Anzeige:

Gefühle in der Hundeführung

Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#1
Hallo,

immer häufiger lese ich in FB Gruppen von Hunde team Schule und damit einher gehend so Sätze wie: "Brutus ist wieder voll ausgerastet, aber liegt wohl an mir ich war innerlich nicht auf grün"

Ich habe keine Ahnung von HTS und nur eine leise Idee davon was dieses "innerlich grün" bedeuten soll.

Auch meine neue Trainerin fragt mich dauernd wie ich mich in Situation xy gefühlt habe. Was ich im Training gerade fühle usw. Hat mich verblüfft, aber gut.

Hier er ist ja auch oft die Rede davon, dass sich unsere Stimmungen auf den Hund übertragen. Das würde ich unterschreiben.

Paula hat ein paar Hunde die sie richtig gehend hasst und bei denen sie total ausklinkt. Wenn ich da an die Frau mit den drei Bulldoggen denke, dann würde ich sagen (ohne jede Ahnung) nach HTS bin ich mittlerweile innerlich sofort auf "rot".
Wir erzielen Trainingserfolge und sehr gute Verbesserungen in Bezug auf die Leinenagression. Wenn ich so drüber nachdenke bin ich aber bei den meisten Hundebegegnungen total relaxt (also innerlich grün?) auch wenn's andere Arschlochhunde sind, ist mit das egal. Und tatsächlich lässt Paula sich da schnell abbringen oder schafft es teils einfach so an denen vorbei, sogar ohne hinterher zu markieren.

Aber bei der Frau mit den Bulldogen, der Frau mit dem weißen Schäferhund (der mich gebissen hat) und der Frau mit den zwei kleinen Terriern die ihrerseits steht's kläffend in der Leine stehen. Da klappt es nicht. Und wenn ich die sehe habe ich schon die totale Hasskappe auf. Nicht auf die Hunde sondern auf die Besitzer.

Es gibt hier noch andere Arschloch Hundehalter, die finde ich aber nett oder neutral. Man kennt sich, man nicht sich zu und nimmt Rücksicht aufeinander und geht seines Weges. Bei den drei genannten Damen oben, von Rücksichtnahme keine Spur die Latschen stoisch auf den ausrastenden Hund zu.

Wenn ich meiner Trainerin meine Gefühle und wie ich die Stimmung wahrnehme beschreiben soll. Dann würde ich bei der Bulli Frau sagen: mir schlägt eine Woge der Ablehnung entgegen. Bei der Terrierfrau: Schadenfreude und Gehässigkeit. Bei der Schäferhundfrau: dumme Ignoranz in Abwehrhaltung.

Innerlich bin ich eigentlich nicht nur rot, ich bin eine weißglühend Supernova. Wahrscheinlich hasst nicht mein Hund deren Hunde, sondern ich hasse einfach die Besitzer. Ich lehne die innerlich total ab.

Vielleicht ist euch das zuviel esoterischer Schnick Schnack. Mir eigentlich auch. Aber wie ich sehe scheint es einen direkten Zusammenhang zwischen meiner Stimmung und dem Verhalten meines Hundes zu geben.

Kennt jemand das so oder so ähnlich? Wie habt ihr eure innere Haltung geändert? Ich gebe zu besonders bei der Bullifrau fängt es bei mir schon an bevor ich überhaupt rausgehe. Wir wohnen nah beieinander und ich weis um welche Uhrzeit sie zum Bäcker geht. Ich vermeide diese Uhrzeit weitestgehend. Doch immer geht das nicht. Ich muss also dringend meine innere Einstellung ändern. Fragt sich nur wie. Und irgendwie bleibt trotzdem auch die Frage: hat das wirklich so große Auswirkungen auf meinem Hund?
 

Anzeige:

Suki

Moderator
Dabei
9 Okt 2014
Beiträge
0
#2
Mir geht es da leider ähnlich wie dir. Wir haben hier in der Nähe einen Schäferhund + Frauchen, ich kann die Besitzerin so gar nicht leiden, da sie immer einen blöden Kommentar parat hat und zutiefst beleidigt ist, dass meine Hunde ihren nicht (mehr ) leiden können. Kein Wunder der Hund wollte meine Beiden schon schütteln und geht sehr respektlos mit anderen Hunden um. Jussi hat als Welpe mit ihm schlechte Erfahrung gemacht und somit ist der Hund bei uns ein rotes Tuch. Da erkenne ich meinen Hund nicht wieder.

Letztens jedoch bin ich mit Jussi auf einem Weg oberhalb einer Wiese hergelaufen und Jussi bleib stehen und schaute auf die Wiese. Ich habe ihm einfach zu verstehen gegeben, dass er weiterlaufen soll, was er sofort tut. Als ich dann einen Blick auf die Wiese werfe, war da genau der besagte Hund, an dem wir sonst nur mit ach und Krach vorbeikommen. Aber dadurch dass ich scheinbar souverän war, weil ich den Hund gar nicht gesehen habe und Jussi nicht das Gefühl gegeben habe, da ist was böses, war es für ihn kein Problem.

Leider bin ich immer noch nicht wirklich weitergekommen, es zu schaffen mir gar nichts anmerken zu lassen. Jussis Verhalten wird aber wirklich immer enorm durch meines beeinflusst. Bin ich entspannt ist er es auch, bin ich aufgeregt ist er es auch.... In 95% der Begegnungen geht das wunderbar, aber bei ein paar scheint es wohl so, dass ich das Gegenteil, von dem was ich Jussi klar machen möchte, ausstrahle.
 
Dabei
29 Mrz 2015
Beiträge
513
#3
Mmh. Ich bin grad grau, ist halt Montagmorgen ;)

Mein Hund reagiert wenig auf meine Stimmung, wenn, dann konkret auf meine Körperspannung. Seit ich von meinem Trainer gespiegelt bekommen habe, wie ich mich anspanne und die Leine fester nehme, wenn "etwas Schwieriges" in unsere Nähe kommt weiß ich, dass hier bei uns der Ansatzpunkt ist. Ich schlendere also betont locker auf den anderen Hund zu, nehme meine an die andere Seite, an lockerer Leine. Das klappt gut. Kommt die fiese Nachbarin (die erkenne ich leider oft zu spät, da ich kurzsichtig bin. Das ist eh ein ziemliches Handicap manchmal...) gibt es eine kleine Übung, wir suchen was am Boden oder so, bis die vorbei ist. Da brauche ich sie auch nicht zu grüßen :eek: Zum Glück begegne ich ihr nur selten. Ob man das schon Strategie nennen kann? Also wäre das Vermeidung, Ablenkung, damit ich mich nicht ärgere, wenn ich dann grüße und sie nicht... Hundi ist da eigentlich neutral.

Generell würde ich sagen, ob ich gut drauf bin oder eher bedrückt interessiert meinen Hund eigentlich nicht. Ich glaube sie kennt mich, wie ich bin und arrangiert sich. Bin ich gereizter, hält sie sich eher bei mir, auch wenn uns Hunde entgegen kommen. Das macht sie aber wahrscheinlich nicht unbedingt als Reaktion auf meine Stimmung, sondern weil es vorher schon ein paar genervte Ansagen gab vermute ich jetzt mal...
 
Dabei
29 Dez 2012
Beiträge
418
Alter
33
#4
Hunde spiegeln sehr gut das Verhalten des Besitzers, gerade unsere Hütehunde, die ja auch darauf gezüchtet wurden kleinste Reaktionen in zb einer Schafsherde wahrzunehmen.
Da reicht es schon, wenn wir unbewusst den Körper anspannen wenn xy um die Ecke biegt oder die Leine etwas kürzer nehmen. Auch nervösität überträgt sich zb über die Leine auf den Hund, wir spielen mit der Leine in der Hand, rubbeln auf dem Stoff mit dem Daumen rum und unten bekommt der Hund die Vibrationen zu spüren ;)
Wir im Training schicken Kunden zb auch mal raus eine Rauchen oder nen klümchen lutschen, wenn sie gerade zu angespannt für die Übung sind.

Gesendet von meinem SM-T535 mit Tapatalk
 
Dabei
7 Nov 2013
Beiträge
1.037
#5
Ich glaube viele Hunde reagieren auf die Gefühle und Empfindungen der Menschen.
Man merkt das auch ganz oft, wenn man andere Besitzer beobachtet.
Wir haben eine Nachbarin, welche praktisch mit Hund darauf wartet, dass wir passieren und dabei ist sie angespannt, redet auf ihren Hund ein ("jetzt sind wir aber ein braver.."), hat die Leine kurz und hält sich irgendwo fast.
Bei der puren Anspannung kann es ja praktisch nur schief gehen und das tut es auch. Pünktlich wie die Uhr explodiert der Hund, wenn wir näher kommen.

Barney reagiert auch extrem auf meine Launen - deshalb ist es ganz gut, dass ich generell ein eher fröhlicher Mensch bin :D
Es passiert nicht oft, aber wenn ich richtig schlecht gelaunt bin (tendenz innere Aggressionen :D), gehen wir mit der Flexi-Leine raus.
Barney dreht an den Tagen nämlich vollkommen am Rad. Am Anfang ist mir das nie bewusst gewesen warum, aber nach 2 Jahren habe ich das dann auch mal realisiert.
An den Tagen bellt er alles an, rennt weg, ist vollkommen gestresst und wenn wir heim gehen bringt er mir oft seine Kuscheltiere und Knabbereien auf den Schoss.
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#6
Vielleucht ist an dem Spruch was dran? "Wie der Herr so's Gescherr"

Ich kann einen zauberhaften Tag haben mit guter entspannter Stimmung. Treffe ich dann plötzlich auf eine von "denen" bin ich innerlich von 0 auf 100 in unter einer Millisekunde. Und leider auch mein Hund.
 
Dabei
26 Jan 2012
Beiträge
799
#7
Hmmm bei mir gibt es eine innere Angespanntheit, wenn ich andere Hunde treffe, weil ich weiß, dass Milo dann nicht so ordentlich läuft wie er soll. Ich bin dann auch schonmal genervt, wenn er fiept oder an der Leine zieht. Wenn die Leute ihre Hunde einfach laufen lassen, denke ich mir nur: "na dann bitte" und mache auch los und gehe einfach stumpf weiter.

Mehr gibt es da nicht. Richtiger Hass oder eine absolut extreme Ablehnung empfinde ich einfach nie. Ich gehe den Leuten irgendwie aus dem Weg oder lasse Milo das regeln. Es ist mir mittlerweile einfach egal und ich bin da irgendwie kompromisslos geworden. Darum rege ich mich eigentlich nie so richtig auf und das ist auch gut so. Milo ist seitdem eigentlich recht entspannt und hat die Lage gut im Griff.

Würde ich mich extrem aufregen, dann möchte ich nicht wissen, wie Milo dann drauf wäre...
 
Dabei
12 Jul 2012
Beiträge
2.225
#8
mein dicker merkt es auch sofort..wenn ich angespannt bin weil uns ein nicht bekannter hund entgegen kommt kann ich die uhr nach stellen wann er vorprescht. ich muß mich echt zusammen reißen und versuchen möglichst locker daran vorbei zu gehen und dann klappt es komischer weise ohne probleme. ich denke schon dass da was dran ist.
 
Dabei
26 Mrz 2014
Beiträge
628
#9
Die innere Einstellung.. und das, was sie mit unserem Körper macht, ist mega wichtig.
Wenn jemand schon denkt "Oh nein gleich gehts wieder los, da is ja xy" dann passierts auch wirklich.
Hab ich schon ganz oft beobachtet. Nicht nur bei Hundebegegnungen übrigens.
Wenn jemand losläuft und sich innerlich sagt "Gleich zieht er wieder an der Leine" ... dann passierts wirklich ...
Man sollte das, was man will, immer positiv formulieren damit der Focus nicht auf dem Negativen liegt. Das merkt unser Körper und auch der Hund :)
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#10
Ich hab das Pferd glaube ich wieder von hinten aufgezäumt. Das wir über die Leine bewusst oder unbewusst, durch Körperspannung etwas auf den Hund übertragen ist klar. Das ist ja nichtmal besonders esotherisch :)

Ich hab auch ein falsches Beispiel gewählt. Ich versuche es nochmal:

Wenn ich bei HTS-lern lese dann fallen da so Sätze wie "....dann hab ich dem Hund aus dem anderen Raum heraus ein "gelb" gesendet....", als Warnung etwas nicht zu tun z.B. Liegen bleiben, oder nicht zu tun zB aufstehen.

Kann das funktionieren? Spührt mein Hund meine Veränderte Haltung (ich bin auf gelb senden konzentriert) im anderen Raum? Kann das soweit gehen? Und kann ich mir das tatsächlich bewusst zu Nutze machen?

Einerseits denke ich Humbug! Andererseits denke ich an meine Katzen, ich war mal sehr sehr krank. Man war sich einig es besteht die 90%ige Changse dass ich sterbe, nur warum das konnte nicht herausgefunden werden (nach 2 Jahren dann doch ich hatte eine Vergiftung). Symptome hatte ich viele und Schmerzen an wechselnden Stellen im Körper. Wenn ich dann so da lag, hat sich mein Kater Vanille immer auf die schmerzende Stelle gelegt und geschnurrt. Heißt für mich, er hat nicht nur gespührt dass etwas nicht stimmt, sondern auch wo etwas nicht stimmt. Es sei dazu gesagt dass Vanille kein Schmusekater ist. Er hat wenige Momente wo er möchte dass ich ihm den Kopf streichele und vielleicht zweimal im Jahr kommt es vor dass er sich schnurrend zu mir hinbegibt, ich darf dann meine Hand ausstrecken, er legt sich drauf, beschnurrt diese eine Weile (vorausgesetzt ich bewege mich nicht) und zieht dann wieder ab. Zum kuscheln einfach auf mich drauf legen? Undenkbar. Als ich krank war hat er es getan.

Strubbel mein anderer Kater tat dies nicht. Er ist der totale Schmusekater. Aber bei "seelischem" Leid ist Strubbel zur Stelle.

Woran kann das liegen? Ein zufälliges Talent, die veränderte Biochemie in meinem Körpet zu riechen und dann darauf zu reagieren. In dem Sinne wie auch Krebsspührhunde arbeiten zB? Oder feine "Antennen"? So feine Antennen die ihnen ermöglichen darauf zu reagieren, weil sie es erspühren? Wenn ja, könnte auch das senden von "gelb" aus dem anderen Raum etwas bewirken.

Woran liegt das? An einer engen Bindung? Irgendwie ja und irgendwie nein. Denken wir an diesen Hund der Jahrelang noch zum Bahnhof ging um sein Herrchen abzuholen. Das spricht für eine sehr enge Bindung. Oder machen wir uns da was vor? Und in dem Hund laufen ganz andere Dinge ab? Und wenn die "Antennen" von Tieren tatsächlich so fein sind, hätte der Hund nicht Spühren müssen dass die Energie seines Herrchens nicht mehr existiert? So in der Art wie Zwillinge oder Mütter es manchmal beschreiben: "ich wusste plötzlich es ist was passiert"
 
Dabei
7 Okt 2014
Beiträge
2.097
#11
Ich glaube, dass das funktioniert und bin auch der Meinung, dass das ein Stück weit mit der Bindung zu tun hat.

Wenn ich schlechte Laune bekomme wegen irgendetwas, oder plötzlich sehr deprimiert bin (schlimme Post bekommen, eine traurige Email etc.) sackt mein Hund von jetzt auf gleich in sich zusammen und zieht sich entweder zurück oder kommt trösten, obwohl ich ihn weder angesprochen noch angesehen habe.
Also kann man das mit Sicherheit auch bewusst einsetzen.
Ob das bei den von dir genannten Leuten aber so ist...Keine Ahnung, da klingt es irgendwie schon ein bisschen nach Esoterik ;)
 
Dabei
1 Jun 2015
Beiträge
270
#12
Also dass ein Hund nun in einem anderen Raum ein gelb oder meine Gedanke ala : "wag es nicht!" ohne Sichtkontakt lesen kann ,wage ich zu bezweifeln.
Was sicher klappt und ich auch mache, ist meine Gedanken per kurzem und eindinglichen Blickkontakt zu übertragen.
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#13
Esoterik oder Biologie? Ich denke, da wird die Biologie die Oberhand behalten.
Die Menschheit hat ihre Sinne im Laufe ihrer Evolution extrem verkümmern und abstumpfen lassen, weswegen wir den "6. Sinn" unserer Tiere häufig mit Esoterik erklären. Siehe dazu die Fähigkeiten von Blinden in Bezug auf Geräusche, Gerüche u. seit einiger Zeit mit Schallwellen. Es gibt tatsächlich Blinde die gelernt haben sich mit Klicklauten u. den daraus resultierenden Schallwellen zu orientieren, ähnlich einer Fledermaus. Es gibt viele Beispiele die uns aufzeigen, welche Fähigkeiten der Mensch einmal hatte u. wie sehr wie sie vernachlässigt haben.

Und auf der anderen Seite, gestehen wir unseren Tieren (aus wissenschaftlicher Sicht) erst allmählich Gefühle und vor allem auch tiefere Gefühle zu (was eigentlich jeder Tierhalter schon lange weiß). Hinzu kommt, das Hunde (Tiere) ihre Sinne viel intensiver nutzen wie wir. Daher nehmen sie auch ohne Leine oder sonstigen direkten Kontakt, winzige Verändungen an uns war: sei es den veränderten Geruch, den wir bei Stress/Angst abgeben (Schwitzen), vermehrtes Abstossen von Hautschuppen, seien Nuancen in der Stimmlage (schriller/höher), in unserer Haltung (steifer/aufrechter/relaxt/angespannt), aber auch in unserer Mimik (!) und Gestik. Es gibt aktuell so einige Studien, die immer deutlicher machen, wie exakt uns Tiere und hier vor allem unsere Hunde lesen, zumal sie diese Fähigkeiten über Jahrtausende verfeinern konnten. Auch darin hat der Hund eine Selektion durchgemacht: wer Menschen lesen konnte, hatte einen Vorteil!
Dazu kommt die Stimmungsübertragung vom Halter auf dem Hund, besonders bei einer engen Bindung und ganz besonders bei Hütehunden, die gezielt drauf selektiert wurden, uns (auch über große Distanzen) zu lesen u. zu verstehen.

Daher kann Hunden (u. vielen anderen Tieren auch) in der Regel auch nichts vormachen! Ein Hund wird immer spüren, wenn ein Mensch in seinem Innneren unsicher, zögerlich oder ängstlich ist. Da hilft auch keine Effekthascherei alla` Cesar Milan & Co. Nur wenn der Mensch wirklich entspannt u. souverän ist, wird er dies auch seinem Hund vermitteln können (siehe Beispiel von Sandra, die sozusagen von dem Stress freigemacht hat).
Und daher kann z.B. ein Maulkorb wirklich sinnvoll sein, wenn der Mensch dadurch entspannter in eine Hundebegegnung hineingeht u. somit dem Hund tatsächlich entspannt u. souverän durch die Situation führen kann u. beide auf diesem Weg lernen, solche Situationen entspannt entgegenzugehen.

Die Farbe "gelb" in einen anderen Raum senden? Ich denke eher nicht, dazu müßte ja auch der Hund gerade auf "Empfang" und nicht abgelenkt. Ich denke eher, das wir minimalste Bewegungen und damit Geräusche machen, anders Atmen (Luft unbewusst anhalten, veränderter Geruch via unseres Atems verströmen) etc. und sie es spüren, das wir uns auf sie konzentrieren sie sozusagen belauschen.
Interessant ist dazu sicherlich die Versuchsreihe, bei der der Hund ein Leckerchen nicht nehmen durfte u. dann getestet wurde, wie Hunde reagieren, wenn Menschen die Augen verbunden haben, durch lesen abgelenkt sind, ihnen den Rücken zudrehen oder den Raum verlassen etc.pp. Hunde wissen schon verdammt genau, wann sie beobachtet werden und wann nicht u. wir neigen noch immer dazu, sie dahingehend zu unterschätzen.
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#14
Ich glaub auch nicht so recht daran dass ich "wag es dich nicht" in den anderen Raum schicken kann. Allerdings wenn ich mich in so richtig abgefahrene Bereiche begebe. Könnte man auch annehnen dass sich die Schwingungen in der Luft durch meine geänderte Haltung übertragen. Ob da jetzt was dran ist weiß ich nicht. Finde es aber interressant.
 
Dabei
26 Jan 2012
Beiträge
799
#15
Ich denke einfach, dass man schon mit einer gewissen Stimmung aus dem Raum geht, bevor man irgendwas "sendet".

Besonders Milo merke ich an, dass er weiß, wann ich es ernst meine und wann nicht. Dem kann ich nichts vorspielen. Wenn ich etwas von ihm verlange, was ich nicht wirklich selber will, dann macht er das nicht. Da kann ich dann auch nichts dran ändern. Deswegen kann ich mit ihm kein stark angeleitetes Training machen. Wenn mir gesagt wird, wann ich Übungen wiederholen soll, oder wann ich belohnen soll und was ich tun soll, wenn was falsch läuft, dann kann ich garantieren, dass es nicht klappt.
Ich muss alles selber verstehen und schnell und intuitiv handeln, sonst nimmt Milo mir das nicht ab.

War am anfang nicht einfach für mich - jetzt weiß ich aber wo ich bin und es klappt super :)

Milo bringt mir allgemein unglaublich viel bei - das ist total schön :) Vor allem lehrt er mir auf mich selbst zu hören und nicht irgendwelche Theorien und Methoden nachzumachen :)
Demnach würde ich auch gar nicht versuchen etwas zu senden. Ich glaube nämlich nicht dran --> kann also nicht klappen. Und es würde mir auch nicht helfen so zu tun als würde ich es glauben. Solange ich es nicht wirklich tue, werde ich damit keinen Erfolg haben. Zumindest nicht bei Milo.




Gesendet von iPhone mit Tapatalk
 
Dabei
5 Apr 2014
Beiträge
48
#16
... irgendwie hat mein Senden-Button gestern gestreikt ;-). Denn noch mal...

Auch ich bin der Meinung, dass unsere Hunde viel feinere Antennen haben als wir und wohl auch, als wir im allgemeinen annehmen. Nun habe ich hier ein ganz besonderes Exemplar der Gattung "Sensibelchen" sitzen, welches bereits bei einem tiefen Durchschnaufer von mir am Schreibtisch reagiert. Wehe, mir rutscht gar ein ärgerliches "Boah" raus. :p Mimik, Gestik, Körperspannung, insbesondere jedoch die Signale, die mit negativen Gefühlen einhergehen - all das scannt sie.

Zu dem Thema, über welche Fähigkeiten Hunde verfügen, die sich der Mensch in Gesundheitsbelangen zu Nutze machen kann, habe ich im letzten Jahr das Buch von Dr. Milena Penkowa gelesen. "Hund auf Rezept". Sehr interessant und aufschlussreich mit Quellennachweis. Bis dahin wusste ich zwar um den Geruchssinn der Hunde, nicht jedoch, aus welchem Grund manche Hunde Krebs erspüren können oder warum manch ein Hund einem winzigen Moment zuvor aufsteht, wo ich doch grade erst in dieser Sekunde dran gedacht hab, mich aufzuraffen. Hat mich nun etwa gar mein Hund getriggert, manipuliert oder gar gut im Griff ? Nö. Der Hund kann schlichtweg unsere unbewusste Hirnaktivität wahrnehmen, der die Umsetzung in eine Handlung folgt. Da komme ich mir als Mensch ziemlich klein mit meinen teils recht verkümmerten Sinnen vor.:cool:

Aber Signale aus einem anderen Raum wahrnehmen ? Hm. Da bin ich dann doch wieder Skeptiker. Andererseits - empfängt mein schnödes Handy auch Wellen vom kilometerweit entfernten Funkturm.... Wer weiß ?

LG
 
Dabei
12 Nov 2016
Beiträge
24
Alter
32
#17
Hey :)

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen, da ich gerade bei der Arbeit bin, kann mich aber trotzdem nicht zurückhalten, noch meinen Senf dazuzugeben.

Seit ich Kivi habe, habe ich auch häufig von HTS gelesen und mich dann mal etwas stärker damit befasst und sogar die DVD gekauft. Bisher war Kivi noch nicht Leinenaggressiv oder ähnliches (und wird es hoffentlich auch nie sein) - sie hatte aber auch noch nie irgendwelche schlechten Erfahrungen damit.
Das "Grün" beim HTS ist die Ausstrahlung, die man hat. Ist man gut gelaunt, fühlt sich souverän und stark, dann ist man grün. Und der Hund merkt das und neigt eher dazu, deine "Führung" als Rudelchef anzunehmen. Steht man aber schon mit dem schlechten Gefühl auf, ist nicht gut gelaunt, dann merkt auch das der Hund und könnte versuchen, die Leitung zu übernehmen. Wie auch das "Abwehren" von "Eindringlingen". Er denkt, er müsste das Rudel verteidigen. Das Gelb und Rot sind dabei allerdings Korrekturen. Beim Gelb wird visuell verwarnt (wie bei Hunden, angespannte Körperhaltung, Zischlaut zur Unterstützung. Vergleichbar mit dem Knurren unter Hunden.). Das Rot ist eine körpersprachliche Korrektur, gleichzusetzen mit dem Abschnappen unter Hunden. Man "zwickt" seinen Hund dabei und zeigt ihm somit, dass er sein Verhalten lassen soll.

Soviel zur Theorie. Ob man dies jetzt gut findet oder nicht, muss man selbst wissen. :)

Aber, was zum Beispiel bei der Leinenaggression passiert ist, dass man unterbewusst verkrampft, wenn man einen anderen Hund sieht. Denn dann geht das Kopfkino los "Oh nein, jetzt wird Fido wieder bellen/ziehen/schnappen. Ach, Mist." Das merkt der Hund. Entweder man zieht unbewusst die Leine kürzer oder man verspannt sich, geht anders, etc... Hund sind nunmal Meister darin, die Körpersprache zu lesen. Nun sieht er, dass Du angespannt bist. "Oh", denkt er sich. "Der Rudelführer ist verunsichert.. Da muss ich jetzt wohl mein Rudel schützen und verteidigen". Und schon startet der Stress. :)
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#18
Das was hier viele schreiben zu: "man übertägt die Anspannung durch zuppeln an der Leine Körperhaltung usw" klar das leuchtet ein. Nur mal so am Rande: mein Hund klinkt auch aus wenn Hunde die sie nicht leiden kann auftauchen, ohne dass ich sie vorher gesehen hätte, noch sonstwie bemerkt. Schwupp ist der Hund an. Kann also kaum nur an Halter Anspannung liegen. Das will ich hier aber auch jetzt nicht vertiefen. (Also unsere persönliche Situstion)

Aber danke für die Erklärung zu HTS Farben. Ich überlege auch ob ich mir die Filme mal bestellen soll. Hört sich interessant an.

Was banane schreibt finde ich auch super spannend. Wie heißt das Buch wo das mit den Hirnströmen drin steht? Würd mich auch interessieren.
 
Dabei
27 Mai 2016
Beiträge
53
Alter
35
#19
Zu diesem tiefergehenden Thema schreib ich auch gern mal was und versuche mich so kurz wie möglich zu halten...

....dein vorletzter langer Post Frau Rossi hat mich gerade sehr inspiriert.
1) Ja ich glaube absolut daran das sich unsere Stimmung, unsere "Autorität" (die bei jedem Menschen sich mehr oder weniger oder gar nicht äußert), unsere Charakterzüge auf unsere Hunde spiegeln. Das da auch wirklich was dran ist mit UNSERER inneren Haltung.

Trotzdem hab ich auch so eine andere Seite in mir, früher.... früher vor 20 Jahren .... da hätte keine menschenseele daran gedacht sich selbst zu verändern. Da wurden die Fehler am hund gesucht und abgestellt. teilweiße mit gewalt. So war das früher. ich hab Schäferhundvereine im Kopf, daran möchte ich nicht mehr denken und es auch nicht weiter ausführen.
Heutzutage .... die Welt wird allgemein spiritueller, vieles wird mit Bachblüten behandelt anstatt Schulmedizin. Es gibt Menschen die sich Tierkommunikator nennen und auch daran - das glaub ich fest - ist irgendwie was wahres dran!

Wie auch schon jemand hier geschrieben hat. Das was wir abgefahren nennen und Esoterik oder oder oder, ist nicht mehr oder weniger UNSER bauchgefühl! UNSER 6. Sinn!

Jeder Mensch hat den, nur verlernt man das in unserer Welt.
Man muss trotzdem dazu sagen das es einigem menschen mehr gegeben wurde als anderen. Es gibt menschen die sind feinfühliger und hochsensibel wie man das so schön nennt und andere die haben dafür gar kein interesse, die tun sich vielleicht auch schwerer das so zu leben.


Ich habe letztes Jahr ein Tierkommunikationsseminar besucht, hab eine "Ausbildung" dazu gemacht, ein Wochenende lang.
Und heuer war ich - rein interesse halber - auf einem HTS Wochenendseminar UND
auf einem Hirschen - hündisch leicht - Brigitte Hirsch Seminar.

HTS und Brigitte (auch wenn das keiner gern hört) sind von der GRUNDbasis her gleich, ähnlich.
Die Ausführungen sind differenziert aber die GRUNDBASIS ist die gleiche und ich konnte dort sehr sehr viel für mich mitnehmen.
Umsetzten tu ich das für mich was mir hängen geblieben ist - ich hab mit meinem Aussie auch noch 1-2 gravierende Baustellen, ABER ansonsten kommunizieren wir komplett anders miteinander. Ich korrigiere ihn im Freilauf mit Grün um ihn zu stoppen. Bedeutet der hund ist 5-10 Meter vor mir und trabt seinen weg, ich sende ihm grün und dreht um oder bleibt stehen und wartet.

GRÜN
ist ja nur durch Telephatie und Blicken, körperhaltung, gedanken.OHNE JEGLICHEN TON DAZU!
Das spürt witzigerweiße ja der hund auch.

Wie viele hier schon beschrieben haben, einige situationen von Frau Rossi oder als der hund stehen bleibt und in die ferne schaut und du als besitzer den hund erst im nachinhein merkst. ich kenne solche situationen ständig, bei uns gibt es ein haus da wohnen 5 katzen die immer im hof sitzen, wenn ich schon auf das haus zulaufe hab ich angst das er sich quietschend in die leine hängt. letztens bin ich an dem haus vorbeigelaufen und hab die katzen nicht gesehen, mein hund schon und siehe da er läuft leinenführig und ohne weiteren ton vorbei?! Hundebegegnungen, wie bei frau rossi. ER weiß eher wie ich wer mir nicht geheuer ist und stellt sofort den kamm obwohl er JEDEN HUND eigentlich liebt..... ER weis es auch ganz genau bei Menschen wer mir geheuer ist oder nicht.
Also ich kann nur von mienem Hund sprechen, im grunde genommen auch wenn er mich manchmal zum austicken bringt und mir auch schon mal die hand auf seinem Hintern ausgerutscht ist um ehrlich zu sein, ist er ein einzigartiger Lehrmeister für mich.

Mich besser kennen zu lernen, das ICH ruhiger werde als Person, mich nicht so zu stressen innerlich und vorallem was er mir am allermeisten lehrt:

Er ZWINGT mich dazu konsequent sein zu müssen. entscheidungen zu treffen, die MIR gut tun und MEINE meinung zu vertreten. Eigentlich ganz einfach, anscheinend nicht für mich und warscheinlich hab ich genau deswegen DIESEN hund bekommen. und das gute ist, wenn ich es mal geschafft habe fühlt es sich gut an :)!
Und ja, vll sag ich in 15 jahren mal: Mensch der hund war echt anstrengend aber was ich von dem gelernt habe war der wahnsinn.

ich kann HTS und Brigitte Nur wärmstens empfehlen, sie arbeiten auf eine tiefergehende basis! Auf uns zu hören, Auf unser grün zu achten, Auf unser herz zu hören und die hunde folgen uns. und tatsächlich ist das so.


Des weiteren gibt es abeeeeeeer auch persönlichkeiten, evtl kennt ihr solche menschen auch??
Es gibt persönlichkeiten die würden sich für so einen "KRAM" nie interessieren, so wie meine mutter z.b!
Oder wie meine Hundetrainiern. Das sind menschen die haben von natur aus eine unheimliche autorität und präsenz uund wenn die was sagen giltet das.
egal ob die grad weinen oder lachen. Das find ich auch widerum faszinierend - aber so jemand bin ich nicht. aber ich find es toll wenn menschen so "STRAIGHT" und geradeaus sind. die wissen einfach was sie wollen und wenn einer das nicht mag. Ist vll blöd aber letztendlich beschäftigen die sich damit nicht. die gehen trotzdem ihren weg.


Meine mutter hat mittlerweile glaub ich ihren 6. Hund. - alle wie eine 1 erzogen, wirklich und das macht sie so nebenher. Sie war nie in Hundeschulen und glaubt mir meine mutter hält ziemlich wenig von esoterik, gefühle beim hund beachten oder oder oder. Sie hat noch NIE einen ihrer Hunde grob angefasst und sie liebt all ihre tiere daheim und knuddelt sie jeden abend und alle folgen ihr aufs erste wort und stellen NIE was in frage. Übrigens auch nicht mein Aussie. Er folgt ihr einfach.

Aber ich hab schon raus geforscht woran das liegt :)! Meine Mama oder auch die trainieren sind sehr starke persönlichkeiten, sie stellt SICH SELBER nicht in frage und das ist der beweis das hunde genau das als anführer wollen. Meine mutter sagt immer ich bin selber schuld an den Fehler von meinem Hund.
sie sagt immer, sie hat noch nie einen Hund angeleint, die hunde bleiben frei bei ihr weil sie ihnen vertraut - wo sollen sie denn hin?
Und sie möchte das all ihre tiere FREI bei ihr bleiben!
Ihre Fragen immer:
ich sag er haut gern ab? Antwort von ihr: wo soll er denn hinlaufen, er hat doch eh kein geld?
und warum sollte er einen anderen hund nicht mögen? Antwort: lass ihn doch einfach los
warum schaust du ständig nach rehen oder hasen? Antwort: warscheinlich denkt er, es ist seine aufgabe auch nach rehen zu scannen weil du innerlich ständig nach ihnen schaust und er mit auf der "Jagd" ist.
Und selbst wenn er doch nachgeht??? Antwort von ihr: soll er doch einmal im zweifelsfall hinterher - danach kriegt er sein pfiff und er wird schon merken das du weitergehst ohne ihn.


Und diese Einstellung Bewundere ich! Genau diese innerliche Haltung macht die hunde meiner mutter zu den hunden die sie alle sind und waren. Und wie gesagt selbst mein Aussie - andere hunde anbellen am zaun? das würde er bei ihr nie wagen. Sie hat gesagt ich darf das nicht also mach ich das nicht.
und ich? Ich hab damals gedacht ich seh nicht recht :p

und das ist im grunde genau das selbe was banane schreibt: milo lernt ihr auf sich selber zu hören und genau dahinter steckt der plan aller pläne und das sind ganz allein wir und unser bauchgefühl und unser Herz :)!
Das hast du toll beschrieben! Ich glaub z.B an das senden deshalb kommt es bei meinem auch an und wir kommunizieren teilweise so :)!


Tja und doch wurde ich ausschweifend ABER ja ich liebe das thema weil 100% was dran ist und weil meine mama immer zu mir sagt:

"warscheinlich hast du deinen Hund nicht umsonst bekommen! lern durch und mit ihm und nehm es an was er dir für aufgaben gibt!"
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#20
Toller Beitrag brexti. Ich habe auch so eine Mutter der alle Tiere folgen. Im Gegensatz zu deiner Mutter ist sie keine "starke" Persönlichkeit, sonder eher eine "einfache" Person. Ums verrecken würde die nicht soviel nachdenken wie ich, über nix, schon garnicht über Hundeerziehung. Sie fragt nicht "ist es evtl. möglich dass das Tier dieses und jenes", sondern sie nimmt einfach an das es geht, egal was. Zu mir sagt sie: mach dir doch keine Gedanken über ungelegte Eier :)
Ist aber im Prinzip das selbe, es kommt in ihrer Welt nicht vor dass ein Tier abhaut -sollen se doch, wo wollen se denn hin, die kommen schon wieder- . Scheinbar merken die Tiere das und Latschen hinter ihr her. Egal ob die Aussies meiner Schwester, das Huhn, der Nymphensittich, die Katze, die Tierschutz Tiere meines Bruders. Die fressen sich auch bei meiner Mutter nicht gegenseitig. Ist nicht erlaubt fertig.

Ich denke Zuviel nach. Meine neue Trainerin ist keine ausgewiesene HTSlerin, aber sie legt viel Wert auf Bauchgefühl und ob sich was für mich gut und richtig anfühlt oder nicht. Manchmal ist Zuviel Wissen oder besser Zuviel Informatiom vielleicht hinderlich, wenn die Intuition dabei auf der Strecke bleibt.
 
Dabei
26 Jan 2012
Beiträge
799
#21
Ich denke Zuviel nach. Meine neue Trainerin ist keine ausgewiesene HTSlerin, aber sie legt viel Wert auf Bauchgefühl und ob sich was für mich gut und richtig anfühlt oder nicht. Manchmal ist Zuviel Wissen oder besser Zuviel Informatiom vielleicht hinderlich, wenn die Intuition dabei auf der Strecke bleibt.
Eine Zeit lang habe ich sehr viel gelesen. Dadurch kann ich jetzt bei fast allen Themen irgendwie mitreden, aber sonst hat es mir nichts gebracht. Ich habe versucht vieles nachzumachen und auszuprobieren, aber Milo hat mich überhaupt nicht ernst genommen. Habe ja auch nur gemacht, was mir irgendwie von außen zugetragen wurde.

Irgendwann kam der Punkt an dem ich alles über den Haufen geworfen habe, versucht habe zu vergessen, was ich jemals gelesen habe. Ich habe einfach so gehandelt, wie ich das gerade für richtig gehalten habe. Das war vielleicht nicht immer richtig, aber das habe ich ja dann gemerkt. Ich habe in manchen Aspekten nicht mehr mit mir reden lassen - habe gesagt, dass es bei Milo anders ist und weggehört. Das fanden nicht alle Menschen gut, einige haben mich glaube ich auch sehr komisch gefunden. Ich wurde öfters doof angeguckt und gefragt, warum ich denn jetzt dies und das gemacht habe.

Und genau nach dieser Geschichte kommen plötzlich Menschen zu mir und sagen: "Sandra. Milo ist der tollste Hund den ich kenne. Er ist immer nur lieb und ist einfach nur toll!". Früher war es eher: "Sandra. Wenn er doch immer xy macht. Probier doch mal..."
Das erstere ist mir doch wirklich lieber :p

Wenn ich jetzt ein Hundebuch lese, dann nur um mitreden zu können. Nur um nochmal meine Intuition mit mehr Wissen zu untermauern. Ich habe auch nicht vor Erziehungs-Seminare zu besuchen - aus Angst meine Intuition könnte wieder "übertüncht" werden.
Mir reichen Gespräche mit Freunden und meine Hund selbst. Das soll nicht falsch klingen - ich bin nicht gegen Ratschläge oder andere Meinungen! Ich liebe diskutieren und reden und fachsimpeln! Ich bin völlig offen und informiere mich auch, ABER ich versuche trotzdem nur das zu tun, was ich selbst in dem Augenblick für absolut richtig halte.

Das macht mich so viel sicherer und bestimmter - das ist unglaublich. Das ist auch nicht immer nur einfach und ich bin nicht nur sicher, ich frage auch mal was nach. Aber im großen und ganzen fühlt es sich besser an.

Manchmal sehne ich mich richtig nach der Zeit als ich noch 13 war, meinen ersten Hund hatte und einfach das gemacht habe, was ich für richtig gehalten habe. Das war sooo einfach und sooo schön :)


PS: Natürlich geht das nicht immer einfach so. Manchmal braucht es fachkundigen Rat und eine Hundeschule ist auch nicht schlecht. Aber ich möchte so ein bisschen dazu anregen manche Entscheidungen einfach aus dem Bauch zu treffen und einfach mal zu machen. Mir hat das nämlich sooo sehr geholfen - und vielleicht kommt ja jemand anders auf diesem Weg auch weiter ;)
 
Dabei
27 Mai 2016
Beiträge
53
Alter
35
#22
Hiiihhhhiiiiiiiii das mit den anderen tieren daheim und gegenseitig fressen, witzig das klingt wie meine mutter.
Und..ja oder eben auch wie du schön sagst: "einfach"! Das Wort trifft es einfach super und genau deshalb ist warschl bei denen auch alles so einfach.
 
Dabei
20 Jan 2016
Beiträge
94
Alter
38
#23
Wirklich interessanter Thread. Möchte mir den nur mal speichern. :) So wirklich was beizutragen habe ich allerdings nicht, wobei ich auch (allgemein und in der Hundeerziehung) daran glaube, dass wir Schwingungen aussenden, die Hunde (und das Universum ;-)) spüren und darauf Antworten.
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#24
Meine Mutter hat das auch mit Kindern, ich erinnere mich: wir waren Radfahren und haben in einem Biergarten Pause gemacht. Wir quatschen so und plötzlich verändert sich meine Mutter. Sie hat nicht anders gesessen, nicht anders geguckt, nicht plötzlich gelächelt oder sowas. Ich finde sie hat quasi angefangen zu Leuchten (also nicht wirklich), ihre Ausstrahlung hat sich so verändert dass ich mitten im Satz aufgehört habe zu reden. Als ich mich dann umdrehte um zu sehen was da los ist? Eine Frau mit Baby war gekommen. Und genau so guckt meine Mutter auch Tiere an. Egal ob Steppenvaran oder Miezekatze. In dem Moment konnte ja sogar ich mit meinen abgestumpften Sinnen, die Auststrahlung spühren. Kein Wunder dass Tiere so auf sie reagieren.
 
Dabei
21 Jul 2013
Beiträge
23
#25
Mich selbst macht eigentlich nur das Bellen meines Hundes extrem angespannt. Da dringe ich leider auch in keinster Weise mehr zu ihr durch.
Ansonsten zwinge ich mich immer mal bewusst wieder tiiiiiief durch zu Atmen und locker zu lassen. Einen unterschied kann ich bei meiner kleinen Dame allerdings nicht fest stellen.
 

Anzeige:
Empfehlungen:

Ähnliche Themen


Oben