Standardfragen

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15 Mai 2012
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#1
Hallo Ihr Lieben :)

ich komm mal mit einer Frage ums Eck und vielleicht könnt ihr mir ja dabei weiterhelfen :)

Wenn ich mir die Front beim Aussie anschaue sehe ich einen kompakten Brustkorb, dem Standardgerechte Winkelung der Schultern und dann gerade Vorderbeine. Auch der Part mit dem Verhältnis Schulterblatt und Abstand von Ellbogen zu Boden kann ich soweit noch verstehen :D.

Was mich derzeit beschäftigt ist die Frage nach dem Kreuz / Rücken des Aussies. Darauf kam ich beim betrachten meiner beiden. Wilmas Front finde ich toll! Die Beine sind gerade, Schulterblätter für mich Laien passend. Rumo ist dagegen breiter gebaut, sein Brustkorb läuft „Spitzer“ zu, seine Ellbogen zeigen eher nach innen. Wenn ich von oben auf beide schaue, hat Rumo einen „Stromlinienförmigen“ Körper, Wilma dagegen ist gerade nach hinten, ein wenig an der Flanke einfallend (außer sie hat was gegessen :p).

Nun habe ich mich gefragt, ob ein breiteres Kreuz mit guter Winkelung Vorteile bietet, oder ob auch da irgendwann Probleme auftreten können und wenn ja, welche?

Nächste Frage, wie können die Standardprofis Hunde nach wenigen Blicken/Berührungen so gut einschätzen :D bei der letzten Show hab ich mich mit einer netten Züchterin unterhalten, der mögliche Mängel sofort auffallen :D ich müsste da mit Maßband, Winkel und Spickzettel erstmal den Hund ausmessen :D oder gibt es da Tricks/Kniffe wo man sowas sofort sieht?

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!!
 
Dabei
21 Feb 2011
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#2
Nächste Frage, wie können die Standardprofis Hunde nach wenigen Blicken/Berührungen so gut einschätzen :D bei der letzten Show hab ich mich mit einer netten Züchterin unterhalten, der mögliche Mängel sofort auffallen :D ich müsste da mit Maßband, Winkel und Spickzettel erstmal den Hund ausmessen :D oder gibt es da Tricks/Kniffe wo man sowas sofort sieht?

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!!

Leider hab ich da nun auch keine Tipps.

Bei deiner zweiten Frage kann ich mir aber gut vorstellen, dass da in erster Linie Erfahrung eine ganz große Rolle spielt.
Sicher kann man das auch "erlernen", Hunde abtasten, fühlen, was ist korrekt und im Vergleich dazu dann einen Hund, der eben nicht korrekt gebaut ist.
Auch die Einschätzung des Exterieurs übers Anschauen kann man sicher ein Stück weit erlernen. Z. B. mit Videos.
Hier muss man sicher ebenfalls wissen, was ist korrekt und was nicht.

Ich kann das nur bei Pferden, bei Hunden fällt mir das richtig schwer.

Tja, und dann gibt es noch die, die einfach diesen gewissen Blick / Griff haben. Die können das einfach so......beneidenswert.

Keine Ahnung, vlt gibt es sogar Seminare zum Thema?
 
Dabei
7 Sep 2012
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#3
Ich denke, es ist wie Gundi schon schreibt: es braucht eine Menge Erfahrung einen Gebäude richtig lesen zu können und auch eine Portion Talent.
Wobei ich gerade bei Pferden auch die Erfahrung gemacht habe, das manche in ihrer Entwicklung irgendwo stehen bleiben.
So hatten wir hier in der ländlichen Gegend viele bäuerliche Kleinzüchter, die knallhart in den 1970er Jahren Umzüchtungstyp von Kalblut auf edles Warmblut stecken geblieben sind ;)... Steile Vorhand, steile Schulter, steile Hinterhand, gerade Kruppe u. der obligatorische leichte Ramskopf :cool:...

Aber das hast Du beim Aussie ja zum Glück nicht :rolleyes:... Wobei ich da auch schon die Gebäudeunterschiede u.a. hinsichtlich Knochenstärke, Kopfform etc. zwischen AL und SL sehe. Wenn ich jetzt Deine Nachzuchthündin mit meiner Vergleiche, dann liegen da hinsichtlich Fundament doch schon ganz schöne Unterschiede zwischen... Und die sind ja beide keine Riesen.
 
Dabei
15 Mai 2012
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#4
Erst einmal vielen lieben Dank für eure Antworten :)

julia wie meinst du das? Wo siehst du da besonders die Unterschiede?

ich finde das schon sehr spannend Unterschiedlichkeiten zu erkennen!
 
Dabei
7 Sep 2012
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#5
Ich habe jetzt gerade Dein Foto im Kopf, wo Rumo und sie nebeneinandersitzen. Wow, also das ist auch ein Größenunterschied!
Wie "groß" ist sie? Wenn ich dann (nur von diesem Foto, in der Position her, was sicherlich KEINE gute Grundlage für eine Beurteilung ist) mit meiner vergleiche, dann sehe ich schon von der Knochenstärke, der Kopfform und der Ohrenstellung doch gewisse Unterschiede (und das ist jetzt absolut NICHT oder in irgendeiner Form negativ gemeint!).
 
Dabei
21 Feb 2011
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#6
Deutliche Unterschiede sieht man schön an der Kopfform.
Ich möchte das mal extrem ausdrücken, denn die Übergänge zwischen SL und AL sind sicher fließend.
Ich finde die Köpfe bei der SL größer / breiter, dabei die Schnauzen deutlich kürzer (Kindchenschema). Da fehlen dann auch schon mal Zähne, die in die kurze Schnute nicht mehr reinpassen.
Der Stop ist bei der SL zum Teil sehr stark ausgeprägt - ich hab schon Fotos von Aussies gesehen, da war der fast senkrecht - während er bei der AL eher flach ist.
 
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24 Jan 2008
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#7
Leider hab ich da nun auch keine Tipps.

Bei deiner zweiten Frage kann ich mir aber gut vorstellen, dass da in erster Linie Erfahrung eine ganz große Rolle spielt.
Sicher kann man das auch "erlernen", Hunde abtasten, fühlen, was ist korrekt und im Vergleich dazu dann einen Hund, der eben nicht korrekt gebaut ist.
Auch die Einschätzung des Exterieurs übers Anschauen kann man sicher ein Stück weit erlernen. Z. B. mit Videos.
Hier muss man sicher ebenfalls wissen, was ist korrekt und was nicht.

Ich kann das nur bei Pferden, bei Hunden fällt mir das richtig schwer.

Tja, und dann gibt es noch die, die einfach diesen gewissen Blick / Griff haben. Die können das einfach so......beneidenswert.

Keine Ahnung, vlt gibt es sogar Seminare zum Thema?
Ja es gibt Seminare und zwar von der lieben Elke ( In Hillbillis ) die FFF( Form Follows Function) Seminare . ich habs für mich selbst im Mai auch mal fest in Planung . Außerdem gibts noch ein Seminar mit 2 Schweizerinnen das nennt sich Puppy puzzle und dort erlernt man auch die Beurteilung des Körpers eines Hundes ,nicht speziell Aussies . Als Züchter möchte man sich ja auch das vielversprechenste Welpi eines Wurfes picken und daher finde ich das wichtig .Was nun Beine , Körper Schulter und dergl anbelangt kann das geschulte Auge schon anhand des Gangwerks eines Aussies feststellen ob da alles zusammen paßt oder nicht .
 
Dabei
15 Mai 2012
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#8
Julia,
das habe ich auch gar nicht negativ aufgefasst :) Gerade so eine Unterhaltung finde ich ja spannend :) Und ja, das Bild das du ansprichst ist echt heftig :D der Rumo ist so ein Riese!! Wilma ist an die 49cm und wiegt ca 17 kg. Der Rumo hat ja ca. 62 cm und wiegt zehn Kilo mehr :D. Das ist schon auch heftig wenn die zwei nebeneinanderliegen :D

Ja Birgit, zu einem von Elkes Seminaren hoffe ich dieses Jahr fahren zu können! Da im Mai klappt es bei mir leider nicht, was heißt "leider", da wird geheiratet :D
Das ist schon irre wie man anhand des Gangwerks beurteilen kann! Das fasziniert mich auch bei den Shows sehr. Es gibt einfach noch so viel zu lernen zu unseren Aussies :D
 
Dabei
26 Jan 2012
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#9
In der Hinsicht ist Dr. Fischer sicherlich ein sehr sinnvoller Ansprechpartner, der auch Seminare zu dem allgemeinen Thema „Hunde in Bewegung“ gibt:
http://www.hundereferenten.de/Seminare/Hunde-in-Bewegung-Sehen-Praxis-und-Theorie-2018

Er geht, soweit ich weiß, auch auf Rasseunterschiede ein. Ich denke dass er da eine sehr fundierte Aussage treffen kann.

Zudem würde ich da auch mal ne Physiotherapeutin oder Ostheopatin befragen, die da sicherlich nen guten Erfahrungsschatz hat.

Nicht immer enden Abweichungen von irgendeinem Standard auch in gesundheitlichen Problemen, denke ich. Da spielt mehr rein: Größe, Gewicht, Aktivität, Leistungssport ja/nein, Ernährung, Kontrolle der Gesundheit, Unfälle, Alltag...


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*Loki*

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16 Mai 2011
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#10
Und ist es nicht allgemein so, dass Rüden von oben gesehen eher einen breiteren Brustkorb, mehr Taille haben als Hündinnen?!?
Ich kann ja nur von meinen eigenen Begegnungen sprechen (mittlerweile schon einige) und da sehe ich bei Hündinnen und Rüden von oben betrachtet immer wieder (bei ähnlichem Typ) diese eher gerade Linie bei Hündinnen, bei Rüden eben geschwungen.

Und was das Beurteilen von Vorzügen und Nachteilen angeht denke ich durchaus, dass Erfahrung da den Blick total schult, wie ihr anderen ja auch. Ich habe KEINE Ahnung, wie ein Aussie richtig gewinkelt sein muss. Für mich muss der Hund einfach harmonisch im Gesamten wirken und auch im Gangwerk...
 
Dabei
15 Mai 2012
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#11
Hallo :)
Endlich zuhause und endlich kann ich antworten :D

sandra Danke für den Tipp!! Da werde ich mal gucken. Mit Rumos Physio kommt man tatsächlich schnell in solche Fragen und Themen, das ist schon immer recht spannend was sie berichtet, vor allem die Negativbeispiele die sie ja eher hat.

Linda, ja das ist mir bewusst :) ich kam nur deswegen auf diese Überlegung :D
 
Dabei
15 Jun 2008
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#12
Hallo Ihr Lieben :)

ich komm mal mit einer Frage ums Eck und vielleicht könnt ihr mir ja dabei weiterhelfen :)

Wenn ich mir die Front beim Aussie anschaue sehe ich einen kompakten Brustkorb, dem Standardgerechte Winkelung der Schultern und dann gerade Vorderbeine. Auch der Part mit dem Verhältnis Schulterblatt und Abstand von Ellbogen zu Boden kann ich soweit noch verstehen :D.

Was mich derzeit beschäftigt ist die Frage nach dem Kreuz / Rücken des Aussies. Darauf kam ich beim betrachten meiner beiden. Wilmas Front finde ich toll! Die Beine sind gerade, Schulterblätter für mich Laien passend. Rumo ist dagegen breiter gebaut, sein Brustkorb läuft „Spitzer“ zu, seine Ellbogen zeigen eher nach innen. Wenn ich von oben auf beide schaue, hat Rumo einen „Stromlinienförmigen“ Körper, Wilma dagegen ist gerade nach hinten, ein wenig an der Flanke einfallend (außer sie hat was gegessen :p).

Nun habe ich mich gefragt, ob ein breiteres Kreuz mit guter Winkelung Vorteile bietet, oder ob auch da irgendwann Probleme auftreten können und wenn ja, welche?

Nächste Frage, wie können die Standardprofis Hunde nach wenigen Blicken/Berührungen so gut einschätzen :D bei der letzten Show hab ich mich mit einer netten Züchterin unterhalten, der mögliche Mängel sofort auffallen :D ich müsste da mit Maßband, Winkel und Spickzettel erstmal den Hund ausmessen :D oder gibt es da Tricks/Kniffe wo man sowas sofort sieht?

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!!
Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal Manu ... :) Im Grunde einmal (fast) die ganze Palette an Infos und Details, die wir in unserem 8-stündigen Seminar durchgehen. Also insofern hier nicht so leicht zu beantworten. Vielleicht nur ein Punkt mal näher erläutert - bei Rumo wirkt es nicht nur so, dass die Ellbogen nach innen zeigen, sondern sie tun es durch die mangelnde Brusttiefe auch. Wenn du die flache Hand grade am Vorderbein unter das Brustbein legst, sollte die Hand im Idealfall auf Höhe des Ellbogens liegen. Wenn du das mal probierst, wird deine Hand vermutlich ein Stück über dem Ellbogen sein. So kannst du mit einem kurzen Handgriff gut ermitteln, wie gut die Brusttiefe ist. Ideal wäre Brustbein und Ellbogen auf einer Höhe. Weniger Brusttiefe = fehlende "Schiene" für die Vorderbeine (Ellbogen dreht rein und Pfoten raus) und = weniger Brustkorb für eine optimale Entwicklung der "aktiven" Organe Herz und Lunge (Leistungssportler/-arbeiter). Auch ein zu runder Rippenbogen kann zu losen/eindrehenden Ellbogen führen. Beides bedeutet Instabilität und bei hohen Belastungen entsprechende Einwirkung auf Bänder und Sehnen. Ein nicht abgefederter Schlag (Sprung oä) geht je nach Stärke bis ins letzte Gelenk.

Zu den Blicken/Berührungen - jahrelange Erfahrung und so viele Hunde wie möglich in den Händen haben ... :) Es geht nicht von heute auf morgen und man muss seinen Blick schärfen können und wollen. Es gibt da talentiertere Menschen und weniger talentierte. Die einen lernen es schneller, die anderen brauchen länger, manche lernen es vermutlich auch leider nie. Das ist für mich wie tanzen - man braucht etwas Rhythmus-Gefühl - irgendwann "schwebst" du ... :)

Bei Stephie (meine Kennel Co-Ownerin und Seminar Kompagnon) und mir ist es auch unterschiedlich. Stephie hat als Physiotherapeutin in völlig anderes, viel feineres Fingerspitzengefühl als ich. Sie muss/will viel mehr erfühlen, als ich. Ich sehe etwas und kann fast 1:1 beschreiben, was Stephie fühlen wird.

Aber - ich kann natürlich ins Blaue hinein fühlen und schauen und auch Unterschiede feststellen und benennen; die Basis ist, dass ich jeden einzelnen Hund immer gegen den im Kopf detailliert eingebrannten Standard vergleiche. Nur so kann ich etwas als gut, weniger gut, toll oder puuhhh einstufen.

Ohne das detaillierte Wissen des Standards keine Erkenntnis über gut oder weniger gut (perfekt gibt es tatsächlich nicht oder zumindest nicht so ganz), ohne fühlen, fühlen, fühlen und schauen, schauen, schauen, kein echtes Verstehen des Standards. Ying und Yang ... ;) Wobei ich immer wieder bei unseren Seminaren feststelle, dass oftmals Laien im direkten Vergleich immer das erkennen was gut ist, ohne dass sie Übung oder Theorie haben. Das sind die Tänzer - sie öffnen sich für Leichtigkeit und Balance und erkennen sie, wenn sie sie sehen.

Also - wir laden zum Tanz ... :)

Das bezieht sich natürlich alles nur auf das im Standard beschriebene Gebäude und ist damit ja nur eine Komponente im Meisterwerk Aussie.
 
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Dabei
15 Jun 2008
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#13
Deutliche Unterschiede sieht man schön an der Kopfform.
Ich möchte das mal extrem ausdrücken, denn die Übergänge zwischen SL und AL sind sicher fließend.
Ich finde die Köpfe bei der SL größer / breiter, dabei die Schnauzen deutlich kürzer (Kindchenschema). Da fehlen dann auch schon mal Zähne, die in die kurze Schnute nicht mehr reinpassen.
Der Stop ist bei der SL zum Teil sehr stark ausgeprägt - ich hab schon Fotos von Aussies gesehen, da war der fast senkrecht - während er bei der AL eher flach ist.
Köpfe sind etwas, was sich immer wieder extrem stark weiter vererbt - ob man's nun will oder nicht. Richtig ist auch aus meiner Beobachtung, dass man den zu steilen Stop immer häufiger sieht. Aber das ist kein alleiniges SL Problem, sondern ist auch bei den AL nicht selten zu finden. Ist es bei den SL sicher sogar noch häufig beliebt, ist es beim AL sicher eher nicht erwünscht, da tatsächlich im Falle eines Tritts durch Vieh, die "Angriffsfläche" ungünstiger ist. Aber - eben nicht so leicht wegzukriegen, wo sich ein Kopf einmal wohlfühlt. Wer sich etwas auskennt und umschaut, wird sicher einen Tiesto Kopf erkennen, oder einen Quinn Kopf und wird ganz sicher auch einen Naishe Kopf immer wieder erkennen. ;)
 
Dabei
7 Okt 2014
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#14
Ich habe ja zwei, die sich optisch unterscheiden wie Tag und Nacht.
Finn liegt am oberen Ende vom Standard mit 59cm, Ilai am unteren mit 53cm.
Finn ist lang und für einen Rüden sehr zierlich gebaut, hat einen schmalen Kopf , kaum Kreuz und Brust irgendwie.
Ilai ist kompakt, gedrungen, bei ihm ist alles breit und kurz, dadurch auch der Schwerpunkt ein ganz anderer .
Trotzdem hat er einen deutlich längeren Rücken als Finn, das fällt aber erst beim Messen auf (ich dachte, ich spinne, als ich es gemessen habe).
Auf den ersten Blick sieht er manchmal aus wie eine Tonne, auf den zweiten passt aber plötzlich alles und er bewegt sich wunderbar rund.
Alles geschieht fließend bei ihm, manchmal erinnert er mich dabei an einen Tausendfüßler, er rollt quasi auf seinen Pfoten ;)
Ob die Winkelung perfekt ist...Keine Ahnung!
Finns Winkelung kann eigentlich gar nicht ideal sein dagegen, denn sogar mir als Laie fällt in der Bewegung auf, dass da irgendwas nicht stimmig ist, auch wenn ich nicht genau festmachen könnte, was genau.
Er bewegt sich abgehackt, man sieht jeden Übergang (ich kann leider nicht genau beschreiben, was ich meine) und das vom ganz jungen Alter an schon.
Und er hat dabei massive Probleme mit Verspannungen und Zerrungen im Rückenbereich.
Schnelle Drehungen und Wendungen bekommt er entweder gar nicht hin oder aber büßt sie mit Schmerzen.
Ilai überschlägt sich im wilden Spiel ständig, kommt sofort wieder auf die Füße und rennt weiter, wendet ganz eng, stoppt aus vollem Lauf und ich habe noch nicht einmal erlebt, dass er sich dabei weh getan hätte .
Er ist insgesamt viel flexibler, das merkt man schon beim Kuscheln und sogar beim Schlafen, der kann sich auf ein Minimum zusammenfalten, Finn braucht viel mehr Platz.
Von daher denke ich schon, dass Ilais Körperbau große Vorteile mit sich bringt.
Allerdings ist er nicht extrem schnell, weil die kürzeren Beine nun mal nicht so weit ausgreifen können und er viel mehr Schritte machen muss.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#15
OT Kopfform
Ilais Züchterin hat mir letztens Bilder seiner Vorfahren zurück bis zu Urururirgendwas gezeigt und die Kopfform taucht tatsächlich immer mal wieder auf, obwohl in seinem Wurf die meisten Geschwister eine grundlegend andere haben.
Übrigens inklusive der Ohren, von denen eins höher angesetzt ist.
Selbst das findet sich zig Generationen zurück und taucht immer wieder auf.
Fand ich schon echt faszinierend :)
 
Dabei
15 Jun 2008
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#16
Schön deine Beobachtungen beschrieben Finnie Pooh - wenn man's auch noch nicht greifen und exakt bestimmen kann, ob dieser Winkel nicht optimal, oder da zu wenig oder zu viel ist, so kann man erkennen, ob sich ein Hund ausbalanciert und mit Leichtigkeit bewegen kann. Guter Blick!!
 
Dabei
7 Sep 2012
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#17
Die Erfahrung kann ich bestätigen, genauso wie Farbe und Abzeichen gerne mal nach Generationen wieder auftauchen.
Als wir damals Fallon abgeholt haben, meinte eine Freundin, sie hätte eine ähnliche Blesse wie ihr Aussie Randy sie hatte, die weitere recherche ergab, diese Blesse hatte schon LasRocosas Kessy. Sie war Randy Urgroßmutter und Fallons Ururur-Großmutter.
Diese auffällig breite Blesse mit den beiden Zacken oben, tauchte bei den Nachkommen immer mal wieder auf. Leider habe ich nicht herausbekommen, ob auch Kessy sie schon von ihren Vorfahren geerbt hatte, weil es aus ganz früheren Zeit nur wenig (erhaltene) Fotos gibt.
 
Dabei
10 Sep 2012
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#18
nun, ich habe in den letzten 10 Jahren sehr viel über Körperbau, Winkel usw. gelernt. Ich habe das Glück mit meiner Züchterin sehr eng befreundet zu sein, wir haben viel auf Shows zusammen gesessen und sie hat mir viel gezeigt und erklärt. Ich arbeite nun seit 10 Jahren immer mal als Ringschreiber bei diversen Ausstellungen und auch da lernt man irre viel.
Inzwischen bin auch ich oft in der Lage, beim ersten mal gucken schon zu sehn was eher nicht so passt.
Vor einigen Jahren gab es ein Gespräch, an das ich bei solchen Sachen immer denken muss...
wir saßen zusammen am Ring und da stand ein Aussie. Nun ich fand ihn übelst hässlich, er hatte viel weiss und die Farbe war gar nicht meins...(gut er war mir auch so etwas zuviel Hund aber da sind die Geschmäcker je bekanntlich verschieden)... und meine Freundin sagte: nein der ist toll, schau, die Winkel und schau, die Brust, und die Halslänge...
Ja so unterschiedlich kann die Auffassungsgabe sein.
Heute guck ich mir das inzwischen auch anders an, da beurteile ich für mich das Gebäude und kann schon mal sagen, ok, das Gebäude ist nicht der Knaller, aber die Farbe...
Ich lasse mich dann meist auch noch vom Wesen und Temperament leiten... also ganz perfekt bin ich auch nicht...

Ich habe auch gelernt, die Hunde eben nicht nur als Züchter einschätzen zu lernen, ich sehe vieles auch aus dem Sportaspekt.. ein Hund mit krummen Beinen oder schlechten Körperbau kann auch nicht das so arbeiten, wie es einer mit gutem Körperbau tun wird, bzw. er wird den Sport auch nicht lange machen, denn da gibt's dann schneller ein Defizit, ich hoffe Du kannst verstehen was ich meine... ;-)
 
Dabei
19 Aug 2011
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#19
Ich habe auch gelernt, die Hunde eben nicht nur als Züchter einschätzen zu lernen, ich sehe vieles auch aus dem Sportaspekt.. ein Hund mit krummen Beinen oder schlechten Körperbau kann auch nicht das so arbeiten, wie es einer mit gutem Körperbau tun wird, bzw. er wird den Sport auch nicht lange machen, denn da gibt's dann schneller ein Defizit, ich hoffe Du kannst verstehen was ich meine... ;-)
Den Aspekt finde ich sehr wichtig!
Ich kann nun nur vom Kelpie sprechen, da habe ich in den letzten 2 Jahren auch immens viel gelernt.
Beim Kelpie steht z.B. im Standard folgendes drin: "Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen."

Meine Hündin ist nicht perfekt, sie hat Fehler und trotzdem waren die Richter alle sehr angetan bisher von ihr, aber gerade der Punkt, der (auch im Standard) fett gedruckt ist, wurde uns bisher immer zum "Verhängnis" und hat uns bisher jede Anwartschaft gekostet, die wir nicht erhalten haben.
Denn sie ist 1 cm unter dem Standard, wirkt zudem noch kleiner und zierlicher wodurch alle Richter erwähnt hatten, dass sie sich meine Hündin nicht beim Arbeiten/Hüten vorstellen können.
Aber da frage ich mich auch wieder wo der Richter dann "in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung" bewertet. Bisher habe ich auch erst einen Richter kennenlernen dürfen, der einen zu großen Kelpie eben so "abgewertet" hat, dies ist nur leider sehr selten der Fall.

Was ich damit eigentlich sagen möchte ist, man muss schon aufpassen, an wen man gerät und von wem man was lernt/lernen kann, es fließen immer irgendwo subjektive Einflüsse mit ein, mal mehr mal weniger.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#20
Denn sie ist 1 cm unter dem Standard, wirkt zudem noch kleiner und zierlicher wodurch alle Richter erwähnt hatten, dass sie sich meine Hündin nicht beim Arbeiten/Hüten vorstellen können.
Haben diese Richter schon mal in der Praxis gehütet oder liegt da nur theoretisches Wissen vor? Bzw. ist sie ein Australian Kelpie oder ein Working Kelpie?
Bei Gebrauchsrassen ist man eigentlich nicht dermaßen pingelig mit der Größe. Ein eher kleiner Hund kann (!) am Vieh mehr Präsenz zeigen, als ein eher großer, kräftiger Typ. Wobei die Großen oft schneller sind, die kleinen aber wendiger.
Wobei es bei den Working Kelpies, genau wie bei den BC und Aussies aus AL doch deutliche Größenunterschiede gibt. Mir kommt die richterliche Argumentation jedenfalls verdammt theoretisch vor...
 
Dabei
19 Aug 2011
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#21
Haben diese Richter schon mal in der Praxis gehütet oder liegt da nur theoretisches Wissen vor? Bzw. ist sie ein Australian Kelpie oder ein Working Kelpie?
Bei Gebrauchsrassen ist man eigentlich nicht dermaßen pingelig mit der Größe. Ein eher kleiner Hund kann (!) am Vieh mehr Präsenz zeigen, als ein eher großer, kräftiger Typ. Wobei die Großen oft schneller sind, die kleinen aber wendiger.
Wobei es bei den Working Kelpies, genau wie bei den BC und Aussies aus AL doch deutliche Größenunterschiede gibt. Mir kommt die richterliche Argumentation jedenfalls verdammt theoretisch vor...
Das kann ich leider nicht sagen, ob er in der Praxis Kelpies (egal ab AK oder WK) beim Arbeiten gesehen hat.
Nya ist ein AK.
So pingelig habe ich es auch noch nirgends erlebt, jedoch werden meist Hündinnen vorgestellt, die am oberen Standard stehen, da fällt es leider sehr stark auf, dass die klein und zierlich ist, Rüden gibt es kaum welche (außer die Linie aus der Nya stammt), die kleiner als 49 cm sind meist sind die über den Standard und selbst ein Rüde mit 52cm (der Standard hört bei 51 auf) als zu klein betitelt.
An und für sich finde ich es nicht einmal schlimm, wenn man den Standard aufs pingeligste genau nimmt, sofern der Richter dies bei allen Hunden gleicher maßen durch zieht, jedoch fällt da auf, dass dies nicht immer der Fall ist.

Das Bild ist vom August letzten Jahres (damit man sich einmal ein Bild von ihr im Stand machen kann :D )


Da würde mich aber auch mal interessieren, wie ihr sie empfindet (sofern ihr es Rasseübergreifend beurteilen könnt/wollt).
 
Dabei
7 Okt 2014
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#22
Schön deine Beobachtungen beschrieben Finnie Pooh - wenn man's auch noch nicht greifen und exakt bestimmen kann, ob dieser Winkel nicht optimal, oder da zu wenig oder zu viel ist, so kann man erkennen, ob sich ein Hund ausbalanciert und mit Leichtigkeit bewegen kann. Guter Blick!!
Danke für die Blumen :cool:
Ja, ich sehe tatsächlich schnell, DASS was nicht stimmig ist, aber dass ich es dann nicht greifen, geschweige denn genauer benennen kann, finde ich ehrlich gesagt schlimm.
Ich habe schon so oft beim Tierarzt gestanden und versucht, das Problem meines Hundes zu beschreiben und konnte es einfach nicht.
Ich konnte noch nicht mal sagen, auf welchem Bein er grade lahm geht...Was zufolge hatte, dass tatsächlich eine nicht vorhandene Zerrung rechts im Lauf behandelt wurde, obwohl das Problem linksseitig vom Rücken kam.
Die Physio brauchte keine 30 Sekunden, um zu sehen, dass das Ticken rechts, dass ich meinte, lediglich ein Resultat der Schonung links war .
(Übrigens ein Hoch auf gute Physiotherapeuten, die sehen manchmal Dinge, die ein Tierarzt oft gar nicht wahrnimmt.)
 
Dabei
19 Aug 2011
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#23
Danke für die Blumen :cool:
Ja, ich sehe tatsächlich schnell, DASS was nicht stimmig ist, aber dass ich es dann nicht greifen, geschweige denn genauer benennen kann, finde ich ehrlich gesagt schlimm.
Ich habe schon so oft beim Tierarzt gestanden und versucht, das Problem meines Hundes zu beschreiben und konnte es einfach nicht.
Ich konnte noch nicht mal sagen, auf welchem Bein er grade lahm geht...Was zufolge hatte, dass tatsächlich eine nicht vorhandene Zerrung rechts im Lauf behandelt wurde, obwohl das Problem linksseitig vom Rücken kam.
Die Physio brauchte keine 30 Sekunden, um zu sehen, dass das Ticken rechts, dass ich meinte, lediglich ein Resultat der Schonung links war .
(Übrigens ein Hoch auf gute Physiotherapeuten, die sehen manchmal Dinge, die ein Tierarzt oft gar nicht wahrnimmt.)
Ein ähnliches "Problem" hatte ich letzte Woche Mittwoch beim TA.
Pangari läuft hinten unrund, die Seite ist mir bekannt (es war zumindest sehr offensichtlich welche Seite es ist). Mein Problem lag jedoch darin a) das unrunde laufbild zu beschreiben, es war schon sehr außergewöhnlich, b) zu sagen ob es nun aus dem Knie oder dem Sprunggelenk kam c) zeigte Pangari an dem Tag selbstverständlich ein anderes entlasten (eher ein gallopieren) beider Hinterläufe, ich war "begeistert", so konnte der TA auch nicht sehen, was ich eigentlich meinte :/
Die Physio stellte am Montag dann fest, dass die Muskulaturen unterschiedlich ausgeprägt sind (links schwächer als rechts, was ungewöhnlich ist, da Hunde bei Fußverletzungen über die Diagonale entlasten und somit müsste links stärker ausgeprägt sein als rechts), aber auch da zeigte sie eine andere Entlastung (so wie beim TA) als das, was ich sehe, wenn sie einfach nur ruhig läuft. Jetzt hat sie erst einmal die Röntgenbilder der Hüfte erhalten, mal schauen was sie in 2 Wochen dazu sagt (laut TA waren diese unauffällig und Ok).
 
Dabei
15 Mai 2012
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#24
Vielen lieben Dank an euch alle für eure super Beiträge :) sehr interessant was ihr zu berichten wisst!!!

Manu, in deinem letzten Absatz sprichst du ja die Sportlichkeit an. Da kann ich dir nur zustimmen!!! Ich vergleiche gern meine beiden, einfach weil sie so unterschiedlich sind.
auch wie Finnieh beschrieb... mein Rumo wirkt gerne „tölpelig“, er ist sehr tollpatschig, rutscht gerne einmal aus/weg und schafft niemals so enge Wendungen wie Wilma. Er hat auch häufiger Probleme mit dem Rücken aufgrund von Verspannungen. Natürlich mache ich da kein Agi mit ihm!! Aber auch beim RO oder beim Tricksen merkt man Unterschiede.
Natürlich ist das alles für uns kein rießen Problem!!! Bei einem Arbeitshund wenn dieser auch tatsächlich arbeiten soll/muss, ist dies natürlich ein anderes Thema

edit:
bei Rumo merke ich besonders im RO Probleme bei bestimmten Dingen wo er stärker die Hinterhand einsetzen muss. Das klappt meist nicht fehlerfrei, ist für ihn sehr anstrengend und geht einfach nicht so gut wie, im Vergleich, bei Wilma. Natürlich hat er auch seeeeehr viele tolle Seiten!!! Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht :D
 
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15 Jun 2008
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#25
Ich habe auch gelernt, die Hunde eben nicht nur als Züchter einschätzen zu lernen, ich sehe vieles auch aus dem Sportaspekt.. ein Hund mit krummen Beinen oder schlechten Körperbau kann auch nicht das so arbeiten, wie es einer mit gutem Körperbau tun wird, bzw. er wird den Sport auch nicht lange machen, denn da gibt's dann schneller ein Defizit, ich hoffe Du kannst verstehen was ich meine... ;-)
Genau das macht Zucht ja aber aus - bei einer Arbeitshunderasse stehen der jeweils geforderte Arbeitswille und das hierfür funktionale Gebäude im Vordergrund. Da bin ich als Züchter immer Hundehalter, Sportler und Arbeiter in einem. Nur der Hund, der vom Gebäude her der beste Zuchthund ist, ist vom Gebäude her auch der beste Sport-/Arbeitshund. Deswegen kriege ich ja die Krise, wenn ich höre - und das ist leider nicht selten - der Hund ist nix für die Zucht, da geht er halt in den Sport .... Solange sich das "nix für die Zucht" auf zB fehlende Zähne, Fehlfarben oder Farbfehler, Hodenhochstand oä zuchtausschließende Mängel bezieht, die keine funktionalen Beeinträchtigungen mit sich bringen, ist das ok. Wenn der Hund aber ne krumme Front hat, wird es je nach Schwere für den Belastungssport schon problematisch. wenn nicht gar unmöglich, will ich den Hund nicht jung verhunsen.

Es gibt sicher kleinere Abweichungen vom Ideal, die sich nicht oder sogar noch förderlich auf den Sport-/Arbeitshund auswirken. So sind oftmals die Hunde mit etwas längeren Hocks als sie im Standard definiert sind, die größeren Sprungtalente. So können sich ganze Linien an erfolgreichen Agility-Hunden gebäudlich entsprechend verändern.

Aber das ist es ja auch, was Linien ausmacht - es gibt einen Breed Type, wie hier dem Aussie, den der Züchter immer vor Augen haben sollte/muss. Dann hat er im Rahmen der Möglichkeiten dieses Types vielleicht eine bestimmte Verwendungsvorliebe; zB Agility, Obedience, Hüten, Showen. Je mehr ich auf diese Verwendungen selektiere und je erfolgreicher die Hunde in der Erfüllung ihrer zugedachten Aufgaben dann werden, desto mehr dividieren sich dann die Hundes dieses Breed Types in unterschiedliche und nach Linien erkennbare Styles auseinander. Je nachdem, welchen Belastungen ein funktionales Gebäude standhalten muss, oder welche Denksportaufgaben der Hund erfüllen muss. Wichtig unterm Strich bleibt, dass der Style gerne unterschiedlich sein darf - und bei den teils immens unterschiedlichen Aufgaben/Belastungen auch irgendwo sein muss - ich aber immer noch den Type, also den Aussie auf den ersten Blick erkennen können sollte.

Form follows Function - eine Aufgabe hat damals in den Ursprüngen der Rasse eine Form kreiert, die aufgrund gemachter Erfahrungen der Pioniere als die optimale festgelegt und irgendwann niedergeschrieben wurde; der ASCA Breed Standard wurde erstellt. Und so ist diese Form auch heute noch das körperliche Ziel, um die erwünschte Funktion/Aufgabe dauerhaft, unbeschadet erfüllen zu können. Ist der Hund dazu nicht in der Lage, da die Form beeinträchtigend abweicht, dann muss ich das Pferd eben doch von hinten aufzäumen - dann kann sich die Aufgabe nur nach den Möglichkeiten des Hundes orientieren. Ich kann mit einem Hund mit instabilen Slipped Hocks einfach kein Agiltiy, Flyball oä machen, wenn ich das auch noch so gerne möchte. Ein guter Showrichter, wird einen solchen Hund ebenfalls nicht hochdotieren, wenn er sonst auch noch so ein perfekter Vertreter seiner Rasse sein sollte.
 
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7 Sep 2012
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2.896
#26
Ich kann mit einem Hund mit instabilen Slipped Hocks einfach kein Agiltiy, Flyball oä machen, wenn ich das auch noch so gerne möchte. Ein guter Showrichter, wird einen solchen Hund ebenfalls nicht hochdotieren, wenn er sonst auch noch so ein perfekter Vertreter seiner Rasse sein sollte.
Ja, aber welcher Laie erkennt denn so etwas? Da ist der i.d.R. Aussie = Arbeitshund = Hundesport = Agi (o.ä.). Ob der Hund vom Gebäude dafür geeignet ist, mit dem Thema beschäftigen sich doch die wenigsten. Das kommt doch höchstens er dann auf, wenn der Hund wegen gesundheitlicher Probleme beim Physio ist.
 
Dabei
15 Jun 2008
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#27
Ja, aber welcher Laie erkennt denn so etwas? Da ist der i.d.R. Aussie = Arbeitshund = Hundesport = Agi (o.ä.). Ob der Hund vom Gebäude dafür geeignet ist, mit dem Thema beschäftigen sich doch die wenigsten. Das kommt doch höchstens er dann auf, wenn der Hund wegen gesundheitlicher Probleme beim Physio ist.
Oh ja, das ist wohl so ... :( Es fängt vielfach beim Züchter schon an, der es nicht erkennt (ganz unabhängig von der Club Zugehörigkeit), beim Besitzer geht es natürlich weiter. Und Trainier, die es entweder nicht sehen, oder nicht wollen bzw. die die Diskussion - und die ist erfahrungsgemäß gleich da und der Trainer/Verein schnell gewechselt - scheuen, oder auch schlichtweg aufgegeben haben. Eigentlich, ganz eigentlich muss man nur gut genug hinsehen, um zu erkennen, dass/ob was nicht stimmt. Aber das ist ja meist schon die erste Hürde. Reiter landen mit ihren Pferden viel schneller beim Physio/TA, als die Hunde. Pferde haben durch das Reitergewicht eine noch höhere Belastung und schneller gravierendere Probleme. Bzw der Reiter spürt sie schlichtweg durch den eigenen Po/Rücken. Hier wird sich idR alleine dadurch schon, viel mehr mit der Materie und der Anatomie des Pferdes auseinander gesetzt.
 
Dabei
10 Sep 2012
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#28
genau das ist es Elke, wa sich ausdrücken wollte, mir fehlen halt oft die Worte... lol...
ja meine und viele Züchter in meiner Umgebung wollen einen Hund der arbeiten kann und trotzdem korrekt ist. Aber wie oft habe ich schon Hunde im Ring gesehen, die meiner meinung nach nicht mehr arbeiten können... ja Agi im Schleichgang, das klappt...
Ich bin als Agi Trainer da sehr hart, was nicht geht, geht nicht. Dicke Hunde springen bei mir auf Mini...

Ich bin sehr froh eine Züchterin zu haben, die selbst sportlich mit ihren Hunden unterwegs ist, sie sieht was los ist und ist wirklich sehr kritisch mit ihrer Nachzucht...
 
Dabei
7 Sep 2012
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#29
Bei Pferden hast Du halt das Manko, das in den Büchern über Ausbildung oder Zeitungsberichten immer vom ideal gebauten Pferd ausgegangen wird. Es gab früher nur sehr wenig schriftliches und wenn meist nur kurz angerissene Artikel, in denen es z.B. um das Training von Pferden mit Hirschhals oder zu vollen Ganaschen etc.pp. ging. Weitergehend damit befasst haben sich Autoren damit nur in Ausnahmefälle. Und auch bei den Reitlehreren brauchtest Du das Glück an einen wirklich guten zu geraten, der die Pferde nicht in "das muss so" Schablone presste, sondern individuell darauf einging und vor allem auch noch wußte wie! Das waren dann meist die alten Hasen, die die Umzüchtungsperiode zum edlen Warmblut mitgemacht hatten u. wußte, wie man aus nicht so optimal gebauten Kandidaten das beste rausholte ohne sie zu vergrätzen.

Heute haben wir immer bessere Pferde mit idealem Gebäude u. hervorragend Gangwerk und was ist? Die Leute können immer schlechter reiten.

Und so ähnlich sehe ich es auch bei den Hunden. Die Farmer und Rancher sahen bei ihrer Arbeit mit den Hunden, was vom Gebäude her gut und weniger gut war und wie lange ein Hund gesund im Arbeitsleben stand. Danach legte man den Standard fest u. harmonisierte den Typ. Auf sehr alten Fotos sieht man noch öfter (Arbeits-) hunde, die nicht gerade ein ideales Gebäude hatten und wenn man den Fotos durch die Jahrzehnte folgt, sieht man die Verbesserungen durch die züchterische Arbeit.
Heute aber sind wir wieder dabei, das ganze (in meinen Augen) zu verschlechtern, weil sich der Showbereich weg von einem "Form follows Funktion" Arbeitshund hin zu einen übertypisierten Showhund verändert hat und es gibt Zuchten, wo das schon sehr krasse Formen angenommen hat. Und fast ausnahmslos sind dies Züchter, die nicht mit ihren Hunden (in welcher Form auch immer) arbeiten und die damit gar nicht wissen, das ein Arbeiter auch einen Arbeitskörper und Gangwerk, sowie eine Berufsbekleidung braucht, welches ihm die Arbeit überhaupt ermöglicht.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#30
Hi,

ich habe den Rassestandard natürlich gelesen (Aussie) aber sonst kein tieferes Wissen dazu. Ich bin auch noch nicht auf unzähligen Ausstellungen gewesen, aber im letzten Jahr war ich doch auf einigen dabei. Was mir dort aufgefallen ist, dass es durchaus auch auf den Geschmack der Richter ankommt. Wie gesagt ich sitze am da am Ring und bin so ahnungslos dass ich da weder was erkenne oder vorhersehen / bewerten kann. Es war nur an einem Tag so da war eine Richterin da, wo plötzlich die "kleineren", schmaleren Hunde, die mit längerer Schnautze und flacherem Stop höher in der Wertung landeten als ich es sonst so beobachten konnte.

Auch wenn ich die Aussietimes anschaue, vorne die "Show Hunde" perfekt frisiert, an den richtigen Stellen alles in die richtige Form geschnitten, gebürstet, geföhnt, gesprayt, sehen sie toll aus. Also so ganz subjektiv hat man das Gefühl von Harmonie, wenn man die Bilder anschaut. Und dann blättert man weiter nach hinten zu den Arbeitshunden und das Bild ist ein ganz anderes (und wäre es auch ohne Pimpen durch Grooming). Naiv frage ich mich da immer: aber der Standard gilt doch für alle Hunde gleichermaßen?

Kann mir jemand sagen wie sich das erklärt?
 
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