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Von Murmeln und Mienen im Brauseschädel

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#1
Ich muss mich mal auskotzen, weil mich "hier" in meiner Umgebung keiner versteht. Und so langsam hab ich den Kaffe sowas von auf.


Ich bin ein geduldiger Mensch und ich spiele die Karten die ich mir gelegt habe. Also trainiere ich mit Paula, habe Hundeschulen besucht und viele Einzelstunden mit ihr genommen.


Was genau Paula's Problem ist, kann ich nicht herausfinden. In jedem Fall sind es andere Hunde. Nach welchem Prinzip sie jedoch entscheidet welche Hunde "aufs Maul brauchen" kann ich einfach nicht herausfinden.


Andere Hunde die aggressive Signale senden? Nein, nicht zwangsläufig, aber manchmal. Rüden? Hündinen? Nein, kein Schema zu erkennen. Hunde die "komisch" aussehen? Ja in jedem Fall (Bulldoggen, Hunde mit Überbiss), aber auch nicht in letzter Konsequenz, weil sie auch einen Bulli-Freund hat und durchaus einige dieser Sorte ignorieren kann. Kleine Hunde? Ja vielleicht, eher als andere, wobei auch Schäferhunde und Cangals unter ihren "Feinden" sind. Ängstliche Hunde? Ja, irgendwie anders als bei den anderen, aber definitiv! Sprich sie rastet nicht aus, aber die greift sie an wenn ich es nicht sehe und unterbinde. (In den anderen Fällen, is nix mit unterbinden, oder zumindest nicht mehr).


Ist es territorial begründet? Ja in jedem Fall. Bei manchen Hunden scheint es so als wolle sie nicht dass die sich bewegen. Ich hab's ausprobiert. Paula kann nach anfänglichem Durchdrehen, völlig entspannt neben einem Hass-Hund sitzen, sobald der sich bewegt flippt sie aus. Ob das immer so ist? Keine Ahnung, die wenigsten Hundehalter haben Bock, stehen zu bleiben wenn meine am Rad dreht.


Wir hatten das Thema schon im Griff. Im Spätsommer war Normen Mrozinski hier und hat Paula eingeschätzt und mir dann eine Kollegin in unserer Nähe empfohlen. Er ist übrigens der Einzige der auf Anhieb erkannt hat dass Paula ein Pulverfass ist.


Bis auf die Leute die Hunde haben die meine scheiße findet, sind nämlich alle anderen (wenn sie es nicht zufällig mal mitbekommen haben) der Ansicht, ich hätte den tollsten Hund der Welt. Jeder liebt Paula. Paula ist so nett, so freundlich, so lebensfroh, hört so gut, macht alles so toll. Stimmt ja auch alles. Nur gibt's da auch die dunkle Seite der Macht.


Dank der neuen Trainerin hatten wir das Thema recht schnell in kontrollierbare Bahnen gelenkt.


Mit der ersten Läufigkeit hat sich das alles erledigt. Madam dreht wieder voll am Rad. Die Trainerin warnte mich vorher dass das passieren könnte. Ausraster mit Ansage. Toll.
Jetzt hat sich wieder jemand hier aus der Gegend bereit erklärt bei unserem Training mit zu machen, Ende des Monats gibt's mit denen zusammen einen Trainingstermin.
Aber obwohl die oft erleben wie Paula austickt, wenn wir Ihren Hund treffen, sind die der Meinung: Paula ist doch sooo toll.


Ich kann's nicht mehr hören. Ich kann es einfach nicht mehr hören. Und wenn ich wie gestern den Rütter sehe, dem ein aggressiver Hund vorgestellt wird (wer die Folge gestern gesehen hat: das was der Hund da abzieht ist Kindergeburtstag im Vergleich zu Paula), dann möchte ich den sche*ß Futterdummy nehmen und ihm den Rütter durch die Mattscheibe in den Hals stecken.


Ich beschreibe es zwar häufig so dass durch Paula's Brauseschädel ein Haufen bunter Murmeln kullern, was meist ein hübsches lustiges Bild ist, allerdings schwimmen in der Brause auch Mienen und ab und an trifft eine Murmel auf eine Miene und dann BÄÄÄM. Würde ich das nicht humorvoll betrachten, hätte ich diesen süßen Hund schon längst an einen Baum genagelt. Und ich habe das Gefühl wenn ich noch einmal höre: dein Hund ist so süß...
Dann werde ich zum Kettensägenmörder.


Danke für's lesen. Ich hoffe wenigstens hier versteht mich jemand.







 

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Dabei
7 Okt 2014
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#2
Hast du schon mal ausprobiert , wie Paula reagiert, wenn du nicht dabei bist?
Wenn eine Person, der du einigermaßen vertraust (ich weiß, ganz vertraut man Niemandem beim eigenen Hund!) mit ihr spazieren geht OHNE dich?
Nicht nur einmalig oder in deiner Begleitung, einfach mal, ohne dass du überhaupt in der Nähe bist...Eine zweite Person könnte es dann vielleicht für dich filmen.
Ich ziehe den Hut davor, was und wieviel du mit und für Paula tust, aber ab und an habe ich beim Lesen das Gefühl, dass es vielleicht zu viel ist und dein Fokus zu sehr auf ihr liegt (ja, das sagt genau die Richtige, ich weiß ^^), sie dadurch erst recht aufgeheizt wird und ihr ganz eventuell einfach mal (zumindest in bestimmten Situationen) "Urlaub" voneinander brauchen könntet.
Oder könnt ihr es nicht mal eine Weile laufen lassen?
Ohne großartiges Training, ohne Trainer, ohne Analyse, stressige Situationen eine Weile meiden und mal ein Auge zudrücken und einfach NUR Spaß zusammen haben ohne den permanenten Druck , funktionieren zu müssen?
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#3
Hallo Kerstin, ich verstehe dich total. Zum Glück habe wir die meisten Probleme mit Lassie im Griff aber auch ich hatte Zeiten in denen ich das Gefühl der Verzweiflung hatte.

Aber mal zu deinen Problemen. Ich glaube nicht das du dich wirklich in Paulas Kopf rein denken kannst und vorhersehen welchen Hund sie mag, angreift.... . Ist in meinen Augen auch nicht nötig sondern eher kontra produktiv. Den wenn du es ihr unbewusst, nur mit den Gedanke, ah der Erzfeind kommt, "erlaubst" bzw duldest, wird es bei ihr wirklich schwerer. Und es geht hier wirklich nur um "unbewusst"!!!. Es gibt einfach Dinge die du nicht willst egal wie Paula tickt, punkt um. Versuch sie einfach gar nicht zu verstehen.

2.. Die Läufigkeit geht auch vorbei, ist jetzt heftig aber ihr Verhalten ändert sich auch wieder und die Murmeln im Kopf werden ruhiger.

3. Bei uns hat viel zur Entspannung beigetragen, das Lassie nicht 100% präsent in meinem Leben ist. Das ich davon abgekommen bin, ihr das schönste Leben zu bieten. Ihre Bedürfnisse werden durchaus befriedigt, aber die meiste Zeit läuft sie einfach mit.
Das ist als Single natürlich sehr sehr schwer. Da ist zu viel Zeit sich über Probleme Gedanken zu machen.

4. Es ist gut das du dir die Enttäuschung zugestehst, dass der Hund nicht immer so ist we du ihn dir Vorgestellt hast. Es ist nicht nötig seinen Hund immer und ewig zu lieben, und gern zu haben, manchmal sind sie einfach Deppen. Und da müssen sie durch.

5. Zum Rütter, es ist nicht deine Wunschtherapie, aber für viele passt sie. Und bei allem Gerede über Körperarbeit, Präsenz..... darf man nicht vergessen, das Hunde einfach anders ticken, und auch anders "lieben". Das meine ich definitiv neutral. Lassie ist sehr an Leckerli interessiert. Es nervt mich tierisch das sie immer hinterfragt ob sie sich setzen muss, das sie überlegt ob Katzen jagen den nachfolgenden Ärger wert ist, aber wenn ich Leckerli habe nur ich interessant bin. Trotzdem kann ich mich in wirklich wichtigen Situationen auf sie verlassen. Als meine Tochter gefallen ist und nahe daran war ohnmächtig zu werden, war Lassie da und hat sie so attackiert das sie nicht abdriften konnte.
Ärgere dich einfach nicht über andere Ansätze, das nimmt dir nur Energie die du besser einsetzen kannst. Und jedem das seine.

ich wünsche dir, das du deinen Frust bald überwunden hast, und dich an deinen Erfolgen erfreuen kannst, die kommen genauso wieder wie die nächsten Schwierigkeiten. Lass es dir gut gehen, verwöhn dich, mach was ohne den Terrorkrümmel mit Freunden, einen schönen Sonntag trotzdem.
 
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21 Feb 2011
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#4
Liebe Kerstin
zum einen ist Paula noch sehr jung. Bis sie wirklich erwachsen ist (vor allem im Kopf), wird sich noch vieles ändern.
Dann, wenn die Hormone nicht mehr verrückt spielen, werden die meisten Mienen im Brauseschädel entschärft.

Intakte Hündinnen können, wegen ihrer Hormonschwankungen, echt richtig ätzend sein.

Beim Lesen entsteht schon so der Eindruck, du möchtest den perfekten Hund. Aber du weißt selber, dass es den nicht gibt.
Sie haben alle irgendwelche Macken, Ecken und Kanten......da menscheln sie doch sehr.

Die Trainerstunden werden dir sicher helfen, ihr Verhalten besser zu kontrollieren (vlt auch zu verstehen), ich denke aber, das wird immer ein "Schwachpunkt" bei Paula bleiben. Du wirst lernen müssen, dich damit zu arrangieren und gelassener damit umzugehen.

Ich kenne solche Momente nur zu gut.....ist mal grad eine Woche her, da hätte ich meinen Hund am liebsten draussen vergessen.
Aber was hilft es, wenn man sich aufregt? Nix....es macht es nur noch schlimmer.
Mir gehen die Leute, die Apps ja alle so süüüüß finden, tierisch auf den Keks. Ich halte mich da mittlerweile an den Song der Ärzte: "Lasse reden", denn ich weiß ganz genau, dass keiner von denen auch nur einen Tag mit Apps durchstehen würde. Denn mit: "ich finde dich so süß und hier hast noch einen Keks" wird man bei ihr sehr schnell verzweifeln, weil sie diese Nettigkeiten als Schwäche betrachtet (also, wenn man übertrieben und immer nur nett ist).
Auch, wenn das jetzt böse und arrogant klingt (vlt ist es das auch), dieses Wissen gibt mir schon das Gefühl, "über" diesen Menschen zu stehen, weil sie absolut keine Ahnung haben.

Du kannst die anderen Menschen nicht ändern......das kannst du nur bei dir selbst, um dann mit den Aussagen der anderen besser umzugehen. Sie werden ihre Sprüche nicht lassen.

Ich wünsche dir viel Geduld und starke Nerven. Ich hoffe, euer Training hat Erfolg.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#5
Hallo Mädels,

danke schon mal für Eure Worte.

Nicht falsch verstehen, ich hab nichts gegen Rütter oder Futterdummys, oder Kekse und Spielzeuge. Ich hab's ja am Anfang selbst so gemacht. Futterdummy?
Muss (Sarkasmus Alarm) mein Hund nicht zurück bringen wenn sie keinen Bock hat, den kann sie nämlich einfach selbst aufmachen. Mit dem anderen Trainer hab ich den Hund also gallig gemacht auf Spielzeug. Das haben wir perfektioniert. Es wird gesucht, gebracht, ich kann es werfen - sie bleibt sitzen, ich kann es werfen und sie in vollem Gallop hinterher rennen lassen und kurz vor Erreichen abrufen. Alles kein Problem. Sie ist heiß auf das Teil und freut sich n Keks wenn ich es auspacke, nur einfach so tragen als Ablenkung? Keine Changs da spuckt sie das Ding aus.

Einfach mal mit anderen Leuten mit geben? Tja Paula geht nicht mit anderen. Mit Lieblingsmensch geht sie aber da ist sie noch schlimmer, weil Lieblingsmensch ist zu "weich", den rammt sie umgespitzt in den Boden. Ich kann froh sein dass Lieblingsmensch den Hund trotzdem liebt und das alles nicht so dramatisch findet. Sein Standpunkt: na und dann rastet der Hund halt aus.

Ich weis dass es sich immer so ließt, als würde ich viel mit dem Hund machen. Aber das ist nicht so. 1x die Woche Hundeschule, alles andere wie DD oder RO ist gecancelt. Ich habe einen Fulltime Job also schon von daher garnicht rund um die Uhr Zeit mich mit dem Hund zu befassen. Ich gehe viel "abseits" spazieren wo sie Wahrscheinlichkeit kleiner ist Hunden zu begegnen und natürlich umgehe ich damit auch das territoriale Problem.

Aber die Kleinen Spazier- oder Löserunden, finden halt da statt wo wir wohnen. Da kann ich es nicht vermeiden anderen Hunden und Erzfeinden zu begegnen. Trotz allem ist es übrigens nicht so dass ich dauernd "auf Sendung" bin, aus Angst wieder einem Feind zu begegnen. Dazu bin ich viel zu verballert und es steckt zuviel Pipi Langstrumpf in mir selbst. Niemand kann immer voll konzentriert sein, bin ich auch nicht wenn ich mit dem Hund auf dem Weg zum Auto bin und gleichzeitig noch den Müll runter bringe. Dann sehe ich Feinde garnicht, mein Hund aber schön und ist von Null auf Hundert in unter einem Wimpernschlag.

Ich mache nicht Zuviel mit dem Hund, Tricks oder Übungen gibt's nur an Tagen wo das Draußen sein zu kurz kommen. Also eher selten. Wenn ich sehe was andere Hunde alles für Tricks können? Da müsste ich viel öfter üben. Mach ich aber nicht und zwar nicht weil ich nicht will.

Ich träumte von Wanderungen mit Hund und von Hundesport. Kann ich alles Knicken, denn nach "müde" kommt bei Paula sehr schnell "blöd".
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#6
Danke Gundi, das tut gerade soooo gut. Klar bin ich verbliebt in meinen Hund und schreibe hier viel von ihr. Auch von den Anstrengungen die ich unternehme. Auch wenn es einem anderen Anschein erweckt -ich wolle den perfekten Hund- ist dem nicht so.

Ich weis dass ich das aus Paula nie heraus bekommen werde und das ist ok. Der Stand den wir vor der Läufigkeit hatten, hat mir gereicht. Sie war angespannt aber trotzdem orientiert und ist es doch mit ihr durchgegangen dann ließ sie sich unterbrechen. Mehr will ich garnicht. Dass sie die "drei Bullis" für immer abgrundtief hassen wird, auch damit kann ich locker leben.

Und ansonsten war mir immer nur der Rückruf wichtig und dass sie die Katzen nicht frisst. Alles andere was sie mittlerweile so kann, wäre für mich garnicht nötig gewesen, ist aber einfach ein positiver Nebeneffekt vom Training (Impulskontrolle und so).

Paula ist auch kein nerviger überdrehter Aussie, im Gegeteil sie ist zu Hause nicht zu bemerken und wenn sie nicht gerade explodiert ein geduldiger, lustiger Hund, der ganz geschmeidig so im Leben mit läuft. Alles kann, nix muss. Heißt machen wir "irgendwas tolles" ist sie voll dabei. Machen wir nix, auch gut.

Aber im Moment bin ich einfach genervt, weil es von vorne los geht und weil die Trainerin sagt dass es zu der Zeit wo dann eigentlich Welpen kommen würden, auch nochmal schlimmer werden kann. Und am meisten nervt mich garnicht mein Hund sondern dass mir keiner glaubt und alle immer sagen: ach die Paula
 
Dabei
7 Okt 2014
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#8
Vielleicht mal als Denkanstoß nebenher...und für mich selbst zum Nachlesen, wenn ich mal wieder zweifel ;)

Ich bin mit Ilai ja in der Hundeschule seiner Züchterin, momentan nur Welpengruppe, aber mit starkem Augenmerk aufs Sozialverhalten.
Es sind immer Althunde dabei, manchmal einer, manchmal mehrere, immer wechselnd, die Aussies der Trainer halt.
Wir stehen da und stellen Fragen, schauen uns die Interaktion der Hunde an, es wird viel erklärt.
Später möchte ich eventuell in einen Obedience Kurs, vorher aber im Junghundkurs an der Gunderziehung arbeiten, momentan passiert aber noch nicht viel, trotzdem lerne ich meiner Meinung nach wöchentlich jetzt schon mehr als vorher in anderthalb Jahren Hundeschule mit Finn.
Ich komme grundsätzlich mit einer Menge Fragen an und muss sie meist nicht mal stellen, weil sich die Antwort auch so schon ergibt.
Oft stellt sogar Jemand anders die Frage, jemand, der schon Aussies hatte, bevor ich nur dran dachte und dann denke ich: "Cool, wenn sogar die Person dieses "Problem" hat, liegt es schon mal nicht zwingend daran, daß du dich zu blöd anstellst" und das beruhigt mich ungemein :p

Ich hatte anfangs aber tatsächlich etwas Bammel vor diesen "Profis" (die alte Huschu war dagegen total läppsch, da wurde quasi nichts gemacht), deren Hunde fast alle erfolgreich in Obe/Agility laufen, am Vieh arbeiten etc.
Weil ich dachte, die Ansprüche seien enorm und ich würde mich heilos blamieren, da ich von Hundesport keinerlei Ahnung habe und bei Finn in Sachen Unterordnung und Leinenführigkeit meiner Meinung nach ziemlich versagt habe.
Ich hatte halt befürchtet, daß es sehr streng zugeht, für meine Verhältnisse vielleicht zu streng.

Also habe ich von Anfang an beobachtet, wie denn diese Hunde/Aussies drauf sind, die im Sport geführt werden und auch wirklich arbeiten dürfen/müssen.
Vom Sozialverhalten sind zumindest die, die mitlaufen in unserer Gruppe ,top, ganz großes Kino, man kann ihnen absolut vertrauen.
Aber weißt du was?! Die haben auch mal Murmeln im Kopf!
Es sind nur winzige Kleinigkeiten, aber da ich die ganze Zeit hingucke und höre, fällt es mir auf (natürlich nur innerhalb der Welpenstunde, wo es noch nicht wirklich "ernst" zugeht und rund um die Halle herum beim Kommen und Gehen).
Die lösen auch mal ein (zugegebenermaßen meist halbherzig gegebenes ) Kommando eigenmächtig auf, schalten auf Durchzug, sind albern und frech, betteln, pöbeln auch mal kurz und zeigen den virtuellen Stinkefinger, junkern im Auto rum, wenn sie warten müssen.
Letztens hörte ich eine Frau rufen: "Bescheid! Bescheid! Bescheid! Wir kommen!" und alles wich lachend an den Rand zurück. Die Frau kam dann mit einem massiv pöbelnden Hund an der Lein, lotste ihn vorbei und meinte ebenfall lachend: "Ihr habt gesagt, ich soll Bescheid sagen, wenn er im Anmarsch ist".
Für mich Zuhause eine Horrorsituation, die ich stundenlang analysieren würde beim eigenen Hund.
Regt sich dort jemand drüber auf? Nö!
Zumindest ist das der Eindruck, den ich gewinne.
Der Hund war irgendwann vobei, jeder ging seines Wegs, das Thema war durch.
Beim ersten Mal hat mich das irritiert, ich dachte, hey, das sind ausgebildete Hunde, die stehen regelmäßig auf dem Platz, sind womöglich seit Jahren in der Hundeschule, die müssten doch eigentlich jederzeit funktionieren, aber irgendwie benehmen die sich ja grade nicht großartig anders als mein Hund Zuhause, wenn er mal wieder doof tut :confused:

Mittlerweile finde ich es toll.
Die Atmosphäre ist auf ihre Art herrlich locker, da wird nicht auf Biegen und Brechen jederzeit und überall erzogen und korrigiert, habe ich das Gefühl, da wird durchaus auf persönliche Bedürfnisse geachtet, auf Fragen eingegangen an Problemen gearbeitet, aber auch mal 5 grade sein gelassen ganz nach dem Motto "Keep cool, bleib locker, es ist ein Hund, kein Roboter!"

Nach der Welpenstunde finden dann die richtigen Kurse statt, da werden mal Enten gehütet, Parcoure werden gelaufen, für Tuniere trainiert.
Da ich dann schon auf dem Weg nach Hause bin, kann ich zwar nur sehen, was davon online gestellt wird, aber ich finde den Unterschied hammermäßig.
Sobald es ersnst wird, sind diese Hunde meist voll dabei, sie bilden ein Team mit den Haltern, sind hochkozentriert, arbeiten astrein mit, benehmen sich tadelos.
Und wenn mal was schief geht, schimpft niemand, dann ist es halt blöd gelaufen und bei nächsten Mal wird es besser gemacht.

Mir hat das unglaublich viel Druck genommen, einfach zu sehen, daß der totale Perfektionismus auch dort nicht herrscht, daß außerhalb der Arbeit nicht mal wirklich großer Wert darauf gelegt wird.
Daß man scheinbar auch mal etwas schleifen lassen und Fehler machen kann, ohne daß dadurch die ganze Arbeit von vorher zunichte gemacht wird.
Daß grundsätzlich der Spaßfaktor das ist, was wirklich zählt und Spaß kann man auch haben, wenn nicht immer alles perfekt läuft.
Und daß man seinen Hund auch getrost mal als Arschloch betiteln darf, wenn er sich benimmt wie eins, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.;)
Ich fühle mich daach immer viel gelassener und entspannter, irgendwie erleichtert und zehre da noch Tage später von.

Keine Ahnung, ob du verstehst, was ich meine, aber ich habe halt das Gefühl, daß du dir und Paula manchma zu viel Druck machst und sie den dann irgendwo ablassen mus, was wiederum neuen aufbaut.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#9
Danke Michaela :)

Danke auch Finnie Pooh :)

Wir hatten ja vorher auch einen Trainer, der war auch gut. Aber da habe ich mich immer gefühlt wie ein Versager oder eine Faule Tante oder was weiß ich. Und egal was ich mit Paula erreicht hatte, bei jedem Fortschritt wenn ich stolz war, dann war es nie gut genug, nicht perfekt, eben nicht so wie die Hunde mit denen er sonst passioniert arbeitet, aus dem Schutzhundesport.
Aus seiner Sicht mag das stimmen, Paula kann viele Dinge nicht, wie auf Komando ihr Spielzeug anbellen oder so, überhaupt auf Kommando bellen. Ist mir auch total mumpe. Genau wie du sagst der Hund ist keine Maschiene. Außerdem ist mein Hund ein Clown und mir gefällt das gut. Ich brauche viele Dinge einfach nicht. Aber dort galt eine Menge Verhalten als total inakzeptabel. Nicht zuletzt weil ich viele Dinge die er mir riet nicht gemacht habe, sind wir dort dann nicht mehr weiter gekommen. Und zum Teil war es dort auch tatsächlich Zuviel was wir gemacht haben, so sollte ich auf jedem Spaziergang 5 Übungen einbauen, auch wenn es nur zum lösen raus ging. Das war Zuviel für Paula und hat mir auch keinen Spaß gemacht. Egal ist halt eine andere Herangehenaweise.

Jetzt sind Spaziergänge wieder Spaziergäng, wo wir mal was spielen, was suchen, was üben, oder ganz oft auch einfach nix machen, nur so zusammen herumlaufen.

Bei der jetzigen Trainerin herrscht auch eine viel entspanntere Stimmung. Alle Hunde aus der Gruppe waren vorher im Einzeltraining, so dass alle ungefähr unter den gleichen Vorzeichen in der Grupp teilnehmen. Die Halter in der Gruppe sind auch alle entspannt und keiner urteilt oder muss sich schämen, weil alle Hunde Murmeln im Kopp haben. Paula ist einerseits der "Streber" in der Gruppe, andererseits auch der Punk. Steht mal freies rumrennen auf dem Programm und passe ich nicht auf, dann ist es immer Paula die die Gruppendynamik aufmischt und zu sagen scheint: so Leute mir nach, jetzt bauen wir schei*e.
Aber keiner ist sauer oder genervt. Im Gegenteil alle sind immer total happy dass unsere Hunde sich nicht gegenseitig an die Gurgel gehen und so cool miteinander interaggieren und dass obwohl sie teils, ähnlich wie Paula, zuhause andere Hunde auseinandernehmen wollen. Keiner regt sich auf wenn "der neue" mit Maulkorb läuft. Die Stimmung ist immer gut, es wird genau wie bei dir viel erklärt ohne dass man fragt, oder ein anderer stellt die Frage die man auch im Sinn hatte. Aggression wird auch als Teil des hündischen akzeptiert. Nicht so wie irgendwo anders wo man gleich abgestempelt wird, ohne dass die Leute irgendeine Ahnung haben und alle gleich hysterisch werden.

Druck gibt's also nicht, weder bei mir noch für Paula. Klappt was gut = gut. Klappt was nicht = egal, vielleicht beim nächsten Mal.
 
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21 Feb 2011
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#10
Wenn ich mal so in mich gehe, frage ich mich, ob uns das Gerede der anderen, was für einen tollen Hund man doch hat, wirklich ärgern sollte.
Diese Leute sehen die positiven Eigenschaften unsere Hunde und "zeigen sie uns auf".
Sollte man nicht, statt sich zu ärgern, eher mal denken: ja, diese Menschen haben Recht. Bis auf ein paar "Kleinigkeiten" klappt doch alles super und mal darüber nachdenken, was man schon alles erreicht hat.
 
Dabei
22 Sep 2014
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#11
Kerstin, ich stimme da Gundi zu. Paula hat zwar Murmeln im Kopf, aber sie scheint doch "immerhin" so toll zu sein, dass es vielen Leuten auffällt? Sie wird vielleicht nie ein easy going-Hund werden, aber ihr habt schon so viel erreicht und Aussies sind echt Spätzünder!

Ich habe hier ja auch so einen Kontrolletti sitzen, der -wäre er in der falschen Händen- sicherlich auch zur Zeitbombe mutieren könnte. Das ist irgendwie das typische Aussie-Problem: es ist immer so ein ganz schmaler Balanceakt zwischen toller Hund und ätzender Hund. Bei uns war das 1.Jahr echt anstrengend, dann wurde es besser. Jetzt mit 2,5 wird er langsam erwachsen und die Leute sagen immer "Der hört aber toll" oder sie sagen gar nichts; das sind dann die Leute, die uns im ersten Jahr Sprüche gedrückt haben, wie man sich nur einen Aussie zulegen kann.
Paula ist noch keine 2 und ihr arbeitet doch so viel gemeinsam: vielleicht wird sie nicht jeden Hund mögen (ich habe hier ja auch schon geschrieben, dass Otis hier neuerdings 2 Erzfeinde hat: ich habe keinen Bock mehr alleine daran zu arbeiten, weil den Besitzern es sch... egal ist. Also akzeptiere ich es und wechsel z.B. die Sraßenseite) , aber -da ihr so viel trainiert- wird sie einfacher zu kontrollieren sein. Ich bin da ziemlich optimistisch. Und wenn es immer noch eine handvoll Erzfeinde gibt, dann ist das eben so. Gibt es bei uns Menschen, warum dann nicht auch bei den Hunden?

Und so sch... Trainer, die einem das Gefühl geben, ein Versager zu sein, haben eindeutig ihren Beruf verfehlt. Ein eingeschüchteter Besitzer kann nicht mehr souverän vor seinem Hund agieren. Das ist anscheinend so eine Trainer-Neurose...
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#12
Moin Moin,

stimmt, ihr habt recht. Ich muss auf die positiven Seiten gucken. Nur manchmal, wenn sich der eigene Hund benimmt wie offene Hose, und ich eh von der Arbeit total erledigt bin, dann fällt mir das etwas schwerer.

Ist Paula "gut erzogen" wie man immer so schön sagt? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Aber immerhin ist sie erzogen. Was für die meisten Hunde hier nicht so sehr zutrifft. Aber auch einfach weil es garnicht nötig ist soviel Energie in die Erziehung zu stecken, wenn der Hund hal nicht so ... Ja was? ... Nicht so stark auf Aussenreize reagiert. Vielleicht ist es das.

Eine Bekannte von mir hat einen Labbi, ein freundlicher, gemütlicher Kerl. Der ist total verschmust und verfressen und draußen unteressiert den nix. (Drinnen nur schlafen und fressen). Der "hört" zwar nicht besonders gut, sprich die müssen den schon öfter rufen bis der sich mal bequemt zu kommen, aber es ist auch nicht so wichtig weil er von sich aus nicht zu anderen Hunden, Menschen etc hingeht, er jagt auch nicht. Also alles nicht so das Ding wenn ihr versteht was ich meine.

Solche Hunde gibt's hier öfter, die sind unempfindlich gegenüber jeder Art von Aussenreizen und laufen halt so mit, einfach weil sie sich von sich aus stark am Menschen orientieren. Da verstehe ich schon wenn deren Menschen nicht so die Notwendigkeit sehen sich intensiv um Erziehung zu bemühen. Was schert die Labbi-Frau Impulskontrolle? Der Hund ist von Haus aus eher phlegmatisch usw. Im übrigen hat aber selbst der Labbi einen Erfeind.

Klar fällt den Leuteb dann auf wie "toll" Paula erzogen ist, einfach weil sie erzogen ist :) auf gemeinsamen Spaziergängen stört es sie auch nicht dass der Rückruf nicht so funktioniert, die sagen immer "der kommt schon", oder "wenn du Paula rufst kommen unsere hinterher" :) :) :) was stimmt. Gott sei dank fällt denen wohl nicht auf dass ihre Hunde überhaupt nur im Unterholz verschwinden weil Paula sie anstiftet :) auch da wird sich nur gefreut "dass sie sich überhaupt mal bewegen"

Heute ist die Welt auch wieder schön.
 
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7 Okt 2014
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#13
Finn hat seit etwa einem Jahr auch Erzfeinde, erst waren es nur drei (davon ein Pärchen) und bei denen konnte ich es voll verstehen.
Die haben von Anfang an fixiert und gepöbelt bei jeder Begegnung und Finn stieg irgendwann ein.
Irgendwann kam ich von der Meinung ab, dass mein Hund sich anmachen lassen muss ohne Kontra geben zu müssen und wir weichen seither aus.
Das sind übrigens alles drei große, braune Rüden und auf solche hat er immer schon etwas skeptisch reagiert.
Im Laufe der Monate kamen noch einige Hunde dazu, bei denen ich auf Anhieb nicht festmachen konnte , woran es liegt.
Was sie allerdings alle tun: sie starren ihn an und laufen immer auf der uns zugewandten Seite.
Keine Ahnung, warum die Halter es nicht auf die Reihe bekommen, Hunde kurz auf die andere Seite zu nehmen, ich halte meine immer außen am Rand mit größtmöglichem Abstand, aber manche Leute haben wohl mal gelernt, dass Hunde grundsätzlich nur links oder rechts gehen müssen :confused:
Jedenfalls ist es für mich auf Entfernung nicht mehr sofort ersichtlich , ob es passt oder nicht und da schnell vorbeigehen bei Finn nicht die richtige Methode zu sein scheint, lasse ich ihn an besonders engen Stellen oder wenn es schnell gehen muss nun absitzen und halte ihm die Augen zu, wenn er sich versteift.
Es sieht bescheuert aus, es ist mit Sicherheit nicht die richtige Methode, aber es erfüllt zumindest momentan seinen Zweck.
Er knallt nicht in die Leine und verpasst mir einen Stromschlag in meinem lädierten Rücken, wir können danach vernünftig weiter gehen.
Weiteres Training habe ich erstmal verschoben, weil es selten vorkommt und ich grade andere Prioritäten habe und mich die Aufregung nach so einer Begegnung ehrlich gesagt grade mehr nervt als der kurze Augenblick, in dem ich mich vielleicht zur Lachnummer mache.
Wenn der Kleine etwas größer ist, mein Rücken besser mitspielt und meine Nerven nicht mehr so angekratzt sind, werde ich natürlich gezielter dran arbeiten, weil ich von permanentem Meiden nicht unbedingt viel halte.
Aber im Moment habe ich einfach keine Lust auf Konfrontation und mit der Einstellung an etwas zu arbeiten ist erfahrungsgemäß eher kontraproduktiv.
 
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FrauRossi

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26 Mai 2015
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#14
Ich musste schon ein wenig schmunzeln bei deinem Trick.

Ich verstehe es bei Paula ja auch wenn der Weg eng ist, man aufwindet zuläuft, die anderen Hunde fixieren. Allerdings ist das nicht notwendig, bei dem Bulldogen dreht Paula schon durch wenn sie die nur riecht, da können die noch unsichtbar hinter der nächsten Straßenecke stehen. Ich weiß auf jeden Fall immer wenn die draußen sind.

Achtsam sein bei Hunden die drohend auf uns zu kommen und dann Randale machen wenn man auf einer Höhe ist. Kann ich noch verstehen. Das ist auch legitim, und irgendwie auch normales Verhalten. Aber bei Erzfeinden, die können z.B. Noch weit weg auf der anderen Straßenseite sein und durch parkende Autos auf beiden Seiten verdeckt, hört Paula nur das Klirren der Marken am Halsband dann geht's ab usw.

Absitzen lassen, oder in die Orientierung nehmen funktioniert dann nicht mehr. Und hinsetzten und Augen zu halten funktioniert auch nicht (auch wenn ich es noch nicht probiert habe) weil sie dann die Aggression auf mich umleitet und mich beißt.

Paula ist da nicht nur n bisschen aufgeregt und bellt halt, sie ist rasend. Das ist ein klitz kleines bisschen was anderes
 
Dabei
7 Okt 2014
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#15
Ich meinte ja auch um Himmels Willen nicht, dass das für euch die richtige Methode wäre ;)
Finns gelegentliche "Ausraster" sind absolut händelbar und dauern maximal zwanzig Sekunden, ist der andere Hund vorbei, wird noch etwas geblafft und er will hinterher gucken und dann läuft er auch schon weiter.
Bloß habe ich halt manchmal auch auf diese zwanzig Sekunden keinen Bock.

Echt, Paula schnappt dann nach dir?
Das wäre bei mir eine Grenze, die nicht überschritten werden dürfte, egal wie aufgebracht der Hund ist.
Finn hat mir als Junghund ein einziges Mal den Eckzahn ins Bein geschlagen, als ich ihn an der Leine zurück gerissen habe in so einer Situation (seine Freundin war läufig, stand ein paar Meter hinter uns, um die Ecke kam der Erzfeind und ich hab ihn zu spät gesehen und als Finn abging, hat er sich blöd gedreht und mein Bein war dazwischen).
Ich hab mich derart erschrocken, dass ich ihm aus Reflex brüllend voll eine ins Gesicht geklatscht habe und plötzlich war der Tunnelblick weg und er glotzte mich ganz entsetzt an.
Da war ich aber auch mal übelst sauer!

Hast du schon mal über einen Maulkorb zu Trainingszwecken nachgedacht, damit du sie vielleicht mal maßregeln kannst ohne Gefahr zu laufen, dass sie beißt?
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#16
Für den Trainingstermin am 28. hab ich mittlerweile 4 Hunde und deren Halter zusammen getrommelt, da wird sie in jedem Fall einen Maulkorb tragen, weil ich da sicher auch angespannt sein werde. Sonst bin ich ja eher relaxt und sie trägt keinen Maulkorb, ist jetzt auch nicht so als würde sie mich zerfleischen und ich zucke nicht zurück wenn ich in Ihrem Maul Lande. Aber in der Situation wird es besser sein, da wir da ja nicht wie jetzt schnell weiter gehen, sondern irgendwas üben werden.

Ich habs an's auch nicht als Tipp für uns verstanden :) ich hab's mir nur so vorgestellt :) weist ja Kopfkino und so :)
 
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26 Mai 2015
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#19
Moin Moin,

Diejenigen die unsere Geschichte verfolgen, wissen es ja. Es wurde, wie die Trainerin vorher sagte, schlimmer als der fiktive Geburtstermin sich näherte. Und dann innerhalb einer Woche (so im Mai) war der Spuk vorbei. Mein Hund war im Rahmen ihrer Möglichkeiten wieder normal.

Ich hatte also von Mitte Januar bis Mitte Mai einen Hund der im Hormonchaos total durchknallte. Jetzt hatte wir quasi gerade mal so drei Monate in denen wieder alles schick war. Also schick nach Paulamaßstäben. Und nun geht es wieder los.
Unsere Züchterin meint zwar, da Paula Scheinschwanger war, würde die nächste Läufigkeit erst nach 8 Monaten kommen. Aber ich vermute dass sie doch jetzt schon bald wieder bevor steht. Denn es geht wieder von vorne los. Bei ausnahmslos allen Hunden wird erstmal gebellt und nach vorn gegangen (im Moment noch so: "ach du bist es, du bist ungefährlich, aber nur für den Fall) und es wird wieder gescharrt was das Zeug hält.

Die Trainerin warnte mich vor dass wir das Thema bei jeder Läufigkeit bekommen könnten. Tja, ich hatte die leise Hoffnung dass nicht, aber sie scheint recht zu behalten. Jetzt stehen mir also wieder so ca. 4 Monate mit einem Freakhund bevor.

Seit ca. Einer Woche nimmt der Wahnsinn jetzt schon wieder zu. Gibt's hier jemanden dessen Hündin in der Läufigkeit zum Monster wird? Also nicht nur kurz vor den Stehtagen, sondern in jeder Phase der Läufigkeit? Gibt es vielleicht Hoffnung dass es mit der Zeit besser wird?
 
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19 Jan 2017
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#20
Hey Kerstin,

ich kenne mich leider mit den Wesensveränderungen während und vor der Läufigkeit nicht aus. Vielleicht muss Paula erst selbst mit ihrem Hormonchaos zurechtkommen. Möglicherweise meistert sie im Laufe des Älterwerdens immer besser die Situation der Läufigkeit und wird in den Phasen mit Zeit besser händelbar? Gelten womöglich auch die 3-4 Jahre bis die Murmeln im Kopf diesbezüglich verschwinden? Wie Du merkst, ich weiß es auch nicht. Ich hoffe andere Forenmitglieder können Dir weiterhelfen.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#21
Yari ist zwar ein Rüde und wir haben die Nummer mit der Läufigkeit nicht, aber hallo.... ich weiß ziemlich gut wo von du sprichst und Viersen, wo sich unsere zwei mal kurz gegenüberstanden...

Wir machen gerade enorme Fortschritte... im Bezug auf Hunde, es passiert zwar immer mal noch, aber die Intensität hat nachgelassen und wenn die Individualdistanz passt geht es mittlerweile recht gut.... Insere Züchterin sagt, Ausdauer und Training... Yari ist mit seinen 19 Monaten noch ein Kind.

Wir haben aber noch eine zweite große Baustelle... Yari hat zum einen einen sehr ausgeprägten Schutz und Wachtrieb und mit fremden Menschen ein echtes Problem.... Wir arbeiten dran und hoffen dass es besser wird...

Hast du bei Paula, wenn ihr die Läufigkeit so zu schaffen macht, mal über eine Kastration nach der dritten Läufigkeit nachgedacht? Drüber nachdenken und mit dem Tierarzt sprechen würde ich aufjedenfall, was ihr dann macht ist ja immer noch dir überlassen.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#22
Hallo, ja da in Viersen waren die Symptome schon am Abklingen :) Ich fand das auch nicht dramatisch, zwei Junghunde die sich kurz anmotzen, so what? :) damit kann ich leben. Jetzt allerdings is wieder schlimmer. Ich war letztes Jahr mal bei einer Hundepsychologin, die riet zur Kastration. Allerdings fand ich die nicht besonders kompetent. Unsere Trainerin rät davon ab. Sie meint bei Hunden wie Paula kann das gewaltig nach hinten los gehen. Im Moment wäre der Status ja so dass ich alle 6 Monate für 3 Monate einen Hund habe der Gaga ist. Im ungünstigsten Fall hätte ich nach der Kastration einen Hund der immer Gaga ist. Das Risiko ist mir zu hoch.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#23
Ach so ich will dir nicht zu nahe treten :) Viersen war blöd glaufen, keine Frage. Ich will nur sagen dass sind Situationen die ich persönlich als nicht schlimm empfinde. Bei keinem Hund. So'n Stück weit fällt das für mich unter "Sind halt Hunde". Der jetzige Zustand geht aber darüber hinaus und wenn es wie beim letzten mal verläuft, kommt die richtig schlimme Phase ja erst noch.
 
Dabei
10 Jan 2016
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#24
Dann hast du dir über das Thema Kastration ja auch schon ausreichend Gedanken gemacht. Beim Rüden ist es halt einfacher.... da kann man probeweise einen Chip setzen, das ist reversiebel, zu 100%. Und dass du das Risiko nicht eingehen willst, dass sie immer Gaga ist, kann ich verstehen, nur zu gut.

Na ja, was Viersen angeht: Ich für meinen Teil bin da mittlerweile ziemlich sensibel... Ich hatte auch Zeiten, da hat sich Yari so da reingesteigert, der war schlichtweg nicht mehr ansprechbar! Im Frühjahr diesen Jahres bin ich heulend vom Hundeplatz und meine Trainerin hat Yari mit "Eierlaufen" erst mal runterfahren müssen, weil wirklich nichts mehr ging! Das war vor Rheinbach im März.... Wir haben enorme Fortschritte gemacht, einen ganz großen Teil verdanke ich da meiner Hundeschule, meine Trainerin züchtet selbst Aussies und weiß wovon sie spricht und was sie tut. Worauf ich hinaus will: Jedes Mal durchknallen, selbst wenn es so wie in Viersen ist und man sagen könnte "Junghunde, die dürfen sich mal anblöken..." ist einmal zu viel, die Autobahn im Hirn (blöken ist nämlich selbstbelohnend) wird dadurch immer breiter und das Verhalten gefestigt. Hier war das Problem, du bist mit Paula aufgestanden und kamst gerade auf uns zu, das ist für Yari ein no go (konntest du ja nicht wissen), wärst du seitlich weg gegangen, wäre alles bene gewesen Yari hätte zwar geguckt aber das wärs dann schon gewesen. Eigentlich ist das auch der Grund warum wir Rally auf Turnieren laufen, da sind viele entspannte Hunde, die vielleicht mal gucken wenn Yari blöckt ala "Was willst du Jungspund denn!" und ihn gar nicht beachten... er läuft ins leere... alleine macht das weniger Spaß.
 
Dabei
18 Nov 2015
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#25
Huhu Frau Rossi, hier bei uns ist es auch so :rolleyes: Nach der ersten Läufigkeit war Rosi wie ausgewechselt, total ruhig und entspannt. Als es dann so langsam auf die zweite Läufigkeit zu ging, würd sie richtig schlimm. Aufgedreht, zickig bei Hundebegegnungen..das ganze Programm. Nach der Läufigkeit war es wieder gut. Jetzt hatten wir grad wieder eine total aufgedrehte Phase, diesmal war es mit anderen Hunden besonders schlimm..und jetzt wird sie allmählich wieder ruhiger und kuschelig. Es ist ein Auf und Ab.

Ich denke, ein Stück weit wird sich das noch einpendeln, wenn sie älter werden und sie sich daran gewöhnt haben. Aber zu einem gewissen Grad ist es ja halt auch "normal" durch die Hormonveränderungen während des Zyklus. Ich versuche, mich damit zu arrangieren, dass ich saisonal einen "anderen" Hund an der Leine habe, mal eben die Rakete und mal das kleine Mäuschen ;)
 
Dabei
26 Mai 2015
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#26
Hallöchen,

mein Hund ist jetzt 2 Jahre und 5 Monate alt und ich habe ein neues Stadium der Entspanntheit erreicht. Ich habe viel versucht, lange trainiert und geübt. Jedoch, es ist nicht zu ändern. Paula findet einige andere Hunde schei*e! Punkt. Das scheint unabänderbar so zu sein. Ich habe mich zumindest mittlerweile von dem Gedanken verabschiedet dass ich das ändern könnte.

Was as ich ändern kann und sich immer weiter verbessert sind ihre Impulskontrolle und damit die Ansprechbarkeit in solchen Situationen. Vielleicht zählt mein Wort für sie auch mittlerweile einfach mehr.

Aber er ich glaube ich werde nie heraus finden was das Problem ist. Ist mir gestern erst wieder deutlich aufgefallen. Wir kommen mit dem Auto nach Hause, beim Parken sehe ich weit weit die Straße hinunter einen "Feind" der sich aber weiter entfernt. Ich öffne die Heckklappe und normalerweise läuft das so ab: Madam reckt und streckt sich, setzt sich auf und wartet bis ich sie anleine. Dann können wir gehen. Nicht so gestern, obwohl der Hund weit entfernt war, sie ihn durch die Scheiben nicht gesehen haben kann und er auch nicht an uns vorbei ging, mache ich die Kofferraumklappe auf und Madam nimmt Witterung auf. Das ist schon faszinierend. Denn der Hund war gut 100Meter die Straße runter, aber Madam riecht dass er da ist und dass er unlängst näher gewesen ist und sofort gehen die Nackenhaare hoch und Madam atmet schwer.

Dieser Hund hat ihr nie was getan, überhaupt sind wir ihm nur 3 mal begegnet, auf Entfernung versetzt auf der anderen Straßenseite, der Hund hat einzig den Fehler: er ist neu in unser Viertel gezogen. Das reicht wohl schon.

Ich hab mich damit abgefunden, mein Hund ist ein Freak. Aber ein süßer Freak. Wollt ich euch nur mal erzählen.

Ach so Finnie Pooh hat irgendwann gefragt ob sie das auch macht wenn ich nicht dabei bin :) dieses Experiment habe ich jetzt mit verschiedenen Personen ausprobiert. Hundeleute und Nichthundeleute. Tja? Abschließend kann man zusammenfassen: Paula nimmt sie nicht ernst.

Unsere Hundetrainerin nimmt auch Hunde in Pension wenn man mal weg muss, zu Übungszwecken wird Paula da mal einen Aufenthalt haben. Bin gespannt wie es da läuft, die kennt meine Brausebirne immerhin durch und durch.
 

Oceanic

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Dabei
15 Jan 2013
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#27
Ich habe deine Berichte mit großem Interesse gelesen, da wir auch einen Hund haben, der mit anderen Hunden nur bedingt kompatibel ist (insbesondere Hündinnen, Rüden sind in der Regel kein Thema). Ähnlich wie du, habe ich auch lange probiert an diesem Zustand etwas zu ändern ("alle Hunde sind so verträglich, nur unserer nicht"), habe mich dabei total verspannt, ihr damit falsche Signale gegeben, sie wurde heftiger dadurch und es war ein kleiner Teufelskreis. Wir hatten irgendwann auch keine Ahnung mehr, wie wir damit umgehen sollen. Zumal sie mit Hunden, die sie mag sehr sozial, punktgenau und verträglich ist. Sie kann also grundsätzlich.
Irgendwann habe ich dazu mal eine lange Unterhaltung mit einem lieben Fori hier geführt, die mir ein wenig die Augen geöffnet hat, meinen Hund so zu akzeptieren wir er ist und mich vor allem an ihren vielen, vielen tollen Seiten und Eigenschaften zu erfreuen, denn eigentlich haben wir vor allem eins: einen unfassbar tollen Hund. Ich habe also fortan begonnen meine kleine Rüpelprinzessin als genau das zu akzeptieren, habe eine Weile jede Begegnung vermieden, die schwierig werden könnte und sie vielen, vielen positiven Hundekontakten ausgesetzt. Außerdem war ich selbst viel entspannter, genau wie du es auch beschreibst. Und siehe da: alles in allem haben wir einen Status erreicht, mit dem ich super leben kann. Begegnungen mit anderen Hunden laufen in der Regel relativ entspannt ab, Kontakte gibt es nur von mir vorgegeben. Wenn sie wirklich mal Blödsinn im Kopf hat, ist sie ansprechbar und abbrechbar, auch wenn es immer noch mal kurzzeitig vorkommen kann, dass sie pöbelt. Solange ich das unterbinden kann, kann ich damit umgehen und leben.
Es gibt sie einfach, die Hunde, die nicht mit allen können und wollen. Und letztlich müssen sie das auch nicht. Also versuchen wir es entspannt zu sehen und uns an all den positiven Seiten unserer Fellpopos zu erfreuen :)

Ich bin allerdings total gespannt, was du von dem Aufenthalt in der Pension deiner Hundesitterin erzählst und hoffe, du hältst uns auf dem Laufenden!
 

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