Wowza, da kenne ich aber keine Züchterkollegen, die die Welpen erst mit 12 Wochen abgeben wollen. Ich selbst auch nicht. Natürlich bleibt mal ein Welpe aus den unterschiedlichsten Gründen länger. Aber ich bin bei aller Liebe zu meinen Welpen froh, wenn sich dann ab ca. 9 Wochen, die neuen Familien selbst intensiv um ihren Welpen kümmern können und mich mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge zurück lassen. Sie mutieren ab der 8. Woche mehr und mehr zu Raptoren - sie haben nur Unsinn im Kopf, wollen die Welt erkunden und prügeln sich untereinander wie die Kesselflicker. In dem Alter sind sie bereit für die Welt und müssen sie im Idealfall auch intensiver gezeigt bekommen, als es der Züchter für einen großen Wurf zu tun vermag. Es mag einzelne Welpen geben, die noch etwas Zeit zu Hause beim Züchter und/oder im Rudel brauchen, die sie natürlich auch bekommen. Es mag auch Rassen geben, die mehr Zeit beim Züchter brauchen. Der Aussie aber, gehört in aller Regel nicht dazu.
Danke Elke! Es ergibt absolut Sinn die Welpen mit acht Wochen abzugeben, nun ja der Impfung wegen eben zwischen acht und neun Wochen. Je nach Rasse schließt sich das Fenster der sensiblen Phase nun einmal mit zwölf bis maximal 16 Wochen (wobei die 16 Wochen für absolute Spätentwickler wie Herdenschutzhunde gelten). Was bis dahin als gewohnt bekannt ist, sitzt fürs Leben. Alles was man bis dahin nicht kennengelernt hat, muss mit mehr Mühe erarbeitet werden. Man stelle sich das praktisch mit acht Welpen (oder gar noch mehr) gleichzeitig vor. Danke, aber danke Nein! Und das ist kein Humbug, Scott und Fuller haben das alles wissenschaftlich untersucht.
Die Hunde sind in diesem Alter einfach bereit für die neue Familie und können noch alles an Eindrücken aufsaugen die in der neuen Umgebung wichtig sind. Mit zwölf Wochen und darüber ist man vollständig dem ausgeliefert, was der Zücher an Sozialisation und Habituation geleistet hat. Das mag bei einzelnen Welpen noch prima gehen (zum Beispiel den ein oder zwei Welpen aus einem Wurf, die ins europäische Ausland ziehen und daher 15 Wochen bleiben müssen), aber schon bei vier Welpen ist man da als Einzelperson geliefert und bräuchte Unterstützung (auch dann, wenn man nichs anderes tut als einen Wurf aufziehen), denn man muss ja alles mögliche mit den Hunden einzeln erarbeiten und erwachsene Hunde gibt es ja auch noch im Züchterhaushalt, die Ansprüche und Bedürfnisse haben. Es gibt sogar einige wenige Rassen, bei denen man schon sieben bis acht Wochen alte Welpen trennen muss, damit man noch etwas abzugeben hat, das halbwegs unbeschädigt bei den neuen Besitzern anlandet. Deutsche Jagdterrier fallen da beispielsweise oftmals drunter. Diese spielen nämlich gar nicht mehr "nett" miteinander, sondern werden derart ruppig und griffig, dass man sie lieber aufteilt. Aussies sind nicht ganz so schlimm, aber die sollen ja im späteren dienstlichen Alltag auch keine Füchse abwürgen. Und nö. die Mutterhündinnen wollen da dann schon längst nichts mehr mit ihrem hoffnungsvollen Nachwuchs zu tun haben. Die können dann nicht mehr dem kompletten Wurf paroli bieten, obwohl sie sehr wohl wirklich in der Lage sind, sich aggressiv durchzusetzen Die würden, wenn sie könnten, beim Raustragen helfen.