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Enten zur Ratten: ersten Hüte-Erlebnisse

Dabei
15 Feb 2026
Beiträge
18
Alter
50
#1
Hallo zusammen,

mich würde interessieren, wie die ersten Erfahrungen eurer Hunde mit Vieh oder ihrem Instinkt aussah.

Als ich meine Tegan mit etwa 7 Monaten bekam, wohnten wir neben einem Park mit Enten, und sie liebte es, sie zu hüten. Als die jungen Entenküken ausgewachsen waren, fing sie eines – sie stürzte sich direkt auf seinen Rücken. Ich zog sie weg, und sie hatte es nicht verletzt.

Ich ging mit ihr zum Hütetraining, und die Trainerin war so beeindruckt, dass sie einen extrem hohen „Kill Drive“ hatte. Deshalb wollte ich das Training nutzen, um ihr zu helfen, diesen zu kontrollieren. 6 Monate später zog ich an einen Ort mit vielen Gänsen und einem Golfplatz, und wir dachten, wir könnten sie dort einsetzen, um die Gänse vom Platz zu vertreiben.

Als erwachsener Hund hat sie zwei Ratten für uns getötet. Das Lustige ist, dass 99 % der Omas sie so sehr liebten – „Die ist ganz liebe“ – sie war der freundlichste und süßeste Hund überhaupt. Aber sie konnte den Schalter umlegen. Das erste Mal bellte sie um 4 Uhr morgens im Badezimmer im Haus meines Vaters. Er ging hinein, um sie zu beruhigen, und sah die Ratte in der Badewanne. Sie rannte ins Wohnzimmer, und er sagte ihr, sie solle sie sich schnappen. Sie stürzte sich darauf, tötete sie und stand dann voller Stolz über ihr und sah ihn an, weil sie ihren Job erledigt hatte.

In meiner Wohnung in Leipzig saß sie auf dem Balkon und bellte jedes Mal, wenn sie eine Ratte im Garten sah. Manchmal verwechselte sie diese mit Igeln und konnte den Unterschied nicht erkennen. Sie versuchte einmal, einen Igel anzugreifen und bekam die Stacheln in die Nase, so lernte sie ihre Lektion, aber die kleinen grauen Gestalten sahen vom Balkon aus gleich aus. Eines Nachts war es dunkel, sie stürzte sich auf etwas und hielt den Kopf gesenkt. Ich sagte „Aus“ (leave it) und sie hob den Kopf. Ich zog sie weg, und da lag die tote Ratte. Sie hat jeden im Haus beschützt. Sie war ein braves Mädchen und liebte es, ihre Menschen zu beschützen.

Wie waren die frühesten Hüteerlebnisse eurer Welpen?
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Dabei
15 Feb 2026
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#2
Hallo, das ist eine wunderbare und sehr lebendige Beschreibung deiner Tegan. Man merkt richtig, wie sehr du sie geliebt hast und wie stolz du auf ihre Fähigkeiten warst. Diese Mischung aus absoluter Liebenswürdigkeit und diesem tief sitzenden Instinkt, der dann einfach umschaltet, das ist ja das Faszinierende an solchen Hunden mit starkem Hüte- oder Jagdtrieb.
Deine Geschichte mit den Enten und dem Hütetraining zeigt ja genau diesen Zwiespalt. Einerseits will man dem Hund ermöglichen, seinen angeborenen Trieben nachzugehen, andererseits muss er lernen, sie zu kontrollieren, damit er im Alltag zurechtkommt. Dass die Trainerin von ihrem "Kill Drive" so beeindruckt war, klingt erstmal krass, aber für Hütehunde ist dieser Fokus und diese Entschlossenheit ja durchaus typisch. Sie sollen das Vieh ja auch zusammenhalten und notfalls verteidigen.
Die Szene mit der Ratte in der Badewanne ist einfach herrlich beschrieben. Dieses stille Stolzsein nach dem Erledigen der Aufgabe, das kennt man von Hunden, die genau wissen, was sie tun. Und dass sie dann 99 Prozent der Omas um den Finger wickeln konnte, macht sie nur noch sympathischer. Diese Fähigkeit, zwischen Alltag und Ernstfall zu unterscheiden, ist ja das, was einen wirklich gut sozialisierten Hund mit starkem Trieb ausmacht.
Die Verwechslung von Ratte und Igel vom Balkon aus ist auch so eine typische Hundelogik. Von oben sieht das eben alles gleich aus, und die Nase voller Stacheln war dann eine schmerzhafte, aber effektive Lektion. So lernt der Hund eben auch durch eigene Erfahrung.
Meine eigene Erfahrung mit Hütehunden ist ähnlich. Mein Border Collie hat als Welpe angefangen, Autos zu hüten, was natürlich gar nicht ging. Wir haben dann auch viel trainiert, und heute kann er zwischen Spiel, Arbeit und Entspannung wunderbar unterscheiden. Aber dieser Schalter, den du beschreibst, den sehe ich auch bei ihm. Im Feld ist er voller Fokus, zu Hause ist er der größte Schmusebär. Es ist einfach eine besondere Beziehung zu solchen Hunden, oder?

Ja, absolut! Diese Fähigkeit zu wechseln macht sie so besonders. Man braucht einen Hund, der beides kann - arbeiten UND entspannen.
Beide meine Hunde waren Rettungshunde, etwa 7 Monate alt als sie zu mir kamen. Sie waren beide so dankbar für die Liebe und Sicherheit.

Ich habe vom Auto-Hüten bei BCs gehört, aber nie gesehen. Mein anderer Rettungshund wurde von einem Auto angefahren und hatte Angst vor ihnen - er lief weg, sogar von geparkten Autos. Die großen LKWs haben ihn beim Spazierengehen wirklich erschreckt. Vielleicht war das, was ihn getroffen und sein Bein gebrochen hat. Armer Kerl.

Tegan musste ihr Kinn auf meiner Hand im Auto ruhen lassen, wenn ich gefahren bin. Das hat das Schalten sehr schwierig gemacht!
 
Dabei
26 Mai 2015
Beiträge
3.227
#3
Enten oder Gänse fangen hat erstmal nichts mit Hüten zu tun. Und einen unerzogenen, nicht ausgebildeten Hund an einem See sich auf Vögel Stürzen zu lassen ist unverantwortlich.

Auch hüten Hunde keine Autos. Hunde sind nämlich nicht blöd. Hunde die Auto, Züge, Fahrräder oder Ähnliches jagen. Hüten nicht, sondern haben Probleme mit Aussenreizen
 

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