Ja ich werde weiter dran Arbeiten. Bin auch schon öfter (wie Julia es vorgschlagen hat) in der Stadt oder ähnliches gewesen.
Da hat er meistens aber niemanden angebellt. Auch im Restaurant und Cafe etc. verhält er sich vorbildhaft und liegt ruhig unter dem Tisch (auch schlafend).
Es sind irgendwie nur vereinzelte entgegenkommende oder vor ihm stehende Personen oder Gruppen, welche ihm Angst einflößen. Und eben, wenn ihn Fremde anfassen..
 
Dabei
20 Jul 2012
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#9
bei uns sind es auch nur einzelne situationen, viele menschen, viele geräusche waren bei uns noch nie ein problem, eben nur das eine besondere..
allerdings muss ich sagen, dass ich meinen hund von fremden auch nicht anfassen lassen will ;) dieses problem wäre also für mich kein problem :)
ich denke mit zuversicht an das problem ran gehen, ist die beste lösung. vorallem du musst dich, denke ich, bisschen lockern denn man vermittelt ja auch viel mit körpersprache/geruch/stress usw. an den hund.
die merken das ja sofort.

ich wünsch uns beiden erfolg :)
 

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