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Frage an alle!

Dabei
20 Jan 2026
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#1
Unsere Bailey ist heute genau ein halbes Jahr alt und nach einer sehr anstrengenden Welpenzeit ist es als hätte man bei ihr vor 4 Wochen einen Schalter umgelegt und sie ist ein Traumhund geworden. Natürlich mit Baustellen wie Hundebegegnungen und vielen anderen Kleinigkeiten, aber insgesamt eine ganz tolle Hündin die sich in unsere Familie super eingefügt hat. Nun zu meiner Frage: wann sind heute Fellnasen in die Pubertät gekommen und wie war es so? Auch wie Schalter umgelegt, oder eher Wellenartig? Wurde das Gesamtverhalten schlechter, oder nur einige Kleinigkeiten die neu beigebracht werden mussten?
Ich freue mich sehr auf eure Erfahrungen! LG Susi
 

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Dabei
26 Mai 2015
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#2
Hallöchen,

bei Hund 1 ab 7 Monat Schalter Umgelegt und es kam mir vor als wäre dieser Hund direkt aus der Hölle. Alles vergessen, nichts ging mehr. Sie hat nicht wirklich was vergessen, sie war nur der Meinung meine Regeln gelten für sie nicht. Das ging ungefähr zwei Jahr lang und hat eine Menge Training, Trainer, Geld, Tränen und Blut gefordert. So ab Jahr 3 wurde es besser und ab Jahr 4 wurde sie sehr verlässlich. Mann könnte Ihr Verhalten so Beschreiben: Wie ein Teenager der sich ne Pulle Vodka reinpfeift und einen Pulli trägt wo drauf steht, tanzt Ihr Stricher die Königin hat Laune.

bei Hund 2 kam die Pubertät schleichend und beschränkte sich auf den ein oder anderen Dramaanfall wenn ihr was nicht gepasst hat, es gab eigentlich keine Probleme und sie hat auch nix vergessen, sie wird jetzt 7 und ich glaub die Pubertät ist noch nicht vorbei :p Im Gegensatz zur ersten Hündin, ist Hündin zwei irgendwie nicht erwachsen geworden. Sie war eher so: Ich hab an Deinem Wein genipt, HiHi, guck ich bin niedlich. So ist sie eigentlich immer noch nur dass sie jetzt ganz real meinen Kaffe säuft
 
Dabei
20 Jan 2026
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#3
Liebe FrauRossi,
vielen Dank für deine Antwort! Herrlich wie du es schreibst. Auch wenn der Inhalt furchtbar und angsteinflößend ist musste ich beim lesen sehr lachen:). Ich bin sehr gespannt was so auf uns zukommt...
 
Dabei
6 Feb 2023
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#4
Hi SusiPa,
jeder Hund ist anders, jeder Aussie auch.

Bei manchen merkt man schlichtweg nichts von der Pubertät, okay der Rüde hebt sein Bein, aber er läuft trotzdem rund. Trotzdem ist das Gehirn in Unordnung und eine Menge an Synapsen wird neu verkabelt. Neues erlernen dauert dann vielleicht mal ein paar Wiederholungen und Tage länger, aber sonst alles wie üblich. Schließlich ruht man sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern trainiert jeden Tag.

Bei anderen kommt die zweite „Spooky-Phase“ intensiv: Dinge die gestern noch völlig normal waren, sind plötzlich gar ultragruselig: Weiterlaufen? Unmöglich! Da steht ein schwarzes Ding aus der Hölle… (die Mülltonne). Die war da früher nie, ich schwöre das!

Gleichzeitig haben sie alles wieder vergessen, was vor vier Wochen noch wunderbar lief. Rückruf? War da was? Ich geh jetzt jagen! An der Leine laufen? Der Hund der das bis gestern konnte, bin ich nie gewesen. Ähnlichkeiten unbeabsichtigt und rein zufällig: Ich wars nicht!

Was kostet die Welt? Ich nehme das zweimal!

Manche, die vorher einfach unproblematisch mit jedem Hund frei laufen konnten, stellen plötzlich jedes Gegenüber in Frage. Je nach Antwort des Gegenübers, ergeben sich unterschiedliche Probleme. Der eine probiert es einmal und dann nie wieder, der andere hat seinen Ruf als „Schrecken der Straße“ fortan gepachtet.

Bei manchen erwacht plötzlich ein überraschend, deutliches Schutzverhalten. Während ehedem zwar gewacht und Krawall gemacht wurde, testet „hund“ plötzlich auch mal den Einsatz der 42 Argumente. Im ungünstigen Fall auch innerhalb der Familie. Je nach Erfolg der Übung: Einmal oder auch mehrmals.

Auch „gern“ genommen, ein recht plötzlich auftretendes Leinenpöbeln. Im blöden Fall auch mit umlenken der Aggression auf den, der den Strick in der Hand hat. „Ich will jetzt diesen Terrier vermöbeln! Und wenn Du mich nicht lässt, dann bist Du dran.“ Wer es vor der Pubertät schon konnte, entdeckt nun möglicherweise das Umlenken für sich.

Igitt, Hormone im Spiel: Mit dem Rüden dauert der gleiche Spaziergang plötzlich zwanzig Minuten länger, denn alles muss markiert werden. Futter uninteressant, wenn irgendwo im Umkreis eine Hündin läufig ist. Eifriges Vokalisieren inklusive. Stammt der Aussie vom Wolf ab? Dieser ganz sicher, denn er kann plötzlich „singen“, wobei die Mondphase nichts zur Sache tut. Die Höhe und Stabilität des Zaunes und dessen Unüberwindbarkeit aber schon, denn abhauen wird geprobt (auch bei jungen Damen möglich).

Freundliche Hündin, eher unterwürfig, mutiert nach der ersten Läufigkeit schlagartig zum Monster. Kommandos? Alle vergessen! Verträglichkeit mit anderen Mädels, nur noch, wenn diese sofort signalisieren, dass sie einem Konflikt aus dem Weg gehen. Besonders „schön“, wenn diese in der eigenen Familie beheimatet sind und nicht daran denken, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Als Welpe nie etwas kaputt gemacht, nun aber plötzlich Zernagewut. Gern auch in Kombination mit Alleinbleiben? Geht nicht mehr!
Hund probiert sich aus und versucht sich neu zu erfinden.

Zum Glück macht nicht jeder Aussie jedes Fass auf. Manche arbeiten sie fast alle ab, leider nicht ausschließlich nacheinander versteht sich.

Auftreten der Symptome irgendwo zwischen dem siebten, achten und 18. Lebensmonat. Ende ungewiss. Die meisten sind mit vier bis fünf Jahren endgültig erwachsen, psychisch stabil und Verlasshunde.

Tipps: Wenn „Es- das Pubertier“- plötzlich keinen Rückruf mehr kennt. Die Schleppleine liegt noch in einer Kiste und die kommt wieder dran, bevor dieser herrliche Dopamin-Cocktail (Jagen Juhu!) das Hirn zu oft geflutet hat. Dieser Spaß ist nämlich selbstbelohnend.

Bei allem was Richtung Aggression geht, bitte bei Zeiten einen Trainer (der mehr gelernt hat, als Formalismen wie Sitz, Platz und Fuß beizubringen) mit ins Boot holen, bevor sich aus einem normalen Aggressionsverhalten das einen Auslöser braucht, ein erlerntes Verhalten entwickelt, das dann auch nach der Pubertät bestehen bleibt und ungleich schwerer wieder korrigiert werden kann. Wer sich drei Jahre erfolgreich quer durch die Artgenossen und Menschen gebissen hat, ist nicht selten ein Fall für lebenslanges Management. Ganz einfach, weil der Auslöser nicht mehr vorhanden sein muss, wenn das Verhalten erst mal sitzt. Aussies stehen da nicht an vorderster Front, haben jedoch Potential. Das ist dann „Stecknadel(n) im Heuhaufen“ suchen.

Genereller Tipp: Sichere Bindung fördern, Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schulen, täglich. Wenn diese Grundpfeiler stabil vorhanden sind, wird es auch in der Pubertät erträglich, beziehungsweise man merkt (fast) gar nicht, dass der Hund drin steckt. Außerdem üben, was man schon kann, siehe oben. Wer sich auf den Lorbeeren ausruhen möchte, fängt unter Umständen bei nahe null wieder an (Sitz klappt noch für zwei Sekunden, aber der Rest?). Was schon vor der Pubertät Probleme verursacht hat, wird in der Regel nicht spontan besser, sondern oft richtig heftig.

Eine Kleinigkeit nicht vergessen: Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Sie sind alle nicht als perfekte Hunde zur Welt gekommen und wir nicht als perfekte Hundeführer. Jeder macht Fehler und ist mal inkonsequent oder unachtsam. Wichtig ist eigentlich nur, dass man sich selbst hinterfragt und sich überlegt, was man hätte anders und im Idealfall besser machen können, wenn etwas nicht geklappt hat oder auch richtig schief gelaufen ist. Und sich anschließend bemüht, das dann nicht zu wiederholen.
Viel Glück, Erfolg und eine angenehme Pubertät wünschen der OOPS samt Crew
 
Dabei
26 Mai 2015
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3.225
#5
Oops hat das fachlich etwas besser ausgedrückt als ich mit meiner Kurzbeschreibung :cool: beim meiner ersten Hündin: Alles was Oops sagt :p ausser dass sie nicht bis zur ersten Läufigkeit damit gewartet hat, die kam nämlich erst als sie 22 Monate alt war, also fast 2. Dafür kam dann mit der ersten Läufigkeit auch noch die maternale Aggression, sprich sie hat ihre eingebildeten Welpen verteidigt bis aufs Blut. Und Zäune? Ja auch da kann ich Oops nur zustimmen, aus dem Stand über 1,80 Meter hohen Zaun springen, absolut kein Problem.

Durch Pippilotta hab ich mehr über Hunde gelehrnt als ich je wissen wollte :p es war einfach eine Notwendigkeit. Gejagt hat sie übrigens auch wie die Hölle. Herrjeh inzwischen ist sie 11 und ich kann mit Humor darauf zurück blicken, aber wenn ich mich bewusst an das ein oder andere Erinnere, waren da harte Zeiten dabei.

Bei Hündin zwei wird mit reingespielt haben dass ich mehr Erfahrung hatte und ich hatte Pippilotta erlebt, also kam mir alles ganz easy vor. Aber realistische betrachtet, ist an Dulli (Fay) das meiste nicht mein Verdienst, weil Fay einfach nett geboren wurde. (ok mit leichtem Hang zum Drama). Pippilotta wurde ernst geboren, sehr ernst.

Pippilotta etwas beizubringen, hat eigentlich nie länge als 5 Minuten gedauert, ich dachte damals immer: "was quatschen die alle von Generalisieren und Üben an verschiedenen Orten" PiLo konnt sobald sie was verstanden hat, das auch immer sofort überall abrufen. Nur hat sie eben einen sehr starken Charakter und ist sehr eigenständig, es war viel Beziehungs- und Bindungsarbeit nötig, damit mein Wort bei Ihr etwas gegolten hat. Da gebe ich Oops wieder recht, um das zu erreichen brauchte es bei uns einen wirklich guten TrainerInn der/die etwas mehr als Leckerlies geben, sitz und platz drauf hatte.

Bei Fay Fay war alle viel einfacher, eben weil sie ein komplett anderer Charakter ist, für die war (bin) ich Gott, seit sie die Augen aufgemacht hat.
Die Spooky Phase bei Ihr beschränkte sich im wesentlichen auf Pferde, was aber einfacher zu händeln war, weil die Pferdemädchen hier in der Umgebung sich bereit erklärt haben mit Ihren Pony da zu sein, wärend Dulli lernt die Welt geht nicht unter. Das ging bei Ihr leichter, weil Dulli halt guckt was ich mache, bleibe ich cool, ist es für sie auch ok. Bei Pippilotta waren es unter anderem die von Oops erwähnten Mülltonnen, oder wenig leich auszumachende Dinge (z.B. ein Blumentopf den die Nachbarin zusätzlich zu den anderen Blumentöpfen aufgestellt hatte, oder die neuen Gehwegplatten). Das war wesenltich anstrengender für mich weil ich für Pippilotta halt nicht Gott war. Nur weil ich meinte etwas ist doch nicht so schlimm, hat sie das noch lange nicht geglaubt. Die war eher so: "du kannst mir garnichts sagen, du bist nicht meine richtige Mutter".

Ich liebe beide Hunde wie sie sind und ich befasse mich unterschiedlich mit Ihnen, so wie sie halt sind. Aber ich muss sagen, auch wenn der Anfang schwer war, Pippilotta macht einfach mehr Spaß die hat immer bock zu arbeiten und macht überall mit. Dulli hat auch Bock ist aber eher so: ah fein wir machen hier was, ich freu mich, ah ja das kenne ich, mach ich, ach guck mal da ein Schmetterling.

Humor hilft in der Pupertät ganz ungemein und es geht vorrüber. Du schaffst das schon
 

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