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Mein Hund macht das aus Unsicherheit

Dabei
9 Apr 2014
Beiträge
266
#31
Hm, dieser Scheißegal-Moment - davon träume ich ja auch noch:rolleyes:. Leider habe ich da wie littleBarneyy doch noch sehr oft die Gedankenschraube am Drehen, aber das bin halt ich.
Und das Hundi erst recht aufmerksam wird, nur weil ich meine, ihm gerade Sicherheit geben zu müssen: jep, das kenne ich auch. Es gibt halt solche und solche Tage... für Mensch und Hund:rolleyes:
 

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Aussie2014

#32
Ja, die Bemerkung "gib dem Hund mehr Sicherheit"...
Ich arbeite mittlerweile nun auch schon ein gutes Jahr an Miro´s Verhalten und ich kann Julia´s Worte haargenau bestätigen. Unter anderem wurde auch mir natürlich gesagt, dass ich dem Hund mehr Sicherheit geben soll. Aber wie? habe ich nachgefragt und leider nur so allgemeines wie "stell Dich vor ihn" oder "zeig ihm, dass Du ihn beschützt" als Antwort bekommen.
Er fühlt sich nunmal sofort bedroht, wenn Hund oder Mensch frontal und ohne Beschwichtigungssignale auf ihn zukommen oder wenn ihm wer in die Augen starrt (und die sind ja so schön blau). Leider sendet er selber aber auch keine Beschwichtigungssignale aus, sondern hat nur den einen Gedanken "Angriff ist die beste Verteidigung". Ich habe versucht, mich vor ihn zu stellen, bzw. ihn hinter mir gehen zu lassen - Pustekuchen, dieser Hund guckte dann ständig an mir vorbei um die vermeindliche Gefahr zu beobachten. Als ob er abschätzen wollte, ob und wie er gegebenenfalls agieren, bzw. reagieren muss. Der war, und ist es manchmal noch, der Meinung, dass er das alleine klären kann/will/muss da er halt vom Wesen her ein Hund ist, der eher nach vorne als zurück geht.
Gott sei Dank haben ja andere Trainingsmethoden Erfolg gebracht und ich habe ihn gut im Griff - aaaaber, wie Julia sagt, ein Leben lang dranbleiben...
Ich muss immer vorausschauend sprazierengehen und handeln um kein Risiko einzugehen.
Etwas Offtopic, aber: Immer schön zu lesen, dass auch andere sehr an sich arbeiten und ganz ähnliche Probleme haben :) Der Hund merkt wie schon beschrieben ganz genau, ob man die Entspannung nur vorspielt oder ob man es wirklich ist und in jeder Situation wirklich entspannt und gelassen zu sein, will erstmal gelernt sein ;) Natürlich muss man vorausschauend durch's Leben gehn, aber die Unsicherheit in den Griff zu bekommen, bedeutet einfach sehr viel Arbeit, bei der man immer wieder Rückschläge und so wie Miro schreibt gute und schlechte Tage hat ;) Sätze wie "der muss man halt Sicherheit geben" sind wirklich leicht gesagt, die Konsequenz, die Ruhe und die Beständigkeit dahinter sind aber meiner Meinung nach herausfordernd, außer man ist von Natur aus eine super gelassene, selbstbewusste Person und fährt immer eine ganz klare Linie, die die Unsicherheit des Hundes berücksichtigt.
 
Dabei
7 Sep 2012
Beiträge
3.334
#33
Wobei auch verrausschauendes Gehen so seine Tücken hat... Gerade bei einem Hütehund bei dem genetisch gefestigt wurde, seine Umwelt/Umfeld im Blick zu behalten u. auf Veränderungen enstprechend zu reagieren. So rufe ich meine Hündin auch heute noch immer wieder mal grundlos ab u. belohne sie für´s kommen. Denn wenn ich sie nur noch Abrufe, wenn vermeintliche "Gefahr in Verzug ist", dann habe ich nach 1-2 Begegnungen einen Hund, der auf Abruf zunächst einmal rasch sein Umgebung scannt, bevor er zu mir kommt, weil er genau weiß, das ich bereits etwas gesehen habe, was er noch nicht bemerkt hat. Sie kommt dann zwar auch zu mir zurück, aber ich habe dann schon einen Hund, der bereits mit einer ersten Anspannung zu mir kommt, was wiederum schon wieder ein Hinderniss ist, um sie ruhig an einen anderen Hund vorbeizubekommen.

Auf der anderen Seite kann dieses Vorrauschauen damit wiederum ein Auslöser für eine Unsicherheitsreaktion werden, ausgelöst durch mich selbst!
Neulich hatte ich hier ein Lehrbuch Situation. Unser Ferienwohnungsvermieter, ein ältere gebeugter Herr mit Hut, hat absolut keine Berührungsängste in Bezug auf Tiere. Zwar hatte ihn meine Hündin schon am Vortag einmal verbellt, als er unverhofft um die Ecke kam, aber das schreckt ihn nicht... auch nicht, enen solchen Hund mal eben wie selbstverständlich zu streicheln. Von oben überbeugend...
An einem Tag trafen wir unten auf dem Hof zusammen, meine Freundin u. unsere 5 Hunde u. fingen ein Gespräch an. Ich war schon erfreut, das meine Hündin diesmal gar nicht auf ihn reagierte, sondern wie der Rest des Rudels ruhig stehen blieb u. schließlich sogar zögernd nach vorne ging u. vorsichtig am Hosenbein des Mannes schnupperte. Was leider den Mann dazu veranlasste, sie von oben auf dem Kopf streicheln zu wollen. Da sie die Bewegung aber wegen ihres Schnuppers nicht mitbekam u. ich wußte, das sie, wenn sie sich nun über die streichelnde Hand auf dem Kopf berührt wird, sie erschreckt u. schnappen wird. Also zog ich sie am Halsband sanft etwas zurück, mit dem Ergebnis, das sie nun DURCH MICH auf den Mann reagierte u. anfing ihn zu verbellen.
Tja, was soll man in einer solchen Situation machen? Ich habe die negative Reaktion meines Hundes Kauf genommen, weil ich auf keinen Fall das Schnappen riskieren wollte.

Und so gibt es im Alltag viele Situationen, wo man letztlich wieder Rückschritte in Kauf nimmt, um schlimmeres zu vermeiden u. d.h. u.U. auch, das ich meinen Hund mal keine Sicherheit geben kann.
 

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