Die Sache mit dem "Auswärts" fressen

Dabei
26 Okt 2018
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#1
Hallo geballte Schwarmintelligenz,

wie der Titel schon vermuten lässt, frisst unsere Mina gern auswärts. Dabei wird vor nichts halt gemacht, weder vor menschlichen Hinterlassenschaften noch vor Tierischen ihrer Artgenossen. Hmm gut, ein Welpe, neugierig, hungrig ... googeln wir mal.
Nun hab ich schon mehrere Berichte der positiven "Nein" Verstärkung gefunden. Quasi dem Hund ein Leckerie geben, wenn er durch das NEIN vom Gegenstand seiner Begierde ablässt und sich uns zuwendet. Geübt, geübt und auch verstanden (Von beiden Seiten )
Aber diese Methode beinhaltet ja nun, dass ich ständig aufpassen muss, was da so auf dem Weg liegt und genau das möchte ich nicht. Ich möchte ja, dass sie generell nicht mehr was vom Boden frisst. Sonst renn ich ja nur mit dem Kopf nach unten durch die Gegend und scanne den Boden ab. Entspanntes Gassi oder spazieren gehen sollte doch anders sein.

Wie habt ihr es geschafft, dass nur zuhause gespeist wird???



Gruß

Ron
 
Dabei
27 Feb 2017
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#2
Hallo Ron,
bei uns gab es verschiedene Themenworkshops in der Hundeschule zu dem Thema. Da wurde das dann zwei, drei Stunden am Stück geübt. Meine Trainerin setzt dabei Wasserspritzen ein, weil sie sagt, lieber erschreckt sie die Hunde bei dem Thema mit einem kleinen Spritzer Wasser, dafür fressen sie draußen keine Giftköder. Sie hat dafür so Anti-Bell-Halsbänder, die mit Wasser gefüllt sind und legt die in einem Parcours neben Würstchen. Und wenn ein Hund sich das Würstchen nehmen will, spritzt sie ihn per Fernbedienung mit dem Wasser an. Der Hund verknüpft also das Würstchen mit dem Wasserstrahl. Bei Dobby hat das richtig gut geholfen! Er hat letztens einen Döner im Gebüsch aufgestöbert, hat lange daran gerochen und ist ohne was zu nehmen weggegangen.
Du wirst aber sicher auch viele finden, die diese Methode nicht unterstützen.
 
Dabei
26 Okt 2018
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#3
Vielen Dank für deine Antwort,

ja das hört sich gut und einleuchtend an.
Solch ein Halsband besitze ich leider nicht und kenne auch niemanden, der so eins hat.
Wenn ich jetzt z. Bsp. eine Wasserflasche oder Spritzpistole mit zur Gassirunde nehme, hat das wohl nicht den selben Effekt? Da ich ja der Auslöser bin, und der sollte wohl ziemlich neutral sein. Im Gebüsch z. Bsp. bin ich ja nicht unbedingt dabei oder ein paar Meter entfernt und kann da schlecht einwirken, was die lieben Vierbeiner ganz schnell raushaben. Und das ist nicht des Rätsels Lösung.
Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz von dir, danke.

Gruß

Ron
 
Dabei
27 Feb 2017
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#4
Hallo, nee, das würde ich lassen, weil Du schnell falsche Verknüpfungen herstellen kannst damit. Habt Ihr nicht vielleicht eine Hundeschule in der Nähe, die so Kurse anbietet?
 
Dabei
26 Okt 2018
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#5
Hundeschulen gibt es einige. Da schlägt wohl die Quantität die Qualität (laut Google Bewertungen)
Aber ich werde mal die Augen offen halten. Bis dahin nutze ich die "Positive NEIN Verstärkung".
 
Dabei
26 Mai 2015
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#6
Hallo,

Ich finde diese Idee mit den Sprühstößen „neben der Wurst“ nicht besonders toll. Der Hund lernt zum einen Ortsbezogen und daher hat er auch fix raus, die Wurst in der Hundeschule ist doof, aber der Döner im Gebüsch noch lange nicht.

Dann stellt sich mir die Frage: Warum soll der Hund nicht wissen dass das „Verbot“ von mir kommt? Ich verpasse ihm zwar milde lächelnd einen Schreckreiz, aber beruhige mein Gewissen damit dass der Hund es nicht mit mir in Verbindung setzt? Ist in meinen Augen Unsinn.

Du kannst doch wie du es begonnen hast, dem Hund erstmal beibringen was „nein“ bedeutet. Wenn er das wirklich verstanden hat, kannst du das ne Zeitlang auch draußen an vielen verschiedenen Orten üben und ihm auch nachdrücklich klar machen dass du es garnicht witzig findest wenn er das „nein“ missachtet.

Das rein positive „Tauschgeschäft“ birgt die Gefahr dass dein Hund ggf. das gefundene als besser erachtet als das was du zum Tausch anbietest und im dünnsten Fall auch den Giftköder. Der weitere Nachteil, du überlässt im Prinzip dem Hund die Entscheidung ob er nun tauscht oder nicht. Nett für den Hund, blöd für dich.
Fair ist es dem Hund in Ruhe beizubringen was „nein“ „aus“ oder was auch immer, bedeutet, dies dann aber konsequent durchzusetzen. Da wird nicht gelockt oder ein „na gut das war nicht so schlimm“ draus gemacht, sondern nein heist nein.

Du lebst mit deinem Hund in einem sozialen Verband, da kann nicht alles eitel Sonnenschein sein, sondern es gehören auch Grenzen dazu. Dein Hund wird es dir danken
 
Dabei
26 Okt 2018
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#7
Hallo Frau Rossi,

und danke für deine Antwort.

Das mit dem "Nein" wird schon praktiziert, auch draußen, überwiegend draußen sogar.
Aber ich habe die Befürchtung, dass der Hund ja nur auf mein "Nein" hin reagiert und das eben möchte ich nicht. Jedenfalls nicht langfristig.
Sie soll ja selbst wissen, draußen nichts fressen, egal was. Und nicht erst wenn ich es verbiete. Das bedeutet ja aus meiner Sicht, ich muss den Boden / Umfeld vor ihr abscannen und ist für mich nicht der Sinn. Gerade wenn sie frei läuft und immer etwas rumliegt kann ich es nicht immer sehen und reagieren.
Wenn meine Nein Methode aber dazu führt, dass sie irgendwann verknüpft draußen fressen ist falsch, dann will ich mich nicht wehren.
Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken.


Gruß

Ron
 
Dabei
6 Sep 2018
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#8
Hallo! Puh, ich verstehe dich sehr gut. WIr haben ähnliches Problem. Was mir aber aufgefallen ist - mit jeder Woche die sie älter wird, wird es bei ihr besser. Wir haben "Pfui" erst drin geübt - sie durfte Leckerli nicht nehmen, auch nicht wenn mir was runterfiel oder wenn da "plötzlich" was lag. Momentan sind wir dabei draußen das "Pfui" ebenfalls zu verknüpfen - es klappt noch nicht so gut, aber ich merke dass sie viel eher von irgendwsd ablässt und sie schon länger nichts mehr gefressen hat. Klar muss ich aber fast immer auf sie achten, aber irgendwie macht man das ja sowieso?! Ein 100% Giftköder Training gibts glaub ich nicht. Diese Leute sind ja richtig gemein und stopfen den mit den besten Dingen voll - am Ende des Tages kann ich nur hoffen dass wir nie in die Situation kommen und wir werden einfach immer und immer und immer wieder das "Pfui" üben bis sie es in allen Situationen verstanden hat!
 
Dabei
26 Mai 2015
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#9
Da hast du recht, am Anfang wirst du erst viel üben Müssen, wie du es schon tust und zusätzlich noch die Umgebung scannen, damit du vorher verbieten kannst. Das dauert eine Weile, aber unsere Hunde sind nicht doof und mit der Zeit wirst du nicht mehr sooo aufpassen müssen, denn die kapieren schon dass du das nicht willst.

Zusätzlich würde ich aber das „auslassen“ / ausspucken von Dingen aufbauen, denn unsere Hunde sind Eigennützig :) so dass es für den Fall der Fälle besser ist, dass der Hund auch auf Komando wieder ausspuckt.

Je nach Hund wirst du trotzdem immer aufpassen müssen, aber nicht mehr so doll wie jetzt. Deiner ist noch jung und eh grad in einer Phase wo sie alles in die Schnautze nehmen. Das wird vorbei gehen und mit deinem Training wird das verlässlicher klappen mit der Zeit.
 
Dabei
26 Okt 2018
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#10
Danke für eure Antworten

Für mich bedeutet das, dass ich auf dem richtigen Weg bin, auch wenn ich ihn noch nicht so ganz erkenne. Aber gut, eure Erfahrung schlägt natürlich meine Praxis.
Und da Mina das Wort Nein oder Pfui schon mit dem ablassen des Objektes ihrer Begierde, mal schlechter mal besser, verknüpft, sehe ich jetzt etwas positiver in die Zukunft. Desweiteren hoffe ich nach Beendigung der Welpenphase, dass der neue Lebensabschnitt ihr Übriges dazu beiträgt, dass das Problem ganz verschwindet.
Für nützliche Tipps bin ich aber weiterhin dankbar.
Und ein ständiger Erfahrungsaustausch kann nie schaden.


Gruß

Ron
 
Dabei
27 Feb 2017
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#11
Ich finde diese Idee mit den Sprühstößen „neben der Wurst“ nicht besonders toll. Der Hund lernt zum einen Ortsbezogen und daher hat er auch fix raus, die Wurst in der Hundeschule ist doof, aber der Döner im Gebüsch noch lange nicht.
Genau das ist in meiner Erfahrung hier nicht passiert. Dobby verknüpft es nicht mit der Hundeschule und auch nicht nur mit der Wurst. Er frisst draußen nichts mehr, was nicht von mir kommt. Und das sehe ich eindeutig als Erfolg an.
Ich weiß, dass es hier viele Gegner der Wasserspritz-Methode gibt und das ist vollkommen ok. Aber meiner Erfahrung nach ist es eine Methode, die zumindest bei Dobby gewirkt hat. Aber ich würde sie eben auch nicht ohne erfahrene Trainerin anwenden.
Und ja, mir ist es lieber, mein Hund lernt schnell "Wurst fressen ist doof, wenn sie nicht aus der Hand meines Frauchens kommt" als dass ich einmal zu langsam war und er hat einen Giftköder intus. Die gibt es zumindest hier in Köln leider häufig genug. :(
 

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