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Herzinsuffizienz und Plattenepithelkarzinom

Dabei
11 Nov 2016
Beiträge
71
#1
Ein Erfahrungsbericht, eventuell interessant. Beide Diagnosen wurden vor einem Jahr gestellt (Herzinsuffizienz im Januar 2025, Plattenepithelkarzinom an Zehe 3 HR im Juli 2025). Der damalige Patient wird Anfang August 2026 10 Jahre alt, ist munter und soweit wieder ok.

Rückblickend sind wir dankbar über 8,5 gesunde Jahre mit Merlin. Er sah den TA hauptsächlich bei Impfungen und zur jährlichen Kontrolluntersuchung. Bei dieser wurde im Jan. 2025 die Herzinsuffizienz als Zufallsbefund festgestellt. „Leichte Herztöne“, noch nicht behandlungswürdig. „Gehen Sie im Laufe des Sommers mal zu einem Kardiologen.“ Das ist nun nichts für mich. Ich habe nervös zwei Monate gewartet und dann den Termin vereinbart. Wartezeit auf den Spezialisten-Termin waren 3 Wochen. Auch da beim Abhören nur „leichte Herztöne“, aber das Ultraschall zeigte gleich zwei auffällige Herzklappen, eine davon verdickt.

Der Kardiologe hat sich sehr viel Zeit genommen und mir dann eindringlich empfohlen, bereits mit Vetmedin 10mg zu starten (½ Tbl morgens und abends). Er meinte, dass er in letzter Zeit genug Aussies mit dem Problem gesehen habe, die unbehandelt bereits nach einem Jahr sehr schlecht dran waren. Er zeigte mir hierzu auch anonymisierte Aufnahmen eines anderen Aussies. Die Entwicklung bei dem anderen Aussie war tatsächlich eindrücklich schlecht. Ach ja, wir leben in der Schweiz.

Wir nehmen seitdem Vetmedin, eine Kontrolle Ende November 2025 zeigte den Gleichstand vom Frühling (keine Verschlechterung) und ich bin froh, dass wir mit dem jetzt erst einmal gut weiterleben können. Meine "lessons learned" bei Herzinsuffizienz: Geh bei Herzgeräuschen lieber früher als zu spät zum Kardiologen.

Das Plattenepithel-CA war da die schlimmere Diagnose. Im Juni 2025 zeigte Merlin ein erstes „Aua“ beim Pfötli reinigen. An der Pfote war nichts zu erkennen. Drei Wochen später wieder. Ich habe gründlich an der Pfote herumgewurstelt, aber er zeigte keine Reaktion. Nur wenige Tage danach fing er an zu humpeln und wir sind direkt zum TA. Auch dort war nichts feststellbar, weder an der Pfote noch am Hinterlauf, der Hund lahmte beim TA natürlich nicht und zeigte keine Schmerzsymptome. Merlin bekam prophylaktisch Synoquin verschrieben und wir sollten es beobachten.

Zwei Tage später ist die Pfote blutig, die Kralle an Zehe 3 HR steht nach oben und der Hund hat Fieber. Das Röntgenbild zeigte eine Krallenbein-Fraktur - und nur die, keinen Tumor. Die TA ging von einer Verletzung aus. Wir wurden an die Tierklinik überwiesen mit dem Verdacht der Fraktur und dass das Krallenbein wohl wird amputiert werden müssen.

Der Chirurg sagte uns später, dass der Tumor bereits nach dem ersten Schnitt aus der Zehe herausgequollen kam. Das Ergebnis der Biopsie bestätigte den Verdacht des Plattenepithelkarzinoms. Ein Hautkrebs, der offenbar recht häufig bei schwarzen Hunden auftritt (zB Labrador). Beispiele von Aussies fand ich nicht im Netz. Schnell und stark wuchernd, aber eher wenig streuend. Eine Amputation könnte zur Heilung führen. Also wurde die gesamte Zehe inkl. Zehenballen amputiert. Der nächstliegende Lymphknoten war karzinomfrei jedoch „reaktiv“, was aber auch von der Entzündung her kommen konnte.

Die Heilung dauerte einige Wochen, weil der Hund neu lernen musste, mit drei Zehen an einer Pfote zu laufen. Schuhe halfen nur bedingt. Die nächstgelegenen Zehen waren schnell wund, da die dritte Zehe fehlte und die Pfote komplett rasiert war. Erst mit dem Fellwachstum bekam der Hund etwas mehr Schutz an der Wunde. Heute läuft er normal.

Merlin ist ein Sonnenanbeter - keine Ahnung, ob dieser Hautkrebs, der von aussen unsichtbar war, daher kommt. Ich schicke ihn jetzt eher in den Schatten, denn er kann echt lange in der Sonne aushalten.

Wir sind sehr dankbar, dass alles gut ausgegangen ist. Seitdem bin ich allerdings elektrisiert bei jedem Interesse, dass er an einer Pfote zeigt, denn es kommt wohl schon mal vor, dass dieser Krebs sich auch an anderen Pfoten/Zehen zeigt. Er ist auch sensibler geworden seit der Amputation, die enorme Schmerzen in den ersten Tagen für ihn brachte (trotz Schmerzmedis). Ich hoffe sehr, er kann noch ein paar Jahre bei uns bleiben.
 

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Dabei
15 Mai 2012
Beiträge
5.029
#2
Ohje, der arme Knopf und ihr auch! Habe auch solche Sonnenanbeter und denke mir (bisher) nicht viel dabei weil das Fell schützt. Dass eine Zehe weniger für einen hundewutz schlimm ist versteht man, auch wir Menschen sind auf alle angewiesen. Die Hunde evtl noch mehr.
Drücke auch für die herzgeschichte alle Daumen!
 

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