Hi Blaueerkobold, bei uns gibt es Rituale.
Mit eines der ersten, das hier schon ein Welpi lernt ist, nach dem Spaziergang geht es auf den Tisch. Dann wird einmal der Hund von unten bis oben durchgeschaut (etwaiges Grünzeug raus) und ich nehme meine orange Chris Christensen und bürste einmal quer alles durch. Da ich es täglich (oft mehrfach) mache, sind es nicht mehr als fünf Minuten pro Hund und Nase. Es gibt Gedrängel, weil jeder zuerst will. Gegen Zecken tragen sie Seresto und ich gehe nur da, wo ich nicht arg in die Bredouille komme.
Wald ist zurzeit gestrichen, weil ich sonst vor dem Auto schon absammeln muss wie blöde (die Zecken krabbeln zwar nur an der Haaroberfläche, die Mengen jedoch sind erschreckend – und frei krabbelnd im Auto will ich sie nicht haben) und meine Ausweichrouten mit den breiten befestigten Wegen liegen allesamt in Wolfsgebieten. Da halte ich mich fern. Mit einem Hund ginge das noch aber mit der Gruppe ist es mir zu joker. Einen Hund kann ich noch abschirmen (bei einem Wolf, bei einem Rudel auch nicht) aber bei mehr wird’s schwierig zumal die sich in der Gruppe womöglich auch Dinge zutrauen, die nicht angemessen wären.
Wiesen sind dieses Jahr auch problematisch, da extrem hoch (höher als 23/24 und 25) und bei schmalen Wegen bleibt kaum ein Streifen zum Laufen. Sind sie gemäht, ist sofort Gülle drauf, sobald das Heu weg ist. Also auch schwer nutzbar.
Alles was asphaltiert ist, ist (illegale) Ausweichstrecke und die „Junker vom Land“ sind nicht zimperlich mit dem Gaspedal. Da ich die Hunde im Freilauf habe, nicht ideal.
Weinberge gehen auch nicht, wegen der Spritzerei. Man muss wirklich planen momentan.
Nach dem 15. Juni wird es besser, wenn die Naturschutzwiesen abgemäht werden dürfen. Ich hab noch Auswahl im Umkreis, aber wie gesagt, man muss wirklich planen, wo man läuft, wenn man außer Weidezäune prüfen, auch mal anderswo laufen will, damit es für die Hunde spannend bleibt.
Es gibt Friseurscheren für Mensch und Hund, die sich prima eignen. Nur bitte ausschließlich am gewaschenen Hund nutzen, sonst sind die schnell stumpf und schleifen kostet ganz ordentlich Geld. Bezugsquellen sind u.a. Pet Point Charlie oder EHASO. Für einen Aussie braucht man eigentlich drei, eine gerade Schere eine gebogene Pfotenschere mit runder Spitze und eine Effilierschere, zum Ausdünnen von Partien und zum Schneiden von Übergängen. Profis schneiden die Pfoten auch mit gerader, spitzer Schere, aber das traue ich mich nicht.
Ja, es geht schon täglich ein wenig Zeit drauf, mehr als bei einem Kurzhaarhund, wo abstauben, hin- und wieder striegeln und mit Hirschleder abrubbeln genügen, aber deutlich weniger als bei etwas Gelocktem (alle sechs Wochen Schur, zwischendurch Teilschur (Gesicht und Pfoten) und kurz vor der Schur wirklich am Tag eine Stunde werkeln bis das Ding komplett knötchenfrei ist) oder gar einem zotthaarigen Teil, wo man spätestens alle vier Wochen stundenlang Schnüre, beziehungsweise Zotten bis zur Haut trennen muss.
Da schaut man schon zwei lange Spielfilme pro Hund bis man fertig ist. Machen die meisten abends auf dem Sofa. Zu zweit spart man Zeit, einer kriegt das Vorderteil, der andere den Rest. Und wehe man muss so ein zotthaariges Teil baden (in einem Kadaver oder Kacke gewälzt, oder in einen Weiher gesprungen, dessen Waser nicht glasklar war). Das dauert ewig, man kriegt die Zotten nämlich kaum richtig nass und muss sie praktisch einzeln mit Shampoo- Lösung durchdrücken, damit sie sauber werden. Danach muss wieder eine Kur mit Lanolin rein, damit das Fell seine Funktion wieder erfüllen kann. Und nach den Arbeitsgängen spült man sich einen Wolf. Das Trocknen ist ein mehrtägiger Akt. Mit Tüchern ausdrücken (pro Hund ne große Waschmaschine voll), Lufttrocknen, Föhnen, Schnüre nochmal trennen, wieder Lufttrocknen. Beim Komondor muss man effektiv aufpassen, dass Fell am Hund nicht schimmelt, bevor er bis zur Haut strohtrocken ist. Ein Horror in allen Jahreszeiten mit hoher Luftfeuchte und niedrigen Temperaturen. Und der Duft in der Bude ist für Tage unbeschreiblich, zumal man außer im Hochsommer diese Frischluftfanatiker drinnen behalten muss. Wenn Du einen weißen Komondor siehst, der wirklich hell wollweiß ist, blickst Du auf locker eine Woche Arbeit.
Rauhaar wolle ich heute auch nicht mehr haben, wenn man einen schönen rolling coat haben will und einen Hund von anständiger Größe, ist das richtig Arbeit und die geht massiv auf die Finger und damit die Unterarmmuskulatur. Zu guten Zeiten habe ich einen Riesenschnauzer am Tag perfekt getrimmt, zwei Tage später gebadet und geschnitten (Schere, Maschine) und konnte mich noch bewegen. Ich bezweifle stark, dass ich das noch könnte, ohne dass mir alles wehtut. Zumal wenn man nicht nur einen Hund zu bearbeiten hat.
Daher sind Aussies- auch die mit viel Fell- durchaus leicht zu pflegen. Immer eine Frage dessen, was man als Vergleich heranzieht.
Liebe Grüße
Vom Oops