Am Rande eines Nervenzusammenbruchs

Dabei
22 Jan 2019
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#1
Hallo ihr Lieben,
wir sind neu hier und deshalb stelle ich uns erst einmal vor. Ich bin Sarah, 31 Jahre alt und meine Aussiedoodle Dame Penny (9 Monate alt).
Tja wo soll ich nur anfangen. Bis Mai 2018 hatten wir einen sehr gemütlichen und liebevollen Bernersennenmischling, der unseren Sohn (3Jahre alt) über alles geliebt hat. Die beiden waren beste Freunde. Doch Balou ist ganz plötzlich gestorben. Für unsere ganze Familie ist eine kleine Welt zusammengebrochen. Schnell wurde klar, dass wir einen neuen Hund haben möchten. Der Zeitpunkt war eigentlich nicht so schlecht, denn ich war mit Baby Nr 2 schwanger und hatte Berufsverbot. Perfekt eigentlich um einen Welpen zu erziehen. Dachten wir....
Penny kam dann mit 8 Wochen zu uns. Sie war der ruhigste Welpe aus ihrem Wurf. Ich habe die Alarmsignale leider überhört, da ich sie so hübsch fand. Denn ihre Mutter war uns Menschen gegenüber aggressiv.
Wie dem auch sei. Anfangs lief es wirklich gut. Die Züchterin hatte uns geraten erst einmal keine Hundeschule zu machen. Woran wir uns auch gehalten haben. Als Penny 16 Wochen alt war, fanden wir es jedoch an der Zeit zu beginnen. Die erste Hundeschule war quasi direkt nebenan und somit super. Da hat es aber leider nicht geklappt. Sie arbeiteten dort mit einem "scchhhht" was alles stoppen und unterbinden soll. Darauf hat Penny null reagiert. Nach einigen Wochen haben wir diese Hundeschule aufgegeben. Durch unsere Nachbarn sind wir dann woanders hingekommen. Davor muss ich sagen, bis Penny 4 Monate alt war, lief sie sehr gut an der Leine, wir konnten sie gut überall mit hinnehmen. Langsam schlich sich das jedoch aus und jeder Spaziergang wurde und ist bis heute noch ein Kampf und ein Krampf. Sie möchte jedes Blatt jagen, zieht wie eine Irre, möchte jeden anspringen,..... Auch zu Hause kommt sie nicht zur Ruhe. Nur wenn ich ihr die Ruhe 'aufzwingen' muss, indem ich ihre Box schließe. Mit den Kindern ist sie wirklich sehr sehr lieb. Wir gehen regelmäßig mit ihr raus. Sie bekommt auch Spieleinheiten, aber nicht zu viele, da sie ja schon immer sehr nervös ist.
Seitdem wir die Hundeschule machen, ist es ein ständiges auf und ab. Wir hatten jetzt 3 Monate lang Einzeltraining. Viele Dinge laufen wesentlich besser. Sie freut sich zwar sehr wenn Besuch kommt, aber sie schafft es (wenn ihr Futterbeutel vor ihr liegt) liegen zu bleiben und wird dann von uns ausgiebig belohnt.
Aber das spazieren ist eine Katastrophe. Als Familie können wir gar nicht gehen. Denn sobald jmd von uns vorgeht wird sie ganz nervös, schreit förmlich.
Wir haben beigebracht bekommen, jedes Mal, wenn Penny vorlaufen möchte, drehen wir uns um und gehen in die andere Richtung. Läuft sie gut neben mir, wird sie aus dem Futterbeutel belohnt.
Ab übernächste Woche dürfen wir ins Gruppentraining. Ich sehe sie da noch gar nicht drin, aber hoffe natürlich das Beste.

Eigentlich ist mir sehr daran gelegen zu erfahren, wer genau diese Probleme auch hatte und ob ihr irgendwann doch noch endlich spazieren gehen konntet. Unsere Trainerin sagt immer, wir sollen Geduld haben, Penny sei in der Pubertät. Aber momentan bin ich echt verzweifelt. ich gebe wirklich mein Bestes, jeden Tag. Doch so langsam habe ich Angst, dass es sich nie bessern wird. und dann müssten wir in einigen Monaten eventuell über die Konsequenzen nachdenken.

Viele Grüße von Penny und mir. image1-4.jpeg
 
Dabei
7 Sep 2012
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#2
Was heißt denn die Hündin war gegenüber Menschen "aggressiv" und in welchem Kontext? War die Mutter der Aussie? Nicht alle Mutterhündinnen tolerieren Fremde an ihren Welpen, kommt auch immer auf die jeweiligen Situation an, wie das abgelaufen ist. Auch der Besucher kann die Ursache für ein solches Verhalten sein. Das der Aussie einen im Rassestandard gewollte Reserviertheit gegenüber Fremden, sowie Schutztrieb (gerade in Anwesenheit eigener Welpen) mitbringt kommt noch hinzu. Wenn die Züchterin da nicht ihren Hund kennt u. die Situation mit Fremden entsprechend managent, hat dann u.U. nichts mit der Hündin zu tun.
Zumal ich von solchen Designerkreuzungen (sorry) so überhaupt gar nichts halte u. absolut dagegen bin.

Wenn ihr Eurem Trainer vertraut, dann seit ihr doch eigentlich in guten Händen... Vor allem wenn ihr greifbare Ergebnisse habt u. euch allgemein wohl fühlt. Ich finde es schon mal super, das ihr euch entsprechende Hilfe sucht. Das ist der richtige Weg, denn via eines Forums kann man das ganze beim besten Willen nicht beurteilen u. sinnvolle Tipps geben. Dazu muss man Hund u. Halter in der Situation live gesehen haben. So schreibst du auch nicht, wie genau du solche Situationen managt usw. usw.
Hinzu kommt, das zwar von "Spaziergängen" geschrieben wird, aber wie genau sehen die aus? Immer an der Leine? Wie lange u. wie oft seit ihr unterwegs? Kann sich der Hund auch mal altersentsprechend täglich austoben? Mit anderen Hunden spielen? Und, und, und...
 
Dabei
6 Jul 2017
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#3
Hallo Sarah,

ich gebe Aussiewolf in allen Punkten recht. Mir stellt sich auch die Frage, wie es mit der Alltag mit den Kindern ist. Gibt es Auszeiten, in denen sichergestellt ist, dass der Hund wirklich seine Ruhe hat und ihn die Kinder in Ruhe lassen? All diese Dinge kann aber wirklich nur ein Trainer vor Ort richtig mit euch beleuchten und ausarbeiten.

Manchmal hört man, dass Genie und Wahnsinn beim Aussie dicht beieinander liegen. Das trifft auf einige Vertreter und auch die Mischlinge daraus zu. Wir haben drei Aussies, unser jüngster war im jetzt Dezember 1,5 Jahre alt. Bis er etwa 16 Wochen alt war, kam er ohne meine Hilfe kaum zur Ruhe, ich musste ihn anleinen, damit er abschalten konnte. Danach wurden diese Zeiten immer weniger aber er lag am Liebsten immer noch im Türrahmen zwischen Wohnzimmer und Flur, um ja nicht zu verpassen, was außen herum ging. Wenn er sich mal zu uns aufs Sofa legte, war es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder ging. Am Anfang der Pubertät verstärkte sich das Problem nochmal. Seit November kommt er fast jeden Abend zum Kontaktliegen auf Sofa.

Das geradezu hysterische Geschrei, wenn ein Teil der Familie vorangeht, ist mir gut bekannt. Unser Jungspund hat damit angefangen, als er etwa im Alter von eurer Maus war. Wenn Hundekumpels dabei waren, die vorangingen, war es am Schlimmsten. Er war für mich mit nichts erreichbar. Ich arbeite mit Hilfe eines Trainers kontinuierlich daran und so langsam haben wir Tage, an denen es besser ist. Ich merke immer wieder, dass es ihm hilft, wenn ich mich nicht anstecken lasse, sondern ruhig und unaufgeregt reagiere. Aussies sind als Spätentwickler erst mit ungefähr drei Jahren erwachsen. So sage ich mir, wenn ich ein paar besonders anstrengende Tage mit dem Pubertier hinter mir habe, dass die Halbzeit schon geschafft ist.

Mir hilft es oft zu lesen, dass es anderen genauso geht. Aktuell fällt mir da z.B. der Thread von Anschi ein: https://www.aussie.de/forum/threads/nachhilfe-fuer-frische-hundemama.14608/ oder ich lese mich durch den Thread für die „pubertätsgeplagten Hundebesitzer“ https://www.aussie.de/forum/threads/an-die-pupertaetsgeplagten-aussiebesitzer.5528/

Ob ein entspanntes Spazieren gehen für euch als Familie und auch für Penny künftig möglich sein wird, hängt denke ich von mehreren Faktoren ab. Von Pennys Charakter, von eurem Umgang mit ihr und der Erziehung von ihr und den Kindern.
 
Dabei
22 Jan 2019
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#4
Hallo Aussiewolf,
danke für deine Antwort.
Die Mutter war eine Aussie, die Züchterin meinte sie mag keine Kinder und hat Zähne gefletscht als sie in den Raum kam. Ihre Welpen waren in der Box und wir saßen woanders im Raum.
Danke für deine ehrliche Meinung was die Kreuzung der Rassen angeht. ich muss sagen, dass wir davor immer Hunde aus dem Tierheim hatten oder sogar von der Straße. und wir haben uns dieses Mal irgendwie verleiten lassen, weil wir die Mischung toll fanden. Ob ich es noch mal machen würde, weiß ich auch nicht. Aber jetzt ist Penny da und wir haben sie sehr gerne.

Wir vertrauen unserer Trainerin auf jeden Fall. Mir ging und geht es ja auch hauptsächlich darum, zu erfahren, wer noch solche Probleme hatte beim spazieren und ob diese sich gelegt haben. Also eigentlich Leute die mir Mut machen können, dass es sich auch wieder ändern kann :)
Also wir arbeiten hauptsächlich mit Futterbeutel. Sie "erarbeitet" sich ihr Futter. Spaziergang sieht bei uns so aus: sobald sie vorspringen möchte, dreh ich mich um und gehe in die andere Richtung. Das Ziel ist es, dass sie sich auf mich konzentriert u somit nicht so schnell von allen möglichen Reizen abgelenkt wird. Wir gehen 3 mal am Tag. wie lange hängt immer davon ab, wie nervös sie ist und wie sie geht. Mittlerweile bin ich was lockerer geworden und lasse sie an der langen Leine wenn wir auf dem Feldweg sind auch vorlaufen. Laut Trainerin sollen wir das eigentlich nicht machen. Aber sonst würde ich nie weit mit ihr kommen.
Anfangs haben wir sie auf Wiesen auch ohne Leine laufen lassen. Mittlerweile hab ich aber Angst, dass sie abhauen würde.
Zu Hause wird regelmäßig gespielt: Futtersuchspiele, apportieren, oder einfach mit einem ihrer Stofftiere. Ansonsten haben wir einen großen Garten und "laufen" dort einfach auch schonmal mit ihr rum, damit sie sich austoben kann.
Andere Hunde ist was schwierig. Sie möchte mit jedem Spielen, aber nicht jeder mit ihr. Und häufig ist sie dann doch ängstlich und traut sich nicht so richtig. Die Hunde, die wir im Freundeskreis haben, sind alle wesentlich ruhiger und haben keine Lust auf Penny, da sie ihnen zu wild ist.
 
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7 Sep 2012
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#5
Ok, aber wie lang ist diese Zeit da draußen, bis sie "nervös" wird?
Ich habe so irgendwie das Gefühl, das dieser Hund körperlich völlig unterfordert ist u. u.a. "nervös" u. hibbelig wird, weil er sich in eine Erwartungshaltung hineinsteigert, die dann nie erfüllt wird, weil es bei "Nervösität" direkt wieder nach Hause geht. Klingt sehr nach einem Teufelskreis von Unterforderung! Aber Achtung! Wie gesagt, via Forum ist u. bleibt das eine Vermutung! Ein Denkanstoss! Mehr nicht!

Der Hund sollte sich unbedingt täglich körperlich austoben können u. zwar auch im Freilauf. Wenn ich sorge habe, das er mir abhaut, dann Geschirr u. Schleppleine ran u. draußen auch mal konsequent am Rückruf arbeiten. Es gibt beim Laufen an der Leine einen großen Unterschied zwischen korrektem Beifuss gehen u. "nur" ohne ziehen an der Leine gehen. Da darf ein Hund schon auch mal vor gehen, solange er nicht zieht u. sich auf Wunsch heranrufen läßt. Futtersuchspiele u. Apportieren im Haus ist mal was für schlechtes Wetter oder zwischendurch, aber sicherlich nicht für jeden Tag. Und auch der Garten, mal toben ist toll. Aber nutzt ihn unbedingt auch, um ohne Ablenkung an euren Problemen zu arbeiten u. z.B. um sicher den Rückruf zu trainieren etc.pp.

Sowohl der Pudel, als auch der Aussie (beides sind Arbeitshunderasse) sind aktive Hunde, die jeden Tag "arbeiten" wollen.
 
Dabei
22 Jan 2019
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#6
Hallo Dogsontour,

Ja mittlerweile geben wir ihr immer wieder regelmäßig Auszeiten in ihrer Box, denn ansonsten würde sie uns den ganzen Tag hinterher laufen. Aber wie du sagst, die Hunde müssen auch mal zur Ruhe kommen, gerade wenn Kinder im Haus sind. Unser großer ist drei Tage bis 12 und 2 Tage bis 15 Uhr im Kindergarten. So, dass sie eigentlich schon Ruhezeiten hat.

Ich erkenne Penny sehr in dem wieder, was du über euren Hund geschrieben hast und das macht mir Mut. ich muss also durchhalten und weiter am Ball bleiben und dann hoffen, dass es wird.
 
Dabei
22 Jan 2019
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#7
Sie wird nicht draußen nervös, sie geht schon nervös raus :( Oft lass ich sie dann erstmal in der Einfahrt apportieren, damit sie sich was beruhigt. Wir gehen bei Nervosität nicht nach Hause. Aber wenn zb Wind draußen ist und die Blätter fliegen rum, will sie jedes Blatt anspringen, egal ob auf dem Bürgersteig oder der Straße. An solchen Tagen kann ich keine Stunde mit ihr draußen bleiben, weil sie dann völlig überdreht ist. Also apportieren machen wir immer draußen. Wenn es die Umstände nicht erlauben, dass wir spazieren gehen können, dann mach ich Futtersuchspiele mit ihr im Haus einfach um sie auch etwas zu beschäftigen.
Es gibt auch Momente an denen geht sie einfach ein stück vor mir und zieht nicht, dann lass ich sie. Aber das große Problem ist halt wirklich das Ziehen und alles und jeden anspringen wollen.

Ja das mit im Garten nicht zu viel toben lassen, hat die Trainerin auch gesagt. Aber vor allem sollen wir sie nicht alleine im Garten lassen, weil sie sonst alles "verteidigen" möchte.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#8
Zitat: "Wir gehen 3 mal am Tag. wie lange hängt immer davon ab, wie nervös sie ist und wie sie geht. "

Jetzt weiß ich noch immer nicht, wie lange tagtäglich wirklich draußen ist und ob sie sich mal austoben kann. Wie sehen diese Spaziergänge konkret aus?

Und was heißt "nervös"? Wie sieht das aus? Wie verhält sie sich?
Wenn draußen Blätter herumfliegen u. sie hinterherspringen will... das ist doch nicht nervös, das ist ein normaler verspielter junger Hund! Und ich habe das Gegenteil geschrieben, im Garten toben lassen ist toll. Gemeinsames toben u. spielen hat nichts mit alleine lassen im Garten zu tun, wobei sie sich sicherlich vor Langeweile eine Beschäftigung suchen wird, sei es buddeln oder bewachen... wobei wir beim bewachen noch lange nicht beim "verteidigen" sind. Macht aber aus Hundesicht schon enorm Spaß, wenn man hinterm sicheren Zaun bellen kann u. der angebellt dann (zwangsläufig) erfolgreich vertrieben wird.
 
Dabei
11 Nov 2012
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#9
Nun ja, ihr habt da eine Mischung aus zwei sehr aktiven hunderassen. Die ordentlich Energie haben und eine gut strukturierte Aufgabe brauchen. Sorry, das so zusagen, aber denen reicht es nicht, einfach mit der Familie mitzulaufen. Das sind Hunde die wollen und müssen ordentlich, fokussiert beschäftigt werden. Die wollen einen Job. Ich kenne drei dieser Mischungen unterschiedlichstem Alters und die machen alle aktiv hundesport und sind knackig unterwegs. Nur gassi und ein bisschen mit den Kindern laufen reicht denen nicht.
Natürlich müssen diese Hunde lernen auch Ruhe zu halten, aber sie brauchen auch eine Aufgabe, ein Ventil für ihre Energie, ihre Intelligenz und ihren arbeitswillen. Und den muss man ihnen geben, sonst sind die nicht ausgeglichen und glücklich. Zudem sollte es möglich sein, dass du dich einmal am Tag nur mit dem Hund beschäftigst, in voller konzentration, ohne die Kinder.

Lg
 
Dabei
10 Okt 2016
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#10
Hallo Sarah,
für mich klingt das leider auch sehr nach körperlicher Unterforderung.

Mein Connor ist aktuell 21 Monate alt und auch nervös wenn es raus geht. Er kann es kaum erwarten raus zu kommen, weil für ihn die Welt noch uuuuuunheimlich spannend ist. Ja, an manchen Tagen nervt es mich ungemein, aber ganz ehrlich? Ich möchte keinen Hund haben der mit 2 Jahren schon so abgeklärt ist wie meine 9 Jahre alte Hündin :p Was wäre die Welt doch dann langweilig :)

Wenn Penny Blätter jagen will, warum nicht??? Mach doch mit, lass dich von deinem jungen Hund anstecken :) Du hast Kinder, die springen im Herbst doch sicher auch gerne mal in einen riesigen Laubhaufen... genau das möchte Penny wahrscheinlich auch machen! :)

Bei uns gibt es immer erstmal Freilauf, damit die erste Power raus kann. Connor muss sich auslaufen, schnüffeln, markieren und dann ist er vom Kopf her bereit mit mir zu kommunizieren. Nur an der Leine zu gehen und ständig korrigiert zu werden würde bei uns nicht funktionieren...
Der Aussie ist eine Rasse die dafür gezüchtet wurde stundenlang ausdauernd zu laufen!!!! Nicht das du das tun sollst, aber diese "Grundenergie" muss ja mal irgendwo raus gelassen werden...
Es klingt für mich so, als hättet ihr den Spaß aneinander verloren, was sehr schade ist. Wenn du Angst hast das sie weg läuft: Geschirr und Schleppleine dran.
Ich fahre auch gerne in weitläufiges Gelände, in dem ich vorausschauend Gassi gehen und er sich austoben kann. Wenn Penny nie frei läuft, ist es für mich nur verständlich das sie dann wenn sie es mal darf auch erstmal nicht auf euch reagiert, da sie einiges nachzuholen hat...
 
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7 Sep 2012
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#11
Ich muss sagen, dies finde ich auch eher Kontraproduktiv: " Sie wird nicht draußen nervös, sie geht schon nervös raus :( Oft lass ich sie dann erstmal in der Einfahrt apportieren, damit sie sich was beruhigt. "

Ein junger aktiver Hund der in einer gewissen Erwartungshaltung nach draußen kommt u. dann soll er erst mal ruhig u. konzentriert Apportieren (insofern es hier im korrektes Apportieren geht) . Sicherlich kann man so etwas (mit einem älteren weiter ausgebildeten Hund problemlos) machen, aber meiner Meinung nach nicht mit einem so jungen Hund. Lass doch erst Mal den Dampf ab! Dreh doch erst Mal eine Runde, lass sie laufen, sich lösen u. tobe u. arbeite dann mit ihr am Apportieren u. vor allem am Rückruf (wohl das wichtigste Kommando für einen Hund). So wie beschrieben, wir die Erwartungshaltung doch eher noch größer und sie noch hibbeliger.

Nimm Deine Kinder als Beispiel: Wenn es morgens in die Schule geht, dann toben doch gerade die Kids der Grundschule morgens durch die Gänge des Schulgebäudes oder draußen auf den Hof, ehe es konzentiert in den Unterricht geht, lassen sie erst Mal Dampf ab, damit sie sich konzentrieren können. Und im Kindergarten geht es ja auch ähnlich ab.
 
Dabei
22 Sep 2015
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#12
Ich habe zur Zeit eine 6 Monate alte Border Collie Hündin zu Hause und habe noch eine 3,5 Jahre alte Hündin und eine 11 jährige. Wenn wir rausgehen sieht es so aus, dass sie gesittet mit mir zur Straße gehen da warten und dann auf der anderen Straßenseite auf den Wiesen mit der 3,5 jährigen Dampf ablässt. Sie weiß dass sie wenn wir draußen sind ihre Power ablassen kann und ist deswegen auch wenn wir dann nur ein Stück an der Leine laufen etc. dadurch total gechillt.

Bei uns sieht es so aus, wir gehen morgens so 30-40 Minuten raus und sie können zusammen richtig toben und einfach mal Luft raus lassen. Dann machen wir ab und an ein paar Übungen sowie Impulskontrolle etc. und dann gehts wieder nach Hause und es wird bis Mittag gepennt. Dann gehts nochmal so 10-20 Minuten raus und am Nachmittag/Abend nochmal.
Wir machen Spiele wo sie uns suchen muss oder sie muss ihren Futterdummy suchen oder schöne Impulskontrollspiele und treffen Hundekumpels :)
So ist sie eine super ausgeglichene kleine Maus <3
 
Dabei
6 Sep 2018
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#13
Also, ich mache dir jetzt mal Mut: Was du bei Penny beschreibst sind keine richtigen "Probleme". Sie ist verdammt jung, es ist normal dass sie mal zieht, hibbelig ist, spielen will... mein Hund ist 7 Monate und wie deiner. Der liebste Hund der Welt zu Kinder und Menschen, auch sie springt andere Menschen an (daran arbeiten wir), auch sie ist oftmals stürmisch und will mit anderen Hunden spielen. Wenn die anderen Hunde nicht wollen vermitteln sie ihr das schon und siehe da - mittlerweile kann sie sich super gut an ihr Gegenüber anpassen und akzeptiert es wenn ein andere Hund seine Ruhe will. Die Welt ist einfach spannend und ich glaub am wichtigsten ist es die eigene Erwartungshaltung runterzusetzen und den Hund einfach Mal Hund sein lassen. Ich treffe mich regelmäßig mit ausgewählten Hunden, da vereinen wir etwas Konzentration mit Spiel und Spaß, und ich fahre regelmäßig wohin wo sie einfach nur rennen und schüffeln darf und nutze diese Ausflüge um intensiv den Rückruf zu trainieren. Und wenn sie nicht richtig hört - 10m Schlepp und Geschirr. Und gaaaanz tolle Leckerli! Ihr schafft das schon , Kopf hoch! Nicht zu viel erwarten, nicht zu wenig, es ist eine Gradwanderung und auch mir fällt es sehr schwer die richtige Balance zu finden.
 
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22 Sep 2015
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#14
Das muss ich bei meiner sagen (27 Wochen 1 Tag) , sie läuft nicht zu anderen Hund ohne das ich ihr das okay gebe oder so. Klar schaut sie auch anderen Hunden hinterher oder so und würde gerne hin macht es aber nur sie das okay dafür bekommt. Sie geht auch frei an anderen Hunden vorbei und und belästigt keine anderen Hunde wenn die ihre Ruhe haben wollen ist das okay für sie und das normalste der Welt da muss der Hund ihr nicht erst ne Ansage verpassen. Finde auch nicht, dass es der Job der anderen Hunde ist den Hund da zurück zu weisen sondern die Aufgabe der Besitzer wenn man weiß, dass der Hund seine Grenzen nicht kennt, klar kann das im Spiel immer mal passieren, dass sie wild werden und drüber hinausschießen, das meine ich nicht. Aber wenn man weiß sein Hund übertreibt es die meiste Zeit dann muss man als Besitzer finde ich, seinen Hund auch bremsen.
Meine Älteste spielt noch gern hat aber kaputte Knochen und darf nicht so viel, würde sie Eevee dann sagen müssen dass es ihr zu viel ist, kann es schon sein das zu viel war. Auch ist sie auf Distanz ableg/setz bar und bleibt wenn Passanten etc. vorbei gehen ohne dass sie direkt zu ihnen hin will, außer sie wird halt angesprochen.
Sie läuft von Tag 1 an komplett frei und lässt sich aus dem Spiel sofort abrufen und auch wenn sie doch mal zu anderen hinlaufen will. Man kann sie ablegen und mit den anderen spielen, auch dynamisch und sie bleibt liegen.
Aber an der Leine zieht sie auch und will gerne alles was auf dem Weg liegt mitnehmen und damit spielen und würde das wohl auch noch intensiver machen, wenn sie nicht altersgemäß ausgelastet werden würde.

Aber es ist nichts ungewöhnliches was Penny da macht, bleibt dran dann wird das schon.
 
Dabei
12 Jul 2012
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#15
ich finde, dass hunde, die oft an der leine sind, vermehrt dazu neigen draussen *auszuticken*. haben hier einige im ort die durften als welpe nie frei laufen und jetzt gehts kaum weil sie weg laufen, anspringen, ziehen etc.

ich hab jetzt den 4. hund, alle vom ersten tag ohne leine laufen (nur kurz zum üben, müssen sie ja auch/erst lernen). ich hatte noch nie eins der beschriebenen probleme, max das laufen zu anderen menschen, die aussies machen jedoch auch das nicht. nennt man impulskontrolle. wir gehen von anfang an an anderen hunden ohne leine vorbei, ich kann beiden ablegen und sie bleiben - egal was ist, . ich glaube die mangelnde impulskontrolle ist `schuld` an den problemen, daran sollte man arbeiten. die und der rückruf sind mE die wichtigsten dinge die sitzen müssen..kein sitz, platz, pfötchengedöns
 
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22 Sep 2015
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#16
Jap unterschreibe ich so Meine 1. ist nen ehemaliger Straßenhund die geht leider schnell auf Futtersuche Aber die anderen beiden waren immer von Beginn an frei und auch wie bei dir hatten sie noch nie wirklich das sie zu fremden rennen und sie anspringen oder so. Sie bleiben sitzen wenn auch wenn andere an uns vorbei gehen auch schon mit 9 Wochen haben sie das gemacht
 
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6 Jul 2017
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#17
@AnnaAussie und JosiPhinchen: Unsere beiden Aussiemädels sind auch total unkompliziert - ob Mensch oder Hund nehme ich beiseite/zu mir und das klappt zuverlässig. Aber ich leihe euch gerne einmal meinen 1 1/2-jährigen Nanouk aus ;) Er läuft auch von Anfang an frei/an der Schleppe. Ich würde auch behaupten, dass der Rückruf gut sitzt - ich konnte ihn bislang aus fast jeder Situation abrufen. Wenn es nicht geklappt hat, habe ich einfach zu spät reagiert. Den Rassestandard hat er aber hinsichtlich der "aussietypischen Reserviertheit" gegenüber Fremden nicht gelesen, er liebt alle Leute. So lange wir einfach nur vorbeigehen und kurz grüßen kein Problem - egal ob Spaziergänger, Walker, Jogger, Radfahrer. Werde ich aber abgelenkt, weil die Hunde oder ich von entgegen kommenden angesprochen werden, ists vorbei, dann will er hin. Wie die Situation mit entgegenkommenden Hunden aussieht, erwähne ich lieber mal nicht... Das ist derzeit eine Großbaustelle. Obwohl er von Anfang an nicht zu jeden Hund durfte um "hallo" zu sagen und meiner Meinung nach genügend (ausgewählte) Hundekontakte hat. Er ist da einfach ein anderes Kaliber und ein totaler Kindskopf. Aber um ehrlich zu sein, erwarte ich in diesem Alter auch keine Perfektion von ihm, was das angeht. Wir werden weiterhin kontinuierlich daran arbeiten und so lange es nicht zuverlässig klappt, liegt es an mir, ihn so zu händeln, dass er für sich und andere keine Gefahr darstellt.
 
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6 Sep 2018
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#18
@Dogsontour: Bonnie ist da leider genau so ein Kindskopf. Mittlerweile klappt auch das Abrufen von Hunden immer besser. Unsere größte Baustelle sind aber auch frontale Hundebegegnungen, wenn ich sie da aber früh genug ablenke geht es meistens total gut. Wir üben da einfach kontinuierlich dran und machen gaaanz viele Impulskontrolle Übungen, und das seit klein auf. Jeder Hund ist anders, manchen sind andere Hunde komplett egal, andere brauchen halt länger um das zu kapieren. Bonnies größte Baustelle ist definitiv entspannt zu bleiben obwohl da Hunde sind und auf MEIN Kommando zu warten.
 

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