Ist es möglich Bellen erfolgreich abzustellen?

Dabei
15 Okt 2012
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#1
Hallo, ich wollte einmal fragen ob hier irgendwer von den Agility Begeisterten auch einen Hund der Marke "ich kläffe bei jedem Sprung" hatte und das Bellen erfolgreich abgestellt hat.

Ich hatte bis jetzt nur 4x Agility im letzten Sommer und überlege nun ob ich wieder einsteige. Mich stört es extrem das mein Hund beim Agility so sehr kläfft und aufdreht. Zuerst kläfft sie nur bei jedem Sprung einmal dann wirds schnell ein dauergekreische. Sie springt mir dann auch gegen das Bein und vor die Füße und zwickt schon mal her und scheint komplett plem plem und nicht mehr ganz da sein. Sonst habe ich absolut kein Bell Problem. Nicht beim Frisbee nicht beim Tricksen. Beim Tricksen hat sie es zwar ein par mal versucht wenn irgendwas dabei war wo sie springen musste, aber da habe ich sie ein par mal scharf angeredet und nur noch belohnt wenn sie es ohne Bellen ausführte, dann war das gegessen.

Im Verein sagten sie das wird schon aufhören wenn meine Führtechnik besser und klarer wird. Aber ich will mich bis da hin sicher nicht antreiben und tyrannisieren lassen von meinem Hund.

Zur Zeit nehme ich nach dem Springen mit meinem Pferd die niedrigen Hürden her und führe sie drüber mit den Techniken die ich bis her gelernt habe (Dabei gehts mir nur darum zu üben das sie die Klappe hält). Wenn ich sie ein par mal scharf anrede schafft sie es irgendwann zuzuhören und schweigend zu springen. Aber das Bellen kommt immer wieder durch. So bald sie nicht mehr bellt springt sie auch nicht mehr gegen mich und zwickt nicht mehr her. Ich habe echt das Gefühl ich bin ihr zu langsam und sie will mich antreiben. :rolleyes:

Habe ich jemals die Chance es ihr komplett abzugewöhnen oder ist der Hund dann einfach nicht fürs Agility geeignet? Wenn ich es nicht schaffe es abzustellen werde ich kein Agility mehr machen.
 
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Dabei
7 Sep 2012
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#2
Im Verein sagten sie das wird schon aufhören wenn meine Führtechnik besser und klarer wird. Aber ich will mich bis da hin sicher nicht antreiben und tyrannisieren lassen von meinem Hund.
Glaube kaum, das Dein Hund deshalb so reagiert! Denn Tiere wissen überhaupt nicht was tyrannisieren ist!

Entweder Dein Hund bellt aus Stress u. Überforderung oder aber, weil Deine Körpersprache nicht eindeutig ist u. er unsicher ist, was er machen soll.
In vielen Fällen ist die Ursache des Bellens aber meistens eng an ein falschen u. i.d.R. zu schnellen Aufbau des Agi´s geknüpft.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#3
Ich bin jetzt kein Agimensch....aber diese Aussage, es hört von selbst auf.....da schüttelts mich, sorry. Bellen ist selbstbelohnend und wieso sollte sie damit von allein aufhören?
Was macht sie denn, wenn ihr zwei beim Agi nur zuschaut?
 
Dabei
15 Okt 2012
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#4
Ich denke auch nicht dass Cara sich jetzt denkt: "Der Alten zeig ichs jetzt" Aber ein bisschen habe ich schon das Gefühl das es ihr nicht schnell genug geht und dass sie mich antreiben möchte. Sie ist extrem schnell und ich habe eher eine lange Leitung und brauche schon mal ein bisschen.

Ich hinterfrage die Aussage im Verein halt sehr stark weil es im Verein jede Menge Hunde gibt die Kreischend durch den Parcours rennen. Auch von Leuten mit höheren Leistungsklassen. Da müsste doch die Körpersprache dann so gut sein dass der Hund ruhig ist wenn die Theorie stimmt. Wenn der Trainer Cara nimmt geht sie alles was sie bisher gelernt hat perfekt aber sie kreischt dabei nach wie vor.

Genau aus dem Grund habe ich im Sommer dann erstmal nichts mehr gemacht. Einen anderen Verein würde ich gerne probieren ist aber zeitlich leider absolut nicht möglich. Entweder ich kriegs bei diesem Verein in den Griff oder ich mache gar kein Agi mehr.

edit:
Beim Zusehen ist sie brav und entspannt wenn es nur Hürden sind kann daneben sogar auf der selben Wiese UO machen. Nur wenn ein Hund über die Wand läuft regt sie sich auf und hängt sich in die Leine (hat sie selbst nicht gemacht bisher vielleicht regt sie das Geräusch auf)
 
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Berliner Schnauze
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22 Mrz 2011
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#5
Ich hatte dasselbe Problem und habe deshalb mit dem Agi aufgehört. Ich hab aber danach noch ein paar Ansätze gehört, wo Leute ihre Hunde monatelang 4 Hürden im Viereck gestellt haben und nur die Führtechnik erarbeitet wurde, damit der Hund sich fest angewöhnt, immer Kontakt zu halten und nicht einfach loszulegen.

Für mich war das auch kein Zustand, weil mein Hund derartig deutlich Stresssymptome gezeigt hat, dass das für mich nichts mehr mit sportlicher Auslastung zu tun hat. Wenn ein Hund zu hoch im Trieb steht und nicht mehr führig ist, dann ist Stress vorprogrammiert und der verfestigt sich mit der Zeit eher, als dass es auf wundersame Weise einfach so aufhört.

Vielleicht kannst du dir selbst ein paar Hürden besorgen und im Garten oder auf einer Wiese kleine Einheiten Agi machen, damit ihr beiden ein besseres Team werden könnt? Ich finde nämlich, dass für sehr gestresste Hunde so eine komplette Einheit Agi schnell zu Überforderung führt und damit macht man sich nur den Sport kaputt. Kurze knackige Einheiten, die vllt von einem Spaziergang unterbrochen werden oder wo man wieder zurück ins Haus geht, sind da eventuell für das Lernverhalten besser.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#6
Das hört nicht von selbst auf, sondern wird im Zweifelsfall immer schlimmer. Wir haben auch so einen Dauerkläffer (Altdeutscher Hütehund) bei uns in der Gruppe und dieser Hund würde mich wahnsinnig machen.
Hazel hat am Anfang auch ein paar Mal versucht mich anzutreiben durch Bellen. Sofort nach dem ersten Bellen habe ich immer abgebrochen, bin raus aus dem Parcour und Richtung Platzausgang marschiert. Hazel kam dann auch direkt hinterher und hat mich angeguckt wie ein Auto. Kurz gesagt, wenn sie ruhig arbeitet, bin ich auch kooperativ, wenn sie kläfft, passiert sofort gar nix mehr. Dann ist der Spaß vorbei. Hazel bellt inzwischen überhaupt nicht mehr beim Agi. Nicht mal, wenn die anderen sich die Seele aus dem Leib kläffen.
Die anderen Teammitglieder meinten auch erst, dass ich übertreibe, wenn ich so konsequent abbreche, aber der Erfolg gibt mir Recht. Wenn Hazel immer weiter gekläfft hätte, hätte ich den Sport schlicht und ergreifend nicht weiter geführt. Dafür sind mir meine Nerven und die meines Hundes zu schade.
 
Dabei
15 Okt 2012
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#7
Ich habe schon daran gedacht ein par Hürden selbst zu bauen. Geht aber erst wenn die Wiese halbwegs trocken ist. Ich habe das Gefühl das sie sich selbst extrem hochputscht durch das dauernde Bellen. Und was auch so eine Sache ist, ein Sprung bedeutet einmal Bellen. Das hat sie sich anscheinend schon richtig angewöhnt. Ich glaube wenn ich dann immer sofort aufhören würde wüsste sie gar nicht wofür das jetzt war.

Wenn Cara einmal aufgehört hat zu bellen weil ich sie ein par mal unfreundlich angefahren habe, hört richtig zu und ist extrem fein da reicht dann das kleinste Zeichen und sie weiß was zu tun ist.

Ich will gar nicht unbedingt in den Sport oder auf Turniere. Mir geht es nur darum mit meinem Hund zusammen was zu machen. Mir wurde beim Agi im Verein von verschiedenen Trainern schon gesagt das sie es gut finden wie locker ich bin. Hat nicht funktioniert? Macht nix ich lache und probiere es nochmal.

Gibt es eigentlich gute Youtube Tutorials oder Videos zum kaufen um sich die Führtechniken selbst anzueignen und Ideen zum Aufbau.
Mit 4 Hürden im Quadrat kann man sicher voll viel machen. Aber als Anfänger fehlen mir sicher noch viele Techniken und auch die Ideen.

Wenn ich das Kläffen mit Üben abstellen kann und nicht mehr in den Verein möchte kann ich mir gut vorstellen zu Hause im Garten zu trainieren bis sich die Zeitsituation ändert.

Zur Zeit schreie ich immer laut NEIN wenn sie kläfft und friere sofort in der Bewegung ein (damit sie merkt wenn sie mich antreiben will geht es nicht weiter). Dann kommt sie immer zu mir setzt sich und schaut mich an und dann probiere ich es nochmal. Wenn sie springt ohne zu kläffen gibt es ein Leckerlie und ich freu mich voll. Dann steigere ich es auf 2 Sprünge hintereinander.
 
Dabei
30 Jul 2013
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#8
Ich hab mir das Buch "Agility-Vom Junghund bis zur Leistungsklasse" von Alexandra Roth gekauft. Da sind schöne Übungen und Erklärungen drin.

Wenn man den Sport ernsthaft betreiben möchte, bedeutet das ja nicht gleich, dass man Fehlschläge nicht locker nimmt. Eine verbissene Haltung steht einem in jedem Fall im Weg. Mal schauen, wenn im März die BH klappt, dann melde ich Hazel vllt im Sommer mal zu nem kleinen Turnier, aber auch ganz ohne Erwartungen. Es soll einfach Spaß machen.
Wenn du laut "Nein" rufst, würde ich halt die Gefahr sehen, dass der Hund meint, du "bellst" jetzt fröhlich mit. Aber du musst ausprobieren was bei Cara zum Erfolg führt.
 
Dabei
16 Aug 2014
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#9
Sinja wird in diesem Frühjahr erst mit Agility beginnen.Schon von Anfang an unterbinde ich jetzt schon das Gebelle.Mal sehen ob sie dann auch beim Laufen die Schnute hält.
Also beim Agility leise zusehen klappt schon super.
 
Dabei
15 Okt 2012
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#10
Mich wundert das Bellen beim Agility schon ein bisschen weil Cara sonst echt so gut wie gar nicht bellt. Meine Nachbarn haben schon Zweifel geäußert ob der Hund überhaupt bellen kann, weil sie so immer total ruhig ist.

Aber das mit dem Mitbellen ist echt interessant Jasmin. Ich habe das Gefühl das die gerufenen Kommandos Cara auch zum Bellen animieren. Wenn ich einfach nur anzeige und keine Kommandos dazu rufe bellt sie seltener. Vielleicht sollte ich mal probieren die Kommandos ruhiger zu sagen und nicht zu rufen. Im Prinzip ist es eh egal ob weniger Bellen oder viel Bellen. Ich dulde jetzt sowieso gar kein Bellen mehr.

Auf jeden Fall gibts gar keine Diskussion für mich Bellen abstellen oder kein Agility. Ich habe das Agility Trainingsbuch von Kirsten Brox weil es das für 4€ für den Kindle gibt. Was sicher nicht schlecht ist wenn man schon Ahnung hat, aber aktuell hilft es mir nicht weiter. Werde mich mal nach dem was du genannt hast schauen Jasmin.
 
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Dabei
26 Jan 2012
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#11
Also dass Bellen weniger wird habe ich bisher noch nicht erlebt, eher schlimmer.

Milo bellt eigentlich nicht beim Agi.
Jetzt wird er aber langsam schneller und da rutscht ihm mal ein beller raus.
Habe sonst immer abgebrochen, mache das aber jetzt erst, wenn es 2,3 Beller am Stück sind, weil Milo endlich mal konzentriert und schnell ist. Sonst war er mit den Kopf gerne schonmal woanders.
Wäre er komplett konzentriert bei der Sache würde ich aber jedes Bellen unterbinden. Ich kann das auch gar nicht ab.

Aber man muss halt gucken. Wenn man nur abbricht und immer stinkig ist, kann es sein, dass der Hund den Spaß verliert.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#12
Oder in ein Meideverhalten ausweicht...
Also davon sie Anzuschreien halte ich echt gar nichts! Was soll das bewirken?
 
Dabei
15 Okt 2012
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#13
Wenn sie einmal rumkreischt hört sie mich schlicht und einfach nicht, weil ihr bellen lauter ist als ein normales nein. Wäre einmal zum probieren ob sie genau so sofort aufhören würde und es dann schweigend macht wenn ich nix sage und nur in der Bewegung einfriere und gar nix mehr mache.

Auf jeden Fall habe ich nicht das Gefühl das es ihr was ausmacht wenn ich nein schreie. Sie hält darauf hin oft die Klappe und ist dann hoch konzentriert und macht nicht mehr irgendwas. Wenn sie bellt ist sie dagegen komplett plem plem und weiß nicht mehr wo hin mit sich.
 

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Berliner Schnauze
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22 Mrz 2011
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#14
@Pferdefreak: Die Frage ist halt nur, warum sie die Klappe hält.

1. Variante: Sie hört deine Lautstärke, interpretiert das als strenges Verbot und hemmt sich deswegen. Das kann aussehen wie Konzentration, muss es aber nicht zwingend sein. Im Verlauf kann man damit einem Hund die Arbeit vermiesen, weil man immer wieder mit Hemmung arbeitet.

2. Variante: Der Hund braucht einen Abbruch, weil er selbst aus dem Stress nicht rauskommt. Es kann gut sein, dass ein sehr lautes "Nein" hilft, aber man kann sich auch fragen, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt, die dem Hund logischer erscheinen. Denn: lautes Schreien ist für einen Menschen logisch, ein Hund maßregelt einen anderen Hund ganz anders.

3. Variante: Der Hund ist hoffnungslos überfordert und drückt das mit gängigen Stresssignalen aus. Ein starker Abbruch deinerseits unterdrückt vllt die Signale, behebt aber nicht das Grundproblem. Vor allem kritisch, wenn man dann wieder solange weitermacht, bis der nächste Abbruch kommt. Damit löst man das Grundproblem leider nicht, sondern verschiebt den Konflikt, den der Hund hat.


Ich will hier nicht den Oberlehrer machen, aber ich weiß selbst, wie schwierig so ein Verhalten zu händeln ist. Weil ich selbst damals nicht das Gefühl hatte, dass ich da weiterkomme oder von den Trainern angemessen unterstützt werde, habe ich das Projekt Agility abgebrochen. Ivo bellt schnell, wenn er nicht zum Ziel kommt und gefrustet ist. Das habe ich jetzt auch gerade gehabt, weil ihm eine Clickereinheit nicht logisch erschien. Also habe ich nachgedacht, wie ich ihm den Schritt leichter machen kann und da hat er wieder ordentlich gearbeitet, ohne sich so zu stressen.
Für mich ist ein hechelnder, mit den Zähnen klappernder, bellender Hund nicht in der Lage konzentriert zu arbeiten und egal in welchem Sport sehe ich das nicht gern. Wenn der Hund grundsätzlich mit diesem Verhalten auf eine Aufgabe reagiert, ist da irgendwas falsch gelaufen und man muss an die Grundlagen ran. Beim Agility wäre das für mich Führtechnik und ein sehr abgespeckter Parcour. Es bringt niemandem etwas, wenn der Hund irgendwie alle Hindernisse bewältigt, aber dann sich völlig beim Sport verbraucht, weil er nur unter Stress steht.
 
Dabei
6 Jan 2015
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#15
Hallo,

ich kann dir zu diesem Thema wirklich das Buch "Stressfrei über alle Hürden" empfehlen von Leslie McDevitt. Ein Buch nicht nur für Sporthunde, sondern für jeden der eine reaktiven, leicht hochgepushten Hund hat (wie ich, ich habe es verschlungen und ich mache kein Agi).

Sie behandelt genau solche Fälle wie deinen, und ihr Aufmerksamkeitstraining ist wirklich für alle Bereiche der Erziehung toll. Ich mache ja sonst wirklich nicht Werbung für Bücher aber dieses ist so gut.

Sie sagt auch, dass es Hunde gibt die für Agi und Co. nicht geeignet sind, und schlägt ganz viele andere (ruhigere) Auslastungsformen vor.

Viel Erfolg!
 
Dabei
5 Sep 2012
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#16
Wir haben letzten Sommer Agility ausprobiert. Saphira dreht auch sehr schnell auf. Zuerst wurde in einem eingezäunten Bereich trainiert, in dem die wichtigsten Hindernisse (Hürde, Tunnel, Steg) und Führmethoden (französischer und belgischer Wechsel) vorgestellt wurden. Als es nach etwas über einem Monat oder so in einen größeren Bereich ging mit einem aufgestellten Parcours, begann das Bellen.
Am Anfang ganz schlimm, so ähnlich, wie du es beschrieben hast: Bellen, Zwicken, Hochspringen. Vollkommen plem-plem. Aussage der Trainerin: "Du bist dem Hund zu langsam. Der Hund braucht schnellere/klarere Führung." Irgendwie scheint das Bellen auch keinen im Verein zu stören. Am Agilityplatz gibt es zum Beispiel einen Border Collie, der eine Stunde lang non-stop am Bellen ist, egal, ob er dran ist oder nicht. Am Platz bellt so ziemlich ständig irgendein Hund, deswegen konnte ich den Rat meiner Trainerin nicht wirklich ernst nehmen. Es kam auch so rüber wie "Ja, das hört mit der Zeit auf und wenn nicht, ists ja auch nicht schlimm, solange der Hund schnell ist."
Ich selbst habe mir immer gesagt, ich will auf keinen Fall einen Dauerkläffer beim Agility. Mit meiner ersten Hündin (Akita) mache ich auch Agility und sie gibt keinen Mucks von sich, ist aber trotzdem schnell und nimmt jede meiner Führungen sofort an. Da könnte ich mich fast in die Mitte des Parcours stellen und nur "Hopp, Hopp, Hopp" sagen. Sie ist total selbstständig.

Saphira aber gar nicht. Ich habe es eine Weile beobachtet und wirklich gesehen, dass sie immer in dem Moment bellt, in dem sie nicht weiß, was sie machen soll, z.B. wenn das nächste Hindernis zu spät (für ihre Verhältnisse) angesagt wird oder sie noch nicht verinnerlicht hat, was das Kommando "Steg" bedeutet. Außerdem reagiert sie stark auf hektische Bewegungen meinerseits. Nachdem ich meine Führung verbessert und generell versucht habe, mehr Ruhe während des Parcours-Laufen auzustrahlen, wurde das Bellen weniger, verschwand aber nicht ganz, weswegen ich sehr überlegte, ob ich dieses Jahr überhaupt einen nächsten Versuch starten sollte.
Und dann habe ich eine weitere sehr interessante Entdeckung gemacht: Einmal bin ich alleine auf den Hundeplatz gefahren und habe mir einen einfachen Parcours aufgebaut: vier Hürden mit 2x Wechseln. Da wollte ich gezielt trainieren, dass sie nicht hochdreht und bellt. Gut, ich setzte sie vor der ersten Hürde ab, atmete noch einmal tief durch und dann gings los mit dem ersten "Hopp".
Ergebnis: Sie hat den ganzen Parcours lang kein einziges Mal gebellt! Ich lief den Parcours sogar noch zweimal, um mich davon zu vergewissern. Sie war so konzentriert und leise (!) bei der Sache, dass ich im nächsten Moment einfach nur baff war. Daher meine Schlussfolgerung, die ja eigentlich ganz logisch erscheint: Auf dem Agility-Platz mit mehreren Hunden, was auch wiederum mehr Ablenkung und höhere Lautstärke bedeutet, lässt sich Saphira von den anderen mitreißen und ist generell unruhiger. Am schlimmsten ist es, wenn mein zweiter Hund dabei ist.
Zuhause habe ich das jedenfalls weitertrainiert - mir also vier provisorische Hürden im Garten aufgebaut. Sie war nicht ganz so leise wie am Platz (vielleicht, weil sie Garten mit Rennen und Spielen verbindet, aber keine Ahnung). Bei jedem Bellen brach ich die Übung sofort ab. Ich muss zugeben, die Methode nützt bei mir aber noch nicht wirklich viel. Ich glaube, Saphira hat das gar nicht wirklich verstanden. Doch ich habe mir vorgenommen, diesen Abbruch konsequent weiter durchzuführen. Bis die Wirkung kommmt, kann es ja sicherlich ein paar Wochen dauern.

Zusammengefasst hat bei uns das Ruhe-Bewahren meinerseits, eine schnellere und vor allem klarere Führung und ein sehr langsam aufsteigender Schwierigkeitsgrad am meisten geholfen. Handelt es sich z.B. um einen kurzen Parcours mit lediglich ein, zwei Hürden und einem Tunnel, bellt sie fast gar nicht mehr.
Ich würde dir raten, da auch einige Sachen auszuprobieren. :)
Wie sie sich alleine verhält, ob die anderen Hunde in dem Kurs sie vielleicht (un)bewusst pushen und ob sie bei einem kurzen und leichten Parcours auch so aufdreht.
 
Dabei
13 Jul 2013
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#17
Huhu

ich mache mit meiner Hündin auch seit einem Jahr Agility im Verein wir haben dort leider auch so ein paar Dauerkläffer...
Zoey hat es am Anfang auch mal ausprobiert ob sie mitkläffen kann.
Ich hab ihr das gekläffe abgewöhnt indem ich sofort mit der Übung aufgehört hab wenn das gekläffe losging. Sobald Sie mit kläffen anfängt ist sie eh mitm Kopf ganz woanders.
Wenn sie dann ne Runde ausgesetzt hat und wieder kopftechnisch bei mir ist versuchen wir die Übung nochmal.
 
Dabei
10 Mrz 2014
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#18
Also meine Tochter hat auch erst im Herbst ein Paarmal Agility gemacht. Lassie wurde sofort wenn sie gekläfft war in ihre Box zur Auszeit gebracht. Die Übungen wurden erstmal ganz langsam gemacht und nur langsam gesteigert. Ich habe das Gefühl, das gerade diese Ruhe Lassie dazu bringt konzentriert zu arbeiten, und das obwohl mehrere Hunde auf dem Platz sind.
 
Dabei
15 Okt 2012
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#19
Werde mal nach dem Buch googeln.

Was das weniger Hürden angeht muss ich sagen. Das wir noch nie mehr gemacht haben als 4 in Folge vielleicht einmal mit einem Gerät drin. Sie fängt auch schon zu bellen an wenn ich sie nur über 1 Hürde springen lasse. Ansonsten halt Geräte langsam kennen lernen. Sie bellt so bald sie springt das gehört für sie anscheinend irgendwie zusammen und wenn ich das nicht abbreche endet es in kreischen. Beim Tricktraining hat sie es auch ein par mal versucht wenn es Tricks mit springen waren. Aber da habe ich sofort aufgehört und habe mich umgedreht und es gab keine Belohnung auch wenn sie es ansonsten richtig ausgeführt hat.

Gegen die Theorie mit der unklaren Führung spricht meiner Meinung nach das sie genau so kläffte als mein Trainer sie führte der sehr gut ist (das waren auch nur 3-4 Hürden)

Wenn ich das mit dem 1 Hürde ohne bellen sofort voll freuen und Belohnung weiter mache dann müsste sie doch bald verinnerlichen das springen + ruhig sein super ist und springen + bellen doof ist und nur Ärger gibt.
Ich werde versuchen ob es auch geht ohne das ich nein schreie und mich nur wegdrehen.
 
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Dabei
29 Okt 2014
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#20
Wenn sie nur bellt, dann lass sie. Ist sie unkontrolliert und hört nicht mehr und dreht auf, dann breche ich ab.
Meine bellt wenn sie nicht weiß was ich von ihr will. Aber mit Handzeichen und "Schluss" ist Ruhe.

Aber sobald ich merke "hoppla die dreht durch" breche ich ab und lege sie ab bzw gehe weg mit ihr.
 
Dabei
7 Sep 2012
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#21
Ich würde sie auch für ruhiges Arbeiten sofort bestätige u. zusehen, das ich diese Zeitspanne step-by-step verlängere. Denn der Hund braucht ja ein alternatives Verhalten, zu dem unerwünschten.
Am Anfang werden es wahrscheinlich sehr kurze Trainingssquenzen sein u. Du brauchst unbedingt ein Gefühl dafür, rechtzeitig, bevor es ins Bellen kippt, abzubrechen. Und wenn es anfangs nur eine Hürde ist.
 

KON

Berliner Schnauze
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22 Mrz 2011
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#22
Eine andere Idee wäre noch, sie mal in der Miniklasse zu führen. Das Springen ist auch eine motorische Herausforderung, wo sie sich auf Höhe, Winkel, etc. konzentrieren muss und wenn dann noch von dir verlangt wird, dass sie mit dem Kopf bei dir bleibt, ist das vielleicht zu viel verlangt.

Ich weiß noch, dass meiner beim Apportieren über die 1m-Hürde anfangs lange gebraucht hat, um das sichere Halten des Apportels mit dem hohen Sprung gut zu verknüpfen. Da hab ich die Hürde auch langsam höher gesetzt und mittlerweile regt ihn das gar nicht mehr auf, sondern ist mehr so ein Trick für alte Hasen ;)
Ich denke jedenfalls immernoch, dass ihr Bellen was mit Stress und Überforderung zu tun hat. Und ich finde, ein "einfach nur bellen" muss auch nicht toleriert werden, weil ich irgendwie nicht daran glaube, dass es Hunde gibt, die im Parcour "einfach nur Dauerbellen".
 
Dabei
29 Okt 2014
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#23
sorry, ich hab vorher vom Handy geschrieben, deshalb so kurz.

Ich meinte nicht "einfach bellen lassen" :) sondern natürlich würde ich beobachten woher es kommt und es wird ja geschrieben, dass der Hund überdreht. Da würde ich abbrechen.

Meine bellt zB um mir anzuzeigen, dass sie nicht weiß was sie von mir will, wenn ich in ihre Linie laufe usw. da zeigt sie mir an ... ich war anfangs damit überfordert. Jetzt bellt sie auch, aber im Trieb. Und solange sie nicht überdreht dabei, toleriere ich es.
Auch wenn ich mich damit in die Nesseln setze, aber den Trieb will man ja beim Agility nutzen, und manche Hunde haben mehr und manche weniger und jeder reagiert da anders. Wenn ich merke, dass mein Hund entspannt dabei ist, werde ich ihr die Bellerei nicht krampfhaft abgewöhnen sondern sie lassen.

Aber hier gehts ja drum, dass der Hund generell dabei überdreht und dann ist ein führen und laufen sowieso unmöglich. Da breche ich mit "Schluss" ab und sie hat mal "Pause".
Ich mag Dauergekläffe überhaupt nicht und mag es auch nicht, wenn andere in den Parcour reinbellen.

Ich habe übrigens das Buch auch "vom Junghund zur Leistungsklasse" und finde es super. Vor allem die ruhigen Konzentrationsübungen wie zB über den Stangen-Stern zu laufen usw.
 

KON

Berliner Schnauze
Dabei
22 Mrz 2011
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#24
@badmouse: Ich wollte dich nicht angreifen oder so, aber ich bin sehr sehr skeptisch geworden, wenn Hundeführer irgendwelches Fehlverhalten bei ihrem Hund mit "Trieb" entschuldigen. Trieb ist für mich die Veranlagung eines Hundes, sich für ein Ziel einzusetzen und eine Aufgabe zielstrebig zu verfolgen. Das ist teils angeboren und teils durch Erziehung beeinflusst. Daher ist es für mich erstmal fraglich, ob Bellen zur Trieblage gehört, oder ob da etwas anderes verhandelt wird. Wenn du sagst, dein Hund bellt, weil du ungenau bist, finde ich das total logisch ;)

Wenn ich sehe, wie Ivo im Schutzdienst gelernt hat, zu Bellen, dann würde ich das als Ersatzhandlung beschreiben. Er bellt, damit der Helfer sich bewegt und er letztendlich an die Beute kommt --> Frust wird umgelenkt und wird zielführend eingesetzt. Das ist aber erlernt, d.h. ursprünglich hat er gebellt, weil er umbedingt an die Beute wollte und nicht ran kam. Auf der anderen Seite kann Ivo auch sehr laut in der Beute hängen, d.h. er knurrt und wufft, obwohl er mit den Zähnen fest in der Beute hängt. Das wäre für mich eher ein Zeichen von Stress, weil ihm einerseits etwas nicht behagt und er andererseits nicht loslassen will. Da habe ich auch ganz genau ein Auge drauf, ob sich das steigert oder von seiner Tagesform abhängig ist.
 
Dabei
29 Okt 2014
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#25
Nein nein ich hab mich nicht angegriffen gefühlt ... wir reden ja nur und jeder hat seine Meinungen und Erfahrungen und der Austausch ist doch schön und wichtig.
Ich wollte es nur genauer erklären, weil ich gemerkt habe, dass es einfach so kurz getippt war.

Mein Mädel ist ja generell sehr gesprächig (derzeit winselt sie neben mir, weil ihr die andere was weggenommen hat *gg*) und sie bellt eben während des Laufens und wir beobachten im Training sehr genau wie sie wann reagiert ... und sobald sie eben überdreht ist, ist eine pause angesagt oder ein genereller Abbruch.
Meine andere Hündin bellt ja selten und wir wussten anfangs gar nicht, dass sie bellen kann *gg* deshalb war ich das auch einfach nicht gewohnt anfangs, dass mich die "kleine" anmotzt wenn ich unklar führe. :)

Natürlich kann man nicht alles mit dem "Trieb" entschuldigen. Sie hat auch schon mal probiert mich zu zwicken, das wird sofort unterbunden.

Vor meinem Aussie-Mädel war ich übrigens höllisch genervt von der Bellerei :)
 
Dabei
15 Okt 2012
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#26
Viele gute Ideen von euch. Danke!

Das bellen akzeptieren geht für mich gar nicht, auch wenn sie trotzdem konzentriert wäre (was sie aber nicht ist). Sie kreischt ja richtig und hat eine wirklich hässliche Stimme wenn sie so kreischt und ich bin relativ geräuschempfindlich. Wenn ihr später mal 1-2 Beller rausrutschen ok. Aber fürs wegtrainieren toleriere ich jetzt sicher keine Beller mehr bis sich das gefestigt hat.

Ich bestätige zur Zeit so bald sie ruhig drüber springt noch in der Luft mit Klicker. Am Anfang war sie schon ein bisschen frustriert weil sie zuerst keinen Zusammenhang erkannt hat wann es jetzt passt und was nicht. Aber nach 10 mal Springen hatte ich nach der ersten Einheit das Gefühl dass sie es schön langsam versteht und habe dann aufgehört. Mittlerweile scheint sie schon zu verstehen was los ist.
Zur Zeit höre ich immer auf wenn ich das Gefühl habe das sie Erfolg hatte und ein Stück mehr verstanden hat das man nicht bei jedem Sprung bellen muss. Immer aufhören bevor sie bellt ist unmöglich sie bellt ja vom ersten Sprung an. Die ersten 1-2 mal springen bellt sie eigentlich immer (und wenn man das dann lässt rutscht es ins Kreischen ab)

Die Stangen lagen die ersten 3 Trainings sogar am Boden (sie ist eh trotzdem gesprungen als würde da was stehen und hat bei jeden Sprung gebellt und dann zum Dauerkreischen angefangen) und dann auf der niedrigsten Stufe. Darauf habe ich bestanden.

Das mit dem Buch klingt echt gut das werde ich mir wirklich mal besorgen. Ich bin gespannt ob ich das hinkriege.
 
Dabei
2 Mai 2013
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#27
Wie ist sie denn so im Alltag?
Ich würde hier mal gezielt mit " On" " Off" strecken beim Gassi usw. arbeiten. Hat uns viel gebracht weil sie merkt das fetzen nicht immer gleich Stress usw heißt.

Also sehr ruhiges Arbeiten mit anschließender pushender Einheit, dann wieder ganz ruhig usw. Wenn das nicht annähnerd klappt würde ich gar nicht erst an Hürden oder so gehen.
 
Dabei
29 Okt 2014
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#28
wenn sie kreischt ist das sowieso ein Zeichen, dass sie überdreht.

Find ich gut, was du machst :) Ich wünsch dir viel Erfolg und hoffe ihr habt bald den Dreh raus :)
 
Dabei
15 Okt 2012
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#29
Im Alltag kenne ich sie so gar nicht! Die Nachbarn haben schon oft Bedenken geäußert ob der Hund überhaupt eine Stimme hat. Wir haben einen Zaun im Garten wo jeden Tag viele Leute vorbeigehen und nicht mal da sagt sie was, nur die anderen Hunde kläffen rein. Sie wufft und knurrt maximal wenn wir spielen.

Ich hatte die größte Mühe beim Tricktraining Bellen und Jammern auf Kommando rauszukitzeln.

Beim Gassi lasse ich sie mehr schnüffeln als mit ihr groß was zu machen. Manchmal suchen und Rückrufübungen. Aber manchmal rufe ich sie schon und spiele voll mit ihr das die Fetzen fliegen wenn ich aus sage geht sie sofort wieder schnüffeln und ist ruhig.
Ich habe schon daran gedacht Hürden mit anderen Übungen zu kombinieren. Sie kann zum Beispiel auch um Kegel rumlaufen und auf eine Bank springen wenn ich Bank rufe und zu einem Teppich laufen und ihn ausrollen. Da kann ich mir gut vorstellen das man das später kombinieren kann. Ich habe letztes Jahr schon gerne kleine Kombinationen aber halt ohne Sprung gemacht. http://youtu.be/2AVic9zoF-4

Könnte mir für später vorstellen dass wir sowas wie. Sprung, Teppich ausrollen. Um einen Kegel rumlaufen dann Sprung danach auf die Bank springen und auf der Bank normales Sitz, Platz, Männchen machen.

Und danke, ich hoffe es ist wirklich erfolgreich. Sonst machen wir halt nur mit dem Tricks weiter und spielen Frisbee und verzichten auf richtiges Agility.
 
Dabei
29 Okt 2014
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#30
wie verhälst du dich denn beim Agility?

Ist mir gerade auch noch eingefallen ... sich selbst beobachten. Wenn ich hektisch werde, werden meine Hunde auch hektisch ... laufe ich ruhig und kontrolliert, dann laufen sie auch so :)
 

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