Tja, die Mehrheit der Rasseinteressieten macht sich nicht die Mühe einmal den Rassestandard zu lesen und wenn er denn tatsächlich gelesen wird, wird Satz mit dem "ausgeprägten Schutz und Wachtrieb und der Reserviertheit gegenüber Fremden" geflissentlich überlesen. Und mit dem "bisschen" Hütetrieb, wird man schon fertig. Wenn der Hund nie Schafe sieht, woher soll er dann wissen, das er ein Hütehund ist??
Und los geht die Suche nach einem Blue Merle, bitte mit blauen Augen...
Ist das wirklich so? Ich meine ist es die Mehrheit? Vielleicht bin ich da ein wenig blauäugig und klar stechen die, die den Standard nicht lesen und sich vor der Anschaffung nicht ausreichend informieren hervor... Wenn es dann heißt, "Hilfe, mein Aussie tut dies oder jenes"
Yari ist ab und an mal bei meinem Mann im Büro, eine Kollegin, die bald in Rente geht hat sich unsterblich in ihn verliebt... Mein Mann hat ihr ein wenig von der Rasse berichtet, sie hat unter anderem auf Aussie.de gelesen und wir haben ihr unsere Bücher, die wir vor dem Entschluss einen Aussie zu uns zu holen, gelesen haben geliehen. Sie kam zu dem Schluss, dass sie einem Australian Shepherd nicht gerecht werden kann und hat sich dagegen entschieden.
Ich kenne nun auch nur zwei Züchter persönlich, von beiden bin ich überzeugt dass sie einen guten Job machen, Anfragen ala "Blue Merle und blaue Augen" nehmen beide nicht ernst. Beide möchten die Welpenkäufer persönlich kennen lernen und beide haben keine Scheu davor Leuten zu sagen, dass sie ihnen keinen Hund geben. Das führt dann auch schon mal dazu, dass ein oder zwei Welpen länger als 9 oder 10 Wochen bei ihnen sind. Im Vertrag unterschreibt man ein Vorkaufsrecht des Züchters, falls man den Hund aus irgendwelchen Gründen nicht mehr halten kann.
Wir haben gewusst, was wir uns ins Haus holen und waren aus dem Grund auch nicht überrascht, als Yari im zarten Alter von 10 Wochen einmal anfing Autos hinterher zu hechten und in der Leine hing, ob das nun Ansätze von "hüten" waren kann ich nicht beurteilen, aber wir wussten dass sowas passieren kann und haben dieses Problem schnell in den Griff bekommen. Heute ist er ein halbes Jahr alt und macht das nicht mehr. Hunde verbellen und in der Leine hängen war innerhalb von 2 Wochen durch. Wenn ich vorher weiß, was diese Rasse ausmacht und welche "Probleme" es geben kann bin ich auch nicht überrascht, wenn es denn passsiert und kann dem ganz anders entgegen wirken und stehe nicht hilflos da.
Bei der Auswahl der Zucht stand für uns Gesunheit und Charakter der Elterntiere im Vordergrund, beide Kriterien erfüllten sowohl Hündin als auch Rüde in besonderem Maße. Über das sonstige Äussere, haben wir uns wenig bis gar keine Gedanken gemacht und ich weiß auch nicht ob es realistisch ist, dass der normale Welpen/Hundekäufer sich Gedanken darüber macht wie Aussies früher und heute ausgesehen haben und ob die Entwicklung die stattfindet gut oder schlecht ist. Hier muss man die Züchter in die Pflicht nehmen und das können nur die Verbände.
Und ab und zu lese ich ja auch noch die Anzeigen und die meisten Hunde (nicht alle) die im Alter 8 Monate+ abgegeben werden haben keine Papiere und da frage ich mich, was da vorher nicht vielleicht schon alles schief gelaufen ist.... Meistens sehe ich nämlich, dass den Leuten regelrecht die Farbe aus dem Gesicht entweicht, wenn sie hören, was Yari gekostet hat.... und dann kommt umgehend die Frage: Gibt es das nicht auch billiger...