Ehrlichiose? Was genau sagt der Titer?

Dabei
7 Okt 2014
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#1
Ilai war Montag wegen diffuser Symptome in der Tierklinik, unter Anderem wurde er auf Borreliose, Anaplasmose, Babiose, Toxoplasmose und Ehrlichiose getestet, die Ergebnisse kamen gestern.
Alles ist laut Titer negativ (keine Antikörper), Ehrlichiose jedoch "grenzwertig", also Antikörper vorhanden.
Der Test soll in drei Wochen wiederholt werden.
Das Telefonat gestern war relativ kurz und ich habe nicht alles verstanden, weil meine Nerven momentan ziemlich blank liegen.

Bedeutet das jetzt, dass eine Infektion mit Ehrlichiose stattgefunden hat oder nicht?
Die Symptome treten seit Januar immer wieder auf, könnte das dann überhaupt der Grund sein (müsste der Titer dann nicht aussagekräftig sein und schon mehr Antikörper vorhanden)?
Am Telefon klang er gestern für mich, als sei das jetzt noch ein Zufallsbefund obenauf, denn mit Ehrlichiose hat keiner gerechnet, der Verdacht ging eher Richtung Hirnhautentzündung (Ergebnis steht noch aus).
 
Dabei
19 Jan 2017
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#2
Hallo Finnie Pooh,

dass tut mir sehr leid. Ich wünsche dir und Ilai gute Besserung. Was zeigt er den für Symptome und konntet ihr durch Medikamente diese lindern?
Hhm, ich bin kein Tierarzt und möchte dir mit meinem Unwissen keine Angst machen, aber nach deiner Beschreibung würde ich sagen es hat eine Infektion stattgefunden. Wenn Antikörper gebildet wurden und der Erreger nur im Körper schlummern würden, dann müsste er doch symptomlos sein, oder? Für mich hört sich der Verlauf so an, als wenn Ilai die Ansteckungsphase schon durchlaufen hat und die Krankheit im chronischen Stadium ist. Wie sehen die Titer bei chronischen Krankheitsbildern aus? Gibt es da Unterschiede?
 
Dabei
7 Okt 2014
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#3
Genau das weiß ich eben nicht, ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass der Titer später wieder sinkt.
Er hat mehrfach Antibiotika wegen anderer Sachen bekommen und darunter hörten diese Symptome ebenfalls auf, was für mich für eine Infektion spricht, die drauf anspringt und vielleicht ist der Titer deshalb wieder gesunken.

Die Symptome sind total diffus, halten zwischen anderthalb und drei Tagen an, kündigen sich zwei Tage vorher bereits mit Unruhe und Ängstlichkeit an.
Es sind eine Art Anfälle, er schiesst währendessen immer wieder hoch und rennt gegen Möbel und Wände, wird panisch, schmatzt, hechelt, jammert manchmal.
Zuletzt wurde er kastriert, weil die Tierärztin auf ein hormonelles Problem getippt hat , da er sexuell extrem triebig war.
Bislang hat sich nichts geändert, kein sperma mehr nachweisbar, letzte Woche trotzdem so eine Attacke über 15 Stunden.
Ich soll jetzt ein Anfallstagebuch führen , ihm Diazepam geben im akuten Fall und der nächste Schritt wäre ein MRT und Entnahme von Hirnwasser, aber mein Bauch sagt, dass das eventuell gar nicht nötig ist.
 
Dabei
19 Jan 2017
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#4
Das hört sich gar nicht gut an. :(
Ich habe mir den Krankheitsverlauf im Tiermedizinportal durchgelesen. Also wenn es chronisch wäre müsste laut diesem Bericht sein Blutbild massiv verändert sein. Dort steht, dass auch eine Hirnhautendzündung vorkommen kann. Aber eine Hirnhautendzündung ist nach meinen Erfahrungen nicht Schubweise? Ich kenne jedoch nur die aggressive Form der Meningitis beim Menschen und dann würde Ilai nach der langen Zeit nicht mehr leben.
Was ist mit den Anzeichen: Fieber, Abgeschlagenheit, angeschwollenen Lymphknoten, vergrößerter Milz?
Aber wenn man dem Artikel glauben kann, müssten bei einer Ehrlichiose im Zusammenhang mit Ilais Symptomen sein Blutbild doch viel aussagekräftiger sein???

Was wenn es doch keine Ehrlichiose ist und sie im Schlummerstadium ist? Würde vielleicht den niedrigen Titer erklären?
Was ist mit Epilepsie? Was du beschreibst hört sich auch stark nach einem Epileptischen Anfall an. Wurden in die Richtung schon Untersuchungen gemacht.

Die Stocherei im Ungewissen. :( Ich hoffe es wird schnell die richtige Diagnose gestellt, damit euch geholfen werden kann. 15 Stunden... das ist unfassbar...
 
Dabei
7 Okt 2014
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#5
Ja, Sie könnte schlummern und die Untersuchungen gehen momentan Richtung Epilepsie, aber auch die hat ja vermutlich einen "simplen" Auslöser, beispielsweise eine Zeckenkrankheit.
Das große Blutbild ist gut, die Thrombozyten waren Zwischenzeitlich allerdings recht niedrig.
Auf den Befund von FSME warte ich grade auch noch.

15 Stunden waren easy im Vergleich zu 36 beim vorletzten Mal, danach habe ich ihn zwei Tage in der Klinik gelassen, weil ich nicht mehr konnte.
Kam aber außer Blasenentzündung und Struvit (was ich bereits wusste) nicht wirklich was bei rum.


Sorry, wenn ich mich kurz fasse, ich bin echt angeschlagen grade und kann mich kaum konzentrieren :(
 
Dabei
19 Jan 2017
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#6
Du musst dich nicht bei mir endschuldigen- alles gut. :)
Wir waren noch nie so massiv gebeutelt, aber aus ähnlichen krankheitsbedingten Situationen mit Knödel, kann ich annähernd verstehen wie du dich zurzeit fühlst und was es körperlich und seelisch mit dir macht.
Ich wünsche dir und Ilai alles alles Gute und hoffe, dass die Zeit bis zum richtigen Ergebnis schnell um geht. Und das ihr zusammen diese Zeit ohne weiteren Anfall übersteht. Wie gehts es Finn in der Situation?
Ich weiß von Puma, dass es für die nicht betroffene Fellnase auch sehr schwer sein kann. :(
 
Dabei
7 Okt 2014
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#7
Danke dir!
Finn ist nach diesen Tagen/Nächten auch immer total fertig, die zwei interagieren dann auch gar nicht miteinander.
Letztes Mal war er so gestresst, dass er sich auf mich gelegt und Ilai abgeblockt hat, der sucht ja dann ständig Nähe, kann aber nicht liegen bleiben und rennt permanent um mich herum.
Aber da es zum Glück nur alle paar Wochen so extrem ist, hat es keinen Einfluss auf ihr miteinander.
Wenn Finn Ilai wieder anspielt, weiß ich außerdem, dass das Schlimmsten vorbei ist.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#8
Oh weiha!Also wenn ich mir das auf Wikipedia durchlesen weiß ich nicht, ob dass nicht doch zusammenhängt:

Nach einer Inkubationszeit von knapp drei Wochen zeigen die Tiere in der Akutphase ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten (Epistaxis), schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Atemnot, Schwellung der Lymphknoten (generalisierte Lymphadenopathie) und eventuell zentralnervöse Störungen wie Muskelzucken und Überempfindlichkeit.[SUP][3][/SUP] Die Akutphase dauert etwa zwei bis vier Wochen und kann über Wochen bis Jahre in ein subklinisches Stadium übergehen. In diesem bleiben die Tiere zwar infiziert, zeigen aber keine Symptome. Labordiagnostisch können eine Thrombozytopenie sowie hohe Gammaglobulinspiegel nachweisbar sein.[SUP][2][/SUP]
Manchmal gibt es bei solchen Infektionskrankheiten halt auch seltene untypische Verläufe ich würde da nochmal nachhaken.

Ansonsten kann ich euch nur die Daumen drücken, dass ihr bald wisst was Ilay hat und dass es nicht so schlimm ist!
 
Dabei
8 Mai 2016
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#9
Hallo,
bei den Zeckenkrankheiten kommt es auch stark drauf an welches Labor testet ( Empfindlichkeit der Tests). Was hier grenzwertig ist kann beim anderen Labor stark positiv sein. Ich würde sagennda er Antikörper hat ist er infiziert. Wichtig ist dass das mit dem richtigen Antibiotika ausreichend lange behandelt wird. Dusty hatte bei seiner Borreliose 6 Wochen Doxycyclin, erst dann ging es ihm besser. Ich drück euch die Daumen dass ihm bald geholfen werden kann.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#10
Ich weis nicht wie es bei Hunden ist, aber beim Menschen sind die Borreliose Tests oft falsch negativ. Es gibt verschiedene Verfahren um zu testen und von den Krankenkassen wird nur der weniger aussagekräftige Test bezahlt. Daher wird der oft gemacht. Ob man jetzt von Borreliosetests auf andere Tests schließen kann und von Human- auf Vererinärmedizin. Weiß ich nicht. Ich würde aber vermuten dass wenn jetzt AK nachgewiesen wurden, auch eine Infektion vorliegen muss. Allerdings passen Ilais Symptome ja nicht zu den klinisch beschriebenen. Fraglich dabei jedoch ob die wiederholte Antibiose vielleicht Einfluß genommen haben kann? Fraglich auch ob solche Tests vielleicht falsch positiv sein können?

Das würde ich morgen mal alles ausführlich in der Tierklinik erfragen. Ich kann mir aber vorstellen dass wenn die TK sicher von einem positiven Befund ausgehen würde, dass dann Medis verschrieben worden wären? Und nicht erstmal der Rat ein Anfallstagebuch zu führen und den Test in 3 Wochen zu wiederholen.

Ich würde nicht nur ein Anfallstagebuch schreiben, so der sofort ein Tagebuch beginnen, mit allen möglichen Infos: Futter, Aktivität, Wetter, sonstige äußere Unstände, wie ist er drauf, Schlaf- und Ruheverhalten usw. Danit man vielleicht Unterschiede aufdecken kann.

Ich drücke die Daumen dass ihr bald Klarheit habt und dass es etwas ist was man behandeln und kurieren kann.
 
Dabei
11 Nov 2016
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#11
Hallo Finnie Pooh
Das hört sich ja nicht gut an. Antikörper lassen auf Infektion schliessen, aber so ganz sicher scheint die Diagnose noch nicht zu sein, denn sonst wäre keine Wiederholung des Tests notwendig. Antibiotika sind das Mittel der Wahl, daher kann es durchaus sein, dass die Antibiotika gegen die "anderen Sachen" bereits eine gewisse Wirkung gezeigt haben.

Mich erstaunt etwas der Weg der Infektion, denn Ehrlichiose wird durch die Braune Hundezecke übertragen, die in unseren Breiten nicht so häufig zu sein scheint. Gemäss Wikipedia tritt sie nördlich der Alpen
...nur im Sommer durch Einschleppung auf, in beheizten Einrichtungen wie Wohnungen, Hundezuchten und Tierheimen kann sie auch hier ganzjährig endemisch auftreten.
Die Inkubationszeit ist rund drei Wochen. Bei Ilai zeigten sich die ersten Symptome im Januar. Mich nimmt einfach Wunder, wie sich dann Ilai im Winter durch eine Zecke infizieren kann, die Wärme braucht und normalerweise im Mittelmeerraum vorkommt. Die Besiedelung einer Einrichtung kann ich mir nur durch Hunde vorstellen, die z.B. aus dem Süden zu uns geholt werden und dann im Tierheim landen. Aber nicht einer Privatwohnung.

Eventuell wird deshalb der Test auch wiederholt, weil die Zecke hier nicht so häufig ist und es daher auch etwas anderes sein kann.

Daher denke ich, dass zur Differentialdiagnose das Anfallstagebuch sehr hilfreich und eine gute Vorgabe der Ärzte ist. Vermutlich würde ich auch ein MRT machen lassen, damit die Diagnose sichergestellt wird.

Ich weiss, wie Du Dich jetzt fühlst und drück Dir alle Daumen, damit Du bald weisst, was es ist und eine fundierte Behandlung beginnen kann. Unser Ersthund, ein Bobtail, hatte als Junghund (trotz Impfung) Leptospirose. Er hat an einer Pfütze geschlabbert, die von Ratten infiziert war. Der erste TA diagnostizierte nach fünf Minuten Magen-Darm Infekt. Nachdem keine Besserung auftrat sind wir zu einem zweiten TA, der die richtige Diagnose nach fundierten Abklärungen und zum Glück kurz vor knapp stellte. Die Behandlung dauerte Monate, er hing oft am Tropf. Nach einem Jahr war er erst wieder gesund. Vermutlich bin ich etwas übervorsichtig, aber seitdem scheuche ich jeden unserer Hunde von Pfützen weg, vor allem seit unser TA meinte, dass die Impfungen nicht 100% schützen.
 
Dabei
8 Mai 2016
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#12
Ich stimme Frau Rossi zu, die Test sind in ihrer Empfindlichkeit anscheinend sehr unterschiedlich.
Die Werte können bestimmt durch die Antibiose verfälscht sein. Vielleicht auch die Symptome?
 
Dabei
10 Jan 2016
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#13
Ich stimme Frau Rossi zu, die Test sind in ihrer Empfindlichkeit anscheinend sehr unterschiedlich.
Die Werte können bestimmt durch die Antibiose verfälscht sein. Vielleicht auch die Symptome?
Laienmeinung on: Ein Antibiose kann aber eigentlich nur ein verfälschtes Ergebnis in Richtung keine Ehrlichiose haben?

Wobei man hier auch vorstichtig sein muss, wenn die ÄRzte der Meinung sind, dass die Ehrlichiose eher ein Zufallsbefund ist, und er die schon länger hat, kann es ja auch einfach sein, dass er sich in der subklinischen Phase befindet!? Wie dem auch sei, dass sind alles Spekulationen, da nutzt nut ein Gespräch mit den Ärzten!

Von falsch positiven ERgebnissen findet man auch eher weniger, bis nichts. Leider

Ein vorausgegangener Kontakt mit dem Erreger kann also schnell und sicher erkannt werden. Allerdings kann nicht zwischen aktueller Infektion und früherer Infektion oder Erkrankungen
mit anschließender Erregerelimination unterschieden werden.
https://www.synlab.de/fileadmin/fachinformationen/fi_vet/FI-Ehrlichiose_web_clean_8-2014.pdf
 
Dabei
8 Mai 2016
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#14
Yari, das meinte ich damit ;)
Vielleicht ist der Wert daher grenzwertig niedrig und wäre sonst höher?
Ich habe da aber auch keine Ahnung von, habe mich wegen Dustys Borreliose ein bisschen da mit befasst.
 
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19 Jan 2017
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#15
@ Finnie Pooh: Wann ist den das Ergebnis von der FSME zu erwarten? Dann kann man wenigsten schon mal etwas ausschließen...
 
Dabei
7 Okt 2014
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#16
Morgen soll ich anrufen wegen der restlichen Ergebnisse, Montag habe ich einen Termin zur Besprechung des weiteren Vorgehens beim Haus TA.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#19
Im Moment ist hier alles okay, Montag haben wir einen Termin zum Gespräch beim Tierarzt. (Letzte Woche waren noch nicht alle Werte da.)
Anaplasmose Antikörper sind auch vorhanden (3 Prozent), deshalb werde ich nochmal beides testen lassen.
FSME hat das Labor scheinbar verschlampt, das kommt also auch nochmal dazu.
Vitamin B12 ist völlig okay.
 

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