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Wie werde ich bei Hundebegegnungen entspannter?

Dabei
6 Sep 2016
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#1
Hallo,
unsere Betty ist jetzt 2 Jahre und sie ist ein Schatz. Solange wir nicht auf andere Vierbeiner treffen. Hundebegegnungen sind echt ein Grauen. Bin schon seit Januar in einer guten Huschu, bei der Betty wirklich alle Kommandos erlernt hat und diese auch super umsetzt. Aber das mit den anderen Hunden? Das Kuriose ist das sie in der Huschu, bei der wir immer einen ausgiebigen Spaziergang machen mit anderen Hunden, keinerlei gezicke zeigt. Wir können ganz entspannt an anderen Hunden vorbei. Sobald wir hier sind ist es vergessen und wir kläffen alles an und zerren an der Leine.
Meine Trainerin meint ich wäre einfach zu nervös hier bei uns. Aber wie kann ich das abstellen? Habt ihr eine Idee?

Danke schonmal

Britta und Betty
 

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Dabei
6 Jul 2017
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#2
Hallo Britta,
ich habe ein ähnliches Problem: Eine meiner Hündinnen ist sehr unsicher gegenüber fremden Hunden. Wenn uns im heimischen Umfeld auf gerader Strecke jemand entgegenkommt und ich keinen Bogen gehen kann, baut sie sich schon von weitem auf und je nach Hund fängt sie auch mal an zu keifen. Wenn mich jemand begleitet (Freunde/Trainer,...), wir in anderer Umgebung unterwegs sind oder auf ihr bekannte Hunde treffen ist es wesentlich entspannter. Das Problem liegt auch eher am anderen Ende der Leine, weil ich mir oft zu viele Gedanken mache, den entgegenkommenden zu stark beobachte und ihr so das Gefühl gebe, dass Gefahr im Verzug ist. Sie liebt aber die Arbeit mit dem Klicker und wir üben jetzt daran, dass sie mich anschaut wenn ein fremder Hund entgegen kommt und dafür entsprechend ihre Belohnung bekommt. So bin ich beschäftigt/abgelenkt weil ich auf den Hund schauen muss und habe nicht so viel Zeit mir über denjenigen, der entgegen kommt Gedanken zu machen. Manchmal funktioniert das super, dann wieder weniger gut, je nach Tagesform. Letztens hatte ich den Klicker vergessen und habe alternativ immer wieder abgedreht und bin einen kleinen Kreis gelaufen, wenn ich gemerkt habe, dass sie sich wieder aufbaut. Das hat auch gut funktioniert allerdings war mir dann etwas schwindlig, bis ich an dem anderen Hund vorbei war :rolleyes:
 
Dabei
6 Sep 2016
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#3
Das hört sich genau so an wie bei uns. Hunde die sie kennt sind gar kein Problem. Aber genau wie du es beschreibst. Sie baut sich regelrecht auf. Sie spannt alles an und fixiert den entgegenkommenden Hund. Aber fast ausschließlich hier bei uns. Und ich bin auch immer mega aufgeregt dabei. Und das ist auch unser Problem. Hoffe es wird besser. Wir clickern auch.
 
Dabei
29 Dez 2012
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#4
Kenn ich.
Wir haben viele Kunden mit ähnlichem Problem.
Wenn ich dann mal mit aufs Gassi komme ist plötzlich alles anders ;)
Meist sind die Besitzer einfach angespannt wenn sie einen Hund am Horizont auftauchen sehen.
Ist dann der Trainer dabei, sind die Besitzer entspannt "dann siehst du endlich wie sie draußen drauf Ist" hat mal eine Kundin passend gesagt.
Und schon aufgrund dieser Einstellung hat der Hund einfach mal nichts gemacht :)

Wie wir daran arbeiten?
Ich geh mit den Kunden oft eine 10ner Karte lang spazieren, an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlich vielen fremden Hunden. Und ich Klinke mich immer weiter aus dem ganzen aus.

Gesendet von meinem SM-A310F mit Tapatalk
 
Dabei
6 Sep 2016
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#5
Eine Trainerin haben wir auch. Wenn sie hier mit uns spazieren geht macht Betty nichts. Ich kann ihr nur anhand von Videos zeigen wie blöd sie wird bei einem Hund. Sie hat es live noch nie gesehen weil sie das ja dann nicht macht.
 
Dabei
17 Nov 2014
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#6
Ist bei uns ein änhliches Thema....wenn wir zu Hause spazieren gehen und Hunde entgegen kommen, zeigt er genau die gleichen Symptome. Sind wir ausserhalb unterwegs und ich ihn auch im Freilauf habe, können wir ohne probleme auch an fremden Hunden vorbei ohne das er die fixiert oder anpöbelt ect. ich weiss das es an mir liegt mit dieser angespannten Art :D aber man kann das so schlecht von Heute auf Morgen ausschalten. Es läuft aber deutlich besser seit ich versuche keinen Gedanken bei Begegnungen daran zu verschwenden und mit einem "Is-mir-scheissegal-Blick" daran vorbei laufe :D Und was mir auch immer sehr viel Last abnimmt, ist, wenn ich mit den Besitzern vorher kurz auf Distanz rede oder ins Gespräch komme.

@Riaku: was schlägst du denn deinen Kunden vor, wenn sie genau in der Situation sind wo der Hund bereits fixiert und sich anspannt? Wie holt ihr den Hund dann aus dieser Situation raus? (nur aus neugier)

Ich hatte zu Beginn nie probleme mit Hundebegegnungen, es kam erst als er 1,5/2 Jahre alt wurde und ich auf dem Spaziergang nicht mehr mit Futter bestätigt habe, da ich ihn eigendlich nicht bestechen wollte...
 
Dabei
21 Feb 2011
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#7
Der Klicker ist supertoll, einem Hund damit Tricks usw beizubringen, aber für die Erziehung taugt der nicht *justmytwocents*
Klar kann ich den Hund mit Klicker und Lecker vom anderen Hund ablenken, überspitzt ausgedrückt, könnte ich ihn einen Handstand machen lassen und so am anderen Hund vorbeiführen. Wenn die Ablenkung funktioniert....ok, super. Nur sollte man eins dabei nicht vergessen: das Problem ist damit nicht gelöst. Ist der andere Hund, aus welchen Gründen auch immer, spannender als jedes Lecker, hat man das Problem wieder an der Backe.
Ausserdem sollte man bedenken, dass der Hund die Leckerchen vlt sogar verteidigt und man damit die Situation sogar eher verschlimmert.
Zeigt der Hund das nur in "der Heimat" und nicht in fremder Umgebung, könnte Territorialverhalten die Ursache sein.
Was die Ursache ist, sollte eigentlich der Trainer erkennen.

Die meisten Menschen sind einfach zu spät, versuchen den Hund aus seinem Verhalten zu holen, wenn er schon mitten drin ist (also, wenn er bereits fixiert, sich steif gemacht hat). Das ist schwierig bis unmöglich.
Wichtig ist zu merken, wann das Verhalten beginnt und da sofort einschreiten.
Wie genau, ist bei jedem Team anders. Bei einem reicht es schon, wenn man mal kurz tief Luft holt und den Namen etwas schärfer ausspricht, der nächste braucht eine richtige Ansage, den muss ich vlt sogar mal berühren, ihn blocken usw.
Möglichkeiten gibt es genug.

Ich hab auch den anderen Thread gelesen und muss sagen, wenn ihr das schon seit Januar übt und bisher keine Besserung in Sicht ist, läuft da ganz gewaltig was schief. Entweder ist der Trainer dann nicht der richtige für euch oder du setzt das, was der Trainer dir sagt, nicht um.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#8
Als dass mit dem Klicker sehe ich anders... Wenn der Hund den Klicker kennt kann man damit super genau den richtigen Moment klicken. Nämlich den, wenn er den anderen Hund sieht. Am Anfang in kurzen Abständen klickern und dann herauszögern wenn sich das gewünschte Verhalten festigt (und gewünscht ist alles, was nicht nach vorne geht und in der Leine hängt). Wir haben zu Beginn nur in kontrollierten Situationen geübt mit Hunden bei denen wir wussten, die sind neutral und einem Abstand in dem ich wusste, Yari kann das. Zusätzlich haben wir den U-Turn aus dem Rally mit wirklich richtig toller guter Stimmung aufgebaut, dass er den für sein Leben gerne macht und wenn wir am Horizont einen Erzfeind sehen, bei dem ich weiß, daskann im Moment nur schief gehen, dann nutze ich den. Es funktioniert unser Leben ist viel entspannter geworden. Am Ziel sind wir noch nicht, aber das ist auch kein Problem dass man in 6 Monaten abfrühstückt.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#9
Wenn das bei euch so funktioniert, ist doch super. Schrieb ich ja oben schon.

Jeder muss seinen Weg finden, ich denke, da gibt es kein richtig oder falsch.

Für mich hat das nur nichts mit Erziehung zu tun. Ich trainiere dem Hund ein Verhalten an, das dann belohnt wird. Nichts anderes mache ich doch, wenn ich dem Hund Sitz oder Platz beibringe. Und nur, weil er dann Sitz und Platz gut kann, ist er nicht automatisch auch gut erzogen.
Ich hoffe, man versteht, auf welchen Unterschied ich da raus will.

Wenn ein Kind in einem Supermarkt beim Anblick der Süßgkeiten oder des Spielzeugs, anfängt zu schreien, sich auf den Boden schmeißt usw.......was macht man da? Schoki mitnehmen und das Kind damit "füttern", wenn es den Anblick der Süßigkeiten ohne Geschrei erträgt?
Lernt das Kind so, dass dieses Geschrei unerwünscht ist, dass es damit eine Grenze überschreitet?

Auch das ist jetzt nur meine Meinung.....eine von vielen ;)
 
Dabei
7 Sep 2012
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#10
Als dass mit dem Klicker sehe ich anders... Wenn der Hund den Klicker kennt kann man damit super genau den richtigen Moment klicken. Nämlich den, wenn er den anderen Hund sieht. Am Anfang in kurzen Abständen klickern und dann herauszögern wenn sich das gewünschte Verhalten festigt (und gewünscht ist alles, was nicht nach vorne geht und in der Leine hängt). Wir haben zu Beginn nur in kontrollierten Situationen geübt mit Hunden bei denen wir wussten, die sind neutral und einem Abstand in dem ich wusste, Yari kann das. Zusätzlich haben wir den U-Turn aus dem Rally mit wirklich richtig toller guter Stimmung aufgebaut, dass er den für sein Leben gerne macht und wenn wir am Horizont einen Erzfeind sehen, bei dem ich weiß, daskann im Moment nur schief gehen, dann nutze ich den. Es funktioniert unser Leben ist viel entspannter geworden. Am Ziel sind wir noch nicht, aber das ist auch kein Problem dass man in 6 Monaten abfrühstückt.
Es ist toll, das das mit dem Klicker funktioniert u. es gibt tatsächlich Fälle, wo es auch in diesem Bereich eine erfolgreiche Trainingsmöglichkeit ist.
Allerdings bei ich in Sachen Clickern grundsätzlich eher bei Gundi. Für gewisse Bereiche ist der Clicker genial: Tricksen, Obedience (hier besonders auch die punktgenau Bestätigung auf Distanz), Dogdance etc.pp. eine großartige Sache.
Aber für Hundebegegnungen? Nein, eher nicht. Ich kenne viele des es probiert haben und anfangs für die Basisarbeit mit kontrollierten Situationen auch Erfolge erzielt haben, aber bei Hunden die wirklich ein Problem bei Hundebegegnungen hatten, endete das bei allen mit einem nervtötenden Stakatoclickern ohne jede Reaktion von Seiten des Hundes.
Vor allem, weil man immer wieder in die Situation kam, das man bei unerwarteten und plötzlichen Begegnungen (zu denen es im Alltag immer wieder kommt) schlicht nicht mehr punktgenau bestätigen (clickern) konnte und der richtige Moment in Sekundenbruchteilen vorbei war.
Ein Fall mit einem BC ist mir in besonderer Erinnerung. Da wurde über 2-3 Jahre hartnäckig mit dem Clickern gearbeitet u. sich später auf 20-30 m mit Stakatogeclickern und einem bellenden Hund ins Unterholz zurückgezogen, aber man blieb stur bei diesem Weg.
Erst später gelangte man eher zufällig an eine neue Trainerin, die den Hund erfolgreich ruhig aber bestimmt arbeitete. Basiskommandos u. Seiten- und Richtungswechsel mit steigender Ablenkung trainierte. Im Notfall auch mit einer deutlichen Ansage (ohne Geschrei, kein Leinendruck, einfach nur ein klares "Lass das!" ggf. Richtungswechsel ) oder körperlich blockend abschirmte u. die insgesamt an die geringe Frustationstoleranz dieses Hunde durch Training steigerte.
Der Hund ist noch immer kein einfacher Begleiter, aber mittlerweile geht er gehorsam und ruhig mit lockerer Leine an anderen Hunden vorbei und seine generelle vermeintliche Unverträglichkeit hat sich soweit gebessert, das er mit bestimmten Hunden sozialkompatibel (aber sicherheitshalber mit Maulkorb) im Freilauf toben kann.
Wobei er wirklich spielt und nicht mehr mobbt.
 
Dabei
6 Jul 2017
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#11
Bei uns ist nicht der Hund das Problem, sondern ich. Meine Hündin mit 9kg wurde von einem 40kg-DSH attackiert ohne dass ich sie in diesem Moment schützen konnte. Der Hund kam unbemerkt von hinten angeschossen und hat sie ohne weitere Vorwarnung gepackt. Sie konnte flüchten aber der DSH hat sie von mir weggetrieben und trotz dass mein Hund sich unterworfen hat immer weiter attackiert. Erst die Lederleine des Besitzers konnte den Hund von der kleinen abbringen. Seither kann ich ihr nur schlecht die Sicherheit geben, die sie braucht und sie nimmt die Sache selbst in die Hand. An sich zu arbeiten ist ein langer Weg und bis ich wieder so weit bin, dass sie weiß, dass sie sich auf mich verlassen kann ist es für uns der stressfreiste Weg, dass sie lernt sich auf mich zu konzentrieren, wenn wir ohne Ausweichmöglichkeit auf einen fremden Hund zugehen müssen. Wendungen schlagen bei ihr super an, sind aber allein mit drei Hunden nicht immer so einfach umzusetzen und spätestens wenn mit der blinden Hündin meiner Mutter Hund Nummer vier dabei ist, unmöglich. Ich gehe so oft es geht auch mit einem Hund allein spazieren um wirklich auf den jeweiligen Hund eingehen zu können aber den Begegnungen im Rudel aus dem Weg zu gehen klappt nicht immer^^.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#12
Es ist toll, das das mit dem Klicker funktioniert u. es gibt tatsächlich Fälle, wo es auch in diesem Bereich eine erfolgreiche Trainingsmöglichkeit ist.
Allerdings bei ich in Sachen Clickern grundsätzlich eher bei Gundi. Für gewisse Bereiche ist der Clicker genial: Tricksen, Obedience (hier besonders auch die punktgenau Bestätigung auf Distanz), Dogdance etc.pp. eine großartige Sache.
Aber für Hundebegegnungen? Nein, eher nicht. Ich kenne viele des es probiert haben und anfangs für die Basisarbeit mit kontrollierten Situationen auch Erfolge erzielt haben, aber bei Hunden die wirklich ein Problem bei Hundebegegnungen hatten, endete das bei allen mit einem nervtötenden Stakatoclickern ohne jede Reaktion von Seiten des Hundes.
Vor allem, weil man immer wieder in die Situation kam, das man bei unerwarteten und plötzlichen Begegnungen (zu denen es im Alltag immer wieder kommt) schlicht nicht mehr punktgenau bestätigen (clickern) konnte und der richtige Moment in Sekundenbruchteilen vorbei war.
Ein Fall mit einem BC ist mir in besonderer Erinnerung. Da wurde über 2-3 Jahre hartnäckig mit dem Clickern gearbeitet u. sich später auf 20-30 m mit Stakatogeclickern und einem bellenden Hund ins Unterholz zurückgezogen, aber man blieb stur bei diesem Weg.
Erst später gelangte man eher zufällig an eine neue Trainerin, die den Hund erfolgreich ruhig aber bestimmt arbeitete. Basiskommandos u. Seiten- und Richtungswechsel mit steigender Ablenkung trainierte. Im Notfall auch mit einer deutlichen Ansage (ohne Geschrei, kein Leinendruck, einfach nur ein klares "Lass das!" ggf. Richtungswechsel ) oder körperlich blockend abschirmte u. die insgesamt an die geringe Frustationstoleranz dieses Hunde durch Training steigerte.
Der Hund ist noch immer kein einfacher Begleiter, aber mittlerweile geht er gehorsam und ruhig mit lockerer Leine an anderen Hunden vorbei und seine generelle vermeintliche Unverträglichkeit hat sich soweit gebessert, das er mit bestimmten Hunden sozialkompatibel (aber sicherheitshalber mit Maulkorb) im Freilauf toben kann.
Wobei er wirklich spielt und nicht mehr mobbt.
Das ist der Grund, warum der Clicker nicht das einzige Trainingsmittel ist sondern quasi genutzt wird um mal einen Fuß in die Tür zu bekommen! Wir arbeiten zusätzlich über positive Emotionen und Verknüpfungen jenseits von Clicker und Belohnung. Es ist halt keine einfache Baustelle und für plötzliche Situationen haben wir unseren U Turn und ja auch das Abbruchsignal kommt in Gebrauch. In der nächsten Stufe kommt nun BAT zum Einsatz wo der Hund lernen soll dass es einen Rückwärtsgang gibt und der wesentlich besser ist als nach vorne zu gehen und da wird er nicht mit Keksen vollgestopft wenn man so will. Aber alles zu seiner Zeit mühsam ernährt sich das Eichhörnchen die schnelle Lösung gibt es bei diesem Problem halt nicht.
 

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