Du bist, was du isst

Dabei
21 Feb 2011
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#1
Durch das Thema: Strategien für einen überdrehten Welpen, kam ich auf die Idee zu diesem Thread.
Das Strategie-Thema ist schon was älter und vermutlich werden wir vom TE nichts mehr lesen.
Über Futter und Verhalten haben wir bereits sehr interessante Themen.
Jetzt liest man so oft von völlig abgedrehten Welpen, die nicht runterfahren können, die man zur Ruhe zwingen muss usw.
Ganz sicher spielen der Charakter des Welpen (aus einem Hüpfefloh kann man schlecht eine Schlafmütze machen) als auch Erziehung, Konsequenz usw wohl die wichtigste Rolle.
Immer häufiger werden auch die Futtermittelunverträglichkeiten.
Da hab ich mich gefragt, warum ist das so?
Meine Freundin ist Ernährungsberaterin für Hunde (keine Angst, das wird keine Werbung) und ich habe sie gebeten, mir etwas auszurechnen.
Die Berechnungen passen auf einen Welpen, der als adulter Hund ca 30 kg wiegen wird.
Genommen haben wir zwei Futtersorten, einmal Platinum Puppy Chicken und das Welpenfutter von Naturavetal, ebenfalls Geflügel.
Platinum enthält 27% Rohprotein. Nur 15,5% davon ist gutes Protein und wird auch vom Hund benötigt. Der Überschuss wird in Glukose umgewandelt, dabei entstehen Giftstoffe, die über Leber und Nieren ausgeschieden werden und diese Organe dabei schwer belasten können (erhöhte Nierenwerte, Insuffizuenz).
5,7 MJ an Energie und 62 g Rohprotein benötigt der Welpe mit dem Endgewicht 30 kg.
Um diese Energie zu bekommen, braucht er vom Platinum 400 g täglich. Der Proteingehalt liegt da dann bei knapp 110g. Täglich also fast 50 g mehr, als benötigt.
Das Naturavetal hat 23,10% Rohprotein.
Um auf seine MJ zu kommen, bräuchte hier der Welpe 350 g täglich und würde mit der Menge ca 80 g Rohprotein aufnehmen.
Immer noch nicht optimal, aber deutlich besser.
Ein Zuviel an Proteinen macht nicht nur gaga im Kopf, sondern u. U. auch körperlich krank.
Blähungen, Durchfall, Mundgeruch (vor allem durch schlechtes Protein).
Ebenso kann es zu starkem Juckreiz kommen.....das ist dann vlt sogar der Grundstein für künftige Unverträglichkeiten.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit den Deklarationen auseinanderzusetzen, diese lesen zu lernen. Im Zweifel ist es besser, einen Fachmann zu fragen, als den tollen Versprechungen der Hersteller zu glauben.
Denn viel Protein im Futter bedeutet nicht gleich viel gesundes Fleisch und damit hochwertig.
 
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Dabei
8 Jul 2017
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#2
Vielen Dank für diesen Thread.

Gibt's irgendwelche wissenschaftliche Aufschriebe zum Lesen, ob Welpen die gebarft oder bekocht werden unterschiedlich im Verhalten sind , also im Gegensatz zu Trockenfutter?

Man liest derzeit sehr viel im Zusammenhang Ernähurng und verhalten ganz allgemein . Im www schlagen schnell Wellen und alles rennt einer Theorie hinterher. Bin überzeugt, dass Ernährung eine sehr große Rolle spielt... möchte aber ungern in einer Modeerscheinung mitschwingen :)) Bin generell immer an Infos interessiert, beeinflusst ja auch die Lebnslänge.

Vlt kannst du mir noch einen Tipp geben, woran man gute Ernähurungsberater für Hunde erkennt? Also unabhängig von einer Marke.
 
Dabei
5 Sep 2014
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#3
Liebe Gundi, du sprichst mir aus der Seele mit diesem Thread!
Ernährung hat einen großen ein Fluss auf den Hund.
Ich persönlich beschäftigte mich schon sehr lange damit. Weil ich 1. ein Hündin hab die Futtermittelallergie hat. 2. Hab ich eine zweite Hündin die ordentlich Power hat.
Durch diese zwei Faktoren hab ich mich noch mehr mit dem Thema beschäftigt.

Dadurch hab ich soll viel gelernt. Es gibt Fleischsorten die für Aktivhunde eher schlecht sind und dann gibt es welche die sich positiv auf den Hund auswirken! Auch Getreide ist nicht immer gleich schlecht. Das dürfte ich alles selbst lernen. ( durch mein Powerpaket)

Ein Thema was mich in letzter Zeit beschäftigt hat. Sind die Arten der Verarbeitung von Trockenfutter. Es gibt Extrudiertes, kaltgestelltes und gebackenes Trockenfutter. Ich persönlich hab sehr lange extrudierten Trockenfutter gegeben und werde es nie mehr tun. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

Leider sind viele großen Marken gar nicht so toll wie Sie beworben werden!
Ich war leider sehr lange auch nicht gut genug informiert bzw. man lernt nie aus.
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#4
@Senior
Ich denke, wie man den Welpen ernährt, ob man nun barft, selber kocht usw, spielt keine Rolle.
Es geht ja darum, dass er alles bekommt, was er braucht, weder zu viel noch zu wenig von irgendwas.
Auch ist das keine Modeerscheinung, es gab schon 1987 eine Studie zu Futter und Verhalten.

Dass Erziehung nicht aus dem Napf kommt, sollte jedem klar sein. Auch lässt sich ein hüpfeliger Charakter nicht wegfüttern.
Aber man kann seinem Hund mit gut angepasstem Futter (egal, ob selbst gemacht oder industriell) richtig Gutes tun.....auch für das Verhalten.

Eine Modeerscheinung ist wohl eher, dass viele denken, der Hund muss wie ein Wolf ernährt werden. Weil er ja schließlich von ihm abstammt. Stimmt so aber nicht. Der Hund ist mittlerweile zum Allesfresser geworden mit Fleisch als Hauptzutat.

Diesen Trend greift nun die Futtermittelindustrie auf. Ich rede jetzt von Trofu.
Slogans wie Ernährung nahe am Wolf, Getreidefrei, Glutenfrei, 70% Frischfleisch usw. Und den Menschen sitzt es im Kopf, Hund = Fleischfresser, ergo viel Fleisch und viel Protein, das kann ja nur gesund sein.
Genau diese Gedanken haben u. U. fatale Folgen für den Hund, wie z. B. Allergien.
Vom Frischfleisch und auch vom Gemüse bleiben nach Trocknung noch ca 30% übrig. Also 70% Frischfleisch macht ca 23% Fleisch im getrocknetem Zustand.
Jetzt ist es bei der Deklaration so, dass die Zutaten in der Reihenfolg absteigend aufgeführt werden müssen. Steht also Fleisch an erster Stelle, dann hat Fleisch eben den höchsten Anteil im Futter.
Nun kann man sich schon denken, warum Hersteller von Trockenfutter dann die Frischfleischmenge angeben. Es stünde sonst nicht mehr an erster Stelle in der Deklaration.
Getreide ist bei der menschlichen Ernährung etwas in Verruf geraten, weil es wohl nicht wenige Menschen gibt, die Gluten nicht vertragen. Das nutzt man da aus, obwohl Hunde mit Gluten kein Problem haben. Eine Unverträglichkeit ist da richtig selten.
Als Ersatz für Getreide nimmt man gern Erbsen. Die sind nicht unbedingt schlecht, aber für mich eine unglückliche Wahl. Denn sie liefern Protein. Aber eben Protein, das für den Hund nicht gut ist.

Wenn das Futter also für den Hund nicht passt und er täglich viel mehr Protein bekommt, als er benötigt, dann ist das schädlich für ihn.

Ein guter Berater ist für mich einer, der mich nicht von irgendeiner Fütterungsart überzeugen will. Also einer, der sagt, nur Barf ist das einzig Wahre, wäre bei mir raus. Der sollte da schon objektiv sein.
Wenn man sich ein paar Futtersorten raussucht, die einem zusagen, sollte ein Berater in der Lage sein, mir zu sagen, wie viel mein Hund davon benötigt und ob alles abgedeckt ist, was er benötigt bzw mir dann auch ein anderes Trofu empfehlen können.
Bei Fertigfutter wird es kein Optimum geben, da ist sicher immer von irgendwas (Vitamine, Spurenelemente und Co) zuviel oder zuwenig drin. Aber, es sollte nah dran sein mit einer vertretbaren Menge.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#5
Die Deklaration ist schon beim Essen für uns eine Thema, die wenigsten werden es durchlesen.

Eine Bekannte von uns ist THP , die verteufelt das Dosenfutter. Die meisten ihrer Kundenhunde mit Hautprobleme und Juckreiz usw bekämen Dose. Sie testet über Haare aus...
 
Dabei
21 Feb 2011
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#6
Die Deklaration ist schon beim Essen für uns eine Thema, die wenigsten werden es durchlesen.

Eine Bekannte von uns ist THP , die verteufelt das Dosenfutter. Die meisten ihrer Kundenhunde mit Hautprobleme und Juckreiz usw bekämen Dose. Sie testet über Haare aus...
Und da sind wir beim Thema.
Dosenfutter generell zu verteufeln, ist mir zu allgemein, kann es nach solchen Erfahrungen allerdings gut verstehen.
Die Frage ist, was passt da nicht, dass es Probleme macht? In der Regel ist es eine Überversorgung mit irgendwas. Denn hier beisst sich die Katze in den Schwanz. Ein Alleinfuttermittel muss den Bedarf abdecken, für jeden Hund und jede Rasse. Egal ob Chihuahua oder Irish Wolfshound. Jetzt hat so ein kleiner Kerl aber einen deutlich höheren Bedarf als der große.
Deshalb lass ich mir das für meine Hunde ausrechnen und suche mir ein Futter, das so nah wie möglich am Bedarf meiner Hunde liegt.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#7
Darüber bin ich gerade gestolpert und das ist echt gruselig. Ist ein Welpenfutter.
Vom Fleisch bleiben 10%. Wenn man das richtig liest: Reis, getr. Geflügelprotein, Mais oder getr. Geflügelfleisch. Beim Mais sind keine Prozente angegeben, deshalb nicht zu sagen,ob er als 3. oder 4. Zutat kommt.
29% Protein.....vom Fleisch kommen die sicher nicht.
20200610_112151.jpg
 
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Dabei
8 Jul 2017
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#8
Wirklich gruselig, hinzukommt was die Leute noch an pülverchen hinzukaufen. Der Markt ist voll und täglich kommt Neues hinzu, er möchte bedient werden.
 
Dabei
19 Aug 2011
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#9
Das Thema finde ich sehr interessant.
Ich bin was die Deklaration angeht nicht wirklich fit, durfte aber vor ca. 2 Jahren eine erschreckende Erfahrung machen.
Vida bekam zu dem Zeitpunkt noch die Reste vom Futter der Züchterin (ist nichts unbekanntes, würde es wohl irgendwo in der Mittelklasse - von Qualität etc. platzieren), nun fing Vida bereits im alter von 4,5-5 Monaten an die Beine auszudrehen.
Da mir die Gesundheit meiner Mädchen sehr wichtig ist, ließ ich mal etliche Blutwerte übermittel (habe mir - leider - auch ein Barfprofil andrehen lassen) und da stelle sich heraus, dass Vidas Jodwert selbst für einen Erwachsenen Hund und mehr als das 4-fache vom Höchstwert erhöht war (die Werte berücksichtigen keine Welpen/Junghundwerte).
Meine EB war schockiert gewesen.
Also haben wir gemeinsam nach einem Futter gesucht (sie ist da zum "Glück" offen, schaut also, was dem Besitzer liegt - ob nun Barf, gekocht, trocken, Dose oder oder oder) und das war immens schwer.
Die meisten Sorten haben irgendwo zwischen 2 und 2,5mg Jod/kg Futter enthalten (auch das Welpenfutter, was sie bis dahin noch bekam), dazu kommt dann noch das Jod aus sämtlichen Kräutern, ggf. den Fisch und zusätzen wie Grünlippmuschel etc.
Da Barf bei mir nicht möglich ist, habe ich für Vida auf dem GESAMTEN Markt, ein Futter gefunden, wo der Jod gehalt unter 1mg/kg Futter enthalten ist und die weiteren Angangen soweit passten.

Wäre dies mit dem Jod nicht aufgefallen, hätte ich nun wohl einen 2 jährigen SDU Hund hier sitzen.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#11
Ganz ehrlich, wegen solch reißerischen Texten brauch ich immer weniger " Nachrichten" , egal welcher Art. Ich mag sehr gerne Infos sammeln um meinem Hund best möglich zu versorgen. Aber sachlich ... immer in die gleiche Kerbe kloppen, jeder in seine versteht sich.

Zum Thema " alles Bio versteht sich" was spricht dagegen wenn das Nutztier ein paar cm mehr Grundfläche hat? Man muss die biovertreter nicht nur als " Duziduzi " und nur das beste für den Mops sehen. Da macht sich der Schreiber offensichtlich sehr wenig Gedanken um das Tier das gefressen wird. Schade auch...
 
Dabei
21 Feb 2011
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#12
Man muss den Stil des Schreibers nicht mögen.

Ich finde, er trifft es auf den Punkt.
Natürlich möchte jeder von uns für seinen Hund hochwertige Leckerlis, da bin ich keine Ausnahme.
Allerdings sind bei mir Leckerlis eben Leckerlis, die werden nicht ohne Grund an den Hund verfüttert, nur weil er gerade lieb schaut.
Es gibt viele Hundehalter, die das schon fast automatisch machen und es nicht mal merken, wenn sie ihren Hunden Leckerlis geben.
Sind wir mal ehrlich, wer macht sich denn Gedanken darüber, wie viel zusätzliche Energie, Proteine, und bei reinen Fleischleckerlis, auch Phosphor in den Hund kommt? Darüber denkt niemand nach....eher im Gegenteil, ist ja reines Fleisch und damit gesund ;)
 
Dabei
5 Sep 2014
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#13
Für mich persönlich hat der Post vor allem ein sehr wichtiges Thema angeschnitten, nämlich das viele Hunde an Übergewicht leiden.
Und warum? Weil man sich zum Teil (nicht alle Hundehalter) keine Gedanken zum Thema Ernährung macht bzw. einfach den Hund füttert.
Wie oft findet man im Futter versteckten Zucker der nicht deklariert ist?! Dann noch jede Menge Leckerli und je nach Aktivität des Hundes kann er schnell zu Übergewicht neigen.
Und der Leidtragende ist der Hund.
Da ist auch was wahres dran. In den letzten Jahren sehe ich immer häufiger Hunde mit Übergewicht und über die Folgen davon brauche ich ja nichts sagen.
 
Dabei
21 Feb 2011
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#14
Man macht sich keine Gedanken, weil man darauf vertraut, dass das Futter im Handel gut ist für den Hund.
Man vertraut den Versprechen der Hersteller, den Infos aus dem Netz.....da Sinn von Unsinn zu trennen ist wirklich schwierig.
 
Dabei
8 Jul 2017
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#15
Drauf Vertrauen ist ein Stück Bequemlichkeit . Ist das bei unserer Ernährung anders? Würde nur gesund im Laden stehen , wäre ausverkauft.
Hundeernährung hat , für mich zumindest, auch was mit Achtsamkeit zu tun. Muss aber gestehen, das ich es befremdlich empfinde wenn der Mensch im Haushalt am Ende der Nahrungskette steht. Irgendwie muss das halt zusammenpassen von der Denke her.
Jeder hat so Seins , empfindet es richtig oder nicht, Leckerlie gibt's bei uns sehr wenig . Kennt er garnicht so... Lieber was gescheites im Napf. Kann man ja auch mal checken lassen, ob das so alles stimmt was Frauchen sich so denkt. Mein Napf gleich mit
 
Dabei
21 Feb 2011
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#17
Danke für den Link.
Darüber hab ich schon mal was gelesen.
Da einen Zusammenhang herzustellen, falls es einen gibt, ist sicher schwierig.
 

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