Ein Freund ist für mich jemand, der mich so akzeptiert, wie ich bin und mit mir durch dick und dünn geht. Das tun die wenigsten Menschen. (vielleicht kenne ich auch die falschen Menschen o.ó) und deshalb ist für mich - in meiner kitschig-romantischen welt - ein Hund eben doch ein Freund.
Ein Hund kann diese Anforderung gar nicht erfüllen, er ist kein Mensch. Man überfordert seinen Hund damit total.
Ja, ein Freund geht mit einem durch dick und dünn.....ist schon richtig. Aber mit einem wirklich guten Freund streitet man sich zb auch das ein oder andere mal.
Offensichtlich ist es sogar so, dass man sich mit einem Freund öfter und heftiger streitet, als mit einem Bekannten. Ganz einfach deshalb, weil man sich der Freundschaft sicher ist.
Ein Freund ist ein Mensch, der eine eigene Meinung hat und auch mal zu einer Idee "Nein" sagt, oder keine Lust zu irgendetwas hat.
Wenn du einem Freund vorschlägst, ins Kino zu gehen und der hat keine Lust, gehst du entweder allein oder gar nicht.
Wie wär das wohl mit einem Hund? Streitet man sich mit seinem Hund? Oder versucht man das durchzusetzen, was man als Mensch will? Lässt man dem Hund Entscheidungen selbst treffen, die nicht dem entsprechen, was wir grad im Kopf haben?
Stell dir vor, dein Hund läuft irgendwo in ein Wiese und frisst da was....vlt ein toter Vogel, Kaninchen, sonstiger Müll. Du rufst deinen Hund, du willst ja nicht, dass der das frisst.
Wenn dein Hund dir dann sagt: "du, das hier ist für mich grad echt wichtig, geh schon mal vor, ich komm später nach".....gehst du dann? Sicher nicht. Sagt dir ein Freund so etwas in der Art, sagst du "ok, bis später".
Wenn es so ist, dass man sich mit seinem besten Freund häufiger streitet als mit anderen Personen, dann wär das, auf den Hund bezogen, schon ein Widerspruch in sich.
Wie oft hab ich hier im Forum und woanders schon gelesen und gehört, dass die Menschen dann Angst haben, das könnte die Bindung zerstören? Wenn er doch mein Freund ist, sollte ich mir ja sicher sein, dass da nix zerstört wird.
Mit diesem verklärten und verzerrten Bild des Hundes schade ich ihm mehr, als ich ihm gut tue.
Es ist ein Hund....er ist egoistisch, er verfolgt seine eigenen Ziele.....nicht mehr und nicht weniger. Wenn man denn unbedingt von Freundschaft sprechen möchte, dann ist das wohl eher eine sog. Nutzfreundschaft, weil man gegenseitig voneinander profitiert. Fällt der Profit auf der einen Seite weg, ist auch der Freund verschwunden....in dem Fall der Hund.
DAS ist die Realität.
Wir sollten aufhören, soviel Menschliches in unsere Hunde hineinzuinterpretieren......wir Menschen sollten eher etwas mehr zum Hund werden. Das wär besser für alle.
