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Immer mehr "Problemaussies"?

Dabei
1 Okt 2012
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#31
@ Alias
Ich denke auch, dass die Besitzer in den meisten Fällen selbst Schuld für die Verhaltensauffälligkeiten bei ihren Hunden sind.
Am schlimmsten finde ich ja die Leute, welche sich einfach einen Aussie kaufen wollen, weil er schön aussieht.
Denn was nützt einem ein schöner Hund, wenn er später durch Unwissenheit seiner Besitzer zum "Problemhund" gemacht wird und er nicht in das Leben von einem passt?
Da nehme ich doch lieber den Hund, welcher mir vielleicht optisch nicht so gut gefällt aber das Wesen passt.
Manchmal verstehe ich echt nicht, was die Leute sich dabei denken einfach mal so einen Hund zu kaufen ohne von der Rasse überhaupt Ahnung zu haben.
(Ich habe schon Aussiehalter getroffen, die mir erzählt haben, dass sie "züchten" - wohl eher vermehren - wollen und komisch geguckt haben, als ich etwas von MDR1, PRA, CEA etc. erzählt habe. Außerdem war die Hündin noch nicht mal geröntgt und oh, was ist denn eigentlich OCD?? Echt schrecklich.)
Genau so gut verstehe ich einige Leute nicht, die das Verhalten eines Hundes am Äußerem festlegen. Ich habe schon oft genug Leute getroffen , die gesagt haben "Der ist doch bestimmt ganz lieb, er sieht ja schließlich auch so niedlich aus." Geht´s noch? :confused:
(Simba ist natürlich lieb, trotzdem kann man es am Aussehen nicht festmachen)

[OT]Mal zu dem Satz "Früher hatte die Jugend noch Anstand".
Bei uns gibt es sehr viele ältere Leute, die sich viel schlimmer benehmen als Jugendliche. Sie drängeln überall vor, laufen über die Straße, wann sie lustig sind und nehmen eigentlich gar keine Rücksicht auf andere. Da finde ich , dass die Jugendlichen hier bei uns mehr Anstand haben als die älteren. :D Natürlich ist das nicht auf alle bezogen, nur auf einige in unserer Umgebung. Ich weiß ja nicht, ob das nur bei uns so "schlimm" ist??[/OT]
 

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Dabei
8 Okt 2013
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#32
Also ich kann Euch nur mal berichten, wie es bei unserem ersten Hund und Welpen war. Jeder der uns gesehen hat, hat gleich gesagt: Oh, ein Dalmi, der braucht aber vieeel Bewegung!
Ich als frischgebackene Ersthundebesitzerin hab mich selber da sehr unter Druck gesetz, denn ich wollte einen zufriedenen Hund haben. Ich bin dann mit dem Welpen ganz viel raus, viel zu viel. Wenn ich jetzt daran denke, bin ich froh, dass meine Velez mir das nie übelgenommen hat und sie trotzdem ein ausgeglichenen Hund geworden ist.

Wenn ich mir das ansehe wie die Leute reagieren, wenn man mit einem Aussie kommt, wundert es mich nicht, wenn sich da einige unterdruckgesetzt fühlen, wenn es heißt der muß dauernd arbeiten. Wenn man den Welpen dann auch gleich so fordert , dann hat man wohl auch schnell einen Problemhund.

Desweiteren scheint der Aussie ein Modehund zusein (bei uns irgentwie nicht so), da gibt es natürlich auch einige Besitzer, die vielleicht wirklich nicht zum Aussie passen.
Und es gibt bestimmt auch so einige Vermehrer, deren Hunde bestimmt auch nicht den besten Start ins Leben haben.
Desweitern denke ich auch, dass es immer mehr Leute gibt, die sich über das Internet Hilfe suchen (die Aktivitäten im Internet nehmen doch allgemein zu).

Und mal zum thema Nothunde:
Ich finde dafür, dass es so viele Aussies geben soll, finde ich die zuvermittelden Tier noch nicht so extrem viel-klar jeder Hund der kein zu hause hat ist einer zu viel!!! Ich kann es jetzt nur mit den Dalmatinern vergleichen, da finde ich,dass es viel mehr Nothunde gibt. Viele die auch aus den Südländern kommen, dass ist mir beim Aussie noch nicht so aufgefallen.
Und der Dalmatiner ist zur Zeit kein Modehund.

Vielleicht irre ich mich auch, aber das sind so meine Beobachtungen.
Ich denke, man darf auch nicht vergessen das Dalmis nie aus der Mode sind ;) und es leider viel mehr Probleme gibt bei ihnen, als bei Aussies. Merle/Merle Verpaarungen sind nachweislich schädlich für die Welpen, ein tauber Dalmi kann auch bei hörenden Elternteilen fallen. Noch dazu sind Dalmis in der Regel etwas dickköpfiger, sollten früher sogar misstrauischer sein da Kutschbegleithund, als Aussies, sprich, man muss ggf mit einem versauten Dalmi mehr/intensiver arbeiten. Nur so ein Gedanke dazu ;)
 

Stephanie

Korinthenkacker
Dabei
13 Feb 2010
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#33
Mit dem Rütter ist die Haltung eines gut erzogenen Hundes in Deutschland in Style geworden und der Aussie ein *must have*.
Den Rest hat Hudson schon sehr gut beschrieben.

In der Züchtergruppe wird sich übrigens seit gestern darüber aufgeregt, dass öffentlich in Foren geschrieben wird, dass der Aussie *kein kinderlieber Familienhund* ist :D Hatte mich dann mal als Schreiber solcher Beiträge geoutet ;)
 
Dabei
11 Nov 2012
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#34
Solange kinderlieb und Familienhund nicht genetisch fixiert ist, weiss ich nicht, wie man einem Hund dieses Praedikat aufdruecken kann. ;)
Und auch hohe oder niedrige Reizschwelle haben meiner Meinung nach, damit nicht soo viel zu tun.

LG
 

Stephanie

Korinthenkacker
Dabei
13 Feb 2010
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#35
Ja, es wird gerne vergessen, dass man das Paket *Familienhund* sowieso erst nach 2 bis 3 Jahren hat, und davor erst ein Baby und dann einen pubertierenden Lümmel ;) (mit Hündinnen kenne ich mich nicht aus ).
 
Dabei
3 Jan 2013
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#36
Viele Faktoren wurden hier schon beschrieben @ HUDSON.!!! Sehr guter Text
Einige meiner Beobachtungen sind............

-es werden einfach keine klaren Grenzen mehr gesetzt
- große Verunsicherung, bei der Vielzahl der "Flüsterer und Gurus"
- 1000Methoden...die angeblich die einzig wahren sind um Welpen/Hunde zu erziehen
- Leute setzen sich viel zu viel selber unter Druck
- das immer noch rumgeistert, man müsste einen Hund (insbesondere Hütehund) rund um die Uhr bespaßen, und dann nochmit aufpuschenden Spielen
- auch das Gegenteil natürlich....zu glauben ein Hund läuft ohne Erziehung/Beschäftigung so einfach als netter Familienhund mit
- Aussies spiegeln solche Unsicherheiten extrem
- leider gibt es aber auch tatsächlich einige Aussies, die schon Auffälligkeiten durch Zucht (Genetik)mitbringen, in der einfach zu wenig auf Charakter und Wesenstärke gelegt wird

Das sind nur einige Punkte die mir dazu einfallen, diese vermischen sich natürlich oft
 
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*Loki*

Lokimotive
Dabei
16 Mai 2011
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#37
Hudsons Beitrag finde ich auch genial!!! Vielen Dank dafür!!!!! :)

Ich bringe noch eine andere Sache rein, die ich gerade erlebe:

1. Szene:
"Wieso kommt er bei dir und bei mir nicht?"
"Ich rufe ihn immer, wenn er sowieso gerade auf mich zu fetzt!"
"Aber er soll doch draußen auch zu mir kommen, wenn ich ihn rufe!"
"Ja, natürlich! SPÄTER, wenn er das Kommando positiv verknüpft hat!"
Völlige Fehleinschätzung der Lernfähigkeit und des Lernfortschritts des Welpen (nach einer Woche!!!!).

2. Szene (viel schlimmer):
"Ich will das nicht mit Leckerlis machen!"
"Wieso denn nicht? Du siehst doch, dass es ohne nicht geht."
"Der soll das FÜR MICH machen, weil ICH das will und ich will ihn nicht immer erst vorher bestechen."
"Das ist keine Bestechung, das ist Belohnung. Und später kann er das auch ohne - siehst du doch an Loki."
"Ich will keinen verfressenen Hund, der für ALLES ein Leckerchen braucht."
"Naja, irgendwie musst du ihn ja dazu bringen, dass er einen Sinn darin sieht etwas zu tun. SEINE Bedürfnisse befriedigen! Ob das nun über Triebbefriedigung, Futter oder Stimme geht ist doch völlig egal. Ihr habt euch halt ne Rasse ausgesucht, die ALLES für Futter macht, also arbeitet ihr erstmal viel über's Futter."
"... hätte ich das gewusst, hätten wir keinen Labrador ..."

Als würde ein Hund etwas FÜR MICH machen bzw. unterlassen!!!!!!! Ich gebe mich auch immer gerne dieser Illusion hin, dass Loki alles nur macht, weil er mich so lieb hat und ich bin mir sicher, dass hat er sogar auf Hundeart. Aber: 1. er macht auch vieles ganz toll bei anderen, die er "weniger doll liebhat" und 2. arbeitet er mit Feuereifer, wenn's um's clickern geht, weil's da was zu futtern gibt. Ganz einfach! :) (Kommentar dazu: "Ach, der CLICK ist nicht Belohnung genug?? - und kurz später "Wieso versteht meiner das nicht, der sieht das doch bei Loki.")
Der Hund wird wie ein Mensch behandelt, was den armen Hund echt blöd dastehen lässt! Dabei macht sich der kleine Schatz bisher seeeehr gut! <3
 
Dabei
30 Jul 2013
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#38
Huch da hab ich ja einen interessanten Thread verpasst. :)

Also erstmal gebe ich Sindy recht. Es hängt nicht nur am Züchter. Hazel und Neelix sind vom Gemüt her sehr unterschiedlich. Das war aber von Anfang an, auch schon bei der Züchterin, klar so zu erkennen. Aber auch menschliche Geschwister sind ja oft mehr als unterschiedlich. :)

Ich glaube, als Erstaussiebesitzer ist man halt oft schon sensibler für Situationen, aus denen mal Probleme erwachsen könnten. Eben WEIL man die ganzen Horrorgeschichten über Problemaussies kennt. Und wenn man dann schon in einem Forum wie hier angemeldet ist, möchte man sich dann auch prompt darüber austauschen.
Mir geht es auf jeden Fall so.
Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass Hazel in bestimmten Situationen wieder unsicherer reagiert und dann auch bellt.
Dann wollte ich gleich wissen, ob andere ähnliche Erfahrungen in dem Alter gemacht und vllt Tipps haben. Hab dann hier in einem Thread darüber berichtet.
Ich glaube nicht, dass Hazel deswegen jetzt ein Problemaussie ist oder werden wird. Sie hat halt gerade ne unsichere Phase und entdeckt wahrscheinlich auch langsam ihren Schutztrieb. Eigentlich weiß ich, wie ich damit umgehen muss, aber es hilft trotzdem es hier raus zu lassen. Und vor allem zu hören, jaaaaa wir hatten die "Probleme" auch.
Oder unser Rückschritt vor ein paar Wochen beim Alleinebleiben. An dem Tag hab ich gedacht, das wird so schnell nicht wieder und war verzweifelt. Ein paar Wochen später ist alles wieder gegessen und vergessen.

Was ich sagen will: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich glaube, dass sich GERADE die Welpenprobleme hier oft dramatischer lesen, als sie wirklich sind. Das Schreckgespenst Problemaussie spielt den Leuten da gehörig mit rein.
Dass ein Welpe aufdreht, mal was kaputt macht, mal zwickt, mal bellt, sind alles völlig normale Dinge. Ein bisschen Konsequenz und Bauchgefühl und die Dinge werden sich von allein regeln.
Ich glaube, es gibt nicht mehr Problemwelpen, sondern nur Menschen, die sich mehr, häufig zu viele, Gedanken machen. Da nehme ich mich nicht raus. :)

Deswegen muss ich leider sagen, dass dieser Thread hier für die Leute, die gerade verzweifelt sind, weil sie "Probleme" mit ihrem Welpen haben, nicht besonders hilfreich ist.
Hier pauschal jedem aufgedrehtem, zwickendem Welpen zu unterstellen, er werde mal ein Problemaussie, weil seine Ersthundebesitzer es ja sowieso nicht in den Griff bekommen, hilft den Leuten nicht weiter.
Ich fürchte, viele neue Foris werden nun Hemmungen haben über ihre großen und kleinen Probleme des Alltags zu berichten. Ich weiß, das wollte hier wahrscheinlich keiner erreichen, aber bei einigen Foris vermisst man leider manchmal ein bisschen Empathie. Jeder hatte mal seinen ersten Aussie. Dass man nach fünf Jahren nicht mehr weißt, worüber man sich damals alles den Kopf zerbrochen hat, ist mir völlig klar. Aber vllt sollten einige mal versuchen, sich daran wieder zu erinnern und nicht gleich das Weltuntergangsszenario der Rasse Aussie malen.
Das beziehe ich jetzt übrigens nicht nur auf diesen Thread. Diese Art ist mir hier in den letzten Wochen häufiger aufgefallen, oft nur lesbar zwischen den Zeilen. Nein nicht in meinen Threads. :)
 
Dabei
18 Mrz 2012
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#39
[OT] Niemand unterstellt hier irgendjemandem irgendwas, das habe ich auch von Anfang an klar gesagt, dass das weder Absicht noch Sinn dieses Threads ist. Schon gar nicht unterstellt dieser Thread den entsprechenden Welpen, sie würden Problemhunde werden. Ich meine mit Probemaussies keineswegs hier nur die erwachsenen wirklich extremen Fälle, die extrem schwer händelbar sind und hatte eigentlich am Anfang sehr ausführlich beschrieben, worauf ich mich beziehe, auf welche Art von Problem(chen). Der Ausdruck "Problemaussie" bezieht sich gleichermaßen auf auf Welpen und erwachsene Hunde und steht bewusst in Anführungszeichen, um zu verdeutlichen, dass es ein subjektives Empfinden ist und sorry- gerade die Welpenbesitzer, die ihre PRobleme mit ihrem Welpen hier so beschreiben, sagen damit selber aus, dass der Welpe FÜR SIE IM MOMENT ein PRoblemhund ist. Ob das tatächlich so ist, sei dahingestellt, oder ob es so schlimm ist, dass der Hund eben im Welpenalter mal diese Probleme macht, das sagt doch hier gar keiner. Es geht lediglich darum, herauszufinden, woran es liegen könnte, dass diese Art von Problemen häufiger auftaucht. Damit wird niemand an den PRanger gestellt oder ähnliches. Wir haben alle hier schon Threads zu einem Problem eröffnet, darum geht es doch gar nicht, auch nicht darum, dass ein Hund mal ne Phase hat, in der er bellt. Man muss auch mal etwas differenzieren können und nicht immer gleich auf sich beziehen, bzw. als Beleidigung o.ä. auffassen. [/OT]

@Petra: Das mit den Grenzen seh ich auch als großes PRoblem. Der Unterschied zwischen denen, die Grenzen kennen und denen, die diese nicht kennen, ist gravierend. Keine Grenzen deutlich gesetzt zu bekommen, wirkt sich da extrem negativ aus. Vielleicht haben viele ne Hemmschwelle, bei so nem kleinen "Baby" mal deutlich zu werden, vor allem, wo heute jeder schreit "Erziehung darf NUR über Belohnung gehen, niemals über Bestrafung". Da ist man natürlich schnell verunsichert, ob man seinem Hund auch mal ne klare Ansage machen darf, wenn er einen (was als Welpe völlig normal ist) in die Hand zwickt
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
30 Jul 2013
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#40
Anna, ich hab mich weder beleidigt gefühlt, noch hab ich das überhaupt auf mich bezogen. Hazel zwickt ja auch gar nicht. ;)
Nein Spaß beiseite, meine persönlichen Beispiele hab ich nur eingebracht, um zu verdeutlichen, warum hier vermehrt Problemberichte auftauchen, meiner Meinung nach. Nämlich weil man sich selbst einfach zu schnell Gedanken macht über völlig normale Dinge. Ich wollte eine persönliche Sichtweise mit einbringen, gerade weil ich glaube, dass diese Sichtweise hier manchen Foris abgeht.

Natürlich wurde hier niemand an den Pranger gestellt. Ich meine nur, dass es die Leute einschüchtern kann, wenn man so gar nicht mehr daran denkt, dass man selber auch mal große und kleine Probleme hatte. Damit wollte ich hier bestimmt niemandem zu nahetreten und dir schon gar nicht. Nur da mir das in den letzten Wochen schon häufiger aufgefallen ist, habe ich diese Stelle mal genutzt um es zu äußern. Es muss sich auch jetzt keiner beleidigt fühlen. Also alles gut. :)
 

*Loki*

Lokimotive
Dabei
16 Mai 2011
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#41
Jasmin, ich hatte auch mehr oder weniger kleine Probleme, habe auch seeeehr viel Unterstützung erfahren .... :)
Und dafür sind wir ja auch da!!!!! Wenn ich was schreibe oder sage, dann erwarte ich aber auch eine gewisse Auseinandersetzung mit meinen Worten. Nicht , das ich alles wüsste (das weiß ich nämlich definitiv nicht!), aber mir tut es in der Seele weh, wenn ich mir Gedanken mache und dann gesagt wird "will ich nicht", " kann ich nicht", "keine Zeit/Lust", etc.
Problemhunde werden eben nicht geboren ....
:(
 
Dabei
11 Nov 2012
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#42
ich oute mich mal als unerfahrener Erstaussiebesitzer, dem der Hund beinah entglitten wäre.
Mein Bela ist ein toller Hund, er war mein erster eigener Hund überhaupt. Vor ihm hatten wir eine Pflegehündin (auch Aussie), die einfach PERFEKT war, und sowas wollte ich auch. Also Züchter gesucht (ohne Ahnung von Zucht zu haben, mir war nur wichtig, dass die Welpen Papiere bekommen und die Eltern ausgewertet sind) und Welpe nach Optik ausgesucht. Die Welpenzeit ging noch ganz gut, aber als der Schnösel so langsam geschlechtsreif wurde, gingen die Probleme los - und wurden von Monat zu Monat größer und ich wurde zunehmend verzweifelter.... Es hat lange gedauert, bis ich den Hund verstanden hab, mittlerweile ist (fast) alles gut zwischen uns (er wird 6 im Februar). Es hat sich aber auch einiges getan, an meinen Lebensumständen und an meinen Erwartungen an den Hund. Trotzdem hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, ich schaffe es nicht. Ich habe nie wirklich daran gedacht, ihn abzugeben, aber ich wollte fast aufgeben. Dann trat eine Person in mein Leben, die meinen Kopf gewaschen hat und von da an ging es bergauf (du weißt, wieviel ich dir zu verdanken habe!). Das ist über 4 Jahre her. Jetzt wohnt hier seit einem Jahr Aussie Nr. 2. :)

Das zentrale Problem bei mir und meinem ersten Hund war (und ich denke, das ist es in den allermeisten Fällen), dass ich völlig falsche Erwartungen an den Hund hatte! Alles drehte (und dreht) sich nur darum. WAS erwarte ich von meinem Hund? Und WAS kann er überhaupt leisten? Was kann ich dafür tun, welche Rolle spielt meine eigene Selbstwahrnehmung?

Jetzt bei Hund Nr. 2 muss ich mich daran auch wieder oft selber erinnern und mir diese Fragen stellen. Aber durch meine Erfahrung mit einem nicht einfachen Ersthund komme ich schneller wieder "aufs richtige Gleis".
 
Dabei
7 Okt 2013
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#44
Sehr interessanter, ausführlicher Bericht über den Aussie und auch, wie ich finde, sehr kritisch.
 
Dabei
27 Jun 2013
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#45
Hallo, gerne würde ich auch meinen Senf dazu steuern...
Wir haben nun seit 10 Monaten auch einen Aussi... und ich habe auch ein echt ruhigen *erwischt* wird mir von anderen Aussi Besitzern immer gepredigt.
Was für Tricks kann der denn schon.. und wenn ich dann sage:,, ohh sitz, platz, hier und bleib ". Dann kommen immer große Augen " wie mehr noch nicht " ??

Ich bin auch erst Aussi Besitzer. ich hatte vorher immer nur "Jagdhunde" . Wollte aber genau das nicht mehr... also als Welpen. Wir haben ja auch noch 2 Jagdhunde. Die brauchen meiner Meinung nach nicht viel mehr Bewegung und auch nicht mehr oder weniger Aufmerksamkeit raus müssen alle.


Aber das größte Problem ist einfach das alles, das ganze Leben, einfach anders geworden ist.
Ich arbeite mit Grundschulkindern und würde mich so freuen wenn die Eltern sich das ein oder andere Mal in einem Forum "HILFE" holen würden.

Mit dem Hund wird in die Huschu gegangen, es wird ein personal Trainer eingeladen damit der Hund funktioniert...
Aber die Zeit ist einfach weniger geworden. Egal ob für den Hund oder für das Kind.
Man setzt sich selber so unter Druck, das am Ende irgendwas entgleitet...

Also die viel zahl der Eltern können sich heute nicht bei ihren Kindern durchsetzten, es gibt heute einfach keine Regeln mehr.
Und das gleiche ist es meiner Meinung nach auch bei den Hunden.

Ich bin hier auch mehr der Leser als der Schreiber.
Manchmal denke ich ich mache alles Falsch wenn ich so lese wie ihr euren Alltag strukturiert. ( ich will keinen Angreifen oder sonst was )
Morgens 8 Uhr pippi machen - 10 Uhr Clickern für 5 min - danach erstmal pause- dann große Runde in den Wald ... usw...ist jetzt einfach pauschalisiert.
Dann traue ich mich gar nicht was dazu zu schreiben, weil ich es Zeitlich gar nicht schaffe mir meinen Tag so zu strukturieren das ich alles einbauen kann.
Dann kommt eins der Kinder nach Hauses und braucht ganz dringend neue Sportschuhe weil er mal wieder den Turnbeutel im Bus vergessen hat !!!!

Ich kann und will mich dann nicht selber dafür rechtfertigen müssen warum ich es wieder nicht geschafft habe, meinen Hundeplan ein zu halten.
Ich mache es immer so wie es gerade passt. Wir haben auch ein sooo großes Grundstück das es passieren kann das wir mal 3 Tage hinter einander nicht mindestens 2 Stunden oder mehr oder weniger laufen gehen müssen.
Sicher werde ich auch nicht jeden Tag jedem Hund gerecht, aber ich habe das Gefühl es ist gar kein Problem. Die Hunde sind alle drei fast immer gut gelaunt und sind mir gar nicht böse :D


Und unter diesen Druck setzten sich die meisten Leute meiner Meinung nach.
Leider überlegen die meisten auch nicht vorher ob wirklich ein Hund (egal welcher Rasse ) in die Familie passt.
Irgendwie wird es schon klappen... und das geht einfach nicht nur irgendwie !!!!

Sorry, etwas lang geworden :)

Liebe Grüße Nina
 
Dabei
7 Sep 2012
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#46
Ich denke es spielen viele Faktoren eine Rolle.
Fangen wir vorne an - Die Zuechter!!
Die wenigsten der ueberall aus dem Boden schiessenden Zuechter haben Ahnung von dem was sie da verpaaren und wundern sich, dass aus netter Mutter+nettem Vater nicht = nette Welpen werden.
Daraus folgt - Genetik laesst sich nicht bescheissen und wesensschwache Welpen und teilweise auch Zuchthunde machen es ihren Besitzern schwer.

Zweites Problem - Ersthunde bzw. Welpenbesitzer!!!
Auch wenn ich dafuer sicher gelyncht werde, aber ich halte die Arbeitshunderassen nicht unbedingt Ersthundegeeignet. Es gibt natuerlich einige Ersthundebesitzer die das gut hinbekommen bzw. mit den Problemchen gut leben koennen, auf der anderen Hand gibt es aber auch einige, die einem Aussie und dessen Rassetypischen Eigenschaften nicht so ganz gewachsen sind. (siehe Aussies in Not, DHD24 usw.)
Man kann einen Hund nicht unbedingt mit Checkliste und Buechern gut erziehen. Viele Leute wuenschen sich, eine Checkliste und harken da dann gerne die Punkte ab, die sie "erledigt" haben. So funktioniert das aber nun leider nicht.
Und ich sag es einfach so, fuer Hundeerziehung braucht man ein gewisses Bauchgefuehl fuer Timing, fuer Aktion und Reaktion usw.
Viele Ersthundebesitzer analysieren so viel, da ist jede Reaktion zu spaet. Genauso das clickern. Eigentlich eine wunderbare Sache, wenn es nicht Leute gaebe, die meinen es unglaublich gut, haben aber das schlechteste Timing von der Welt, bzw. sehen noch nicht mal, wann der richtige Moment zum clickern waere und wundern sich dann, dass es in die Hose geht. Training und Erziehung sind in meinen Augen unterschiedliche Dinge.
Dazu kommt jetzt noch, dass es leider mehr schlechte Welpenschulen gibt als gut.
Erfahrene Hundehalter meiden Welpenstunden normalerweise wie der Teufel das Weihwasser und das aus Gutem Grund. (ausser die Welpenstunde ist eine der wenigen guten ;) )

Dann kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt, naemlich was nach Meinung vieler Besitzer ein Aussie koennen muss!!! Er muss die Stadt abkoennen, viel Besuch abkoennen, schreiende Kinder abkoennen, nicht jagen, nicht bellen, nicht bewachen, nicht schuetzen, bloss nicht hueten, usw. usw.
Der Rasse also komplett entgegen. Ein Aussie ist nunmal kein Labrador und waere er einer haette ich keine Aussies!!!!

Dann gehen wir weiter, ich denke viele Menschen machen aus einer Muecke einen Elefanten. Ja das zwicken von Welpen nervt, aber es gibt ein paar ganz einfache Regeln, spiele nicht mit deiner Hand in der Welpenschnautze herum, lasse dich niemals von dem Welpen zwicken ohne nicht postwendend, am besten reflexartig, dem Kleinteil das doch sehr deutlich zu machen, dass das nicht geduldet wird. Ehrlich, ich wuerde mit einem 12 Wochen alten Welpenbaby sicher keine Diskussionen beginnen, die habe ich in der Pupertaet noch frueh genug.

Es kommt noch mehr sorry. Dann dieser Druck unter dem manche meinen zu stehen, weil sie einen Aussie haben und der doch so schnell lernt. Was den meisten Welpen gut tun wuerde ist, nicht staendig im Mittelpunkt zu stehen, sondern mal den Thron zu verlassen und einfach mitzulaufen. Nicht staendig die Uhr zu stellen, wie lange war ich jetzt mit Welpi draussen? , Wie lange habe ich trainiert? Habe ich ihn heute eigentlich schon geistig beschaeftigt? usw.
Einfach mal ruhig Blut und back to the roots. Der natuerliche Platz eines Hundes, ist sicher nicht auf einem Thron und das ganze Leben rotiert um dieses gottgleiche Lebewesen. Ich habe drei Hunde und davon kommt immer mal wieder einer zu kurz. Und sie sehen es mir mit Freude nach.

Unsere Gesellschaft verlangt viel von Hunden, ob da der Aussie immer so super reinpasst wage ich zu bezweifeln, aber das muss jeder selber fuer sich entscheiden.
Ansonsten sind viele Probleme einfach nur deshalb Probleme, weil sie in das Leben desjenigen nicht reinpassen.
Ich meine ich finde z.B. meine June perfekt. Sie muss andere fremde Hunde die ihr begegnen nicht gut finden, ich bin nicht darauf angewiesen, dass sie die meisten Hunde lieben muss. Wuerde ich so leben, dass ich jeden Tag duzende andere Hunde treffen wuerde, faende ich June wahrscheinlich nicht mehr perfekt, sondern anstrengend.

Ach ja, in meinen Augen ist das Thema "Auslastung" das am Meisten ueberbewertete Thema in der ganzen Aussiedebatte. Einen Aussie auszulasten ist ehrlich kein grosses Problem, das schafft jeder halbwegs engagierte Mensch.
Warum sich da alle immer drauf einschiessen verstehe ich nicht.
Die meisten Menschen haben nicht mit der auslastung ein Problem, sondern mit der Ressourcenverteidigung, mit dem Wach und Schutztrieb und mit der reaktionsschnelle eines Aussies. Alles Dinge die der Arbeitshund Aussie mitbringen kann.
Wir reden hier immer noch von der Arbeitshunderasse Aussie und nicht von einem Malteser.
Und der wichtigste Punkt den ich noch mal hervorheben moechte - GENETIK laesst sich nicht bescheissen oder aendern.
Aussies gehoeren einer Arbeitshunderasse an und bringen daher Dinge mit, mit denen ein Ersthundebesitzer vielleicht ueberfordert sein kann.

P.S. noch etwas vergessen "Gut meinen und Gut machen" sind unterschiedliche Dinge und auch das ist teilweise ein Probelm.

LG
Sehr gut geschrieben Katha! Dem kann ich mich nur anschließen!
Hier in der Gegend wurden auch schon mehrere Aussies (oder wahlweise auch gerne BC) wieder abgeschafft bzw. einmal und bitteschön NIE WIEDER so einen Hund. Abgabealter exemplarisch: +/- 1 Jahr.
In allen mir bekannten Fällen lag die Hauptursache bei den Besitzern, häufig Erst-Hunde-Besitzer ohne jedes Hintergrundwissen über die Rasse, geschweige denn überhaupt Hundekenntnisse.
Entweder mit den Hunden wurde mit den Hunden gar nichts gemacht oder sie wurde schon als Welpen/Junghunde übertrickst u. dumm u. dämlich geclickert.
Meist hielt der Hype um den Hund ca. 1 Jahr, dann flaute er stark ab u. es entwickelten sich bald die ersten ernsthafteren Probleme, wie Leinenpöbeleien, Übersprungshandlungen wie Schnappen usw.usw.

In meiner Hundeschule gab es über Jahr nur gelegentlich mal Aussies, in den letzten 2 Jahren gab es Welpenstunden, die z.T. Gruppen die fast nur aus Aussie, BC u. deren Mixen bestand.
 
Dabei
25 Okt 2008
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67
#47
Ein sehr interessantes Thema. @ Hudson: du sprichst mir aus der Seele! Sehr Guter Beitrag!

Einen wirklichen Boom habe ich z.B. in unserem HV ab 2005 beobachten können. Da wird sich ein Aussie angeschafft und nicht wirklich darüber nachgedacht, was dieser Hund alles benötigt, um ein toller Begleiter in fast allen Lebenslagen zu sein.
Eine Schwemme an überforderten und frechen Hunden kann ich seitdem fast täglich in der Stadt erleben... leider!
Am Anfang (2000) waren gerade einmal 3 Aussies bei uns im LK unterwegs... und wirklich welche "vom alten Schlag".
Wenn ich jetzt kurz durchzähle sind es bestimmt an die über 35 Hunde. Und nicht alle davon haben "Probleme", aber (leider) viele.
Da wird sich ein Aussie nur wegen des Sports angeschafft. Der Hund hat sonst keine Auslastung als das Training 3x in der Woche... das Ende vom Lied: ein durchgeknallter Freak am Parcoursrand, der nur am Rumpöbeln ist, wenn ein anderer Hund läuft. Ich kann euch sagen: das Gekläffe geht selbst mir auf den Geist!
Und die Besitzer pushen ihre Hunde schön hoch, damit es ja schnell durch den Parcours geht... an die Gelenke und richtige Führweise denkt da niemand mehr... :(
Auch Mini und Toys habe ich schon gesehen... auch leider alles Kläffer oder Plüschbomben mit no-will-to-please... es ist einfach schade, was der Mensch aus solch einer tollen Rasse macht! Da wird nicht mehr auf das richtige Verhalten geachtet: Hund darf fremde Personen anspringen, darf Leute anpöbeln und hat keinerlei Erziehung genossen. Der Aussie ist viel mehr zum Prestige-Objekt avanciert. "Ah, Sie haben einen Aussie. Was für eine tolle Rasse. Die sehen ja sooo süß aus!" *kotz*

Ich bin ganz klar der Meinung, dass ein Hund nicht unerzogen auf die Welt kommt. Der Mensch ist derjenige, der dem Aussie falsche Dinge "beibringt" bzw. es erst dazu kommen lässt, dass Aussietier sich andersweitig beschäftigt. Man möge meine Bösen Worte verzeihen, aber bei einigen Aussiehaltern ist definitiv der Hund schlauer als der Mensch... *just my 2 cents*
 
Dabei
4 Okt 2013
Beiträge
267
#48
Ich halte das für ein allgemeines Problem das sich die Leute das oft ganz anders vorgestellt haben und so die Hunde oft schnell wieder los werden wollen.
Klar man sieht super erzogene Hunde und meint dann die sind von Anfang an so (siehe MaroonAussies)
Sonst wären die Kleinanzeiger nicht voll von Hunden ab dem Welpenalter - egal von welcher Rasse (selbst Handtaschenhunde) die wegen "Zeitmangel, Wohnungswechsel oder Nachwuchs" am besten gestern weg müssen
 

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