Gedanken zum Umgang mit unseren Hunden

Dabei
21 Feb 2011
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#1
Vornweg: es geht um niemanden im Speziellen, und ich möchte niemandem zu nahe treten.
Es sind mir nur so ein paar Gedanken durch den Kopf gegangen zum Umgang mit dem Hund ganz allgemein und überall. Also nicht nur auf das Forum bezogen.
Es ist alles subjektiv und ich kann damit völlig falsch liegen.

Da wir hier in einem Aussieforum sind und ich mich bei FB in ein oder zwei Aussiegruppen rumtreibe, geht es natürlich in erster Linie um Aussies und deren Besitzer. Es trifft aber ebenso auf Halter anderer Rassen oder Mischlinge zu.

Man liest ja schon seit längerem von Aussies, die nicht runterkommen, die ein Nein nicht akzeptieren, die oft gestresst sind usw. Das ganze Programm....hier im Forum (und auch in den FB-Gruppen) gibt es genügend Themen dazu.

Da wird dann oft überlegt, ob der Hund vlt eine SDU hat, mit der Zucht was nicht stimmt und und und.

Es kommen Tipps und Ratschläge, was denn so helfen könnte den Hund ruhiger zu bekommen.
Meist folgt ein: hab ich schon versucht, funzt nicht oder ja, aaaaaber...
Da frage ich mich oft: wollen diese Hundehalter überhaupt etwas ändern? Oder gefällt es ihnen sogar, einen "schwierigen" Hund zu haben und dann eben bedauert bzw bewundert zu werden? Ach ja, und man selbst möchte sein Verhalten natürlich nicht ändern. Denn daran kann das ja nicht liegen.

Zum Umgang mit dem Hund: da wird von Mausi, Schatzi, Baby geschrieben.....meine Maus, mein Baby......von Mama und Papa.
Da bekommt der Hund Geschenke eingepackt, eine Geburtstagstorte gebacken.
Nicht falsch verstehen, tut es, wenn es euch Spaß macht. Ich schreibe einfach mal das auf, was mir so auffällt :)

Der Hund steht unter meist permanenter Be(ob)achtung. Jedes Haar, das sich irgenwie falsch kringelt, wird analysiert und es wird nach dem Grund gesucht, warum das Haar das denn nun macht (stimmt, etwas übertrieben, aber das ist Absicht).
Da wird der Hund den ganzen Tag zugetextet mit Dingen wie: Schatzilein, das sollst du aber doch nicht.

Man wundert sich, dass es mit dem Rückruf nicht klappt, der Hund läuft Jahre an der Schleppleine. Man ist traurig darüber, dass der Hund draußen andere Dinge wichtiger findet, als seinen Menschen......nun ja, wieso sollte er den Menschen wichtig finden, wenn der ihn eh nie aus den Augen lässt? Der Hund ist sich sicher, dass er seinen Menschen niemals verliert ;)
Jaaaa und dann hat Mensch plötzlich mal anderes im Kopf, kann Hund nicht beobachten (oder beachten?) und der Terror beginnt erst so richtig.
Gerade ein Aussie hat das sehr schnell drauf und ist dazu auch mal echt hartnäckig.

In einer FB-Gruppe ist natürlich gerade Silvester ein großes Thema.
Man macht sich Gedanken, wie sich der Hund bei seinem ersten Silvester wohl verhält. Mensch macht sich selbst schon Tage vorher verrückt, wie man denn das kleine Baby am besten "schützt".
Ein Aussenstehender wird vermutlich nicht darauf kommen, dass hier von einem Hund geredet wird.

Jetzt kommen meine Gedanken. Ihr dürft mich dann auch gerne steinigen :p
Ich bin mittlerweile wirklich überzeugt, dass viele dieser "Hibbelhunde" genau aus diesem (völlig überzogenen und vlt sogar falschem) Umgang erst entstehen. Einfach, weil man nicht hundgerecht mit ihm umgeht.
Er ist weder ein Baby noch sind wir seine Mama oder sein Papa.
Es sind Hunde und die haben in vielen Dingen ganz andere Bedürfnisse als wir Menschen.

Eure Gedanken dazu würden mich interessieren.

Euch allen einen guten Rutsch!
 
Dabei
29 Dez 2012
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#2
Das kann ich so unterschreiben!
Ich seh das ja auch täglich auf dem Hundeplatz...

Kunde a) mein Hund (beagle 3 Jahre intakt) macht was er will, läuft weg und rauft sich mit anderen Rüden.
Man möchte ihm aber keine Regeln aufstellen und er ist Kind/partnerersatz mit dem sich das Abendessen geteilt wird.
Zitat:"Oh, hast du etwa geschnappt? Aber das tut man doch nicht"*säuselstimme* nachdem er meinen Kollegen in der HuTa erwischt hat....

B) Hund knurrt Herrchen an, wenn er nicht seinen Willen bekommt.
Herrchen kann es auch hier nicht übers Herz bringen Grenzen zu setzen. Vor ein paar Wochen wurde er vom Hund erwischt, jetzt geht das auf einmal

Da könnte ich noch tausend Beispiele nennen. Die Leute finden es ja schon schlimm wenn wir sagen, der Hund darf wärend der Leinenführigkeitsübung nicht schnüffeln und auch nicht unsere Hütchen markieren... Das geht ja nicht, der arme Hund.

Meistens findet da erst ein umdenken statt wenn etwas passiert, und das ausbügeln des gelernten/gefestigten Verhaltens dauert wesentlich länger...

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Dabei
31 Jan 2015
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#3
Hallo Gundi,

Beim Lesen deines Textes konnte ich dir in vielen Punkten zustimmen. Wenn nicht sogar in allen.
Ich habe oftmals das Gefühl, dass Menschen, die Probleme mit ihren Hunden haben, gar keine Hilfe annehmen wollen. Sie sind frustriert, versuchen aber letztlich immer das Selbe, ist klar, dass man da keine Erfolge erzielen kann.

Auch der Trend des Hundes als Kinderersatz scheint zu steigen.
Ich selber muss auch gestehen, dass ich meine Hunde "quasi" als Kindersatz sehe, denn ich möchte gar keine Kinder und bin mit den Wuffels vollkommen zufrieden, dennoch würde ich mich nicht als "Mama" bezeichnen, das fühlt sich einfach komisch an. ;)
Letztlich ist das aber zumindest ein Punkt, der jedem selbst überlassen ist, genau so wie dem Hund etwas zu Geburtstag und Co zu schenken - das mache ich auch, aber nur weil es mir Freude bereitet, den Hunden was Leckeres zu geben. :)

Dieses extreme Vermenschlichen liegt glaube ich zum einen in unserer Natur, aber mit Sicherheit auch in der Unwissenheit vieler Menschen.
Da werden in komische Blicke irgendwelche Gedanken interpretiert oder ein scheinbar "ignorantes" Verhalten als sonst welche Fehlverhalten interpretiert, ohne darauf zu achten, ob der Hund vielleicht in der ein oder anderen Situation überhaupt in der Lage war, das Verlangte zu tun.

Vor allem in der Hundehaltung bin ich der Meinung, dass man als Hundehalter in der Lage sein MUSS, seinen Hund zu lesen. Leider kennen die wenigsten Menschen wirklich die Körpersprache ihres Hundes, vielleicht ist gerade das das Problem - wer weiß?

Zur Hibbeligkeit besonders beim Aussie kommt natürlich gerne auch mal die Über- bzw Unterforderung und wenn man als Mensch nicht in der Lage ist, seine Fehler einzugestehen, dann überlegt man sich mit Sicherheit gerne etwaige gesundheitliche Probleme oder Züchterische Gründe für das Verhalten des Hundes.
Mal ganz davon abgesehen, dass es natürlich auch wirklich diese Hunde gibt, die hibbelig sind, aus gesundheitlichen Gründen.

Bei Yumo hatten wir hingegen von Anfang an gedacht, dass er "einfach so ist, wie er ist", weil er von Beginn an recht kompliziert war, in vielerlei Hinsicht. Auf einen gesundheitlichen Grund hätten wir da gar nicht getippt, aber zumindest ein paar Punkte waren letztlich sogar tatsächlich gesundheitlich bedingt - zumindest viele hormonelle Gründe.
Und die anderen "Baustellen", die wir so haben und hatten sind vor allem dann in den Griff zu bekommen, wenn wir nach unserem Bauchgefühl handeln und ihn eben möglichst wenig vermenschlichen - zumindest soweit es uns als Mensch möglich ist, das nicht zu tun. Wir denken ja doch häufig zu viel, geht zumindest mir so. ;)

Ich glaube, ich habe jetzt viel drum herum geschrieben, aber ich habs mal wie du gemacht: einfach drauf los geschrieben ;)
 
Dabei
12 Jul 2012
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#4
seh ich genauso gundi!

wobei ich ehrlicherweise zugeben muß das ich auch eher extrem war früher - BEVOR ich keine kinder hatte. da war der hund das wichtigste, hatte immer priorität..kam vor allem. nicht falsch verstehen, ich liebe meine hunde über alles aber seit ich die kids habe (und den mann :) ) stehen die hunde an zweiter stelle. sie sind nicht mein mittelpunkt. worauf ich nach wie vor penibel achte ist, dass die hunde zu ihrem täglichen auslauf kommen. da kann hier los sein was will aber das muß einfach sein, das bin ich ihnen schuldig wenn sie sonst oft zurück stecken. ich glaube nicht dass die hunde dadurch ein schlechteres leben haben.

ich habe mit meinen hunden zum glück keine probleme, mein dicker ist nicht einfach aber -für mich- einfach zu lesen und zu handeln. und smiley ist eh ein sonnenschein. ich gehöre zu der sorte mensch die aus dem bauch heraus handelt und sich keine zig bücher über erziehung durchgelesen hat. man kann auch alles verkomplizieren....im großen und ganzen denke ich aber auch das man den hund bekommt den man sich macht.

ich find es auch erschreckend zu lesen wieviel probleme mit dem hundegetier aufgetreten können.
 
Dabei
12 Mai 2016
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#5
Interessante Gedanken...
Ich bin da gerade im Zwiespalt. Der Viszla einer guten Bekannten ist definitiv Kindersatz. Sobald sie aufsteht und er auf ihren Platz hüpft setzt sie sich so auf den Rand des Stuhls dass er sich nicht mehr bewegen muss. Das nur als ein Beispiel. In vielen Situationen hab ich schon bemerkt, dass sie extrem übervorsichtig ist und er sie auch nicht immer Ernst nimmt. Trotzdem ist er gut erzogen und sehr angenehm vom Charakter.

Bevor Pina einzog war ich fest davon überzeugt, dass ich eine sehr gesunde und realistische Einstellung zum Thema Hund und Haltung hab. Ich war fast schon überinformiert, hab jahrelang alles gelesen was mir in die Finger kam und obwohl mein Ersthund ein Chihuahua war, war dieser gut erzogen und wurde nicht wie ein Schoßhund behandelt.
Und dann kam sie und sie war vom ersten Tag an meine Maus. Schlimmer noch - mein Mann hat immer spaßeshalber gesagt "geh mal zu Mutti" echt peinlich ich weiß, aber irgendwie ist das verdammt schwer wieder rauszubringen :eek:
Jetzt fällt mir auf, dass ich mir auch sehr viele Gedanken um sie mach. Sie oft in den Vordergrund stelle und lieber einmal mehr auf Aktivitäten verzichte, die ohne sie wären. Ich mach mir schon seit zwei Wochen Gedanken, ob wir tatsächlich an Silvester ins Ferienhaus meiner Freunde fahren, weil ich nicht weiß ob es gut ist genau beim ersten Silvester den ganzen Tag schon Stress zu haben.
Trotzdem entwickelt sie sich gut, nimmt mich ernst, kommt gut zur Ruhe. Wir sind begeistert. (Bisher? Wir werden sehen. Vielleicht haben wir ja auch einfach nur Glück mit ihr gehabt.)
Ich versuche aber, uns immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass es ein Hund ist und bleibt und versuche, sie auch mal nicht zu beachten, sie nicht tot zu quatschen etc. Meine aufgestellten Regeln werden konsequent eingehalten. Mein Mann kann sich da definitiv schwieriger beherrschen und ich habe auch hin und wieder den Eindruck, dass sie mich ernster nimmt. Vielleicht ja genau aus den Gründen.

Ich lese oft mit Schrecken, wieviele Aussies schon mit beginnender Pubertät oder sogar davor abgegeben werden, weil die Halter ihnen "nicht mehr gerecht werden können", "nicht so viel Zeit aufbringen können wie er benötigt" und was die dann mit sechs oder acht Monaten schon alles können und machen müssen. (Keine Ahnung ob das der Ehrgeiz ist, dass der Hund schon so jung perfekt erzogen sein muss, oder einfach eine falsche Einstellung zur Rasse ist.)
Also ja, ich denke, dass viele Probleme hausgemacht sind. Es liegt aber sicher am Charakter des Hundes, inwieweit die Fehler der Halter ins Negative umgewandelt werden.
Ich finde, bei aller Tierliebe sollte man versuchen, sich den Blick für Wesentliche zu bewahren.
Es ist das gleiche wie in der Kindererziehung (behaupte ich, ohne ein Kind zu haben). Viele Wege führen nach Rom und die Meinungen werden da immer auseinander gehen. Ich für meinen Teil versuche, die goldene Mitte zu finden.

Und gerade als ich das jetzt schreibe liegt "meine Maus" zu meinen Füßen, schön auf dem Rücken alle viere von sich gestreckt und ich muss schmunzeln und denk mir - es ist aber auch verdammt schwierig, dem Charme dieser tollen treuen Seele zu widerstehen :rolleyes:
 
Dabei
26 Jan 2012
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#6
Ja, in einigen Aspekten kann ich dir zustimmen. Hunde werden mittlerweile sehr stark beachtet, alles wird tausendmal durchdacht, mit Theorien abgeglichen oder sogar nur mit der Absegnung von irgendwelchen Profis gemacht.

Ein großes Problem sehe ich darin, dass die Menschen nicht mehr intuitiv handeln - und das Problem gibt es auch bei Eltern mit Kindern. Man kann nicht ernst genommen werden, wenn man nicht hinter dem steht, was man gerade tut - und das tun viele nicht mehr.
Das sehe ich sogar als gesellschaftliches Problem. Alle müssen mitreden, Ratschläge geben, alles hinterfragen und man muss sich für alles rechtfertigen was man tut. Das Internet tut da sein letztes, denn ALLES wird diskutiert. Ob das Geschirr sitzt, die Leine lang genug ist, der Hund dünn genug ist, ob er vielleicht sogar gestresst aussieht.
Das alles führt dazu, dass man in der Erziehung nicht mehr man selbst ist. Das ist ein riesiges Problem in meinen Augen.

ABER

Ich habe hier mit Milo einen nicht sehr einfachen Hund. Wer ihn zu seinen Glanzzeiten kennengelernt hat, kann das auch bestätigen. Es war saumäßig schwierig mit ihm und ich war oft am verzweifeln. Es hat wirklich nichts funktioniert. Manchmal muss man das einfach mal loswerden. Und die ganzen Ratschläge die ich bekommen haben... Haben nicht gefruchtet. Ich habe so viel ausprobiert, so vieles versucht. Und es wurde immer nur schlimmer und nicht besser.
Ich konnte es ehrlichgesagt auch irgendwann einfach nicht mehr hören. Ich kam mir vor als wäre ich für alles zu dämlich. Mir kamen manche Ratschläge auch einfach lächerlich vor. Ich dachte mir oft: "Nimm ihn, zeig es mir und stell fest, dass das alles mit Milo nicht geht!"
Irgendwann hat es mir dann gereicht, ich habe mich von allem etwas zurückgezogen und ausprobiert. Ich habe versucht rein so zu handeln, wie ich es für richtig halte. Tadaa. Milo und ich können entspannt spazierengehen. Also einigermaßen - für seine Verhältnisse entspannt. Jetzt hält mich jeder für bescheuert, dem ich sage, dass Milo ein total anstrengender Hund sein soll, denn man merkt es ihm nicht mehr wirklich an. Aber der Weg dahin war die Hölle.

Und ich finde es irgendwie kränkend, wenn dann nur ein "ignorier den zu Hause mal", "lass ihn nicht alles entscheiden", "sei konsequent" kommt. Ich habe wirklich alles gegeben und ich war wesentlich konsequenter als bei Cole.
Ich denke es gibt einfach Hunde, die bringen ein blödes Grundgerüst mit. Wenn ich das so vergleiche zwischen Rico (meinem ersten Hund), Milo und Cole... So war Milo einfach ne ganz andere Nummer. Und ich war sicherlich daran beteiligt, dass nicht alles perfekt lief, aber Tendenzen dazu hat der Hund mitgebracht. Cole führt mir das jetzt nochmal richtig vor Augen. Milo ist einfach anders. Und ich glaube, dass es einige solcher Hunde gibt, die es einem einfach schwerer machen.

Gut. Ich sage nicht, dass er mein Baby ist, und auch nicht dass ich seine Mama bin. Aber er ist mir eben sehr wichtig. Und dadurch, dass er so schwierig war, war er halt irgendwie ein Mittelpunkt. Ich konnte einfach nichts machen, ohne ihn zu beachten.


Mir ist es mittlerweile bei Menschen mit schwierigen Hunden wichtig ihnen Verständnis entgegen zu bringen und ihnen damit auch ein wenig Selbstbewusstsein zurückzugeben. In der Wunde bohren hilft keinem, stattdessen sollte man sich klar darüber werden, was man selbst möchte. Dieser ganze Perfektionismus macht einen doch wahnsinnig. Es ist doch kein Wunder, dass sich alle verrückt machen, weil es wegen jedem Pups irgendwas zu beanstanden gibt. Dass die Hunde diesen innerlichen Stress widerspiegeln ist doch nur eine logische Konsequenz.

Vielleicht gehen manche Menschen falsch mit ihrem Hund um, vielleicht führt das zu einem blöden Verhalten. Aber vielleicht sind diese Menschen auch einfach nur völlig überfordert mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Was ich mir alles schon anhören durfte, was an meinen Hunden nicht normal ist... Da hat nunmal nicht jeder ein dickes Fell und manche zeigen ihre Überforderung dann eben in der von dir beschriebenen Art und Weise.

Ich sehe mich selbst irgendwie als (ehemalige) Betroffene. Und darum finde ich nicht, dass man das einfach so pauschalisieren kann.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#7
@ Alinchen:
Klar gibt es auch wirklich Hibbelhunde, die einfach so sind. Gar keine Frage ;)

Auch stört es mich nicht, wenn man seinem Hund ein Geschenk einpackt usw.

Ich habe ebenfalls keine Kinder, dafür die Hunde. Trotzdem vergesse ich nie, dass es Hunde sind.

Es gibt sogar Menschen, die machen richtige Geburtstagspartys für ihre Hunde. Da werden dann die ganzen Hundekumpels vom Gassi oder von der Hundewiese eingeladen.
Weil es Mensch freut. Ob es den Hund auch freut, wenn die alle in seinem Reich unterwegs sind?
Ich glaube nicht, dass einer dieser Menschen mal darüber nachgedacht hat, dass so eine Situation für den Hund Megastress bedeuten kann.
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#8
@ Sandra:
Ich möchte hier nichts pauschalisieren. Ich weiß, dass es richtig schwierige Hunde gibt.

Wenn man nur so das Geschriebene liest, ist es fast unmöglich, herauszufinden, ob dieser Mensch einen wirklich schwierigen Hund hat oder ob es "hausgemacht" ist.
Mir ist einfach nur aufgefallen, dass es sich doch sehr gehäuft hat mit den Problemen.
Da stellt sich mir die Frage: sind diese Hunde nun wirklich alles schwierige Exemplare?
Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

Hunde können uns super lesen, wissen genau, welchen Knopf sie drücken müssen, um eine Reaktion zu bekommen.

Noch ein Schmankerl aus der Hundeschule: ein Hund, der alles geklaut hat.....Fernbedienungen weggetragen, Schuhe usw.
Der wusste genau, Mensch reagiert, wenn ich das mache.
Dann kam natürlich der Tipp, es zu ignorieren. Hat die Frau auch super durchgehalten.
Und jetzt soll noch mal einer sagen, Hunde wissen nicht, was uns wichtig ist......denn einmal hat er ihr Handy erwischt, hat es im Maul und stellt sich vor die Frau (ich sehe ihn echt vor mir, richtig fett grinsend). Sie hat ihn ignoriert....tja, was macht der Hund? Er beisst auf das Handy und da war sie dann, seine so sehnsüchtig erwartete Reaktion :D
 
Dabei
26 Jan 2012
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#9
Wie gesagt... Ich finde das schwierig. Eben weil ich durch Milo beide Seiten kenne und mir da wirklich oft unverstanden vorkam. Da haben auch einige gedacht ich lasse den halt einfach alles machen und das war einfach nicht so. Sah aber anscheinend für einige so aus, denn "man kennt das ja".

Ich sehe einfach ein riesen Problem darin, dass einem die Anforderungen von außen so übergestülpt werden. Wie man es immer so liest scheinen ja alle Hunde immer nur brav auf ihrer Decke zu liegen, sich bei Spaziergängen keinen cm zu entfernen, immer zu hören und sich ausschließlich für ihre Besitzer zu interessieren. Witzigerweise habe ich einige Hunde kennengelernt, die im wahren Leben dann doch ganz anders rüberkamen ;) Jeder interpretiert die Hunde auch anders.

Und darum finde ich es einfach blöd, über "diese Menschen" zu urteilen. Man weiß es halt wirklich nicht, ob das Problem echt oder hausgemacht ist. Und alle Menschen, die ernsthafte Probleme haben, werden gekränkt mit diesen Urteilen. Das wird dann alles irgendwie übers Internet abgehandelt, ohne dass man den Hund kennengelernt hat und es werden massenweise Tipps gegeben, die vermutlich gar nicht passen. Das finde ich ehrlichgesagt bedenklich.

Soll der Hund doch die Fernbedienungen fressen. Wenn es die Frau nicht ernsthaft stört, dann ist es doch okay. Das ist eben genau das was ich meine. Die Frau fand es anscheinend gar nicht so dramatisch, dass der Hund alles geklaut hat, sonst hätte sie schon was gemacht. Aber in der heutigen Zeit ist sowas alles gleich ein riesen Problem, denn der Hund handelt nicht so, wie man das eben erwartet. Und man darf ihn ja auch nicht schimpfen, denn das ist auch verpöhnt. Es ist doch kein Wunder, dass so Probleme entstehen.

Da jetzt virtuell drüber zu urteilen bringt doch nichts. Mit gutem Beispiel vorangehen, das Gespräch suchen, Menschen offensiv mittzuteilen, wenn ihr Hund bei etwas Stress hat - z.B. wenn er mit zu vielen "Hundekumpels" überfordert ist, das hilft.
Ich erlebe hingegen, dass sich alle hinter dem Internet verstecken und gerne vorschnell urteilen. Ich finde das schade.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#10
Wir reden aneinander vorbei, glaube ich.

Ich verurteile niemanden.
Ich denke, und das ist ganz subjektiv, dass viele Hibbelhunde hausgemacht sind, einfach durch "falschen" Umgang, der auch wenig mit Internet zu tun hat.
Sehe ich hier jeden Tag live, leider.

Und doch, die Frau hat es sehr gestört, denn sie hat ja jedesmal reagiert, um dem Hund irgendwie die Sachen wieder abzunehmen. Um etwas zu ändern, damit auch der Hund sein Verhalten ändert, hat sie angefangen, das zu ignorieren......was letztlich nicht geklappt hat, da der Hund sich das Handy gemopst hat.
 
Dabei
14 Dez 2016
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#11
Dass es diese Sorte Mensch gibt, die ihren Hund von vorne bis hinten betüdeln, mag ich nicht bestreiten. Die gibt es warscheinlich mehr als es manchen Hunden gut tut.

ABER es gibt auch die Hunde und Besitzer, deren Hund einfach sehr instabil ist, sich nicht leicht führen lässt, immer alles ausdiskutieren muss, sehr schlecht Ruhe hält.
Ich habe hier selbst so ein Exemplar hier rumwuseln. Die sich auch mal überlegt mit einem anderen Rudel von mir wegzulaufen.
Wir haben sehr lange gebraucht um das richtige Maß von Bewegung und Kopfarbeit rauszufinden, und selbst dann hat sie Sachen zerfressen und schlimmeres. Macht es zum Teil heute noch.
Dennoch denke ich dass man als Hundebesitzer mit seinem Hund arbeiten muss, platt gesagt "ihm zeigen muss wo es lang geht" (ohne Gewalt versteht sich) und dann hat man warscheinlich nie den perfekten Hund der sich im 1-2 m bereich um einen herum läuft, immer gefallen will usw. Aber man hat vllt nen ruhigeren Hund als er es ohne Führung wäre.
In meinen Augen stecken andere Dinge so tief drin, dass man da gar nicht ran kommt im Hund egal was man versucht, und das ist ja auch gut so.

Nur wenn ein Hundebesitzer nicht das ehrliche Interesse und die reflektiertheit besitzt sich einzugestehen dass etwas falsch läuft bzw zu stolz ist um sich hilfe zu holen, dann hat er in meinen Augen sich das Problem selbst gemacht, ja.

Mir ist es aber wichtig zwischen den zwei Personengruppen zu unterscheiden. Denn von außen sieht man oft nicht, was alles probiert wird, wie die Hunde und deren Besitzer wirklich sind...


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Dabei
24 Jan 2008
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#12
Guten Morgen , als langjähriger Trainer im Hundeverein sehe ich auch diese stetige Entwicklung . Hund darf heutzutage nicht mehr in erster Linie Hund sein .Gut das bei mir erst Kinder großziehen angesagt war und danach erst die Hunde kamen .;) Auch ich erwisch mich selbst in mancher Situation , das ich meine Hunde auch das eine oder andere Mal zutexte , obwohl ich das auf dem Hupla immer predige es nicht zu tun , sondern mehr an der Körpersprache und Präsenz zu arbeiten .
Viele Menschen verbringen auch einfach zuviel Zeit mit ihrem Hund . Hört sich jetzt vielleicht blöd an , aber ich hab festgestellt das meine ganz froh sind wenn mal nix passiert und am Besten kein Zweibeiner zu Hause ist .
Denke mal diese Trendwende hat auch viel mit Netzwerken und dergleichen zu tun , man muß sich über den Hund profilieren und interessant machen , aber eben auch in der Anonymität des WWW.
Liegt vielleicht an meinem Alter das ich mich noch gut an die Zeit VORHER erinnern kann . Da wurde nämlich auf dem HUpla noch dem Trainer zugehört und nicht gleich kam , ja aber ich Inet hab ich gelesen das ...
Ich verteufel nix , ganz im Gegenteil , es hat alles seine Vorteile , aber man sollte auch immer die Augen für die Realität offen halten und seinen Hund objektiv betrachten . Durch den Hund als Kindersatz geht das vielen " Müttern" und " Vätern" nämlich verloren .
 
Dabei
3 Jan 2013
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#13
Hallo,

was für ein interessantes und wichtiges Thema.

Gundi, genau diese Gedanken und Beobachtungen kann ich nur bestätigen,

Ich blicke ja nun auf eine recht lange Hundeerfahrung zurück, habe durch die zwanzigjährige Zucht und 10 Jahre eigene Hundeschule viele Hunde aufwachsen sehen.

Die Leute fühlen sich enorm unter Druck....... der muss ja "funktionieren" darf in unserer Gesellschaft viel zu wenig einfach nur Hund sein.
Von allen Seiten wird man mit klugen Ratschlägen bombardiert, jeder weiß alles besser, Gurus mit den optimalen Methoden schießen aus dem Boden. Informationen und Ratschläge überall..... zusätzlich Ratschläge oder "Weltanschauungen" über Futter , bis hin zu reinen Glaubenskriegen oder wie ich meinen Hund medizinisch versorge oder eben nicht... u.s.w.

Das setzt Welpenkäufer bereits so unter Druck, dass eine Übertragung des Stresses schon fast vorprogrammiert ist....insbesondere bei zu spiegelnden Rassen wie z.B. dem Aussies

Hinzu kommt, wie ihr bereits richtig bemerkt habt, dass der Hund oft nicht mehr als Hund, sondern als "Lebenspartner" gesehen wird. Das kann soweit gehen, dass es schon tierschutzrelevant ist.

Ich empfehle meinen Welpenkäufern mittlerweile einfach auf ihr Bauchgefühl zu hören, mal fünfe gerade zu lassen, sich nicht verrückt machen lassen, sich trauen auch mal eine Ansage zu machen u.s.w.

Natürlich ist es für viele schwierig gegen ihr Naturell anzukämpfen, denn leider merken die Hunde natürlich auch, wenn man nicht authentisch ist, aber da drehen wir uns halt im Kreis..... für manche Menschen ist es einfach schwer........

Das sind nur ein paar Anmerkungen von mir, oben wurde ja schon vieles gesagt
 
Dabei
22 Sep 2014
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#14
Danke Gundi! Du sprichst mir vollkommen aus der Seele!

Ich rege mich -leider- regelmäßig im Bekanntenkreis oder in der Familie darüber auf, dass der Hund immer mehr zum Kind degradiert wird (ist für mich eher eine Herabstufug, weil es -leider- oft nicht zum Vorteil des Hundes passiert).

Hier mal ein paar Beispiele (ein paar hat Gundi schon genannt):

- Es werden Hundegeburtstage gefeiert. Der Hund erhält natürlich eine Torte und Partyhüte und Besitzer ist irritiert, warum man darüber lacht und sagt "Das ist doch nur ein Hund?"

- Gäste auf der Hochzeit finden es irritierend, dass man KEINE Hunde auf der Hochzeit haben möchte (der eigene war schließlich auch für 2 Tage in der Pension), weil nebenan ein Gestüt ist und Stress -freilaufender Hund und Pferde auf der Koppel- vorprogramiert wäre

- In Omas kleine Bude wird zum Geburtstag- natürlich!- der Hund mitgeschleppt, obwohl es für den Hund nur Stress bedeutet, zwischen 20 Mann auf 56 qm zu sitzen. Weil man den eigenen Hund lieber Zuhause lässt, ist man ein schlechter Hundebesitzer, weil man den Hund nicht überall hin mitschleppt

- In der Stadt sehe ich ständig gestresste Hunde, weil die Besitzer sie zum shoppen mitnehmen müssen. Nicht falsch verstehen: unser war auch schon mit in der Stadt oder im Cafe/Restaurant und ist ganz entspannt, aber man merkt, dass er Feld und Wald bevorzugen würde

- Man ist sowieso DER grausame Hundebesitzer, wenn der Hund nicht alles darf und auch mal sanktioniert wird. Ich oute mich hier jetzt mal, weil es total verpöhnt ist: mein Hund bekommt auch schon mal einen Griff ins Fell oder die Lene vor die Füße geworfen, wenn Warnung 1 und 2 nicht fruchten. Und wenn Besuch da ist, er nervt und ich erwarte, dass er auf seine Decke geht und das nicht passiert, weil Hund lieber diskutieren möchte, dann baue ich mich (BÖSE BESITZERIN!)) auch vor ihm auf und (OH GOTT!) spreche sehr streng! Da fallen hier schon so einige Bekannte mit Hund rücklings von der Couch, weil ich dann eben nicht sage "Tüdüdüüüü, Otiliiii, gehst du bitte bitte auf die Decke, weil Mamiii sonst ganz schön böse wird?" sage

- Werden die Hunde den Kindern sogar dann gleichgestellt, wenn die Besitzer kleine Kinder haben! Da sitzt der Hund nicht im Kofferraum, sondern wird auf dem Rücksitz -mittig, zwischen den Kindern- angeschnallt, weil der arme Hund doch nicht alleine im Kofferraum sitzen kann? Der Hund bekommt die gleichwertige Aufmerksamkeit wie die Kinder, wird zugestextet ohne Ende und dann wundert man sich, warum der Hund seit 5 Jahren an der Schleppleine läuft, weil er sowieso weiß, dass der Besitzer ihn nicht aus den Augen lässt und keinerlei Sanktionen drohen.

Puh. Ich merke gerade, dass mich das Thema schon reizt ;)
 
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Dabei
26 Mrz 2014
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#15
Ich kenne das auch, sehe es aber zwiegespalten...

Natürlich gibt es Leute, die es komplett übertreiben... a la Geburtstagsparty mit Hütchen und so .. :) allerdings muss ich sagen, dass unser Hund auch was zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommt -auch eingepackt-. Das ist doch irgendwie witzig :) Vor allem freuen sich die Kinder darüber... er ist ein vollwertiges Familienmitglied.
Auch schaue ich dass er nicht ständig allein bleiben muss und dass ich ihn überall hin mitnehme. Er kann total entspannt mit mir in der Stadt shoppen gehen und ist glücklich wenn er dabei sein kann.. definitiv zufriedener, als wenn er Zuhause bleiben müsste. Klar bleibt er auch mal Zuhause (überall dürfen Hunde ja nun nicht..) aber da schaue ich schon auch dass es nicht so lange ist.
Ansonsten ist er ein ganz normaler Hund, wird gekrault, beachtet, getan und gemacht.. aber nicht dauerhaft. Dadurch dass wir 5 Personen sind, wird er aber schon oft betüddelt. Er lebt einfach ganz normal das Familienleben mit...
Er ist super erzogen, ich kann ihn so gut wie überall frei laufen lassen, der Rückruf funktioniert tadellos, es gibt keine Pöbelein mit anderen Hunden o.ä .. alles TOP! Das hat natürlich auch mit konsequenter Erziehung zutun, die auch bei so einem Hund, der überall dabei ist und viel Beachtung bekommt, nicht fehlen darf... :)
Manchmal denke ich dass solche Probleme wirklich entstehen wenn der Mensch sich zu viele Gedanken macht. Echt!
Viele erziehen am Hund rum, tun und machen.. und am Ende ist es too much und es funktioniert überhaupt nichts mehr..
Das Bauchgefühl ist bei vielen Besitzern schon komplett verloren gegangen ...

Ich finde, so lange der Hund noch ein lebenswertes Hundeleben führen darf, seine Beschäftigung/Auslauf ect. bekommt, nicht ständig allein gelassen wird und jemanden hat, an dem er sich orientieren kann, ist es scheißegal, wie man sich nennt, ob nun Mama und Papa oder was auch immer.. :)
 
Dabei
15 Mai 2014
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1.005
#16
Meine Hunde kommen auch häufig mit in die Stadt, zu Freunden und in Cafes und sind dabei super entspannt, meine Freunde sind ganz traurig wenn ich sie mal nicht mitbringe. Wir haben letzten Sommer einen 3,5 wöchigen Zelturlaub in Frankreich gemacht wo sie dann wirklich überall dabei waren.
Und meine Tochter wäre richtig entgeistert wenn die Hunde zu Weihnachten und zum Geburtstag nicht auch ein Geschenk auspacken könnten. Eine Torte habe ich allerdings noch nie für sie gemacht.
Aber ich denke nicht die ganze Zeit darüber nach wie sich Hundis fühlen, ob sie evtl. irgendwo Probleme bekommen könnten, ob sie vielleicht irgenwovor Angst bekommen könnten,.. Sie kommen einfach mit. Ich habe auch zwei Kinder und habe meist auch gar keine Zeit mir so viele Gedanken zu machen.
Ich habe auch ganz viele Berichte bei facebook gesehen wo sich Hundebesitzer schon beim allerersten Silvester des Hundes wochenlang vorher Gedanken machen wie er sich wohl verhalten könnte. Manche holen sich sogar Medikamente (oder ein Thundershirt) und überlegen diese zu geben damit Hundi keine Angst bekommt. Ich denke das liegt auch viel an den sozialen Medien. Überall berichten Hundehalter von ihren Angsthunden. Bei Zaros erstem Silvester war ich noch in keiner Aussiegruppe und auch nicht bei facebook. Ich habe mir vorher nicht eine Sekunde Gedanken gemacht dass er Angst haben könnte, er war um 12 sogar kurz mit draußen. Dann dachte ich, dass ihn vielleicht doch ein verirrter Böller erwischen könnte und habe ihn wieder hineingebracht. Er hat es völlig locker weggesteckt.
Mir ist auch schon aufgefallen dass gerade bei Aussies die hibbelig und unkonzentriert sind immer gleich an die Schilddrüse gedacht wird. So viele Fälle kann es doch gar nicht geben. Praktisch jeder soll seine Hunde darauf untersuchen lassen. Ich kam mir schon richtig doof vor weil ich Naila ebenfalls untersuchen ließ da sie auch Symptome zeigt und mehrere Vollgeschwister Antikörper haben (Naila leider auch). Mal sehen...
Die Hunde sollen halt immer perfekt funktionieren, super gehorchen, sich am besten wie Maschinen so verhalten wie der Halter das möchte. Das geht doch gar nicht. Man wird auch irgendwie in eine Stresssituation hineingepresst, wird schief angeguckt wenn etwas nicht perfekt läuft, praktisch jeder Hundebesitzer geht in die Hundeschule, kaum einer traut sich noch zu es alleine zu schaffen. Es ist nicht mehr viel Natürlichkeit geblieben.
 
Dabei
7 Okt 2014
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2.095
#17
Ich überlege seit gestern, zu welcher Art Hundehalter ich mich zählen kann/muss und komme nicht wirklich zu einem Ergebnis.
Was ich grade heraus zugeben muss ist, dass ich es mit Finn echt manchmal übertreibe.
Ich beglucke diesen Hund richtiggehend und richte mein Leben doch stark nach ihm aus.
Da wird beispielsweise öfter mal nicht weggefahren, weil ich den Hund nicht alleine lassen möchte, obwohl er damit überhaupt kein Problem hätte oder ein Termin verschoben, damit der Hund seine Schilddrüsentablette auch ja pünktlich bekommt.
Da höre ich von außen dann schon, ich würde es übertreiben.
Oder wenn ich ihn kurz nach dem Fressen nicht toben lasse, einen Kaltstart vermeide, nach einem Stolperer sofort die Beine abtaste , Hundekontakt im Vorfeld unterbinde, weil ich glaube, dass es schief gehen _könnte_ , Impfungen überdenke, Kotproben abgebe, statt einfach eine Wurmkur zu geben etc.
Das sind die kleinen Dinge, auf die ich bei meinen anderen Hunden gar nicht groß geachtet habe.
Die "durften absolut Hund sein", um die wurde kein Gewese gemacht, die humpelten auch mal ein paar Tage oder hatten Durchfall und es ging nicht direkt zum Tierarzt und Vorsorge gab es auch nicht.
Geschweige denn, dass ich da einen Aufstand ums Futter gemacht hätte, was ich zu der Zeit sogar lachhaft fand, wenn ich es bei anderen Hundehaltern beobachtet habe.
Sie waren nie in der Hundeschule, hatten je ein Halsband und eine Leine und nicht eine ganze Garderobe voll und wurden auch nur alle paar Monate mal gebürstet.
Trotzdem wurden sie alt, waren nie krank, waren nett und freundlich, absolut wesensfest, liefen einfach nebenher.
Dafür waren sie aber so gut wie nicht erzogen, muss ich gestehen, denn ich hatte ja kaum Ansprüche an sie.

Dann kam Finn, zu einer Zeit, als die Anschaffung eines Hundes so ziemlich die blödeste Idee war, ich war grade erst Single, kam mit meinem Leben nicht wirklich klar, finanziell sah es bescheiden aus...Jeder hat mich für bescheuert erklärt, für mich war dieser Hund jedoch tatsächlich so ziemlich das Einzige, was ich hatte zu diesem Zeitpunkt und ich habe mich komplett nur auf ihn konzentriert.
Dementsprechend hoch waren dann auch plötzlich die Erwartungen und Ansprüche an sowohl ihn als auch mich.
Ich wollte alles richtig machen und habe doch unheimlich viel falsch gemacht.
Ich war teils zu nachsichtig in der Erziehung, teilweise zu streng, habe mir manches Mal Vorwürfe und am nächsten Tag doch wieder den gleichen Fehler gemacht.
Trotzdem ist das Ergebnis für die Voraussetzungen damals - auch objektiv betrachtet - mehr als gelungen.

Finn war für mich immer schon eine Art Projekt, ich habe mich zu 90% auf ihn konzentriert , er hatte und hat für mich einfach einen ganz anderen Status als meine anderen Hunde.
Kindersatz ist er trotzdem nicht, ich habe ein Kind und brauche nicht noch eins ;)
Partnerersatz ist er aber durchaus irgendwie.
Da wo ich früher schick angezogen händchenhaltend im Kino saß mit meinem Mann und Schnulzen geguckt habe, stehe ich heute völlig verdreckt mit meinem Hund im Wald und beobachte Eichhörnchen und werde dabei sentimentaler als bei besagten Schnulzen, weil ich einfach glücklich bin dabei :eek:
Und ich hoffe von Herzen, dass es mein Hund ebenfalls glücklich ist in diesen Momenten, obwohl ich ja genau weiß, dass Hunde "Glück" ganz anders definieren.
Von daher vermenschliche ich ihn schon irgendwie.
Der kriegt auch mal Geschenke und ich ziehe auch mal ein Gesicht, wenn er die offensichtlich doof findet.
Und ein Foto vom Geschenk gibt's auch mal , allerdings nur, wenn mir langweilig ist oder ich albern bin, nie ernsthaft nach dem Motto: "Er ist so glücklich , eine farblich passende Leine zum Halsband zu haben, ein bisschen eitel ist er ja schon" (tatsächlich so schon gelesen und für schrecklich bis hin zu beängstigend befunden).

Die Vorstellung, meinen Hund irgendwann gehen lassen zu müssen, ist für mich derart schlimm, dass ich heute schon heulen könnte dabei, obwohl er erst vier wird.
Er genießt einen Stellenwert, der für uns beide nicht gesund ist und dessen bin ich mir bewusst, so vergöttert werden sollte ein Tier einfach nicht.

Jetzt, wo bald der zweite einzieht, werde ich mir dessen auch immer mehr bewusst und ich bin ehrlich froh, dass ich meine Liebe demnächst "aufteilen" muss.
Trotzdem oder grade deshalb habe ich momentan der erste Mal im Leben den Babyblues.
Ich merke, dass ich mir diesmal bereits im Vorfeld viel zu viele Gedanken mache, statt es einfach auf mich zukommen zu lassen und die meisten Gedanken drehen sich darum, ob ich Finn wirklich einen Gefallen tue mit einem zweiten Hund und darum, ob ich nicht womöglich völlig versage.

Dabei passt diesmal alles weitaus besser als damals, der Zweithund ist in erster Linie mal mein Wunsch und mein Hund hat zu akzeptieren, dass ich ihm den vorsetze und das wird er auch, im Grunde meines Herzens bin ich mir da nämlich sicher.
Trotzdem bleibt da ein wenig Angst , ob ich nicht zu denen gehöre, die spätestens in der Pubertät heulend beim xten Trainer aufschlagen, weil sie völlig überfordert sind und ich frage mich, ob ich es diesmal nicht sogar übertrieben habe mit den Vorbereitungen.
Ich komme mir langsam vor, als würde ich mir ein völlig exotisches Tier zulegen und nicht einfach nur einen Hund, denn das bleibt er , ob der nun Aussie heißt oder nicht.;)
Und das versaut mir ein wenig die Vorfreude und mein guter Vorsatz fürs neue Jahr lautet, einfach mal Fünfe grade sein zu lassen und wieder zu genießen, statt permanent zu denken.
Mal schauen, ob ich es hinbekomme...
 
Dabei
15 Mai 2012
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#18
Hallo :)

hmm... ein schwieriges Thema... Einerseits sehe ich vieles schon so, besonders durch meine Erfahrungen im Hundeverein. Gerade bei den Welpen, wo ich als Trainerin bin, wird der kleine Knirps ohne Ende auf ein Podest gesetzt. Später wird auch gerne auf jeden Furz eingegangen "oh er guckt gelangweilt", gut gehen wir mal schnell raus. Solche Geschichten und ich denke, dass Du die auch meinst, oder Gundi?

Andererseits finde ich es auch schwierig von einem kleinen Ausschnitt direkt auf was größeres zu schließen. Ich schleife meine Hunde mit zu Oma (das Geschrei ist mir zu groß wenn sie NICHT dabei sind :D ), ich verschiebe auch Termine, damit ich mehr Zeit mit ihnen verbringen kann (und es braucht mir niemand zu erzählen, dass er das nicht auch schon so gemacht hat). Wilma war gerade mal zwei Wochen hier, dann ist sie auf die erste Party mitgekommen... Gut, wir haben nur Leute die unsere Hunde liebend gern dabei haben. Und ja, zum Geburtstag gibts was Leckeres und ein doofer Hut wird auch aufgesetzt... warum? Weil ICH es witzig finde :D. Und ganz ehrlich? Ich lasse mir auch nicht von "daher gelaufenen Hundeheiligen" einreden, dass daran irgendwas verkehrt wäre :D. Warum auch? LEBEN UND LEBEN LASSEN ist hier mein Motto :D.

Ich finde es auch schwierig zu sagen: "das ist hausgemacht"... naja, wenn man es mal genau nimmt, was nicht? :D Aber was soll der unterschwellige Vorwurf? Ja mei und wenn es so wäre, was solls? Da wird von der einen Seite Mitleid und Mitgefühl ausgesprochen, was ich nicht verkehrt finde, von der Anderen kommt das teilweise als "selber schuld", nur wem nützt das? Vor allem da wir doch alle Fehler machen, was zwar gerne betont wird, aber manchmal nichts als eine leere Floskel ist.
Manche Hunde sind einfach schwieriger als andere, das ist unbestritten, und ja, ich verstehe wenn die Halter irgendwann auch todtraurig sind, wenn von Außen häufig kommt "hättste mal", oder "das liegt an der Bindung!"... Teilweise muss man sich da ja Sachen anhören für die wir vermutlich jedem anderen Mitmenschen erstmal eine saftige Ohrfeige verpassen würden :D. Aber in der Hundewelt scheint so manche Ignoranz toleriert zu werden.

Was mich dagegen fuchsig macht ist, wenn massive Ansprüche an Hund (und auch an Halter) gestellt werden und nichts dafür getan wird, oder auch nur das eigene Denken mal reflektiert wird.
Da bin ich auch ein ganz klarer Freund von "einfach mal Hund sein lassen", nein, er ist kein Baby, kein Partner, all das ist er nicht. Er ist unser Sozialpartner, klar, aber doch bitte innerhalb seiner hündischen Möglichkeiten und Bedürfnisse. Hier denke ich, dass viele Menschen vielleicht diese Bedürfnisse nicht recht wahrnehmen können.

Letztlich denke ich, dass die Extreme schwierig für die Hunde sind. Ein Papierhut zum Geburtstag verkindlicht den Hund noch nicht so als würde man sie täglich einkleiden und Windeln anziehen, wisst ihr wie ich meine?

Wie schon weiter oben von jemandem erwähnt, es ist ein spannendes Thema mit vielen Facetten und je länger man darüber nachdenkt, desto mehr kommen einem in den Sinn :).
 
Dabei
7 Okt 2014
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#19
Rumo, ich denke, ich weiß, was du meinst.
Ich ziehe meinem Hund durchaus mal einen Hut auf, sowohl einen aus Keksen (das heißt dann halt Impulskontrolle ^^) als auch jetzt zu
Weihnachten mal einen mit Nikoläusen drauf.
Das wurde dann fotografiert und als lustige Weihnachtskarte verschickt, eben WEIL Finns Blick dabei so empört war .
Das Ganze hat zwei Minuten gedauert, ich habe herzlich gelacht, mein Hund hat danach ein Stück Wurst bekommen und keine bleibenden Schäden davon getragen.
(Btw. mussten da all meine Hunde durch *g*)
Da ich es witzig fand, habe ich das Bild auch gezeigt und bekam tatsächlich zu hören, ich hätte meinen Hund damit gedemütigt.
Ähm , Finn ist es völlig egal, ob er ne Weihnachtsmütze auf dem Kopf trägt oder beispielsweise ein Apportel im Maul, das einzige was ihn daran nervt ist das Stillhalten.;)
Andererseits gibt es natürlich Leute, die tagtäglich Bilder zeigen von ihren "eingekleideten" Hunden auf den Gassirunden.
Ich meine jetzt nicht mal die harte Version, in der grade die Amerikaner und Japaner so gut drin sind mit wirklicher Kleidung (dass das nicht normal ist, sollte wohl jedem klar sein), sondern eher die noch harmlose Variante, bei der der Halter scheinbar IMMER Sonnenbrille, Mütze, Halstuch und was weiß ich alles auf den Spaziergängen dabei hat und seinen Hund beinahe ausschließlich damit fotografiert , statt einfach mal nur "als Hund", der halt auch mal dreckig und nass und nicht ganz so ansehnlich ist.
Da frage auch ich mich dann manchmal, ob die nun wegen des Hundes spazieren gehen oder nur wegen der lustigen Bilder.
Aber auch das ist vermutlich Geschmackssache und lässt nicht unbedingt Rückschlüsse auf ein Beziehung zum Hund und schon gar nicht auf die Erziehung zu
 
Dabei
10 Sep 2012
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#20
Danke Gundi, Du sprichst mir mit vielem Aus der Seele..

Ich sehe viele Sachen sehr kritisch. Viele Hunde werden behandelt, als wären es alles kuscheltiere.
Gerade als Hundetrainer schlucke ich ganz oft.
Oft höre ich ich bin böse zu meinen Hunden... nun bei vier müssen Regeln eingehalten werden, trotzdem bin ich weit davon entfernt, top erzogene Hunde zu haben.
Auch ich habe Kosenamen für die Hunde, aber im normalen Rahmen.


Und ja, ich überlege mir nicht, wenn hier einer Schmarrn macht, dass ich beim nächsten Mal klickern muss, wenn er es lässt. Ich hab meine Hunde auch mal an der Backe und bin auch mal nicht charmant und säuselnd, denn es sind Hunde.
Trotzdem liegen sie hier auf der Couch und auf dem Sofa...
Meine Hunde haben gelernt, dass ich die Sonne in ihrem Planetensystem bin, dass sie draussen auf mich achten müssen, weil ich nicht jeden Schritt der Hunde kommentieren möchte. Ich möchte nicht wie ein Superagent alle immer im Blick haben müssen, da langt mein Rüde schon (und da habe ich eher die Umgebung im Blick).
Ich sehe viele FB Gruppen sehr kritisch, manchmal glaube ich, dass es nicht wahr sein kann, was die Leute da schreiben.
Ja ich hatte noch keinen "Wehrwelpen" und ich klicker nicht nur alles positive, meine Hunde kennen eine Box und ein "Lass das"...
Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, als ein Hund und dann die weiteren einzogen.
Heute las ich erst: Warum ein zweiter Aussie? Antwort: weil sie sind wie Kinder und sich gegenseitig erziehen und beschäftigen.....
Aha... irgendwas hab ich verpasst, denn meine Hunde habe ich erzogen...

Ich hatte viele Gespräche mit meinen Freunden, gerade weil ich viele Probleme nicht kenne... und ich habe mich immer gefragt: bin ich so anders?
Nein, die Antwort die ich hörte war schlicht und ergreifend, dass ich normal bin, die Hunde als Hunde sehe...

Wir machen hier auch Spassfotos, die Hunde dürfen leben, ich mache mir nicht jeden tag einen Plan was ich heute beim Gassi gehn erfinden könnte um den Hunden ein Abenteuer zu bieten. Wir gehn einfach Gassi, alle doof gucken, die Hunde ihre Zeitung lesen.
Wenn ich Sätze höre wie: "machst Du heute bitte ein Sitz für die Mama?" kriege ich regelmäßig Gänsehaut...

Andererseits denke ich mir dann aber, wenn die Leute so zufrieden sind, wie es läuft, lass sie leben, solange sie mich leben lassen wenn meine Hunde nicht überall dabei sind, nicht von Gabel und Löffel essen dürfen und sich einfach benehmen sollen.

Was mich stutzig macht ist die Ansage vieler Aussiebesitzer in den FB Gruppen, kein Sport, fährt den Hund zu sehr hoch, um Gottes willen keine Kinder und stundenlanges Tricks üben. Da fragt einer nach einem Aussie, man merkt der hat null Ahnung und trotzdem werden ihm sofort Welpen angeboten wie sauer Bier... rätselhafte Welt...

Jeder muss für sich seine Art und Weise finden, mit den Hunden zu leben. Solange aber Hunde als Kindersatz oder Menschen gesehen werden, wird es immer arme Hunde geben, die nach falscher Haltung oder eben in der Pubertät ihr Zuhause verlassen müssen... leider... und sehr schade für diese wunderbare Rasse...
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#21
Danke Sharuki, du hast es besser ausgedrückt als ich. Ganz genau so ist es gemeint.

Meine Hunde haben gelernt, dass ich die Sonne in ihrem Planetensystem bin, dass sie draussen auf mich achten müssen, weil ich nicht jeden Schritt der Hunde kommentieren möchte.
So sollte es sein und nicht umgekehrt ;)

Andererseits denke ich mir dann aber, wenn die Leute so zufrieden sind, wie es läuft, lass sie leben
Es soll jeder machen, wie es ihm gefällt, solange andere dadurch nicht belästigt werden.

Auf einer Messe hatte ich mal folgendes Erlebnis (und das sind so Dinge, die ich meine):
vor meinem Stand haben sich zufällig 4 oder 5 Leute getroffen mit der selben Rasse. Die Menschen kannten sich nicht, sind wegen der Hunde ins Gespräch gekommen.
Eine Hündin hatte ganz eindeutig Stress, ihr war das zu viel, das hat man deutlich gesehen. Sie hat sich immer wieder hinter ihrem Besitzer versteckt usw.
Was macht der? Zieht die Hündin jedesmal am Geschirr wieder hinter sich vor, schubst sie mit Schwung mitten zwischen die anderen Hunde und sagt jedesmal: geh doch spielen......
Absolut kein Gefühl dafür, dass es dem Hund zu viel ist, dass er es nicht will und vollkommen verständnislos a la: was hat sie denn?
 
Dabei
12 Jul 2012
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#22
Zitat von sharuki

Meine Hunde haben gelernt, dass ich die Sonne in ihrem Planetensystem bin, dass sie draussen auf mich achten müssen, weil ich nicht jeden Schritt der Hunde kommentieren möchte.
ich find es so herrlich, einfach des weges zu gehen ohne ständig gucken zu müssen was die hunde machen.

ich gehe auch öfter mit anderen spazieren, da wird der hund gerufen, das ist schon recht anstrengend. denke dann manches mal, lass sie doch mal, diese kontrolle ist doch für jeden anstrengend. klar, meine düsen auch mal vor aber sie halten von allein blick kontakt da ich auch mal einfach die richtung wechsle. der hund hat sich letztendlich an mir zu orientieren und nicht anders herum.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#23
Ich bin bei dem Thema Zwiegespalten..

Mir wird nämlich ständig vorgeworfen, ich würde zu viel Acht auf meinen Hund geben, obwohl ich es eher gegenteilig empfinde. ;)
Meines erachtens nach, hat Barney gelernt, dass mein Alltag immer anders ist und ich mir die Flexibilität auch wahre. Es gibt keine Fütterungszeit, keine Gassizeit. Es gibt nur wichtige Regeln wie - er muss sich lösen können, genug Auslastung erfahren, Futter und Wasser erhalten, nicht länger als 6 h pro Tag alleine sein und seine Ruhe haben. Das ist natürlich nur so "im Großen und Ganzen". Da kommt noch mehr dazu, wie kuscheln, kraulen, spielen etc. was sowieso stattfindet.

Barney empfindet unfassbar schnell und viel Stress. Was mir mittlerweile auch aus medizinischer & Trainer Sicht bestätigt wurde. Deshalb gestalte ich sein Leben nicht so, wie ich es mir immer vorgestellt habe, sondern so, wie es zu ihm passt. Er ist meistens in der Wohnung, im Wald, unter Hundekumpels, etc. Er muss keine Menschen mögen, er darf sie nur nicht anbellen.
Dementsprechend passe ich mich auch meinem Hund an, oder nicht? Ich habe aber eher das Gefühl, dass andere sich viel mehr ihren Hunden anpassen, da sie selbst kaum Freiraum haben und ihr Leben danach ausrichten, dem Hund alles zu geben was er braucht. Also wenn sozusagen die Flexibilität fehlt, auch mal eine halbe Stunde länger zu bleiben, als ursprünglich geplant. Oder das Fressen um Punkt 17:00 Uhr im Napf sein muss.

Mein Hund ist meistens nicht dabei, wenn ich Freunde besuche oder ausgehe, denn zu Hause fühlt er sich viel wohler.
Wenn ich weiß, dass viele Kinder zu Besuch sind, kommt er in den Teil vom Haus/der Wohnung, an dem er sich in Ruhe zurück ziehen kann und dann bitte ich die Kinder, ihn dort in Ruhe zu lassen.
Wenn Besuch da ist, welcher Barney stresst, dann grenze ich ihn ein und bringe ihn dazu sich zurück zu ziehen.
Es gibt noch viele weitere Beispiele...

Aber auf jeden Fall, darf ich mir von der ganzen Umwelt anhören, dass ich viel zu sehr auf seine Gesundheit/sein Stresslevel achte.
Dass er es lernen würde, wenn er öfter dabei ist. Dass ich ihn doch nicht zur Hundesitterin bringen soll, nur weil Bauarbeiter den ganzen Tag im Haus sind etc. pp.!
"Da muss er halt durch, mussten die Kinder früher auch".

Vielleicht würde er es lernen, vielleicht wäre es aber auch nur unnötiger Stress.
Vielleicht sind unsere Probleme (von denen man im Alltag den Barney kennt nichts spürt) hausgemacht, vielleicht auch nicht.

Für mich ist deshalb trotzdem immer die Frage, was bedeutet es denn, den Hund auf den Thron zu setzten?
Setzt ihn nicht jeder irgendwie auf einen Thron? Bzw. muss man das nicht automatisch in der schnelllebigen Welt, wenn man dem Hund ein artgerechtes Leben geben möchte?
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#24
Ich lese jetzt seit Anfang an mit und überlege mir immer wieder was vermenschlichen, den Hund auf den Thron setze, hausgemachte Probleme für mich sind und bedeuten. Ein echt schwieriges Thema ist das, einerseits weil ich merke, für mich gibt es momentan gar nicht entweder oder sondern nur ein gesamt Packet, andererseits weil ich das Thema durchaus als aktuell empfand und dann aber drauf gekommen bin das auch in meiner Jugend Hunde teilweise schon vermenschlicht wurden, es somit eigentlich ein Altes Thema ist? Ein weiterer Punkt ist das für mich die Umwelt, das Internet aber auch viele "Experten" den Hund vermenschlichen bzw eine Rolle einnehmen lassen die ihm nicht zu steht.
Wir haben uns Lassie zu gelegt, nachdem mein Mann die Kinder und mich verlassen hat. Die hauptsächliche "Aufgabe" des Hundes war Freude in unser Leben zu bringen, unsere ihm ein artgerechtes Leben zu bieten. Soweit so gut, mittlerweile klappte das auch. (Lassie hat ihren Teil immer erfüllt). Mein letzter Hund vor Lassie war seit 30 Jahren tot, aber ich wusste ich habe Hundeerfahrung, da ich ihn als Jugendlicher ausgebildet habe. Es gab genaue Regeln was der Hund darf, was nicht. Unteranderem durfte sie nicht in den ersten Stock, in die Schlafzimmer.

Ich las viele "neue" Hundebücher, und fand es leicht suspekt das der Hund nicht geschimpft werden darf. Sobald wie möglich besuchten wir eine Welpengruppe. Lassie war anfangs ein absoluter Streber. Aber laut Trainerin überforderten wir das arme Tier, hatten keine Bindung je mehr wir versuchten alles richtig zu machen, um so mehr ging schief. Lassie, außerhalb des Vereinsgeländes ein normaler Welpe, Junghund, war total gestresst in der Welpengruppe. Ich machte mir immer mehr Gedanken, der Hund rückte immer mehr in den Zenit unserer Planung. Sie wurde das Zentrum unserer Welt. Je mehr sie das Zentrum wurde, desto schlimmer wurde das Verhalten, zeitgleich kam die Pubertät.
irgendwann konnte, wollte ich nicht mehr, wechselte den Verein, und fing an nach meinen veralterten Methoden zu arbeiten, verwendete Leckerli, Spielsachen wenn ich Lust hatte, schnauzte den Hund an, wenn sie dann wirklich mal "gekrochen" kam, fand ich das o.k. da dann ja etwas vorhergegangen war, und bekam kein schlechtes Gewissen mehr. Zeitgleich fing ich an Vollzeit zu arbeiten und Lassie durfte, weil sie jetzt länger allein bleiben musste ins Schlafzimmer ein und bald auch ins Bett. Trotzdem hat sich ihre Stellung in der Familie stark verändert. Sie ist jetzt der Hund und nicht mehr die Sonne um die alle kreisen. Selbstverständlich werden ihre Bedürfnisse erfüllt. Jedoch ohne das wir uns viele Gedanken darüber machen. Fressen gibt es in der Regel nach dem wir gegessen haben. Hat jedoch keiner Lust aufzustehen, kann sie sich beschweren soviel sie will, da reagiert einfach keiner und sie muss warten. Davor haben wir genau aufgepasst das sie zu unregelmäßigen Zeiten etwas bekommt, das sie davor zu warten hat, das sie ja nicht winselt.... .
Heute ist es relaxt, manchmal bekommt sie auch etwas wenn sie uns daran erinnert das sie Hunger hat. Lassie ist ein recht normaler Aussie, andere sagen extrem liebenswürdig, sehr stürmisch wenn sie jemanden mag, auch distanzlos. Jemand Fremden begegnet sie neutral, neugierig aber auf keinen Fall distanzlos. Lassie hat einen akzeptablen Grundgehorsam der allerdings durchaus hinterfragt wird. Wir haben eine sehr gute Bindung und ich hatte noch nie so einen kuscheligen Hund der sosehr auf Körperkontakt aus ist.

Die Frage ist vermenschliche ich Lassie jetzt wo sie im Bett schlafen darf, oder damals als sich alles nur noch um sie drehte. Dieses ständige denken, hat Probleme geschaffen, die eigentlich erstmal keine waren sondern erst dadurch wurden. Waren, sind die Probleme hausgemacht? Ein eindeutiges Ja. Sei es durch Trainer die die Tiere auf hohe Sockel stellten, aber auch durch meine Unsicherheit die ich auf den Hund übertrug.
Ich fand es affig dem Hund einen Adventskalender zu basteln oder ein Weihnachtsgeschenk einzupacken, einfach weil ein Tier den Sinn von Weihnachten nicht versteht. Es gab trotzdem an Weihnachten außer gewöhnliches Fressen weil auch die Tier beim der Geburt dabei waren. Ich glaube nicht das der Hund dadurch vermenschlicht wird, weil er einen Adventskalender bekommt, Weihnachtsgeschenke solange wir es für uns machen. Weil wir Spaß dabei haben, weil es uns Freude bereitet.
Bedenklicher finde ich es, wenn sich das Ganze Denken um den Hund dreht. Ich habe den Eindruck das dann der Hund eine Stellung einnimmt die ihm nicht gut tut. Unsere Hunde sind nun mal gut im lesen unserer Gefühle, und im interpretieren. Nun ist es natürlich auch leichter gesagt als getan, den Hund nicht in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Er ist ein toller Begleiter der viel Halt bei Einsamkeit, Isolierung und anderen Begebenheiten gibt. Der Hund ist uns viel Wert, und da kommen wir zu früher. Eigentlich habe ich gedacht es ist ein Phänomen unserer Zeit, aber ich habe mich erinnert das eine Großtante von mir einen Spitzt hatte, der Kinder haste und total verzogen war. Dieser Hund war Kindersatz. Und eine andere Großtante hatte bestimmt 6 oder 7 Hunde, sie war Schäferin, trotzdem durfte einer ins Haus und war Partnerersatz. Allerdings blieb dieser trotzdem Hund, er oder sie war Rudelchef und arbeitete an den Schafen.
Was ist jetzt Vermenschlichung, wann ist sie schädlich, wann nicht? Ist es ein Problem unserer Zeit, oder ist unsere Zeit nur verantwortlich dafür das es vermehrt auftritt? Vermenschlichen nicht auch die Medien, und die Verantwortlichen oft die Tiere? Alles Fragen auf die ich momentan keine Eindeutige Antwort finde.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#25
Ich habe auch noch eine weitere Ergänzung:

Das Paradebeispiel von vermenschlichung ist für mich nicht, eine Mütze aufziehen oder zum Spaß Geschenke einpacken, sondern vielmehr Sätze die beginnen mit:
"überleg dir mal, wie das wäre wenn..."

"... du nur 1 oder 2 x am Tag essen dürftest"
Weil Leute argumentieren, weshalb unbedingt 3x und zu festen Zeiten gefüttert werden muss, ansonsten leidet der Hund höllenqualen.

"... du nicht frei rennen dürftest"
Weil mein Hund sich eventuell mal nicht so benehmen weiß und an die Leine muss, währrend alle anderen spielen.

"... du nicht mit anderen Spielen oder Hallo sagen dürftest"
Weil eventuell die Hunde an der Leine sind oder mein Hund den Macker macht und ich einer Begegnung deshalb dankend ablehne.

"... du nur alle 6 h auf die Toilette könntest"
Weil ich eine Freundin darauf angesprochen habe, dass man den Hund doch nicht alle Stunde auf die Wiese bringen kann/muss und dieser sicht oft an die Tür stellt um entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten (keine Blasenschwäche oder sonstiges).

"... du kein Geschenk zu Weihnachten bekommen würdest"
Weil ich meinem Hund nichts einpacke, da er darin kein Wert sieht.

"... du alleine auf dem Boden schlafen müsstest"
Als Argument dafür, weshalb der Hund ist Bett sollte.

Denn genau diese Sätze führen oft dazu, dass es nur wenige Regeln im "Rudel" gibt.
Den Hund ein Hund sein lassen, finde ich genauso falsch, wie den Hund komplett zu vermenschlichen bzw. mit dem Menschen auf eine Ebene zu stellen.
Zu einem gewissen Grad darf der Hund nur dann Hund sein, wenn er sich dementsprechend in unserer Gesellschaft anpasst.
Er darf nicht bzw. nur stark eingeschränkt jagen, sein Revier verteidigen, etc.

Alles in allem, soll der Hund ein Begleiter sein. Nur eben ein hündischer Begleiter.
Das Problem liegt doch vor allem darin, dass die Menschen - wie auch die Kindererziehung oftmals zeigt - nicht mehr bereit sind Grenzen zu setzten und eine Bindung aufzubauen, welche nicht nur und immer positiv und harmonisch ist.
 
Dabei
14 Dez 2016
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#26
Alles in allem, soll der Hund ein Begleiter sein. Nur eben ein hündischer Begleiter.
Das Problem liegt doch vor allem darin, dass die Menschen - wie auch die Kindererziehung oftmals zeigt - nicht mehr bereit sind Grenzen zu setzten und eine Bindung aufzubauen, welche nicht nur und immer positiv und harmonisch ist.
Da stimme ich 100% zu. Manchen Menschen fällt es schwer negative Seiten einer Beziehung auszuhalten.

Was meinst du damit, es sei genauso falsch den Hund Hund sein zu lassen wie ihn zu sehr zu vermenschlichen? :)
 
Dabei
7 Nov 2013
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#27
Stimmt, das war falsch ausgedrückt.

Ich meinte damit, dass der Hund nicht immer Hund sein kann bzw. In jedem Umfeld. Und manche rechtfertigen wenige Regeln in der Erziehung über diesen Satz. Zum Beispiel wenn der Hund jagen geht oder ähnliches. "Lass ihn doch einfach Hund sein". Nein tue ich nicht, weil das nicht in Ordnung ist in dem Fall. Wenn sich zwei Hunde aber nicht mögen, ist das okay. Weil Hunde müssen das nicht einfach. In dem Fall darf der Hund auch hund sein und muss sich nicht mit jedem verstehen.
So meinte ich das.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#29
Wenn ich so an Früher denke, meine Kindheit, dann hatten wir jede Menge Tiere. Hunde, Katzen, Kanninchen, Vögel, Meerschweinchen, Hamster, etc. Um keines dieser Tiere wurde soviel Geschiss gemacht wie ich es bei meinen Katzen und dem Hund mache. Da gab's keine Schule, Bücher, Trainer, Foren, TV Shows, Spezialfutter usw. Die Kanninchen wurden geschlachtet, die Katze hat das Winterfutter Mäusefrei gehalten, der Hund war halt da. Vögel und Fische waren das Hobby meines Vaters, die kleinen Nager gehörten uns Kindern. Das war halt so.
Als ich meinen ersten Hamster bekam, hab ich vorher n Welpenratgeber für Hunde gelesen und in der Zoohandlung gedacht: was bei Hunden stimmt, kann bei Hamstern nicht falsch sein. Der Welpenratgeber von damals ist nicht mit denen von heute zu vergleichen. Da stand drin suchen sie sich den dicksten und muntersten aus dem Wurf aus. Das sollte für gute Gesundheit bürgen. Nix von Charaktereigenschaften usw. Angewandt auf den Hamsterkauf, führte das übrigens dazu dass ich einen schwangeren Hamster kaufte. Das Buch hatte ich wahrscheinlich aus der Schulbibliothek.
Meine ganze Familie könnte man wohl als Tierlieb bezeichnen. Trotzdem war es anders als heute.
Der Bezug zu Tieren hat sich geändert. Clickern? Hä? Wat soll dar denn sein? Maximal wurde dem Hund ein Kunststückchen bei gebracht. Der Katze? Dat geht doch garnicht. Der Nymphensittich konnte Lieder pfeifen, aber wohl nur weil er sehr talentiert war, nicht weil jemand große Mühe darauf verwandt hätte es ihm bei zu bringen.

Hätte ich heute einen Hamster (oder anderen Nager) ich würde wohl abgefahrene Käfig, Höhlen, Kletter Dinger bauen.
obwohl ich anders aufgewachsen bin, clickere ich mit den Katzen, erziehe den Hund, bin im Verein, gehe zum Hundeplatz macht Hundrsport. Die Katzen habe ich für mein Seelenheil, der Hund ist mein Hobby geworden.

Bei der Energie die ich auf meine Tiere verwende halte ich mich dennoch für moderat engagiert. Klar ich habe auch alles mir mögliche getan um meine Problene mit Paula in den Griff zu bekommen. Trotzdem bleibt der Hund der Hund, die Katzen bleiben die Katzen. Es gibt keine Geburtstagsgeschenke und ich bin auch nicht die Mama. Ich habe nicht zig Leinen und Halsbänder, finde unser Pippilotta Halstuch trotzdem süß. Ich backe keine "Kuchen" für meine Tiere, habe trotzdem Spaß am Weihnachtswichteln usw.

Ich gehöre auch zu denen die viel hier im Forum geschrieben haben. Und sicher sind ein Teil der Probleme die wir hatten hausgemacht, weil ich nicht genügend Erfahrung für diesen Hund mitbrachte. Allerdings war ich in der Lage Probleme zu erkennen und Willens Wege zu suchen, diese zu lösen.

Was Gundi beschreibt, beobachte ich auch. Der Hund hat ein Geschirr mit Swarowski Kristallen, kann Mama Küsschen geben, benimmt sich aber wie offene Hose und kommt nie von der Leine.

Einerseits beschäftigt man sich bewusster mit dem Tier heutzutage andererseits scheint die Hilflosigkeit dabei gestiegen.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#30
Sehr wahr!
Wobei ich grade nach meinem Umzug irgendwie genau das andere Extrem erlebe und nicht weiß, ob ich das besser finde.
Wir wohnen jetzt in einem winzigen Dorf, in dem jeder Zweite einen oder zwei Hunde hat .
Die komplett sich selbst überlassen werden.
Entweder sind Sie im Garten und bellen ununterbrochen oder Sie laufen ungesichert im Dorf rum, teils vor den Autos her und belästigen einen oder aber man sieht sie allenfalls mal kurz zum Geschäft machen.
Um uns herum ist Natur pur und ungelogen geht hier niemand außer mir mit seinen Hunden spazieren, wir haben den Wald und den Fluss für uns allein (worüber ich mich auch gar nicht beschweren will).
Keiner dieser Hunde hat großartig Erziehung genossen, die wenigen Gespräche, die ich bislang mit Anwohnern geführt habe, drehten sich allesamt um meine Hunde.
Boah, die hören aber gut!
Wo sind denn die Hunde, man hört die ja nie?
Warum bellen die denn nie?
Die sind aber freundlich!
Alles im Tonfall des größten Erstaunens bei Dingen, die mir völlig normal erscheinen.
Und dabei habe ich es die letzten Wochen wirklich etwas schleifen lassen und meine Zwei sortieren sich grade durch den Umzug nochmal neu und haben durchaus schon mal Bohnen in den Ohren und hinterfragen öfter mal.
Ich werde angeguckt wie ein Auto, weil ich trotz Garten täglich mindestens eine lange Runde drehe, auch mal bepackt mit Dummy und Spielzeug und als ich ein paar Übungen gemacht habe am Grundstück, hatte ich sofort Zuschauer .
Für die "Dörfler" hier ist das scheinbar etwas völlig Neues.
Anders bei den zugezogenen Leuten, die Hunde haben.
Die ticken anders, aber irgendwie auch nicht richtig.
Direkt angrenzend sind eine Woche nach uns zwei Dobermänner eingezogen, Brüder, beide viel zu fett, gehen auf andere Hunde, Autos, Kinder... Werden einzeln täglich 3 bis 4x 10 Minuten an der Flexibel spazieren geführt und heulen ununterbrochen, wenn sie alleine sind.
Die Halterin hat ganz nebenbei erzählt, dass sie beide zusammen nicht halten kann und die eigentlich Maulkorb tragen müssten, aber sie will nicht, dass sie böse aussehen , wo sie doch "nur" keine anderen Hunde und Kinder mögen.
Wenn die wie von Sinnen an meinem Zaun hochgehen und Frauchen wieder mal von den Füßen holen, heißt es lediglich säuselnd :"Nicht die Hunde ärgern".
Das wird scheinbar als völlig normal empfunden, wenn die 50 Kilo "Babys " ausrasten.
Großes Entsetzen, als Finn beim zurück pöbeln von mir einen Anschiss bekommen hat .
Und völliges Unverständnis der Kleinhundbesitzer auf der anderen Seite, als ich einen Sichtschutz gezogen habe, weil mir das ständige, hysterische Kläffen, sobald meine Hunde gesichtet wurden, auf den Sack ging.

Im Großen und Ganzen finde ich meinen Umgang mit Hunden neuerdings normal, trotz dass ich meine Zwei viel zu oft analysieren und auch gern mal in Watte packe
 

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