Ich teil jetzt einfach mal meine Erfahrung mit - achtung wird glaube ich lange!
Ich sehe das so wie oben schon beschrieben, durch diese Handlung (sei es Jagen, wegrennen, Ball werfen und jagen) kommt es beim Hund zur Hormonausschüttung und zum Glücksgefühl.
Und genau da liegt das Problem - je nach dem welche starken Gefühle der Hund daraus mitnimmt, desto schwieriger wird die Siituation für dich.
Bei uns geht es nicht ums Jagen direkt, aber um einen ähnlichen Verlauf der Dinge und definitiv eine Art Sucht - also Hormonausschüttung!
Barney ist mit 6 Monaten das erste Mal weiter weg gegangen von mir. Ob nun einer Fährte hinterher, nur gerannt, etc. ist mir unklar. Spielt aber eigentlich auch keine Rolle!
Dachte mir "einmalige Sache.." und habe am Rückruf weiter trainiert. Der Hund rannte mir immer öfter weg.
Ich so in panik, dass am Anfang nur mit Leine raus bin. Wollte ihn nicht mehr ableinen - denn er hört ja nicht mehr!
Meine Trainerin empfohl mir eine Schleppleine! Schleppleine dran und wieder raus. Ja, sehr umständlich 20 m hinterher schleifen zu lassen.
2 Wochen war alles gut (wenn er weg gerannt ist, konnte ich ihn stoppen), dann habe ich mit dem Gedanken gespielt die Leine bereits zu kürzen.
Kurz davor ist er mir mit Schleppleine entwischt.
Also noch nicht kürzen....
Dieses entwischen wurde häufiger.. Kein Erfolg stellte sich ein, sondern mein Hund wich den Maßnahmen, die ich aufgestellt hatte schlicht und einfach aus!
Ich sage nichts gegen die Schleppleine, aber wenn sich kein schnellerer Erfolg einstellt, kann man davon ausgehen, dass die ein Leben lang getragen wird!
Hatte zu der Zeit weniger Geld und Zeit, also kam Barney nur noch an die Flexi Leine. Er durfte nur mit anderen Hunden frei laufen!
Leider bedeutete dann Ableinen = Rennen.
Tja... Nun hatte ich richtig Mist gebaut! Nicht mal mit anderen Hunden beim Spielen wollte er sich von dem Rennen abhalten lassen.
In dieser Zeit sind einige Monate vergangen!!!!
Barney ist bestimmt 2 Monate nur an der Flexi gelaufen. Das Schleppleinentraining ging einige Monate..
Ich war sehr verzweifelt, habe also erneut einen Trainer angerufen!
Btw. er ist super!
Er meinte die Problematik sei gut zu lösen, wenn wir andere Probleme lösen. Barney will uns etwas kontrollieren, ist hektisch und aufmüpfig, reagiert auf Kommandos nur wenn er will!
Zu aller erst wurde ein Abbruchsignal aufgebaut. Und nein - nicht mit Superleckerli! Sondern mit Konsequenz. Ja, alle positiv bestärker werden vermutlich aufschreien...
Er wurde auf die Konsequenz sensibilisiert! Bedeutet, beim ersten mal des Abbruchsignals habe ich mit 100% Stärke reagiert. Man könnte sagen "Überreagiert".
Beim 2. mal vll nochmal. Beim 3. mal nur noch mit 70%. Beim 4. Nur noch mit 20%. Und beim letzten hat ein Blick gereicht - momentan reicht ein Blick. Wenn der Blick nicht reicht, gehe ich direk twieder auf 70% hoch.
Lieber ein mal 70% als 80 * 5% und mein Hund versteht 1. mich nicht und 2. verliert er das Vertrauen in mich.
Das Abbruchsignal funktioniert überall und immer. Auch beim Wegrennen!! Wir können endlich wieder frei laufen!
Damit ich das Abbruchsignal irgendwann hoffentlich auch ausschleichen lassen kann, wurde der Abruf intensiviert. Über die Hundepfeife - gibt bestimmt einige Threads dazu.
Pfeife bedeutet bei uns Leberwurst!
Nunja und zu guter Letzt haben wir versucht, dass ich Draußen auch in Barneys Kopf bleibe und an unserer "Mentalen" Verbindung gearbeitet.
So bescheuert das klingt!
Ja - liest sich nicht immer alles schön, aber eins kann ich sagen:
Mein Hund läuft wieder komplett frei und war seit 2 Monaten nicht mehr auf Erkundungstour!!!
- ich hab jetzt sehr schnell geschrieben udn hoffe man kann alles gut lesen/verstehen -