Hilfe: Unausgelastet - gesundes Mittelmaß im Welpenalter

Dabei
17 Dez 2007
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#1
Hallo
Ich habe folgendes Problem:

Mein Rüde, 14 Wochen (41cm,10Kg), ist mittlerweile ein echtes Energiebündel geworden. Ich freue mich eigentlich darüber, da ich mit ihm später im Sport aktiv sein möchte und da mit einem super motivierten und powernden Hund gerne trainiere.

Nun ist er aber noch so jung, dass er ja "eigentlich" gar nicht so viel machen darf. Leider ist er draußen aber oft unausgelastet.

Zum Tagesablauf:
Morgens um viertel vor 6 bis zwanzig nach 6 geht einer aus der Familie mit unseren Hunden (DSH/14J., Mix/12J., Spitz/10J.) zusammen mit einer Freundin (JRT/10J.) spazieren. Alle Hunde laufen natürlich frei, sodass sie sich auspowern können.
Hier fängt schon das erste Problem an: Taio fängt mittlerweile an in die Flanken/Ruten zu beißen, wenn keiner mit ihm spielen möchte. Klar, er wäre auch mit einem Ball zufrieden, aber ich möchte aus ihm keinen Balljunkie machen. Um die Uhrzeit morgens will aber auch nie jemand spielen. Ist natürlich schwer für ihn, aber er soll ja auch nicht Gassi=Spielen verbinden, sondern auch einfach entspannt die Welt erkunden können.

Je nach dem wie meine Mama arbeitet, sind die Hunde entweder morgens 5-6h alleine bzw wenn sie Spätschicht hat nur 2h.
Zwischendurch kommt meine Schwester von der Arbeit in ihren Pausen nach Hause und lässt die Hunde in den Garten.
Ansonsten bekommen alle bei den 5h auch einen Knochen, womit sie gut 20min beschäftigt sind.

Nachmittags gehts dann auch wieder raus. Früher immer 1,5h/2h - nun aufgrund des kleinen und der alten DSH Hündin nur maximal 45min mit Pausen dazwischen. Hier gehts meistens mit dem Beißen, aber da suche ich auch immer Strecken aus, die wir nicht so oft gehen bzw mehr Platz zum Rennen ist und ab und an spiel/zergel ich mit ihm.
Wenn ich mit den Hunden gehe, beschäftige ich mich auch mit allen. Meine Schwestern/Mutter machen das nicht, sondern laufen einfach nur. Da ist das Problem dann wieder öfter.

Mittwochs geht Taio immer mit zum Obedience, wo ich mit ihm auch viel Kopfarbeit mache (max 10min). Samstags hat er Welpenschule. An beiden Tagen geht er trotzdem ne kleine Runde nachmittags spazieren.

Wenn er abends total "abspackt", nehme ich ihn mit in mein Zimmer und mach noch eine kleine Clicker Session. Das Shapen macht ihm besonders viel Spaß aber auch hier guck ich, dass ich nicht länger als 10min arbeite.
Ab und zu bekommt er ein Holzintelligenzspielzeug, aber das hat er mittlerweile auch verstanden und ist ruck zuck fertig.

Ich finde, ich mach schon ziemlich viel mit ihm, aber er ist auf den Spaziergängen oft einfach total überdreht. Meine Familie hat schon keine Lust mehr ihn mitzunehmen, weil er die anderen Hunde ständig anrempelt.

Zuhause ist er bis auf manchen Abenden ein sehr ruhiger Rüde. Schläft, wenn alles ruhig ist und auch das alleine bleiben ist für ihn kein Problem.
Nachts schläft er auch problemlos durch.
Zuhause ärgert er auch die anderen Hunde nicht!


Was kann/darf ich mit ihm schon machen? Soll ich abends nochmal ne Runde mit ihm raus gehen, damit er dann auch nochmal powern kann? Ist ja eigentlich zu viel für so junge Knochen.

Wie krieg ich das beim Gassi gehen in den Griff, dass er lernt die anderen Hunde nicht zu rempeln? Leider sind alle auch so "nett", dass sie ihn nicht mal zurückweisen.


Taio ist der erste Welpe, sodass ich mir nie Gedanken machen musste wie ich einen so jungen Hund auslaste.


Hoffe auf gute Tips!! :)
 
Dabei
27 Jun 2012
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#2
Ich kann mir gut vorstellen, dass er nicht unterfordert ist, sondern schlichtweg überfordert ist mit der ganzen Action die du ihm bietest. Dein Welpe ist 14 Wochen (!!!!) alt. Der braucht keine Kopfarbeit, vorallem keine 10 Minuten lang! Da sind meine zwei großen auch schon fertig mit. Ich würde mit so einem kleinen Knirps maximal 2-3 Minuten lang was machen. Das aber auch nicht unbedingt täglich.
Ich würde auch nicht jeden Tag eine neue Strecke mit ihm gehen. Das sind wieder alles Reize die auf ihn einströmen, und da ihr ja auch relativ lange unterwegs seid, sind das ganz schön viele.
Wenn er anfängt in die Flanken zu beißen würde ich ihn an die Leine nehmen und ihm eine Auszeit gönnen.

Ich suche mal noch den Thread raus zum Thema Unterforderung beim Welpen.
 
Dabei
9 Feb 2011
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#3
Was mir auffällt, ist, dass du ja noch mehr machen möchtest, wenn er aufdreht. Ich denke eher, dass man ihn in solchen Momenten eher zur Ruhe "zwingen" sollte, anstatt ihn noch zu bestätigen und weiter hoch zu pushen.

Und ist es nicht vllt möglich, mit den Hunden auch mal getrennt zu gehen?
Damit die Älteren mal Ruhe haben (es gibt für Senioren sicher schöneres, als ganze Zeit von einem Welpen geärgert zu werden) und damit der Kleine mal die Welt kennen lernen kann.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#5
Ich gebe Schneffi völlig Recht. Dein Welpe ist grade 14 Wochen alt. Der muss nicht beschäftigt werden. Der ist beschäftigt genug damit deinen Alltag kennenzulernen und einfach mitzulaufen. Kopfarbeit ist völlig unnötig und oft sogar fehl am Platz, weil genau das passiert, was du beschreibst. Wenn er so aufdreht beim Spaziergang und die älteren Hunde ihn nicht zurechtweisen (was durchaus vorkommen kann), dann bist du als Mensch gefragt ihn zu maßregeln. Wer nicht aufhört zu nerven, läuft halt erstmal an der Leine bis er runter kommt. Alternativ eine kurze Pause an der nächsten Bank machen und ihn (liebevoll) festhalten bis er runter kommt.
Du könntest auch mal versuchen mit ihm alleine mehrere kurze Gänge zu machen statt einen langen Spaziergang. Vllt ist er mit den vielen Außenreizen einfach noch überfordert.
Ihn noch mehr beschäftigen, wenn er eh schon aufdreht ist das Schlechtestet was du machen kannst. Er wird nur immer mehr fordern und immer nerviger werden.

Nach einem klingt deine Beschreibung auf jeden Fall nicht und das ist Unterforderung. Mach dir das bitte klar.
 
Dabei
17 Dez 2007
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#6
10 Min ist maximal. Hatte mit ihm letztens das Target trainiert. Auf den Boden hingelegt, hingehen schnüffeln Click bis zum Zeitpunkt bis er die Pfote drauf hatte und dann hab ich aufgehört. Das hat bestimmt keine 10 min gedauert. Aber solche Übungen meine ich mit Kopfarbeit. Einfach Dinge, wo er bisschen überlegen muss.
Ich finde aber schon, dass Kopfarbeit - also psychische Auslastung, auch mit ihm gemacht werden soll. Einfach nur Gassi gehen ist doch auf Dauer total langweilig. Für mich zählt auch ne Sitzübung als Kopfarbeit. Vielleicht sehen wir das Wort anders in Verbindung mit Übungen?


Er schaltet ja Zuhause auch gut ab. Im Garten ist er auch eher der Gemütliche. Wenn ich ihn ignoriere, hört er dann auch mal auf mit dem durchdrehen, nur krieg ich dann wieder zu hören "ich mach zu wenig mit ihm, er ist nicht ausgelastet, der hatte heute doch nichts" :( Meine Familie machts mir da auch nicht sonderlich einfacher.

Auszeiten an der Leine hat er beim Gassi gehen. Vor allem morgens! Hilft aber auch nur suboptimal. Dann ist er ruhig, sobald er wieder ohne Leine ist fängt er wieder an Blödsinn zu machen.
Verschiedene Gassi Runden heißt hier leider nur die Wahl zwischen 4-5 unterschiedlichen Strecken. Diese sind dann aber die gleichen Wege. Denke, dass die Reize ihn nicht dazu bringen die anderen zu ärgern.

Ja also alleine laufen gehe ich nachmittags dann, wenn ein anderer die Oldies übernehmen kann. Das klappt prima und da ist er auch entspannter, hab ich das Gefühl.

Manchmal meint meine Mama, dass Taio versucht das Rudel zu kontrollieren. Kann das sein? Dieses reinzwicken, nach vorne rennen/nach hinten rennen, gucken das alle da sind?
 
Dabei
16 Jul 2013
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#7
Ich finde auch du machst eindeutig zu viel. Dein Welpe ist in meinen Augen einfach überfordert und weiß nicht wohin mit all den Reizen. Ich würde auch versuchen mit ihm alleine Gassi zu gehen, auch den anderen Hunden zuliebe. Kopfarbeit braucht er in meinen Augen noch gar nicht großartig, die ganzen Eindrücke, Gerüche und einfach die große Welt und der Alltag mit all seinen Pros und Kontras ist doch schon genug was er verarbeiten muss.
Eine wichtige Lektion ist: ein Aussie muss im ersten Lebensjahr lernen mit Langweile aufzukommen. Er muss lernen zu ruhen, zu schlafen, er muss es aushalten wenn einen Tag gar nichts passiert. Auch wenn es schwer ist, würde ich das Programm radikal runter fahren und ihn nicht als Powermaschine ansehen sondern als ein Baby das eindeutige Grenzen braucht.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#8
Klar will er spielen und wenn er selbstbewusst ist, versucht er das bei den Älteren durchzudrücken. Wie gesagt, wenn deine anderen Hunde ihn nicht maßregeln dafür, ist das deine Aufgabe. Da hilft nur Konsequenz und Geduld.
Lass dich von deiner Familie nicht bequatschen. Ihn mit Aufmerksamkeit zu bestätigen, wenn er gerade aufdreht, bringt dich auf die lange Sicht nur in immer größere Schwierigkeiten.
Dein Welpe muss noch kein Target kennen und auch Sitz ist zwar ne nette Spielerei aber an sich völlig unnötig. Das alles kann er immer noch lernen. Das Wichtigste, was er jetzt lernen muss, ist runterzukommen, wenn gerade nix passiert und das auch ohne Generve zu akzeptieren. DAS wird ihn wirklich alltagstauglich machen, kein Sitz oder Platz.
 
Dabei
17 Dez 2007
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#9
Okay, danke für eure Einschätzungen.

Mit dem unterschiedlich Gassi gehen wird leider schwer und ist nicht jeden Tag möglich. Versuche das irgendwie abzusprechen. Finde es nur immer sehr schade, wenn er so gar keinen hat beim Spazieren. Er guckt sich dann auch öfters um, ob da nicht noch einer ist. Er kennt es ja gar nicht alleine spazieren zu gehen bzw der Regelfall ist es nicht.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#10
Du siehst das falsch. Dein Welpe hat DICH. Du bist sein wichtigster Sozialpartner oder sollst es zumindest werden. Daran musst du jetzt arbeiten. Auch von der Seite ist es gut, wenn du mit ihm alleine gehst. Er soll sich schließlich an dir orientieren und nicht nur an den anderen Hunden.
 
Dabei
16 Jul 2013
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#11
Also mein Hund hat nur ganz selten andere Hunde zum Gassi dabei und trotzdem genießt er jede alltägliche Runde und schläft danach den Schlaf der Gerechten. Du scheinst das mit dem Gassi etwas zu vermenschlichen. ;)
 
Dabei
9 Feb 2011
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#12
[...] auch Sitz ist zwar ne nette Spielerei aber an sich völlig unnötig. Das alles kann er immer noch lernen. Das Wichtigste, was er jetzt lernen muss, ist runterzukommen, wenn gerade nix passiert und das auch ohne Generve zu akzeptieren. DAS wird ihn wirklich alltagstauglich machen, kein Sitz oder Platz.
DAS würde ich jetzt nicht unbedingt sagen ;)
Ich glaube nicht, dass Sitz und Platz Übungen einen Welpen wirklich überfordern. Man kann es ja einfach so machen, dass der Welpe sich, wenn er ein Leckerlie bekommt, vorher hinsetzen soll. Man muss es ja nicht lange am Stück üben.
Ich merke gerade erst wieder, wie hilfreich Dinge wie Sitz, Platz und Bleib sind
 
Dabei
17 Dez 2007
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#13
Ist wahrscheinlich wahr. Bin ich auch nicht gewohnt nur mit einem Hund spazieren zu gehen. Das fällt mir wirklich schwer und das wird sich dann auch auf ihn übertragen.

Ist auch nicht so, dass die Grundkommandos allein als solche geübt werden. Er lernt sie bei alltäglichen Sachen. Sitzen bis das Futter auf dem Boden steht oder er ein Knochen bekommt. Platz auf seine Decke wenn Besuch/Postbote kommt (macht er sehr gerne, weil er da die Sicherheit hat). In dem Sinne lernt er diese Kommandos und kann die auch gut ausführen.
Ist nicht so, dass wenn ich Sitz sage und er sofort pariert. Geschweige denn Platz. Da zeig ich ihm immer noch mit der Hand auf den Boden, ich selber hocke...
 
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Dabei
30 Jul 2013
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#14
DAS würde ich jetzt nicht unbedingt sagen ;)
Ich glaube nicht, dass Sitz und Platz Übungen einen Welpen wirklich überfordern. Man kann es ja einfach so machen, dass der Welpe sich, wenn er ein Leckerlie bekommt, vorher hinsetzen soll. Man muss es ja nicht lange am Stück üben.
Ich merke gerade erst wieder, wie hilfreich Dinge wie Sitz, Platz und Bleib sind
Natürlich überfordert alleine Sitz lernen den Welpen nicht. Ich hab das so geschrieben, weil ich denke, dass die TE das Hauptaugenmerk hier auf die falschen Dinge legt. Und primär muss ein Welpe Ruhe im Alltag lernen und keine Tricks. Und auch Sitz und Platz sind für mich Tricks ohne die ich auch im Alltag auskomme.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#15
Ich geb da meinen Vorrednern recht :) Grundstein legen ist einfach wichtig. D.h. für mich die Bezugsperson(en) klar stellen, Vertrauen und Bindung aufbauen (durch verschiedene Bindungsspiele zum Beispiel), gemeinsam Spaß und Freude haben (d.h. nicht nur spielen mit anderen Hunden sondern den Hund auf den Mensch fixieren!!), Alltag bewältigen und neues entdecken (Stubenreinheit, Auto fahren, Staubsauger, neue Menschen, neue Umgebung, Stadt, etc.) und zu guter letzt einen stabilen und sicheren Abruf aufbauen. Sitz oder Platz waren für mich einfach kleine Spielereien die der Hund sowieso nach dem 5. mal beherrscht hat. Die kommen viel mehr automatisch finde ich! Mein Hund ist 10 Monate und hat noch keine wirkliche Kopfarbeit oder auch intensiven Hundesport geleistet.. Ihm reicht der Alltag mit schönen Spaziergängen immernoch vollkommen aus! Immer wieder neue Erfahrungen (z.B seit neuem schwimmen) und Erlebnisse. Und die Grundausbildung ist auch noch nicht fertig. D.h. jeden Tag auf dem Spaziergang auch training und übung! Natürlich gibt es mal ein paar kleine Suchspiele oder wir fangen an mit dem Dummy zu üben.. Aber er ist auch noch unheimlich viel mit sich selbst und der Umwelt beschäftigt!
Und vielleicht mag mir jemand sagen, dass mein Hund nicht genug Action bekommt oder ähnliches. Aber im ersten Jahr ist für mich Ruhe angesagt. Einen Aussie zu pushen ist deutlich leichter als ihn zur Ruhe zu bringen.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#16
@littlebarney: Genau so haben wir es auch gemacht. Hazel ist jetzt etwas über ein Jahr alt und so langsam fangen wir an uns intensiver auf die BH vorzubereiten. Hundesport gab es bis jetzt gar nicht. Nächste Woche beginnen wir unseren ersten Agility Anfänger Kurs. Hazel hat im ersten Jahr nur unseren Alltag und Grundgehorsam kennengelernt. Gut in den letzten Monaten auch zwei, drei kleine Tricks. Sie ist ganz gut gelungen. Von daher kann das nicht so verkehrt gewesen sein. :D
 
Dabei
16 Jul 2013
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#17
Wir handhaben es genauso wie Jasmin außer das mit dem Agility. :p Wir üben immer noch täglich intensiv Grundgehorsam und Unterordnung dazu machen wir einige Übungen für die anstehende BH. Die ersten Tricks hat er auch erst vor 2-3 Monaten gelernt (aber das machen wir mittlerweile öfters aber nicht täglich). Mein Freund gewöhnt Neelix gerade auch an Inline Skates aber seeeeehr langsam, skaten ist das jedenfalls noch nicht. :D
 
Dabei
26 Jan 2012
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#18
Ich habe mit Milo anfangs auch viel zu viel gemacht - und das war nichtmal so viel, wie du machst.
Er war stressig, ist draußen nur gerannt und wollte spielen.

Habe mich dann auch im Forum schlau gemacht und alles drastisch reduziert.

So ein kleiner Welpe muss einfach lernen, dass er dir vertrauen kann, dass er sich entspannen kann und man kann nebenbei ein bisschen Erziehung einfließen lassen.

Was die Babys ganz bestimmt nicht brauchen ist Kopfarbeit. Bei dem Pensum würde mir Milo mit seinen 4 Jahren wahrscheinlich den Vogel zeigen ;)
 
Dabei
17 Dez 2007
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#19
Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr alle mit euren Hunden nichts gemacht habt bis er ein Jahr ist? :D

Ich schrieb ja schon, Kopfarbeit ist für mich schon das einfachste Kommando, das er ausführt. Das heißt, Welpenschule ist für mich abgesehen von dem Spielen, auch Kopfarbeit. Für euch nicht?
 
Dabei
30 Jul 2013
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#20
Im Alter von 14 Wochen hab ich mit Hazel tatsächlich nix geübt. Welpenstunde ja, aber ansonsten nix. Sie war einfach die meiste Zeit bei mir und hat "Alltag geübt".
Es geht nicht darum, dass dein Welpe kein Sitz lernen darf, sondern um das Pensum, das du fährst. Nur ein Beispiel. Wenn Hazel Welpenstunde hatte, lief danach für den ganzen Samstag nix mehr. Wirklich gar nix, nur Pipi machen und das wars.
Wenn ich einen Tag mit ihr in der Stadt war, war am nächsten Tag du ahnst es schon....genau nix. Es geht darum, dass dein Welpe nicht jeden Tag Programm braucht. Und wenn die Spaziergänge in der Länge mit den anderen Hunden ihn noch zu sehr pushen, dann musst du andere Lösungen finden und alleine gehen und kürzer.
Aber du denkst ja in die Richtung, dass du noch mehr machen musst und dass ein Welpe Beschäftigung braucht. Und das ist fatal.
Wenn dein Welpe jetzt Sitz lernen soll, dann weil es dir Spaß macht und nicht, weil er das unbedingt als Beschäftigung braucht. Das richtige Pensum im jeweiligen Alter hast du, wenn dein Hund im Großen und Ganzen ausgeglichen ist. Da er das nicht ist, solltest du was ändern.
Das wollten wir dir nur verdeutlichen.
 
Dabei
17 Dez 2007
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#21
Ich habe ja nach einem gesunden Mittelmaß gefragt, nicht dass ich noch mehr machen möchte, weil ich ja selber finde, dass das schon sehr viel ist. Da ich noch nie einen Welpen dieser Rasse hatte, habe ich nun Antworten bekommen :) Das ist schon mal sehr hilfreich.

Ich bin auch am überlegen, wie ich das ändern kann. Ist ja nicht so, dass er jeden Tag Programm hat, nur das generell alles reduziert werden muss. Beim Spaziergang mal angefangen, weil da ja das eigentliche Problem liegt.
 
Dabei
16 Jul 2013
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#22
Bei uns gab es einmal die Woche Hundeschule in der Früh und danach nichts mehr außer Pipi machen lassen. Wenn wir mal mit mehreren Hunden unterwegs waren oder größere Runden gegangen sind, passierte den restlichen Tag nichts mehr. Waren wir in der Stadt oder Restaurant oder bei anderen zu Besuch, passierte an dem Tag nichts mehr. Ebenso gab es bis vor kurzem einen kompletten freien Tag andem es gar kein Gassi gab, sondern nur etwas Spiel und Spaß in Wohnung/Garten und ansonsten kuscheln und schlafen. Mein Rüde ist daheim der ruhigste Vertreter überhaupt. Sobald er drinne ist, ist Ruhe. Es hat ihm also nicht geschadet und ich weiß sollte ich mal richtig krank werden dann bringen ihn 1-2 Tage ohne Gassi nicht um oder aus der Ruhe.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#23
Wie schon gesagt, mehrere dafür kurze Spaziergänge nur mit dir. Erkundet einfach zusammen die Welt ohne spezielle Übungen zu machen. Mit einem Welpen musst du auch nicht richtig spazieren gehen. Man kann sich auch einfach mal auf die grüne Wiese setzen und die Welt betrachten.
Kein Clickern, schon gar nicht, wenn er gerade aufdreht. Halte ihn liebevoll fest bis er runter kommt oder lass ihn einfach ausspinnen und ignoriere ihn völlig.
Jede Aufmerksamkeit ist in dem Moment Bestätigung. Keine Intelligenzspielzeuge. Kein Welpe braucht sowas. Keine 10 Minuten Kopfarbeit. Wenn er Sitz lernen soll, dann mach 5 Wiederholungen und gut ist für den Tag. Wenn er Welpenstunde oder sonstige aufregende Aktivitäten hatte, dann gar kein Programm mehr danach. Er soll danach entspannen, sonst nix. Außer Pipi machen natürlich, aber auch das dann kurz halten. :)
Das sind so die Tipps, die ich dir geben kann.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#24
Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr alle mit euren Hunden nichts gemacht habt bis er ein Jahr ist? :D
Also nichts würde ich nicht sagen. Aber in Maßen.
Wie Jasmin schon sagt: War an einem Abend Welpenstunde, lief am nächsten Tag gar nichts. War ich mit anderen Welpen länger an der Wiese oder spazieren, lief bei mir den Rest vom Tag definitiv nichts mehr. Wenn ich mal mit großen Hunden ca. 30-40 min laufen war, hieß es auch erst mal wieder lange Pause. Mein Welpe hat aber nach den "langen" Spaziergängen auch keine Ruhe gefunden. Wurde aufmüpfig und unruhig! Genau daran siehst du die Überforderung!
Das heißt ja nicht dass bei deinem Welpen nicht auch mal Action sein darf. Aber dann eben eine angemessene Ruhepause.

Und wie ich oben geschrieben habe. Nein wir haben noch nicht viel gemacht. Natürlich hat er mich und mein Leben kennengelernt und ist in den Alltag integriert. Aber es werden auch noch einige Probleme aufkommen die man erst mal in den Griff bekommen sollte, bevor es dann an Kopfarbeit oder Hundesport geht!
Z.B. hat meiner mit ca. 5-6 Monaten angefangen andere Spaziergänger anzubellen (im Freilauf) oder auf Jogger und Fahrradfahrer zu reagieren. Was vorher nie ein Problem dargestellt hat. Die letzten Monate habe ich damit verbracht dieses Problem relativ erfolgreich in den Griff zu bekommen. Jetzt hat er vor ein paar Woche Hündinnen und Wild für sich entdeckt und wir haben eine nächste Baustelle an der wir zu arbeiten haben!
Die Probleme treten auf im Laufe der Veränderung. Dein Hund wird noch viele Phasen durchlaufen (wie du sicher weißt)!
Natürlich ist es von Hund zu Hund verschieden. Aber als Welpe sieht man ihm auch noch nicht unbedingt an ob er mal eine(n) ausgeprägte(n) Pupertät, Jagdtrieb, Schutzinstinkt hat oder nicht.
Daher ist die Bindung und das Vertrauen so unheimlich wichtig.
Also ich kann für meinen Teil sagen, dass wir sicherlich noch an einigen Baustellen arbeiten bis wir die Zeit haben uns mit der Beschäftigung und Auslastungsfrage zu beschäftigen!
Aber vielleicht spreche ich da nur für mich :rolleyes:
 
Dabei
17 Dez 2007
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#25
Danke! :)
Werde das auf jeden Fall ändern.

Taio ist jetzt nicht ein Hund, der aufdreht im Sinne von total herumspringen (wegen Festhalten zur Ruhe kommen). Er fängt dann eher an Sachen zu machen, die er eigentlich nicht machen darf. Er fängt dann an durchs Wohnzimmer zu schleichen und schielt rüber, guckt dann zu der Bodenpflanze, guckt wieder rüber, und zack hängt er mit den Pfoten drin.
Das macht er nicht jeden Abend. So ab und an hat er einfach so Phasen...
Ich finde das ganz normal für einen Welpen. Bisschen austesten, ob er nicht doch mal darf. Aber dann gibts sofort wieder ein Kommentar zu Auslastung. Am besten geh ich nach so einer Aktion einfach mit ihm ins andere Zimmer und fertig.
 
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Dabei
17 Dez 2007
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#27
Ich gebe mir Mühe. Ich bin auch sonst sehr zufrieden mit ihm, weil er sonst einfach noch keine Probleme bereitet hat. Stubenrein ab Tag 1, Alleine bleiben nach einer Woche, das sind ja so die Standartprobleme, die er mal eben so übersprungen hat.
 
Dabei
7 Nov 2013
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#29
Hey :)
Kann mich den anderen da nur anschließen :)
Ich hab jetzt meinen Kleinen seit ein paar Tagen hier bei mir. Gut, er ist erst 11 Wochen alt. Aber wir gehen einfach regelmäßig zu unserer "Pipi-Ecke" und geniessen sonst den Tag mit Kuscheln, Spielen, Schlafen. Gestern haben wir uns das erste Mal etwas weiter gewagt und auch heute oder morgen werden wir nochmal den gleichen Feldweg besuchen, auf dem wir gestern schon etwas Zeit verbracht haben.
Ich finde es nicht gerade einfach, so wenig zu machen.. irgendwie hat man ja doch im Hinterkopf, dass man Sitz, Platz, Abruf... noch machen sollte.. Boxentraining wäre bei uns auch noch hilfreich, etc... aber Sitz, Platz lassen wir mal ganz außen vor.. abrufen üben wir während wir draußen unterwegs sind oder auch mal im Zimmer und Garten. Und das Boxentraining baue ich immer mal wieder in unsere Spielminuten mit ein :)
Alleine bleiben lernt er ein bisschen nebenbei, einfach weil ich ja mal aus meinem WG-Zimmer in die Küche laufe, mal mit Tür offen, mal mit Tür zu und dann ja direkt wieder da bin.
Mehr brauchen wir zur Zeit nicht :) Ab dem Wochenende kommt dann noch die Welpenstunde dazu.
Bin ganz froh, er kommt dann immer selbst schnell zur Ruhe und schläft etwa 18 Stunden am Tag und döst sicher weitere 2 Stunden..
 
Dabei
17 Dez 2007
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#30
So ein kleines Feedback. Ich habe den Tagesplan ein wenig umstrukturiert. Taio geht zwar noch jeden Morgen die Runde mit Gassi, aber dafür Nachmittags nicht mehr regelmäßig. Das heißt, in den letzten Tagen (oft auch wo es eh so warm war) blieb er im Garten während die anderen die große Runde gelaufen sind. Wenn Hundeplatz ist, hat er auch nichts mehr gemacht außer im Garten.

Seit Anfang der Woche geh ich aber abends vor dem Schlafen gehen noch mal mit allen an der Leine bis zur nächstgelegenen Wiese, damit sie sich da lösen können. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Taio nicht so gerne in den Garten macht.
 

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