Anzeige:

Ablenkung als Erziehungsmethode?

Dabei
31 Okt 2012
Beiträge
2.198
#1
Wir hatten das Thema ja immer mal wieder zu allen möglichen Fragen. Ich dachte mir ich eröffne mal ein eigenes Thread dazu, weil mir auf Spaziergängen immer mehr auffällt wie oft Ablenkung inzwischen als Erziehungsmethode eingesetzt wird und somit immer mehr Thema wird :) Ein guter Zeitpunkt da mal Meinungen zu sammeln.

Ich hatte folgendes Erlebnis: Ich begegne auf meinen Spaziergang drei Labbi's - große Geschnupper mit Emma, ich beobachte das genau und geh zügig weiter, weil mir auffällt das eine der Frauen angespannt wirkt, aber jetzt auch nicht so das ich in Panik verfalle ;).
Emma läuft mir hinterher, eigentlich alles o.k. - da sprintet einer der Labbis los (ca. 1 Jahr alt) und hechtet sich auf Emma und fängt an zu Rammeln (und zwar richtig heftig, sodass sie keine Schritt mehr weiter kam). Ich sofort am Sprung nach hinten, weil im Normalfall muss ich das unterbinden - für die meisten HH ist das normales Hundeverhalten *argh*

Zumindest das sah die HH auch so - ABER statt das zu Unterbrechen oder eine Ansage zu machen, piff die zweimal und warf einen Dummy o_O Labbi lies ab und hechtet den Dummy hinterher.

HH zu mir: "Das darf der nämlich nicht machen"
Ich (freundlich): "Das seh ich auch so, doch dann sollten Sie ihm das vielleicht auch mal sagen bzw. zeigen"
HH sieht mich gross an und läuft dann pfeifend zum Labbi weil er grad was zum Boden friesst, Labbi läuft zu Frauchen und der Dummy fliegt.

Ich bin sicher niemand der glaubt alle Weissheit der Hundeerziehung zu haben und ich glaub auch nicht das es DIE eine Herangehensweiße gibt - doch diese Methode stelle ich in den meisten Fällen (nicht immer) wirklich in Frage. Ich bin mir sicher das die HH das ja auch irgendwo vermittelt bekam und das schreckt mich am allermeistens.

Ich selber hab auch mit Ablenkung gearbeitet, als Einstieg bei "Gruselsachen" wie Emma noch ein Welpen war. Warum auch nicht? Und in manche Situationen, als Emma noch leichter zu irritieren war. zB kann ich mich erinnern in einem Hotel wurde sie mal von einem angeleinten Hund angeknurrt, der weit weg stand. Und Klein-Emma fing sofort an zu bellen. Heute würde ich mich dazwischen stellen und sagen "Lass es". Da waren wir noch nicht so gefestigt und man will ja auch nicht die anderen Leute stören, da hab ich auch mal kurz das Spieli ausgepackt und bin mit ihr in der anderen Richtung davon maschiert. ABER als Dauerlösung sah ich das nicht.

Was meint ihr? Wo macht es Sinn, wo macht es keinen Sinn? Macht es überhaupt Sinn? Wo setzt ihr Ablenkung ein?
 

Anzeige:
Dabei
18 Mrz 2012
Beiträge
6.037
#2
Also in so einer Situation wie mit dem Labbi macht das garantiert keinen Sinn, so lernt der ja eher "Wenn ich das mache, packt Frauchen den Dummy aus, klasse". ICh bin grundsätzlich nicht so für Ablenkung, sondern eher dafür, das Problem anzugehen und Dinge zu trainieren. Ablenkung nutze ich dann, wenn ich gerade keine Lust/ Zeit dazu habe, aber mir meine bisherigen ERfolge nicht kaputt machen möchte, z.B. wenn wir an nem anderen Hund vorbei gehen und grade keinen NErv hab, permanent stehen zu bleiben und Aufmerksamkeit einzufordern, aber Joey nicht hinziehen soll. Das kommt aber extrem selten vor. Evtl. macht es auch dann Sinn, wenn man festgefahrenes Verhalten erst einmal ändern möchte, um dann darauf aufbauend die Aufmerksamkeit oder was auch immer man gerade will ohne Ablenlung zu erreichen, also auf Kommando mit darauf folgender Belohnung
 
Dabei
30 Jul 2013
Beiträge
1.087
#3
Ablenkung habe ich bei Hazel eigentlich nur eingesetzt, als sie noch ganz klein war, also so die ersten zwei drei Wochen. Zum Beispiel hatte sie vor einem großem LKW Angst und wollte nicht mehr weiter gehen. Da sie total verfressen ist, hab ich sie dann mit Leckerlie erst ein Stückchen in eine andere Richtung und dann neben den LKW gelockt. Dann hat sie ganz verwundert geguckt, dass das große Ding sie ja doch nicht auffrisst.:D Solche Situationen gab es ein paar.

Als sie sich eingewöhnt hatte und auch mich kannte und wusste mit Frauchen passiert nichts Schlimmes, habe ich angefangen nur noch für richtiges Verhalten zu belohnen. Ich halte wie Glöckchen auch nichts davon den Hund von Reizen abzulenken. Dabei lernt sie nichts meiner Meinung nach und mir wäre es zu anstrengend immer schon fünf Meter voraus zu schauen um Hazel rechtzeitig abzulenken. :)

Und der Labbi in deinem Beispiel wird doch quasi für unerwünschtes Verhalten noch belohnt. Ist doch ne super Sache für ihn. :)
 
Dabei
31 Okt 2012
Beiträge
2.198
#4
Evtl. macht es auch dann Sinn, wenn man festgefahrenes Verhalten erst einmal ändern möchte, um dann darauf aufbauend die Aufmerksamkeit oder was auch immer man gerade will ohne Ablenlung zu erreichen, also auf Kommando mit darauf folgender Belohnung
Ja, stimmt - das ist auch ein guter Punkt! Als Emma läufig war rastet die bei manchen Situationen auch total aus und da war überhaupt kein Durchkommen. Ich hatte das Gefühl ich müsste sie extrem körperlich massregeln um überhaupt zu ihr durchzudringen (was ich nicht tue) oder ich arbeite eben mit Ablenkung, um überhaupt mal den Erregungslevel erstmal zu senken. Dafür ist Ablenkung gut geeignet, um überhaupt mal zu dem Hund durchzudringen. Allerdings sollte das nur der Einstieg sein für weitere Schritte - meiner Meinung nach. Allerdings sind meine Erfahrungen da auch sehr beschränkt, weil Emma nur während der Läufigkeit so extremes Verhalten zeigt, also sehr ängstlich ist und schnell mal gruselige Dinge anbellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#5
Für mich macht Ablenkung nur da Sinn, wo ich an einem bestimmten Verhalten/Reaktion eines Tieres durch Erziehung/Training nichts (ver-)ändern kann (oder z.B. nur durch starke Zwangsmassnahmen (Teletakt, Stachler) sein Verhalten unterbinden könnte) u. den Hund in dem Moment nur "managen" kann.
Und bei Hunden, deren Verhalten aus Angst/Unsicherheit begründet ist, die trotz Training u. Ausbildung in bestimmten Situationen immer wieder an die Oberfläche kommt.

Beispiel: ein jagdlich motivierter Hund, der mir beim Anblick eines Rehes auch in die Schlepp brettern würde u. sich nicht abrufen läßt, es sei denn ich würde m. Teletakt usw. arbeiten. Hier würde ich das Verhalten managen, indem ich vorrauschauend gehe, den Hund in Wald u. Flur an der Schlepp lasse u. ihn wenn ich Wild sehe, Ablenke bzw. Umlenke.

Oder ein Hund mit einer Mischung aus Unsicherheit u. Schutztrieb bei (z.B.) fremden Menschen. Hier würde ich auch mit Ablenkung arbeiten, wenn sich das Verhalten trotz allen Trainings u. Gewöhnung nicht bessert, denn zum einen kann kein Hund in Angstsituationen lernen u. zum anderen würde evtl. stärkere Zwangsmassnahmen das Problem eher verschlechtern u. den Hund noch weiter verunsichern.

Grundsätzlich sollte die Erziehung/Ausbildung/Gewöhnung für mich immer Vorrang haben u. Ablenkung nur bei den oben genannten Gründen eingesetzt werden oder weil es gerade in einer ganz bestimmten Situation die bessere Lösung für ein Problem ist.
 
Dabei
31 Okt 2012
Beiträge
2.198
#6
Julia, find ich gut auf den Punkt gebracht :) Und sehr gut beschrieben und aufgeschlüsselt. Also ich stimme Euch allen komplett zu und genauso seh ich das auch - also wo Ablenkung sinnvoll ist und wo man es als Einstieg nehmen sollte.

Ich merke hier einen großen Hype in Richtung Ablenkung als ultimative Erziehungsmassnahme, den ich so nicht nachvollziehen kann bzw. im Fall vom rammelnden Labbi sogar als kontraproduktiv empfinde.
 
Dabei
10 Mrz 2013
Beiträge
308
#7
ich versuch es sehr oft mit ablenkung, aber bevor wir in eine unangenehme situation kommen - d.h. ich sehe fremden hund früher als cooper, dann lenk ich ihn mit spieli oder leckerchen suchen ab - wenn wir dann,mittlerwerile an der leine, relativ problemlos an dem anderen hund vorbei gekommen sind, dann wird gelobt.

bei uns schaut das nämlich sonst so aus, dass cooper, genauso wie der beschriebene labbi reagieren würde. ob er gleich rammeln würde, weiß ich nicht, er ist halt einfach immer so aufgeregt und will mit allen hunden spielen, es gibt kein zurückhaltendes begrüßen - nur vollgas drauf los :( und dann hört er auch nicht. ich könnte ihm dann auch ablenkung anbieten, die würde er ignorieren
 

Nine

Moderator
Dabei
18 Sep 2012
Beiträge
1.967
#8
Also bei Hunden brauch ich gar nicht Anfangen abzulenken.. Egal wie weit wir weg sind.. Sie steigert sich dann total darein...
Zügig dran vorbeigehen, klappt am Besten :)
 
Dabei
15 Mai 2012
Beiträge
5.028
#9
Puh, wie mach ich das eigentlich :D
also ich hab ja auch noch nicht die Hundeerfahrung, hab nur irgendwie bisher meinen Weg mit Rumo gefunden :)
Ihn lenke ich beispielsweise nur ab wenn er ohnehin vollkommen aufgeregt ist und er eine ruhige Alternative braucht, dann suche ich nicht die "Konfrontation" in der Situation sondern versuche ihn ruhig auf mich zu lenken und fordere bspw. ein Sitz, abgewandt von der Quelle :) ich weiß nicht ob das auch schon Ablenkung an sich ist:).

Wenn er von etwas Angst hat dann gehe ich bewusst dort hin, also zu dem Angstauslösenden Etwas, aber er muss nicht nachkommen! Allerdings hat bei ihm bisher immer die Neugier gesiegt :D dann lobe ich ihn ruhig, wir spielen in der Nähe oder bekommt ein Leckerlie.

Alle Dinge die mir Überhaupt nicht passen werden unterbunden, meistens genügt ein scharfes Nein, ansonsten schubs ich ihn auch weg oder greif ihm mal kurz ins Fell. Nicht so dass es ihm weh tut, sondern dass er nur weiß dass ich das nicht will. Ich werde da ein wenig strenger, baue kurz ein bisschen (!!!) Druck auf, der sofort nachlässt wenn sein Verhalten entsprechend wieder toll ist, dann wird er auch gelobt und bekommt ein leckerlie oder wir spielen, was auch immer. Ich versuche so schnell zu reagieren dass er direkt weiß was Sache ist. Dann kommt aber auch sofort das Lob wenns gut war. Ansonsten bekommt er ein Leckerlie, spiel oder dergleichen beim direkt richtig ausgeführten Kommando, musst ich nochmal rufen gibts nichts außer ein "gut", bei dritten werde ich strenger und ein viertes mal sage ich kein kommando :D

Wir hatten mal vor einiger Zeit das Problem dass Rumo beim Spaziergang gern in den Feldweg abgebogen ist wo seine Kumpels wohnen. Da habe ich bewusst nicht die Schleppi genommen, weil ich das mit ihm ohne Hilfsmittel klären wollte und zwar auch ohne "doppelten Boden", weil der was in mir verändert :D. Ich wollte also auch nicht für mich die Sicherheit haben dass er ohnehin nicht weg kann, da ist meiner Ansicht nach die Stimme des Menschen, die Körperhaltung etc. ganz anders, als wenn man wirklich mal ran muss :D. Er lief also weiterhin frei (dort kann eh nichts passieren, also keine gefahr wenn er abgehauen wäre) und wollte die 100 meter zu seinen Kumpels losfetzen. Ich hab mich dann aufgebaut, Spannung in meinen Körper gebracht (das meine ich mit druck aufbauen), schultern straff und hab versucht nur mit meiner Präsenz und meiner Stimme den Hund bei mir zu behalten, ich war auch echt streng *gg*. Kam er zurück und zwar auf mein kommando hin, dann wurde ich wieder locker und hab ihn sehr gelobt. Das hat ungefähr drei Tage gebraucht und er ist nicht mal mehr in die Richtung gegangen. Danach hat er ein leckerlie bekommen fürs brav bei mir bleiben und jetzt ist es eh gleichgültig, also jetzt latscht er brav vorbei :D

entschuldigt dass mein Text so lange wurde, ich kanns gerade nicht abkürzen :)
 
Dabei
21 Feb 2011
Beiträge
5.678
#10
[OT]Sorry, ich kann mich nicht zurückhalten :) *grins*
Es ist schon interessant, wie man sich hier bereits für Worte wie "Druck aufbauen" oder "ins Fell greifen" gleich mal mit entschuldigt.
Das ist nicht gegen dich Manu :) Man hat einfach schon "Angst", dass es dann gleich einen auf die Mütze gibt, weil man seinem Hund mal ins Fell greift![/OT]
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#11
[OT]Noch mal zu diesem rammelnden Labby... GRRRR!!!! Ehrlich gesagt, hätte der von mir noch im gleichen Moment "Erziehung" genossen u. die Halterin im Anschluss! Ich finde so etwas absolut unmöglich u. fahrlässig! Stellt Euch mal vor es wäre ein Hund mit gesundheitlichen Problemen (Spondylose/HD etc.) u. so ein dicker Labby (25 kg +) springt denen ins Kreuz. Das ist schon für einen gesunden Hund nicht gut, vor allem wenn er noch um einiges leichter u. kleiner ist. Das ist für mich von der Halterin absolut rücksichtsloses Verhalten, wissend einen solchen Hund frei laufen zu lassen u. ihn nicht entsprechend zu erziehen! Und dann wahrscheinlich noch Theater machen, wenn er auf einen Hund trifft, der sich das nicht gefallen läßt... kopfschüttel![/OT]
 
Dabei
15 Mai 2012
Beiträge
5.028
#12
[OT]ja gundi, da hast du schon recht :D dieses "druck aufbauen" ist ja auch schon negativ behaftet und ich kann mir vorstellen dass man sich da mords was vorstellt, wenn ich nicht ein bisschen erkläre wie ich das so mache :D geschrieben kann es halt so und so wirken und ich möchte nicht dass da jemand eine falschen Eindruck bekommt. Und ja, ich werde lauter, ich werde auch körperlich aktiv (wegschubsen, griff ins fell, mit davor stellen, den Hund auf seinen platz neben mir bewegen) weil das bei meinem gut funktioniert und ich damit fair auf ihn einwirken kann ohne dass er meint die Welt geht unter. Bei einem anderen Hund würde ich das nicht so machen, bspw. bei der Angsthündin meiner schwiemu, ein falscher Ton und sie vertraut einem nicht mehr...
Aber wenn man korrigiert muss man auch loben und zwar seeeehr viel mehr :D[/OT]
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#13
Ablenken gilt in unserer Hundeschule als Unwort schlechthin. :) Haben es bisher auch nicht gebraucht. Gute Situationen dürfen auf Kommando angeschaut und beschnuppert werden, schlechte Situationen werden ausgehalten und ignoriert. Ablenken fände ich in meiner Situation eh zu stressig, da ich an einer Hand immer den Kinderwagen habe.
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#15
Ablenken gilt in unserer Hundeschule als Unwort schlechthin. :) Haben es bisher auch nicht gebraucht. Gute Situationen dürfen auf Kommando angeschaut und beschnuppert werden, schlechte Situationen werden ausgehalten und ignoriert. Ablenken fände ich in meiner Situation eh zu stressig, da ich an einer Hand immer den Kinderwagen habe.
Und was macht ihr i.d. Hundeschule wenn eine Situation nicht ausgehalten wird u. der Hund reaktiv wird, nicht mehr ansprechbar ist u./o. dazu noch alles verbellt?
 
Dabei
10 Mrz 2013
Beiträge
308
#16
Ablenken gilt in unserer Hundeschule als Unwort schlechthin. :) Haben es bisher auch nicht gebraucht. Gute Situationen dürfen auf Kommando angeschaut und beschnuppert werden, schlechte Situationen werden ausgehalten und ignoriert. Ablenken fände ich in meiner Situation eh zu stressig, da ich an einer Hand immer den Kinderwagen habe.
bei uns ist das gegenteil in der huschu ! meine trainerin ist der meinung, dass hunde unangenehme situationen nicht aushalten müssen, sondern dass wir dafür verantwortlich sind, die hunde aus diesen situationen rauszuholen
 
Dabei
31 Okt 2012
Beiträge
2.198
#17
[OT]
Noch mal zu diesem rammelnden Labby... GRRRR!!!! Ehrlich gesagt, hätte der von mir noch im gleichen Moment "Erziehung" genossen u. die Halterin im Anschluss! Ich finde so etwas absolut unmöglich u. fahrlässig! Stellt Euch mal vor es wäre ein Hund mit gesundheitlichen Problemen (Spondylose/HD etc.) u. so ein dicker Labby (25 kg +) springt denen ins Kreuz. Das ist schon für einen gesunden Hund nicht gut, vor allem wenn er noch um einiges leichter u. kleiner ist. Das ist für mich von der Halterin absolut rücksichtsloses Verhalten, wissend einen solchen Hund frei laufen zu lassen u. ihn nicht entsprechend zu erziehen! Und dann wahrscheinlich noch Theater machen, wenn er auf einen Hund trifft, der sich das nicht gefallen läßt... kopfschüttel!
Du wirst es nicht glauben, ich war sogar positiv überrascht dass die überhaupt das Rammeln als unerwünschte Handlung erkannte und irgendwie (und zwar falsch) versucht hat zu unterbinden. Normalerweiße rennt das so ab das ich den anderen Hund da runterzerren muss und verscheuchen bzw. extrem blocken muss (weil hören tun die sowieso nicht und abholen kommt auch keiner seinen Hund). Mit dem Ergebnis dass ich regelmässig beschimpft werde, wenn ich Hunde mit dem Knie wegblocke (nicht trete!) -> ich solle ihren Hund nicht treten! Ich hab echt keine Lust auf diese ständigen Streitereien und bin schon mal froh wenn jemand zumindest bemüht wirkt, ihren Hund zu erziehen.

Und den Eindruck hatte ich von der HH, aber sie war halt schlecht beraten. Emma war als Junghund sehr wild war mit anderen Hunden und noch heute meide bzw. unterbinde ich das spielen mit kleinen, alten Hunden, weil die dann doch manchmal einfach zu wild ist.
Für mich wäre es ganz schrecklich gewesen, wenn mich da gleich jemand in den Boden gestampft hätte, eben weil ich bemüht bin dem Hund ein entsprechendes Verhalten beizubringen. Ich find immer besser man setzt sich in Ruhe mit den HH auseinander - jeder macht mal Fehler. Und ich hätte mich auch noch weiter mit der unterhalten wenn die nicht gleich abgezischt wäre ;)[/OT]
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#18
Julia, wir lernen um- bzw zurückorientieren und außerdem habe ich mit "rasch vorbei und anschließend ausgiebig loben" viele gute Erfahrungen gemacht.
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#19
Sternschnuppe, deswegen lernen wir eben das orientieren, ich bestimme ob die Situation als gut oder schlecht gilt und der Hund wartet ab. Entweder ich löse auf und er darf hin oder er bleibt an meiner Seite.
 
Dabei
10 Mrz 2013
Beiträge
308
#20
Julia, wir lernen um- bzw zurückorientieren und außerdem habe ich mit "rasch vorbei und anschließend ausgiebig loben" viele gute Erfahrungen gemacht.
ja das ist ja im grunde eh nicht aushalten, das hat sich für mich so angehört, dass der hund warten muss und nichts machen darf/soll
ich mach ja auch nichts anderes, entweder schnell vorbei, dazu muss ich ihn aber ablenken, egal wie und wenn ich ihn nur anspreche und ihm die ohren vollquatsch ist das ablenkung - oder nicht ?
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#21
[OT]

Du wirst es nicht glauben, ich war sogar positiv überrascht dass die überhaupt das Rammeln als unerwünschte Handlung erkannte und irgendwie (und zwar falsch) versucht hat zu unterbinden. Normalerweiße rennt das so ab das ich den anderen Hund da runterzerren muss und verscheuchen bzw. extrem blocken muss (weil hören tun die sowieso nicht und abholen kommt auch keiner seinen Hund). Mit dem Ergebnis dass ich regelmässig beschimpft werde, wenn ich Hunde mit dem Knie wegblocke (nicht trete!) -> ich solle ihren Hund nicht treten! Ich hab echt keine Lust auf diese ständigen Streitereien und bin schon mal froh wenn jemand zumindest bemüht wirkt, ihren Hund zu erziehen.

Und den Eindruck hatte ich von der HH, aber sie war halt schlecht beraten. Emma war als Junghund sehr wild war mit anderen Hunden und noch heute meide bzw. unterbinde ich das spielen mit kleinen, alten Hunden, weil die dann doch manchmal einfach zu wild ist.
Für mich wäre es ganz schrecklich gewesen, wenn mich da gleich jemand in den Boden gestampft hätte, eben weil ich bemüht bin dem Hund ein entsprechendes Verhalten beizubringen. Ich find immer besser man setzt sich in Ruhe mit den HH auseinander - jeder macht mal Fehler. Und ich hätte mich auch noch weiter mit der unterhalten wenn die nicht gleich abgezischt wäre ;)[/OT]
[OT]Ich hätte da auch so gehandelt, den Hund am Halsband gepackt u. mit einem deutlichen "Nein!" runtergezerrt u. geblockt. Aber es nutzt halt nichts, sich mit einem HH in Ruhe auseinanderzusetzen, wenn mein alter Hund, den Rüpelrüden schon im Kreuz hängen hat. Da hört der Spaß für mich dann absolut auf! Genauso ist es, wenn jemand mein Bemühungen meinen Hund von irgendeinem Verhalten abzubringen nicht respektieren kann. Dann ist mir das ehrlich gesagt herzlich wurscht, ob mich da jemand in den Boden stampft oder nicht, nur weil ich meinen Hund erziehen will. Fallon ist ja immer etwas unleidlich m. anderen Hunden. Neulich kam mir jemand m. zwei freilaufenden Terriern entgegen. Wir sind dann auf ein Feld ca. 5-6 Meter vom Weg weg, ich habe meine Hunde absitzen lassen u. Fallon für ihr ruhiges Verhalten (m. sicherlich zugleich ablenkenden) füttern belohnt. Was macht Terrier-Herrchen? Schüttelt den Kopf u. zeigt mir nen´ Vogel. [/OT]
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#22
Sternschnuppe, ich quatsche Neelix dabei nicht die Ohren zu, da er zuerst "guck mal" gelernt hat. Meistens orientiert er sich von alleine an mir, aber wenn das mal nicht so ist dann nutze ich das Kommando und bis jetzt lief alles super. Natürlich gibt es immer noch eine Menge Lob oder einen Klick und ein Leckerlie im Anschluss. :)
 
Dabei
21 Feb 2011
Beiträge
5.678
#23
bei uns ist das gegenteil in der huschu ! meine trainerin ist der meinung, dass hunde unangenehme situationen nicht aushalten müssen, sondern dass wir dafür verantwortlich sind, die hunde aus diesen situationen rauszuholen
Aber durch Ablenkung hole ich den Hund nicht aus der Situation.....das Wort sagt es doch schon: ich lenke ihn ab.
Holst du ihn bewusst aus der Situation.....also für den Hund bewusst, lernt dein Hund, dass du für ihn da bist, ihn beschützt usw.
Durch Ablenkung lernt er nix....ausser, dass du auch keinen Ausweg aus einer unangenehmen Situation kennst.
 
Dabei
18 Mrz 2012
Beiträge
6.037
#24
Wie hilfreich das mit dem "Ablenken" ist hab ich gerade wieder gesehen: Ich war heut morgen mit Joey unterwegs, da haben wir wieder diesen Windhund (?) getroffen, der immer nur an der Flexi ist. Der hängt immer kläffend in der Leine, wenn wir an dem vorbei gehen. Der Hund also in unsere Richtung, völlig aufgeregt,Frauchen säuselt die ganze Zeit "Komm doch her, komm schon, na komm", natürlich ohne Reaktion. Hat ihn dann rangeholt, Leckerchen auf den Boden geworfen, auf den eingeredet, hat natürlich alles nichts genützt, die sagte sogar zu dem "Du musst auch mal suchen, guck doch mal hier"- das hat den alles nicht im Geringsten intressiert, Joey war deutlich spannender. Ablenken hat sicher, wie Julia das beschrieben hat, seinen Platz, aber oft genug ist es eben so, dass die REize doch spannender sind und lernen tut der Hund dabei nichts
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#25
Julia, wir lernen um- bzw zurückorientieren und außerdem habe ich mit "rasch vorbei und anschließend ausgiebig loben" viele gute Erfahrungen gemacht.
Hmm, im Prinzip ist das nichts anderes als auch eine Form von Ablenkung, oder? Denn a) wie bekommt ihr den Hund dazu, sich um- bzw. zurück zu orientieren? Und wenn er dann b) woanders hinguckt, habe ich seinen Blick ja auch nur abgelenkt?

Zudem muss man sagen, das sich HS u. die echte Welt da draußen, da sehr unterscheiden. Denn in der HS kann man sich vorbereiten u. "weiß was kommt", während man sich draußen schon mal sehr plötzlich u. unverhofft m. Situationen konfrontiert sieht.

Die Frage ist @Gundi: Interpretiert der Hund z.B. eine Ablenkungsfütterung wirklich als Hilflosigkeit meinerseits, wenn ich dadurch eine pricklige Situation in Ruhe mit ihm meistere?
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#26
[OT] Anna, wir haben auch jemanden in der HuSchu mit einem Boxer (2 Wochen jünger wie Neelix) und dieser Mann säuselt seinen Hund auch immer voll. Dieser Hund achtet jetzt schon Null Komma Null auf ihn und auch so merkt man das irgendwie keine Bindung zwischen den beiden besteht. Unsere Trainerin reißt sich immer halb ein Bein aus um ihn sein Fehlverhalten begreiflich zu machen, aber es ändert sich nichts. :( Um es letztens zu verdeutlichen hat sie uns mit Abstand um den Platz geschickt und wir sollten dabei zählen wie oft der Hund sich an einen orientiert (ohne Kommando). Bei Neelix waren es 12 mal bei ihm und Boxer 0, hat ihn aber scheinbar nicht gestört, zzumindest kam keine Reaktion darauf. [/OT]
 
Dabei
21 Feb 2011
Beiträge
5.678
#27
Die Frage ist @Gundi: Interpretiert der Hund z.B. eine Ablenkungsfütterung wirklich als Hilflosigkeit meinerseits, wenn ich dadurch eine pricklige Situation in Ruhe mit ihm meistere?
Mit Sicherheit nicht, wenn man das ab und an mal macht. Wenn ich das aber dauernd so praktiziere, ja, dann verknüpft er das so.
Sehr empfehlenswert finde ich da das Buch von Nadin Matthews: "Duell auf offener Straße". Sie beschreibt darin sehr schön, was den Hunden im Kopf rumgeht.
 
Dabei
16 Jul 2013
Beiträge
957
#28
Gundi, das Buch werd ich auch mal lesen. Danke für den Tipp, finde dieses Thema wirklich interessant. ;)

Julia, natürlich musste man Anfangs viel mit dem Kommando "guck mal" arbeiten/ablenken und anschließend viel loben. Aber auch so legen wir öfters 2-3 Minuten ein indem er ohne Situation und Kommando geclickt, gelobt, gestreichelt und belohnt wird sobald er sich orientiert. Mittlerweile macht er es aber zu 90% von alleine und wir können so zügig vorbei laufen oder eben auflösen. Gestern trafen wir auf ein Kind auf Inline Skates (die kannte er noch nicht), da hat er angefangen sich anzuspannen und steif zu werden, ich habe ihn mit "guck mal" an mich orientiert und in dem Moment wurde er wieder locker. Als wir vorbei sind wurde gelobt und er durfte noch etwas nachschauen, beim nächsten Kind werd ich sehen ob es geklappt hat. Aber bisher hat es bei Hunden, LKW's, Scootern, Motorrädern usw. immer gut funktioniert.
 
Dabei
10 Mrz 2013
Beiträge
308
#30
Hmm, im Prinzip ist das nichts anderes als auch eine Form von Ablenkung, oder? Denn a) wie bekommt ihr den Hund dazu, sich um- bzw. zurück zu orientieren? Und wenn er dann b) woanders hinguckt, habe ich seinen Blick ja auch nur abgelenkt?
Genau das wollt ich mit meinem letzten Post auch sagen, man muss den Hund ja mal soweit bei sich haben - also aus der Situation rausholen, also von dem was er gerade Macht ablenken
 

Anzeige:
Empfehlungen:

Ähnliche Themen


Oben