Sie macht jeden Hund an! Agressiv!!!

Dabei
6 Sep 2016
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#1
Unsere Betty ist schon immer eine sehr dominante Hündin. Aber jetzt ist es eskaliert. Da sie eh immer sehr schnell schnappt trägt sie einen Maulkorb. Wir haben drei Hundebegegnungen ohne Leine hinter uns. Alle drei liegen so ab. Sie geht zum Hund und wird nach kurzem schnuppern sofort agressiv und lässt nicht ab bis der gegenüber nachgiebt. Also sich unterordnet. Beim letzten Mal hat sie dann aufgehört und ich habe kurz mit der Besitzerin gesprochen und als diese dann mit ihrem Hund weiterging ist Betty nochmals auf ihn drauf. Richtig agro. Zum Glück hatte sie einen Maulkorb an. Ich bin in dieser Situation echt überfordert. Wie verhalte ich mich richtig? Warum macht sie so etwas? Und das bei jedem Hund?
Ich hoffe ihr habt antworten für mich!!

Britta und Betty
 
Dabei
9 Apr 2014
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#2
Hallo Britta,
ich habe mal eben kurz Deine anderen Beiträge durchgelesen um ein bisschen mehr zu erfahren...
Euer Problem ist ja nun nicht wirklich neu, Hundeschule hast Du intus und geändert hat sich anscheinend nichts. Wie Du schreibst, zeigt Betty ihre Agressionen nur, wenn sie mit Dir allein ist und dass Du nervös und ängstlich bist. Da liegt es ja fast schon auf der Hand, dass Du ganz gewaltig an Dir selber arbeiten musst. Ich wette, dass hast Du in der HuSchu auch schon zu hören bekommen? Wenn Betty sich nicht an Dir orientieren kann, dann nimmt sie halt die Sache selber in die Hand... so ist sie anscheinend vom Charakter her. Ich spreche da leider aus eigener Erfahrung, Miro tickt genauso. Auch ich musste lernen, meinem Hund ein entspannter Partner zu werden, der alles im Griff hat. Ist absolut nicht einfach, dauert irre lange und ist gespickt mit Fehlern und Rückschlägen. Aber es lohnt sich!!!!
Und wenn der Tag kommt, an dem Betty entspannter ist als sonst weil Du entspannter bist als sonst und Dir der Zusammenhang richtig bewusst wird, dann macht Dein Herz einen Freudenhüpfer. Glaub´s mir...
In diesem Sinne: geh wieder oder weiterhin zur HuSchu und lass DIR helfen. DU brauchst jetzt den Anfangsschubs, dann kann Betty auch irgendwann mitziehen. Einzelstunden bei Euch vor Ort sind bestimmt auch sinnvoll, hat uns jedenfalls super geholfen. Was haben wir alles gelernt über unser Fehlverhalten und Miro`s Reaktionen darauf.

Viel Glück und viel Erfolg
 
Dabei
6 Sep 2016
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#3
Darf ich fragen wie du eine gute Huschu oder Trainer gefunden hast? Ich habe schon Unmengen an Geld ausgegeben und irgendwie passiert nicht wirklich was. Ich bin echt verzweifelt.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#4
Wenn du weist dass deine auf andere drauf geht, warum lässt du sie dann hin? Maulkorb hin oder her, das ist weder für deinen noch für den anderen Hund eine sinnvolle Erfahrung. Das solltest du zuerst mal sein lassen.

Gute Hundetrainer findest du hier: Bundesland eingeben und nach PLZ suchen:

https://www.canis-kynos.de/Canis-Absolventen.html
 
Dabei
10 Jan 2016
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#6
Aber meine Trainerin sagt immer ich soll sie nicht immer isolieren. Sie soll Kontakt mit Hunden haben.
Das wirst du dann aber mit ihr üben müssen und nicht einfach hinlassen! Zudem dein Problem für ein Forum wirklich zu komplex ist. Da kann nur ein Trainer helfen! Und die schnelle Lösung darfst du wohl eher nicht erwarten. Das heißt ihr werdet da länger als ein Jahr arbeit haben.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#7
Du sollst sie sicher nicht isolieren. Was du benötigst ist geführten Hundekontakt unter Aufsicht eines guten Trainers. So wie ich dich verstehe, findet dein jetziger Kontakt auch noch an der Leine statt. Das ist generell nicht gut, da die Hunde da nur eingeschränkt kommunizieren können und dir fehlt es wohl an Erfahrung, Situatioen richtig einschätzen zu können.

Wie Yari schon sagt über ein Forum lässt sich die Situation nicht beurteilen und somit können auch keine vernünftigen Tipps gegeben werden.

Ich denke auch es wird ein langer Weg für Euch, den ihr nur mit Hilfe eines sehr guten Trainers bewältigen werdet.
 
Dabei
9 Apr 2014
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#8
Darf ich fragen wie du eine gute Huschu oder Trainer gefunden hast? Ich habe schon Unmengen an Geld ausgegeben und irgendwie passiert nicht wirklich was. Ich bin echt verzweifelt.
Könnte sein, dass jetzt einmal mehr eine Diskusion über das Für und Wider startet:rolleyes:, aber den letzten positiven Schliff bekam ich von DOGS, sprich den Methoden von Martin Rütter. Uns hat´s jedenfalls viel gebracht:eek:.
 
Dabei
19 Jan 2017
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#9
Hallo Britta,

vielleicht ist es auch gut zu wissen was für ein Charakter Hund deine Betty ist. Damit die richtige Richtung und Methode im Training von Leinenbegegnungen herausgesucht wird. Ich habe hier zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Bei meinem zweiten Aussie half nichts von dem was ich für meinen ersten Aussie gelernt habe. Ich musste mir komplett neues "Werkzeug" (Methoden) zu legen. Puma bellte und zog mit Eintritt in die Pubertät alles was Vierbeine hatte und in Sicht kam an (aus Unsicherheit). Als wir so 2 Jahre alt waren, wurde es deutlich besser und dann wurde er von einem Hofhund im Freilauf angegriffen und verletzt, das war im Januar dieses Jahres. Alles wieder auf Anfang und ich war total angespannt bei jedem Hund den wir an der Leine trafen. Jetzt kommt es nur noch ganz selten vor. Ich habe erst auf Abstand trainiert und in reizarmen Umgebungen. Ich bin vorausschauend Spazieren gegangen. Kurven, Kreuzungen, schlecht einsehbare Runden waren erst Mal nichts für uns. Weil ich mich selbst mit den Gedanken verrückt machte: Da könnte ein Hund um die Ecke kommen. Zack wurde mein Herzschlag schneller und bums hatte ich zwei buschige und angespannte Fellnasen. Die einfachen Runden und das vorausschauende Führen gaben mir in der ersten Zeit die Sicherheit zurück, sodass ich Die Abstände immer kleiner ziehen konnte. Bis wir wieder ohne Bellen andere Hunde passieren konnten. Dann kam der Feinschlief, dass wir ordentlich an den Hunden vorbeigehen können, ohne zerren (wo wir immer noch dran arbeiten :)) Wie die anderen Foris habe ich Leckereien für solche Situationen verbannt. Die Fellnasen konzentrieren sich dann nicht auf das Wesentliche. Das Problem wird übergangen. Puma war immer so fixiert auf die Leckerei, dass er sich nur auf "gleich gibts fressen" konzentriert hat. Er bekam nicht mit, dass er toll Fuß läuft, mich anschaut, das der Abstand zum anderen Hund immer kleiner wurde ohne das ihm was passiert und man bellen muss. Als wir dann mit dem Hund auf gleicher Höhe waren und dieser Hund in Pumas Sichtfeld kam, erschrak er...oh Gott da ist ja ein Hund, zack war das alte Verhaltensmuster wieder da. Für mich war der andere Hund die ganze Zeit präsent, für Puma war er plötzlich aus dem Nichts da.

Auch musste ich an meiner Körpersprache und wieder an meiner Stimme arbeiten. Selbst merkt man es nicht so, wenn man immer kleiner wird und nur noch den eigenen Hund anschaut und drauf wartet, dass es gleich wieder passiert. Unbewusst wird die Leine kürzer genommen. Die Stimme wird zitterig und höher. Man läuft langsamer, bleibt vielleicht kurz stehen- man zögert. Das sind alles Zeichen und Startkommandos für die Fellnasen sich bereit zu machen. Deswegen halfen mir zu Beginn die großen Abstände, damit ich mich selbst wieder kontrollieren lernte. Wenn ich mir sicher bin, kann ich auch meinen Hunden Sicherheit geben und von ihnen selbiges verlangen. Du bist ihr Anker. Wenn du nicht Sicher bist, ist es unmöglich von Betty Gelassenheit zu verlangen. Ich weiß, dass ist alles so einfach geschrieben und das Training ist nicht leicht. Dazu gehört ganz viel Mut.

Stimmt, du sollst sie nicht isolieren. Aber damit ist nicht gemeint, sie einfach an der Leine zu angeleinten Hunden zu lassen. Für mich wäre es ein totales NO-GO wenn du zu mir einfach hin kämmst. Da ich zwei sehr sensible Hund habe. In der Regel, so habe ich es zu mindestens gelernt und wurde mir eingebrannt, heißt angeleint: Bitte keinen Kontakt! Man weiß nie warum Hunde angeleint sind. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Verletzungen, ansteckende Krankheiten, Läufigkeit der Hündin, ängstlicher Hund, nicht vertäglicher Hund. Es ist unhöfflich gegenüber dem anderem Mensch-Hundteam. Zudem können, wie Kerstin schrieb, Hunde angeleint nicht richtig kommunizieren. Die ganze Körpersprache und Mimik wird blockiert. Höfflich unter Hunden sind Bögen laufen, sich langsam seitlich nähern, Sichherheitsliegen. Alles Signale wodurch der entgegenkommende Hund liest, dass der andere in Frieden und in guter Absicht kommt (bei gut sozialisierten Hunden). Bei Leinenbegegnungen werden die Hunde frontal zu einander gelassen. Keiner kann einen Bogen laufen um noch mal abzuchecken wie der andere so drauf ist. Sehr unhöflich. Frontal bedeutet Attacke.

Die Dinge sind mir jetzt als erstens durch den Kopf gewandert :)
 
Dabei
6 Sep 2016
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#10
Erstmal Danke für deinen Tip. Sie war nicht an der Leine und der Entgegenkommende Hund auch nicht. Wenn meine angeleint ist könnte ich das gar nicht riskieren weil sie wie ein tollwütiger Wolf drauf gehen würde. Aber das macht sie jetzt auch schon ohne Leine. Eigentlich ging das einigermaßen.
 

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