Mantrailing und Nachteile

Dabei
13 Nov 2016
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#1
Hallo zusammen,

ich fange mit meiner Junghündin mit dem Mantrailing an (Einsteiger-Kurs).
Nun bin ich aber hin und hergerissen, da ich mir auch Gedanken darüber mache, was das Training für "Nachteile" oder besser gesagt Nebeneffekte mit sich bringt und wollte dazu mal eure Erfahrungen hören.

Klar... das mit der Leinenführigkeit ist so eine Sache und gerade beim Junghund. Ich denke, dass ich das durch ein völlig anderes Geschirr umgehen kann... oder hat es auf alle Fälle Auswirkung auf die Leinenführigkeit?

Die größte Sorge macht mir aber die Konditionierung zu Beginn des Mantrailings. Da wird der Hund ja dann von der "zu suchenden Person" belohnt und konditioniert.
Nun ist es so, dass wir an zwei Dingen momentan ziemlich viel trainieren. Zum einen ist dies das Antigifköder-Training und zum anderen das Problem, dass meine Hündin im Park zu allen Menschen freudestrahlend hinrennt und ich versuche dies in den Griff zu bekommen.
Durch die Belohnung einer fremden Person und das Aufwinden der Person, mache ich mir ja aber eigentlich wieder das komplette Training zur Nichte, da sie genau für das Gegenteil belohnt wird. Oder mache ich mir da zu viele Gedanken?
Wie sind eure Erfahrungen?

Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, dass ich sie belohne und nicht die Zielperson?


Schonmal vielen Dank für eure Antworten!
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#2
hallo, ich habe zwar null Erfahrung mit Man trailling,, aber Lassie hat bis sie 2 1/2 war jeden begrüßt und wurde immer von den Leuten belohnt, keiner hatte je Angst vor ihr. Ich konnte es mit nichts unterbinden. Wenn ich sie extra ran gerufen habe damit sie die weiße HOse des Fremden der uns entgegen kam nicht verdreckte, bekam ich blöde Sprüche und es wurde extra gelockt und sich gefreut das alles dreckig war. Noch heute begrüßt sie alle, wirklich alle die sie kennt, begeistert. Fremde läst sie aber links liegen und nicht mal mit Leckerli locken. Das kam allerdings von selbst.
 
Dabei
22 Sep 2015
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#3
Also ich habe mit Suri mit 10 Wochen oder so mit dem Mantrailing ganz langsam angefangen. Probleme mit der Leinenführigkeit gabs nie. Da sie ja nur an dem Geschirr ziehen sollte etc. das war nie ein Thema. Auch, dass sie plötzlich zu anderen Menschen hingelaufen ist oder so war nie der Fall. Denn sie lernt ja eine bestimmte Person zu suchen und zwar die, dessen Geruch du ihr gibst ! Und nicht wahllos dir irgendwelche Personen zu zeigen.

Im Training ist zudem auch alles ja eine andere Atmosphäre, es gibt bestimmte "Rituale" etc. das wird der Hund schon sehr gut unterscheiden können !
 
Dabei
13 Nov 2016
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#4
Also ich habe mit Suri mit 10 Wochen oder so mit dem Mantrailing ganz langsam angefangen. Probleme mit der Leinenführigkeit gabs nie. Da sie ja nur an dem Geschirr ziehen sollte etc. das war nie ein Thema. Auch, dass sie plötzlich zu anderen Menschen hingelaufen ist oder so war nie der Fall. Denn sie lernt ja eine bestimmte Person zu suchen und zwar die, dessen Geruch du ihr gibst ! Und nicht wahllos dir irgendwelche Personen zu zeigen.

Im Training ist zudem auch alles ja eine andere Atmosphäre, es gibt bestimmte "Rituale" etc. das wird der Hund schon sehr gut unterscheiden können !
Vielen Dank für deine Antwort!

Aber zum Thema Trainigssituation und Verknüpfung gibt es ja durchaus verschiedene Meinung (So z.B. die Suche nach Futterstücken und Anti-Giftködertraining).
Ich habe jetzt allerdings - mit Absprache der Trainerin - eine gute Lösung gefunden, um das Problem zu umgehen.
 
Dabei
26 Mrz 2014
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#6
Die Hunde können das super unterscheiden... gezogen wird nur am Trailgeschirr, gesucht und sich gefreut wird sich nur über die gesuchte Person. :)
Wenn ich z.B eine Versteckperson auf eine Bank zwischen einige andere Leute setze, läufen "meine" Trailer zielstrebig dahin .. bzw. schnüffeln höchstens mal an den anderen und freuen sich erst bei der versteckten Person :) .. die anderen interessieren gar nicht.
 
Dabei
28 Mai 2014
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#7
Mal von außen betrachtet, da ich kein Mantrailing mache: Ich kenne einen Hund, der als Welpe damit begonnen hat. Was mir an ihm aufgefallen ist, war dass er draußen im Gegensatz zu seinem Bruder immer extrem viel geschnüffelt hat und sich auch weiter vom Frauchen entfernt hat, eigentlich war er die ganze Zeit am fährten hatte man den Eindruck. Das Ganze hat sich dann gelegt, als sie weniger Mantrailing gemacht hat. Ob da aber tatsächlich ein Zusammenhang bestand, weiß ich nicht.
 
Dabei
22 Sep 2015
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#8
Mh das kann ich so bei keinem der Hunde die ich kenne die Mantrailing machen wirklich bestätigen. Meine Hunde haben auch mal die Nase am Boden und schnüffeln aber nicht mehr oder weniger als andere Hunde die sowas nicht machen. Sie nehmen auch keine Wildspuren oder ähnliches auf ...


Welche Lösung habt ihr denn gefunden ?
 
Dabei
9 Apr 2014
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#9
Hi,
wir haben knapp 20 Trainingsstunden absolviert (ich musste dann aus gesundheitlichen Gründen leider aufhören) und ich kann nur positives berichten.
Zu Deinen Sorgen:
- fremde Personen werden im Training ja gar nicht gesucht. Bei uns hat sich immer ein Mitglied des Kurses versteckt, die Hunde wussten schon nach kürzester Zeit, welche Menschen zur Trainingsgruppe gehören. Die Trainerin sagte immer wieder, dass die Hunde schon recht schnell wissen, wer da plötzlich aus der Gruppe fehlt. Einige brauchten noch nicht mal mehr den Duft, die wussten genau, wen sie suchen sollten. Eine Belohnung von der gefundenen Person muss natürlich erstmal sein, schließlich muss das Finden doch positiv belegt werden und nur dann macht für den Hund ja auch die Suche einen Sinn. Die Profis z.B. bei der Polizei bekommen ihr Goodie nur noch von ihrem Hundeführer aber ich wette, auch die haben auch mal klein angefangen:eek:.
-Zur Leinenführigkeit kann ich nur sagen, dass Miro unter Ablenkung leider eh die reinste Zugmaschine ist - da habe ich also nie einen Unterschied, bzw. eine negative Veränderung gemerkt und kann da nichts zu sagen.
Es ist aber tatsächlich so, dass die Hunde möglichst eine "Arbeitskleidung" bekommen sollten. Entweder ein bestimmtes Geschirr oder ein Halstuch oder... Halt etwas, was nur zum Trailen angezogen wird. Die Wauwis wissen dann ganz bald schon, dass sie bei der Arbeit sind und was von ihnen erwartet wird, die können absolut zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden.
Ihr werdet lernen, dass beim Trailen immer eine gewisse Spannung auf der Schlepp liegen muss, damit Du und Dein Hund miteinander kommunizieren könnt. Er wird also automatisch immer ziehen, der eine mehr und der andere weniger. Jeder Hund hat so seine eigene Art beim Trailen. Einige haben die Ruhe weg, andere sind hektisch. Einige suchen mit der Nase am liebsten auf dem Boden, andere haben die Nase auch oft und gerne in der Luft.

Und jetzt interessiert mich natürlich auch, welche Lösung ihr gefunden habt?
 
Dabei
13 Nov 2016
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#10
Mal von außen betrachtet, da ich kein Mantrailing mache: Ich kenne einen Hund, der als Welpe damit begonnen hat. Was mir an ihm aufgefallen ist, war dass er draußen im Gegensatz zu seinem Bruder immer extrem viel geschnüffelt hat und sich auch weiter vom Frauchen entfernt hat, eigentlich war er die ganze Zeit am fährten hatte man den Eindruck. Das Ganze hat sich dann gelegt, als sie weniger Mantrailing gemacht hat. Ob da aber tatsächlich ein Zusammenhang bestand, weiß ich nicht.
Vielen Dank für deine Meinung.
Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen ...zwar nicht bezogen aufs Mantrailing, aber z.B. bei Suchspielen und Futtersuche. Das ist zwar von Hund zu Hund unterschiedlich und grundsätzlich können die meisten Hunde das unterscheiden, aber ich kenne auch Hunde die können dies nicht und bieten einem das einmal gewünschte Verhalten praktisch immer wieder an.
Mich ärgert immer ein wenig, dass es in den meisten Lehrbüchern da aber nur ein Schwarz-Weiß denken gibt.

Zu den Lösungen:^^
Und jetzt werden einige von euch bestimmt bei der einen Sache aufschreien, aber ich möchte das mit ihr wirklich nur mal zum Testen machen und "just for fun".

Die einfache Sache ist die mit der Leinenrührigkeit: Ich hatte erst ein anderes Geschirr gekauft, was dem jetzigen aber sehr ähnlich ist. Werde mir jetzt eins zulegen, was sich wirklich von ihrem Alltagsgeschirr stark unterscheidet und sie sofort weiß was los ist.

Da meine (Jung)-Hündin die Suche und auch ein wenig "Geruchssuche" schon kennt und sie sich sowieso freut jemanden zu sehen, werden wir erstmal versuchen, dass ICH sie sofort belohne. Also nicht erst die "zu suchende" Person. Wenns nicht klappt, dann halt eben doch auf dem normalen Weg, aber wenn es auch so klappt....wunderbar.
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#12
Hört sich doch gut an, warum solltest du es nicht einfach ausprobieren? Du kannst dich doch nicht für oder gegen etwas entscheiden wenn es dich eigentlich interessiert du aber nicht weist ob es wirklich so ist wie du es dir vorstellst, bzw ob der Hund dafür geeignet ist.
Die "normalen" Beschäftigungen denk ich kann man durchaus ausprobieren. Schwierig wird es für mich nur beim "Hüten" wenn ich dies nicht wirklich regelmäßig machen kann, will. Dies nur just for fun auszuprobieren finde ich problematisch, da ich in fast allem anderen ja den hütetrieb bestenfalls umleite wenn nicht sogar unterbinde. Ihn dann zu wecken ist für mich nicht sinnvoll. Allerdings soll selbst dies jeder selber entscheiden.

Ich wünsche Euch viel Spaß
 
Dabei
13 Nov 2016
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#13
Hört sich doch gut an, warum solltest du es nicht einfach ausprobieren? Du kannst dich doch nicht für oder gegen etwas entscheiden wenn es dich eigentlich interessiert du aber nicht weist ob es wirklich so ist wie du es dir vorstellst, bzw ob der Hund dafür geeignet ist.
Die "normalen" Beschäftigungen denk ich kann man durchaus ausprobieren. Schwierig wird es für mich nur beim "Hüten" wenn ich dies nicht wirklich regelmäßig machen kann, will. Dies nur just for fun auszuprobieren finde ich problematisch, da ich in fast allem anderen ja den hütetrieb bestenfalls umleite wenn nicht sogar unterbinde. Ihn dann zu wecken ist für mich nicht sinnvoll. Allerdings soll selbst dies jeder selber entscheiden.

Ich wünsche Euch viel Spaß
Vielen Dank!

Nur damit du mich nicht falsch verstehest: Natürlich probieren wir das total gerne und ungezwungen aus ...wenn es dann ihr und mit Spaß macht, dann machen wir das auch gerne Regelmäßig. Das kam vielleicht ein wenig missverständlich rüber. Ich wollte damit nur sagen, dass ich nicht jetzt schon weiter plane und da einfach total locker, bzw. spaßig, rangehen möchte ;)
 
Dabei
13 Nov 2016
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#15
Ich wollte mich nach der ersten Stunde mal zurückmelden....

Also...es hat uns sehr gut gefallen und wir hatten glaube ich beide sehr viel Spaß daran. Hätte ich nie gedacht.
Außerdem merke ich, wie gut ihr diese Konzentration tut. Dass sie viel über die Nase arbeitet, habe ich ja schon früh gemerkt...aber dann auch noch unter Ablenkung sich zu konzentrieren...:rolleyes:

Nachdem sie eine Person im dunklen dann doch sehr unheimlich fand (das erste Mal), war mir das mit der Belohnung auch nicht mehr so wichtig ;)
 
Dabei
22 Sep 2015
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#16
Sehr cool !
Was meinst du mit "auch nicht mehr so wichtig" ? Hast du sie jetzt belohnt wenn sie gefunden hat oder die Person ?
 
Dabei
13 Nov 2016
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#17
Sehr cool !
Was meinst du mit "auch nicht mehr so wichtig" ? Hast du sie jetzt belohnt wenn sie gefunden hat oder die Person ?
Erstmal ich und dann aber doch die Person, welche sie finden sollte.

"auch nicht mehr so wichtig" in dem Sinne, da es in diesem Moment einfach gepasst hat und ich ihre "rosarote-Brille" jetzt wieder zu schätzen weiß ;)
 
Dabei
16 Jul 2015
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#18
Bezüglich dem Belohnen, also wer die Belohnung gibt.
Die Mantrailing Hunde von der Polizei werden beim Training von der gesuchten Person belohnt. Allerdings geht es hierbei auch nur (noch) um die Bestätigung, damit die Motivation durch Nichterfolge im Einsatz nicht verloren geht. Im Einsatz somit vom Besitzer.

(Habe das Offtopic über Tapatalk nicht gefunden [emoji28] )
 

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