Junghund hat vor nichts Respekt

Dabei
7 Sep 2012
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#31
Leider kann ich dir nicht weiterhelfen, habe aber eine Frage. Hast du die Schilddrüsenwerte mit einem Tierarzt oder mit einem TA der sich mit dem Thema SDU usw befasst besprochen. Da gehören mehrere Werte dazu… ist wohl etwas tricki.
Das hört sich für mich als Leihe einfach alles so rüber an.
Mich würde mal die Beantwortung dieser Frage interessieren. Denn das Verhalten des Hundes kommt mir (rein anhand der Beschreibung) schon sehr extrem vor, das mich interessieren würde, ob gesundheitlich alles (sicher) abgeklärt wurde. Dieses extreme Bellen kennt man z..B. häufig von tauben Hunden. U. Taubheit können Hunde sehr gut verbergen. Ich kann mir anhand der Beschreibung nicht eindeutig vorstellen, ob es "nur" ein Erziehungsproblem" ist oder ein gesundheitliches oder u.U. beides. Wenn man irgendwo einen Ansatz machen will, muss das vorher sicher sein. Und es muss auch sicher sein ob ich a) weiter mit dem Hund arbeiten will u. b) wenn ja, die nötige Zeit u. Geld, Zeit u. Ausdauer habe, um der Sache mit Tierarzt u. kompetenten Trainer (den es sicherlich auch im Raum München gibt) weiter zu machen. Vielleicht muss man auch einen ganz anderen Ansatz wählen, z.B. Physiotherapie, weil es der Hündin evtl. ein Gefühl für den eigenen Körper fehlt. Man muss leider auch sagen, das es durchaus ein Fall von geistiger Behinderung sein kann. Es gab einen recht ähnlichen Fall im Bekanntenkreis.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#32
Richtiges Verhalten belohnen und falsches ignorieren funktioniert in den seltensten Fällen.
Genau so, wie man einen Hund lobt, wenn er das Verhalten zeigt, welches man möchte, genau so muss man ihm auch sagen und zeigen, wenn er etwas falsch macht. Nur so kann er das überhaupt lernen.

Ich entschuldige mich schon mal für meine direkten Worte, die jetzt folgen.
Sucht euch bitte einen Trainer, dessen Schwerpunkt die Erziehung ist und zwar individuell auf euch abgestimmt nach euren Wünschen. Bitte keinen, der nach einer bestimmten Methode arbeitet. Da kommt man ganz schnell an die Grenzen.

Sorry, für mich liest es sich so, dass der Hund euch erzieht und nicht umgekehrt. Er maßregelt euch bis hin zu körperlichen Aktionen. DAS geht gar nicht.
Löst euch unbedingt sofort von der Vorstellung, dass man alles nett lösen kann. Das klappt nicht.
Erziehung hat etwas mit Beziehung zu tun und ist bei Weitem nicht immer nett. Übrigens, euer Hund ist auch nicht nett zu euch. Ganz im Gegenteil. Der ist anmaßend und übergriffig.
Der braucht ganz klare Grenzen, die ihr durchsetzen müsst. Das ist anstrengend, dauert seine Zeit, denn sein Verhalten hat sich vermutlich schon gefestigt.
Und ja, es kann durchaus sein, dass ihr auch mal körperlich werden MÜSST, damit der Hund versteht, dass ihr sein Verhalten nicht duldet.

Mein erster Weg wäre ein Maulkorb. Wird das richtig trainiert, hat der Hund auch keine Probleme damit. Wenn der eigene Hund einen dermaßen attackiert, kommt ganz schnell die Angst beim Menschen, und damit ist man gehemmt und traut sich nicht, das zu tun, was getan werden müsste, um dem Hund zu zeigen, dass er eine Grenze überschritten hat.

Nochmal sorry, aber ich glaube, ihr habt dem Hund nie seine Grenzen aufgezeigt. Mit immer nur nett sein und ignorieren erzieht man sich Tyrannen, aber keinen alltagstauglichen Hund!

Wenn ihr etwas ändert in eurem Verhalten dem Hund gegenüber, erst dann kann er sein Verhalten ändern.
Träume und Wünsche müsst ihr nicht aufgeben. Das kann alles noch werden, ihr müsst es nur anpacken, indem ihr anfangt eure eigenen Strukturen zu durchbrechen und verändert.
Sicher keine leichte Aufgabe, aber genauso sicher auch nicht unmöglich.
 
Dabei
20 Aug 2020
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#33
Ja das finde ich Aussie typisch, nur in extremsten Form. Und auch ich habe geschrieben, dass man das hinbekommt. Nur auch dass sie Hilfe brauchen... @Senior ich glaube da hast du mich total missverstanden :( Ich bin ganz deiner Meinung.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#34
@Mo72 Entschuldige bitte, war nichts böse gemeint. Habe ich sicher falsch Verstanden, werde nochmals nachlesen. Ich reagiere auch immer wenn jemand schreibt typisch Aussie…


Ich finds traurig für Hund und Halter samt Familie, hoffentlich kann geholfen werden.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#35
Hallo,

ich habe mir jetzt mal alles durchgelesen.
Zum einen schau mal hier ob da ein Trainer in deiner Nähe dabei ist. Ich meine gelesen zu haben ihr wohnt in München? Falls nicht du kannst nach Bundesland sortiert suchen. Diese Trainer sind wirklich empfehlenswert.
https://www.canis-kynos.de/Canis-Absolventen.html?Bundesland=Bayern&Ausbildung=#abk

du schreibst die Schilddrüsenwerte sind im unteren Normbereich. Wurden alle Werte getestet? Meist muss man das sehr vehement fordern.
Beim Junghund sollten die Werte eigentlich eher im oberen Drittel des Referenzbereiches liegen. Schau mal hier in diesem Thread habe ich einen Teil meiner Odyssee mit Paula beschrieben und was wir mittels Nahrungsergänzung und Ernährungsumstellung erreicht haben. Da habe ich auch viel zu SDU und subklinischer SDU geschrieben.
https://www.aussie.de/forum/threads/auswirkung-ernaehrung-auf-verhalten.14416/

das ist für dich wahrscheinlich schon informativ, weil mir auch immer gesagt wurde dein Hund hat sicher eine subklinische SDU. Was aber nicht so ist und war. Ganz kurz runtergebrochen: das Zauberwort bei subklinischer SDU heißt, plötzliche knackige Verhaltensänderung. Paula war aber immer schon so. Genau wie bei euch, es war ja nie anders. Und es kommt hinzu dass einige Rassen so auch der Aussie dazu neigen mal im untern Referenzbereich der Schilddrüsenwerte, herum zu dümpeln. Was sie vom Verhalten her, salopp gesagt „nervöser“ sein lässt, aber letztlich sind sie nicht krank und leben prima damit.

Was bei uns jedoch anders war als bei euch, Paula kam zu Hause durchaus zur Ruhe, also letztlich keine vergleichbare Situation.

was hier auch schon angesprochen wurde: Lass mal ne Physiotherapeut/Inn drüber gucken. Und lass den Hund auch neurologisch abklären. Ggf auch MRT vom Hirn.

Dann habe ich die Frage: Was sagt der Züchter / Züchterin dazu? Hast du die kontaktiert und das Problem geschildert? Kommt der Hund aus einer vernünftigen Zucht? Ist bei Verwandten was bekannt?

Ich kann dir leider keine Ratschläge geben, nur Denkanstöße du musst selber schauen was da für euch passen oder auf euch zutreffen kann.

Daher noch der letzte Denkanstoß: wir hatten einen Fall wie euren im „Bekanntenkreis (so nenne ich es jetzt mal)“. Wir haben dann letzten Herbst angefangen mit Frau uns Hund zu arbeiten. Sie ist zu einer vernünftigen Trainerin gewechselt, wir haben uns öfter getroffen, auch die Züchterin war involviert.

Es wurde vieles besser aber nicht gut. Nicht gut genug für eine Familie mit Kindern. Wie bei euch wollten Mann und Kinder den Hund nicht mehr (verständlich) die Frau war nervlich am Ende (auch verständlich. Wollte aber alles versuchen). Schließlich kam von der Trainerin, von mir und von der Züchterin der Rat: Den Hund abzugeben. Manchmal passt es einfach nicht. Der Hund ging mit 1,5 Jahrrn zurück zur Züchterin und sie hat mit ihm täglich gearbeitet (Desensibilusierung von Geräuschen, Sachen aushalten wie Staubsauger, Geklapper andere Hunde usw.) Schon nach einer Woche, waren quasi alle Probleme erledigt. Ein neues Zuhause wurde gefunden. Ich will nicht behaupten dass plötzlich alles eitel Sonnenschein war und ist. Aber der Hund wollte sich in seiner ersten Familie nicht anfassen lassen, wie bei euch, hat er abseits gelegen. Mit seinen neuen Leuten kuschelt der Hund. Er hat Hundefreunde gefunden und es wird mit ihm weiter gearbeitet.
Was ich sagen will: manchmal ist für alle ein Neustart die bessere Möglichkeit. Weil in der alten Situation alles schon zu verfahren ist und es einfach zu schwer ist, sich daraus zu befreien. Vielleicht nimmst du diesen Gedanken auch mal mit.

Ich wünsche dir von Herzen dass es bei euch eine gute Lösung für alle gibt. Ich weis wie das ist. Heute sage ich gern mal: Paula war die ersten zwei Jahre ein Hund direkt aus der Hölle. Nachdem ich tausende Euros für Tierarzt und Trainer ausgegeben habe und unfassbar viel gelernt habe (Ich weiß jetzt mehr über Hunde als ich je wissen wollte) haben wir uns eingespielt. Aber es sind Blut, Tränen und Schweiß geflossen. Ich konnte das so auf mich nehmen weil ich keine Kinder habe. Wäre das anders wer weiß wie es dann gelaufen wäre?
 
Dabei
6 Jul 2017
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#36
Hallo,

es tut mir sehr leid zu lesen, dass Tex und ihr unglücklich seid und noch keine Lösung für euch gefunden habt :( ich möchte kurz unsere "Geschichte" hier für euch zusammenfassen, weil sie doch einige Parallelen aufweist:

Im August 2017 ist bei uns ein Aussie-Rüde aus seriöser Zucht mit einer guten Kinderstube mit ca. 8 Wochen eingezogen. Er war nicht unser erster Hund, es haben bereits zwei ruhige/brave Aussies im Haushalt gelebt. Von Anfang an war es schwierig mit ihm: Er kam nicht zur Ruhe, auch nachts nicht. War er müde (und das war er sehr schnell...), hat er fürchterlich gebissen. Ständig hat er gefiept, zum Beispiel, wenn er Aufmerksamkeit wollte. Wenn er etwas nicht bekam, was er wollte, konnte aus dem fiepen auch schnell und ausdauernd ein Schreien werden. Zwei Wochen nach seinem Einzug war ich so durch, dass ich dachte wenns so weitergeht muss entweder er wieder ausziehen oder ich :rolleyes: Zum Glück wurde es daraufhin bald besser, zumindest für einige Zeit. Ab einem Alter von ca. 5/6 Monaten hat das ganze dann richtig und offensichtlich Fahrt aufgenommen: Er war furchtbar respektlos, hat uns angerempelt, umgerannt, angesprungen, gekratzt etc. Auch unsere Hündinnen blieben davon nicht verschont. Ständig wurde gefiept, weil wieder irgendetwas nicht so war, wie es seiner Meinung nach sein sollte. Er kam nie zum Kuscheln und konnte unsere Nähe scheinbar kaum aushalten. Auch Spaziergänge wurden nach und nach schwieriger, weil er vor allem Jogger und Radfahrer zu hetzen versuchte. Kaputt gemacht hat er im Haus nicht allzu viel, allerdings hat er alles gefressen, was so auf dem Boden lag (Steine, Blätter, Haare, Papier,.....) und das Fell an seinen Beinen zeitweise bis auf die Haut abgefressen. Mehrere Trainer konnten uns entweder gar nicht oder nicht nachhaltig helfen, manches wurde dadurch erst noch richtig schlimm. Irgendwann waren wir an dem Punkt, dass er sowohl mich, als auch meinen damaligen Lebensgefährten mehrfach angegangen war, glücklicherweise blieb es bei blauen Flecken und einem angebrochenen Finger. Viele sagten uns, der Hund sei unterfordert, wir sollten mehr mit ihm machen. Ich hatte die Beobachtung gemacht, dass er allerdings zwei Tage, nach dem wir z.B. mehr gemacht hatten (Training, oder Nasenarbeit, bzw. ruhiges Arbeiten für den Kopf) oder etwas "besonderes" passiert ist, besonders "unausstehlich" war und die Aktivitäten daher nicht weiter hochgefahren, sondern eher reduziert. An Grenzen mangelte es ebenfalls nicht, mit der Zeit gab es immer mehr und immer engere Grenzen, in der Hoffnung, sein Verhalten "in den Griff" zu bekommen.

Wie ihr, standen wir vor einem großen Scherbenhaufen aus geplatzten Träumen, Wünschen und Hoffnungen. Durch Zufall landete ich im September 2019 an einem Seminar bei einer Trainerin, die mir und vor allem meinem Hund endlich helfen konnte. Nanouk war gnadenlos überfordert. Nicht nur oder vordergründig mit dem, was wir von ihm gefordert haben, sondern vor allem mit unausgesprochenen und/oder von uns nicht wahrgenommenen zwischenmenschlichen Konflikten im Familiengefüge. Als Sofortmaßnahme, um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden, bekam Nanouk in gewissen Situationen einen gut sitzenden Maulkorb an. Dieser wurde vorher nicht in irgendeiner Art und Weise "antrainiert", hat ihn aber nicht großartig gestört. Es war für uns quasi einfach eine Erweiterung von Halsband und Leine. Nachdem die zwischenmenschlichen Konflikte gelöst waren, hat es tatsächlich gar nicht mehr allzu viel Training benötigt, um uns (mir und den Hunden) ein angenehmeres Leben zu ermöglichen. Wir haben im Training ruhig und freundlich gearbeitet und geklärt, dass er mich und meine Hündin nicht abschirmen soll/er nicht in der Zuständigkeit ist. Das Fressen von Gegenständen ist von allein nahezu vollständig verschwunden, das Fell an den Beinen nachgewachsen und wir kuscheln gerne und ausgiebig. Ein, zwei Baustellen sind noch mit Hilfe unserer Trainerin zu bearbeiten - das sind die, die ich mir zusammen mit den früheren Trainern selbst geschaffen haben. Jetzt ist Platz für neue, andere Träume und Ziele :emoji_blush:

Es ist jetzt doch mehr Text geworden, als erwartet aber ich wollte euch damit zeigen, dass es nicht immer daran liegt, dass Grenzen fehlen, medizinische Aspekte vorliegen (sollten ausgeschlossen werden) oder der Hund unterfordert ist, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Ich fürchte meine Trainerin ist ein Stück weit von euch weg, ich kann ihren Namen und Standort bei Bedarf gerne per PN schicken, bzw. kann sie Fragen, ob sie in eurer Gegend jemanden empfehlen kann.
 

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