Der Aussie und die Leine / andere Hunde / Pubertät?

Dabei
18 Apr 2017
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#1
Hallo!
Wieder mal eine Thematik die sicher viele betrifft...


Wir üben mit unserem kleinen (heute 11 Monate) jetzt schon seit Monaten die Leinenführigkeit. Im Garten funktioniert das natürlich prima,
aber sobald wir spazieren gehen zieht er einfach die ganze Zeit. Meine Nachbarin und eine Freundin von mir hat auch einen Aussie, sie meinten ihrer zieht auch so (sind beide schon über 3 Jahre).
Ist das normal oder kann man dem Australian Shepherd wirklich gutes und braves nebenhergehen beibringen?

Irgendwie kommt mir vor er lernt in dieser Thematik nie dazu :D
Oder liegts auch am alter? Mir kommt vor die Hormone spielen hierbei eine große Rolle... ist es mit Chip/Kastration danach vl besser?


Das nächste sind andere Hunde: Sobald er an der Leine ist dreht er komplett durch und bellt die ganze Zeit die anderen Hunde an...
Er kommt danach auch nicht mehr so schnell runter wenn wir beim andren Hund vorbei sind.

Wenn er frei laufen darf rennt er einfach hin und beschnuppert und will sofort spielen :rolleyes:


Bitte um Rückmeldungen wie es euch in diesem Alter dabei so geht / gegangen ist!
 
Dabei
7 Sep 2012
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#2
Leinenführigkeit hängt nicht von der Rasse ab...
Hormone spielen zwar in Hinsicht von Konzentration und Ablenkung eine Rolle, aber deswegen eine Chip oder eine Kastration in Erwägung zu ziehen, weil sich ein Hund verhält wie ein Hund????
Wenn immer im Garten geübt wird, ist es relativ normal, das es auch nur im Garten funktioniert. Hunde sind bekannt für ihr ortsgebundenes Lernen, daher klappt es auch meist auf dem Hundeplatz, aber nicht außerhalb davon.

Ich würde einfach mal eine gute HS oder HT aufsuchen, denn meist (nicht immer) hapert es mit der Leinenführigkeit, weil die Technik und das Training des Menschen nicht stimmt.
Und das heißt es natürlich: üben, üben, üben... an unterschiedlichen Orten, an immer neuen Stellen, mit gesteigerter Ablenkung etc.
Von 1x am Tag Spaziergehen + Übungen im Garten, bekommt man keinen erzogenen Hund.
Genauso sollte er nicht einfach zu fremden Hunden hinlaufen...
 
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FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#3
Ordentliches an der Leine gehen ist eine Rasseunabhängige Erziehungsfrage. Das kann man Hunden egal welche Rasse und welches Alter sehr schnell beibringen. Allerdings bedeutet das für den Hund auch ein hohes Maß an Konzentration, so dass ein Hund der es gerade erst lernt, nicht gleich einen ganzen Spaziergang in Leinenführigkeit durchhält. Auch hier muss man die Zeiträume langsam steigern. Damit der Hund den Unterschied begreift, gibt es bei uns ein Signal für "Leinenführig gehen" und die Leine wird kurz gestellt. Dann gibt es keine Ausnahme jedes ziehen wird korrigiert. Lernen Sie schnell. Wenn ich keine Zeit / Lust habe oder als der Hund sich noch nicht lang genug konzentrieren konnte, durfte er dann an der lang gestellten Leine ziehen, schnuppern etc. Am besten suchst du dir eine gute Hundeschule wo es dir gezeigt wird.

Auch das hinwollen zu anderen Hunden und einfach hinrennen ohne Leine ist eine Erziehungsfrage. Mein Hund darf ohne meine Erlaubnis nicht zu anderen Hunden, auch nicht ohne Leine. Auch das lernen sie schnell. Auch hier suchst du dir am besten einen kompetenten Hundetrainer.
 
Dabei
18 Apr 2017
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#4
Natürlich habe ich nicht deswegen eine Kastration in erwägung gezogen.
Und mir ist klar dass dies am Training liegt und nicht nach 1x funktioniert ;)

Sobald er nur von 200m einen Hund sieht zieht er schon hin... Wenn er näher kommt bellt er und stellt sich auf, da ist er schwer zu beruhigen - Welpen+Junghundekurs waren wir schon, wo dies auch trainiert werden.
Hat auch schon besser funktioniert - da wir schuld waren, das stimmt. Aber mittlerweile kommt mir vor er hat es noch nie in seinem Leben geschafft :D obwohl es täglich geübt wird...

Auch das mit dem hinrennen zu anderen Hunden hat am Hundeplatz beim Training fast nicht funktioniert... er lässt sich nur SEHR SEHR schwer ablenken sobald ein anderer Hund in seinem Blickfeld ist :(
 
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FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#5
Natürlich ist eine Kastration oder ein Hormonchip kein Ersatz für die Erziehung. Der Hund hört nicht damit auf nur weil du ihn kastrieren lässt. In einigen Fällen sind Hunde so stark horminhrsteuert und dadurch so wenig aufnahmefähig, das ein Chip helfen kann, dass genügend hormonelle Ruhe einkehrt damit die Erziehung im Hundekopf überhaupt ankommt. Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Hunde. Hauptsächlich ist es schlicht eine Erziehungsfrage. Das ist viel, konsequente und ausdauernde Arbeit für dich und geschieht nicht von allein. Wie gesagt eine gute Hundeschule / Trainer können euch sicher helfen.
 

FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#6
Es geht auch nicht darum sich zum Kasper zu machen um den Hund von anderen Hunden / Reizen abzulenken, sondern um ihm klar zumachen: ich will das nicht / du darfst das nicht.

Da es in eurer Hundeschule wohl nicht geklappt hat benötigst du vielleicht die Hilfe von einem anderen Trainer der euch den richtigen Umgang für euch individuell zeigt und nicht nach Schema F arbeitet und dann hilflos da steht wenn es nicht greift.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#7
Natürlich kann ein Aussie vernünftig an der Leine gehen....wie jeder andere Hund auch.

Bin da ganz bei Julia: das ist ein menschliches Problem.

Was z. B. tut ihr / tust du, wenn er anfängt zu ziehen usw. Mal abgesehen davon, dass es im Training gar nicht so weit kommen sollte, dass der Hund zieht.

Wenn ihr das schon seit Monaten übt und es klappt nicht, läuft da was falsch......und zwar nicht beim Hund.

Die Pubertät spielt sicher eine Rolle, die kann bei manchen Hunden heftig sein.
Man sollte da aber nicht vergessen, dass in der Zeit das Gehirn des Hundes komplett umstrukturiert wird. Die vergessen dann oft wirklich die einfachsten Dinge.
Aber keine Panik....das kommt alles wieder.

Zitat von Nadin Mathews zur Pubertät: "das Gehirn ist wegen Umbau geschlossen". Und das trifft es auf den Punkt.

Ein Hormonchip wird euch nicht helfen....der ersetzt keine Erziehung. Ausserdem ist nicht gesichert, dass der Hund dann auch wirklich sein Verhalten ändert.
Damit er das kann (sein Verhalten ändern) müsst ihr eures ändern, sonst geht da nix.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#8
Natürlich habe ich nicht deswegen eine Kastration in erwägung gezogen.
Und mir ist klar dass dies am Training liegt und nicht nach 1x funktioniert ;)

Sobald er nur von 200m einen Hund sieht zieht er schon hin... Wenn er näher kommt bellt er und stellt sich auf, da ist er schwer zu beruhigen - Welpen+Junghundekurs waren wir schon, wo dies auch trainiert werden.
Hat auch schon besser funktioniert - da wir schuld waren, das stimmt. Aber mittlerweile kommt mir vor er hat es noch nie in seinem Leben geschafft :D obwohl es täglich geübt wird...

Auch das mit dem hinrennen zu anderen Hunden hat am Hundeplatz beim Training fast nicht funktioniert... er lässt sich nur SEHR SEHR schwer ablenken sobald ein anderer Hund in seinem Blickfeld ist :(
Da scheint Euer Trainingsweg nicht der richtige zu sein. Zudem schreibst Du hier nur, wie Dein Hund reagiert, dabei fehlt der wesentliche Faktor: WIE REAGIERST DU! ABER, um es gleich vorwegzunehmen, es macht überhaupt keinen Sinn, soetwas via eines Forums lösen zu wollen. Da spielen soviele Faktoren rein, das muss man live sehen u. kann es nicht in einem Forum beurteilen.
Mit 10 Monaten und solchen "Problemen" sollte man dann natürlich nicht die Hundeschule abschließen, sondern weiter daran arbeiten u. das Training fortsetzen.

Und Dein Hund läßt sich dann nicht sehr sehr schwer ablenken, sondern das genaue Gegenteil: sehr leicht!
Und wenn das mit dem Abrufen auf dem Platz beim Junghundekurs etc.pp. schon so schlecht funktioniert, dann sollte man daran natürlich kontinuierlich u. auch weiterhin, konsequent dran arbeiten! Z.B. mit Schleppleinentraining etc.pp. Und halt darüber nachdenken, warum man für den eigenen Hund so unwichtig ist u. wie man interessanter wird.

Bei Hunden die unkontrolliert auf andere fremde Hunde zustürmen, steigt mir immer die Galle! Ich hasse so etwas wie die Pest!
 
Dabei
21 Feb 2011
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#9
Da scheint Euer Trainingsweg nicht der richtige zu sein. Zudem schreibst Du hier nur, wie Dein Hund reagiert, dabei fehlt der wesentliche Faktor: WIE REAGIERST DU!
Besser ist hier agieren, also schon handeln, bevor der Hund im Verhalten drin steckt. Wenn ich als Mensch reagiere, bin ich immer zu spät.
Aber ich denke, wir beide meinen das Selbe :)
 
Dabei
25 Sep 2016
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#10
Leinenführigkeit ist eine Sache der Erziehung und vor allem der Konsequenz des anderen Endes der Leine ;) Also von Dir.
Es gibt so viele verschiedene Wege, bei der Leinenführigkeit zum Ziel zu kommen. Du musst nur den richtigen Weg für Euch finden.

Bei der Aussie Hündin meiner Freundin genügt es, wenn man einmal mit dem Fuß etwas lauter auftritt und "nein" sagt und schon läuft sie aufmerksam neben einem.
Bei unserer Lilli habe ich viele Wege ausprobiert.

a) Ich habe sie zurück gezogen - nicht ideal
b) Ich habe sie angesprochen: "Nein, nicht ziehen, bei mir bleiben" etcpp. - hat auch nicht geholfen
c) Ich habe mit dem Schlüssel gerasselt - hat nur bedingt geholfen und auch nicht lange
d) Ich habe mich in sie "reingedreht" und sie somit gestoppt. Tja... was soll ich sagen?
e) Ich habe sie mehr oder weniger geblockt, so dass sie auf meiner Höhe bleiben soll. Auch nix. Aussies sind zu schlau...;)
f) Und mein Weg des Erfolges war: Schnauze halten und stehen bleiben. Krass gesagt. Wenn sie nach vorne los ist und die Leine auf Zug war, bin ich stehen geblieben. Hat sie weiter gezogen und mich ignoriert, habe ich immer die Richtung gewechselt und bin zugelaufen. Sie musste ja hinterher. Hat sie mich dann "eingeholt" und wollte wieder überholen, bin ich wieder in die Ursprungsrichtung zurück und weiter gelaufen. Das haben wir ganze 3 Tage hintereinander durchgezogen. Und am Tag 4 war es wie durch Zauberhand im Kopf der Dame drin. Noch nicht 100%, aber immerhin so, dass ich sie kaum noch an der Leine neben mir merke. Ist richtig Zug drauf, beginnt das Spiel von vorne. Ich bleibe einfach kommentarlos stehen. Hier habe ich gemerkt, hilft Mimik und Körpersprache mehr als verbale Kommunikation. So war es zumindest bei uns.

Probiere es aus. Wichtig ist aber, dass Du es nicht nur im Garten übst, sondern immer und überall, wenn Dein Hund an der Leine ist. Immer, immer und immer wieder. Irgendwann macht es "klick". Viel Erfolg.
 
Dabei
18 Apr 2017
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#11
Besser ist hier agieren, also schon handeln, bevor der Hund im Verhalten drin steckt. Wenn ich als Mensch reagiere, bin ich immer zu spät.
Aber ich denke, wir beide meinen das Selbe :)
Sobald ich den Hund von weitem sehe (meistens bemerke ich ihn vorher) probiere ich die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken - mit sitz oder anderen Kommandos und leckerli in der Hand.

Funktioniert ja auch - bis er den anderen Hund sieht - dann ist alles andere um ihn herum total egal... Haben es schon mit Käse und Fleisch probiert - was er über alles liebt, aber vergebens...
Ich weiss ja auch dass ich selbst ruhig und stark sein muss, bin ich auch, mich bringt so schnell nix aus der Ruhe, klappt aber auch nicht.

Danke Schlupito, das werde ich mal versuchen... hast du da dann den ganzen spaziergang so gemacht?
 
Dabei
25 Sep 2016
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#12
Ja. Den ganzen Spaziergang. Immer und immer und immer und immer wieder. Aussies brauchen nicht lange, wenn man konsequent ihnen etwas beibringen möchte.
Überleg mal, wie lange es ging, bis Dein Hund "sitz" gemacht hat. "Pfote" gegeben hat. Usw.
Unserer Lilli zeige ich etwas 1-2 Mal und sie hat kapiert, was ich will. Das ist das tolle an den Aussies. Deswegen - ich habe selbst lange gebraucht, bis es bei mir "klick" machte, denn Lilli kann es. Ich musste ihr nur zeigen, was genau ich von ihr will.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#13
Sobald ich den Hund von weitem sehe (meistens bemerke ich ihn vorher) probiere ich die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken - mit sitz oder anderen Kommandos und leckerli in der Hand.

Funktioniert ja auch - bis er den anderen Hund sieht - dann ist alles andere um ihn herum total egal... Haben es schon mit Käse und Fleisch probiert - was er über alles liebt, aber vergebens...
Ich weiss ja auch dass ich selbst ruhig und stark sein muss, bin ich auch, mich bringt so schnell nix aus der Ruhe, klappt aber auch nicht.

Danke Schlupito, das werde ich mal versuchen... hast du da dann den ganzen spaziergang so gemacht?
Du versuchst deinen Hund abzulenken....für mich die schlechteste Wahl ;) (meine ganz persönliche Meinung).
Dass es nicht funktioniert, merkst du ja selbst.

Du als Mensch, als Persönlichkeit musst dich da einbringen, wie z. B. Schlupito es gemacht hat. Da hat sich jemand als Mensch eingebracht, durch die Richtungswechsel, das Stehenbleiben usw. dem Hund gezeigt, dass er auf seinen Menschen achten muss.
Agieren bedeutet für mich jetzt in deinem Fall.....du weißt, dass es mit der Ablenkung nicht klappt, also musst du vorher schon irgendetwas tun, dass der Hund erst gar nicht zum anderen hinziehen kann. Du weißt, was dein Hund tun wird, also musst du dagegensteuern, BEVOR er es tut. So nach dem Motto: ich weiß genau, was du vorhast, vergiss das mal ganz schnell.
Was da für euch das Beste ist, kann man über ein Forum wirklich nicht sagen. Dazu müsste man dich und deinen Hund sehen.
 
Dabei
24 Aug 2016
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#14
Um selber als Mensch in die richtige Spur zu kommen hat mir das Buch “Besser kommunizieren mit dem Hund“ von Anne Krüger sehr geholfen. Dadurch konnte ich mein eigenes Auftreten nochmal verbessern und nun reicht tatsächlich schon eine Gewichtsverlagerung damit Emma weiß ob sie herkommen soll oder weiterschnüffeln darf. Das hat auch mit gegenseitigem Respekt zu tun. Klar funktioniert noch nicht alles perfekt und wir müssen immer wieder aufs neue üben, aber es macht Spaß weil ich sehe dass es was bringt.
Mir gehts genauso wie Schlupito, wenn ich es schaffe Emma zu vermitteln was ich von ihr will, lernt sie alles innerhalb von Minuten! Das ist für mich schon ein Ansporn mich möglichst klar ihr gegenüber zu äußern und mein eigenes Verhalten immer wieder zu hinterfragen.
 
Dabei
31 Jan 2015
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#15
Hallo!
Ich habe mit Yari auch vieles ausprobiert, wie Schlupito und handhabe es mittlerweile ganz ähnlich.
Aber auch ein bisschen wie FrauRossi.
Wenn wir vernünftig gehen wollen, gibt es das Kommando "Langsam" und er darf mit seinen Vorderpfoten nicht vor meinen Füßen stehen, dann gibts ein "eeeeh" und er reagiert da mittlerweile sehr gut drauf. Wenn er doch mal schneller wird, gibts nach dem 2. "eeeh" eine "heftige" Reaktion, heißt ich scheuche ihn quasi wieder neben mich und lobe direkt, wenn er "klein bei gibt". Das hält dann idR erstmal vor.
Wenn er einfach laufen darf, gibts ein "okay" und er hat die gesamte Leine zur Verfügung. Sollte er auch einmal trotz langer Leine ziehen, passiert quasi das Selbe wie oben: 2 Mal ermahnen, wenn er dann immernoch nicht will, werd ich böse. ;)

Mir fiel das zu Beginn unglaublich schwer, meinem Hund gegenüber böse zu sein. Vor allem so in der Öffentlichkeit.
Aber Yari ist ein kleiner (grooooßer) Dickkopf, vor allem jetzt in der Pubertät, und lässt sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Wenn er eine Meinung hat, dann behält er die auch :D
Da bringt Wattebäuschchen werfen leider nicht viel, der nimmt mich sonst gar nicht ernst.

Und wenn ich mal so richtig, richtig böse werde, weil er totalen Unfug baut, dann spurtet er sofort. Das war gestern das perfekte Beispiel:
auf dem Spaziergang kam uns ein Hundefreund entgegen. Yari war ohne Leine, sollte aber bis zu meinem Zeichen neben mir (Kommando "Langsam") gehen und erst dann los. Das langsam hatte schon nicht richtig funktioniert, weil er so aufgeregt war, sodass ich ihn mehrmals korrigieren musste.
Ich blieb dann stehen, wollte dass er sich setzt und mich anschaut, stattdessen sprintet er los. Ich habe quasi "instinktiv" losgebrüllt, er soll sich verdammt noch mal neben mich setzen. In dem Moment war ich wirklich stinkig. Und schwupps lag er ganz klein neben mir und wartete auf mein Zeichen. Warum nicht gleich so? ;)
Frauchen vom Hundefreund war jedenfalls begeistert: "Frauchen hat ein Machtwort gesprochen" :rolleyes:
 
Dabei
10 Dez 2014
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#16
Amy und ich haben die Leinenführung damals mit ca. 4-5 Monaten (ich weiß nicht mehr genau) im Hundezentrum gelernt. Seitdem sie 12 Monate alt ist klapt dies, bis jetz zu 100%, sowohl mit als auch ohne Leine an fremden Hunden vorbei. Da gab es eigentlich ab dem Junghundekurs nur noch 3 wichtige Punkte 1. Körpersprache vom Hund und auch von mir, 2. Leinenführung, 3. Rückruf. Alle anderen Kommandos wie Bleib, Steh etc. waren, wie sagt man so schön, ein schöner "Nebeneffekt" :). In der Hundeschule gibt es auch Dingos (Australische Wildhunde) an denen kann man die Körpersprache noch richtig gut ablesen und dann auf seinen eigenen Hund übertragen, zudem hatten wir immer Hunde mit Maulkorb dabei, die oft aggressiv geben Artgenossen und/oder Menschen waren. Somit habe ich sehr viel auch im Umgang mit meinem und fremden Hunden gelernt. Wir hatten auch Stunden dabei da mussten wir ohne verbale Sprache unsere Hunde aus dem Spiel raufen etc. Das war bei mir ein langer Lernprozess das wirklich alles zu erkennen und umzusetzen. Ich lerne da bis heute noch jedes mal wenn wir wieder vorbei schauen.
Die Leinenfühung wie ich sie gelernt habe, hatte mein Hund ganz schnell raus, das Problem war eigenltich ehr ich. Ich habe anfangs viel zu lange gebraucht um zu reagieren und habe Amy damit anfangs sehr verunsichert. Nachdem ich den Dreh raus hatte ging es sehr schnell weiter :). Hier mal wie wir es gelernt haben (ist aber schwierig zu erklären)
Im Hundezentrum hatten wir immer ein Ritual für die Leineführung, damit der Hund weiß was jetzt kommt, Hund neben sich setzen auf höhe des eigenen Beines, 2 Meterleine auf 1m kurz stellen und mit einem Wort "bei mir" loslaufen. Sobald der Hund nicht mehr auf dich aufpasst an der leine rucken und umdrehen, für mich war das schwierigste den Moment zu sehen, ab wann der Hund unaufmerksam wird, da Amy mehrere Dinge gleichzeitig konnte z.B. in der Gegend umher schauen und gleichzeitig jeden Schritt von mir mitzubekommen (das Ziel ist nicht das perfekte Fuß wie bei der BH sondern ein im Alltag verlässliches neben sich her laufen). Wenn sie kurze Zeit auf mich geachtet hat und ich nicht umdrehen musste, Hund neben sich setzen und Leine lang, mit einem Wort freigeben (wenn die Leine lang ist durfte der Hund die erste Zeit auch mal ziehen). Das wurde bei uns im Training immer weiter gesteigert anfangs in einer Einzelstunde, dann in der Gruppenstunde, sowohl draußen als auch auf dem Platz, mit Leckerchen und anderen Hunden als Ablenkung. Des weiteren wurde die Leine immer weiter abgebaut. Wir hatten zwischenzeitlich nur noch ein Gummiband als Leine etc. Da wurde der Hund dann immer angetippt und umgedreht, wenn er beim "bei mir" laufen unaufmerksam wurde. Beim Antippen musste ich dann aber auch sehr schnell reagieren, da der Aussie auch sehr schnell ist :rolleyes:. Bis heute wird sie ab und an noch korregiert z.B. wenn wir im Wald ohne Leine laufen und sie "bei mir" läuft und an uns Rehe oder Hasen vorbeilaufen, Tippe ich sie an und laufe ein paar Meter in jegliche Richtungen. Was bei uns auch sehr wichtig war nachdem ich und der Hund den ersten Dreh raus hatten. Dass wir nicht immer nur umdrehen sondern auch mal rückwärts, seitwärts etc. laufen. Da Amy sehr schlau ist und sich das nach ein paar mal ritualisiert hatte, war die Aufmerksamkeit beim umdrehen nicht mehr da. Somit wechseln wir da immer, sah dann manchmal aus wie ein Tanz :confused:.

Ich würde dir einen Trainer empfehlen bei dem du dich wohl fühlst.

Für uns war diese Arbeitsweise die richtige. Ich wollte einfach eine Grunderziehung (vor allem "Bei mir" und Rückruf) ohne die Bestechung Leckerchen und vorallem einen Hund der mich ernst nimmt. Ich hab bei vielen Hunden im Bekanntenkreis gesehen, dass es oft viel interesantere Dinge gibt als ein mit Leckerchen winkender Besitzer. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden. Das wichtigste ist man muss zu 100 % hinter den Methoden stehen, die man anwendent. Der Hund versteht sofort wenn man verunsichert ist und nutzt dies auch aus.
 
Dabei
18 Apr 2017
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#17
Danke für eure zahlreichen Antworten :)
Ich habe es seitdem erstellen dieses Beitrages mit dem stehenbleiben/umdrehen/warten gemacht, wie Schlupito es geschrieben hat - siehe da, seit dem ersten Spaziergang mit dieser Methode funktioniert es schon sooooo viel besser!
Wir haben dies im Welpenalter schon versucht, da hat diese Methode so gut wie gar nicht funktioniert, mittlerweile scheint dies die beste Methode zu sein, danke nochmals an Schlupito :)

Das mit den anderen Hunden wird noch geübt, Problem ist das wir nur wenige Hundebegnungen haben - wohnen mitten am Land :(
 
Dabei
10 Dez 2014
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#18
Ich wohne auch mitten auf dem Land in einem Dorf mit 7 Häuser. Ich habe mich damals in der Hundeschule zu einem Kurs angemeldet, dort wurde bewusst das Leinelaufen etc. geübt. Zudem bin ich mit dem Auto mindestens einmal die Woche in die nächste Stadt/Stadtparkt/"Hundegassi-Strecke" gefahren und wir haben dort trainiert. :)
 

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