Anzeige:

Alltagstraining mit Yoshi - hetzen und jagen

Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#1
Hallo liebe Foris,

auch wenn ich keine Aussie habe möchte ich euch gerne ein bisschen an unserem Training teilhaben lassen und vlt. auch hier und da eine Tip abgreifen wie ich manches Problem angehen könnte.

Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit Yoshi, wir hatten die entspannteste Welpenzeit die man sich vorstellen kann. Wir mussten ihm nicht abgewöhnen hochzuspringen und auch Beisshemmung war kein großes Thema.
Klar testet er immer wieder mal ob alle Regeln noch gelten aber da wir da sehr konsequent sind bleibt es bei halbherzigen Versuchen.

Unser Erziehungsfocus liegt vor allem auf Ruhe, Ruhe und Impulskontrolle unterbrochen von Spaziergängen, Unterordnungsübungen und ein bisschen Tricksen. Er lernt wahnsinnig schnell und ist ein wirklich toller Begleiter.
Sechs Stunden am Tag ist er mit mir im Büro, hat viel Kundenkontakt und verhält sich sehr gut.

Aber kein Junghund ist ohne Baustellen und hier würde ich mich über Input der erfahreneren Halter von hoch intelligenten Hunden sehr freuen. Wir haben nun schon zwei Trainer "verschlissen" die uns mit "ihrer" Methode nicht weiter bringen. Bevor ich nun einen dritten suche der mir sagt was ich schon weis würde ich gerne eure Meinungen hören ;).

Was sind unsere Baustellen? Natürlich alles was sich dynamisch bewegt.
Ich bin auf den Spaziergängen natürlich sehr bedacht das ich immer alles zuerst sehe und bisher gab es auch nur einen einzigen "Zwischenfall", in völlig unwegsamen Gelände, mitten im Wald kam von Hinten ein Mountainbiker angebrettert, es war am Hang, er schoss an mir vorbei, ich hatte zwar gerufen aber keine Chance...Yoshi ist hinterher. Er war noch wenigen Augenblicken zurück hat aber natürlich abgespeichert was das für ein Spaß war. Großwild (Rehe, Pferde, Rinder usw) sind kein Problem, da schaut er nur hat aber kein Interesse...Kleinwild (Kaninchen und Katzen) sind schon eher kritisch aber nur wenn sie wegrennen.

Nach dem Vorfall mit dem Radler war er einige Zeit kaum ansprechbar wenn Radler zu sehen waren. Das hab ich schnell in den Griff bekommen und nun hört er mir in 95% der Sichtungen zu.
Ich trainiere auf Trainerrat nun mit Schleppleine am Radweg (ist ungefährlich weil wir uns nur auf der Wiese daneben bewegen)...die Zielsetzung ist das er sich bei Radlersichtung am Wegrand ablegen lässt und so keine Gefahr darstellt. Hetzen ist natürlich ein NoGo.

Trainer Nr. 1 machte mit uns folgende Übung zum Jagdabbruch:
Hund an die Schlepp - Bällchen werfen - Rückruf - Hört er nicht begrenzt ihn die Schlepp.
Yoshi brauchte nur einen Versuch um dann einfach nicht mehr loszurennen solange die Leine dran ist. Selbiges am Radfahrer, kein Interesse wenn er die Schlepp trägt.

Trainer Nr. 2 setzt auch auf Schlepp...aber anders, eben nur als "Sicherung":
Radler kommt - Hund ins Platz - Radler abwarten - auflösen in einem Beutespiel (um quasi das Verhalten nicht nur zu deckeln sondern ihm eine alternative zu geben)
Ziel der Übung sollte sein das er sich irgendwann schon bei Sichtung eines bewegten Objektes in Erwartung auf ein Spiel zu mir umorientiert.

Was sind unsere Probleme?
1. Er mag kein Geschirr, das muss er an der Schlepp aber tragen … das stört seine Konzentration. Ein positiver Aufbau des Geschirrs wird seit seiner 10. Lebenswoche gemacht. Wir sind soweit das er nicht mehr wegläuft wenn er es tragen soll aber er zeigt deutliches Meideverhalten. Verschiedene Modelle wurden ausprobiert nun hat er ein annyx, das einzige mit dem er überhaupt läuft ohne sich ständig hinzuwerfen.

2. Er lässt sich an der Schlepp nicht gut motivieren. Das lustige Beutespiel ist eher ein halbherziges hinter dem Bringsel herschlurfen...wenn die Schlepp nicht dran ist ist das Teil das Größte für ihn. Der Aufbau der erwünschten Verhaltenskette ist also dadurch gestört das er einfach keinen Spaß hat.

3. An der Schlepp ist alles kein Thema...der absolute Vorzeigehund. Trainer Nr. 2 erklärte das Problem bereits für beendet und will ohne Schlepp arbeiten. Ich weigere mich weil ich diesen Hund kenne, ein Jagdabbruch ohne Schlepp ist noch nicht möglich.

4. Ich und die Schlepp. Ich komm nicht gut zurecht und mache dadurch auch Fehler. Heute bin ich gestolpert und draufgetrampelt. Eine grundlos Sanktion für den Hund der dann noch misstrauischer neben mir hertrottete. Ist eben kein stumpfer Labrador der solche Schnitzer vezeiht. Wir kommen also beide nicht gut klar.

Ich bin nun wie verrückt am Lesen von verschiedenen Methoden des Antijagdtrainings und frage mich zunehmend ob das für so schlaue Hunde überhaupt geeignet ist. Schlepp ist jedenfalls nicht unser Weg. Mit Hundeschulen schaut es hier leider auch nicht so bambastisch aus...ich hab das Gefühl die sind mit Hütern ziemlich überfordert.
Andere Schapu-Halter raten zu "drastischer" Strafe...Wurfketten, Sprühhalsband, Rappeldosen und gestellte Situationen mit "sich wehrenden" Radfahrern.
Ich bin durchaus gewillt meinem Hund eine klare Ansage zu machen aber nur wenn ich es auch wirklich immer durchsetzen kann. Das funktioniert mit dieser Art der Sanktion in der Regel nicht und darum bin ich da sehr skeptisch. Er ist kein Hund der bei einer Rappeldose in die Knie geht, da müsste ich ihn schon treffen damit ihn das beeindruckt und das schaffe ich vermutlich nicht mal in einer gestellten Situation.
Außerdem bin ich überzeugt das ein Hund der die Schleppleine so gut einschätzen kann auch schnell raus hat das mein Wurfradius begrenzt ist.

Freilauf unter gemäßigter Ablenkung ist in Wald und Feld absolut unproblematisch, er sucht auch (noch) nicht aktiv nach Hetzobjekten, hält einen 10-20 m Radius, sichert sich stetig mit Blick zu uns ab. Wirklich schönes Laufen mit ihm. Auch Rückruf an Passanten und anderen Hunden klappt bisher tadellos wobei er bei Hunden nun schon (pubertätsbedingt) ein wenig länger überlegt. Bei Joggern entscheidet die Geschwindigkeit und wie schnell ich sie sehe wie interessant sie für ihn sind. Dort kann ich ihn aber umlenken indem ich in die andere Richtung davonlaufe.

Für mich ist es das Schlimmste das mein Hund andere Menschen "belästigt", das müssen wir dringend abstellen. Aber da kommt erschwerend hinzu das er jeden toll findet, alle Menschen sind toll und streicheln bestimmt wenn der Hund nur niedlich guckt. Er ist dabei zwar nett und unaufdringlich, verträgt es aber schlecht wenn Leute Angst haben und hektisch werden. Dann ist er irritiert und wufft...was die Leute noch hektischer macht...usw.
Ich denke aber das sich das mit zunehmender Reife geben wird.

Ich freu mich auf ein bisschen Brainstorming zu unserem Problem und bin sehr gespannt wie ihr das so angeht.

lg
 

Anzeige:
Dabei
10 Mrz 2014
Beiträge
974
#2
Ich kann dich sehr gut verstehen.

Lassie kennt seit Begin das Kommando "Katze NEIN". Vor der Pubertät klappte es zu 100% Während der Pubertät, zwischen 0 und 100% je nachdem wie sie gerade aufgelegt war. Jetzt zu 80%-90%.
Wie das Kommando verrät sind die Katzen das Hauptproblem. Allerdings wurde Autos, Radler, Bulldogs und Motorräder, aber auch spielende Hunde, Fuchs............. hinterher gerannt.
Bei Kaninchen haben wir es noch nicht ausprobiert, da es bei uns keine gibt, würde ihr aber nicht trauen. Meistens jagt sie, bis auf die Katzen, gar nicht sofort hinterher, sondern erst wenn die Teile schon etwas weiter sind. Dann legt sich ein Schalter um und sie ist kaum zu bremsen.

Wir haben sehr viel Frustrationstoleranz geübt, so wie ihr mit Ball..... . Das mit dem Auto, und Traktor war für mich am schlimmsten, da das mitten im Dorf passierte und völlig überraschend. Da haben wir dann angefangen Frisbee in die andere Richtung zu werfen, und das gefiel ihr viel besser als jagen.

Parallel habe ich angefangen mit ihr Rad zu fahren, da ich das Gefühl hatte das es nicht nur jagen sondern auch der Spaß an der Geschwindigkeit war. Auffällig war, das nach dem sie sich vom Radeln erholt hatte, das Verhalten nicht auftrat. Währen dem laufen neben dem Rad allerdings schon. Alle paar Tage lass ich sie auch heute noch auspowern.

Bei Katzen ist es etwas anderes, da die wilden Katzen sie immer geärgert haben. Lassie hat nun genaue Vorstellungen wo die Katzen hingehören, und das versucht sie immer wieder durchzusetzen. Das macht sie allerdings nur bei uns in der Nachbarschaft. Wenn sie losstartet kann ich sie zu 100% stoppen. Dann überlegt sie allerdings ob sie den Ärger in Kauf nimmt oder zurück kommt. Zu 85% kommt sie, wenn nicht kommt sie nach dem verjagen in totaler Demutshaltung zurück gekrochen.
 
Dabei
29 Mrz 2015
Beiträge
513
#3
Uff, ganz schön länger Text. ;) Hab noch nicht ganz verstanden, wo genau du Tipps möchtest. Das reagieren auf alle möglichen (visuellen) Reize? Das gehört zum Aussie und finde ich normal. Bald kommen noch die fliegenden Blätter, juchu! Unsere Herangehensweise war den Rückruf weiter zu festigen, möglichst vorausschauend spazieren gehen, viele Pausen mit Ruhe. Ganz viel Impulskontrolle üben. Alternativverhalten anbieten (z.B. hinter dir absitzen bei ängstlichen Personen, Joggern etc). Wenn der Hund doch mal zu weit weg war, verstecken. Sowas halt.

Konsequent bei jedem Radfahrer und Jogger absitzen. Leckerli. Und das gibt es erst, wenn der Abstand wieder groß genug ist. Antijagdtraining haben wir im Junghundekurs mitgemacht. Das passierte auch an der Schlepp: Reiz erscheint, Abruf, Party. Wenn Abruf nicht klappt, gibt's den leichten Tick in die Seite. Also durchaus auch mal Maßregeln. Das richtige Timing dafür erkennen und seinen Hund in so eine Situation bringen und erkennen wie er reagiert.

Ansonsten habe ich nie mit der Schlepp gearbeitet, ich habe jeden Fokus auf mich, jede "richtige" Entscheidung stark gelobt. Viel hat nochmal das longieren gebracht, um den Hund auf mich zu konzentrieren. Außerdem habe ich gelernt, andere Hunde zu blocken und viel Körpersprachlich gearbeitet und dadurch meinem Hund viel Sicherheit gegeben.

Wir fahren ein Stück zu unserer Hundeschule, aber das hat sich mehr als gelohnt.

Es ist schon ein Riesen Unterschied jetzt festzustellen zu früher und ich bin froh dass ich bei Pannen locker geblieben bin, meinem Hund grundsätzlich immer vertraut habe und davon ausgegangen bin, dass viel einfach Übermut ist und zu viel Energie, die sich auswächst. Natürlich weiß man das vorher nie aber du schreibst ja, dass schon so viel bei euch klappt. Da würde ich nicht alles auf die Goldwaage legen und ihn auch mal Hund sein lassen (wenn möglich). Wenn ihr konsequent die Regeln aufzeigt, wird er zunehmend sicherer was erwartet wird und sich "richtig" entscheiden. Natürlich müsst ihr dafür den Rahmen schaffen und klar, dass man sowas nicht übt wenn gleich nebenan die Rehe hopsen (ist mir leider passiert, aber nur einmal).
 
Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#4
Hab noch nicht ganz verstanden, wo genau du Tipps möchtest. Das reagieren auf alle möglichen (visuellen) Reize? Das gehört zum Aussie und finde ich normal. Bald kommen noch die fliegenden Blätter, juchu!
Ich hab ja keinen Aussie, aber ja, mir ist durchaus bewusst das Interesse an Bewegungsreizen normal ist und dennoch möchte ich meinen Hund gern kontrollierbar haben. Es geht nicht das er Jogger und Radfahrer belästigt.
Ich suche einen Ansatz der mir hilft ihm ein Alternativverhalten aufzutraineren und das am besten ohne Schleppleine aufgrund der beschriebenen Probleme damit.

Er hat kein Interesse wenn er weis das er gesichert ist...ist er es nicht ist er weg und dann rennt er auch kopflos und ohne sich umzudrehen. Der Klassiker (umdrehen und wegrennen oder verstecken) zieht also nur bedingt. Und vor allem stößt es beim Jagdobjekt (Jogger) auf sehr wenig Verständnis.

Konsequent bei jedem Radfahrer und Jogger absitzen. Leckerli.
Machen wir aber Leckerli kann ich mir da schenken, unser Problem ist ganz klar die Motivation.
Die hochwertigste Belohnung ist für ihn das Rennen, daher der Gedanke mit dem Beutespiel als Belohnung...macht ihm an der Schlepp keinen Spaß, ungesichtert ist es noch zu unsicher...wie also weiter machen?

Wenn Abruf nicht klappt, gibt's den leichten Tick in die Seite. Also durchaus auch mal Maßregeln.
Wie ticke ich einen Hund in die Seite der schon weg ist? Er ist sehr schnell, er zeigt keine Sekunde an das er was gesichtet hat...er sprintet sofort los. Andere Hunde stehen kurz und schauen...ist ja auch nicht mein Erster aber so schnelle Reaktionen sind für mich neu. Daher glaube ich nicht das uns Sanktionen weiter bringen, dafür ist er zu schnell...darum arbeiten wohl so viele Schafpudelhalter mit Sprühhalsbändern.

Lassie kennt seit Begin das Kommando "Katze NEIN". Vor der Pubertät klappte es zu 100% Während der Pubertät, zwischen 0 und 100% je nachdem wie sie gerade aufgelegt war. Jetzt zu 80%-90%.
Darf ich fragen wie ihr das Kommando gefestigt habt? Er lief seine ganze Welpenzeit frei und wir begegneten vielen Radlern und Joggern, auch Katzen waren kein Thema. Aber seit dem Vorfall im Wald zieht kein "Nein" mehr...dafür ist er dann einfach zu triebig.

Parallel habe ich angefangen mit ihr Rad zu fahren, da ich das Gefühl hatte das es nicht nur jagen sondern auch der Spaß an der Geschwindigkeit war.
Das ist auch Yoshi´s Thema...rennen um des Rennens Willen. Er zeigt (noch) keinerlei Hüteverhalten...er rennt einfach nur mit. Allerdings kommt körperliche Auslastung oder gar Radfahren aufgrund seines Alters noch nicht in Frage. Bevor wir irgendwelchen Sport mit ihm machen muss er auch erst geröntgt sein da er von Welpenbeinen an Physiotherapie aufgrund eines unrunden Gangbilds bekommt.
 
Dabei
10 Mrz 2014
Beiträge
974
#5
Gefestigt haben wir es in dem wir es immer und immer wieder angewendet haben. Schon bevor wir aus der Haustür gegangen sind, habe ich zu ihr "Katze nein" gesagt. Immer wenn ich eine Katze gesichtet habe wurde sie ins Platz gelegt und bekam Leckerli.
Wenn es nicht klappte, habe ich sie, wenn sie zurückkam, gerufen bin in die falsche Richtung gelaufen und habe sie dann ganz fest belohnt. Daher ich habe versucht das Erfolgsverhalten "vergessen" zu machen und eine Alternative aufzubauen. Es wird hier im Forum sehr oft dagegen gewettert den Hund in solchen Situationen zu "belohnen", im Moment mache ich das auch nicht mehr, aber Lassie ist jetzt fast 3 Jahre, solange sie jung war wurde sie fürs zurück kommen bestimmt zu 90 % belohnt.
Beim Spazieren gehen habe ich zeitweise viel gespielt, mit Ball, Seil..... . Sie musste sitzen und ich hab es versteckt, dann musste sie ein Stück im Fuß gehen bevor sie zurückdurfte und es holen. Ich habe sie damit den Berg rauf und runter gehetzt. Auf der Wiese neben unserem Haus können wir sehr gut Frisbee spielen und da sie dies lieber tut als "Jagen" warf ich nach einem Autogehetze die Frisbee in die anderer Richtung wenn Autos vorbei kamen. (sie läuft deshalb immer von der Straße weg). (Haben wir aber erst vor ca 1 1/2 Jahren angefangen wegen der Bewegung)
Geradelt bin ich sehr früh, allerdings das meiste ohne Leine, auf Waldwegen, im Tempo von Lassie. Da sie sowieso beim Spazieren hin und her gerannt ist, in den Wald hinein und vor raus wurde das ganze nur Kanalisiert. Wir machten viele Pausen und nur den normalen Spaziergang etwas schneller.
Wenn Lassie mit anderen Hunden spielte war das rennen Gelenkbelastender als frei zu laufen. Durch das Rad hatte ich nur die Möglichkeit schneller zu sein, und sie lief dann auch weniger in den Wald weil es nicht so langweilig war. Da meine Knie kaputt sind kann ich nicht rennen.

Frisbee ist für die Knochen noch zu früh. Aber ein junger Hund muss sich auch körperlich auslasten dürfen. (nicht täglich aber hin und wieder.) . Vielleicht wäre das Spiel mit der Reizangel ein Spiel für euch, das haben wir in der Welpenstunde gamacht. Du hast dabei die Möglichkeit die Bewegungen zu beeinflussen.

Eine wichtige Übung war auch sich an einen Radweg, Straße... zu setzen, (oder auch in den Garten meiner Freundin wo es Laufenten gab) ein Buch zu lesen sie abzulegen und immer wenn sie ruhig war, zu loben.
Obwohl ich weis das sie relativ gut mittlerweile hört, ist es für mich immer noch eine Überwindung ihr zu vertrauen. Wir haben gerade ganz junge Katzen. Es kostete mich wirklich ganz viel Überwindung Lassie in dem Zimmer vom "Leg dich" frei zugeben wenn die Katzen spielten. Und klar zeigt sie hin und wieder Ansätze die Kleinen zu "jagen" allerdings nur um zu spielen und ich kann sie auch sofort stoppen.

Ich muss aber ganz klar sagen, das bei unserer "Methode" auch viel die Zeit geholfen hat. Also wir waren einerseits konsequent, versuchten Alternativen einzusetzen, sind bei "Rückfällen" da gab es einige, nicht verzweifelt, und haben auf die Entwicklung unsere Hundes gesetzt.

Auch wenn es noch länger wird. Leckerli Verweigerung hatten wir auch. DAs ist noch heute ein Zeichen von massiver Überreizung. Da setzt ich mich dann wirklich nur hin und lass sie beobachten. Und das ganz oft hintereinander, bis sie entspannen kann. Das wird dann belohnt.

Schleppleien war genauso wie bei euch. Lassie weis genau beim wem sie was an welcher Leine tun und lassen kann.
Hoffe ich konnte dir ein paar Ideen aufzeigen.
 
Dabei
8 Mai 2016
Beiträge
1.076
#6
Auch grade Thema bei uns. Die lieben jungen Feldhasen, und wehe Dusty sieht sie vor mir... :(
 
Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#7
Heute ein erster Lichtblick.
Wir üben oft ganz früh morgens auf einer Wiese Unterordnung. Da wir auch dort ein Motivationsproblem haben gibt es folgenden Ablauf. Ich nehme den Kong mit zur Wiese und lege ihn dort auf einen Stein (gut erreichbar für den Hund). Dann wird gearbeitet, natürlich möchte er gern an den Kong gibt es aber nicht...erst wenn wir fertig sind.
Macht er nicht mit packe ich den Kong ein und wir gehen sofort kommentarlos nach Hause. Arbeitet er gut mit löse ich die Unterordnung nach 10-15 min auf indem er sich seinen Kong holen darf...dann gibts Party. Die Zwischenübungen werden mit Futter belohnt. Heimgehen mussten wir nur zweimal, dann hatte er verstanden.

Und heute morgen kurz nach Sieben kam ein Radfahrer an der Wiese vorbei...mir rutscht das Herz in die Hose, Yoshi schaut, schaut zum Kong und orientiert sich zu mir in die Grundstellung. Ich habe versucht unangespannt weiter zu arbeiten...gelang mir nur mäßig aber Yoshi machte eifrig mit, schaute nur ab und an kurz zum Radfahrer. Als dieser außer Sicht war hab ich abgebrochen und ihn sofort zum Kong geschickt...der hat sich bald überschlagen vor Freude.
Nun weis ich also das er im straffen Arbeitsmodus da bleibt und genau abwägt weil er die Situation auf der Wiese so kennt das wir umgehend umdrehen und der Kong weg ist wenn er Mist macht.
Das ist also ein Anfang auch wenn es im Grunde eine ebenso gestellte Situation ist wie mit der Schleppleine...aber ich war trotzdem sehr stolz denn er hätte gekonnt.
 
Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#9
Ich wollte mal berichten wie es so läuft. Bei uns hatte das liebe Schicksal zugeschlagen...ich brach mir am 16.09. den 12. Brustwirbelkörper und so wurden Leben und Training mehr als entschleunigt.

Drei Tage war ich im Krankenhaus, 6 Wochen trug ich ein Stützkorsett und durfte nur liegen und stehen/gehen...letzteres ging aber nicht so gut dank der Schmerzen.
Und das alles mit einem 9 Monate jungen Rüden. Tja, die ersten vier Wochen sind wir an der Leine im Wohngebiet herumgeschlichen. Ich habe mich einfach nicht getraut mich weit von Häusern zu entfernen weil ich echt wackelig auf den Beinen war und nicht riskieren konnte irgendwo zu stolpern.

An ableinen oder Schleppleine war auch nicht zu denken...ableinen nicht weil ich ja null körpersprachliche bzw. körperliche Kontrolle über meinen Hund hatte. Ich hätte ihn weder blocken noch in kritischen Situationen einfangen können. Und Schlepp nicht weil ich im Zweifel unmöglich den Ruck von 18 Kilo nach 10 Metern Sprint hätte aushalten können.
Also Fußarbeit, Unterordnung, Leinentraining, wir haben angefangen zu clickern und auf unserem Betriebsgelände wurde gesichert getobt. In der 7. Woche nach dem Unfall war ich dann wieder mit ihm im Wald und er durfte laufen.
Dadurch das ich körperlich nicht gut reagieren konnte haben wir den verbalen Abbruch festigen können und was soll ich sagen...das Problem mit Radfahrern und Co. hat sich in Luft aufgelöst.
Abbruchsignal schon wenn er glotzt und fertig...und wir konnten nichts trainieren.

Wir bleiben natürlich trotzdem dran. Vollständig genesen ist man bei so einer Fraktur erst 12 Monate nach dem Unfall...nach 6 Moanten dürfte ich wieder anfangen zu joggen.
Es bleibt also weiter langsam bei uns...aber wer weis wofür es gut ist ;)
 
Dabei
7 Okt 2014
Beiträge
2.097
#10
Erstmal Mist! und gute Besserung wegen der gebrochenen Wirbel und dann super! wegen des Abrufs ;)
Bei uns war es ähnlich, zwar nicht mit Menschen, aber mit Wild.
Da ist Finn auch hinterher, sobald es weglief und ich habe mir beinahe den Rückruf versaut.
Bei Katzen das Gleiche.
Er lief zwar nie weit , sobald ich außer Sichtweite war , kam er zurück, also auch wenn plötzlich ein Busch zwischen ihm und mir lag, aber er war halt doch für einige Sekunden nicht ansprechbar und mir rutschte jedes Mal das Herz in die Hose.
Einmal bin ich echt stinksauer hinterher und habe ihn verbal so richtig gefaltet, danach war meistens Ruhe, aber ganz sicher war es nach wie vor nicht.

Dann lief uns monatelang kein Wild über den Weg, wir haben viel Impulskontrolle und Unterordnung gemacht und irgendwann sprang ein Reh unmittelbar vor Finn aus dem Gebüsch und ich habe nur noch ein lautes Bleib! brüllen können, weil ich für alles andere zu weit weg war.
Tja, und er blieb und guckte mich an und es gab Party.
Dabei ist es geblieben, beim geringsten Anzeichen reicht nun ein räuspern, setzt er tatsächlich mal zum Hetzen an, weil ich zu spät reagiere, brülle ich Eyh! oder Stopp! und er bleibt sofort stehen und dreht sich zu mir um.
Ich warte zwar auf den Tag, an dem es nochmal mit ihm durchgeht, denn der wird vermutlich irgendwann kommen , aber seit anderthalb Jahren haben wir das Jagdproblem nun schon im Griff.*auf Holz klopf*
 
Dabei
22 Sep 2015
Beiträge
338
Alter
30
#11
Ohhhh erstmal gute Besserung !
Ist doch super wenn ihr so anders geübt habt und das Problem "gegessen" ist.

Was mir beim lesen mal eingefallen ist war, dass man ja mal Radfahren sollte, wenn er das laufen so toll findet und er dann kontrollierter wird, weil er auch weiß, dass es Zeiten gibt wo er dem Rad (wo du drauf sitzt) hinterher laufen kann. Weiß nicht ob das helfen würde, und ihr habt ja ne Lösung gefunden aber das war so eine Idee ... Weil er ja auch bei Bällen etc. die du wirfst kontrolliertbar ist, also wieso dann vllt. auch nicht wenn er das Radfahren kennt ...
 
Dabei
14 Dez 2016
Beiträge
135
#12
Gute Besserung. Man das klingt ja echt sehr unschön. Ich hoffe bei dir gehts gesundheitlich weiter bergauf.

Schön dass ihr trotzdem so gute Fortschritte gemacht habt!


Sent from my iPhone using Tapatalk
 
Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#13
Das mit dem Radfahren haben wir weiter oben schon besprochen. Abgesehen davon das ich mich jetzt auf keinen Fall aufs Rad setzen kann (ein Sturz und ich fahr künftig Rollstuhl) war er als ich den Thread eröffnet habe einfach noch zu jung für solche Aktionen.
Wir müssen bei ihm ziemlich aufpassen, er bekommt von Welpenbeinen an Physiotherapie und bevor er nicht durchgeröntgt ist kommt so einseitige Belastung nicht in Frage.

Ich denke das er in der verstrichenen Zeit sehr gereift ist und ihn nicht mehr jeder Bewegungsreiz so stark aufregt, dazu entsprechende Impulskontrolle und keine weiteren Hetzerfolge. Das ist denke ich ein gutes Rezept. Ich bin mittlerweile überzeugt das man mit dem ganzen Schleppleinen-Jagdersatztraining auch viel verschärfen kann. Trainiert man stetig an Situationen herum macht man sie für den Hund ja auch immer interessanter.
 
Dabei
22 Sep 2015
Beiträge
338
Alter
30
#14
Ne klar, dass du dich jetzt nicht aufs Rad setzen kannst ...

Was hat er denn, dass er Physio bekommt ? Ich habe ja eine Hündin mit einem ziemlich kaputten Bein wo auch Rücken und Hüfte nicht so sonderlich gut sind mit der fahre ich auch regelmäßig Fahrrad. Sind ja sehr gleichmäßige Bewegungen die der Hund da macht , es fördert den Muskelaufbau und die Gelenke werden nicht durch stop und go's belastet wie zum Beispiel beim toben oder so ...
 
Dabei
25 Aug 2016
Beiträge
147
#15
Er ist als Welpe super unrund gelaufen und hatte an Knien und Karpalgelenken je nach Wachtumslage immer wieder "schnappende" Sehnen. Aktuell ist es mal wieder das rechte Knie.
Weil die Sehnen unterschiedliche Belastungen brauchen wurde mir, wie es ja bei Welpen ohnehin der Fall ist von zu viel gleichförmiger Bewegung abgeraten. Radfahrern unter 12 Monaten ist ja ohnehin nicht gesund und bei ihm hat die Physio eben geraten besser erst nachdem er geröntgt und völlig ausgewachsen ist mit soetwas zu beginnen. Bis dahin vor allem gymnastizieren und freies, lockeres Laufen ohne zwang nach vorn.
 
Dabei
22 Sep 2015
Beiträge
338
Alter
30
#16
Ahhhh okay ! Dann mal alles Gute für ihn !

Das rechte Knie ist auch Minas ganz spezieller Freund ....
 

Anzeige:
Empfehlungen:

Ähnliche Themen


Oben