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Pubertät - läufige Hündinnen - Aggression gegenüber anderen Rüden

Dabei
25 Mrz 2013
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#1
Hallihallo...

aus gegebenem Anlass - ein Fight mit einem Zwergpudel-Mix, der eventuell jetzt verletzt ist - macht das leidige Thema wieder aktuell, diesmal bin ich aber ziemlich sicher die Ursache erkannt zu haben. (Eventuell bedeutet, er hat nicht geblutet, aber nachdem er kurz danach noch auf Druck empfindlcih reagiert hat könnte eventuell innen was sein - ich glaube, dass er einfach noch sehr geschreckt war, aber hoff natürlich trotzdem dass da nix nachkommt)

Wie ihr bereits wisst arbeiten wir seit Monaten an Finns aggressivem Verhalten anderen Tieren gegenüber, wenn es um die Verteidigung von Ressourcen geht. Das haben wir mittlerweile sehr gut unter Kontrolle bekommen und Finn zeigt Impulskontrolle und wir haben viel dazu gelernt und managen Situationen jetzt weit besser. Darum kommt es auch kaum noch dazu, dass Finn zu verteidigen beginnt und wenn doch, dann verwarnt er vorher durch knurren oder Haare aufstellen und Körperstarre, was uns die Möglichkeit gibt gut einzuschreiten, wenn wir es, wie gesagt mal davor nicht geschnallt haben.

In letzter Zeit ist Finn aber extrem hormongesteuert, er ist zuhause sichtlich gestresst nach der Gassi-Schnüffel-Runde, winselt viel und will häufig raus, außerdem reagiert er (auch auf seine Hundefreunde) aggressiv, wenn sie ihn beim Schnüffeln stören (nicht immer, aber kam jetzt auch einmal vor) und ist generell sehr angespannt beim Gassi gehen. Wir sind mittlerweile gut leinenführig und er kann sich größtenteils auf mich konzentrieren, ich merke aber, dass es ihm enorm viel abverlangt, weil es wieder überall so gut riecht.

Gesundheitliche Ursachen kann ich weitgehend ausschließen, wir haben erst vor kurzem ein komplettes Blutbild gemacht und auch seine Allergien in den Griff bekommen, ich kenne ihn mittlerweile so gut, dass ich mir eigentlich zu 99,9% sicher bin, dass es mit den läufigen Hündinnen zu tun hat. (Immer in diesen Phasen, tritt dieses Verhalten vermehrt auf.)

Nachdem Finn erst knapp 15 Monate ist kommt ein Kastra eigentlich nicht in Frage, abgesehen davon, dass ich ihn generell intakt lassen wollte. Jetzt komm ich aber doch wieder ins Grübeln ob ich nicht doch sollte - also zumindest mal diese chemische Kastra probieren um zu schauen ob sich wirklich was ändert - hab mich darüber aber noch garnicht informiert (ob es für -/- Hunde überhaupt in Frage kommt oder was das für den Organismus bedeutet, welche Risiken es dabei gibt, etc.), weil ich es ja bis dato gar nicht in Erwägung gezogen habe.

Habt ihr noch Tipps im Handling für mich, kann ich es ihm irgendwie leichter machen? Glaubt ihr es hat doch eine andere Ursache? Wie gesagt es kommt immer in Schüben, dann wenn er auch vermehrt schnüffelt und unkonzentriert ist, viel wimmert etc... dann ist wieder 3 Wochen nix.

Das heute war ein Voll-Kack, weil ich ihn einfach gar nicht zu dem fremden Hund hin lassen hätte sollen, hab nicht schnell genug geschalten, seine Freunde machen es sich zum Glück, dann mit ihm aus, bzw lassen sich nicht auf einen Kampf ein - sie sind alle wirklich souverän und das ist mir gerade mit Finn sehr wichtig.

Danke vorab.
 

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Dabei
25 Mrz 2013
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#2
Mein Plan wäre jetzt:
1. Bei der Gassirunde (an der Leine) durch die Stadt, kein Schnüffelkontakt mehr mit anderen Hunden und ihn mit Übungen wieder mehr auf mich fixieren - wobei ich dazu sagen muss, dass ich ausschließlich sehr aufmerksam mit ihm Gassi gehe und er nicht einfach an der Leine hängt.

2. Kein Spielen mehr im Park neben an, weil sich da unter ihm und seinem besten Freund vl auch was aufstaut, weil es eben ein Territorialbereich ist, nachdem sie dort immer zum schnell lösen und schnüffeln sind.

3. RELAXT BLEIBEN - Wenn ich mich stress wird's nur noch schlimmer.

4. Maulkorb-Training (haben jetzt eh einen von Bumas, der abholbereit ist) um das mal stressfrei aufzubauen, falls wir das in Zukunft ab und an brauchen sollten. Wobei ich immer dafür bin, die Ursache so zu bekämpfen, dass Finn nicht in den Stress kommt, aggressiv reagieren zu müssen - andere also auch davor nicht geschützt werden müssen in weiterer Folge.

5. Mit meiner Trainerin nochmal eingehend über das Verhalten quatschen, die werd ich Montag gleich anrufen und mir ein paar neue Trainingsmethoden bzw Tipps zur Früherkennung, etc. abholen. Im Bezug auf Kastra: Sie ist halt generell (nachdem sie vorrangig im Tierschutzbereich arbeitet) eine Kastra-Befürworterin, wenn auch nicht zu früh. Und ich möcht mich da noch ganzheitlicher damit auseinander setzen! Sowas muss echt wohl überlegt sein finde ich.
 
Dabei
25 Mrz 2013
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#3
noch ein letzter Edit: im Freilauf im Wald (wo nicht an jeder Ecke markiert ist) haben wir das Problem noch nie, egal mit welchem Hund, auch wenn die sich aggressiv verhalten haben, gehabt!!!
 
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Dabei
15 Mai 2012
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#4
Huhu :)
ich habe von so etwas leider nicht viele Erfahrungen. Mein muckel ist da völlig unproblematisch...
Wie ist das denn wenn er länger schnüffelt oder auch mal pipi aufleckt, ich kenns nur so von meinem, dass er dann wieder ein paar Meter braucht um das "yeay ne läufige hündin" wieder loszuwerden. Könntest du da finn nochmal schneller und stärker unterbrechen?
Bei so Hormongebeutelten Hunden finde ich es überhaupt nicht einfach ein Training zu empfehlen, vieles ist da doch einfach die Natur und eben Instikt. Vielleicht kommt auch noch hinzu, dass er es in diesem Alter erst so richtig merkt und eben auch da die sexuelle Komponente so richtig einschlägt. Desweiteren ist er ein junger Rüde, wenn es jetzt gerade so hochkocht mit den Emotionen, braucht er vermutlich auch erstmal noch um sich an die verführerischen Düfte zu gewöhnen.
Wie gesagt, mir fehlen da die Erfahrungen um dir richtige Tipps geben zu können :( bestimmt melden sich da Profis noch :)
 
Dabei
25 Mrz 2013
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#5
Danke schon mal für deine Antwort, Manu :)

Ich kann ihn vom Schnüffeln mehr oder weniger gut abbringen und dann konzentriert er sich auch auf mich, sieht mich an beim Gassi gehen und schnüffelt auch nicht weiter, ich merk nur, dass er viel schneller hochdreht, wenn wir in der gleichen Intensität und Länge gehen, wie wenn er nicht so viel zum Schnüffeln hat. Daher bin ich davon ausgegangen, dass es ihn schon fordert, diesen Drang zu unterlassen. Wie gesagt es ist von Tag zu Tag unterschiedlich, mal schnüffelt er gar nicht, meist wenn ich Käse mit hab, und schaut nur auf mich, mal zieht er schon heftig in ne Richtung und will ne Fährte verfolgen. Das versuche ich dann eigentlich recht erfolgreich zu unterbinden indem ich die Richtung wechsle und damit hat es sich dann auch.
Was ich damit sagen will ist, ich kann ihn quasi auf mich fokusseren, er blendet es aber scheinbar dann nicht komplett aus (was ja auch verständlich ist), denn sobald ein anderer Hund dann wo schnüffelt ist er gleich auf 180, will hin und dann gibt's eben teilweise Raufereien, bzw würde es welche geben, wenn ich das zulassen würde.
Natürlich kann ich ihn jetzt zu keinem anderen Hund hinlassen und ihn an Orten wo wir bis jetzt oft sind (Park nebenan - zum einfach lösen und da markieren natürlich alle Nachbarshunde und er auch) nicht mehr aufsuchen oder nur noch bedingt und jeglichen Sozialkontakt auf den Wald verlegen. Aber ich möcht halt nichts unversucht lassen mit ihm auch in der Stadt nen entspannten Umgang zu haben!! Wenn das nicht geht, werden wir auch ne Lösung dafür finden bzw wissen wir ja auch wie wir es dann handhaben würden, aber ich dachte vielleicht gibt's hier noch den ein oder anderen Tipp den ich nicht bedacht habe. :)

Also bezüglich deinem Hinweis mit dem Unterbrechen - wenn ich das richtig verstanden hab - ich kann ihn unterbrechen, es wirkt sich aber nicht umbedingt auf den Umgang mit anderen Hunden aus.

Ich bin jetzt halt noch auf dem Standpunkt: Abwarten wie es sich entwickelt, vielleicht weiß er einfach noch nicht mit seinen Gefühlen umzugehen - andererseits weiß ich auch, dass sich mit jeder Rangelei oder auch heftigeren Kampf dieses Verhalten oder seine Reaktion auf das Tun anderer Hunde immer tiefer manifestiert und das machts dann irgendwie auch nicht einfacher.
 
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Dabei
15 Mai 2012
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#6
Ja, ich versteh was du meinst und ich denke auch, dass jedes mal einmal zuviel ist! Bestimmt ist es wahnsinnig schwierig für ihn sich da auf dich zu konzentrieren, da glaube ich aber auch, dass das viel Übung bedeutet. Eben auch mit dieser ablenkung und diesem natürlichen Instinkt.
Um ehrlich zu sein, finde ich, dass du ohnehin schon viel richtig machst. Du unterbrichst ihn bevor er mit dem Kopferl kompletz woanders ist, du unterbrichst ihn, wenn er andere Hunde niedermachen will. Ich meine, du bist präsent und bringst dich aktiv mit ein und beachtest auch diese Territorialgeschichten, mir persönlich (mit meinem begrenzten Erfahrungsschatz) fällt eigentlich nichts auf, was man noch besser machen könnt :D. Irgendwo ist es doch natürliches, bzw. triebgesteuertes Verhalten und das bekommt man vielleicht nie komplett weg, eher wird es handelbar und das dann mit Übung, Erfahrung und Routine...
Ehrlich, ich hab einfach keine Ahnung wie man dem begegnet, hoffe aber dass sich noch ein Fori meldet, der da bessere Ideen hat :)
 
Dabei
31 Okt 2012
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#7
Obwohl ich bis jetzt nur zwei Hündinnen hatte, wollte ich auch noch ein paar (vielleicht hilfreiche) Gedanken zusteuern.

Ich seh es so wie Manu - immer wieder zum richtigen Zeitpunkt abbrechen. Rumo war auch mal sehr interessiert an der grad-mal-nicht-mehr-läufigen Emma und Manu hat sofort ein freundliches "Lass es" in Rumo's Richtung geworfen (oder ein ähnliches Kommando, weiß nimma so genau) als man grad so merkte er nimmt da einen interessanten Geruch an Emma war. Also der klebte noch nicht mal am Popo - sondern Manu hat wirklich schon den Ansatz unterbrochen, als Rumo "etwas" wahrnahm.
Und ich war total überrascht wie entspannt Rumo dann einfach weiterlief, als wäre nie etwas gewesen und die ganze Situation hat sich ganz ruhig aufgelöst.

Ich denke auch das dieses ganz, ganz frühzeitge unterbrechen sehr wichtig ist. Den wenn der Hund schon am Schüffeln ist und dann unterbrochen wird, dann kann das wirklich schon zu richtig Frust und Anspannung führen. Also nur noch mal meine Wahrnehmung dazu, vielleicht handhabt ihr das ohnehin schon so :)

Und Manu hat da auch vollkommen Recht - es ist auch einfach ein natürliches, triebgesteuertes Verhalten. Natürlich heißt das nicht dass man einen Rüden deswegen machen lassen soll, was er will - doch das seh ich bei Euch eh nicht.
Ich denke auch, sowohl Finn als auch Du müsst auch da in die Situation einfinden. Ich sehe das bei Emma - man muss auch erstmal zusammenfinden und gemeinsam manche Wirrungen und Irrungen durchstehen. :)

Vielleicht wäre auch das Buch vom Gansloßer interessant?
http://www.amazon.de/Kastration-Verhalten-beim-Hund-Gansloßer/dp/3275018205

Darin geht es ja nicht nur um Kastration, sondern in erster Linie um Hormone und das Verhalten der Hunde. Es ist schon interessant was da in den Hunden vorgeht und passiert. Das könnte vielleicht Dir auch helfen Deinen Hund zu verstehen und entspannt zu wissen warum manche Dinge so laufen, wie sie laufen.

Darüber hinaus bin ich ja kein Gegner von Kastrationen - finde aber selbst eine chemische Kastration für einen 15 monatigen Hund viel zu früh und würde davon abraten. Eben weil man ihm ja die Chance geben sollte damit umzugehen. Also eh genau wie Du es siehst. Sollte es ausgewachsen immer noch so ein Thema sein, dann würde ich Dir auf alle Fälle mal den Kastrationschip empfehlen. Aber dann halt nur einmal und wenn es wirkt - eine Kastration. Diese Hormonschwankungen die ständig neue Chips auslösen finde ich fragwürdig - aber zum Probieren sind die eine gute Lösung.

Für manche Hunde ist die enorme Hundepopulation in manchen Gebieten einfach sehr schwierig und oft hilft dann eine Kastration entspannter damit umzugehen. Ich finde halt immer ein Hund hat auch nichts davon wenn er permanent unter Strom steht und es irgendwann ständig zu Problemen mit anderen Hunden kommt. Doch das ist jetzt natürlich nur meine Ansicht dazu - ist ja ein heikles Thema.

Erstmal wünsch ich Dir einfach gute Nerven und bleib dran! Es gehört auch einfach zum Erwachsen werden dazu, dass die Hormone verrückt spielen. :)
 
Dabei
25 Mrz 2013
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#8
vielen Dank für eure Tipps und danke für die Buchempfehlung yuki... das klingt echt sehr passend und ich werd mir das gleich morgen holen.

Ich muss auch sagen, dass wenn dann mal der Stressfaktor weg ist, wenn nach so nem Übergriff Zeit vergangen ist, man das ganze wieder etwas ruhiger sieht. Habe keinen Anruf bekommen, also wird da auch nichts mehr kommen und dass der andere Hund erst mal wohl auf ist, ist die Hauptsache. Jetzt heißts üben üben üben. Einige Anregungen kann ich mir da noch mitnehmen und jetz bin ich gespannt was ich in dem Buch noch so zum physischen aspekt und den psychischen Auswirkungen finde.

Hormonchip wär für mich sowieso nur ne einmalige geschichte ums auszuprobieren, aber wie gesagt, nicht jetzt!
 
Dabei
25 Apr 2014
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#9
Hi Isabella,
hab deine Frage gelesen und könnte dazu vllt. was Hilfreiches beitragen. Mein Boy (jetzt 4 und kasrtiert) hat mit Eintritt in die Pubertät sein Verhalten komplett verändert.
Er war der Klassiker: NUR noch die läufigen Hündinnen im Kopf, mit Heulen, Kotzen, Durchfall, vor der Haustür (innen) rumlungern und natürlich hat nicht mehr gehört. Seine Ohren und das Hirn dahinter waren ohne weitere Funktion.
Der Hormonchip hat nach 4 Wochen seine Wirkung dann voll entfaltet - eine Erlösung. Wohlgemerkt haben wir das mit ihm ungefähr 4 Monate probiert, aber nach diversen fast Unfällen mit Autos, weil egal wie ausgebüchst ist, einem Körpergewicht von 15kg bei 51cm Höhe, war dann Ende.
In seinem Fall haben wir die Kastration ausprobiert und es war ein Segen. Unter solchen Bedingungen ist das wirklich für alle Beteiligten ein Segen.
ABER: Das Buch von Gasloßer und Strodtbeck habe ich auch und die sagen eindeutig, bei territorialeren/oder ressourcenbedingter Aggression könnte die Problematik nur noch schlimmer werden. Lies doch erstmal das Buch, es ist voll mit Infos und kann die Entscheidung echt leichter machen.

Und noch ein Tipp, also nach meiner Meinung ein Tipp: Pubertierende Rüden können echt eine Pest sein. Die kommen manchmal mit der Welt und sich nur mehr schlecht als recht zusammen und kosten ihre Menschen graue Haare und Falten.
Also auch wenn es echt schwer ist: Vorausschauendes Verhalten in allen Situationen und soviel Ruhe, wie du irgendwoher für dich herzaubern kannst -> Stimmungsübertragung.
Ganz viel Kraft wünsch ich dir.
 
Dabei
25 Mrz 2013
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#10
@söster: daaanke für deine tipps. geduld und nerven hab ich :) und vorausschauend versuche ich zu sein, lässt sich dennoch nicht immer vermeiden, dass man was übersieht, aber es kann immer besser werden. danke jedenfalls schon mal. das buch leg ich mir sicher zu, mal sehen ob ich das heute gleich wo finde.

zum glück ist es bei finn nicht so schlimm, er ist noch nie abgehaut noch ist er von irgendeiner hündin nicht abrufbar, aber er möcht am liebsten den ganzen tag i park verbringen und schnüffeln schnüffeln schnüffeln, kurz nach dem reingehen wimmert er dann vor der tür. wir bekommen das sicher hin. ich mach jetzt mit ihm auch wieder alle zwei wochen bei nem social walk mit, damit er lernt auf abstand mit anderen hunden zu gehen... denk das ist ne super übung, wo er lernen kann, dass er sich auf mich konzentriert. zum glück bietet meine trainerin das wiedervermehrt an.

ich halt euch am laufenden. :))
 
Dabei
25 Mrz 2013
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#11
Kleines Update:

Wir sind wieder am Teppich, nach Absprache mit meiner Trainerin und zurückfinden zum eigenen Bauchgefühl schauts jetzt so aus:
Ich hab mir gleich das Buch gekauft, dass du empfohlen hast, Yuki und es hat mir wahnsinnig geholfen. Finn soll jetzt erstmal in Ruhe erwachsen werden. Seine Hormone spielen einfach grade verrückt und da ist es auch irgendwie logisch dass er auf viele sachen wenig rational reagiert, da liegt es jetzt an uns das zu managen.
Das pöbeln in der Stadt an der Leine habe ich jetzt genauer beobachtet und hat immer mit dem geringen Abstand zu tun, kurz erklärt: ist der Hund mehr als 5 Meter entfernt, null problem, starrt er ihn an, wird gepöbelt. Ich schließe daraus, dass Finn unsicher ist. Beim Social Walk geht er mit Hunden auf weniger als 2 Meter abstand teilweise und pöbelt garnicht, aber da starrt auch niemand und jeder ist mehr mit seinem HH beschäftigt. Wie bereits gesagt meiden wir jetzt momentan einfach mal den Park und gehen mit den Hundefreunden halt ab und an auch in den Wald zum toben, dort gibt es nämlich null Probleme. Auch mit fremden Rüden, Kastraten und Hündinnen gibts dort nix.

Hier noch zwei kleine Geschichten von gestern, die Finn im Freilauf im Wald in mehr als schwierigen Situationen zeigen, wo er vor 6, 7 Monaten noch drauf eingestiegen wäre:
Gestern war ich mit ihm im Wald und es sind zwei Hunde mit Maulkorb auf ihn bellend zugerast und haben ihn halb gerammt, um dann ruhig an ihm rumzuschnüffeln. Bin sofort hin, Finn hat sein Rückenfell aufgestellt und ich hab ihm ruhig gesagt: "Komm, die sind doof, wir gehen WEITER"... kein Problem und Finn ist sofort mit mir mitgerannt und hat sich sein Leckerchen abgeholt. Er ist total unkompliziert. Dann haben wir ne Frau mit Ridgeback aus der Weite gesehen, die uns auch gesehen hat und ihre Hündin abruft, also ruf ich Finn auch zurück und ruf: "Soll ich ihn anhängen?"... Sie darauf: "Nönö, die pöbelt nur manchmal"... Nagut ich denk mir, gehen wir halt schnell vorbei. Hündin rennt auf Finn zu verbellt ihn, schubst ihn, ... er weiß wieder nicht wie er tun soll, stellt ein bisschen rückenfell auf, ich hab ihn zu mir gerufen, er ist sofort gekommen, sie ihm hinterher und in den Hintern gezwickt, dann hab ich mich vor ihn gestellt und mich etwas größer gemacht und sie wegbeordert und zur Frau gesagt: "Nehmen sie ihren Hund und ich meinen und passt." - Finn und ich sind weitergelaufen. Alles in allem unglaublich doofe Begegnungen gemacht dafür, dass Finn ja momentan gleich mal auf 180 ist, aber er ist cool geblieben. (Ärgern tun mich solche Leut trotzdem, aber darum solls hier nicht gehen.)
Eine gute hatten wir aber auch, gleich 3 Dalmatiner getroffen, 1 intakter Rüde, 2 Hündinnen - mit denen ist Finn nach leichter Unsicherheit, weil er von gleich drei Hunden beschnüffelt wurde, dann 5 Minuten durch den Wald gewetzt. ;)

Fazit: Finn hat seine Aggression soviel ich jetzt beim NOCH GENAUER betrachten feststellen konnte, vorallem aus Angst/Unsicherheit oder terretorialem Verhalten und da wär ne Kastra komplett kontraproduktiv (wenn man dem Buch von Gansloßer glaubt und der Forschung zu den Hormonen im Körper des Hundes und wie sich das auf angstaggressive hunde auswirkt), ich versuche jetzt seine Energien umzuleiten, lass ihn seine Hormone und Verknüpfungen im Hirn mal lösen und erwachsen werden und bin mir heute sicherer als sonst je, dass er mal ein sehr souveräner Rüde werden wird.
 

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