Welpe erbricht durch Angst und bekommt Panikattacken. Wie verhalte ich mich richtig?

Dabei
5 Okt 2021
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#1
Hallo zusammen,
vor ein paar Tagen haben mein Partner und ich einen Mini Aussie Welpen (weiblich) gekauft.
Vor Ort schien sie sehr freundlich und kein bisschen ängstlich.
Als wir dann zu Hause mit ihr ankamen war sie bereits recht ängstlich (was ja auch nicht schlimm ist).
In unserer Wohnung hat sie jedoch keine Angst, ist sehr zutraulich und braucht viel Liebe.
Sobald man mit ihr rausgehen möchte fängt es an. Sie nähert sich mir oder meinem Freund nicht mehr sobald sie das Geschirr sieht.
Momentan versuche ich es mit einem Ablenkungsmanöver in Form von Leckerchen. Nur will ich ihr nicht das Gefühl geben sie zu zwingen. Es ist nicht nur das Geschirr es ist auch die Leine. Eigentlich kennt sie das aber schon. Wir haben das Geschirr und die Leine von den Vorbesitzern erhalten.
Wenn wir draußen sind, dann will sie sich ständig allem entziehen. Sie hat wahnsinnige Angst vor Autos, vereinzelnd anderen Menschen, bellenden Hunden und generell Geräuschen. Es wird so schlimm, dass sie A. nicht weiter gehen will, B. alles um sich herum regelrecht zusammenschreit und C. so extreme Zitteranfälle und Angstschübe bekommt, dass sie sich davon übergeben muss. Für mich ist das Thema Welpe an sich nicht neu. So ein Verhalten habe ich jedoch bisher noch nicht kennengelernt. Sobald es nach Hause geht läuft sie auch besser mit. Vorausgesetzt kein Kind rennt an uns vorbei, oder sie wird direkt konfrontiert.
Kurz noch zu ihr: Sie ist 10 Wochen alt, wir haben sie aus erster Hand und sie ist dort mit ihren zwei Schwestern aufgewachsen. Die Elterntiere leben auch dort, jedoch konnten die Welpen wenig Kontakt zur Mutter aufbauen, da sie eine entzündete Zitze hatte und sonst zugebissen hätte.
Mein Partner und ich sind zwei ruhige Menschen, die sehr viel Geduld mitbringen. Nur mache ich mir langsam Sorgen, da sie (unabhängig davon, wann sie gegessen hat) jedes Mal wenn wir rausgehen vor lauter Stress alles erbricht. Es ist kein typisches Erbrechen. Es kommt vorne in der gleichen Form wie hinten raus.
Gerade am Anfang möchte ich gravierende Fehler vermeiden um unsere Maus richtig zu sozialisieren. Angeblich kannte sie laut Vorbesitzer schon viel, jedoch scheint das nicht der Fall zu sein. Eine Hundeschule steht auch auf dem Plan. Momentan sind es so viele Endrücke für sie, dass ich auch hier Angst habe sie zu früh damit zu konfrontieren.
Hat jemand einen Rat?
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#2
Einen Rat hab ich dir leider nicht.
Für mich klingt das so, als hätte der Hund gar nichts kennengelernt.
Wenig Kontakt zur Mutter.....ich weiß nicht, liest sich nicht wirklich seriös.
Hat der Hund Papiere? Ist die angebliche Mutter auch wirklich die Mutter?
Auf jeden Fall würde ich erstmal einen TA aufsuchen, um Krankheiten auszuschließen.
Gibt es einen EU Impfpass für den Hund? Ist er gechipt?
 
Dabei
5 Okt 2021
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#3
Hallo Gundi,
vielen Dank für die Antwort.
Die Maus ist geimpft, 3-fach entwurmt und gechipt, Erbkrankheiten wurden bereits ausgeschlossen.
Ich wollte nächste Woche nochmal mit ihr zum Tierarzt - diese Woche soll sie erst nochmal alles in Ruhe auf sich wirken lassen.
Ich habe die Elterntiere kennengelernt. Sie sieht zu 100% aus wie ihr Papa und Zweifel bestehen bei mir nicht, dass es nicht die echten Eltern sind. Sie kommt aus einem ländlichen Gebiet. Wir wohnen etwas außerhalb von der Stadt, jedoch fahren bei uns auch viele Autos und LKWs vorbei, weil man von uns aus auch schnell auf die Autobahn gelangt. Heute hat sie sich noch nicht übergeben und ich hoffe es war der reine Stressfaktor.
Ich versuche sie diese Woche erstmal in ihrer unmittelbaren Umgebung und im Wald erkunden zu lassen.
Vllt war es auch einfach alles ein wenig zu viel für sie. Nur mache ich mir natürlich Sorgen, da sie ja mein kleiner Engel ist und es nicht so leicht zu ertragen ist, dass sie dadurch mental und körperlich völlig überlastet ist.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#4
Hallo,

was sagen denn die Züchter ? hört sich schon heftig an. Manches zumindest...

mein Welpe damals hat geschlottert wie Espenlaub auf der Heimfahrt. Bilde mir immer ein, muss auch ein Schock für die Tiere sein, so einfach aus ihrer Gruppe rausgerissen...
Der Punkt, dass sie sich euch nicht mehr nähert wenn sie das Geschirr sieht. Meine das könnt ihr üben, Leckerchen wenn sie das aufsucht und alleine durch das Geschirr schlüpft , ist schon mal gut. Fand der Tipp meiner Züchter damals gut, Softgeschirr (gibts beim Fressnapf) ganz gut. Sehr weich das Ding, hatte es schon so im Haus angezogen, nicht nur wenns rausging. Hatte Anfangs ne hausleine dran. Ev bringt es dir was wenn du das Teil schon länger vorher anziehst, viel Zeit lässt und ev auch etwas mit ihr spielst. Ebenso Leine, kurz die Übungseinheiten. Ev mit demGedanken wenns am schönsten ist aufhören, nur nicht zuviel .. .hoffe mein Gedanke kommt richtig rüber.

Manches sind Themen die auch dein Züchter mitzubetreuen hat. Erbrechen, gabs ne Futterumstellung? wie oft frisst sie ? machen die in der Regel auch, sind ihre Tiere, die wollen ja auch, dass denen gut geht. Normal zumindest :)

Würd alles langsam angehen, im Wald mal tragen , nicht zulange dem Rummel aussetzten. Drücke euch die Daumen wäre schön wenn du über Fortschritte berichtest.

Grüße
 
Dabei
5 Okt 2021
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#5
Hey,
erstmal vielen Dank.
DenTipp mit dem Geschirr werde ich mir zu Herzen nehmen. Das könnte gut funktionieren. Die Vorbesitzerin hat mir erzählt, dass sie sich vor die Welpen gesetzt hat sobald mal ein Auto dran vorbei fuhr. Das ist mir im Herbst aber ein bisschen zu kalt und für mich denke ich nicht die richtige Methode. Ich will Julie (so heißt sie) ja nicht das Gefühl geben, dass es einen Grund gibt sie davor zu beschützen. Alleine damit lasse ich sie aber auch nicht. Ich versuche mit ihr zu reden und sie ( sofern sie keine Panikattacke bekommt) sanft zu berühren. Zum Futter: Sie bekommt bei uns das selbe Welpenfutter. Sie musste sich nur Stressbedingt so häufig übergeben. Heute hat sie sich auch noch nicht übergeben. Ich werde versuchen sie ganz langsam an ihre neue Welt gewöhnen. Kann mir auch gut vorstellen, dass sie noch darunter leidet ihre Geschwister nicht mehr zu sehen. Ich werde gerne weiter berichten.
Ganz liebe Grüße
 
Dabei
8 Jul 2017
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#6
gut dran ist immer, wer seinen Hund gut beobachten kann. Lesen kann und rechtzeitig merkt, dass Zuviel. Geschirrthema ausprobieren.
Zum Punkt nicht Zuviel Aufmerksamkeit auf unliebsame Dinge zu schenken...versteh ich dich vollkommen. Ist ja immer mal ein Thema und etwas ausprobiererei , ev auch einfach mit der Entfernung.
bin überzeugt , ihr schafft das.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#7
Die Vorbesitzerin hat mir erzählt, dass sie sich vor die Welpen gesetzt hat sobald mal ein Auto dran vorbei fuhr. Das ist mir im Herbst aber ein bisschen zu kalt und für mich denke ich nicht die richtige Methode. Ich will Julie (so heißt sie) ja nicht das Gefühl geben, dass es einen Grund gibt sie davor zu beschützen.
Naja, man braucht sie dazu ja nicht hinzusetzen, es reicht ja, sich schützend vor sie zu stellen u. sie abzuschirmen. Und genau das ist so enorm wichtig, wenn für die Bindung, das du ihr Sicherheit gibst u. sie beschützt. Meine Jüngste mag es bei uns auf der Brücke auch nicht, wenn LKW vorbei donnern u. geht dann hinter mir. Und sie ist jetzt 1,5 Jahre.
 
Dabei
24 Jan 2008
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#8
Ich muss hier als Züchter mal etwas los werden .Erstmal zur entzündeten Zitze ,kann vorkommen und muss behandelt werden ,aber deshalb muss man Welpen nicht von der Mutter trennen denn in dem Alter saugen die längst nicht mehr ,das macht die Mutter denen auch schon lange vorher klar und nicht durch beissen . Das machen Hündinnen die nicht ganz klar im Kopf sind .Dann die Frage der ausgeschlossenen Erbkrankheiten ,da würde mich mal interessieren welche das sind . Zu der Ängstlichkeit durch Umweltreize , wir wohnen z B auch ländlich und trotzdem bekommen unsere Welpen einiges geboten ,von daher muss soetwas nicht unbedingt auf das Land geschoben werden .Die Frage ist für mich ,wie oft vorher habt ihr sie besucht um sich gegenseitig kennenzulernen und wie lange ist sie bei euch ? Wenn sie euch jetzt erst ein paar Tage kennt ist es bei einem schlecht sozialiserten und geprägten Welpen völlig normal das es länger dauert bis er mit den vielen Reizen und euch klarkommt .Gebt ihm die Zeit und baut alles in minimalistischen Schritten auf ,dann wirds sicher auch klappen ,dauert halt .
 
Dabei
5 Okt 2021
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#9
Hallo,
vielen Dank für eure Nachrichten.
Ich habe mich schon versucht vor sie zu stellen, nur geht sie dann meistens rückwärts. Wenn ich jedoch auf sie zugehe und es noch nicht ganz so schlimm ist, dann will sie auf den Arm. Das unterbinde ich jedoch ( außer in Situationen bei denen sie zitternd gefühlt kurz vorm blackout ist, dann geht es aber sowieso nicht mehr voran). Ich merke jedoch, dass sie schon ein wenig mehr zur Ruhe kommt. Bekannte Strecken kann sie zum Teil genießen. Sie ist auch sehr schlau und nimmt viel auf. Ich wusste nur im Vorhinein nicht, dass sie absolut gar nichts kannte und habe sowas noch nie erlebt, deshalb war ich ja auch recht geschockt. Sonst hätte ich es denke ich auch ein wenig anders gemacht... Ich wusste es eben nicht und habe ihr gegenüber natürlich auch ein schlechtes Gewissen, dass ich sie so überfordert habe. Ich liebe sie jetzt schon wahnsinnig.
Zur Mutter kann ich wenig sagen. Vor Ort schien sie schon recht impulsiv. Der Vater war jedoch ruhig und ausgeglichen. Es ging alles sehr schnell. Wir haben sie davor auch erst 1x gesehen, das war natürlich auch meine Naivität, trotzdem werde ich das beste draus machen.
Die Erbkrankheit MDR1 wurde ausgeschlossen, da beide Eltern Tiere ++ sind und auch beim Tierarzt war nichts auffällig. Ich werde jedoch selber nächste Woche (wenn sie ein wenig mehr Vertrauen hat) mit ihr zum Tierarzt gehen und alles nochmal untersuchen. Sollte doch noch was auffällig sein werde ich mich natürlich an die Vorbesitzer wenden, zurückgeben würde ich sie aber gegen kein Geld der Welt.
Wir haben sie erst seit ein paar Tagen. Ich habe natürlich gehofft, dass es besser wird. Wollte jedoch trotzdem von Anfang an einen Austausch mit anderen Besitzern der gleichen Rasse, da ich gravierende Fehler vermeiden wollte und Angst hatte, dass es an mir liegt.
Naja wie dem auch sei... Wir werden das meistern mit ganz viel Liebe, Konsequenz, Vertrauen und einem Sicherheitsgefühl.
Liebe Grüße
 
Dabei
29 Jan 2019
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#10
Für mich liest sich das so als hätte dein Welpe noch nicht viel kennengelernt.
Meine erste Hündin war auch so. Da habe ich aber rausgefunden das die ihre ersten Wochen komplett nur im Stall verbracht hat.
Die kannte wirklich nichts. Sie war zwar nicht panisch und hat gekotzt allerdings war sie mega unsicher weil sie einfach nichts kannte.
Und das hat nicht unbedingt was mit der Wohngegend zu tun. Die Züchterin von meinem Rüden wohnt auch sehr sehr ländlich aufm Hof mit Stall Kleines Kaff und nur Felder aussenrum. Aber auch auf dem Land gibt es gewissen Verkehr, Natur, Wiese.. Umwelt zum kennenlernen.
Je mehr der Welpe in den ersten Wochen kennenlernt desto offener ist er für neues. Meine Züchterin ist auch mit den Welpen im Auto in den nächsten Ort gefahren und hat dort die Straßen erkundet. Also ländlich leben is da echt ne faule Ausrede für ne schlechte Sozialisation.
Wie ist es denn mit neuen Geräuschen im Haus? Reagiert sie da auch gestresst oder kommt sie zuhause zur Ruhe?
Wie hat denn die Züchterin das Geschirr angelegt? Wenn du das Geschirr mitbekommen hast sollte der Hund es doch kennen?
Ansonsten würde ich wie die anderen schon geschrieben haben auch ein Softgeschirr versuchen und Sie langsam daran gewöhnen.
Und dann ganz kleinschrittig anfangen. Manchmal reicht es schon wenn du dich einfach draussen mal mit dem Hund hinsetzt und beobachtest.
Ich bin damals mit meiner Hündin damals gar nicht viel Gassi gegangen als sie so unsicher war. Wir sind raus und haben uns irgendwo hingesetzt und beobachtet und Geräusche sortiert. Erst als sie von sich aus mutiger wurde und bei neuen Geräuschen nicht mehr sofort auf "Fluchtmodus" geschalten hat sind wir an wirkliche Gassirunden gegangen.
 
Dabei
5 Okt 2021
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#11
Hallo Nayu,
vielen Dank für deine Nachricht. Ich habe das heute mal ausprobiert viel mit ihr zu beobachten. Es hat ihr gut gefallen. Klar wurde es dann plötzlich stressig, weil dann 3 unbekannte Situationen auf sie zukamen. Als dann alles vorbei war lief sie auch fein mit. Erbrechen musste sie bis dato nicht mehr. Sie wird richtig warm mit uns. Sie ist halt wahnsinnig sensibel hat Angst vor Menschen, Hunden, Motorrädern, LKWs und Fahrrädern. Autos klappen immer besser. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen :D
Die Runden halte ich recht klein und erweitere den Radius langsam. Bin jetzt schon deutlich beruhigter. LG
 
Dabei
29 Mrz 2018
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#12
Hallo,
Ich denke ,auch wenn Ihr das Geschirr mitbekommen habt , ist die kleine Hündin bisher noch nicht daran gewöhnt worden .
Zur Gewöhnung würde ich das Geschirr auch im Haus längere Zeit anlassen , oder anfangs nur ein Halsband verwenden ,
das ist vielleicht noch weniger störend für die Kleine .

Die Ängste auf der Straße lassen sich nur langsam ,Schritt für Schritt abbauen , dazu solle man einen Platz wählen
wo der Welpe die Möglichkeit hat , sich auch in Sicherheit zu begeben . Hier wäre vielleicht eine Türe am Hauseingang geeignet ,
welche nur einen Spalt geöffnet ist und hinter der ein Versteck möglich wäre , wenn eine Gefahr auftaucht .
Längere Spaziergänge kann man auch an einsamen Orten beginnen , wo es keine Störungen gibt .
Hier kann der Welpe auch frei ohne Leine laufen , wenn er doch Angst bekommen sollte wird er bei Euch Schutz suchen .

Um das Erbrechen weniger nachteilig zugestellten , sollte die Kleine vielleicht erst nach dem Ausgang ihr Futter bekommen,
so behält sie das Fressen bei sich und kann es in Ruhe verdauen . Doch besser wäre es , wenn es gar nicht zu dem Erbrechen kommen würde .
 
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