Aussie Gestern / Heute

Dabei
21 Feb 2011
Beiträge
5.293
Was aber wohl auch klar sein dürfte, ist dass das was früher gezüchtet wurde auch nicht immer das gelbe vom Ei war, siehe MDR1 Defekt, es war nicht alles gut....
Und es ist heute nicht besser. Ganz im Gegenteil.
Im Gegensatz zu früher weiß man heute von diesem Defekt, kann die Hunde testen und züchtet trotzdem damit weiter......
 

TanteEmma

Gesperrt/Gelöscht
Dabei
20 Jan 2016
Beiträge
232
Und es ist heute nicht besser. Ganz im Gegenteil.
Im Gegensatz zu früher weiß man heute von diesem Defekt, kann die Hunde testen und züchtet trotzdem damit weiter......

Stimmt und wenn man der Fachliteratur glauben schenken darf, wäre das eines der Probleme dass man wirklich aus der Welt schaffen könnte...
 
Dabei
7 Okt 2014
Beiträge
2.210
Ich finde die Diskussion hier sehr, sehr wichtig, da sie doch zum Nachdenken anregt, ob ein Aussie tatsächlich die richtige Wahl für mich ist.

Auch ich denke seit gestern nämlich verstärkt darüber nach, ob ich nicht noch glücklicher wäre mit einem Hund, der zwar Hütetrieb mitbringt, aber dafür auch will to please (nicht falsch verstehen, ich vergöttere und liebe meinen Hund, er ist das Beste, was mir je passiert ist, aber er ist halt absolut untypisch für einen Aussie, wie ich ihn mir mittlerweile vorstelle).
Ich habe zwar auch ganz zu Anfang gedacht, einem Aussie werde ich nie gerecht und habe mich dann davon überzeugen lassen, dass die Showlinie ja angeblich ganz anders tickt (was sie ja auch tut, aber ich habe mir das halt als positiv verkaufen lassen und nicht groß drüber nachgedacht im ersten Jahr), aber ich hatte schon Ambitionen, was ich alles mit meinem Hund machen wollte.
Mindestens etwas Sport, hätte er es eingefordert, auch sehr gerne mehr, ich war da echt offen...
Tja, dazu kam es nie (letztendlich gut so, da ich krank geworden bin, als Finn noch sehr jung war und ihm z.B. Sport gar nicht hätte bieten können über einen langen Zeitraum und er obendrein nicht der Gesündeste ist und ich es mir schwer vorstelle, einen extrem aktiven Hund über Wochen und Monate hintenan zu stellen/im Schongang laufen zu lassen), weil mein Hund nie große Motivation dazu gezeigt hat.
Jetzt könnte ich körperlich wieder mehr machen, wüsste aber nicht wirklich, wie ich dann Finn und einen womöglich hochmotivierten Hund unter einen Hut bringen sollte, da ich alleine bin und die Bedürfnisse der beiden dann ja total unterschiedlich wären .
Noch so ein untypisches Exemplar würde ich aber auch nicht haben wollen.
Also tendiere ich seit gestern irgendwie zwar verstärkt zur ursprünglichen Linie aber trotzdem bzw. grade deshalb wieder weg vom ZweitAUSSIE.

Mal sehen, wo mich mein Grübeln letztendlich hinführt...
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
2.890
Bei MDR bitte nicht vergessen, das es früher nicht besser ging, da es den MDR-Test erst seit 2004 gibt. D.h. man konnte früher überhaupt nicht wissen welchen MDR Status ein Hund hat. Erst seit den 1990er weiß man überhaupt erst, das es Hunde gibt, die unter einer Überempfindlichkeit auf bestimmte Arzneistoffe leiden.
Dabei gibt es den Defekt bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts und er geht auf nur einen (!) Hund zurück. Da es früher aber heutige Arzneistoffe nicht gab bzw. in der Tiermedizin nicht eingesetzt wurden, kam erst über 100 Jahre diesem Defekt auf die Schliche.
Es sind übrigens meist Showzüchter die diesen Defekt mit immer gleichen Ausreden in Kauf nehmen.
Unter dem AL beim WEWASC ist in den letzten 5 Jahren kein Wurf mehr mit auch nur +/- Welpen gefallen, denn Viehhalter entwurmen ihr Vieh regelmäßig u. wollen daher keine Risiken für ihre Hunde eingehen.

Der MDR Defekt ist definitiv züchterisch absolut vermeidbar u. jedewede anderweitige Begründung nicht haltbar!
 
Dabei
8 Mai 2016
Beiträge
843
Ich weiß nicht, wo dieser Irrglaube herkommt, dass der AL-Aussie ohne Hütearbeit unausgeglichen ist und Zwangsneurosen entwickelt.
Aussies sind doch super Allrounder. Gut, sie wollen "arbeiten", das sollte man irgendwie schon bieten können. Ich kann aber nicht feststellen, dass Naila (reine AL) jetzt unausgeglichen oder kirre ist obwohl wir mit ihr nicht hüten. Sie ist super klasse und viel aufmerksamer als ich es von unserem Show-Aussie gewohnt war.
Das war nicht auf AL Aussies bezogen sondern generell auf Aussies die, wie soll ich sagen, das Hüten brauchen. Solche kann man sowohl in AL als auch SL haben. Wenn man nun aber nur noch hochspezialisierte Hütehunde züchtet mit extrem ausgeprägtem Hütetrieb und die an Laien gibt, die dann evtl. nichts mit den Hunden machen können sich Neurosen entwickeln --> verminderter Hütetrieb ist nicht so schlecht. Aber vom Typ findeich sollte man beim ursprünglichen Aussie bleiben
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
2.890
Das war nicht auf AL Aussies bezogen sondern generell auf Aussies die, wie soll ich sagen, das Hüten brauchen. Solche kann man sowohl in AL als auch SL haben. Wenn man nun aber nur noch hochspezialisierte Hütehunde züchtet mit extrem ausgeprägtem Hütetrieb und die an Laien gibt, die dann evtl. nichts mit den Hunden machen können sich Neurosen entwickeln --> verminderter Hütetrieb ist nicht so schlecht. Aber vom Typ findeich sollte man beim ursprünglichen Aussie bleiben
Der Rassestandard (sowohl beim ASCA als auch beim VDHFCI) verlangt aber einen Hund mit ausgeprägtem Hütetrieb, d.h. der Aussie wurde schon immer so gezüchtet. Wenn das nicht mehr gewollt ist, müßte man den Rassestandard ändern....
 
Dabei
12 Jul 2012
Beiträge
2.196
ich weiß gar nicht welche negativen eigenschaften man weg züchten möchte...ich finde den aussie perfekt so wie er ist. wer mit einer dieser eigenschaften ein problem hat soll sich halt eine andere rasse suchen. nur da fängt ja das problem an - die nachfrage an dem bunten hund ist groß, er soll sich selbst erziehen aber sonst ein familienhund sein. solange da die züchter (viele) mit machen wird sich das wohl leider fortsetzen.

Wie äußert sich denn "hüten im Alltag"
das würde mich sehr interessieren.

wenn zb mein rüde weit zurück bleibt um auf seiner lieblingswiese gras zu fressen und smiley bei mir ist dann schicke ich sie los um linox zu holen. sie rennt im bogen an ihn ran, rennt um ihn herum und wenn sie genau hinter ihn ist bellt sie ihn an oder knappst ihn in die hinterbeine. und dann rennt er vor und sie hinterher. dabei ist er auch ein hütehund aber davon ist gar nichts zu merken. ist das ein hüteansatz? ich würde schon sagen ja oder?
 
Dabei
26 Jan 2012
Beiträge
808
Zum Thema Hütetrieb im Alltag:

Milo hat Hütetrieb und einen ganz guten Sinn für die Schafe (zumindest dafür, dass er nicht explizit dafür gezüchtet wurde) ABER er hält keine Gruppe von Menschen zusammen, er zwickt keinem in die Hose, er kann entspannen, obwohl sich andere Lebewesen bewegen.
Das einzige was er gerne machen würde ist das Hetzen von Wild.


In meinen Augen zeigt sich ein guter Hütetrieb auch darin, dass der Hund weiß, wann er dran ist und wann nicht. Das betrifft nicht unbedingt den Hütetrieb selbst, sondern irgendwie auch die Arbeitseinstellung des Hundes und auch irgendwo die Nervenstärke.

Ein guter Arbeitshund kann selbst denken, sinnvolle Entscheidungen treffen, arbeitet aber trotzdem mit dir zusammen. Er kann die Tiere lesen und einschätzen und sein Hüteverhalten an das jeweilige Vieh anpassen. Er kann sich zurücknehmen und sprintet nicht einfach wie wild durch die Gegend. Er kann aber auch mit zu dir zum Stall gehen und einfach die Schafe vom Futter weghalten oder auch einfach nur liegen und warten.

Hüten heißt nicht einfach nur unkontrolliert rumrennen und irgendwelche Tiere zusammensammeln. Da gehört schon etwas mehr zu.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass Menschen das Verhalten ihrer Hunde mit "der ist ein Hütehund, der kann das nicht" rechtfertigen. Dann wird gejagt und gezwickt was das Zeug hält, aber das kann man ja nicht unterbinden, weil das steckt gaaanz tief drin.

Ein gewisses Gefallen daran Bewegungen zu verfolgen oder Verhaltensketten zu erlernen haben so Hütehunde bestimmt. Aber sonst? Vielleicht merkt man, dass es dem Hund gefällt, wenn alle zusammen sind. Aber ist das nicht auch einfach hündisch?
 
Dabei
10 Sep 2012
Beiträge
284
nun ich oute mich hier gern, dass ich 3 Aussies habe, die nicht hüten und ihre Bestimmung im Hundesport gefunden haben.
Rusty wurde angetestet, die durchaus namhafte Trainerin sagte damals, er wäre trainierbar, aber mit viel Arbeit dahinter.
Shary kennt die Schafe meines Cousins (die übrigens vom dort wohnenden Jagdterrier in den Stall gebracht werden und der Hund auch jagdlich geführt wird) und sie orientiert sich zu sehr an mir, heisst sie würde vielleicht schon gern, hat aber gelernt dass man z.B. bei Wildbegegnungen nicht von mir weggeht. Klappt also auch nicht...
Fly kennt besagte Schafe ja auch, hatte aber bis jetzt gehörigen Respekt vor ihnen.

Ausserdem kann ich ihnen die Hütearbeit an Vieh nicht bieten, warum also nur mal hin und wieder...
Zurück also zum Hundesport: icch wollte Hunde die mit MIR arbeiten, keine Border, die für ihr Glückshormon arbeiten und ich finde das sieht man am Agi sehr gut, letzte Hürde, Border fixiert ganz oft weiter, der Aussie guckt mich an und strahlt, nach dem Motto: na zufrieden?

Meine Aussies sind Vielseitigkeitslinien, wobei die Kleine eine gute Portion AL über ihren Opa abgekriegt hat. Und ich erkenne durchaus Unterschiede, sie will nämlich genau wissen wo sie steht. Meine 75% Showknolle braucht da nur einen Blick, da fragt die Kleine nochmal nach. Und ich frage mich, wieviele Menschen von denen, die unbedingt AL brauchen, den Hunden auch vermitteln können, was sie dürfen, können etc....
Bei vielen scheint dies ja nicht mal bei Mischlinien oder Showlinien zu klappen, ich lese sehr oft: kneift, zwickt, verfolgt Kinder, Jogger Radler...
aber ich glaube ich wiederhole mich...

Wie sagte mein Mann letztends: der Aussie ist eine Lebenseinstellung.... wir haben unsere Rasse gefunden und bei mir wird trotzdem nie die PlüschpopoShowlinie einziehen....
in diesem Sinne....
 
Dabei
3 Jan 2013
Beiträge
882
Mit Beginn der Rassenhundezucht vom Aussie hat sich die Rasse leider verändert und geteilt in unterschiedliche Richtungen. Der alte Aussie von den Farmen in Amerika verliert immer mehr an Bedeutung. Das ist wohl genauso wie bei vielen anderen Rassen auch. Das lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen. Aber man sollte aus den Fehlern anderer Rassen lernen. Heute ist der "Trend" (leider auch ein Thema in der Hundezucht) bei vielen Rassen wieder zurück zu den Anfängen......
Es gilt den "alten" Aussie als Rasse und Kulturgut zu erhalten
Und dieser alte Aussie darf durchaus auch vielseitig sein :), denn das war er meiner Meinung auch schon immer
 
Dabei
10 Mrz 2014
Beiträge
1.139
Zitat von TanteEmma

Ich hab da die letzten Tage ziemlich drüber nachgedacht, weil mich das Thema schon sehr beschäftigt, natürlich gerade im Bezug auf Yari. Ich merke schon, wenn ich das letzte halbe Yari im Bezug darauf reflektiere, dass das in ihm drin ist, schlimm ist es nicht, warum auch? Wenn wir spazieren gehen und einer versteckt sich, fängt Yari ganz klar das Hüten an. Er läuft im Kreis, schneidet dem zurückgebliebenen den Weg ab, bis dieser stehen bleibt und sucht die anderen 50% der "Schafherde" mit Erfolg. Das hat ihm keiner beigebracht, das macht er einfach so. Geht einer von uns schnell vorraus bleibt er stehen, guckt wo der zurückgebliebene bleibt, man merkt ganz klar, dass es für ihn wichtig ist, dass wir beisammen bleiben. Geht die Katze aus dem Haus und kommt zurück und steht vor der Glastür fiept Yari, er fühlt sich deutlich unwohl, weil ein Teil seiner "Herde" nicht im Haus ist, er die " Schafe" für ihn sichtbar nicht alle unter Kontrolle hat. Lasse ich die Katze rein ist alles gut er guckt wo sie sich hinlegt, alles ist palletti. Ich vermute der gute hat mehr davon in sich als mir immer so bewusst war, ein Problem ist und war es bisher nicht.
Auch das ist kein Hüten, sondern einfach eine typische Verhaltensweise für einen Hütehund. Dafür wurde er gezüchtet, die Herde zusammenzuhalten. Das ist in seinen Genen so verankert.
Wenn es für den Menschen störend ist, gibt es sicher auch Wege, dem Hund zu zeigen, dass er es mit seiner "Menschenherde" so nicht machen muss / braucht.
Aber ein Stück weit muss man damit leben.....denn man hat da nun mal einen Hütehund

Ich würde soweit gehen es nicht einmal als typisch Hütehund zu benennen. Unser Spaniel und unser Dackel zeigten das selbe Verhalten. Sie liefen ein vielfaches, immer zwischen den ersten und letzten.
 

Ähnliche Themen


Oben