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HD und nun?

Dabei
13 Nov 2016
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#1
Hallo zusammen,

wir hatten ja heute unseren Röntgentermin. (Alter ca. 11 Monate)
Außer den Schultern... haben wir alles machen lassen. Mir ist ja ihr komischer Gang schon vor einiger Zeit aufgefallen...und ich wollte es genauer wissen, da ich in der Vergangenheit leider schon sehr oft richtig mit meinen Vermutungen lag .
Als das Röntgenbild der Hüfte kam, konnte ich als Leihe schon erkennen, dass auf der einen Seite etwas nicht wirklich in Ordnung ist (Gangbild und die manuelle Prüfung der Gelenke waren vorher schon auffällig). Leider wurde dann die Diagnose "einseitige HD" gestellt.

Jetzt wüsste ich aber mal gerne, was das nun genau für uns heißt? Hier wird ja der ein oder andere mit der gleichen Problematik sein.
Laut Tierarzt können wir ganz normal Hundesport betreiben und alles so machen wie bisher. Als Unterstützung bekommt sie was für die Gelenke ins Futter.

Irgendwie kann ich mir aber nicht vorstellen, dass bei einer HD mit 11 Monaten..alles ganz normal ist...
Langsam bin ich mit solchen Aussagen vorsichtig geworden, da es ja auch häufig heißt "das ist eine Hütihüti der muss in den Hundesport, sonst springt der vom Hochhaus". Daher Frage ich hier nochmal im Forum.

Ich bin gerade wirklich etwas am Boden... . Die Tage an denen sie bisher nichts hatte, kann man fast an einer Hand abzählen. Zudem - wer meine anderen Threads gelesen hat weiß das - bereitet mir ihr Verhalten auch einige Probleme...im großen und ganze einfach ihre Hibbeligkeit und Hyperaktivität + Hütetrieb. Trotzdem ist es der tollste Hund den ich mir vorstellen konnte (auch wenn ich schon das Glück hatte...einige tolle Hunde gehabt zu haben ;) ) und ich mich wirklich darauf gefreut hatte, mit ihr in den Hundesport zu gehen. Bei so einem aufgeweckten, freundlichen und "aktiven" Hund ist es irgendwie nochmal etwas schlimmer...zu wissen, dass da etwas mit den Gelenken nicht in Ordnung ist.

Sonst war zum Glück nichts zu sehen. Trotzdem bleibt die Diagnose der HD.
 

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Dabei
7 Okt 2014
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2.097
#2
Erstmal ruhig bleiben, auch wenn das sicher leichter gesagt als getan ist.
Kennt sich der Tierarzt wirklich aus?
Wie wurde geröntgt?
Welchen Schweregrad kann man erkennen?
Ich habe schon von HD Hunden gehört, die bei zweiter Meinung eine super Hüfte hatten und von Hunden mit angeblich toller Hüfte, die beim nächsten Tierarzt plötzlich schwere HD hatten.

Informiere auf jeden Fall den Züchter und frage, ob HD bekannt ist in der Verwandtschaft .
 
Dabei
22 Sep 2015
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#3
Wie Finnie Pooh schon sagt, über welchen Grad sprechen wir ?

Ich würde mit ihr vielleicht mal zu einer Tierphysio gehen und sie da mal vorstellen, die können dir bestimmt auch noch Übungen sagen die du unterstützend machen kannst :)

Ich kenne einen jetzt 12 jährigen Aussie der auch sehr früh die Diagnose bekommen hat HD (D und E). Er läuft noch ca. 10 - 15km am Rad mit, war sein ganzes Leben lang immer mit unterwegs und dabei auch sehr aktiv. Er hat kein Agi gemacht oder groß mit Bällen gespielt aber sonst hatte er da nicht groß Einschränkungen :)

Dann kenne ich noch einen, einen spanischen Wasserhund. Er hat E Hüften (wo der Rest des Wurfes meine ich A Hüften hat) er ist jetzt 4 oder 5, ist super viel mit seinen Besitzern unterwegs, geht viel Joggen, tobt mit anderen Hunden etc.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#4
Für mich stellen sich folgende Fragen:
- war das ein auf Röntgen spezialisierter TA?
- wie ist die Qualität der Aufnahmen? Ist sie 100%ig gelagert?
- was sagt der TA genau über die HD? Wie hoch- oder geringgradig? Da können Welten zwischenliegen.
Woran genau macht er die HD fest? Wenn er sagt, dem Hundesport steht
nichts entgegen, dann scheint es doch nicht so wild zu sein? Ggf. 2 Meinung von einem Spezialisten oder Physiotherapeuten.
Allein da liegen schon große Unterschiede zwischen!
- generell ist sie für ein aussagekräftiges HD-Röntgen noch sehr jung. Der WEWASC und einige andere Verbände geben 24 Monate vor.
Daher würde ich sie in dem Alter auf jeden Fall nochmal nachröntgen lassen.

Meine Hündin hatte einseitig eine etwas zu offenen Hüftspalt u. der Gelenkkopf war uneben. Sie hatte 14 Jahre lang keine Probleme damit, auch im Alter nicht.
Es gibt viele Möglichkeiten zum Thema HD, da musst Du mal googeln u. Dich in das Thema einlesen. Da gibt es von Akupuntkur bis Blutegel viele Möglichkeiten. Nicht alles funktioniert bei allen HD-Hunden.
Wichtig ist jedoch eine gute Bemuskelung der Hinterhand, die das Gelenk stabil hält. Daher ist HD eher das Gegenteil von "nichs mit dem Hund machen". Dazu Zusatzfuttermittel.
Für die Muskulatur der Hinterhand ist z.B. Zugsport eine gute Trainingsmöglichkeit. Eine befreundete Züchterin hat eine Nachzucht mit E-Hüfte der in Finnland bei einer Pyhsiotherapeutin lebt u. die ihn im Gespann mitlaufen läßt. Ruckartige Bewegungen u. ständige Richtungswechsel sind da eher kontraproduktiv. Daher ist Agi, Frisbee u. Co. eher nichts, wären aber auch aufgrund ihre Hyperaktivtät u. Hibbeligkeit eher nichts, weil sie zusätzlich puschen.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#5
Also...ich versuche mal auf alle Fragen zu Antworten:

Ob der Tierarzt spezialisiert darauf ist, dass kann ich nicht sagen. Er macht das regelmäßig und bei ihm wäre es auch möglich gewesen die Röntgenaufnahmen für den Zuchtverband anfertigen zu lassen.

Ja...das war mit 11 Monaten früh, aber wir hatten ja bereits einen Verdacht und haben darum röntgen lassen.

Zum Schweregrad der HD kann ich nichts genaueres sagen....das wurde nicht klassifiziert. Es hieß das eine eine Übergangsform, bzw. leichte HD ist.
Bei der Prüfung der Gelenke war ja schon eine Auffälligkeit da. Die eine Seite ist "nachgerutscht" und hat leicht geknackt.

Wir sind ja seit einigen Wochen bei einer Tierphysis und das mit dem bemuskeln (glückerweise ist sie das momentan sehr gut) wurde uns auch geraten. In ihrem Fall sogar das Wasserlaufband. Die bisherigen Behandlungen sind super angeschlagen und im Nachhinein würde ich mit einem Welpen sofort zu Physio und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Selbst ich konnte auf den Aufnahmen erkennen, dass der Gelenkkopf verformt ist und nicht komplett aufliegt...zudem ist die Gelenkpfanne "kürzer" (schmaler?) als die auf der anderen Seite.

Frisbee und Abi fallen bei uns sowieso weg (Agi wenn dann nur wirklich zum Spaß etwas Gerätetraining) ...da hast du vollkommen Recht.
Mir geht es da aber um viel einfacherer Dinge...bspw. Mantrailing. Ich habe einen Hund der teilweise sehr ruckartig - trotz schnellem Nacharbeiten mit der Schleppleine - in die Leine ruckt und zudem....wenn er dann in der Suche ist...sich in die Leine wirft wie ein bekloppter. Klar arbeiten wir daran, aber das ist halt keine Sache die von heute auf morgen weggeht. Und so etwas halte ich für gefährlicher als 15 km Radfahren.

Zum Thema Züchter: Ja, da bestand Kontakt....jetzt eigentlich nur noch über Umwege. Da möchte ich aber eigentlich in der "Öffentlichkeit" nicht so viel zu sagen, da sonst auch einige Dinge falsch verstanden werden oder einfach gekürzt nicht richtig sind. Großes Interesse kann ich da - wahrscheinlich aus Zeitgründen - nicht wirklich erkennen.
 
Dabei
9 Apr 2013
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#6
Ich weiß nicht, ob es dir hilft, wenn ich dir unsere Geschichte erzählen...
Ich versuche sie mal etwas kurz zu halten, aber so das ein oder andere ist vielleicht vergleichbar.
Wir haben unsere Hündin letztes Jahr im Mai mit 10 Wochen von der Züchterin abgeholt. Sie war total entspannt und hatte mit der fremden Umgebung, fremden Menschen und unsere anderen Hündin überhaupt keine Probleme. Etwa 4 Wochen war alles entspannt. Dann wurde sie langsam immer unsicherer. Laute Geräusche, fremde Menschen, laufende Kinder und auch fremde Hunde machten ihr totale Angst. Sie hatte entweder alles verbellt oder hat die Rute unter den Bauch geklemmt und versucht sich zu verkriechen. Es gab aber keine Situation, wo ich hätte sagen können, da hat sie schlechte Erfahrung gemacht. Außerdem war sie teilweise zu Hause total aufgedreht und machmal richtig panisch, ist wie ne Irre durchs Haus gelaufen. Wir haben uns eine Trainerin gesucht und ganz viel an ihrer Unsicherheit gearbeiten, aber es waren nur sehr sehr kleine Fortschritte zu erkennen. Einmal hatten wir in der Welpengruppe eine Situation, die ich erst später verstanden habe. Sie hatte mit einem Doggenbaby gespielt, mit dem sie schon öfter gespielt hatte und eigentlich auch gerne spielte. Er muss ihr weh getan haben, aufjeden Fall schrie sie auf und ist total auf ihn los gegangen, wir mussten sie richtig beruhigen. Die Trainerin meinte nur, dass das doch sehr übertrieben war von ihr, auch wenn er etwas ungestühm war.

Mir fiel schon früh auf, dass sie o-beinig lief, habe mir aber dabei nicht viel gedacht, Welpen laufen manchmal ja noch etwas eigen. Aber irgendwie wurde es nicht besser eher schlimmer. Deshalb habe ich mir gedacht sie einfach mal röntgen zu lassen. Sie war 6,5 Monate alt und die Diagnose war ein Schlag ins Gesicht:
beidseitig schwere HD! Beide Gelenke waren subluxiert (auch knackten bei ihr die Hüften)
Ich war total geschockt und stand erstmal total neben mir, wusste so gar nicht was jetzt passiert, wie man damit umgeht...
Ich habe mich durchs Internet mit Leuten in Verbindung gesetzt, die eine ähnliche Diagnose erhalten haben (es gibt da auch eine FB Gruppe). Habe Kontakt zu viele Ärzten aufgenommen und eine ganz tolle Physiothrapeutin gefunden.
Durch die Unterhaltungen mit den anderen betroffenen Besitzern ist mir klar geworden, dass jeder Hund mit HD anders ist. Es gibt Hunde mit schwere HD die wohl schmerzfrei alt geworden sind und Hunde mit leichter HD, die starke Schmerzen zeigten. In allem sind sich die Hundehalter aber einig, Physiotherapie ist sehr wichtig um die Muskulartur aufzubauen, sehr gut ist natürlich auch das Unterwasserlaufband.
Wir hatten an eine DBO (Beckenumstellung), Goldakupunktur, Kapselraffung gedacht und mit den verschiedensten Tierärzten gesprochen.
Dann kam der nächste Schock, wir haben sie 6 Wochen später nochmal röntgen lassen und dabei stellte sich heraus, dass sich ihre Hüften in der kurzen Zeit stark verschlechtert haben und sich schon Arthrosen gebildet haben. Daher haben wir uns für eine beidseitige Femurkopfresektion einschieden.

Die OP ist jetzt 7 Monate her. Wir haben viel Physio (mit Unterwasserlaufbahnd) mit ihr gemacht und viele Übungen für zu Hause bekommen. Es hat natürlich lange gebraucht, bis sie wieder ordentlich laufen konnte, aber jetzt können wir sagen, es war der richtige Weg! Sie kann wieder laufen, springen, spielen und einfach nur Spaß haben ohne Schmerzen! Andere Menschen, die ihre Geschichte nicht kennen merken es gar nicht. Sie ist viel ausgeglichener und ruhiger geworden. Ihre panischen Attacken kamen nur noch mal vor, als wir die Schmerzmittel zu früh abgesetzt haben.
An ihrer Unsicherheit fremden Hunden gegenüber und lauten Geräuschen, sowie viel Menschen auf einmal arbeiten wir und es wird Schritt für Schritt besser.

Auch ihr Verhalten der Dogge gegenüber kann ich mir jetzt erklären, denn mit Hunden die sie kennt gibt es sonst keine Probleme, ganz im Gegenteil, sie freut sich so über die Hunde, die sie kennt.

Wie schon gesagt, ist jeder Hund anders, aber ich finde es falsch zu sagen, dass ein Hund keine Schmerzen hat, weil er nicht lahmt. Gin hat wenig gelahmt, hat aber immer dieses panische Verhalten gezeigt. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie wollte vor den Schmerzen davon laufen. Ich bin mir ziehmlich sicher, dass ihre Unsicherheit auch damit zu tun hat, weil sie anfangs ein so entspannter Welpe war.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#7
Ich weiß nicht, ob es dir hilft, wenn ich dir unsere Geschichte erzählen...
Ich versuche sie mal etwas kurz zu halten, aber so das ein oder andere ist vielleicht vergleichbar.
Wir haben unsere Hündin letztes Jahr im Mai mit 10 Wochen von der Züchterin abgeholt. Sie war total entspannt und hatte mit der fremden Umgebung, fremden Menschen und unsere anderen Hündin überhaupt keine Probleme. Etwa 4 Wochen war alles entspannt. Dann wurde sie langsam immer unsicherer. Laute Geräusche, fremde Menschen, laufende Kinder und auch fremde Hunde machten ihr totale Angst. Sie hatte entweder alles verbellt oder hat die Rute unter den Bauch geklemmt und versucht sich zu verkriechen. Es gab aber keine Situation, wo ich hätte sagen können, da hat sie schlechte Erfahrung gemacht. Außerdem war sie teilweise zu Hause total aufgedreht und machmal richtig panisch, ist wie ne Irre durchs Haus gelaufen. Wir haben uns eine Trainerin gesucht und ganz viel an ihrer Unsicherheit gearbeiten, aber es waren nur sehr sehr kleine Fortschritte zu erkennen. Einmal hatten wir in der Welpengruppe eine Situation, die ich erst später verstanden habe. Sie hatte mit einem Doggenbaby gespielt, mit dem sie schon öfter gespielt hatte und eigentlich auch gerne spielte. Er muss ihr weh getan haben, aufjeden Fall schrie sie auf und ist total auf ihn los gegangen, wir mussten sie richtig beruhigen. Die Trainerin meinte nur, dass das doch sehr übertrieben war von ihr, auch wenn er etwas ungestühm war.

Mir fiel schon früh auf, dass sie o-beinig lief, habe mir aber dabei nicht viel gedacht, Welpen laufen manchmal ja noch etwas eigen. Aber irgendwie wurde es nicht besser eher schlimmer. Deshalb habe ich mir gedacht sie einfach mal röntgen zu lassen. Sie war 6,5 Monate alt und die Diagnose war ein Schlag ins Gesicht:
beidseitig schwere HD! Beide Gelenke waren subluxiert (auch knackten bei ihr die Hüften)
Ich war total geschockt und stand erstmal total neben mir, wusste so gar nicht was jetzt passiert, wie man damit umgeht...
Ich habe mich durchs Internet mit Leuten in Verbindung gesetzt, die eine ähnliche Diagnose erhalten haben (es gibt da auch eine FB Gruppe). Habe Kontakt zu viele Ärzten aufgenommen und eine ganz tolle Physiothrapeutin gefunden.
Durch die Unterhaltungen mit den anderen betroffenen Besitzern ist mir klar geworden, dass jeder Hund mit HD anders ist. Es gibt Hunde mit schwere HD die wohl schmerzfrei alt geworden sind und Hunde mit leichter HD, die starke Schmerzen zeigten. In allem sind sich die Hundehalter aber einig, Physiotherapie ist sehr wichtig um die Muskulartur aufzubauen, sehr gut ist natürlich auch das Unterwasserlaufband.
Wir hatten an eine DBO (Beckenumstellung), Goldakupunktur, Kapselraffung gedacht und mit den verschiedensten Tierärzten gesprochen.
Dann kam der nächste Schock, wir haben sie 6 Wochen später nochmal röntgen lassen und dabei stellte sich heraus, dass sich ihre Hüften in der kurzen Zeit stark verschlechtert haben und sich schon Arthrosen gebildet haben. Daher haben wir uns für eine beidseitige Femurkopfresektion einschieden.

Die OP ist jetzt 7 Monate her. Wir haben viel Physio (mit Unterwasserlaufbahnd) mit ihr gemacht und viele Übungen für zu Hause bekommen. Es hat natürlich lange gebraucht, bis sie wieder ordentlich laufen konnte, aber jetzt können wir sagen, es war der richtige Weg! Sie kann wieder laufen, springen, spielen und einfach nur Spaß haben ohne Schmerzen! Andere Menschen, die ihre Geschichte nicht kennen merken es gar nicht. Sie ist viel ausgeglichener und ruhiger geworden. Ihre panischen Attacken kamen nur noch mal vor, als wir die Schmerzmittel zu früh abgesetzt haben.
An ihrer Unsicherheit fremden Hunden gegenüber und lauten Geräuschen, sowie viel Menschen auf einmal arbeiten wir und es wird Schritt für Schritt besser.

Auch ihr Verhalten der Dogge gegenüber kann ich mir jetzt erklären, denn mit Hunden die sie kennt gibt es sonst keine Probleme, ganz im Gegenteil, sie freut sich so über die Hunde, die sie kennt.

Wie schon gesagt, ist jeder Hund anders, aber ich finde es falsch zu sagen, dass ein Hund keine Schmerzen hat, weil er nicht lahmt. Gin hat wenig gelahmt, hat aber immer dieses panische Verhalten gezeigt. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie wollte vor den Schmerzen davon laufen. Ich bin mir ziehmlich sicher, dass ihre Unsicherheit auch damit zu tun hat, weil sie anfangs ein so entspannter Welpe war.
Ich weiß nicht, ob es dir hilft, wenn ich dir unsere Geschichte erzählen...
Ich versuche sie mal etwas kurz zu halten, aber so das ein oder andere ist vielleicht vergleichbar.
Wir haben unsere Hündin letztes Jahr im Mai mit 10 Wochen von der Züchterin abgeholt. Sie war total entspannt und hatte mit der fremden Umgebung, fremden Menschen und unsere anderen Hündin überhaupt keine Probleme. Etwa 4 Wochen war alles entspannt. Dann wurde sie langsam immer unsicherer. Laute Geräusche, fremde Menschen, laufende Kinder und auch fremde Hunde machten ihr totale Angst. Sie hatte entweder alles verbellt oder hat die Rute unter den Bauch geklemmt und versucht sich zu verkriechen. Es gab aber keine Situation, wo ich hätte sagen können, da hat sie schlechte Erfahrung gemacht. Außerdem war sie teilweise zu Hause total aufgedreht und machmal richtig panisch, ist wie ne Irre durchs Haus gelaufen. Wir haben uns eine Trainerin gesucht und ganz viel an ihrer Unsicherheit gearbeiten, aber es waren nur sehr sehr kleine Fortschritte zu erkennen. Einmal hatten wir in der Welpengruppe eine Situation, die ich erst später verstanden habe. Sie hatte mit einem Doggenbaby gespielt, mit dem sie schon öfter gespielt hatte und eigentlich auch gerne spielte. Er muss ihr weh getan haben, aufjeden Fall schrie sie auf und ist total auf ihn los gegangen, wir mussten sie richtig beruhigen. Die Trainerin meinte nur, dass das doch sehr übertrieben war von ihr, auch wenn er etwas ungestühm war.

Mir fiel schon früh auf, dass sie o-beinig lief, habe mir aber dabei nicht viel gedacht, Welpen laufen manchmal ja noch etwas eigen. Aber irgendwie wurde es nicht besser eher schlimmer. Deshalb habe ich mir gedacht sie einfach mal röntgen zu lassen. Sie war 6,5 Monate alt und die Diagnose war ein Schlag ins Gesicht:
beidseitig schwere HD! Beide Gelenke waren subluxiert (auch knackten bei ihr die Hüften)
Ich war total geschockt und stand erstmal total neben mir, wusste so gar nicht was jetzt passiert, wie man damit umgeht...
Ich habe mich durchs Internet mit Leuten in Verbindung gesetzt, die eine ähnliche Diagnose erhalten haben (es gibt da auch eine FB Gruppe). Habe Kontakt zu viele Ärzten aufgenommen und eine ganz tolle Physiothrapeutin gefunden.
Durch die Unterhaltungen mit den anderen betroffenen Besitzern ist mir klar geworden, dass jeder Hund mit HD anders ist. Es gibt Hunde mit schwere HD die wohl schmerzfrei alt geworden sind und Hunde mit leichter HD, die starke Schmerzen zeigten. In allem sind sich die Hundehalter aber einig, Physiotherapie ist sehr wichtig um die Muskulartur aufzubauen, sehr gut ist natürlich auch das Unterwasserlaufband.
Wir hatten an eine DBO (Beckenumstellung), Goldakupunktur, Kapselraffung gedacht und mit den verschiedensten Tierärzten gesprochen.
Dann kam der nächste Schock, wir haben sie 6 Wochen später nochmal röntgen lassen und dabei stellte sich heraus, dass sich ihre Hüften in der kurzen Zeit stark verschlechtert haben und sich schon Arthrosen gebildet haben. Daher haben wir uns für eine beidseitige Femurkopfresektion einschieden.

Die OP ist jetzt 7 Monate her. Wir haben viel Physio (mit Unterwasserlaufbahnd) mit ihr gemacht und viele Übungen für zu Hause bekommen. Es hat natürlich lange gebraucht, bis sie wieder ordentlich laufen konnte, aber jetzt können wir sagen, es war der richtige Weg! Sie kann wieder laufen, springen, spielen und einfach nur Spaß haben ohne Schmerzen! Andere Menschen, die ihre Geschichte nicht kennen merken es gar nicht. Sie ist viel ausgeglichener und ruhiger geworden. Ihre panischen Attacken kamen nur noch mal vor, als wir die Schmerzmittel zu früh abgesetzt haben.
An ihrer Unsicherheit fremden Hunden gegenüber und lauten Geräuschen, sowie viel Menschen auf einmal arbeiten wir und es wird Schritt für Schritt besser.

Auch ihr Verhalten der Dogge gegenüber kann ich mir jetzt erklären, denn mit Hunden die sie kennt gibt es sonst keine Probleme, ganz im Gegenteil, sie freut sich so über die Hunde, die sie kennt.

Wie schon gesagt, ist jeder Hund anders, aber ich finde es falsch zu sagen, dass ein Hund keine Schmerzen hat, weil er nicht lahmt. Gin hat wenig gelahmt, hat aber immer dieses panische Verhalten gezeigt. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie wollte vor den Schmerzen davon laufen. Ich bin mir ziehmlich sicher, dass ihre Unsicherheit auch damit zu tun hat, weil sie anfangs ein so entspannter Welpe war.
Vielen Dank! Solche Erfahrungsberichte helfen uns sehr.

Ich denke dass man das auch nicht unbedingt am Grad der HD ausmachen kann. Denke dass das nur für die Zuchtauslassung sinnvoll wäre (obwohl man sich da auch streiten könnte).
Bei uns gab es ja einen begründeten Verdacht:

- im Schritt nur Pass gelaufen
- extremes Wackeln des Hinterns nach links und rechts unten im Gang
- im Schritt sehr breitbeinig gelaufen (umgekehrtes V)
- stehen mit verdrehten Beinen
- Krallen stark nach innen abgelaufen
- Krummen und Stöhngeräusche beim hinlegen (obwohl hier die Ursache nicht geklärt ist oder ob das überhaupt was aussagt)

Daher denke ich, dass es relativ egal ist wie schlimm das Röntgenbild aussah, da wir eindeutige Symptome haben und die manuelle Prüfung positiv war.

Als Sofortmaßnahme werden wir folgendes unternehmen:

- Wasserlaufband
- Ergänzungsmittel beifüttern
- weiterhin zur Tierphysio, da es einfach sehr schön anzusehen ist, wie gut ihr das jedesmal tut (steht dann immer für ein paar Tage etwas gerader und wirkt flüssiger in den Bewegungen
- erstmal mit dem Mantrailing aussetzten, da dass - denke ich - überhaupt nicht förderlich ist (wenn das sich in den nächsten Monaten etwas "beruhigt"...dann denke ich können wir ja auch mit 2 Jahren wieder einsteigen...einfach just for fun. Dann ersetze ich das lieber doch Suchspiele und Fährtensuche.
- noch mehr Teppichboden in der Wohnung auslegen
- sie auch weiterhin die Stockwerke hoch und runtertragen...sie wiegt jetzt 20 kg und bis 25 kg bekomme ich das noch gut hin.

Zum Glück ist sie bisher super bemäkelt (sieht man auch mit bloßem Auge), leider ist das durch die Futterumstellung zurückgegangen. Daher werde ich auch hier wieder zurückstellen und als Ausgleich Kohlenhydrate und Fette zufüttern.

Was ja noch (wieder) aufgefallen ist: Das ihr Herz vergrößert ist. Das wurde ja schon im Welpenalter festgestellt, aber man hat ja gehofft, dass sich das noch "herauswächst". Jetzt kam aber wieder die Bestätigung, dass das Herz (Wirbel-Herz-Verhältnis oder wie man das nennt) deutlich vergrößert ist.
Leider weiß ich nicht wie das bei Aussies ist, denn bei einigen Rassen ist das ja durchaus normal.
Hier werden wir nicht um einen Herzultraschall rumkommen...

Ich hätte mir einfach nur gewünscht, dass wenigstens Probleme mit den Gelenken (HD) an ihr vorbei gehen, da sie im Welpenalter echt viel durchgemacht hat und - wer andere Beiträge gelesen hat - auch eigentlich durchweg immer mal krank war.
 
Dabei
9 Apr 2013
Beiträge
225
#8
Oh Mann, da habt ihr aber so einige Baustellen:(

Das Trainieren auf dem Unterwasserlaufband ist auf jeden Fall gut für die Muskulatur.
Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, warum das Mantrailen für deine nicht gut ist?
Wir haben mit unserer Hündin recht früh nach der OP damit angefangen, um sie vom Kopf her auszulassten. Der Zug am Geschirr wurde uns von der Physio sogar empfohlen. Wie Ausssiewolf schon schrieb, ist der Aufbau der Muskulatur das wichtigste (der Zug am Geschirr wäre dafür ja eher gut).

Futterergänzungsmittel bekommt meine auch und wir geben ihr getreidefreies Futter. Eigentlich kann sie sich zur Zeit ganz normal bewegen, das einzige was ich vermeide sind Sprünge. Agi ist daher das einzige auf das wir verziechten, ansonsten geht sie große Spaziergänge mit uns, sucht mit Begeisterung versteckte Personen, läuft freudig am Rad und wir haben jetzt auch das ok für die Dummyarbeit. Und sie darf auch wieder mit anderen Hunden spielen, endlich dürfen unsere Mädels nach herzenslust toben, spielen und rennen.
 
Dabei
22 Sep 2015
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Alter
30
#9
Mh also Kohlenhydrate (du meinst jetzt Getreide oder ?) soll man bei so Gelenkgeschichten eher nicht füttern da sie Entzündungen fördern :)

Wieso du mit dem Mantrailing aufhören willst habe ich auch nicht verstanden, mit einem optimal sitzenden Zuggeschirr ist das doch sehr gut :) Das kann auch meine Hündin (2 facher Kreuzbandriss, der nicht richtig verknöchert, Hüfte nicht so bombe und Rücken der auch immer mal wieder zu schaffen macht ).
 
Dabei
13 Nov 2016
Beiträge
177
#10
Mh also Kohlenhydrate (du meinst jetzt Getreide oder ?) soll man bei so Gelenkgeschichten eher nicht füttern da sie Entzündungen fördern :)

Wieso du mit dem Mantrailing aufhören willst habe ich auch nicht verstanden, mit einem optimal sitzenden Zuggeschirr ist das doch sehr gut :) Das kann auch meine Hündin (2 facher Kreuzbandriss, der nicht richtig verknöchert, Hüfte nicht so bombe und Rücken der auch immer mal wieder zu schaffen macht ).

Kohlenhydrate heißt bei uns einfach, dass sie zu ihrem normalen Futter (Acana), immer noch etwas Öl und entweder Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Naturreis dazubekommt (wenig, aber trotzdem etwas)....wurde uns jetzt mehrfach empfohlen. Das lasse ich beim aktuellen Futter (Wolfsblut), weg...da dass sowieso schon genug enthält.

Ja mit dem Mantrailing... das glaube ich euch wirklich gerne..ABER bei uns ist das wirklich etwas anderes. Von Zug kann man da nicht sprechen. Sie rennt wie gesagt andauernd mit Vollgas in die Leine (trotz nacharbeiten und Zugdämpfer nicht zu vermeiden)...zieht quer und läuft Kreise. Sie ist dabei schonmal so schnell von hinten angerannt....so dass sie auf dem Rücken gelandet ist.
Ihr Zug ist auch enorm...da habe ich ja im Prinzip zwei Möglichkeiten: Ich passe mich komplett ihrem Tempo an....damit würde ich sie aber niemals konzentriert in die Suche bekommen und der Lerneffekt wäre dahin....außerdem würde sie es so nie lernen.
Stelle ich mich dagegen und bremse sie so aus, dann lehnt sie sich volle Kanne rein und streckt ihre Beine durch, sodass sie bin ihrem Bauch fast am Boden ist....hört sich jetzt verdammt übertrieben an....so ist es aber leider. Wir reden hier wirklich nicht von einer "normalen" "aussietypischen" Hibbeligkeit, sondern von einer klinisch auffälligen Hyperaktivität, mit der wir mittlerweile auch in medizinischer Behandlung sind. Das hört sich jetzt wahrscheinlich wie bei einem typischen überforderten Aussie an....dem ist aber wirklich nicht so.
Daher denke ich, dass Suchspiele und Fährtensuche besser sind, da sie einen ähnlichen Effekt haben...ich sie aber auch im Freilauf lassen kann...bzw. nicht mit der Leine arbeiten muss.
Bei ihr stelle ich mir z.B: Canicross durchaus gesünder vor, als dieses ruckartige Trailer mit vielen Wechseln ihrerseits.
 
Dabei
7 Okt 2014
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2.097
#11
Ist sie mittlerweile wegen ihrer niedrigen SD Werte in Behandlung, wenn du von medizinischer Behandlung der Hyperaktivität sprichst?
Die können nämlich durchaus durch Schmerzen hervorgerufen werden und sind unter dem Aspekt, dass eine HD vorliegt, wieder ganz anders zu bewerten.

Trotzdem würde ich mir zum jetzigen Zeitpunkt um die das Mantrailing noch gar keine Gedanken machen.
Sie ist noch kein Jahr alt und hat offenbar von klein auf Schmerzen, klar ist sie dann womöglich übermäßig hibbelig und überdreht, das kann sich aber ja alles noch ändern, sobald ihr das einigermaßen in den Griff bekommt.
Vielleicht knallt sie demnächst überhaupt nicht mehr so extrem ins Geschirr, wenn es ihr besser geht.
 
Dabei
13 Nov 2016
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177
#12
So... ich hatte ja geschrieben dass ich über den Züchter eigentlich nichts sagen möchte, da man das hier im kurzen Thread schnell falsch verstehen kann.
Da man die Aussage auch wieder schnell falsch verstehen kann...möchte ich das nun doch tun.

Wir waren die Tage dort und es war sehr schön und angenehm.

Die Bilder sollen nun nochmal - zur genauen Abklärung - von offizieller Seite ausgewertet werden (was mir ganz Recht ist, nachdem ich mich hier zum Thema mal durchs Forum gelesen habe). Zusätzlich wäre es gewünscht, wenn die Hüfte nochmal in ca. einem Jahr geröntgt werden würde...um zu sehen wie es sich bis dahin entwickelt hat. Alle Untersuchungen würden auch von Züchterseite übernommen werden.
Außerdem ist uns eine Kostenbeteiligung/Kostenerstattung bei möglichen Behandlungen oder Medikamenten angeboten worden.

Ich durfte auch nochmal nahe Verwandte meiner Hündin treffen und das waren alles sehr gesunde, sportliche und aufgeweckte Hunde. In der Linie ist bisher auch kein Fall bekannt.
Aber ich bin ja auch der Meinung (genauso wie der Tierarzt), dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist..dass die einseitige HD von ihrer Art/ihrem Verhalten kommt und sie ihre Hüfte damit in jungen "Jahren" einfach überbelastet hat.

Es ist wirklich sehr berühigend, dass jetzt nochmal eine zweite Person beteiligt ist, da ich mich bei dem Thema nicht wirklich auskenne und auch verunsichert bin...wie schlimm es denn nun wirklich ist.
Alles in allem war das nochmal ein sehr schönes Erlebnis (auch für meine Hündin) und zeigt mir auch wieder, dass mein Bauchgefühl damals richtig war... und nur die Umstände einfach etwas ungünstig für meine Hündin. Aber da steckt man ja auch nicht drin.
Finde es immer schön, wenn man beim Wiedersehen erkennen kann, dass sich da jemand richtig freut und auch erstmal wieder etwas beruhigter ist.

OFF-Topic: Dabei ist auch wieder der Wunsch nach einem Zweithund stark hochgekommen... aber da müssen wir wohl noch ein paar Monate/Jahre ;) an einigen Baustellen arbeiten. Habe meiner Hündin schon gesagt: " Wenn du dich gut machst und wir das zusammen gut schaffen, dann zieht vielleicht irgendwann mal ein zweiter Partner ein"...vielleicht hilft es ja :D
 
Dabei
7 Sep 2012
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#14
Also das spricht für mich sehr FÜR diese Züchterin! Denn man muss sagen, das HD leider auch ausschließlicher (auch über mehrere Generationen) Verpaarung von Hunden mit gesunder Hüfte vorkommen kann und das die Aufzucht und die Ernährung auch eine gewisse Rolle spielen.
 
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