Wobei auch verrausschauendes Gehen so seine Tücken hat... Gerade bei einem Hütehund bei dem genetisch gefestigt wurde, seine Umwelt/Umfeld im Blick zu behalten u. auf Veränderungen enstprechend zu reagieren. So rufe ich meine Hündin auch heute noch immer wieder mal grundlos ab u. belohne sie für´s kommen. Denn wenn ich sie nur noch Abrufe, wenn vermeintliche "Gefahr in Verzug ist", dann habe ich nach 1-2 Begegnungen einen Hund, der auf Abruf zunächst einmal rasch sein Umgebung scannt, bevor er zu mir kommt, weil er genau weiß, das ich bereits etwas gesehen habe, was er noch nicht bemerkt hat. Sie kommt dann zwar auch zu mir zurück, aber ich habe dann schon einen Hund, der bereits mit einer ersten Anspannung zu mir kommt, was wiederum schon wieder ein Hinderniss ist, um sie ruhig an einen anderen Hund vorbeizubekommen.
Auf der anderen Seite kann dieses Vorrauschauen damit wiederum ein Auslöser für eine Unsicherheitsreaktion werden, ausgelöst durch mich selbst!
Neulich hatte ich hier ein Lehrbuch Situation. Unser Ferienwohnungsvermieter, ein ältere gebeugter Herr mit Hut, hat absolut keine Berührungsängste in Bezug auf Tiere. Zwar hatte ihn meine Hündin schon am Vortag einmal verbellt, als er unverhofft um die Ecke kam, aber das schreckt ihn nicht... auch nicht, enen solchen Hund mal eben wie selbstverständlich zu streicheln. Von oben überbeugend...
An einem Tag trafen wir unten auf dem Hof zusammen, meine Freundin u. unsere 5 Hunde u. fingen ein Gespräch an. Ich war schon erfreut, das meine Hündin diesmal gar nicht auf ihn reagierte, sondern wie der Rest des Rudels ruhig stehen blieb u. schließlich sogar zögernd nach vorne ging u. vorsichtig am Hosenbein des Mannes schnupperte. Was leider den Mann dazu veranlasste, sie von oben auf dem Kopf streicheln zu wollen. Da sie die Bewegung aber wegen ihres Schnuppers nicht mitbekam u. ich wußte, das sie, wenn sie sich nun über die streichelnde Hand auf dem Kopf berührt wird, sie erschreckt u. schnappen wird. Also zog ich sie am Halsband sanft etwas zurück, mit dem Ergebnis, das sie nun DURCH MICH auf den Mann reagierte u. anfing ihn zu verbellen.
Tja, was soll man in einer solchen Situation machen? Ich habe die negative Reaktion meines Hundes Kauf genommen, weil ich auf keinen Fall das Schnappen riskieren wollte.
Und so gibt es im Alltag viele Situationen, wo man letztlich wieder Rückschritte in Kauf nimmt, um schlimmeres zu vermeiden u. d.h. u.U. auch, das ich meinen Hund mal keine Sicherheit geben kann.
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