Auswirkung Ernährung auf Verhalten

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7 Okt 2014
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#32
Die ist nicht zwingend erblich bedingt , angeboren ja, erworben eventuell, aber nicht unbedingt vererbt.
Und mal ehrlich, kennst du die früheren und aktuellen Werte der Eltern?
Wenn die auch im unteren Bereich lagen, könnte da rein theoretisch ebenfalls eine subklinische SDU vorgelegen haben.
 
Dabei
7 Okt 2014
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#33
Ich will dir auch keinesfalls Irgendwas einreden.
Es ist einfach so, dass es einem mit einer Unterfunktion echt mies geht.
Da jetzt noch ein Training draufzupacken und wieder zu versuchen, Paula in eine bestimmte Richtung zu drehen, obwohl sie vielleicht gar nicht anders agieren KANN, halte ich persönlich für den falschen Weg.
Du verlierst nichts, wenn du es einige Wochen mit Thyroxin versuchst, denn das kannst du ausschleichen, wenn sich nichts ändert.
Klar sollte da ein kompetenter Tierarzt mit bei sein, aber momentan wirkt es auf mich so, als könntest du partout nicht akzeptieren, dass Paula krank sein könnte und versuchst es weiterhin verzweifelt auf dem nächsten Trainingsweg.
 
Dabei
26 Mai 2015
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#34
Hi Finnie Pooh, nein nein ich sehe durchaus dass da was nicht stimmt :) ich will ja jetzt auch nicht Ewigkeiten warten und forsche weiter. Wie du ja selbst geraten hast, ist der nächste Schritt ein geriatrisches Profil. Wenn möglich schon bei einem TA der Ahnung hat. Dem Trainer habe ich die Situation natürlich auch erklärt. Paula durchläuft jetzt kein hochkomplizietes Training dass sie vielleicht grad nicht verarbeiten kann. Sondern "hochkeksen" ist ab jetzt schlicht verboten. Das funktioniert bisher ganz gut und spart ihr ja auch Stress, der für die Schilddrüse auch schlecht wäre.
Natürlich will ich keinen Kranken Hund, d.h. aber nicht dass ich nicht alles notwendige tun werde. Das werde ich.

Hi Aussiewolf, der "Hütiprofi" ist Normen Mrozinski, ein Trainer der sich besonders mit Hüte-/ Treib- und Koppelgebrauchshunden beschäftigt. Es geht bei ihm nicht um das "Hüten" ansich, sondern man kann viel über die rassebedingten Besonderheiten bei ihm lernen. Ist ein Mann der klaren Worte und verkompliziert die Dinge nicht unnötig. Mir war das sehr sympatisch.
 
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26 Mai 2015
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#36
Sie bekommt 4g Seealgen pro Woche von Lunderland (ist für Ihr Gewicht ausgerechnet worden) Fisch füttere ich extrem selten, derzeit gabs aber mal Lachs.

Up Date habe jetzt eine TA gefunden zu dem ich mit den vorhandenen Befunden gehen kann, der sich den Hund anschaut.
 
Dabei
8 Mai 2016
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#37
@FinniePooh:

ich habe bei den Werten auch sofort an eine subklinische SDU gedacht.
Viele Werte am untersten Grenzbereich...

Ich würde es abklären lassen zur Sicherheit.
 
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26 Mai 2015
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#38
Natürlich lasse ich es abklären. Auf dem Laborbericht steht ja schwarz auf weiß was diese Werte bedeuten können und auf der Seite von Laboklin kann man sich zu den Kurzerklörungen noch mal den Langtext durchlesen.
Wenn ich es richtig verstehe weisen Paula's Werte auf eine Erkrankung hin, die auch die Schilddrüse beeinflusst. Sie weisen noch nicht klar daraufhin dass die Schilddrüse primär selbst ursächlich ist.

Das as kann ich da nachlesen. Ich bin aber kein Tierarzt. Das ärgerliche daran ist dass meine TA das ja auch lesen kann, allerdings behauptet es sei garnichts. Daher ganz klar ein TA mit mehr Erfahrung auf dem Gebiet konsultieren um die Ursache zu klären und Maßnahmen einzuleiten.
 
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8 Mai 2016
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#39
DAS kenne ich nur zu gut :( Eine subklinische Geschichte wird nicht beachtet bis es zu spät ist - wie bei uns :(
B12 war vor 2 Monaten im unteren Grenzbereich. Jetzt sind wir unter dem Wert und müssen Spritzen - keine schöne Sache.
Die TÄ reagieren bei Werten im Grenzbereich nicht gleich. Da bleibt es nur einem selber überlassen...

Hm, wobei Paula ja schon Kandidat für Schilddrüse ist, oder? Ich meine sie ist doch ziemlich dünn, nimmt schlecht zu etc.
Spricht das nicht dafür? Kenne mich mit Schiddrüse nicht aus daher kann ich da wenig zu sagen
 
Dabei
13 Nov 2016
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#40
Hallo,

ich habe den Beitrag heute erst entdeckt und ihn mal soweit möglich komplett durchgelesen. Trotzdem schonmal sorry, wenn etwas doppelt vorkommen sollte.
Also zur subklinischen SDU schreibe ich jetzt erstmal nichts genaueres, da ich morgen deswegen nochmal einen Termin habe und dann etwas mehr erzählen kann. Falls das erfolgreich und/oder zufriedenstellend sein sollte, dann kann ich dir auch einen TA im Raum Köln empfehlen. Die Werte meiner Hündin ähneln deiner sehr stark und die Verhaltensproblematik - das haben wir ja auch bereits festgestellt - ist ja auch nicht ganz so weit auseinander.

Das Problem mit der SDU und den Ärzten ist in drei "Problem"-Kategorien einzuteilen:

1. Tierärzte die darüber kaum bis kein Fachwissen haben
2. Tierärzte die das Fachwissen haben, aber genervt von unerfahreren Hundbesitzern sind, welche alle Probleme auf die Hormone schieben. Verstärkt wird das natürlich dann, wenn du mit einer Rasse wie dem Aussie auftauchst. Da durfte ich in den letzten Monaten so ziemlich viele Erfahrungen sammeln.
Ich kenne ja deine Geschichte hier aus dem Forum ziemlich gut und kann ein wenig nachvollziehen welche Probleme du hast. Die Tierärzte sehen aber immer nur Ausschnitte und dann den Stempel "Aussie".
Wir sprechen bei deiner Hündin ja auch nicht nur von einer hibbeligen und hyperaktiven Hündin...sondern einer gestressten Hündin mit einer verminderten Fähigkeit, Aussenreize zu sortieren. Ich sag da immer so: Wenn das was mir manchmal als Hyperaktiver Hund präsentiert wird...was ist meine dann? Hyperaktiver Hund auf Speed, mit 3 Adrenalin-Spritzen im Hintern und fünfmal mit dem Kopf gegen die Wand geklatscht. Leider sind die Tierärzte aber nicht beim Training oder im Alltag dabei und stempeln einen dann erstmal gerne ab. Es ist wirklich erschreckend wie viele Hundebesitzer falsche Erziehung und einen nicht ganz so Pflegeleichten Hund direkt auf eine SDU abschieben wollen.
3. "Tierärzte" die dir direkt eine SDU bescheinigen ohne auch nur ein wenig mehr wissen zu wollen...mit dem Hintergrund dass sie damit eben ihr Geld machen.

Mich würde mal interessieren, wie sich deine während und nach der Läufigkeit verhält? Hattest du nicht das Problem, dass deine erst sehr spät Läufig wurde? Das kann auch schonmal ein Indiz für eine SDU.

Zum Thema Ernährung:

Da habe ich auch schon viel probiert und auch mal in einem Thread dazu geschrieben (den meinst du aber nicht, da der nicht so ausführlich war). Zudem war ich ja bei Tierärzten, welche auf Verhalten und Ernährung spezialisiert sind.
Eins vorweg: BARFEN hat den Vorteil, dass du alles mehr kontrollieren kannst. Aber dass der Hunde "ausgeglichener" wird stimmt einfach nicht. Das wird oft mit Müdigkeit verwechselt. Ein voller Magen mach dich auch etwas müder, bzw. strengt dich mehr bei der Verdauung. Da kann man aber alternativ mit Auslastung Abhilfe schafffen. Ich denke aber, dass du hier nicht davon sprichst, dass dein Hund weniger aktiv sein soll, sondern dass er mit Reizen überhaupt wieder umgehen kann, weniger gestresst ist und wieder einen längere "Zündschnur" (sehr schön beschrieben!) hat. Will heißen: Nicht die Hummeln im Hinter sind das Problem, sondern eher der Kopf.

Ich habe positive Verhaltensänderungen durch folgendes hinbekommen:

- Verzicht auf "ungute" Getreidesorte: z.B. Mais (-> führte bei uns dazu, dass ihre Wahnsinnigen Minuten kurz nach dem Essen wegfielen und sie insgesamt ausgeglichener war)
- Monoprotein (Lamm) und Futter ohne Getreide (Allergikerfutter und ich habe Lamm gewählt, weil wir das bisher noch nicht hatten)
- Nahrungsergänzung (Vitamin B12 etc., Magnesium und Tryptophan) (-> gerade Vitamin B12 ist für die Aufnahme von Tryptophan wichtig)
- Füttern von Kohlenhydraten (Reis, Hafer, Kartoffeln, Bananen) eine halbe Stunde bis Stunde nach der eigentlichen Fütterung + mit Hinzugabe von ÖL (wegen des Fettgehaltes)

Das mit dem Tryptophan ist halt schwierig. Hier kommt es nämlich nicht auf die absolute Menge im Futter an, sondern die Relation zu anderen Nährstoffen. Ein hoher Tryptophangehalt bringt dir nichts (auch nicht das hinzufüttern), wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind, dass der Stoff vor anderen im Gehirn (vereinfacht gesagt) ankommt. Hat das Futter z.B. zu viel Tyrosin wird es für das Tryptophan schwierig. Daher fütter ich z.B. sehr gerne mal Bananen und - schande über mein Haupt - Käse. Die Tryptophan aufname verstärkt man durch das füttern (wichtig aber, dass es ca. eine halbe Stunde nach der eigentlichen Fütterung gegeben wird) Kohlenhydraten, Vitamin B12 und ungesätigten Fettsäuren. Alles also nur Vorraussetzungen, dass das Tryptophan auch im Hirn ankommmt.
Durch die Kohlenhydrate (in Verbindung mit den Ergänzungsmitteln) ist meine dann zwar aktiver (viel ausdauernder), aber ihre Reizschwelle ist überhaupt mal wieder vorhanden und sie ist viel ausgelichener- aktiver, aufmerksamer und überhaupt wieder Aufnahmefähig. Und ich denke ja, dass es dir darum geht und nicht einen wenig aktiveren Hund zu haben. Auch die Suche nach "Nähe" ist dann deutlicher vorhanden als sonst (vielleicht auch nur Einbildung)...sonst war sie einfach zu gestresst dafür.
Mit der Reduktion von Proteinen habe ich bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Sie hat dann zwar weniger Ausdauer und Power (ist viel schneller K.O.)...aber Auswirkungen auf das Verhalten hatte das keine.

Ich habe auch das Glück, dass ich ein Futter füttern kann, welches fast alle Angaben auf einer Liste aufschlüsselt. Das bekommt man sonst wahrscheinlich nur beim BARFEN so detailiert hin.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#41
Hallo AlterEgo, danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich mache es jetzt ähnlich wie du. Seit einiger Zeit gibt's wieder eine Kohlehydrathmahlzeit extra und das L-Thryotopan mit Vitaminkomplex. Jetzt habe ich es wieder abgesetzt weil auch Vitamin E enthalten ist und da im Blutbild ein Überschuss festgestellt wurde. Es gibt aber ein ähnliches Präparat ohne Vitamin E, das hab ich bestellt. Bei und zeigt das ebenfalls Wirkung.

Genau ich will nicht vom Prinzip her einen weniger aktiven Hund und Paula ist auch nicht hyperaktiv :) sie hat halt nur ne Kurze Zündschnur. Was uns da jetzt echt geholfen hat, waren die Tipps vom Trainingswochenende. Seit einer Woche unterbinde ich jede Art von Aufregung und siehe da, es wirkt. Ich denke wenn ich da weiter dran bleibe, werden wir gut klar kommen.

Inzwischen hatten wir auch einen Beratungstermin bei einem Tierarzt der sich mit Schilddrüsengeschichten auseinandersetzt. Ihrer Ansicht nach liegt bei Paula keine SDU vor und auch keine subklinische Variante. Weder Befunde noch Verhaltensbeschreibungen passen.

Ich werde jetzt auch mehr Lamm in den Speiseplan einbauen. Wir werden sehen was das bringt. Gut dass du mich nochmals an Bananen erinnerst, die hatte ich jetzt schon länger nicht im O/G
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#43
Die Minimalwerte bei den AK sind zu vernachlässigen. Manche Werte sind zwar niedrig, jedoch in Kombination mit dem Gesamtwerten deuten sie nicht Richtung SDU. Die Läufigkeit, Stress und ein allgemeiner Infekt den sie grad hat, können manche Werte verändern. Mit den Werten wie sie vorliegen geht man nicht einmal von einer subklinischen SDU aus. Auch Paula's Verhalten deutet nicht in diese Richtung. In gewissen Fällen kann eine plötzliche recht knackige Verhaltensänderung in diese Richtung weisen. Davon kann man bei Paula aber nicht sprechen, die ist schon immer so wie se eben ist, von Plötzlich kann da keine Rede sein.
 
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7 Okt 2014
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#44
Sorry, aber DER Tierarzt hat definitiv ein paar Fortbildungen verpasst!
Da kriegen ich echt die kalte Wut, wenn ich sowas lese.
Ein junger Hund, dessen Werte nur noch ganz knapp in die Referenz fallen und der Antikörper hat, der hat eine Unterfunktion , das kann man drehen und wenden, wie man will .
Ziemlich sicher werden Paulas Werte in einem Jahr weit unter dem Referenzwert liegen und in zwei Jahren vielleicht kaum noch messbar sein.
Besorg dir bitte das Buch zur Schilddrüse beim Hund von Beate Zimmermann, ich kann er dir auch gerne leihen, bloß ist es momentan in einem von fünfzig umzugskartons mit Büchern verschwunden.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#45
Nun der Tierarzt ist von der Liste der spezifizierten Tierärzte.

Man darf nicht vergessen wenn man Medikamente gibt, ungerechtfertigt, möglicherweise, dann provoziert man den Stillstand eines wichtigen Organs und provoziert damit auch Probleme. Ich finde es eher gut dass ein Tierarzt damit vorsichtig verantwortungsvoll umgeht. Ich würde auch nicht behaupten er habe da wohl einige Fortbildungen verpasst, denn mir wurden sehr ausführlich die einzelnen Werte und deren Zusammenspiel erklärt. Auch in welcher Kombinstion Es auf irgendwas hindeutet oder auch nicht. Ich hatte nicht den Eindruck dass die dort keine Ahnung hatten.

Ob die Werte sich normalisieren, so bleiben, oder weiter Absinken kann niemand vorhersagen. Aber eine Kontrolle in einem viertel Jahr wird es zeigen.
 
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7 Okt 2014
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#46
Die Liste sagt leider nicht viel aus, da wurden lediglich die Tierärzte aufgeführt, mit denen mal ein Mitglied gute Erfahrungen gemacht hat.
Da kann jeder was eintragen.
Letztens wurde jemand von einem der aufgeführten Tierärzte weggeschickt, der selbe Hund direkt im Anschluss von einem anderen Tierarzt auf der Liste aber umgehend substituiert.
Ich glaube wirklich spezialisiert sind nur die Ärzte der Hotline, wobei ich verstehe, wenn man die nicht in Anspruch nehmen möchte.
An Rezepten verdienen die allerdings nichts, denn die muss der Haustierarzt ausstellen.

Aber ich bin jetzt raus aus der Nummer, weil ich einfach den Eindruck habe, dass du einfach noch nicht bereit bist, etwas in Richtung SDU bzw. Krankheit an sich bei Paula zu akzeptieren.
Ihre Werte werden meiner bescheidenen Meinung nach langfristig nicht besser werden und ihr Verhalten ebenfalls nicht, spätestens bei der nächsten (weißen) Läufigkeit wird sie meines Erachtens nach wieder komplett genullt werden.
Aber das wird die Kontrolle ja dann zeigen.
Ich drücke euch die Daumen, dass du wider Erwarten recht hast, mein Angebot, dir das Buch zu leihen, bleibt bestehen :)
 
Dabei
21 Feb 2011
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#48
Sorry, aber DER Tierarzt hat definitiv ein paar Fortbildungen verpasst!
Da kriegen ich echt die kalte Wut, wenn ich sowas lese.
Ein junger Hund, dessen Werte nur noch ganz knapp in die Referenz fallen und der Antikörper hat, der hat eine Unterfunktion , das kann man drehen und wenden, wie man will .
Ziemlich sicher werden Paulas Werte in einem Jahr weit unter dem Referenzwert liegen und in zwei Jahren vielleicht kaum noch messbar sein.
Besorg dir bitte das Buch zur Schilddrüse beim Hund von Beate Zimmermann, ich kann er dir auch gerne leihen, bloß ist es momentan in einem von fünfzig umzugskartons mit Büchern verschwunden.
Eine böse Frage von einem alten Hasen (denn die sind ja immer böse)....

Sorry, hast DU Tiermedizin studiert?
Nur, weil es bei deinem Hund so ist, heißt das noch lange nicht, dass es bei jedem anderen Hund genauso ist.
Die Werte sagen das eine, das Verhalten des Hundes, sein Aussehen usw, sprechen eine ganz andere Sprache.
Aus diesem "Zusammenspiel" heraus eine richtige Diagnose zu stellen, DAS macht einen guten TA aus und genau deswegen haben die viele Jahre studiert, und, nochmal sorry, nicht nur die Erfahrungen des eigenen Hundes und Weisheiten aus einem Buch.

OT-Beispiel meine Ruby: 14 Tage schleimigen Kot, dauernd musste sie raus, vor allem nachts, hat ewig gebraucht und dann kam nur ein kleiner Klacks.
Alle Symptome sprachen für Giardien. Dreimal Kotproben ins Labor geschickt, dreimal negativ auf Giardien getestet. Alles andere, z. B. Bauchspeicheldrüse, war auch ok.
Dann sagte der TA, wenn es mir recht ist, behandelt er auf Giardien, denn er ist sich sicher, dass das die Ursache ist. Was soll ich sagen....er hatte Recht.
Wäre er da nur nach den Laborwerten gegangen, hätte man niemals eine Ursache gefunden.

Meiner bescheidenen Meinung nach macht Kerstin alles richtig.
Ich denke auch, sie kann es so gut einschätzen, dass sie, wenn nötig, die Kontrolle der Werte auch früher macht.

Edit: Wenn ich zu böse war....haut einfach drauf. Ich hab ein dickes Fell :p
 
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7 Okt 2014
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#50
Nö,war nicht zu böse, ich hatte eh mit sowas in der Art gerechnet ;)
Und nein, ich habe keine Tiermedizin studiert, sondern mich nur drei Jahre ausgiebig mit der Schilddrüse bei Hund und Mensch beschäftigt.
Und währendessen leider die Erfahrung machen müssen, dass eine Unterfunktion in 9 von 10 Fällen entweder nicht erkannt oder falsch behandelt wird.
Sogar mein Tierarzt gibt offen zu, dass das ein Thema ist, dass in der Veterinärmedizin grob vernachlässigt wird bisher.
Es gibt nur ganz wenige wirkliche Spezialisten und bevor die betroffenen Hunde da landen, haben Sie oft schon irreversible Schäden, unter Anderem durch Epi Anfälle.

BTW ist mein Hund das komplette Gegenteil von Paula gewesen vom Verhalten her '
 
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21 Feb 2011
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#51
In den drei Jahren hast du dir sicher eine Menge (theoretisches) Wissen angeeignet, weißt bestimmt auch mehr über das Organ als manch anderer.
Aber einfach zu behaupten, auf Grund der Werte hat Paula eine SDU......nun ja, dazu befähigen dich diese drei Jahre auch nicht ;)

Ich komme aus einem medizinischen Beruf, und wenn ich da eins gelernt habe, dann ist es das, dass fast keine Krankheit so verläuft, wie im Lehrbuch.
Und nicht alles kann man über ein Labor klären.
Beim Menschen z. B. gibt es sehr böse Rheumaarten, die nicht im Blut erkennbar sind.
Dann hätten, jetzt nach deinem Empfinden, diese Menschen kein Rheuma, da ja alle Blutwerte normal?

Ja, Paulas Werte sind niedrig. Trotzdem muss man deswegen nicht in Hysterie verfallen.
Was, wenn z. B. diese Werte auch "nur" ein Symptom sind?
Beim Menschen kann chronischer Stress, Dopamin- Seretonin- und anderer Nährstoffmangel zur Unterfunktion führen. Die Symptome wären auch niedrige Werte (am besten erkannt, bevor es zur richtigen Unterfunktion kommt).
Da jetzt ausschließlich die Schilddrüse zu behandeln, aber den Nährstoffmangel nicht zu beachten, wäre wohl der falsche Ansatz.

Und wie gesagt: Kerstin wird da schon ein Auge drauf haben und nichts versäumen ;)
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#52
Hallo, ich möchte mal einige erklärende Worte zusammenfassen. Weil ich denke dass es hilfreich sein kann wenn sich mal jemand mit ähnlicher Problematik auf die Suche nach Ursachen begibt.

Ich fasse es hier laienhaft gesprochen mal zusammen um Missverständnisse auszuräumen.


Man ließt bei Schilddrüsen Geschichten meist von einer manifesten oder subklinischen SDU = Schilddrüsenunterfunktion.


Eine manifeste SDU bedeutet die SD Werte im Blutbild sind unter den Referenzbereich gefallen. Im Blut sind Antikörper nachweisbar. Eine SDU entsteht nicht von heute auf morgen sondern möglicherweise über Jahre. Bis die Werte unter die Referenzbereiche sinken und man von einer manifesten SDU spricht, sind bereits 70% des Schilddrüsesgewebes zerstört. Gründe dafür können zahlreich sein. Diese jedoch zu ermitteln ist mitunter schwer bis unmöglich.




Die Symptome einer manifesten SDU sind vielfältig: schlechtes Fell, Hautprobleme, Juckreiz, schlechte Wundheilung, schlecht in den Griff zu bekommende Ohrinfekte, Probleme im Bewegungsapperat da Bänder, Sehnen etc. ihre Spannkraft verlieren. Kälteempfindlicherer.
Es wird beobachtet: Unruhe, Ängste, Tunnelblick, Aggression, stereotype Verhaltensweisen, Pfotenknabbern, Unkonzentriertheit. Schlechtes Fell, trauriger Blick, Gewichtszunahme, schlechte Motivierbatkeit, Depression, Abwesenheit, schlechte Trainierbarkeit. etc.


Die Behandlung erfolgt mit Zugabe von Hormonen, die der Körper selbst nicht mehr bildet. Diese Hormone werden zeitlebens gegeben, jeden Tag alle 12 Std, 0,5-1 Std vor den Mahlzeiten. In manchen Fällen kommt noch eine Umwandlungsstörung hinzu, so dass der Hund zwei Medikamente benötigt


Obwohl man die Hormone langsam einschleichen muss und es einige experimentelle Versuche und damit auch eine gewisse Zeit beansprucht bis der Hund optimal eingestellt ist, berichten Betroffene von einer schnellen Verbesserung der Symptome, manchmal schon nach einer Woche. Mit erreichen der optimalen Dosis klingen die Symptome nach und nach ab.
Können jedoch im weiteren Verlauf wieder aufflammen weil sich der Bedarf des Hundes ändert, dann muss erneut die Dosis angepasst werden.


Das mal so als Kurzzussammenfassung zur manifesten SDU.


Nun gibt es das graue Feld der subklinischen SDU. Dies wird gern als eine in der Entstehung begriffene SDU gewertet. Das muss nicht zwingend der Fall sein.
Von einer subklinischen SDU spricht man wenn die SD Werte im Blutbild im unteren Referenzbereich liegen, jedoch (noch) nicht darunter.
Auch hierfür gibt es zahlreiche Gründe, die zu ermitteln unter Umständen nicht einfach bis unmöglich ist.


Und jetzt wird es schwierig. Denn die Symptome der subklinischen SDU sind nicht so eindeutig und können sogar gegenteilig zu den Symptomen der manifesten SDU sein.


Es wird beschrieben, Untergewicht, Stessanfälligkeit, Hyperaktivität, Pfotenknabbern, Hautprobleme, Konzentrationsstörungen, Aggression uvm.


Hier wird klar warum Finnie Pooh bei Paula Richtung SDU denkt. Ich habe ja quasi diese Symptome beschrieben.


Wie gesagt hier wird es schwierig. Für die meisten Tierärzte ist die subklinische (also noch nicht ausgebildete SDU, es liegt noch keine Schädigung des Organs vor) kein Krankheitsbild. Daher raten sie in solchen Fällen nicht zur Gäbe von Hormonen. Ethisch und rechtlich ist dies das richtige Vorgehen, denn Hormone zu geben und schauen was passiert ist experimentell und nicht erlaubt.
Dennoch wird dies immer öfter auch gemacht und tatsächlich Erfolge damit erzielt. Diese erzielt man nämlich dann wenn es sich tatsächlich um eine in der Entstehung begriffene SDU handelt.


Die Diagnosestellung ist also nicht so leicht und viele Hunde haben auch mit anderen Erkrankungen / Problemen die Symptome die sich auch bei einer SDU zeigen können.


Was passiert also wenn ein Hund mit solchen Symptomen dem Tierarzt vorgestellt wird? Es wird erstmal alles mögliche Untersucht, da wie gesagt vieles die Ursache sein kann und es auch viele Ursachen dafür gibt dass die Schilddrüsenwerte verhältnismäßig niedrig sind.
Wie kann der Tierarzt also bei unklaren Befund dazu kommen trotzdem versuchsweise Hormone zu verabreichen? Das wichtigste Indiz ist im Zusammenhang mit den o.g. Symptomen (oder einigen davon) eine recht knackige Verhaltensänderung. Verbessert sich das Verhalten unter Substitution und verringern sich die Symptome. Treffer, dann hat man richtig gelegen. Verbessert sich auch nach einigen Wochen nichts, dann liegt eine andere Ursache vor und man schleicht das Hormon wieder aus.


Hierzu muss man wissen dass die Gabe von Hormonen dazu führt dass die Schilddrüse nach und nach ihre Funktion einstellt. Bis vor kurzem ist man davon ausgegangen dass daher die experimentelle Gabe von Hormonen bei noch nicht gesicherter Diagnose, also durchaus gefährlich ist. Inzwischen weis man dass sich die Schilddrüse nach absetzten der Hormone wieder regeneriert und ihre Tätigkeit wieder aufnimmt, wenn der Zeitraum der Substitution nicht zu lang war.


Jetzt versteht man vielleicht warum bei Paula also (wenn man nur die niedrigen SD Werte und einige unklare Symptome nimmt) kein Verdacht auf eine subklinische SDU besteht. Das Schlüsselwort heißt auch hier knackige Verhaltensänderung. Diese ist bei Paula nämlich nicht zu beobachten, die war schon immer so.
Zudem kommt dass die ganzen Schilddrüsenwerte wie auch andere aus dem Blutbild komplex zusammen spielen. Wie genau wurde mir zwar erklärt, kann ich als Laie hier aber kaum richtig wieder geben. Dieses Zusammenspiel ist bei uns nicht so dass es auf eine SDU (in Entstehung) hindeutet.


Wie vor erwähnt gibt es viele Faktoren die sich auch auf die Schilddrüsenwerte auswirken. Die Läufigkeit, Ungleichgewichte im Aminosäurenhaushalt, Ungleichgewichte im Nähtstoffhaushalt, Stress, andere organische Erkrankungen und Infekte.


Hier versteht man vielleicht, warum wir bei Paula nicht testweise Hormone geben. Es gibt einfach nichts an ihr was sich schnell Bessern könnte, so dass man sagen kann: ah der Schuß ins Blaue war ein Treffer. Im Gegenteil unter Substitution könnte sich ihr Verhalten verschlimmern da man massiv in den Stoffwechsel eingreift.


Dieser Text ist eh schon furchtbar lang daher spare ich mir den Versuch weitere sehr Komplexe Zusammenhänge zu erklären.


Wie Man jedoch sehen kann bin ich keineswegs uninformiert und bin auch kein verantwortungsloser Halter der seinen Hund sehend in eine Erkrankung schickt. Ganz im Gegenteil sogar. Das Trainingswochenende beim Hütiprofi hat uns enorm geholfen ebenso die Ernährungsumstellung und die Zugabe von Aminosäuren und Kohlehydraten. Mein Hund hat bereits ein Kilo zugenommen, das Stresslevel ist gesenkt und es gab auch keine nennenswerten Ausraster mehr. Zwei mal in der Vergangenen Woche hat sie Erzfeinde angeknurrt. Das ist aber weit weg von dem was sie vorher so veranstaltet hat. Und ja man muss auch die Eier haben Erziehungdefizite an sich selbst zu entdecken.


Dennoch hat Finnie Pooh nicht ganz unrecht, gerade bei einer subklinischen SDU sind viele Tierärzte nicht bereit zu handeln, was aber in manchen Fällen helfen könnte. In unserem Fall macht eine probeweise Sublementierung jedoch keinen Sinn.


Heißt das jetzt dass ich schon irgendeine Gewissheit habe? Nein! Die Werte werden nochmals Kontrolliert und unter Umständen nochmal und nochmal. Um ein Auge darauf zu haben und um falls dort doch etwas im Argen liegt, handeln zu können. Bisher ist nur klar wir haben es nicht mit einer Autoimunerkrankung zu tun, auch die Leber, welche Schuld sein kann, ist völlig in Ordnung.


So ist eine Kontrolle der Werte in einigen Monaten auch ein vernünftiges Vorgehen. Denn eine Diagnose und erst recht keine Verdachtsdiagnose sollten sich je auf einen einmaligen Befund stützen.


Der Vollständigkeit halber sei gesagt dass bei gewisse Hunderassen eine genetische Disposition zur SDU in Erwägung gezogen wird. Der Border Collie und der Australian Shepherd gehören dazu. Desweitern der Vollständigkeit halber eine Überfunktion ist bei Hunden extrem selten.
Zudem gibt es Hunde die Zeit ihres Lebens ohne jede Einschränkung mit niedrigen SD Werten leben.


Das alles hat so rein garnichts damit zu tun ob ich nun eine Krankheit akzeptieren möchte oder nicht, sondern das aktuelle Vorgehen entspringt den aktuell vorliegenden Befunden.


Zu guter letzt, weil auch das thematisiert wurde. Die Tierärztin bei der wir waren ist auf alles rund um den Hündinnen Zyklus spezialisiert. Es gibt eben auch Hündinnen die nur 1x pro Jahr läufig werden, sogar welche die ohne Erkrankung oder sonstwas, nie läufig werden. Bei Paula gibt es keine Auffälligkeiten zu entdecken. Auch wenn eine SD Problematik den Zyklus beeinflusst, gilt dies auch wieder für zahlreiche andere Faktoren.

 
Dabei
22 Sep 2014
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#53
Ganz lieben Dank, Kerstin! Für mich, die noch nie mit dem Thema SDU zu tun hatte, sehr verständlich! Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast!
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#54
Da der Barfshop in dem ich immer eingekauft habe sein Sortiment umgestellt hat, habe ich nich jetzt mal durch die Internetanbieter gequält und bei Barfers wellfood auch vieles von Lamm und Ziege gefunden. Für diese Woche habe ich mal fast nur Huhn zusammengestellt weil ich das im Supermarkt bekomme und dann wird hoffentlich die Liegerung da sein. Mit einer THP die auch Ernährungspläne erstellt speziell im Hinblick auf Thyptophangehalt usw. habe ich auch schon Kontakt aufgenommen. Ich werde berichten
 
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13 Nov 2016
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#55
Da der Barfshop in dem ich immer eingekauft habe sein Sortiment umgestellt hat, habe ich nich jetzt mal durch die Internetanbieter gequält und bei Barfers wellfood auch vieles von Lamm und Ziege gefunden. Für diese Woche habe ich mal fast nur Huhn zusammengestellt weil ich das im Supermarkt bekomme und dann wird hoffentlich die Liegerung da sein. Mit einer THP die auch Ernährungspläne erstellt speziell im Hinblick auf Thyptophangehalt usw. habe ich auch schon Kontakt aufgenommen. Ich werde berichten
Was ich dir auch noch empfehlen kann, dass ist das Buch "Die Neuropsychologie des Hundes" von James O'Heare.
Dort geht es nämlich genau um das Thema Ernährung und Verhalten... gerade im Bezug auf Aggression, Impulsivität und Selbstkontrolle. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel werden auch beleuchtet.

Zudem ist das ganze aus der "wissenschaftlichen" Sicht geschrieben und nicht von dubiosen Websites veröffentlich oder von Menschen mit gewissen Eigeninteressen.

Zum Beispiel steht dort, dass die Kohlenhydrate 2-3 Stunden später geben werden sollen. Ich ging bisher immer von 30 Minuten aus.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#57
Ah danke für den Tipp, dann werd ich aus unserem Brunch mal ein Mittagessen machen :)
Um nichts "falsches" zu sagen:

In der Studie die er beschreibt, wurde mit der zusätzlichen Fütterung von Kohlenhydraten - 2-3 Stunden nach der Fütterung - gute Erfolge bei Aggression und Impulsivität erreicht.
Er empfiehlt aber sich an den 2 Stunden zu orientieren und die auch nicht allzuweit zu überschreiten. <--- Eine Begründung nennt er aber nicht.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#58
Ok, ich hab da schon was zu gelesen, hat irgendwas damit zu tun dass die Umwandlung dann besser funktioniert.
 

FrauRossi

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26 Mai 2015
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#60
Ich halte mich nicht penibel dran, trotzdem merke ich eine Verbesserung wenn es nach dem Frühstück noch eine Kohlehydratmahlzeit gibt, verbessert wird das noch durch die L-Tryptophan Tabletten die es jetzt gibt. Heute ist die neue Fleischlieferung gekommen. Bin gespannt wie es jetzt wird ohne Rind und Wild.
 

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