Körpersprache des Hundes verstehen

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25 Jun 2019
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Körpersprache des Hundes verstehen

Um Hunde Probleme in der Welpenerziehung zu vermeiden, ist es wichtig die Körpersprache des Hundes verstehen zu können. Dies ist aber leider nicht gerade leicht, da wir Menschen uns verbal verständigen und kaum auf Gesten oder sonstiges reagieren, wir drücken unsere Emotionen in Form von verbalen Lauten aus. Der Hund kann dies aber nur zu einem gewissen Teil, weshalb es wichtig ist, diese richtig zu deuten und zu interpretieren. Damit uns dies gelingt, sollten wir lernen unseren Hund richtig zu beobachten, um zu verstehen was er uns mit seiner Körpersprache mitteilen möchte. Um dies zu können, sollten wir lernen wie die Kommunikation des Hundes zu seinen Artgenossen aussieht bzw. abläuft. Sind wir in der Lage die Körpersprache bei Hunden zu verstehen, sollte es uns auch möglich sein einige Probleme mit unseren Hunden und vor allem Missverständnisse in der Erziehung zu vermeiden.

Fehler in der Körpersprache des Menschen


Nicht nur wir Menschen interpretieren die Körpersprache von Hunden in den meisten Fällen falsch, auch unser auftreten einem fremden und eines bekannten Hundes ist in den häufigsten Fällen falsch. Was für uns als selbstverständlich gilt und höflich gemeint ist, kann für einen Hund schon das komplette Gegenteil bedeuten. Der Mensch versteht dann nicht, weshalb sich der Hund anders als erwartet verhält und findet diesen unerzogen. Wobei eigentlich, wie so oft, der Fehler bei uns und nicht beim Tier lag. Um dies zu vermeiden, möchte ich hier eine Übersicht der gängigsten Fehlverhalten bei uns Menschen dokumentieren und helfen, diese zu vermeiden.
  • Lernst du einen Hund kennen, berühre ihn nie einfach so ohne dich vorher bemerkbar gemacht zu haben. Der Hund könnte sich erschrecken und nach dir schnappen. Auch Hunde welche man kennt, sollten erst angesprochen werden. Am besten ist es, wenn der Hund vorher an der Hand schnüffeln kann um den neuen Geruch der Person kennenzulernen.
  • Sollte man einen neuen Hund kennenlernen, ist es hilfreich vorher den Besitzer um Erlaubnis zu fragen ob man seinen Hund streicheln darf. Manche Hunde haben schlechte Erfahrungen mit fremden Menschen gemacht und reagieren deshalb anders und vielleicht unerwartet.
  • Wir sollten uns niemals über einen Hund beugen. Für den Hund sind die Menschen so wieso schon groß und bedrohlich, daher würde dieses überbeugen noch mehr Angst bei einem Hund auslösen. Geht man stattdessen in die Hocke, wirkt es für einen Hund nicht mehr ganz so bedrohlich und wir sollten warten bis er auf uns zugekommen ist.
  • Hunde mögen es nicht am Kopf gestreichelt zu werden, dies ist für sie unangenehm und wirkt bedrohlich. Man sollte daher den Hund lieber an der Brust oder am Rücken streicheln, viele Hunde mögen es zu dem sehr, wenn sie an der Schwanzwurzel gekrault werden.
  • Merkt man, dass ein Hund ängstlich ist und das er der Situation entkommen möchte, sollte man ihm nie den Fluchtweg versperren. Außerdem sollte ein Hund niemals in die Menge getrieben werden. Kann sich der Hund aus dieser Situation nicht befreien, in dem er zum Beispiel mit dem Rücken zur Wand steht, wird er den Weg nach vorne suchen und wahrscheinlich nach einem schnappen.
  • Hunde reagieren auf schnelle, hektische Bewegungen. Dies weckt ihren Jagdtrieb. Von daher sollte man solche Bewegungen vermeiden, da man so den Hund zum hinterher laufen animiert. Genauso sollte man vor Hunden nie weglaufen, dies weckt ebenfalls den Jagdtrieb und der Hund läuft einem nach. Möchte man den Kontakt vermeiden, ist es am besten ruhig weiter zu gehen und den Hund zu ignorieren.
  • Jeder Hund sollte außerdem einen Rückzugsort haben, an dem er nur für sich und ungestört sein kann. Es ist wichtig, dass Hunde lernen zur Ruhe zukommen, damit sie ausgeglichener und ruhiger sind. Dieser Rückzugsort des Hundes sollte von allen Familienmitgliedern respektiert werden.
  • Knurrende Hunde sollten definitiv in Ruhe gelassen werden. Dies ist ein Warnsignal und der Hund könnte im nächsten Moment zuschnappen, sollten wir dieses Signal ignorieren.
Hundesprache verstehen

Die Schnauze lecken & gähnen

Wie oben bereits erwähnt, lecken Hunde sich die Schnauze, um ihren Gegenüber zu beschwichtigen oder um eine Bedrohung abzuwenden bzw. um ihrem Gegenüber zu sagen, dass man selbst nicht angreifen will. Weshalb Hunde auch bei uns Menschen zur Begrüßung versuchen unser Gesicht abzulecken. Viele Hunde lecken ihre Schnauze auch um sich selbst zu beruhigen, wenn sie zum Beispiel mit einer Situation überfordert sind. Im Anschluss oder zusätzlich zum Schnauze lecken folgt dann meistens ein Gähnen. Sollte man also bemerken, dass sich der Hund vermehrt die Schnauze leckt oder gähnt, ist dies ein Signal von Beschwichtigung oder Überforderung. In dem Fall sollte man sich um seinen Hund kümmern und ihn beruhigen, damit er sich nicht selbst aus dieser für ihn unangenehmen Situation befreien muss.

Lächeln

Manchmal zeigen unsere Hunde sogar ein lächeln, ja wirklich! Dies hat damit zu tun, dass sie uns begrüßen und uns zeigen wollen, wie sehr sie sich freuen. Unser damaliger Hund hat dieses lächeln oder grinsen sehr oft gezeigt, wenn er mit jemandem spielen wollte oder wenn ein Rudelmitglied nach Hause gekommen ist. Ab und zu war dann noch ein Niesen zu hören. Bei diesem lächeln, hat der Hund seine Lippen nach hinten gezogen und zeigt seine Eckzähne mit leicht geöffnetem Fang. Seine Körperhaltung ist leicht geduckt mit vorgestrecktem Kopf und wedelnder Rute. Diese Körpersprache darf nicht mit einer Aggression verwechselt werden, da der Hund in diesem Fall nicht knurren wird obwohl er seine Lefzen leicht hochgezogen hat.

Niesen

In der Kommunikation des Hundes kommt es manchmal, wenn er mit einem seiner Rudelmitglieder spielt, dazu das er niesen muss. Dieses niesen ist aber keinesfalls besorgniserregend und unser Hund ist auch nicht krank. Manche Hunde, wie unser damaliger, tun dies, wenn sie mit ihrem Menschen spielen wollen oder schon spielen. Damit möchte der Hund seinem Menschen signalisieren, dass alles in Ordnung ist und der Hund nur Spaß macht. Hunde niesen im Spiel auch um sich selber zu beruhigen und ihrem Menschen zu zeigen, dass er diesen nicht verletzen möchte.

Ohren

Sind die Ohren des Hundes aufgerichtet und zeigen in Richtung der Aufmerksamkeit, bedeutet es das der Hund aufmerksam ist. Hat der Hund seine Ohren abgeknickt und vielleicht noch seinen Kopf gesenkt, ist dies ein Zeichen von Unterwürfigkeit. Zeigt der Hund hierbei allerdings seine Zähne, ist dies ein Zeichen von Aggression.

Maul & Zähne

Zeigt ein Hund seine Zähne zieht er dabei meistens die Lefzen nach hinten. Dies kann der Fall sein, wenn der Hund beißen möchte, kann aber auch eine unterwürfige Bedeutung haben. Dies hängt immer von der zusätzlichen Körperhaltung des Hundes ab. Zeigt der Hund also seine Zähne, bei geduckter Haltung und gesenktem Kopf, hat dies eine unterwürfige Bedeutung und der Hund möchte seinen Gegenüber durch seine Hunde Körpersprache zu verstehen geben, dass er keine bösen Absichten hat. Hunde ziehen die Lefzen auch dann nach hinten oder zeigen die Zähne, wenn sie zum Beispiel ein Leckerli oder einen Stock nehmen, um sich nicht selbst auf die Lefzen zu beißen. Es ist also immer von der Gesamtsituation abhängig ob er nun freundlich gestimmt ist oder nicht.

Rute

Die Rute ist mit das wichtigste Instrument was Hunde zur Verfügung haben, um ihrer Körpersprache Ausdruck zu verleihen. So zeigen sie mit ihrer Rute Freude, aber auch Aggression und Angst. Wedeln Hunde kräftig mit aufgestellter Rute, ist dies meistens ein Zeichen von Freude. Haben sie ihre Rute eingeklemmt, signalisieren sie so ihre Angst und dass sie angespannt sind. Eine wedelnde Rute kann aber auch Aggressivität bedeuten, wenn sie niedrig gehalten wird und das Nackenfell aufgestellt ist. Damit zeigt der Hund, dass er bereit ist sich oder seine Artgenossen zu verteidigen. Ist der Hund verunsichert wedelt er eher langsam in kurzen Abständen mit seiner Rute. Hunde, die keine Rute mehr besitzen, sind dementsprechend eingeschränkt und die Kommunikation des Hundes ist gestört. Bei diesen Hunden muss das gesamte Hinterteil bewegt werden und manchmal können so auch Missverständnisse mit Artgenossen entstehen.

Wie kommunizieren Hunde miteinander?

Wie kommunizieren Hunde miteinander? Hunde tun dies auf ganz unterschiedliche Weise. In ihrem Rudel lernen die Welpen bereits sehr früh auf spielerische Art und Weise, wie sie mit ihrem Rudel kommunizieren müssen. Dort lernen sie zum Beispiel anhand von Lauten, in Form von Knurren oder anhand der Körperhaltung, dass ein bestimmtes Verhalten nicht gewünscht ist. Wenn sich nun also ein Welpe einem Rang höheren Hund beim fressen nähert, würde er dies wahrscheinlich in Form einer beschwichtigenden Körperhaltung tun, um Aggressionen von vornherein zu vermeiden. Dies würde dann so aussehen, dass sich der Welpe in geduckter Körperhaltung, mit gesenktem Kopf und eingezogener Rute versucht, dem Rudelmitglied zu nähern. Auch kann es sein, dass der Welpe den Blickkontakt zum ranghöheren Rudelmitglied meidet oder sich bzw. die Schnauze des ranghöheren Hundes leckt. Dies sind alles beschwichtigende Signale, die dem anderen Rudelmitglied zeigen sollen, dass der Welpe nichts Böses im Sinn hat und den ranghöheren Hund als diesen akzeptiert. Hunde, die sich schon länger kennen, lecken sich zur Begrüßung einander die Schnauze oder geben sich der Gegenseitigen Fellpflege hin. Dies ist ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und das auf den anderen Artgenossen Acht gegeben wird.
Natürlich gibt es noch viele weitere Signale, die unsere Hunde in Form ihrer Körpersprache ausdrucken können. Um diese zu verstehen folgt nun eine Erklärung der einzelnen Gesten, angefangen beim Kopf des Hundes.

Hunde Körpersprache verstehen

Um die Hundesprache verstehen zu können ist es besonders wichtig den Hund gut zu beobachten. Viele Dinge lassen sich so sehr leicht vom Verhalten und der jeweiligen Situation ableiten. Unsere Hunde geben uns genügend Signale aber wir Menschen verstehen diese leider nicht richtig oder nehmen sie nicht wahr. Deshalb sind Missverständnisse zwischen Hund und Mensch immer häufiger und es kommt so auch zu ungewollten Aggressionen des Hundes, weil sein Gegenüber die vorherigen Signale nicht verstanden oder wahrgenommen hat. Ein Hund ist und bleibt ein Tier und kommuniziert seiner Art entsprechend.

Ein Hund in der Familie

Oft ist es so, dass sich Familien einen Hund anschaffen damit ihre Kinder einen guten Freund oder Begleiter haben. Dies ist in aller Regel erstmal nicht falsch und fördert so das Verantwortungsbewusstsein des Kindes für ein Tier. Die Kinder lernen so, respektvoll mit anderen Lebewesen umzugehen und für diese Verantwortung zu übernehmen. Als Eltern haben wir hier aber auch die Verantwortung, nicht nur für das Tier, welches zu uns kommt, sondern auch für unser eigenes Kind welches respektvoll mit dem Hund umzugehen hat. Das würde also bedeuten, dass unsere Kinder lernen, dass der Hund gewisse Ruhezeiten benötigt und nicht immer zur Verfügung steht, wenn es das Kind möchte. Manche Kinder gehen sehr schroff mit Hunden um, wobei sie dies sicherlich nicht mit Absicht tun. Aber genau hier müssen die Eltern einschreiten, damit der Hund nicht regelmäßig vom Kind bedrängt wird und es gegeben falls zu einem Unfall kommt. Hunde geben gewisse Signale, die ihren Gegenüber warnen sollen, dass es jetzt genug Bedrängnis war. Sie lecken sich zum Beispiel ihre Schnauze oder gähnen. Andere Hunde versuchen sich zurück zu ziehen. Ein Kind kann diese Signale nicht verstehen, weshalb es so wichtig ist, dass wir Eltern immer anwesend sind. Dann klappt es auch mit einer harmonischen Beziehung bei Hund und Kind.

Ich hoffe, dass euch dieser Beitrag gefällt und würde mich daher über Kommentare freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Thilo Hospes
 
Dabei
29 Mrz 2018
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#2
Hallo,
es ist bestimmt interessant und nützlich die Körpersprache der Hunde genau zu verstehen ,
aber auch unsere Hunde lernen die Sprache und Gestik seiner Menschen zu deuten .

Schon vor mehr als 30.000 Jahren begann die gemeinsame Geschichte vom Wolf zum Hund .
Ob nun die Initiative diese Verbindung anfangs von den Wölfen , oder den Menschen ausgegangen ist ,
kann man nicht sicher sagen , doch beide Seiten hatten Vorteile durch diese Verbindung und es entstand aus dem Wölfen der Hund,
welcher sich in der lange gemeinsame Zeit dieser vorteilhaften Verbindung immer besser auf das gemeinsame Leben mit den Menschen
einstellen konnte .
Es entstand ein neues Wesen , dass immer perfekter wurde , wenn es darum ging ,sich die wechselnden Anforderungen
im gemeinsamen Leben unter seiner Menschen anzupassen. Häute sind Hunde genetisch stärker auf den Menschen geprägt ,
als auf ihresgleichen und haben sogar ihre Verdauungsorgane so verändert, dass sie auch Getreide verwerten können.

Wenn man Wölfe und Hunde vergleicht, kann man feststellen, dass Hunde wesentlich besser die Gesten der Menschen deuten können,
sich bei Problemen auf den Menschen verlassen und leicht lernen können, auch die Worte der menschlichen Sprachen zu unterscheiden.

Ich denke, auch wenn es Vorteile hat , die Sprache seines Hundes zu lernen, dieser ist nicht darauf angewiesen,
denn es für jeden Hunde schon immer lebenswichtig , seinen Menschen zu verstehen.

Fritz.
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#3
Ich denke, auch wenn es Vorteile hat , die Sprache seines Hundes zu lernen, dieser ist nicht darauf angewiesen,
denn es für jeden Hunde schon immer lebenswichtig , seinen Menschen zu verstehen.

Fritz.
Stimmt, für den Hund ist das nicht lebenswichtig.
Umgekehrt vlt schon. Und darum geht es doch. Wenn jeder Hundehalter die Sprache seines Hundes verstehen würde, gäb es deutlich weniger Probleme im Umgang mit ihnen.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#4
Wenn man Wölfe und Hunde vergleicht, kann man feststellen, dass Hunde wesentlich besser die Gesten der Menschen deuten können,
sich bei Problemen auf den Menschen verlassen und leicht lernen können, auch die Worte der menschlichen Sprachen zu unterscheiden.
Allerdings ergeben sich hier doch Unterschiede: Hunde wachsen von Geburt an bei uns Menschen auf und lernen von Anfang an die Gesten der Menschen zu deuten. Sie schauen es u.a. schon von ihrer Mutter ab. Hinzu kommt, das unsere Hunde auch ein ganzes Stück weit daraufhin selektiert wurden und das Hunde die bei uns Menschen leben, quasi in jedem Bereich ihres Seins, von uns abhängig sind. Für sie ist es daher überlebenswichtig, uns zu verstehen. Mit Hunden die das nicht konnten, wurde i.d.R. auch nicht weiter gezüchtet.
Handelt es sich um Hunde, die als Welpen ohne Prägung auf den Menschen aufgewachsen sind, sieht das ganze schon anders aus.
Man sieht an dem 60 jährigen Fuchsexperiment des Forschers Beljajew, wie schnell die entsprechende Selektion Früchte trägt:

https://www.spiegel.de/wissenschaft...orscher-zuechten-zahme-fuechse-a-1209235.html
 
Dabei
10 Jan 2016
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#5
Ich denke, auch wenn es Vorteile hat , die Sprache seines Hundes zu lernen, dieser ist nicht darauf angewiesen,
denn es für jeden Hunde schon immer lebenswichtig , seinen Menschen zu verstehen.

Doch, ich finde es schon sehr wichtig für einen Halter, die Körpersprache des Hundes zu verstehen.

"Das hat er ja noch nie gemacht" oder "der hat ohne Vorwarnung zugebissen"

Sind nämlich genau die Sätze die daraus entstehen, das Halter ihre Tiere nicht lesen und verstehen.

So ziemlich jeder Hund warnt bevor er zuhaut, leider verstehen viele Halter das nicht und der Hund lernt, es nutzt ja nix, also kann ich es auch lassen.
Was ich nicht nur schade sondern schlimm finde!

Ich für meinen Teil lebe mit meinen beiden Hunden in einer Sozialgemeinschaft. Sie haben Bedürfnisse und es gibt Dinge die sie mögen oder eben nicht. Und wenn sie etwas nicht mögen möchte ich das sehen/merken um eben adäquat darauf reagieren zu können. Ich habe den Anspruch an mich für meine Hunde ein verlässlicher Partner zu sein. Ich gestehe ihnen ihre Abneigungen und Vorlieben zu so weit das eben möglich ist, es für sie nicht gefährlich ist und andere nicht belästigt werden. Da ergibt sich dann nämlich schon ein sehr großer Spielraum in dem meine Hunde wirken können. Ich selbst habe an Yari erlebt, wenn er in diesem Spielraum gesehen wird und frei entscheiden kann, mich als zuverlässig erlebt, klappt es sonst wo auch erstaunlich gut, denn ich sehe dass ihm was unangenehm ist und er weiß das und dass ich entsprechend handele. Da kann man dann auch schon mal Sachen verlangen die für den Hund eigentlich grenzwertig sind, die Toleranz steigt! Aber erst müssen sie das eben lernen und wenn man das schon kaputt gemacht hat dauert das natürlich.

Yari wäre ein gestandener Beißer geworden hätte ich da nicht sehr früh die Bremse reingehauen und entsprechend gelernt ihn zu lesen und ihn in unangenehmen Situationen gewähren zu lassen (der sucht nämlich von ganz alleine Abstand)
 
Dabei
7 Sep 2012
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#6
Egal mit welcher Tierart man umgeht oder auch zusammen umgeht, ohne die Sprache des anderen zu verstehen, läuft da absolut gar nichts!
Arbeite mal mit 2 unterschiedlichen Tierarten zusammen. Zum Beispiel beim Hüten. Der Hund ist Dein Partner. Es ist unumgänglich sich dabei gegenseitig (selbst auf großer Entfernung) zu verstehen. Sonst arbeiten nämlich 2 aneinander vorbei. Und: Du und Dein Hund, ihr müßt beide "Schafe lesen können" (oder wahlweise auch Enten, Rinder usw.). Kannst Du das nicht, nutzt Dir der großartigste Hütehund nichts! Denn interpretierst Du ständig alles falsch u. der Hund fasst sich (sinnbildlich) nur noch an den Kopf, wird er bald dazu übergehen, die Angelegenheit selber in die Hand zu nehmen oder seinen Frust irgendwo auszulassen.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#7
Gestern wieder ein schönes Beispiel gehabt:

Wir waren trailen in der Stadt. Wir waren mitten im Trail bogen um eine Ecke mit Jugendlichen und da stand er vor Koda, 10 Meter entfernt! Der drohfixierend Goldi der den Kamm schon gestellt hatte da war Koda noch nicht richtig um die Ecke gebogen, der von seinen Haltern aber Konsequent in die Situation hineingeführt wurde!

Koda zog sofort auf die Wiese links rüber und schlug einen Meidebogen der sich gewaschen hatte, obwohl unser Trail eher nicht dadurch ging, folgte ich ihm einfach und ließ ihn gewähren, der Hund zog alle Register, großer Bogen, Nase auf dem Boden, Blick abwenden, während der andere randalierte was das Zeug hielt, Kodas Kam war mittlerweile natürlich auch gestellt das zollte ich der Aufregung.

Koda hat von kleinauf gelernt, dass ich ihm in solchen Situationen folge und er entscheidet wos lang geht. Diese Strategie hat sich nun schon seit 15 Monaten bewährt, dieser Hund ist auch an der Leine in der Regel sehr kompetent und kann auch wie gestern einen Hund relativ nah ertragen der an der Leine randaliert, Koda hat aber auch von der 8. Woche an in der er hier bei uns lebt gelernt, dass ich ihn sehe und er seine Bedürfnisse zeigen kann und ich sie verstehe und ihnen nachkomme wo es geht.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#8
Wenn man Wölfe und Hunde vergleicht, kann man feststellen, dass Hunde wesentlich besser die Gesten der Menschen deuten können,
sich bei Problemen auf den Menschen verlassen und leicht lernen können, auch die Worte der menschlichen Sprachen zu unterscheiden.
Wölfe sind Wölfe und schon lang keine Hunde mehr.
Sie müssen den Menschen nicht verstehen.....wozu denn auch, sie leben ihr eigenes Leben. In deren Leben kommen keine Menschen vor.
Warum also sollten sie die Gesten der Menschen deuten können?

Für mich eine schöne Fehlinterpretation ist, wenn ein Hund nach vorn geht, attackiert, womöglich beisst und es dann heisst, das ist ein Angstbeisser.
Mag ja sein, dass dieses Verhalten aus Angst entstanden ist, nur hat es jetzt nichts mehr mit Angst zu tun.
Was macht man denn, wenn man Angst hat? Man geht dem, was die Angst auslöst, doch erstmal aus dem Weg (von Yari beim Trailen schön beschrieben).
Ignoriere ich die Angst beim Hund, bedränge ihn usw, wird er eben irgendwann noch vorn gehen, sich verteidigen (und eben die Angst überwinden).
 
Dabei
11 Nov 2012
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#9
Jeder Hundehalter sollte ein Stück weit in der Lage sein, die Körpersprache seines Hundes und von anderen Hunden zu verstehen und zu deuten. 100% wird das eh nicht klappen, weil wir nunmal Menschen sind und artfremde Fremdsprachen, oft nicht gerade unser Steckenpferd sind. Wir Menschen greifen zumeist erstmal auf verbale Kommunikation zurück. Körpersprachlich sind wir oft ziemliche analphabethen bzw. beobachten einfach nicht genau genug und quatschen einfach drauf los.

Hunde sind keine Wölfe und Wölfe keine Hunde. Hunde stammen vom Wolf ab. Der Mensch ist ja auch kein Affe und der Affe kein Mensch. Der Mensch stammt halt vom Affen ab. Das erklärt gewisse Ähnlichkeiten, aber doch mehr auch nicht.

Ich finde es gibt zwei Typen Hundehalter. Auf der einen Seite die, die wirklich jedes Gähnen, jedes kratzen, jedes abwenden auf die Goldwaage legen und ständig irgendwelchen (nicht mal vorhandenen Stress beim Hund) abwenden und beseitigen wollen und auf der anderen Seite Hundehalter, die ihren knurrenden, nach vorne gehenden Hund mit den Worten beschreiben "der hat nur Angst" oder "der will nur spielen".
Hunde Gähnen tatsächlich auch mal wenn sie müde sind und sie kratzen sich mal, wenn es juckt. Abwenden kann auch "nicht mehr interessant" bedeuten.

Also ja, es ist wichtig die Körpersprache von Hunden ein Stück weit zu kennen, aber man bleibt Mensch und muss und wird nicht jede Geste 100% immer richtig deuten und das muss man auch gar nicht. Unsere Hunde sind im allgemeinen sehr tolerant mit uns.

Lg
 

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